Mahangu Plane deine nächste Reise gemeinsam mit Freunden und verwalte Reisedokumente. Erstelle kostenlosen Reiseblog und lade Fotos und Videos hoch. Fasse die Höhepunkte deiner Reise in einem Film zusammen. Einfachheit die besticht, absolute Privatsphäre und keine Limiten für Fotos oder Videos.

Trip Mein Volontariat in Argentinien Mein Volontariat in Argentinien 17.09.2012 - 10.12.2012   Am 17.9.12 geht das Abenteuer los, auf das ich mich einlasse. Ich werde 2... Thea Sund (DE)
Argentinien

Mein Volontariat in Argentinien

Folgen

Am 17.9.12 geht das Abenteuer los, auf das ich mich einlasse. Ich werde 2 Monate in einem sozialen Projekt - das ich jetzt noch nicht kenne - arbeiten. Ich habe mich für Projects abroad entschieden, weil mir diese einen seriösen und kompetenten Eindruck machen. Sie haben Projekte in der ganzen Welt und bieten guten Support.

Am 1./2. September werde ich bei einem Workshop in Berlin noch wichtige Informationen erhalten und am 17.9. mit einem Flug der KLM über Amsterdam in 17 Stunden in Argentinien/Buenos Aires landen. Für 2 Tage habe ich mich über CouchSurfing mit einer Frau in Buenos Aires bereits verabredet, bei der ich 3 Mal übernachten kann, so dass ich in einem Kurzprogramm Buenos Aires ansehen und dann am 20.9. mit einer Argentinischen Fluglinie nach Cordoba - meinem Bestimmungsort - weiterfliegen kann.

Ab dem 18. November habe ich dann "Urlaub" und werde mit Fritz noch 3 Wochen herumreisen.


4 Wochen vorher: 17. August
Habe jetzt meinen "Einsatzort" und die Daten meiner Gastfamilie erhalten und bin begeistert. Ich werde nicht direkt in Cordoba leben sondern in Villa Allende, einem nördlichen Stadtteil mit ca. 25.000 Einwohnern und "großen breiten breiten Straßen, die zum Spazierengehen einladen", aber auch netten Geschäften, Cafes etc. Meine Gastfamilie besteht aus einer geschiedenen Mutter, Französisch- und Portugiesisch-Lehrerin außer Dienst, mit 6 Söhnen, von denen die 3 jüngsten (in den 20ern) noch zu Hause leben. Sie scheinen ein geräumiges Haus zu haben und in der Nähe des Golfplatzes zu wohnen.
Mein Arbeitseinsatz ist im gleichen Ort, es gibt 2 Angebote, bei denen es um Betreuung und Integration von Behinderten in die Arbeitswelt geht. Ich denke, so etwas wie bei uns Behindertenwerkstätten. Ich werde die beiden Projekte kombinieren, das eine ist in der Lebensmittelproduktion (Pasta/Ravioli-Herstellung, Verpackung und Verkauf), beim anderen werden die Menschen mehr beschäftigt mit handwerklichen, musischen oder sportlichen Angeboten.

Means of Transport
Flugzeug
  • 17Sep 2012

    1 Mein Volontariat in Argentinien 17.09.2012 Argentinien —

    Córdoba, Argentinien

    Kommentare

  • 17Sep 2012

    2 Langer Flug - gute Ankunft 17.09.2012

     

    Beschreibung

    Nun ist das Beschwerlichste rum: Fritz wollte mir einen Gefallen tun und mir mit Aufpreis einen Sitzplatz mit mehr Beinlaenge schenken! Es war der Platz am Notausgang und der undenkbar schlechteste, weil in dieser Gegend auch die Kinder hingesetzt werden!!! Man kann sich vorstellen, wie es Kindern auf einem 14stuendigen Flug geht, wenn es einem selbst schon schwerfaellt so lange zu sitzen! Manche waren die ganze Zeit ueber ruhig, andere nur laut, andere fingen an zu schreien, wenn es irgendwo losging...... An Schlaf war jedenfalls nicht zu denken.
    Nun ja, ich war stolz,mir meine Thrombosespritze selbst gesetzt zu haben und wollte mich auch durch nichts von meiner guten Stimmung abbringen lassen.

    In B.A. verlief die Immigration ohne Probleme, freundliches Personal, das nicht so genau schaute und fragte - wie z.B. in NY. Am Ausgang wurde ich von Luis in Empfang genommen, einem freundlichen Taxifahrer, der von Rosario,meiner Couchsurfing-Gastgeberin organisert war. Hier musste ich nun mein Spanisch anwenden und ich muss sagen, was in meinem Kopf schon recht fliessend an spanischen Saetzen zusammenkam - funktionierte jetzt nicht mehr. Es kam aber eine kleine Unterhaltung zustande und ich war dann nach hiesiger Zeit um 21.30 h bei Rosario angekommen. Sie ist genauso nett, wie ich sie mir nach unserer vorherigen "Unterhaltung" vorgestellt hatte und wir klaerten noch das eine und andere und dann konnte ich mich auf meiner grossen Luftmatratze niederlassen.

    Dienstag, 18.9.12
    Ich machte mich voller Tatendrang auf den Weg, musste erst mal ein Verkehrsmittel suchen (hatten wir vergessen zu klaeren), fand auch einen Bus nach mehrmaligem Fragen und kam dann im Zentrum an. Jetzt kam die Frage des Geldwechselns,nirgends ein Cambio (Banken wechseln nur fuer Kunden) und so lief ich erstmal fast ziellos rum bis ich endlich eines fand. Uff... Das Wetter war bis mittags noch ganz schoen, ca. 20 Grad, bald begann es aber zu stuermen und regnen, ein Schirm musste gekauft werden und das naechste Gebaeude zum Besichtigen. Hier war das Theatro Colon das Opfer und ich habe mir die Fuehrung in englisch angehoert. Eine interessante Mischung aus italienischen, deutschen und franzoesischen Bauelementen (2 Architekten waren gestorben, der 3. -Franzose- hat es dann mit seinm Stil zu Ende gebracht. Materialien aus Italien, Belgien etc., sie wollten es ganz europaeisch, so wie die Argentinier sich auch heute noch gern zu Europa zaehlen moechten.

    Das erste Steak habe ich noch nicht gegessen, aber genuegend Parillas (Steakhaeuser) gesehen, das wird noch zelebriert.
    Abends wollte ich meinen Weg per Ubahn (Subte) zuruecklegen, auf der Suche nach der richtigen Verbindung sprach mich ein aelterer Argentinier an, ob er mir helfen koenne und stellte die besondere Hoeflich- und Gastfreundlichkeit der Argentinier besonders hervor. Als er merkte, dass ich auch franzoesisch spreche, wechselten wir dazu ueber und seine Freundlichkeit ging so weit,d ass er mich mit der Bahn noch ein Stueck begleiten wollte (bezahlte auch meine Fahrt!) Allerdings hatte dann unsere Bahn ca. 45 Minuten Verspaetung (ein Breakdown der Linie) und wir hatten genug Gelegenheit zum Reden. Er war sehr interessiert und wir radebrechten in 3 Sprachen ueber Reisen, Literatur, Theater, (nicht ueber Fussball!!!). Als die Bahn dann endlich kam mussten erst 3 vorbeigelassen werden, weil einfach der Andrang zu gross war und auch dann wurden wir eingquetscht wie die Sardinen, das habe ich bisher nicht mal in Indien so erlebt. Nun gut, ich kam lebend wieder daraus, Eduardo hatte sich ein paar Stationen vorher verabschiedet :-) Den Weg nach Hause musste ich mir ein paar mal erfragen.

    Bei kaltem Wetter wie jetzt ist es in der Wohnung schon ziemlich kalt und meine Luftmatratze wurde nochmal gut mit Decken bestueckt. Rosario ist wirklich sehr um mich besorgt. Sie arbeitet den ganzen Tag und ist sicher abends auch muede.

    Mittwoch, 19.9.12
    So, heute sieht das Wetter noch schlechter aus als gestern, daher nehme ich mir die Zeit, ein wenig zu schreiben - meine Berichte werden sicher nicht immer so ausfuehrlich werden.
    Bitte seht mir eventuelle Fehler nach, sie sind manchmal der Tastenanordnung zuzuschreiben oder einfach der Eile.

    Heute habe ich die Zahlungsmoeglichkeiten fuer oefftl. Verkehrsmittel getestet und bestanden. Rosario hatte mir eine Karte zum Aufladen gegeben, die ich in der Apotheke chargen liess, dem Busfahrer musste ich den Preis (1,25 Pesos) sagen und die Karte dann vor einen Scanner halten. Diese Karten bzw. Preise sind von der Regierung subventioniert (sonst 2 Pesos), die Subventionierung wurde den Verkehrsunternehmen weggenommen und dem Volk uebertragen.
    Im Zentrum begab ich mich zuerst mal ins Cafe Tortoni,eines der aeltesten und wirklich schoenen Cafes. (Leider klappt es noch nicht mit dem Bilder hochladen, kommt aber sicher noch). Dort finden auch Tangoveranstaltungen statt, aber nur abends. In der Calle Corrientes konnte ich mir meine Simkarte abholen, die ich am Tag vorher bestellt hatte, nun bin ich hier auch mobil. Die belebte Calle Florida konnte ich ohne Shopping durchwandern - zum ersten ist mein Gepaeck schon uebergewichtig und zum anderen - naja, ihr wisst, das liebe Geld!
    Der Parc San Martin soll im Fruehjahr, was ja morgen erst beginnt, eine herrliche Bluetenpracht zeigen, jetzt sieht alles noch kahl aus, allerdings ein 200jaehriger Gummibaum zeigt sich in seiner ganzenn grossen Pracht ausladend. Vor dem Park ist ein Turm zu sehen, den die Englaender geschenkt haben - wie ein Leuchtturm. Dahinter liegt dann der Hafen.
    Weiter ging es eine Prachtstrasse hinunter ins Stadtviertel Recoleta, wo ich den Friedhof besuchen wollte. Natuerlich musste ich einen Espresso in einer exklusiven Einkaufspassage geniessen in einer Umgebung von schoenen alten Villen und dem Alvear Palace Hotel, sehr nobel. Der Friedhof Recoleta ist sehr interessant, die Graeber vor allem der Adligen, Reichen (z.B. Evita Perron), Militaers in den edlen Mausoleen sind hier in geraden und diagonalen Reihen angelegt. Etwas ungewoehnlich sind die z.T. verfallenen Graeber, bei denen die Saerge durch Mauerloechern zu sehen sind. Nachts moechte ich dort nicht durchlaufen, es wird ein Aechzen und Stoehnen geben!!
    Dann wollte ich mich mit Rosario telefonisch verabreden, aber hier versagte mein Handy schon gleich (ich hatte noch nicht verstanden, dass die Null innerhalb des Stadtgebietes nicht gewaehlt wird), so nahm ich ein Taxi zu ihrem Buero, wurde den Kolleginnen herzlich vorgestellt - die sich alle Gedanken gemacht hatten, wie das mit der fremden Frau in der Wohnung wohl geht!? - und wir trafen uns dann eine Stunde spaeter in einem Einkaufscenter um mit Empanadas den Abend in der Stadt zu beenden. Ich war durch die viele Lauferei ziemlich platt und froh, nicht noch eine Show oder so besuchen zu muessen :-)

    Donnerstag, 20.9.12
    Jetzt kommt bald Luis, der mich zum Inlandsflughafen bringt, um nach Cordoba weiterfliegen zu koennen. Nun bin ich gespannt auf das, was mich dort erwartet.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 20Sep 2012

    3 Cordoba - meine neue Heimat fuer 2 Monate 20.09.2012

     

    Beschreibung

    Donnerstag, 20. September 2012
    Ankunft am Flughafen in Cordoba: Ich werde von Agostino abgeholt, ein Mitarbeiter von Projects Abroad, der mich direkt zu Claudia, meiner Gastgeberin faehrt. Mich erwartet - nicht ganz wie vorgestellt - ein Siedlungsgebiet mit grossen Grundstuecken, aber schlecht befestigten Strassen. Meine Vorstellung war: Golfplatz in der Naehe, muss eine gute Wohngegend sein!? Ja, ist ja wohl auch so, nur sieht eine gute Wohngegend hier etwas anders aus. Jedenfalls ist es ein nettes Haus (Lehrerhaus mit vielen Buechern :-) und vielen kleinen netten Raeumen und Swimmingpool. Von 6 Soehnen sind noch 3 im Haus. Claudia ist sehr nett, sie versucht gleich franzoesisch mit mir zu reden, was mir natuerlich sehr entgegenkommt fuers erste, aber ich glaube, wir werden einen modus vivendi finden.

    Ein weiterer junger Mann aus Erfurt lebt mit im Haus, ist jedoch bei einer anderen (kirchlichen) Organisation angestellt und arbeitet in einem Kinderheim. Mein Zimmer ist sehr einfach, mit selbstgebauten Doppelstockbetten und Schrank, aber sauber. Ich bin Mitglied der Familie, darf mich aus Schraenken usw. bedienen, gegessen wird nicht zusammen, sondern jeder nimmt sich das bereitgestellte Essen aus dem Herd, waermt es sich in der Mikrowelle auf und isst. Morgens trifft man auch zusammen. Das Essen wird vormittags von Gladies vorbereitet, sie putzt auch unsere Zimmer.

    Abends wollte Claudia mich mit ins kommunale Kino nehmen, um eine Doku ueber alternative Schulmethoden anzusehen, ich habe mich jedoch fuer frueh schlafen gehen entschieden. Eine zusaetzliche Decke hat mich nachts auch warmgehalten

    Freitag, 21.9.12
    Heute wird Fruehlingsanfang (feliz primavera) gefeiert - ein wenig wie happy new year. Blumen wurden gepflanzt, der Rasen gemaeht, der Swimmingpool von herumfliegenden Pollen befreit.....

    Ich wurde um 10.30 h von Agostino abgeholt und mein Lehrpfad "Cordoba" begann. Ich lerne, wie die Busse fahren, welche ich nehmen kann und welche wo halten. Es ist nicht einfach und ich hoffe, dass ich das alles behalte. Wenn ich naemlich den richtigen Bus verpasse, muss ich halb um den riesigen Golfplatz laufen und das ist abends oder nachts nicht so ohne.
    Wir fuhren als erstes ins Buero von Projects Abroad, ich lernte die MitarbeiterInnen kennen und nahm mein Einfuehrungsbuendel entgegen. Wir nahmen dann einen anderen Bus bis zur Stadtmitte, assen zu Mittag und mir wurden nochmal alle Regeln, Informationen und Hinweise gegeben, die ich so brauche. Fuer meine Projekte kann ich jetzt etwas entspannter sein, ich werde erst mal das eine testen (das anscheinend interessantere) und kann mich dann noch fuer das 2. entscheiden.
    Cordoba scheint mir als Stadt nicht so besonders sehenswert, es wurde auch darauf hingewiesen, dass ab einer gewissen Grenze die Einkaufsstrasse in ein Gebiet uebergeht, das nicht mehr so sicher sein soll, wurde auch polizeilich ueberwacht. Nun ja, im grossen und ganzen hat man einerseits das Gefuehl in einer europaeischen Stadt zu sein - aber letztendlich ist doch alles viel einfacher, baufaelliger, aermer. Es gibt einige alte Gebaeude und schoene Kirchen und auch Plaetze, die einladend sind - aber gut, das werde ich alles noch erkunden.

    Jetzt habe ich gerade mit Josef zu Abend gegessen (er vermisst ein wenig die gemeinsamen Mahlzeiten, auf die bei ihm zu Hause viel Wert gelegt wird) und mir ein Glas argent. Wein dazu gegoennt.
    Morgen bin ich eingeladen, zu Freunden mit aufs Land zu fahren, um das lange Wochenende dort zu geniessen. Freunde wollen dort den Bauernhof fuer die Hochzeit der Tochter des Eigentuemers vorbereiten und kann das Landleben kennenlernen, was heisst: kein Internet :-( Aber Entspannung pur. Mir gehts schon sehr gut hier.

    Samstag, 22.9.12
    Entspannen - den ganzen Tag. Vormittags war ich mit Claudia im Supermarkt, um mir ein paar Flaschen argent. Wein zu kaufen und Sonnencreme vor allem. Witzig: erst nach stundenlangem in der Sonne liegen fiel mir auf, dass die Sonne hier andersherum wandert!!!!! Heute abend auf dem Land werde ich mir dann auch mal die unbekannten Sternenkonstellationen anschauen.
    Mehr gibt es von heute nicht zu berichten.

    Sonntag, 23.9.12
    Am Samstag abend fuhren wir noch auf s Land (die Gegend hiess tatsaechlich: En la pampa!) zu Freunden von Claudia, eine sehr nette Familie, die mich herzlich empfing. Sie haben einen Bauernhof, der aber von einem Verwalter bearbeitet wird. Leo kommt jedoch im Monat 2 Wochen dorthin, um den Laden zu lenken. Seine Frau ist Psychologin, er Architekt - und der Grund des Besuchs war, den Hof, das Haus fuer die bevorstehende Hochzeit der Tochter im Dezember zu dekorieren, bzw. dies zu planen. Ich konnte mich entspannen.

    Am Sonntag gab es dann - die von Fritz so sehr erwartete Parilla, das Grillfest mit allen Sorten Fleisch. Der Hof ist mit 2 Riesengrills und 2 gemauerten Backoefen ausgestattet, jeder Backofen fuer andere Temperaturen vorgesehen. Es gab Empanadas, Haehnchen und Beef mit Salat und das in Mengen.
    Waehrend der Siesta lagen alle irgendwo im Haus herum, ich aber auf der selbstgebauten "Hollywoodschaukel" in Wind und Sonne. Es gab einen wunderbaren Sonnenuntergang und abends einen iranischen Film zu sehen. Das Abendessen habe ich mir dann gespart.

    Montag, 24.9.12
    Heute ist ein 200jaehriger Feiertag irgendeiner Befreiung, dies wird aber nicht offiziell gefeiert, jeder geniesst den freien Tag. Wir haben im Garten noch den Fruehling eingeleitet und Buesche und Blumen beschnitten, ich durfte ein verwaistes Laemmchen mit der Flasche fuettern, die 40 Rinder begutachten, 6 Pferde und einige Hofhunde. Die letzteren werden eigentlich nicht gestreichelt, liessen es sich aber gern gefallen. Ich wurde aber darauf aufmerksam gemacht, dass sie beissen wuerden,wenn ich ueber ihre Zecken streichele, weil es schmerzt.
    Mittags habe ich dann auch Empanadas mit hergestellt, es gab noch die Fleischreste vom Vortag.

    Auf der Rueckfahrt hatte ich ploetzlich Bierdurst!!!!! Der konnte dann mit Becks und Leffes gestillt werden.
    Es war eine sehr schoene Atmosphaere, alles locker und entspannt, die Arbeiten wurden gemacht - oder auch nicht, niemanden hat irgendetwas gestoert, jeder hat mal gekocht: Ich habe mich einfach wohlgefuehlt.
    Die Frisur hat dem Versuch, sie zu stylen mit Schaum, Gel und Spray im Wind nicht staandgehalten. Der Hof liegt auf einem Plateau, der im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht wird.

    Kommentare

  • 25Sep 2012

    4 Beginn der Arbeit im "Lugar en el Mundo" 25.09.2012

     

    Beschreibung

    Dienstag, 25.9.12
    nun habe ich meinen 1. Arbeitstag hinter mich gebracht! agostino, mein Betreuer holte mich um 1uhr von zu Hause ab und wir fuhren mit dem Fonobus ins Zentrum von Villa Allende zu "Un lugar en el mundo", eine Behindertenwerkstatt. estrela, die Leiterin emfing uns freundlich und zugleich auch einige der "Schueler", wie die Betreuten genannt werden.

    Nnachdem alle eingetroffen waren, nahm Clara mich mit in ihre gruppe, um sie beim Herstellen von Handarbeiten zu unterstuetzen. mit dem Reden war es noch ziemlich s hwierig, weil ich sehr angespannt war. Zwei der jungen Maenner mit Down Syndrom nahmen mich gleich in Beschlag. Die Behinderungen sind schon alle recht bedeutend, verstehen kann ich zurzeit noch niemanden. Nach 2 std basteln kam der Folkloreteil, es wurde getanzt, die schueler wurden vom lehrer und clara angeleitet und gefuehrt, 3 der Schueler mit downsyndrom haben ausgesprochen gut und mit viel Inbrunst und Freude getanzt. Anschliessend musste ich auch herhalten und mir wurde ein Volkstanz beigebracht - unter grossem applaus der Schueler!
    Dann gab es noch eine Geburtstagstorte, eine Frau ist 37 geworden (blind, nicht viel sprechend, im Rollstuhl sitzend und weitere koerperliche Behinderungen). Die Stimmung ist ueberwiegend froehlich, manchmal laut und heftig. Ploetzlich war ein Grossteil verschwunden, da sie mit einem Bus abgeholt wurden, sie haben schon vorher immer unruhiger auf die uhr geschaut? Ich wurde dann freundlicherweise noch zur Bushaltestelle begleitet und bin nun redlich muede. Heute Abend gehts noch ins Kino. (Allemanya - deutsche Sprache, span Untertitel. Es ist der film ueber die tuerkischen Immigranten.)
    Filme sind Claudias Passion, da werde ich noch einiges zu sehen bekommen.

    Mittwoch, 26.9.12
    Das einzige was mir hier echt zu schaffen macht, ist die Kaelte. Sobald die Sonne weg ist, wirds lausig kalt - und ich habe lediglich einen Pullover mitgenommen!!! Morgens nach dem Fruehstueck suche ich mir einen windstillen Platz im Garten und lese und lerne dort brav Spanisch, was soll ich auch sonst mit der Zeit anfangen? Um 13.15 uhr fahre ich dann mit dem bus ca. 2 km zur Arbeitsstelle. Heute war es schon ein fast normaler Arbeitstag! Es ging auch gleich los mit Musikunterricht. Es wurden Trommeln andere Krachmacherinstrumente verteilt und erstmal einfach drauflos gespielt. Hier auch wieder meine verwunderung, ueber die Talente, insbesondere bei den downsyndromen. Der takt wurde exakt gehalten, die Anordnungen befolgt und es klang dann richtig gut. Ich hatte keine eigentliche Aufgabe, habe aber hier und da unterstuetzend nachgeholfen. Die Betreuer haben mich bedauert, dass ich gleich am 2. Tag diesen Laerm ertragen musste. 2 std. mit einer kleinen Pause. Danach kam Diego, um eine kleine Gruppe zum Sportplatz abzuholen. Ich lernte mich zu blamieren, die Schueler warfen mehr Koerbe als ich!!!! Ich bekam aber trotzdem meinen Applaus. Nach 1 stunde gab es dann die uebliche teepause, bei der ich die Soli, die Blinde im Rollstuhl fuetterte. Heute ging es mit der Verstaendigung schon etwas besser, meine Stimme wurde auch manchmal bestimmt. Die Attraktion war das Fotografieren, ich will zum Abschluss ein Fotobuch erstellen. Es war fast wie in Indien, sie waren gluecklich sich selbst zu sehen.
    Ich muss sagen, dass mir die Arbeit Spass macht und ich tatsaechlich keine Beruehrungsaengste habe. Der Moment, wo mich Emanuele an die Toilette fuehrte, war etwas aufregend! Ich sollte jedoch nur vor der Tuer stehenbleiben und aufpassen, dass niemand reinkommt:-) Auf meine Frage, ob er sich auch die Haende gewaschen habe, folgte umgehend die Tat. Erfolg!

    Morgen frueh werde ich mir die 2. Arbeitsstelle ansehen, mal sehen, wAs die mit mir vorhaben, mehr als 5 Stunden am Tag werde ich nicht schaffen!!!

    Ein grosser Nachteil meines Einsatzortes ist, dass die Fahrt nach Cordoba eine Stunde dauert und ich mir das eigentlich nur an wochenenden leisten kann. Veranstaltungen sind auch immer recht spaet abends, so dass ich ungern nachts mit dem Bus zurueckfahren moechte.

    Donnerstag, 27.9.12

    Ja, Busfahren - das waren meine heutigen Erlebnisse! Aber beginnen wir am Anfang. Um 10 uhr wurde ich in der neuen Stelle "eingefuehrt" , Apadro ist eine grosse Organisation hier mit mehreren Haeusern verschiedener Art. Meines heisst "Naranjo -Orange - und ist mit der Produktion und dem Verkauf von gefuellter Pasta aus Sojateig (wie grosse Ravioli) befasst. Umberto ist der Chef, er erklaerte mir was auf mich zukommt, ich wuerde in die Arbeitsgruppe integriert und muesste wie die anderen in der Produktion mitarbeiten. Agusto vereinbarte fuers erste einen Einsatz an drei Tagen in der Woche, vormittags bis 13 Uhr - an diesen Tagen muss ich mir Essen mitbringen und in einer einstuendigen Pause - bevor ich zu Un lugar en el mundo laufe. Ok, ich bekam gleich Schuerze und Haarschutz verpasst und wurde von Anna Maria in den Produktionsraum gefuehrt, wo mich ca. 20 Leute begruesste, jede/r einzelne stellte sich vor und erklaerte mir seine Arbeit. Alle arbeiten in ihren Bereichen weitgehend selbststaendig.
    Ich sollte als erstes den teig mit einer runden Form ausstechen, dieser wirde vorher mit einer Ruehrmaschine geknetet und dann mehrmals durch eine Walze gefuehrt. Marco ist dafuer zustaendig, waehrend des Ausstechens warteten bereits zwei leute auf die runden Teile, die sie mir fast aus der Hand rissen, weil sie konkurrierten! Nach 1 std taten mir die haende weh und ich wechselte auf einen anderen Platz. Vom "Zuweiser" , der eine Liste aller Aufkleber fuer die fertigen Packungen fuehrt, bekam ich eine Styroporschale mit der Aufgabe, 12 Raviolis einzufuellen. Einmal war es Schinken mit Kaese, das andere Mal Roquefort. Hier war dann Virginia als Organisatorin zustaendig. Ich arbeitete ebenso wie die Gruppe bis 12.45 uhr, kaufte mir dann in einem Geschaeft nebenan etwas zu Essen und goennte mir noch einen Kaffee in meinem Stammitaliener! Die Tageszeitung lese ich wie selbstverstaendlich dabei - obwohl nur das Wetter hundertprozentig zu verstehen ist:-)

    Meine weitere Arbeit verlief dann schon routinemaessig, es war wieder 1 andere Lehrerin dabei, die etwas Stimmung in den Laden brachte, als sie feststellte, dass ich ihnen ja deutsch beibringen koennte, wonach dann jede/r "guten tag" herausbringen musste! Es wurde viel gelacht.
    Tja, der Bus, ich wartete eine halbe Stunde, beschloss dann zu laufen, was nur ein Weg von 25 Minuten ist, allerdings war ich von der ungewohnt langen Arbeitszeit ziemlich geschafft! Das Problem war, dass wir von "projects Abroad" zum sozialen Abend eingeladen waren, zu dem ich mich verpflichtet fuehlte. Es war auch sehr interessant, die vielen jungen Menschen kennenzulernen, ihre Erfahrungen und Ziele bzw Motivation zu erfahren, Hamburger zu essen und dann - ja dann ging es um das soziale Miteinander, d.h. Spiele, wie frueher! Wer mich besser kennt, kennt meine Spielleidenschaft - aber hier waren es ja - bis auf 2 Frauen - nur junge Leute - und so waren die Spiele. Man musste echt kaempfen, um als bester Volontaer daraus hervorzugehen. Ein Beispiel: Je eine Person aus 2 Mannschaften sollten versuchen, sich auf die Wange zu kuessen, allerdings sollte der jeweils andere diesen abwehren. Der trick dabei war, dass jeder dick "dulce de leche" (eine karamelisiete streichbare Masse, sehr suess) auf die Lippen geschmiert bekam. Dabei wurde sich auf der EErde gewaelzt usw. Meine helle Hose sollte keine Grasflecken bekommen und ich verbat mir die Erde. Der junge Mann, der gegen mich antrat, versprach, vorsichtig mit mir umzugehen, hatte aber nicht mit meinem Kampfgeist gerechnet. Er hat zwar letzten Endes gewonnen und mir noch eine schoene portion leche ins Haar gekuesst (wie klebrig), aber es gab viel Spass!
    Ja, und der Bus! Ich nahm den erste Besten, es war derselbe Fahrer wie bei der Hinfahrt und er sagte mir auch, dass er nicht dort fuehre wo ich abends eingestiegen war. Ok, das Risiko gehe ich ein, rechne aber nicht mit dem schnellen Transfer wegen wenig Verkehrs in der Nacht (Mitternacht) und in Villa Allende angekommen, erinnerte sich der Fahrer an mich und forderte mich auf auszusteigen und 4 Blocks zurueckzulaufen - irgendwo ......... Taxis gab es um die Zeit keine mehr und so stand ich dann da und ueberlegte, was tun? Claudia hatte mich zwar aufgefordert sie anzurufen, was ich eigentlich nicht wollte, aber letzten Endes endete es so. Ein Tag mit einigen Hindernissen, vollkommen platt aber aufgekratzt - wobei nur ein Glas Wein guttun konnte.....

    Kommentare

  • 28Sep 2012

    5 3. Woche 28.09.2012 Argentinien —

    Villa Allende, Argentinien

    Beschreibung

    Freitag, 28.9.12

    Mit Mahangu habe ich noch einige Probleme, deshalb muss ich wieder einen neuen Wegpunkt anlegen - naja, die dritte Woche beginnt, ist ja auch ein Ereignis.
    Claudia hatte mir gesagt, dass bei den Argentiniern das Wochenende am Freitag beginnt, dh es wird bei der Arbeit nicht mehr viel getan! So war es denn auch ungefaehr, die beiden Bertreuerinnen liessen die Schueler mit Acrylfarbe (!) aus Plastikflaschen geschnittene Behaelter bemalen, ploetzlich drehte eine junge Frau durch, schmiss die Teller mit der Farbe durch den Raum und schlug um sich. Die Betreuerinnen blieben ganz ruhig und die Leiterin Estela fuehrte die junge Dame dann raus und separierte sie den Rest der Zeit von den anderen. Das war wohl auch neu, aber sie ist sonst die einzige, die unkontrolliert handelt. Einen grossen teil der Zeit blieben wir im Garten und beschaeftigten uns mit Geschicklichkeitsspielen. Was mich immer wieder beeindruckt ist, wie die Unterhaltungen laufen - unter den Behinderten wie auch mit den Betreuern.
    Ich muss nach der einen Woche sagen, dass es wirklich Freude macht, immer mehr von den Schuelern kennenzulernen, ihre Faehigkeiten zu erkennen und sich auch besser mit ihnen verstaendigen zu koennen.

    Samstag, 29.9.12

    Jetzt habe ich auch eine matte von Claudia bekommen, auf der ich meine Tibeter weiter ueben kann, auch yogastunden sind in Aussicht, evtl auch Salsaunterricht - mal sehen auf welchem Niveau die sind. Wird von der Stadt subventioniert und ist deshalb leistbar. Ich beobachte auch so, dass die Municipalidad sehr viel Soziales leistet, Sport- u Spielplaetze werden unterhalten, es gibt sehr viele Behinderteneinrichtungen - aber auch Schueler bringen viele soz Aktionen (muellauflesen in Parks, Spenden sammeln).

    Heute habe ich mir den ueblichen Stadtbummel genehmigt und mir in Cordoba eine Jacke gekauft, allerdings wird es auch immer waermer, in der Sonne war es heute schon fast nicht mehr auszuhalten! Das Fleisch, das ich mir heute zum Mittagessen bestellt habe entspricht bei weitem nicht den Vorstellungen, die ich von arg. Fleisch hatte!!! Dafuer hats aber mit dem Bus mal geklappt. Ich war von Claudia eingeladen, mit zu einer Freundin zu kommen, was ich aber aus Schmerzensgruende !! ablehnte. Ich hatte mir gestern abend derart heftig auf die Zunge gebissen, dass ich kaum sprechen bzw essen kann. So hab ich den weiteren Nachmittag im Garten gelegen und heute Abend werden wir zu einer Flamenco-Veranstaltung gehen.

    Ich wurde darauf hingewiesen, dass es arg. Flamenco ist und mit den Vorstellungen, die ich in Sevilla gesehen hatte, war es nicht zu vergleichen, aber dort waren es Kuenstler, hier war es eine Gruppe temperamentvoller, z.T. recht grosser Argentinier, die ihren Tanz und Gesang mit viel Gefuehl und Temperament rueberbrachten. Es begann um 22.30 h und endete gg. Mitternacht.

    Sonntag, 30.9.12
    Heute wollte ich die Stadt Villa Allende per Fahrrad erkunden, leider ist das Vehikel von Claudia ein Mountain Bike mit losem Sattel (!), der mir bei jedem Schlagloch - und davon gibts sehr viele - verrutschte! Ich fuhr erst mal die Strecke ab, die ich am Montag dann zu meiner 2. Stelle laufen muss und versuchte so was wie ein Zentrum zu finden. Es ist aber alles sehr weitlaeufig und immer noch irgendwie verwirrend. Es war mittags schon sehr heiss und so probierte ich einmal ein Eis, eine Riesenkugel fuer 0,80 Euro - die Konsistenz ist nicht ganz wie bei uns, aber es schmeckte gut. Den Nachmittag verbrachte ich im Garten, lesend, lernend, doesend. Abends kamen Claudias aeltesten Soehne mit Frauen zum woechentlichen Kaffee (klatsch). Vollmond liess mich nicht schlafen, um 7.00 h morgens musste ich dann sowieso aufstehen und auch wegen umschlagenden Wetters fuehlte ich mich schon zu Beginn richtig erschlagen.


    Montag, 1.10.12
    Im Naranjo wurden heute Tueten mit Knabbereien, Nuessen und Plaetzchen verpackt. Ich klebte jeweils 2 Kekse mit einer dicken Schicht "Dulce de Leche" zusammen, die von jd in Kokosflocken gewendet und in Zehnerpackungen eingeschweisst wurden. Um 12 h - Beendigung der Schicht und MIttagessen beim Italiener, eine Pizza wie zuhause :-) Dabei konnte ich meine Kraefte wieder sammeln und im Lugar en el Mundo entspannt meine Arbeit aufnehmen. Es ging gleich auf den Sportplatz, es wurde gebastelt und heute war meine erste Befragung bezuegl. Zufriedenheit etc. durch projects abroad. Es ist alles bestens, nur den 3. Arbeitstag bei Naranjo habe ich verhandelt, ich werde nur Montags und Mittwochs dort arbeiten, sonst wird es einfach zu viel. Das heisst, jeden Tag "Un lugar en el mundo von 14.-18.00 Uhr und Montags und Mittwochs bei Apadro von 9.00 - 12.00 Uhr.


    Heute abend wird abgehangen und morgen frueh evtl. Yoga. Gute Nacht Deutschland!

    Dienstag, 2. 10.12
    Leider hatte mir Claudia einen alten Plan fuer die Angebote der Municipalidad gegeben, die Yogastunden finden so nicht mehr statt und ich musste mir leider sagen lassen, dass bis Jahresende alles ausgebucht ist. So war der Weg umsonst. Und ich erlebte, was mir oefter passiert: Ich stelle eine Frage und erwarte eine einfache klare Antwort, was aber kommt ist ein Redeschwall, von dem ich ca. 10 % verstehe!!!! Die Argentinier reden gern und viel!

    Mein Arbeitstag verlief normal, heute war Volkstanz an der Reihe und ich hatte schon am Wochenende meine Aufgabe erfuellt, den Chacarera zu ueben, was Dank Youtube recht gut ging. So konnte ich schon fast richtig mittanzen.

    Dientags ist Kinotag und heute sahen wir einen norwegischen Film, bei dem es um Schuld und Suehne ging, norwegische Sprache, spanische Untertitel. Ich hatte mir vorher den Inhalt im Internet angesehen und konnte dadurch der Handlung gut folgen. Troubled Water von Erik Poppe, sehr eindringlich die Geschichte eines Mannes, der an dem toedlichen Unfall eines Jungen Schuld war und nach seiner Entlassung aus dem Gefaengnis sein neues Leben in den Griff bekommen muss.

    Mittwoch, 3.10.12
    Heute wieder Naranjo, nicht so aufregend, habe lediglich ein Riesenglas Oliven halbiert, es wurden alle Zutaten fuer die Milanesas (gefuellte grosse Ravioli) vorbereitet und z.T. eingefroren. Mangold wurde sehr fein gehackt, Schinken geschnitten und um Kaese gewickelt usw. Ein Student bat um Erlaubnis, die Aktivitaeten fuer eine Semesterarbeit zu fotografieren, so werde ich wohl auch in einer Studienarbeit auftauchen!

    In der Mittagspause genoss ich die herrliche Sonne bei klarem Himmel in einem Park, ass mein Lunchpaket und setzte mich noch fuer 1 Stunde in mein Stammcafe - dies ist immer auch noch eine Gelegenheit die Toilette zu benutzen, weil ich das in den Einrichtungen nicht gern mag.

    Im Lugar war heute wieder Sport angesagt und ich ging mit einer Gruppe von 6 mit Diego auf den Platz, ein mal rundherum und wieder Basketballtore werfen. Heute habe ich mich mehr mit Gaby befasst, die vom Rollstuhl aus Baelle faengt und zurueckwirft.
    Es gab wieder einen Zwischenfall mit TaTa, die beim Tee vor Wut (oder was auch immer) auf den Tisch hieb und alle mit ihrem Tee bespritzte. Alle waren verstoert, TaTa wurde rausgefuehrt und dann erst mal alle und alles gereinigt und getrocknet, bis wieder einigermassen Ruhe einkehren konnte. Mir wurde dann erklaert, dass Monica, die ich immer als eine integrierende und fuersorgliche Frau gesehen habe, mit manchen ihre Probleme hat und diese hinterruecks - wie auch immer - aergert. Ich werde mal ein Auge auf die beiden haben.

    Donnerstag, 4.10.12
    Morgens schon in der Sonne gelegen (muss mich immer noch daran gewoehnen, dass sie hier andersherum wandert!) und dann zu Fuss zur Arbeit gegangen, vorher noch Kaffee getrunken und Zeitung gelesen! Als ich in meinen Sommersachen ankam, haben Estela und Sylvia gefeixt, fuer mich waere es schon Sommer. Leider musste ich mir dann auch einen Pullover drueberziehen, weil es in den Raeumen immer kalt ist, die Fenster sind offen und es zieht. Schade, aber wir haben auch einen grossen Teil im Garten zugebracht.

    Zuerst wurden wieder die kleinen Teppiche weiterbearbeitet (Stoffreste werden in Streifen geschnitten und auf einer Plastikmatte mit Knoten befestigt. Alle diese "Kunstwerke" werden im Oktober bei einer Veranstaltung verkauft). Andere haben fluessige Seife in Formen gegossen und in selbsthergestellte Behaelter drapiert, andere malen Koerbchen an oder wickeln Kordeln um Flaschen und bemalen diese, Spiegel werden dedoriert, Pappblumen hergestellt - eine wahre Vielvalt.

    Danach stand Choreografie auf dem Stundenplan, eine asiatische Kampfszene wurde improvisiert, drei Kaempfende, 1 Nummerngirl, eine Ansagerin wurden auserkoren und haben ihre Rollen geuebt, ich habe es in Videoform aufgenommen. Es gab viel Gelaechter, aber auch ernsthaftes Arbeiten. Es ist erstaunlich, wieviel noch ueber den Chaplinfilm der letzten Woche gewusst wurde. Der Hoehepunkt war dann ein Tangotanz, den Gaby in ihrem Rollstuhl mit Mathias tanzte. Gaby war schon einmal mit einer Gruppe in einem Theater gewesen, wo diese in die Handlung mit eingebunden waren und es ist ihr grosser Traum, Tango zu tanzen. Es war sehr anruehrend, mit welcher Anteilnahme und mit wieviel Gefuehl dies ausgefuehrt wurde.
    Wieder ein Arbeitstag mit viel Gefuehl und Freude - auch fuer mich!

    Um 19.00 Uhr konnte ich dann mit Claudia zu ihrer Yogastunde fahren, es tat sehr gut. Sie hat ihr Haus - wie Claudia sagt - in einer sehr schoenen Wohngegegend, wo lauter junge, alternative Leute wohnen sollen. Allerdings sah es aus, wie sehr abgelegen mit unbefestigten, staubigen Strassen - aber diese Bewertung ist wohl rein westlich!

    Freitag, 5.10.12
    Heute macht Claudia einen Ausflug in die Umgebung und ich bin vorerst allein. Gladys ist krank und so bin auf mich gestellt - auch ganz schoen. Ich plane, Sonntag und Montag nach Belgrano zu fahren, weiss aber noch nicht genau, wie das mit Bus und so geht.

    Im Lugar habe ich dann erfahren, dass ich in das Event mit eingebunden wuerde, an dem die ganzen gebastelten Sachen verkauft werden. Am 19./20. Oktober werde ich also einen Einsatz haben. Ansonsten verlief die Arbeit ohne grosse Zwischenfaelle, Pausen fuellte ich mit einem Teil des Memoryspiels, das mir meine Kolleginnen zum Abschied gebastelt hatten.

    Nach der Arbeit hatte ich - bei der enormen schwuelen Hitze - enormen (!) Bierdurst. Dafuer machte ich einen Umweg, erkundete meinen Fussweg in die Hauptgeschaeftsstrasse und setzte mich in eine ziemlich ungemuetliche Bar an die Strasse, das Bier schmeckte hervorragend.
    Natuerlich entlud sich ein Gewitter, das nachts wohl noch einige Male hin- und hergezogen ist. Durch den vielen Regen sind bei uns im Haus einige Stromanschluesse defekt - auch Internet faellt aus.

    Samstag, 6.10.12
    War noch recht unentschieden, was ich heute mache - den Plan mit Belgrano und La Cumbrecita habe ich aufgegeben, da das fuer so eine kurze Zeit sich nicht lohnt, aber auch Cordoba lockt micht nicht so sehr, da der Himmel noch wolkenbehangen ist und ich um 17.00 Uhr eine Verabredung mit einer Frau habe, die mehrere Jahre in Deutschland gelebt hat. So lasse ich es heute gemuetlich an, mache - wie sonst in Darmstadt ueblich - meinen Samstagsstadtbummel in Villa Allende und kann dann noch eine Siesta machen.
    Da Gladys noch krank ist, habe ich vorher noch unser Bad gereinigt.

    Am Abend bin ich ja zu einer 50. Geburtstagsfete miteingeladen, wo laut Claudia getanzt wird!

    Das Gespraech mit der Frau - Lida Constantino - war irgendwie zaeh. Sie wohnt in einer Seitenstrasse direkt neben der Hauptgeschaeftsstrasse in einer dunklen Wohnung, die sehr einfach und auch alt eingerichtet ist. Lida ist 70 Jahre alt und hat von 1968 - 1970 in Deutschland in der Erforschung der Kinderernaehrung mitgearbeitet. Sie hat in Cordoba eine Wohnung, die sie vermietet, davon kann sie ihr Hobby, das Reisen, verwirklichen. Sie war nie verheiratet, hat aber einen Lebensgefaehrten, mit dem sie nicht zusammenlebt. Sie freute sich, einmal wieder deutsch sprechen zu koennen. Ueber die politische Situation beklagte sie sich sehr, die Inflation sei jetzt bei 25 % angelangt, dies wuerde jedoch von der Regierung negiert. Die Preise muessen in den letzten Jahren in Argentinien wahnsinnig gestiegen sein, die Loehne sinken jedoch z.T. eher, hier liest man auch laufend von Demonstrationen - vor allem bei den kommunalen Angestellten - dazu. In meinem Reisefuehrer steht noch, dass Argentinien ein preiswertes Land sei, die Waren in den Geschaeften sind jedoch inzwischen genauso hoch wie bei uns!

    Auf dem Rueckweg nach Hause schaute ich noch bei einer Karateveranstaltung vorbei, bei der auch die hiesige Musikschule mit Vortraegen vertreten war. Ich sah noch die beeindruckende Abschlussveranstaltung an, bei der ca. 100 Kaempfer auf Kommando ihre Formationen zeigten, es steckte eine enorme Energie dahinter.

    Um 21.00 Uhr holten wir Claudias 3 Freundinnen ab, um zu Olgas Geburtstag zu fahren, fast 1 Std. Fahrt nach Cordoba rein. Gefeiert wurde in einem Haus der Fest und es ging eigentlich genauso zu wie bei uns - vielleicht ein wenig lauter! Man sass an Achtertischen , Fingerfood wurde gereicht und Rotwein, Wasser und Cola getrunken. Empanadas eignen sich hervorragend, dann gab es eine Wurst/Schinkenplatte (sehr lecker - das fehlt mir ein wenig), eine Mitternachtssuppe und zum Abschluss Petit Fours. Natuerlich wurden Vortraege zur Person, auch mit Film gehalten und die Tochter tanzte mit ihrem Partner mehrere Taenze, sie arbeitet am Theater, und dies war eine perfekte Show. Ja, und dann wurde tatsaechlich getanzt, leider kein Tango oder Salsa.... aber immerhin, und Claudia lernte ich von dieser Seite kennen, es ist ihre Leidenschaft, was uns dann auch bis zum Schluss (4.00 Uhr) dort hielt!!!!

    Sonntag, 7.10.12
    Eigentlich wollte ich nach Cordoba in Museen, sogar Josef konnte ich dazu animieren, leider machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung, es hoerte nicht auf. Unser Swimmingpool ist fast am Ueberlaufen.
    Tja, morgen ist auch noch ein Feiertag, fuer heute beschraenkte ich mich auf Spanisch lernen, Fotos heraussuchen fuer Un Lugar, Mittagsschlaf halten und basta!
    Josef hat sich mit den Soehnen auf den Weg zu einem Rugbyendspiel gemacht.

    Kommentare

  • 08Oct 2012

    6 4. Woche schon 08.10.2012

     

    Beschreibung

    Montag - 8.10.12 - Feiertag
    Und schon wieder Regentag! Heute wollte ich mich aber nicht verkriechen, auch Claudia ermunterte mich, nach Cordoba zu fahren, Regentage sind Museumstage. Allerdings sind normalerwise montags die Museen geschlossen, da aber ein langes Wochenende ist hatten zumindest einige geoeffnet. Um die Mittagszeit wurde es auch mal kurz besser und die Sonne schaute hervor, so dass ich die Kilometer gut laufen konnte und die stadt dadurch wieder etwas besser kennengelernt habe. Leider hatte der Kunsthandwerkermarkt schon gestern wegen des Regens aufgegeben, aber im Museo Ferreyra hatte ich Glueck, Museum der schoenen Kuenste. Was mich allerdings am meisten interessiert hat, war nicht das Schoene sondern eher das Schreckliche, naemlich Gemaelde unter dem Titel "manos anonymos" zu dem Thema der misshandelten Frauen in der Diktatur. Verschleppte Kinder und das thema der Kinder, die damals weggenommen und an Regierungstreue gegeben wurden, Kinder die z.T. heute noch nichts ueber ihre Identitaet wissen.
    Mittags goennte ich mir ein ausgiebiges Mahl, ein wunderschoenes (!) Steak ganz nach meinem Geschmack! Josef sagte abends: von dem Geld habe ich das ganze letzte Wochenende gelebt - und das war viel! Man goennt sich ja sonst nichts!

    Dienstag, 9.10.12

    Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und der Swimmingpool lief tatsaechlich ueber..... Aber auf den Strassen flossen die reinsten Fluesse, ich haette gar nicht zur Arbeit laufen koennen, weil alles ueberlief! Claudia fuhr mich dann freundlicherweise hin. Jetzt gegen Abend wird der Himmel aber hoffnungsvoll blau.

    Abends noch Kino, ein Film ueber den Genozid der Hutu und Tutsi in Ruanda, diesmal in engischer Sprache mit spanischen Untertiteln.

    Mittwoch, 10.10.12

    Heute wieder Fruehdienst bei Naranjo, war aber ein wenig frustriert, weil irgendwie nicht genug Arbeit da war. wenn ich schon 4 Stunden auf den Beinen bin, will ich wenigstens was schaffen! Kontakte knuepfen sich hier langsam, weil mir die Verstaendigung mit Argentiniern eh noch schwerfaellt, aber die hier Arbeitenden sind eben noch einige Schwierigkeitsstufen hoeher!!!

    Die beiden Stunden Mittagspause habe ich in einem kleinen lokal verbracht mit dem Tagesmenue, das aus Hamburgern mit Fritten bestand.danach gab s noch einen Flan und kaffee wieder in der Sonne. Die Tageszeitung meldete - auf der vorletzten Seite - den Besuch von a. Merkel in Griechenland, auch innenpolitische Meldungen findet man kaum auf der 1. Seite. Dass man hier mit der aktuellen Regierung nicht zufrieden ist, hatte ich wohl schon geschrieben.
    Die Armut ist ueberall zu sehen, vor allem staune ich ueber die alten Autos (R4, Enten, Fiat 500, alte Fords), die leider auch in einem sehr schlechten Zustand sind. Es soll wohl so etwas wie TUEV geben, aber nur unregelmaessig! Ramponiert sind die Autos wegen der Fahrweise, es wird kaum geblinkt, von allen Seiten ueberholt, rechts vor links funktioniert nach dem Motto: wer am mutigsten ist oder das aeltere Auto hat! Natuerlich leiden die Autos auch durch die vielen Schlagloecher bzw Ablaufrinnen, die wie Strassenschwellen zum Langsamfahren anhalten.

    Bei der Arbeit tritt fuer mich gerade eine kleine Motivationspause ein..... Mein Spanisch wird einfach nicht besser und ich bleibe weiterhin eine fast stumme Assistentin.

    Donnerstag, 11.10.12
    Danke fuer die Zusprueche bezueglich der spanischen Sprache! Ingrid troestet mich mit ( Wissens- oder Sprach-)Plateau... das sehe ich hier nur an den Schuhen, alle haben Plateausohlen, ich habe jedoch absolut flache Schuhe!!!! Aber etwas Hoffnung habe ich schon noch, es sind noch 5 Wochen, bis ich Fritz "beweisen muss", dass ich ausser Erfahrungen auch noch sprechen gelernt habe:-)

    Jedenfalls mit dem besseren Wetter kehrt auch die Zuversicht zurueck - und wie Florian so schoen troestet, die Behinderten freuen sich ueber ein Lachen und einfach, dass ich da bin.

    Freitag, 12.10.12

    Heute hatte ich wieder Interview mit Augustin, ich bin zufrieden mit allem - alle sind zufrieden mit mir, was will ich mehr. Augustin hat fuer mich arrangiert, dass ich im Naranjo an einem anderen Tag eingesetzt werde, wo ich wieder Milanesas produzieren , d.h. richtig arbeiten kann:-)

    Nach der Arbeit war ich heute nochmal kurz einkaufen, meine Flasche Wein und Kleinigkeiten, dabei ist mir wieder aufgefallen, dass jedes 2. Modegeschaeft ein Sportgeschaeft ist. Tatsaechlich ist Sportbekleidung anscheinend das Meistgekaufte, d.h. fast jede/r laeuft in Trainingsklamotten herum. Von Chic ist nicht viel zu sehen, jeder laeuft sehr praktisch und laessig herum. Eigentlich fuer mich ein Horror - aber es ist auch entspannt.
    Eigentlich wollte ich heute zu einem Konzert in der Casa de la Cultura, aber irgendwie habe ich mir beim Yoga gestern Abend wohl eine Muskelzerrung oder so geholt und ausserdem will ich noch die Fotos fuer die Exposicion vorbereiten, die ich morgen in Cordoba abziehen lassen will.
    Heute Abend hatten wir einen Stromausfall total, was hier oefter vorkommen soll.

    Samstag, 13.10.12

    Bei herrlichem Wetter nach Cordoba gefahren, vor allem, weil ich Fotoabzuege fuer Un Lugar en el Mundo machen wollte, leider klappte das mit den Medien nicht so, wie ich hoffte. Kaufte also lediglich einen Memorystick, damit ich Fotos darauf laden kann.

    Beim Essen beobachtete ich das Treiben in der Strasse, sobald man sich an einem Tisch im Restaurant niederlaesst, kommt jemand und legt einem irgendein Teil auf den Tisch, fuer das er dann Geld erwartet. Ab 13.30 h leeren sich die Einkaufsstrassen, da in Cordoba die Geschaefte um 14.00 h schliessen (ich erinnere mich an diese Zeiten in Darmstadt!!!), es wird dann oede. Ich hoffte, in der Calle Belgrano den Kunstmarkt sehen zu koennen, aber dieser oeffnet die Tore erst ab 17.30 h, und das war mir dann doch zu lange. Ein wenig Zeit verbrachte ich noch im Voelkerkundemuseum, das aber nur sehr wenige Ausstellungsstuecke aus vielen suedamerikanischen Laendern enthaelt. Hat sich nicht wirklich gelohnt.

    Ich traf mich dann noch mit Josef zum Kaffee und wir "fachsimpelten" ueber das Leben im Allgemeinen und Reisen und wie Reisen bildet im Besonderen! Dabei tauchte auch die Frage nach dem Eingehen auf Bettler auf, durch Indien bin ich inzwischen recht hart demgegenueber geworden. Wie organisiert ist hier die Bettelei und hilft man den Menschen nicht auch, wenn man trotzdem spendet!?

    Sonntag, 14.10.12

    Heute ein absolut fauler Tag in der Sonne mit spanischer Lektuere - es soll heute abend noch regnen, da will ich den Tag nutzen. Heute abend gehen wir zur Folklore-Tanzveranstaltung.

    Montag, 15.10.12

    Kommentare

  • 15Oct 2012

    7 5. Woche - wie die Zeit vergeht! 15.10.2012

     

    Beschreibung

    Montag, 15. 10.12

    Heute war wieder ein langer Tag, bei Naranjo Kekse zusammengeklebt zu Alfajores und noch ein wenig Knabbereien in Tueten abgefuellt... Danach zu Mittag in der Bar gegenuebern vom Lugar gegessen, es gab Lomito: flach geklopftes Steak mit Kaese- und Schinkenscheibe plus Spiegelei belegt, dazu Pommes, war lecker - bis auf den Kaese, den ich entfernt habe! Da ich dort einen Platz an der Sonne habe, verbrachte ich fast meine ganze Mittagspause dort. Beim Lugar durfte/musste ich heute mal alle allein beschaeftigen, damit die Erzieherinnen die Waren fuer Samstag fertig dekorieren und verpacken konnten. Ich habe mit ihnen verschiedene Ballspiele gespielt, vom einfachen Fangen ueber Fussballern, Boule, Jonglieren (!) bis zur Aufstellung von 2 Teams, die Baelle in Schuesseln werfen sollten. Dies war spontan und ich habe einfach gemacht, was mir einfiel. Einige haben tapfer durchgehalten, es hat Spass gemacht, aber mir war klar geworden, dass manche zu kompliziert waren.

    Um 17.00 h habe ich mir freigenommen,um mir bei einem Arzt ein Rezept zu holen, nicht, dass dies jetzt wichtig waere, aber es ist schon ein Unterschied zum Arztgehen in Deutschland! Ich bezahlte an der Rezeption ca. 12 Euro, wurde vom Arzt sehr freundlich begruesst - und mit "du" angesprochen, die bekannten Patienten wurden mit Kuesschen begruesst. Als er hoerte, dass ich als Volontaerin arbeite, suchte er mir gleich Proben hervor, um mir weitere Kosten zu ersparen!

    Auf dem Rueckweg kam der Bierdurst - und welch ein Wunder: Josef hatte dieselbe Idee und eine Flasche mitgebracht!

    Heute Abend habe ich Jeronimo, der Physiotherpeut ist, gleich mal die erste Behandlung "abgehandelt" zum Preis von 10 Euro! Allerdings muss ich wohl laenger auf einen Termin warten!

    Dienstag, 16.10.12

    Ja, irgendwie wird es jetzt eintoenig, das Leben hat sich eingespielt, alles ist irgendwie normal geworden. Ich lebe meinen Rhythmus, nehme alles wie es kommt und fuer ein Reisetagebuch gibt es nichts Neues mehr.

    Ich habe Gladys, die Hausangestellte, mal gefragt, wann sie in Rente geht: Da sie 57 Jahre alt wird, hat sie noch 3 Jahre zu arbeiten (dachte ich so!), aber sie bekommt keine Rente, sie hat quasi 20 Jahre hier gearbeitet und wird wohl bis sie nicht mehr kann hier arbeiten muessen, da sie keine Rentenasprueche hat. Sie ist wirklich eine Perle und erledigt alle Arbeiten ein wenig so wie "nebenbei", kocht fuer uns leckere Mahlzeiten, taut Kuehltruhen ab, putzt Fenster, buegelt (fast alles), .... und hat immer gute Laune.

    Heute bin ich vormittags gleich in Zentrum von Villa Allende gefahren, um endlich meine Fotoabzuege zu machen, was nun auch geklappt hat. Im Lugar herrscht nur noch Hektik wegen der Exposition, es werden noch die letzten "Waren" fertiggestellt, eingetuetet und gehortet, damit sie am Freitag an den Ort der Ausstellung transportiert werden koennen. Die Schueler haben sich gleich auf die Fotos gestuerzt und sich darueber gefreut. Wir haben besprochen, wie wir die Fotos praesentieren wollen und einigten uns auf eine Styroporplatte, die ich mit einem Satinstoff bespannt habe und mit dem Logo und den Bildern versehen habe. Das ganze wird dann spaeter einen Platz im Lugar finden.

    Kino fiel heute aus, das Claudia - ziemlich kurz entschlossen im Nachtbus nach Buenos Aires gefahren ist, um ihre 96jaehrige Tante, die wegen einer Herzschwaeche im Krankenhaus ist - evtl. zum letzten Mal - zu sehen.
    Josef brachte einen "Kollegen" vom FSJ mit, der auch bei den Redemptoristen arbeitet, und wir tauschten unsere Erfahrungen aus und assen dann zusammen.

    Mittwoch, 17.10.12

    Heute frueh wieder die Sonne genossen und einen erfolgreichen Halb-Arbeitstag hinter mir.

    Donnerstag, 18.10.12

    Donnerstags ist bei Narajano Milanese-Produktionstag, d.h. die Fuellungen in die Teigscheibchen geben. Heute gab es richtig viel zu tun, wobei ich dann auch Fuellungen hatte, die sehr viel Fluessigkeit enthielten und schwierig zu verschliessen waren. Die Milaneses werden entweder in der Pfanne mit viel Fett gebraten oder im Backofen gebacken, sie sind - wider Erwarten - sehr lecker. (Soja!!!! - kann das schmecken?)

    Meine 1,5 stuendige Mittagspause habe ich wieder dringend gebraucht und in meiner "Stammbar" Salchichas gegessen, die waren wirklich fett, schmeckten aber mit dem Kartoffel-/Kuerbispuerree trotzdem sehr lecker. Ich wurde aus Deutschland bereits nach guten Rezepten gefragt: Irgendwie finde ich das Essen hier nicht so ausgefallen oder besonders erwaehnenswert. Gladys kocht zwar gut und es schmeckt alles gut, aber ob ich davon etwas uebernehmen werde, weiss ich noch nicht. Wahrscheinlich ist es nicht exotisch genug - wie z.B. das indische!

    Meine Nachmittagsschicht war heute wieder lebhaft, erst haben wir "Salon de Bellesse" gemacht und den Damen die Fingernaegel lackiert, die haben dann eine Stunde lang still am Tisch gesessen und gewartet, bis die Naegel trocken sind! Es gab auch noch Massagen, die Maenner mussten wir ein paar Mal hinauskomplimentieren, sie wollten auch rote Naegel haben:-) Es hat mich gewundert, dass hier der Koerperkontakt moeglich war, sonst sind die meisten eher abwehrend.
    Danach wurde dann wieder an unserem Theatertstueck "Kampfsport" gearbeitet und weil der eine "Hauptdarsteller" fehlte und keiner ihn ersetzen wollte, sprang ich ein, was mit grossem Applaus honoriert wurde. Beim Salsatanzen war auch gute Stimmung, da kommen dann auch diejenigen aus sich heraus, die sonst eher zurueckhaltend sind.

    Es ist zu verfuehrerisch, abends auf dem Vorplatz ein Bier zu trinken, Josef meinte schon, ob jetzt die Sucht eingekehrt ist!? So gegen 19.30 h wird es dann aber doch frisch, sobald die Sonne im Osten untergegangen ist.

    Morgen habe ich frei, da nur die "Waren" vom Lugar zum Ausstellungsort transportiert werden und genuegend MitarbeiterInnen vorhanden sind. Ich habe dann am Samstag vormittag Dienst. Evtl. werde ich dann morgen nach Cordoba fahren, es gibt so etwas wie eine Buchmesse.

    Aergern tun mich meine Lippen, was wie ein Sonnenbrand aussah, kommt jetzt wie Herpes heraus, es tut weh und ist unangenehm. Jetzt habe ich mich mit allen Sonnenschutzmitteln versehen, man ist dem Aequator einfach wesentlich naeher.

    Freitag, 19.10.12

    Ein wunderbarer Tag, den ich im Garten lesend verbringe, bis ich mich dann endlich durchringe, doch nach Cordoba zu fahren um dem Verlust meiner Kamera nachzuspueren. Ich hatte sie am letzten Samstag beim Cordobaausflug verloren/oder sie wurde gestohlen - ich weiss es nicht und kann es auch nicht nachvollziehen, da ich sie immer in meiner Tasche hatte und diese am Koerper. Es ist jedenfalls passiert und ich will in dem Cafe, in dem ich mich mit Josef getroffen hatte, nachfragen.
    Ich fuhr bei herrlichstem Wetter los, sah aber schon bei der Ausfahrt aus Villa Allende, dass auf der anderen Seite schwere dunkle Wolken heranzogen. Es ballte sich so richtig zusammen und fing dann auch bald an zu regnen, bei Ankunft in Cordoba kam dann dicker Hagel dazu und deftige Regenfaelle, die Strassen waren in minutenschnelle vollkommen unter Wasser und die Stroeme flossen nur so die Abhaenge herunter. Ich war in Sandalen und kurzen Hosen und mein Entschluss stand bald fest: Ich fahre bis zum Terminal mit und direkt wieder zurueck nach Villa Allende - obwohl die Sonne bald wieder durchkam und es auch noch warm war, aber ich haette mit den Fuessen im Wasser gestanden! Ja, so habe ich dann einen interessanten Nachmittag (3 Stunden) im Bus verbracht und viel gesehen!!!!

    Da Josef abends noch zu einer Parilla an seinem Arbeitsplatz wollte, schloss ich mich seinem Fussmarsch an und besuchte den Musikabend mit Percussionsbands, u.a. war die Gruppe "Cajoneros de Naranjo" dabei, d.h. meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Naranjo waren alle da und sogar die Praesidentinnen von Apadro, der Hilfsorganisation, der Naranjo angehoert. Es war sehr unterhaltsam und ich war froh, dass ich mich aufgerafft hatte. Was fuer mich immer noch auffaellig ist, ist die Begruessungskuesserei: Jeder wird mit einem Kuss auf die rechte Wange begruesst - jeder und jederzeit.
    Eigentlich hatte ich danach noch Lust auf ein Bier, nahm dann aber doch ein Taxi nach Hause.

    Samstag, 20.10.12

    Heute ist der grosse Tag der Verkaufsausstellung von Lugar en el Mundo. Ich habe immer noch nicht gelernt, total gelassen zu sein: Punkt 8.20 h stand ich an der Bushaltestelle, nach 10 Min. sagte mir ein joggender Mann, der Bus sei bereits vorbei, ich sollte zur naechst groesseren Haltestelle laufen (15 Min.), was ich fluchend tat; dort wartete ich weitere 15 Min., bis der Bus dann kam und mich 9.05 h vor den Toren des Festhauses absetzte. Es war aber noch niemand da, als die erste kam, musste erst dem Schluessel nachgeforscht werden, der dann von einem Stadtangestellten gebracht wurde. Am Abend vorher war die "Ware" aufgebaut worden, wir trugen aber alles nach vorn an die Strasse, um naeher am Publikum zu sein. Hauptsaechlich kamen Kaeufer aus dem Kreis der Verwandt- und Bekanntschaft, aber Freddy lockte mit seinen Bonbons auch andere Kunden an. Er machte das mit viel Charme:-) und Kusshand.
    Leider begann es gegen 12.30 h zu regnen und es musste wieder alles eingeraeumt werden. Um halb zwei leerten sich die Strassen und wir beschlossen erst mal zu schliessen und um 17.00 h wieder zu oeffnen.

    Ich konnte in den Supermarkt und noch einige Einkaeufe erledigen. Fuer Josef sollte ich Quark fuer den Muttertagskuchen mitbringen, habe aber leider eine Packung Kaese gekauft. Er hat Probleme damit, deutsche Rezepte mit argentinischen Produkten umzusetzen, da es nicht alles gibt.

    Heute abend wird es wohl ein Heimabend werden, da das Konzert in der Municipalidad so was wie Blasmusik ist.

    Sonntag, 21.10.12 - Muttertag in Argentinien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 21Oct 2012

    8 Bergfest 21.10.2012 Argentinien —

    Villa Allende, Argentinien

    Beschreibung

    Sonntag, 21.10.12 -Muttertag

    Claudia ist morgens gg 8.00 h aus Buenos Aires zurueckgekommen und als ich in die Kueche kam, lagen Fleisch- und Wurstpackungen auf dem Tisch zum Auftauen. Aha, sieht nach Asado aus! Eigentlich hatte ich Cordoba eingeplant, Josef half mir dann aber bei der richtigen Entscheidung! So nach und nach trafen die Soehne ein und begannen, in der Kueche mit ihren Vorbereitungen. Der tisch wurde draussen gedeckt und der Grill beim Nachbarn angefeuert (diese waren nicht zu Hause und bei schlechterem Wetter ist es ueblich, den Grill zu "verleihen". Alle Fleischstuecke (Wuerste, haehnchen, rindfleisch aus unterschiedl. Teilen und Provolonekaese, der auf Keramikfliesen gegrillt wurde) kamen gleichzeitig aufs Feuer, was bedeutet, dass auch das beste Fleisch zum Schluss "gut" durchgebraten war, was aber wohl nur Josef und mich gestoert hart. Anfangs wurde die Wuerst in Brot gelegt und als Vorspeise mit einem Glas Rotwein angeboten, danach der Kaese, dann ging es ueber zu den richtigen Portionen. Ausser den Soehnen (deren Freundinnen den Muttertag in ihren Familien verbringen) war noch Claudias Schwester mit Mann und 1 Sohn hier. Diesen haben wir dann zur Freude der Eltern zum Deutsch sprechen gebracht - er hat 12 Jahre eine Schule besucht, die Deutsch als Schwerpunkt hat - und sie haben ihn noch nie sprechen hoeren.

    Montag, 22.10.12

    Wieder langer Tag, bei Naranjo wieder Kekse geklebt und hier und da Hand angelegt, 2 std. Mittagspause und im Lugar mit den Schuelern auf dem Sportplatz gewesen - diesmal nur mit einer jungen Frau zusammen, die zurzeit aushilft, da Diego Zahnschmerzen hatte. Habe auch die Zeichenstunde selbstaendig gemacht und mal versucht, der blinden Frau vorzulesen. Sie hat herzlich gelacht - wohl ueber meine Aussprache aber auch ueber den Inhalt.

    Der Verkauf am Samstag war wohl erfolgreich, alle waren zufrieden. Beilaeufig habe ich dann von Clara erfahren, dass der eine Behinderte, Emanuel, der Sohn der Leiterin Estela ist. Von einer familiaeren Beziehung hatte ich nichts gespuert! Ein anderer mit Down Syndrom ist der Sohn der Kuechenfrau, ein sehr liebenswerter. Ich hoffe jetzt so nach und nach mehr ueber die Schicksale der Menschen zu erfahren.

    Dienstag, 23.10.12

    Heute habe ich mal begonnen, mir ernsthaft Gedanken um unsere Weiterreise zu machen, denn so manche Hotels oder Bus- bzw. Flugreisen muessen gebucht werden. Claudia hat mich ein wenig beraten, aber im Augenblick erscheint mir alles noch ein wenig unuebersichtlich. Wir wollen (bzw. ich) gern in den Norden, Salta und noerdlicher, dann zurueck ueber Cordoba nach Buenos Aires, Colonia in Uruguay und die Wasserfaelle von Iguazu. Mal schauen, wie viele Strecken wir per Nachtbus schaffen!?

    Die Arbeit war ok im Lugar, es gab wieder Basteleien und Volkstanz mit Clara und Gabriel.

    Abens im Kino, ein franzoesischer Film "Schnee am Kilimandscharo" (nicht der bekannte alte, sondern ein neuer mit anderem Thema), den ich entgegen der deutschen Kritik ganz gut fand. Die mitbesuchenden Argentinier sind von diesen Filmen sowieso immer begeistert!

    Mittwoch, 24.10.12

    Nachts war es so kalt, dass ich mir wieder saemtliche Decken ueberlegen musste, bis ich warm wurde, aber mittags gegen 11 h wurde die Sonner schon wieder unertraeglich heiss. Heute fiel mir besonders auf, dass der Fruehling spriesst, die Baeume werden immer gruener und die Blueten wunderschoen. Es wird in den Zeitungen berichtet, dass es in diesem Fruehjahr uebermaessig viel Regen gab, viele Ueberschwemmungen mit Zerstoerungen von Strassen und Ufern, aber man freut sich darueber.
    Zeitunglesen beim Mittagskaffee: es erstaunt mich immer wieder, auf der letzten Seite werden Verbrechen beschrieben, wo die Leute mit Namen und Foto gezeigt werden und die Einzelheiten voll ausgeschlachtet werden.

    Heute im Lugar hatte ich das Gefuehl ueberfluessig zu sein: Die eine Frau, die 4 Wochen einen anderen Job gemacht hat, kam wieder und ihr Ersatz ist noch bis Freitag bei uns. Manchmal kommt es mir vor, als wuerde nur ich arbeiten und die anderen ihren Mate trinken! Ganz so ist es natuerlich nicht, die Profs, die stundenweise kommen, machen natuerlich ihre Arbeit, aber es gibt andere, die wohl fuer allgemeine Arbeiten angestellt sind, und die manches wichtiger finden als sich zu kuemmern. Aber das sehe ich wohl immer noch ein wenig zu deutsch:-)
    Ich lerne immer noch an der Gelassenheit - nicht einfach!

    Auf dem Sportplatz treffen wir immer wieder auf junge Maedchen, die sich dann mit den Schuelern gern unterhalten, heute haben sie direkt die Runde mit uns gedreht, werden von den Maennern eingehakt und unterhalten; eine fremde Frau kam dazu, unterhielt sich - als ob sie sich seit Jahren kennen - mit Gaby im Rollstuhl , ohne Beruehrungsaengste und sehr freundlich, natuerlich. Wenn ich daran denke, wie die Distanz zu den Behinderten in der Aumuehle in Wixhausen ist. Behinderte sind aber hier im Stadtbild auch ganz normal, fuer meine Begriffe aber sind es einfach sehr viele. Claudia erklaerte das ja durch mangelnde Ernaehrung und Kenntnisse bzw. mangelndes Geld fuer notwendige Untersuchungen und Therapien in der unteren Schicht. Aber nun weiss ich zumindest auch von behinderten Kindern in hoeheren Schichten.

    Donnerstag, 25.10.12

    Heute war es bei Naranjo irgendwie entspannter, ein paar Gespraeche ergaben sich auch mit mir, Manolito, der neben mir arbeitete, wollte wissen, wie ich die Fussballergebnisse einschaetzen wuerde. Leider musste ich zugeben, dass ich davon keine Ahnung habe.
    Die Herstellung der Milanesas lief etwas langsam, da die Teighersteller und -ausstecher nicht nachkamen, dadurch entstand viel Leerlauf. Zu guter Letzt habe ich meine eigene Bestellung selbst produziert:-) (Roquefort mit Schinken-Fuellung). Jeder geht seiner Aufgabe nach, wenn jemand Wichtiges fehlt (wie der Ausstecher) laeuft nichts mehr. Ich bot mich dann an, diese Aufgabe zu uebernehmen - was begruesst wurde.

    Mein Mittagessen in der Bar war hervorragend, so richtige Hausmannskost: Rinderbraten mit Kartoffelbrei, sehr lecker. Ich wurde wieder vom Franzosen und seinen Freunden begruesst.

    Der Nachmittag verlief ruhig, wir haben mit Clara und Miriam wieder Theaterstunde gehabt - fuer mich war es entspannt. Es gab lediglich lebhafte Gespraeche ueber das Golfturnier, zu dem 3 Maenner aus dem Lugar eingeladen sind. Sie hatten schon ihre Koffer gepackt und sind abends noch nach Mendoza gefahren. Sie sind vom Golfclub Buenos Aires eingeladen und erhoffen sich Pokale.

    Abends waren wir noch zum Yoga, was mir sehr gut getan hat, da ich sehr verspannt bin.

    Freitag, 26.10.12

    Heute war ein richtig heisser Tag, ab 11.00 Uhr kann man es in der Sonne nicht mehr aushalten, aber der Garten bietet auch genuegend Schattenplaetze:-)

    Im Lugar fehlten heute einige, Silvia und Gaby, die Sprachpaedagoginnen fuehrten ihr Singspielprogramm durch und - heute frueh war Teambesprechung fuer die kommenden Festtage und Ereignisse - eroeffneten die Weihnachtsbastelei. Als Baumschmuck wurden die kleinen Wasserbomben aufgeblasen, verknotet und mit Bindfaden beklebt. Sie waren alle mit grossem Eifer dabei und ich wundere mich immer, was fuer kleine Kunstwerke bei so kniffligen Arbeiten herauskommen. Ich habe mit Soledad, der blinden Frau im Rollstuhl gearbeitet, ihre Finger in den Klebstoff getunkt und den Ballon damit bestrichen, damit sie ein Gefuehl fuer das Material bekommt.
    Weiterhin habe ich mich mit Fabian beschaeftigt, der sich eigentlich "aus allem heraushaelt", ihn habe ich mit Pfeifen und Kuckuck-Rufen ein wenig aus der Reserve gelockt. Zum Schluss steckt sich Fabi immer etwas ein (eine Zeitung oder Katalog) um es in der Hosentasche "hinauszuschmuggeln". Auf meine Frage, was er denn am Wochenende machen wuerde, ob er die Bilder in der Zeitung in der Hosentasche ansehen wuerde, lachte er ganz verschmitzt. Auch hatte ich heute meine grosse Kamera mal dabei und alle waren wieder bei der Sache, ich moechte gern jedem ein schoenes Foto zum Abschied schenken und habe schon eine grosse Auswahl.

    Heute Abend eroeffnete Claudia Josef und mir, dass - wie bei allen ihren Gaesten - von uns erwartet wuerde, ein Essen (deutsches) zuzubereiten. Wir haben uns gleich mal zusammengesetzt und ueberlegt. Josef hat ein handgeschriebenes Kochbuch von seiner Mutter mitbekommen und Thueringer Kloesse vorgeschlagen, ich hatte an Rouladen gedacht. Wenn wir allerdings fuer 12-15 Leute kochen sollen, wird das ein wenig teuer. Es sind nur noch 2 Wochenenden, die uns dafuer zur Verfuegung stehen, wir waren alle ein wenig traurig, dass die Zeit bald um ist.

    Freude: Ulrike teilte mir heute mit, dass sie nun auch Skype hat, da werden wir morgen oder uebermorgen wohl mal ausgiebig quatschen!!!!

    Samstag, 27.10.12

    Ein Samstag mit Josef! Wir nahmen den Fonobus und wollten besonders schlau sein und eine Haltestelle nehmen, die unserem Ziel - einem Museum - naeherlag als der normale Ausstieg. Der Busfahrer teilte uns jedoch mit, dass wir jetzt bis zur Endhaltestelle mitfahren muessten! So konnte ich mir das Busterminal schon mal ansehen, wo ich fuer die Weiterreise mit Fritz Fahrkarten fuer Langstrecken besorgen muss. Dem Museum fuehlten wir uns nun weiter entfernt und bei der Hitze 6 Blocks zurueckzulaufen war uns zu unbequem - also beschlossen wir einen Zoobesuch, da dieser direkt neben dem Busbahnhof liegt. Als erstes besorgten wir uns jedoch mal ein Bier, das wir gemuetlich im Eingangsbereich tranken. Die vielen Blicke auf uns liessen uns besorgt fragen, ob das evtl. verboten ist - aber in Argentinien macht man alles so lange, bis man darauf aufmerksam gemacht wird, dass es nicht erlaubt ist:-)
    Die Seehunde-Show hatten wir mitgekauft, war jedoch recht einfach und lustlos - wie uns der gesamte Zoo vorkam. Die Tiere waren zum Teil traurige Gestalten, die in Beton- und Steinwuesten - meistens allein oder nur zu zweit - dahinvegetieren muessen. Der Zustand aller Gehege laesst sehr zu wuenschen uebrig, aber die Tiere koennten trotzdem etwas gepflegter sein. Die Tristesse schlug sich auf unsere Stimmung nieder, und auch Josef beschloss, sein Nachtleben nicht in Cordoba beim Zombiewalk sondern zu Hause zu verbringen.

    Claudia kam erst spaet von ihrer Literaturveranstaltung zurueck, so dass auch wir unseren Plan, Tango in Cordoba zu sehen, verwarfen.

    Sonntag, 28.10.12

    So ein wunderschoener Tag - nur Entspannung, Erholung pur. Zum Mittagessen kamen Octavio und seine Freundin - Claudia war nicht darauf eingestellt, aber wir improvisierten gut: Sie hatte am Vortag gruenen Spargel (1 Std.) gekocht!!!!!! Diesen versuchte ich in einen einigermassen schmackhaften Salat umzuwandeln, jedoch hatte er trotz der langen Kocherei total harte Stielteile und die anderen Teile waren total verkocht...... Josef meinte, nur die Eier und der Schinken waere schon gut gewesen als Salat. Tomaten mit Kaese und Basilikum, geriebene Moehren, etwas Schinken und Roquefort - und ein dem Sommerwetter entsprechendes Essen war hergerichtet.
    Octavio hatte inzwischen den Riesen-Rasen gemaeht, Josef einen Zitronenkuchen gebacken, ich habe nach dem Essen das Heu zusammengerecht (aber die Mittagshitze ist schon heftig!) und danach Siesta im Schatten. Claudia hat mir ihr Buch zur Verfuegung gestellt, das in der Literaturstunde besprochen wurde und daran uebe ich mich jetzt, es ist schon hoehere Literatur und ich muss viel nachschlagen.

    So zur Aperitifstunde meinte Josef, ob ich nicht auch Appetit auf einen Gin Tonic haette!? Wir suchten nach Spirituosen und fanden Wodka und Grapefruitlimo, das gab auch ein leckeres erfrischendes Getraenk.
    Wir haben beide diesen Tag sehr genossen!
    Jetzt werde ich noch einige Reservierungen auf den Weg bringen fuer die Weiterreise.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 28Oct 2012

    9 Noch 3 Wochen! 28.10.2012 Argentinien —

    Villa Allende, Argentinien

    Beschreibung

    Montag, 28.10.12

    Von Sturm- und Tsunamiwarnungen gelesen und dachte, davon sind wir weit weg! Aber nach dem herrlichen Wetter gestern kam bei uns am Nachmittag auch Sturm auf, einmal mussten wir vom Garten direkt ins Haus fluechten im Lugar. Die Hitze war heute fast unertraeglich weil feucht, im Naranjo habe ich die ganze Zeit nur Gestoehn gehoert: que calor!! Heute hatten wir dort ein neues Projekt: eine Lunchbox fuer Seminarteilnehmer zusammenstellen. Dafuer wurde diese labbrigen Broetchen mit einer duennen Scheibe Schinken und ebenso duennem Kaese belegt, Mayonaise und ein Getraenk kamen dazu. Danach begann das normale Programm: Alfajores zusammenkleben!

    Mein Mittagessen in der Bar war wieder koestlich - wenn auch wie fast alles hier ein wenig fad. Es gab Kartoffelpastete, Hackfleisch mit Kartoffelbrei geschichtet und viel Fett daran. Einer der Stammkunden sprach mich auch an und ich wunderte mich: Er sah aus wie ein Arbeiter, fehlende Zaehne, ein wenig ungepflegt (womit ich jedoch Arbeitern nicht zu nahe treten will - aber die Schubladen! ) und es stellte sich dann heraus, dass er Chirurg an der Uniklinik in Cordoba war.
    Mit Clara und Miriam im Lugar habe ich heute schon etwas mehr geredet, mich interessiert, weshalb selbst studierte Menschen nicht wenigstens Engisch sprechen - zumindest die aelteren tun das nicht. Auch muessen Mediziner kein Latein koennen. Es kommt halt immer darauf an, in welche Schule man geht oder wie interessiert die Familie an Sprachen ist.

    Claudia fragte ich gestern noch nach Fahrschulen, weil hier so viele Unfaelle passieren. Eigentlich ist es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, aber auf jeden Fall gibt es keine Fahrschulen sondern jeder kann mit Freunden oder Verwandten lernen,meldet sich zur Pruefung an und bekommt den Fuehrerschein! Die Kontrollen und Strafen werden jetzt allerdings immer strenger und hoeher und es gibt auch ein Punktesystem. Im Vergleich z.B. zu Indien, wo auch Verkehrschaos herrscht aber jeder Verkehrsteilnehmer auf den anderen Ruecksicht nimmt, hat hier quasi jeder Vorfahrt! Fast ohne Ruecksichtnahme. Claudia meinte, das Charaktermerkmal fuer Latinos sei, die Grenzen zu ueberschreiten wo andere sich an Gesetze und Richtlinien halten!
    Allerdings muesse die Fuehrerscheinpruefung - je nach Bezirk - alle 2-5 Jahre wiederholt werden!

    Dienstag, 30.10.12

    So - unsere Weiterreise steht auch soweit, ich glaube, im Reisebuero koennte ich nicht arbeiten, was man alles so bedenken muss, wenn man nicht der Reihe nach die Buchungen macht! So kommt es jetzt, dass wir morgens um 5 h mit der Faehre von Uruguay zurueckfahren muessen, damit wir unseren Flug nach Iguazu um 13 h bekommen, weil ich erst den Flug gebucht habe und mir dann die Faehrenzeiten angesehen habe.

    Nach den heissen Tagen vorher ist es ueber Nacht wieder empfindlich kuehl geworden, es wurden wieder Schlafdecken aufgeschichtet! Aber morgens so ab 11 h habe ich schon wieder in der Sonne geschwitzt! Bei der Arbeit hat sich der (vergangene) Vollmond bei mir heute gezeigt, irgendwie war ich gereizt und genervt, dabei habe ich dann auch ein Glas mit dem Pinselreinigungswasser umgeworfen und ein kleines Kind, das zu der einen Aushilfe gehoert, habe ich umgerannt!!!! Beim Tanzen konnte ich mich dann ein wenig abreagieren, Emanuel hat mich wieder aufgefordert, den Chacarera zu tanzen, anschliessend sollte ich Gaby noch im Rollstuhl rocken - sie hat es besonders gern mit mir:-)

    Josef meint, ich wuerde noch lange brauchen, bis ich mich so richtig argentinisch fuehle: Claudia fuhr heute zu einer Freundin aufs Land und hatte mich eingeladen (du kannst von der Arbeit fernbleiben, das sehen die Argentinier nicht so eng!) mitzukommen. Ich habe mich aber dagegenentschieden und so fuhr Josef dann mit, obwohl er mich gern dabeigehabt haette ("sonst bin ich mit 4 Frauen allein!!!!" "Ich bin doch auch eine" - " aber mit dir kann ich dann wenigstens - deutsch - reden" so unser Gespraech heute frueh.

    Unsere Golfer kamen heute wieder zurueck und waren wohl erfolgreich, sie hatten jedenfalls Medaillen gewonnen und waren ganz begeistert. Es war ein langes Wochenende und es gab ein richtiges Unterhaltungsprogramm mit Kino, Sport etc.

    Heute abend geht es nicht ins Kino, den Film "Le Havre" hatte ich auch schon in Deutschland gesehen. Morgen wird es aber kulturell mit Theater in Cordoba.

    Josef hat jetzt ploetzlich eine andere Familie zugewiesen bekommen, was er aber noch so lange hinausschieben moechte, bis ich weg bin. So von heute auf morgen war ihm zu schnell und anscheinend gefaellt es ihm ganz gut, dass er mit mir noch deutsch reden kann :-) und wir immer ein wenig laestern koennen.

    Mittwoch, 31.10.12

    Der Vormittag war wieder herrlich, von 10 - 11 h in der Sonne gelegen, dann in den Schatten gewechselt. Beim Kaffee in der Bar hatte der "Chirurg" seine Schwester mitgebracht, sie ist Englischlehrerin und sollte ein wenig uebersetzen. Es ergab sich ein interessantes Gespraech und wir haben uns fuer morgen mittag zum Essen dort verabredet. Die Politik ist in der Familie wohl ein heisses Thema, sowohl die Zeit der Diktatur wie auch die heutige Politik trennt die Familie! Ich hoffe, dass ich morgen ein wenig mehr darueber erfahren werde.
    Jetzt bin ich anerkannter Stammgast, ich hatte nur einen 100-Pesoschein und mangels Wechselgeld bezahle ich morgen:-)

    Im Lugar lief heute wieder alles ruhiger, obwohl die Musikstunde nicht gerade als ruhig bezeichnet werden kann. Es wird kraeftig auf die Pauken, Trommeln, Faesser geschlagen, dazu gesungen und andere Handinstrumente werden eingesetzt, aber alles im Takt. Der Sportprof kam wieder spaeter und hatte auch wohl wegen der Hitze keine grosse Lust, so dass wir eine Runde um die Arena gelaufen sind, die netten Maedchen liessen sich wieder von Emanuel die Haare "kraulen" und haben die Runde mitgedreht.

    In Aussicht auf eine Massage heute abend habe ich auf das Theater verzichtet, hoffe jetzt nur, dass es auch klappt.

    Donnerstag, 1.11.12

    Tja, m it der Massage hat es n icht geklappt und ich habe mich nachtraeglich geaergert, nicht mit nach Cordoba gefahren zu sein. Aber da ich zurzeit morgens schon immer um 5 h aufwache, tat der Schlaf dann doch gut.

    Im Naranjo hatten wir ausserdordentlich viel Milanesas herzustellen, ich habe mich aber um 12.15 h verabschiedet. In der naechsten Schicht ist eine belgische Volontaerin beschaeftigt.
    Das Mittagessen in der Bar war wieder Salchicha, heute kam war es mir jedoch zu fettig. Guillermo und Felicitas setzten sich dann zum Kaffee zu mir und hauptsaechlich ging es im Gespraech um arg. Fleisch, das lt. Guillermo wegen des Sojaanbaus immer schlechter wird. Geld regiert die Welt und weil China Soja braucht und dies gut bezahlt, wird jetzt in Monokultur die Pflanze angebaut und der Platz den Rindern quasi weggenommen. Es geht dann hier auch um Massentierhaltung, Medikamente etc.

    Im Lugar haben wir wieder Damen-Schoenheitssalon gehabt und danach gab es dann eine Fotosession mit den Damen und auch ein Gesamtgruppenfoto haben wir hinbekommen.
    Abends hat mir mein Ruecken dann derart wehgetan, dass Yoga die Rettung war. Claudia konnte nicht mitkommen, da ihr Sohn Frederic Freitag frueh aus Venezuela zurueckkommt. Eine nette Dame hat mich dann wieder mit zurueckgenommen.

    Freitag, 2.11.12

    Vormittags wieder im Pool gewesen um mir eine Abkuehlung zu holen. Als ich an der Bar vorbeiging ohne einzukehren, riefen mir die Maenner nach, ob ich denn heute keinen Kaffee trinken wuerde:-]
    Im Lugar wurden heute Engel aus Papier vorbereitet und dann hauptsaechlich im Garten herumgesessen.

    Abends fuhren Claudia und ich nach Cordoba, um eine Tangoveranstaltung zu sehen, die dann allerdings so nicht stattfand, weil eine galizische Gruppe spielte und tanzte, was uns auch sehr gut gefallen hat. Wir gingen dann ins "Vergnuegungsviertel Belgrano", das ich tagsueber in ganz anderem Zustand gesehen hatte - naemlich tot. Abends tobt hier der Baer, eine Bar/Restaurant neben dem anderen und viele Menschen. Bevor die Tanzshow begann, tranken wir nebenan ein Bier und beim Hinausgehen trat Claudia in eine der Unebenheiten (die es ja ueberall gibt) direkt vor der Tuer und fiel ungluecklich hin. Sie meinte aber, es wuerde gehen und so genossen wir die Show sehr, instrumentale Musik, Gesang und Tanz. Der getanzte Teil begeisterte mich ungemein, so habe ich Tango in Deutschland noch nicht gesehen!
    Beim ueblichen: Wo kommen denn unsere Gaeste ueberall her, stand eine Gruppe aus Armenien auf (ebenfalls eine Showgruppe), die sich einen kleinen Auftritt herausnahm. Auch wunderschoen - aber etwas zu lang. So gegen 1.00 h kamen wir aus dem Lokal (fuer 50 Pesos Eintritt - keine 10 Euro - hatte ich dazu noch 3/8 l guten Wein). Bis wir dann endlich zu Hause waren, war es fast 3.00 h, normale Zeit fuer Argentinier!

    Samstag, 3.11.12

    Heute war ich ein wenig unschluessig, ob ich nach Cordoba fahre, es sah wieder nach Regen aus und ausserdem wollte ich Zutaten fuer unseren morgigen Kocheinsatz besorgen und Sahne kann ich schlecht laengere Zeit durch die Hitze tragen. Also ein Einkaufsbummel in Villa Allende, Kaffee trinken und Zeitung lesen im Cafe und lange Zeit nach den richtigen Zutaten suchen. Kauf mal Preiselbeeren hier ein!!!! Aber gefunden. Es gibt ein paar nette Geschaefte, die Spezialitaeten verkaufen.
    Um die Sahne heil nach Haus zu transportieren, nahm ich ein Taxi zurueck und dort fand ich Claudia in schlechtem Zustand an, der Sturz hat doch groesse Folgen als gedacht, sie wird einige Wochen lang Schmerzen haben, aber es scheint keine Rippe gebrochen zu sein. Sie meinte aber, sie wuerde den Abend nicht bereuen, weil sie ihn sehr genossen hat. Es war auch fuer mich das erste Mal, dass ich fast ununterbrochen mit ihr gesprochen habe, interessante Themen wie argent. Mutterliebe, Politik, Buecher etc. konnten in Ruhe ausgetauscht werden. Tat richtig gut zu sehen, wie mein Spanisch doch langsam kommt.

    So jetzt werde ich mich mal an das Mousse machen, damit die Jungs die Schokolade nicht vorher noch essen:-)

    Heute Abend laeuft im Nachbarort der Film zu dem Buch, das ich gerade lese!

    Es war leider nicht der Film, er hatte nur einen ganz aehnlichen Titel, dieser war dann aber auch sehr interessant. Es ging um das Outing einer Tochter gegenueber ihrer Mutter, zum Glueck mit Untertitel, so dass ich gut verstehen konnte.
    Wir waren wieder 5 Frauen - immer eine lustige Gesellschaft - und haben anschliessend noch ein Bier getrunken, so dass es wieder 1.00 h wurde, bis wir zu Hause waren. Mir gefaellt es sehr gut, wie die Freundschaften hier laufen - allerdings meistens reine alleinstehene-Frauen-Gesellschaften, die mich gleich herzlich begruessen und in die Gespraeche mit einbeziehen, was mir inzwischen auch keine Probleme mehr macht.

    Sonntag, 4.11.12

    Heute ist ja "deutscher Kuechentag", so dass ich frueh in der Kueche stand um einen Kartoffel- und Zwiebel-
    Orangen-Salat herstellte (verflixte Idee mit dem Orangensalat, da das Filetieren sehr lange dauerte!). Nach und nach trafen die Soehne ein, der Grill wurde angeworfen - der Regen liess sich mal spueren und alles war recht gemuetlich. Das Fleisch, das zu Anfang angeboten wird, ist immer ein wenig gewoehnungsbeduerftig, ziemlich fettig und sehnig, wenn es dann zum besseren kommt, bin ich zumindest schon satt. Aber zum Glueck bleibt davon dann immer noch was fuer den naechsten Tag uebrig.
    Wie in Argentinien ueblich, wurde das Essen ueber die Massen gelobt, Josef hatte noch einen Nudelsalat dazu hergestellt und das Highligt war dann meine Mousse au Chocolat, die mir entgegen aller Befuerchtungen doch sehr gut gelungen war. Das/der Eischnee war mir nicht gelungen und ich musste deshalb nochmal 5 Eier trennen, die Schokolade war nicht so, wie ich sie mir gewuenscht hatte und das mit dem Wasserbad hatte auch nicht so gut ausgesehen, aber die Aufregung vorher war es wert: Sie waren nicht nur leicht begeistert, sondern enthusiastisch!!!

    Claudia fragte mich so gegen 16 h, ob ich Lust haette mit in die Sierras zu fahren, was ich diesmal bejahte. Es kam ein Mann mit 2 Frauen im Auto uns abholen und wir fuhren 1 Stunde, bis wir zu einem riesigen Grunstueck kamen - eine Hazienda -, die von Freunden bewohnt und bewirtschaftet wird zum Feste feiern. Hier wird auch der Sohn von Claudia im Februar heiraten. Die Frau ist Architektin und hat vor allem den Garten sehr schoen gestaltet, die Feiern finden im Zelt statt, das dann sicher sehr festlich aussieht. Dazu gehoert ein Gebaeude, von den Jesuiten im 18. Jh gebaut und gut erhalten als Hotel eingerichtet - fuer die Festgaeste. Wunderschoen alles.

    Zum Glueck waren wir aber schon um 21.30 h wieder zu Hause.

    Montag, 5.11.12

    Heute ist es schon um 9 h so heiss gewesen, dass mir alles sehr schwer fiel. Die Arbeit im Naranjo war nicht so doll, weil Materialien fehlten und nur so dies und das gemacht wurde. Trotzdem war ich todmuede und hatte meine liebe Not, im Restaurant meine Augen offen zu halten. Habe mich wohl ziemlich abweisend verhalten, so dass die Herren mich heute nur zum Schluss angesprochen haben.
    Estela ging es aber genauso wie mir - auch die Chicos waren irgendwie durcheinander. Der Hoehepunkt war dann fuer mich, dass ich extra wegen Ulis Anruf frueher gegangen bin, 40 Min. auf den Bus gewartet habe und dann doch ein Taxi genommen habe - und jetzt ist sie nichtmal online:-(
    Na gut, dann werde ich mir jetzt einen Sprung in den Pool goennen.

    Dienstag, 6.11.12
    Oh, heute sind ja die Wahlen und USA.....
    Wieder ein heisser Tag, aber mit Pool vorher und ein wenig bedecktem Himmel liess sich alles etwas besser ertragen.
    Wir bastelten Handpuppen aus einfachen Papiertueten, meine Kuh wurde sehr gelobt, aber ehrlich gesagt, habe ich mir daran ganz schoen einen abgebrochen!!!! Die Materialien (Pinsel, Farben, Scheren etc. ) sind einfach verbraucht und schlecht zu handhaben, ich haette das vorher wissen sollen und in Deutschland "Sammlungen" vornehmen koennen. Falls dies noch jemand liest und kleine Spenden loswerden will (Pinsel, Buntstifte, Malbuecher, Anspitzer) kann diese Fritz mitgeben:-)
    Fredi ist schon seit Tagen aufgeregt, weil am 7.11. sein Geburtstag ist (die Sieben und Montag sind seine Lieblingszahlen bzw. Tage, darueber spricht er das ganze Jahr). Alle sagen: Gut, dass das morgen erst mal vorbei ist!
    Nach der Arbeit war ich noch im Zentrum um die Buchungen unserer Weiterreise ausdrucken zu lassen und Muesli zu kaufen, aber der Bus hat mich wieder ganz schoen haengen lassen, so dass ich nach 45 Minuten Wartezeit den naechsten Bus nahm, der mich allerdings nicht direkt zu Hause absetzte und ich noch laufen musste.
    Es ist schon irgendwie komisch, in Deutschland wird ja sicher schon heftig auf Weihnachten zugearbeitet mit Werbung und allem was dazu gehoert. Hier sieht man gar nichts, auch Halloween oder Muttertag war nicht auffallend im Strassenbild zu sehen. Es kommt mir allerdings auch komisch vor, jetzt bei der Hitze Weihnachtsbasteleien herzustellen oder mich auf Weihnachten einzustellen.

    Mittwoch, 7.11.12

    Schon auf Facebook gelesen, dass Obama gewonnen hat! Nur leider heute keine argent. Zeitung gelesen.
    Wieder ein herrlicher, aber heisser Tag, in der Bar war heute die Kaffeemaschine kaputt, ich wurde aber eingeladen, meinen Stammplatz einzunehmen ohne etwas zu konsumieren.

    Heute war im Lugar wieder Musikstunde, es wird geuebt fuer die Jahresendfeier, wo alle bei einer anderen Einrichtung eingeladen sind. Es wurde diskutiert, ob alle das gleiche Shirt tragen sollen und die Mehrheit stimmte fuer rot. Es werden 3 Lieder eingeuebt mit der Begleitung durch Trommeln und andere Instrumente. Schwierig ist, die Differenzierung zwischen leiser Begleitung und lautem Einsatz hinzubekommen, einige schlagen mit aller Kraft auf die Instrumente - aber immer im Takt! Ich habe es auch mal versucht und bin oefter aus dem Takt geraten.

    Sportplatz fiel heute wegen Hitze aus, und darueber war ich auch ganz froh. Augustin hat mich heute wieder besucht und mir gesagt, dass alle Beteiligten mit mir sehr zufrieden seien und er ist auch ganz happy, dass es mir gut geht.
    Es begann ja dann auch bald das Geburtstagsessen von Fredi, begonnen mit Hotdogs und Streichholz Pommes aus der Tuete mit viel Limo und Cola dazu; dann folgte eine Riesetorte, von der Stiefmutter selbst gebacken. Das war der erste selbstgebackene Kuchen, den ich hier gegessen habe, und ich muss sagen, einfach gut. Drei grosse Bleche Biskuitboeden, davon einer mit Schokolade, mit verschiedenen Fuellungen aufeinandergesetzt (Pfirsiche, Dulce de Leche, Sahne, Meringues, Marmelade und ich weiss nicht, was noch) - es blieb zum Glueck noch einiges fuer morgen uebrig. Es hat doch tatsaechlich jemand mein Stueck aufgegessen, als ich einige zu ihrem Bus begleitet habe! Normalerweise wird das Essen der anderen geachtet - aber auch hier taeuschte ich mich.

    Heute waren wir erst Punkt 18 Uhr fertig und - was fuer ein Glueck - der Bus kam gerade um die Ecke. Ich begann zu laufen, aber er hielt dann direkt neben mir - weit vor der Haltestelle. Das wuerde in Deutschland wohl nicht passieren. So war ich noch frueh genug zu Hause, um den Pool noch bei Sonne zu geniessen. Heute abend werde ich mich mal an den Bericht setzen, den ich fuer Projects Abroad schreiben soll, eine Zusammenfassung meiner Erfahrungen.

    Morgen oder uebermorgen kommt jemand von ihnen, um ein paar Fotos dazu zu machen und neue Freiwillige dort vorzustellen. Mal schauen.

    Donnerstag, 8.11.12

    Whow, was fuer ein Tag, im Naranjo hoerten wir um 10.00 Uhr, dass wir schon bei 38 Grad angelangt sind!!!! Es war wirklich schwierig, das durchzuhalten, aber alle haben gestoehnt. Die Chicos waren ein wenig lustlos, was den Anteil meiner Produktion sehr erhoeht hat:-)

    Das Mittagessen bestand aus 2 Schweinekoteletts, gut gewuerzt und Kartoffelpuree und viel Ausruhen. Irgendwann kam die Energie zurueck und ich habe die Stammtischrunde gefragt, ob wir nicht ein Foto von uns machen sollten. Sie rueckten schnell die Stuehle zurecht und Fabian kam in die Mitte. Fabi wurde dann noch animiert ein Lied zu singen und ich war beeindruckt (Down Syndrom) von der Stimme, wenn auch der Text nicht so gut rueberkam. Ein kleiner Tenor!

    Im Lugar bekam ich dann die Chance, selbstaendig mit einer Gruppe zu arbeiten, weil die eine Prof spaeter kam. Ich habe sie alle gebeten, ein wenig Geduld mit mir zu haben und mir zu helfen, was dann auch brav umgesetzt wurde. Wir haben also - wie gestern - weitere Handpuppen aus Tueten hergestellt und ich wurde natuerlich von allen Seiten gebeten, ein Tier vorzuzeichnen, die Gestaltung vorzuschlagen und mit umzusetzen, was zeitweise sehr anstrengend und nervig war. Aber es hat gut geklappt und letztendlich sind auch die Hunde, Maeuse, Froesche, Esel, Eulen etc. recht gut gelungen. Foto anbei.

    In der Hitze habe ich dann wirklich auf den Bus gewartet, die 3 km haette ich nicht mehr geschafft! Und dann noch im Pool abkuehlen - ahhh. Claudia hatte wieder Schmerzen und deshalb sind wir beide nicht zum Yoga gefahren - stattdessen haben wir ein paar Flaschen Bier geholt, der Durst war zu gross.

    Freitag, 9.11.12

    Welche ein Wetterumschwung: Heute war es wie Winter hier - wie Claudia meinte. Ich musste wieder meine Jacke rausholen. Vormittags kurz in der Stadt gewesen, um einige Fotoabzuege zu machen, damit ich das Gruppenfoto heute ueberreichen kann, wenn Stephanie von projects abroad mit mir einige Fotos schiessen will. Ausnahmsweise hat es auch mit dem Bus geklappt, so dass ich gut eine Stunde unterwegs war.
    Ich traf mich mit Stephanie vor meiner Bar und wir gingen gemeinsam ins Lugar. Die Chicos wurden informiert ueber den Sinn des Besuchs und waren ausgesprochen liebenswuerdig und -wert. Ich wurde in den Arm genommen, gestreichelt, massiert.... nur um mit mir aufs Foto zu kommen:-) Sehr lustig und auch anruehrend.
    Bevor mit den Basteleien begonnen wurde, bat ich um einen Moment Aufmerksamkeit, um mich fuer die "gute Zusammenarbeit...." zu bedanken und habe das gerahmte Gruppenfoto ueberreicht. Die Freude war sehr gross und gleich wurden wieder die Personen auf dem Foto benannt.

    Heute wurden zerschnittene To-Papier-Rollen gruen bemalt und als Serviettenringe vorbereitet. Es gab eine Farbschlacht und meine helle Hose - extras wegen der Fotos angezogen - litt etwas.
    Stepahnie konnte sich wirklich ein gutes Bild von meiner Taetigkeit machen und die Naehe, die zu den Chicos besteht, dokumentieren.

    Heute abend werden wir "Good bye, Lenin" anschauen. Wieder nicht Cordoba bei Nacht, aber morgen muss ich frueh aufstehen, weil von projects abroad eine zusaetzliche Taetigkeit erbeten wurde. Wir sammeln haltbare Lebensmittel fuer eine "Tafel" ein.

    Samstag, 10.11.12

    Leider ist es wieder richtig kalt geworden und etwas regnerisch auch! Aber zum Glueck wurde es dann gegen 10 h etwas besser und wir konnten in Dreiergruppen losgehen, um die Lebensmittel einzusammeln. Naturgemaess haben sich die 3 aelteren Herrschaften (Jean aus England, Marc aus Quebec und ich) zusammengefunden und einen netten Vormittag damit verbracht, bei den Leuten in der Umgebung an der Tuer zu schellen und um haltbare Lebensmittel fuer Comedore zu bitten. Wir haben ganz gut eingesammelt, aber je groesser und pompoeser das Haus war, desto weniger Bereitschaft oder Moeglichkeit, weil nur das Hausmaedchen oder der Mann dort waren und nichts geben konnten. Es war trotzdem eine gute Erfahrung und wir haben viel voneinander gehoert. Marc hatte das Glueck, mit 55 seine Firma sehr gut verkaufen zu koennen - 14 Tage spaeter hat er das Volontariat angetreten! Und Jean verlor im Februar ihren Mann und konnte den Schmerz jetzt hier auch nicht verarbeiten. Sie geht die kommende Woche nach England zurueck um eine Therapie machen zu koennen. Hat sich aber tapfer geschlagen.

    Da wir alle drei den Nachmittag nicht mit Paintball verbringen wollten, beschlossen wir, separat essen zu gehen. Die anderen assen gemeinsam Pizza, wir suchten uns ein nettes Lokal und assen fette Steaks:-) Waren ganz gut, aber leider viel zu durchgebraten, obwohl zumindest ich "blutig" bestellt hatte. Mit dem Bier dazu gab das eine richtig gute Muedigkeit und das habe ich heute auch mal ausgelebt, 2 Stunden geschlafen und schwer wieder aufgewacht.

    Heute abends geht]s dann zur Rotary-Veranstaltung im Ort, 100 Pesos fuer Essen und Eintritt, Bier extra.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 11Nov 2012

    10 Letzte woche Volontariat! 11.11.2012

     

    Beschreibung

    Sonntag, 10.11.12

    Tja, der Abend gestern war schon speziell: Es war eine Wohltaetigkeitsveranstaltung des hiesigen Rotary Clubs fuer ein Krankenhaus und fand in der Sporthalle statt. Um 22 h gehoerten wir mit zu den Ersten und nach 23 h begann das Programm mit einer Saengerin. Es war als Bierfest ausgeschrieben, ein kleines Bier (0,4 l)kostete 2.50 euro, 1 l 4 euro. Der Wein war ebenfalls mit 4 euro angeschrieben - ich dachte: ein Glas, bekam aber eine ganze Flasche dafuer:-) da die maedels alle Bier tranken, blieb die Flasche an mir haengen. Der Eintritt von 10 euro beinhaltete sowohl die Spende wie auch Essen, das aus Knabbereien wie Chips, Nuessen, Oliven etc. bestand. Dann wurde in kleinen Plastikschaelchen gekochter Magen angeboten, den selbst die Einheimischen stehenliessen, Sauerkraut mit Wienerwuerstchen gingen so und die Fleischkloesschen waren nicht shr schmackhaft.
    Im Programm weiter lockte der Kabarettist einige Lacher hervor - nur bei mir nicht, weil ich ihn nicht verstand:-) und als die band 2 Stuecke gespielt hatte, wollten die Maedels nach Haus, weil es keine wirkliche Tanzmusik war. ich war froh, denn der Wein hatte mir schon zugesetzt und so viel gab es fuer meine "studienzwecke" dann auch nicht mehr zu sehen.

    Der Sonntag verlief wieder mit Grillen und deutschem Kartoffelsalat, gegen Abend fuhr ich noch nach Cordoba, um endlich den Kunsthandwerkermarkt zu sehen, der wirklich beeindruckend gross und ansehnlich ist. Die Kneipen- und Geschaeftsszene ist auch sehr lebhaft. Auf dem Weg zum Bus traf ich dann auch auf die erhoffte Tangoszene auf einem zentralen Platz! Wunderschoen.

    Montag, 12.11.12

    Morgens im Naranjo wieder Broetchen belegt und Alfajores zusammengeklebt, meine dort gemachten Fotos auf deren Computer hinterlassen und zum Essen ein anderes Restaurant ausprobiert. Es gab ein Menue mit Getraenk und Nachtisch fuer 6,30 euro, es war insgamt mehr als in meiner Stammkneipe - aber wesentlich schlechtere Qualitaet! Deshalb habe ich meinen Kaffee dann wieder dort getrunken.
    Im lugar wurde weiter an den Handpuppen gearbeitet und im Garten Ball gespielt, wobei mich Fabi (der mit dem Pfeifen) mit Balluebungen erstaunte, die er mir vormachte!

    Abends war ich total erschoepft und froh, dass der von Frederic versprochene Ausflug in seine Musikwelt nicht stattfand

    Dienstag, 13.11.12

    Vormittags war das Wetter etwas durchwachsen, ich konnte aber trotzdem im Garten sitzen und lesen. Mit Fritz werden jetzt die letzten Vorbereitungen besprochen (grossen Koffer mitbringen, Weiterreise besprechen etc.) und mit Angela geskyped. Hat mich sehr gefreut.

    Im Lugar geht es mit den Handpuppen dem Ende zu, Gabriel der Tanzlehrer brachte alle erst mal mit Freistiltanzen in Bewegung, den ueblichen Chacarrera gab es aber auch noch. Keine grossen Vorfaelle, bis auf Ezequiel, der laut weinte, wahrscheinlich hatte er Bauchweh.

    Bin jetzt zu Fuss nach Hause gegangen und bereite mich aufs Kino vor. Heute gibt es einen chinesischen Film, das wird etwas schwierig, weil es dann nur spanische Untertitel gibt (keine engl. oder deutsche Sprache).

    Mittwoch, 14.11.12

    Der Film war dennoch gut verstaendlich, weil nicht so sehr viel gesprochen wurde, es ging um einen Vater, der sich auf den Weg macht, sich mit seinem Sohn - der bald sterben wird - zu versoehnen. Sehr eindringlich und intensiv.

    Vormittags kurz im Ort, um noch letzte Fotos fuer den Abschiedstag morgen zu drucken. Hat mit dem Bus auch direkt geklappt.
    Im Lugar alles normal, kurz bei der Hitze um den Sportplatz gelaufen - das uebliche.
    Wenn alles klappt, wird Augustin morgen eine Torte bringen, damit mein Abschied gefeiert werden kann.
    Um 18.30 h hatte ich einen Termin bei Claudias Frisoer, von dem ich mir erhoffte, dass er mir meine inzwischen doch etwas ausgewachsene Frisur etwas in Form brachte! Ich erklaerte ihm kurz, dass ich es gern "fedrig" geschnitten haben moechte: Er setzte die Effilierschere an und schnipp-schnapp war in 10 Minuten die ganze in den letzten beiden Jahren gezuechtete Haarpracht weg. So ungefoehnt und ungestyled sah ich fuerchterlich aus. Ich konnte nichts sagen, weil ja nichts repariert werden konnte - er fragte mich zwar, wo es mir nicht gefallen wuerde, er wuerde es noch wegschneiden, aber ich wagte nichts mehr schneiden zu lassen und war auf dem Heimweg total niedergeschlagen. Dachte schon daran, den Brief von Projects Abroad "Fuer einen ganz schlechten Tag" zu oeffnen!!!! Nachdem ich es zu Hause gestyled hatte, meinte Claudia, es saehe super aus und wuerde mich 10 Jahre juenger machen. (Keiner versteht mich .......) Den Frisoersalon muss man auch gesehen haben: Ein kleiner Raum mit 1 Stuhl - Waschbecken nicht sichtbar, mir wurden die Haare auch nur angesprueht, mit einer abgefransten Buerste rau durchgekaemmt und dann eben mit der Schere radikal ausgeduennt!!! Ich glaube, die Einrichtung war aus den 30ger Jahren.

    Donnerstag, 15.11.12

    Im Naranjo machte Virginia alle darauf aufmerksam, dass heute mein letzter Tag sei und alle schauten traurig:-( Ich fragte Virginia, was sie studiert hat: Sie arbeitet als Psychologin dort, hat aber auch noch einen anderen Job in einer Praxis. Um sich eine Wohnung in Cordoba leisten zu koennen, lebt sie mit ihrer Schwester zusammen.
    Jetzt koennte ich noch einen Monat gebrauchen, um alle die Dinge zu machen und zu erfragen, die ich bisher aus Sprachgruenden nicht geschafft habe!
    Ich war sehr erstaunt, dass beim Abschied - feste Umarmungen bei fast allen - Noelia, mit der ich mich manchmal unterhalten konnte, anfing zu weinen. Da kamen mir auch die Traenen und ich bemerkte eine grosse Traurigkeit bei allen. Sie waren irgendwie verstoert, dass sie mir nichts vorbereitet hatten - eine Unterschriftenkarte oder so - und wollten mich gern zu ihrer morgigen Reunion einladen. Leider war ich schon verplant! Sie wollten mir dann etwas aus dem Verkaufsregal schenken und ich suchte mir einen leckeren Muesliriegel aus.
    Mir tat es dann leid, dass ich nicht mehr Kontakt aufbauen konnte bei der kurzen Arbeitszeit, die wir miteinander hatten und keinerlei Freizeit - ja und wegen der Sprachprobleme. Auf jeden Fall sind wir ueber Facebook weiterhin verbunden, was irgendwie troestlich war.

    Letztes Essen im Stammlokal, als ich den Maennern dies mitteilte, luden sie mich an ihren Tisch ein und es wurden noch ein paar Ratschlaege fuer den weiteren Urlaub gegeben. Von allen - inklusive Wirt - wurde ich herzlich verabschiedet - mit Bedauern!

    Im Lugar dann merkte ich, dass ich eine andere Aufgabe zugewiesen bekam von Clara, weil sie wohl etwas mit einigen vorbereiten wollte. Ich stellte also in Kuerze noch zwei Enten als Handpuppen her:-)
    Wohl damit ich es auch noch sehen konnte, wurde das Weihnachtstheaterstueck "Auf der Farm" geprobt, was natuerlich recht schoen war. Inzwischen kam auch Augustin mit einer Eistorte (mh, lecker bei der Hitze) an, wurde aber gleich nochmal geschickt, weil eine Torte zu wenig war. Bevor wir zum Eis und leckerer Bananenmilch schritten, machte ich draussen noch Fotos mit den Handpuppen, bekam auch noch ein Gruppenfoto hin und nutzte die Anwesenheit Aller aus, um eine kleine Rede zu halten und ihnen mein kleines Geschenk zu ueberreichen. In einem Briefumschlag hatte ich fuer jeden ein oder zwei Fotos mit einem kleinen Text zusammengestellt. Sie waren sehr geruehrt und dankbar und auch erstaunt - die Freude war gross. Leider war die Zeit dann wieder sehr kurz, die Bananenmilch wurde mit Keksen gegessen und die Torten kamen danach - dann kam auch schon der Bus. Schnell wurde mir von Estela noch ein Spiegel ueberreicht, der bei der Veranstaltung nicht verkauft wurde (den ich aber auch gern gekauft haette) und ein aus Papier gefalteter Weihnachtsbaum, wunderschoen geschmueckt und mit allen Namen versehen sowie ein von uns gebasteltes Notizbuch mit liebem Text.
    Die Verabschiedung verlief hier noch wesentlich traenenreicher als im Naranjo, vor allem Soledad (blind, im Rollstuhl) schluchzte ganz heftig, es war fast nicht auszuhalten, mein Schmerz war ebensogross. Ich wurde fest umarmt von allen und konnte vor Ruehrung nicht mehr mit an den Bus gehen. Vorbei, vorbei.....
    Viel Dank kam von den "Kolleginnen", die meine Unterstuetzung sehr geschaetzt haben und meine Geduld lobten.
    Mein Heimweg war sehr nachdenklich und traurig...... Beim Yoga konnte ich dann etwas entspannen. Auf dem Rueckweg vom Yoga holten wir vorbestellte Sandwiches und Bier ab, weil der Padre um 21 h Josef abholen und zu seiner neuen Familie bringen wollte. Die Sandwiches waren lecker belegt und ich habe kraeftig zugeschlagen. Das Bier und ein anschliessender indischer Film (Wasser) haben dann meine Traurigkeit etwas zugedeckt. Meine Frisur war dann auch schon fast kein Thema mehr fuer mich.

    Freitag, 16.11.12

    Eigentlich waere heute mein letzter Tag gewesen, aber eine nochmalige Verabschiedung haetten wir alle nicht gut durchgestanden, so konnte ich diesen Tag schon als frei geniessen. Musste nur zu Projects abroad, um einige Frageboegen auszufuellen und mich an der Wand zu verewigen. Claudia hatte mich mitgenommen, weil wir vorher noch bei ihrem Shiatsu-Therapeuten waren, bei dem ich auch einen Termin bekommen hatte. Mein lieber Mann, hat der mich durchgearbeitet, zum Glueck, ich hoffe, er hat mich ein Stueck lockern koennen. Die Haltungen bei den Arbeiten haben mich total verspannt, so dass ich fast nur noch Kopfschmerzen hatte und viele Kopfhaltungen nicht mehr ausueben konnte. Ich hoffe, dass ich von Jeronimo noch einmal Massage bekomme (10 Euro), Shiatsu 13 Euro!!!!

    Nachmittags im Garten gechilled und so richtig die Freizeit genossen bei herrlichstem Wetter. Um 17 Uhr hatte ich mich mit Josef verabredet, um von ihm zu hoeren, wie es in der neuen Familie geht. Wir trafen uns in Villa Allende und tranken in alter Gewohnheit einen Gin Tonic. Die Familie scheint nett zu sein und er hat die Hoffnung, sich dort wohlzufuehlen und in die Familie integriert zu werden. In einem Kiosk versuchte ich Fritz im Hotel in Buenos Aires zu erreichen. Ich weckte ihn aus tiefem Schlaf, freute mich aber zu hoeren, dass er gut angekommen ist und einen guten Flug hatte. Er wird am Sonntag Abend vom Flughafen in Cordoba abgeholt werden und dann gibts auch ein Asado fuer ihn. Ich werde zum dritten Mal deutschen Kartoffelsalat herstellen :-)
    Anschliessend habe ich mich doch entschlossen, zum woechentlichen "Social" von Projects zu gehen, weil ich mich von Augustin und Stephanie noch nicht verabschieden konnte. Ich traf sie nach einem Fussballspiel gemeinsam bei McDonalds, alle ziemlich erschoepft, deshalb wurde es auch kein langer Abend. Eine hollaendische und eine nordamerikanische Mitarbeiterin waren zu Gast und hatten die letzte Woche die Arbeit und Einsaetze in Cordoba kennengelernt - sie hatten auch Salsaveranstaltungen besucht, leider habe ich das erst gestern abend erfahren, sie haetten mich sonst auch mitgenommen.

    Samstag, 17.11.12

    So, heute ist wirklich der letzte offizielle Tag (genau 2 Monate bin ich versichert), den ich mittags wieder in Cordoba verbracht habe. Eigentlich wollte ich mich mit Marc, dem kanadischen Kollegen zum Essen treffen, aber leider erschien er nicht. Aber ok , ich machte noch einige Fotos, lief unnuetze Strecken, weil ich mich in den quadratischen Strassen leider immer wieder vertue!!!!!!! Ass etwas und fuhr wieder nach Hause. Das Wetter ist heute etwas durchwachsen, aber ausser ein paar Tropfen fiel kein weiterer Regen und die Wolken wurden auch vertrieben.

    Claudia ist heute wieder zu den Hochzeitsvorbereitungen in die Pampa gefahren, ich werde heute abend wohl wieder Film sehen. Heute sind mir doch tatsaechlich meine Sandalen - die mir in Indien mit Naegeln und Gummisohlen verstaerkt wurden - kaputtgegangen und ich haenge etwas in der Luft. Wahrscheinlich werde ich mir ein Paar Flip-Flops kaufen, weil ich in festen Schuhen nicht mehr laufen mag.

    Sonntag, 18.11.12

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 20Nov 2012

    11 Uuuurlaub 20.11.2012

     

    Beschreibung

    Sonntag, 18.11.12

    Vormittags noch einen letzten Rundgang durch Villa Allende gemacht und Abschied genommen:-(

    Dann Salate vorbereitet und auf den Abend gewartet! Die Familie traf langsam ein - heute nur 1 Sohn mit Frau - und mit Jerome habe ich Fritz dann vom Flughafen abgeholt. Grosse Freude!

    Wir verbrachten einen schoenen Abend mit noch 2 Freudinnen und 1 Freund von Claudia.

    Montag, 19.11.12

    Tagsueber Fritz noch die Kaeutzchen gezeigt, Gladys Empanadas verspeist - zum ersten Mal festlich im Wohnzimmer, Claudia hat es richtig zelebriert!
    Um 15.30 h fuhren wir mit dem Bus zum busterminal in cordoba, parkten unser Gepaeckmdort und schautenuns Cordoba an. Um 20.45 h ging unser Komfortbus dann ab. Wir konnten unseren Sitz tatsaechlich als Liegeflaeche einrichten und nach einem kargen Abendessen mit 2 Glas Wein einigermassen gut schlafen. Unsere Sitze waren von Claudia so gewaehlt worden, dass wir morgens vom oberen Stockwerk den Sonnenaufgang sehen konnten, was auch so gelang.

    Dienstag, 20.11.12

    Ankunft puenktlich nach 12 Std in Salta, gleich ins Internetcafe und nach einem Hotel gesucht (praktisches I-pad, danke Ingrid!).
    Mit einem Taxi in die Posada de los angeles gefahren und fuer sehr schoen befunden. Ein geschaeftstuechtiges Reisebuero hat uns ueberzeugt, mit ihnen die gewuenschten Touren zu machen, weil die Autovermietungen letztendlich teurer kommen koennen, weil sie keine Vollkaskoversicherung anbieten. Jetzt lassen wir uns einige 1-2taegige Reisen zusammenstellen und Fritz kann dann auch die Landschaft besser geniessen. Und wir koennen unser Hotelnlaenger geniessen.
    Die Stadt Salta ist sehr schoen im Stadtzentrum, Kolonialbauten, viele Geschaefte mit Indiohandwerken, die Menschen sind schon mehr indianisch gepraegt und - oh Wunder - sprechen langsam und deutlich. Beim Mittagessen liess Fritz sich die Schuhe neuputzen! Und ich konnte mich gut mit Ricardo ueber seine Fa,ilienverhaeltnisse unterhalten, ganz entspannt. Ich ass zum ersten Mal auch ein vollkommen anderes Gericht: naemlich Spanferkel, sehr lecker.

    Bei der Hitze und einer ganzen Flasche Wein hielten wir dann auch Siesta - von der wir uns jetzt schwer trennen, um unsere Reisen zu buchen.

    Kommentare

  • 21Nov 2012

    12 Urlaub 21.11.2012 Argentinien —

    Salta, Argentinien

    Beschreibung

    Dienstag, 21.11.12

    Es kam dann alles ein wenig schnell, weil uns vom Reisebuero die Fahrt angeboten wurde, die die Strecke des "Tren de las Nubes" nachfaehrt. Der Zug selbst kostet pro Person 170 US$ und faehrt nicht jeden Tag, so haben wir eine aehnliche Strecke und gleichzeitig noch den grossen Salzsee mitgenommen.
    Wir fuhren morgens um 8.00 h los in einem Bus mit 12 Personen und waren den ganzen Tag unterwegs. Wir sind tatsaechlich eine Zeitlang entlang der Bahnstrecke gefahren, haben auch die Bruecken gesehen, von der atemberaubende Fotos im Prospekt zu sehen waren, die aber letzten Endes nicht wirklich sehr hoch war. In San Augustin de las Cobres assen wir zu Mittag. Diesen Ort hatten wir uns etwas groesser vorgestellt, es ist aber lediglich eine Siedlung mit unschmucken Haeusern, die dem Endpunkt der Bahn - die frueher bis nach Bolivien fuhr - eine Umgebung bietet. Die Verkaeufer standen sogleich am Bus und boten kleine Lamas aus Lamawolle usw. an, ein kleiner Junge verkaufte Fritz eine kleine Tonmaske, die Fritz als Schale identifizieert hatte, weil er sie verkehrt heraum in der Hand hielt.

    Die Weiterfahrt zu den Salinas ging durch kahles bergiges Gelaende, aber die Salzseen selbst sind sehr beeindruckend. Es gibt bei den Salzseen Gebaeude, die aus komplett aus Salzplattetn hergestellt sind. Das Salz entsteht durch Sedimente, die aus den Bergen von Baechen herangespuelt werden, durch die Trockenheit dort starke eine Kruste bilden, die dann abgebaut wird. Veredelt und zum Verbrauch weiterverarbeitet wird es in Salzmuehlen, die 50 bis 100 km entfernt sind. So gibt es heftigen Lastwagenverkehr, mit dem das Salz transportiert wird. Man kommt sich auf dem See vor wie auf einer Eisflaeche, so sieht es auch von der Ferne aus!

    Zwischenzeitlich gab es noch einen richtigen kleinen Sandsturm. Leider gab es keinen Regen, den die Wuestenregion gut haette vertragen koennen, gibt es im Jahr lediglich 1,5 mm Niederschlag. Dennoch haben wir unterwegs wilde Esel, Lamas und Vikunias gesehen! Wie die ihren Fluessigkeitsbedarf decken, hat sich uns nicht ganz erschlossen.

    Die Weiterfahrt fuehrte uns bis auf 4.070 m Hoehe, wo natuerlich Fotos geschossen wurden zum Beweis!
    Dann ging es hinab ins Tal - 2.000 Hoehenmeter auf einer Distanz von 33 km - ganz schoen steil teilweise. Wir kamen anschliessend in das kleine Pueblo Purmamarca, dort ist eines der Weltkulturerben der UNESCO, naemlich sieben Berge mit unterschiedlichen Farben, von rot ueber orange, gruen, violett, gelb.....
    Der Ort selbst ist ein Touristenort mit sehr vielen kleinen Geschaeften fuer handwerklich hergestellte Produkte aus der Gegend. Ein Ort, wo man sehr viel Geld (plata) loswerden kann:-)
    Wir selbst kamen an zwei Schals und einem Essig- und Oelset nicht vorbei.
    Die Rueckfahrt zog sich sehr lang hin und wir waren ziemlich geschafft, der Tagesausflug dauerte insgesamt fast 14 Stunden.
    Trotzdem schafften wir es noch, ein Bife de Chorizo zu essen, sehr lecker - und natuerlich blutig!!!

    Kommentare

  • 22Nov 2012

    13 Salta - iruya 22.11.2012

     

    Beschreibung

    Donnerstag, 22.11.12

    Heute fuhren wir mit einem gasbetriebenen Ford und einem weiteren Gast - einem Franzosen - um 8 uhr los. ramon chauffierte uns. Thiery spricht gut englisch, aber noch besser spanisch, und so unterhielten wir uns auch. fritz versteht inzwischen sehr gut spanisch und kommt mit seinen italienischen Einwuerfen ganz schoen weit:-)

    Unsere 1. Anlaufstation war wieder Purmamarca, dessen bunte Berge wir nun bei Morgendlichem sonnenstand fotografieren konnten. Souvenirs hatten wir ja gestern schon dort erstanden und die Verlockung waere zu gross gewesen, nochmals durch die Geschaefte zu streifen - unsere Koffer haben jetzt schon Uebergewicht!

    In Ticara besichtigten wir eine archaeologische Staette einer Wohnsiedlung, bei der Gegenstaende aus 1000 v.C. Gefunden wurden, die Hauptzeit war jedoch bis ins 16. Jh. Beeindruckend sind die dicken Steinwaende, die die Raeume innen kuehl halten. Auch Korraele fuer Lamas gab es bereits sehr frueh. Wir litten ein wenig unter der Mittagshitze, die Sonne sticht erbarmungslos.
    In Humahuaca nahmen wir lediglich das Mittagesen ein (fritz ass einen leckeren Eintopf, wir anderen Zicklein, sehr lecker). Auf der Strecke bewunderten wir wieder die herrlichen Felsformationen und -farben, hoffentlich sind die Fotos auch so gut geworden. Ich erfreue mich an der neuen Panasonic-Kamera, die viele neue Funktionen bietet - vor allem das Teleobjektiv bis 400 mm begeistert!
    Wir ueberfuhren wieder die 4.000 Metergrenze und schlaengelten auf Serpentinen mehrere Stunden wieder hinab, dabei erlebten wir einige Busmanoever Beim Entgegenkoemmen. Spannend und ein kleiner Vorgeschmack auf Leh in Ladakh, was aber sicher noch wesentlich aufregender sein wird! Wir kamen im Abendlicht in Iruya an und bezogen unser Zimmer in einem Hostal, wirklich einfach, aber sauber. Beim Spaziergang durch den Ort zog es uns in eine Gaststaette, wo Fritz Kaffee bestellte und ich zum ersten Mal Mate. Inzwischen habe ich die Handhabung ja gelernt, Fritz trank dann zur Gesellschaft mit - denn Mate trinkt man eigentlich in der Gruppe. Es wird immer wieder ein Loeffel Matekraut und Zucker in den Becher gefuellt und mit heissem Wasser aufgegossen. Thiery gesellte sich noch zu uns und empfahl uns, den Weg nach oben zu gehen, um den Blick zu geniessen. Es lohnte sich, Iruya liegt eingebettet zwischen Felswaenden, aber so, dass die Sonne noch gut hereinscheint.
    Abends assen wir bei Frederico III Empanadas und zwei einheimische Gerichte, pfannkuchen mit Mais und Kaese und eine Tarta mit Quinoa. fritz hat es nicht geschmeckt - aber er kam dann noch auf seine Kosten beim Besuch eines Schulfestes, wo Kinder ihre Malereien ausstellten, andere in den einheimischen Trachten Volkstaenze auffuehrten und stolze Eltern fotografierten - wo Fritz sich gern anschloss! Thiery ist auch leidenschaftlicher Fotograf, von ihm werden wir hoffentlich auch Bilder zu sehen bekommen.

    Freitag, 23.11.12

    Die Nacht war schoen ruhig, wir haben sehr gut geschlafen und morgens allerdings kalt duschen muessen! Das uebliche Fruehstueck (toasts mit Butter und Marmelade sowie Medialunas (kleine Hoernchen) mit Kaffee war ok.
    Um halb 10 ging es auf den Rueckweg, auf dem wir einen Andenadler, Kanarienvoegel und einen anderen herrlich gruenen Vogel sowie Vikunias sahen.
    Wieder in Humahuaca kamen wir gerade rechtzeitig zum Spektakel der Segnung einer aus einem Fenster erscheinenden Priesterfigur. Eine groessere Menschenmenge war schon anwesend, die anschliessend auch in die Kirche nebenan stroemte, die sehr einfach und schoen ist. Ein Gang durch die Gassen zeigte uns herrliche Kunsthandwerksgeschaefte, wo ich mich dann auch nicht zurueckhalten konnte! (kleine Gegenstaende).
    Fritz wollte im selben Restaurant wie gestern noch einmal Lamafleisch probieren, es schmeckte ihm aber auch nicht besonders.
    Auf der weiteren Strecke besuchten wir noch eine Alte Kirche, die von Moenchen fuer die Indios gebaut worden war im 17. JH, es durfte innen leider nicht fotografiert werden - der gesamte Altarraum besteht aus Gold und Silber. Apropos Gewicht: fritz konnte nicht widerstehen, einen toenernen Bratentopf fuer 8 Euro zu kaufen. muessen wir eben ein Paket vorausschicken!!!
    Unterwegs nickte ich immer wieder ein, in Salvador (Hauptstadt des Bundeslandes yuyui) lies uns der Fahrer einen Rundgang ueber den Platz machen, aber hier gab es nichts Interessantes zu sehen.
    Als wir frohgemut ins Hotel kamen erfuhren wir, dass bei der Umbuchung (durch die reservierten Ausfluege hatten wir eine Aenderung vornehmen muessen) ein Fehler passiert war und wir heute keine Reservierung hatten - und auch kein Zimmer frei war. Zum Glueck gibt es Verwandschaft mit einem aehnlichen hotel, wo wir von unserem Hotelbesitzer hingefahren wurden. Es war ein ziemlicher Aufwand, aber letztendlich waren wir froh. Inzwischen kam ein Anruf vom Reisebuero, dass unsere naechste Reise vorgezogen werden muesse auf Sonntag, dem konnten bzw wollten wir nicht zustimmen, deshalb gingen wir dort vorbei und machten ihnen das klar. Nun suchen sie nach einer anderen Loesung, die wir aber bis jetzt noch nicht kennen.

    Der Abend endete mit einer Parilla, d.h. eine ganze Palette mit verschiedenen Fleischteilen kam auf einem grossen Stoevchen, dazu goennten wir uns eine Flasche Torrentes, der nur hier angebaut wird und nicht mehr in Spanien, wo die Traube urspruenglich herkommt. Diesmal bekamen wir keinen flaschenkuehler sondern einen kleinen Kuehler mit Eisstuecken!

    Samstag, 24.11.12

    Vormittags zum Plaza Guemes wegen des Kunsthandwerksmarktes von Kuenstlern aus Salta. War nicht so interessant, deshalb machten wir uns auf den Weg zu der normalen Markthalle. Wir kamen dabei an der Kirche Virgen de la Candelaria vorbei, die im Zuckerbaeckerstil gebaut ist - wird aber gerade renoviert. Die Farben sind in blau, gelb und rosa gehalten, was irgendwie wie die eine Kirche in Vietnam aussah.
    Der normale Markt bot nichts Besonderes, viel Billigware. Einzig interessant war das Angebot von Fleisch, Spanferkel und aehnl. lagen komplett in der Auslage.
    Danach zum Plaza 9. Juliet zum Essen, ich ass Tamales, ein Gericht aus Quinoa mit Mais, und das in Maisblaettern eingewickelt serviert wurde. Sieht aus wie ein grosses Bonbon.
    Danach Siesta verbunden mit Theas beginnenden Halsschmerzen. Am Abend mit Donald und Sabine, unseren Belgiern, denen wir staendig begegneten, zum Essen verabredet. Der Abend war sehr regnerisch, so dass die Mitnahme eines Schirms zwingend notwendig war. Das Restaurant, eine Empfehlung eines Guides, war recht einheimisch, viele Argentinier da, das Fleisch war leider - wieder einmal - durchgebraten.
    Nett war hingegen die Unterhaltung mit unseren neuen Freunden. Einladungen wurden beiderseits ausgesprochen nach Gent und DA. Im Restaurant begann ploetzlich ein Mann aus dem Gaestekreis am Nebentisch an zu singen und hoerte nicht wieder auf - bekam viel Applaus! Um 12 h haben wir dann als letzte das Restaurant verlassen und wurden noch mal so richtig nass!


    Sonntag, 25.11.12

    Nach einer durchwachsenen Nacht, Hals endgueltig zu, schmerzhaft, beschloss ich Antibiotika zu nehmen. Morgens dann Cousine Gaby per Skype erreicht, die weitere gute Tipps zur Behandlung der Halsschmerzen gab. Weil wir aber nicht wussten, wie wir weiter mit unserer Reiseagentur verfahren wuerden, beschloss ich (Thea) zum Arzt zu gehen um ein Attest zu bekommen. Eine junge Aerztin aus Bolivien stellte nur eine viruelle Erkrankung fest, gab mir kein Attest, da ich reisefaehig waere. Allerdings sollte ich mir eine Spritze gegen die Schmerzen geben lassen, und das in der Apotheke nebenan! Ein aelterer Apotheker war gerne bereit, mir diese in den Hintern zu verpassen:-) Ich glaube, er hatte mehr Spass daran als ich. Das ganze kostete 125 Pesos, also 20 Euro.
    Schmerzen waren am Nachmittag so ziemlich weg, Spritze war Cortison.

    Mittags besuchten wir einen grossen Kunsthandwerksmarkt in der Balcarce Strasse (Vergnuegungsviertel abends). Es bleib nicht nur beim Besuch, auch manche Stuecke wollten gekauft werden:-) Die Handwerker waren aus der ganzen Region, mit Silberschmuck, Schalen aus Kakteenholz, Matebecher, Stricksachen aus Lamawolle und vieles andere mehr.
    Wir assen in einem Cafe als ploetzlich Thiery auftauchte, der Fritz animierte, zu einem Zweitligaspiel Salta gegen Jujuy am Abend mitzukommen. Fritz wollte sich das ueberlegen. Zurueck im Hotel war zunaescht mal Siesta angesagt und da das Wetter nicht so toll war, wurde das Fussballspiel auch nicht besucht - zumal das Stadion schwer zu finden war.

    Abends rafften wir uns - gottseidank - auf, um Essen zu gehen. Es kam uns aber das Theater dazwischen.

    Auf dem Weg zu einem Restaurant kamen wir naemlich am Landestheater vorbei, vor dem viele Leute standen und als wir auf einem Plakat das Programm des heutigen Abends sahen, war die Gruppe "Agarrate Catalina " angesagt, deren Werbung wir bereits in Jujuy gesehen hatten, wobei Fritz meinte, die wuerde er gern Live sehen, nicht wissend, dass sie auch in Salta auftreten wuerden. Kurz entschlossen kauften wir uns die billigsten Karten zu 11 Euro, sassen auf dem Balkon in der 2. Reihe (Theater hat sicher fuer 1.500 Leute Platz) und sahen ein buntes Spektakel aus Gesang, Comedy und Tanz, leider verstanden wir beide die Texte nicht, haette sicher noch mehr Spass gemacht. Das Publikum war jedenfalls ordentlich am Lachen. Am Gesang hatten wir allerdings sehr viel Vergnuegen, sicherlich auch einige politische Lieder dabei. Am Schluss zogen die Mitglieder der Compania unter Applaus durch das Theater hinaus auf die Strasse, wo viele Fotos geschossen wurden, so auch mit uns.
    Hunger hatten wir dann keinen mehr, da Spektakel fuer die Augen hatte uns richtig satt gemacht!

    Montag, 26..11.12

    Um 7.30 h holte uns Ramon, Fahrer nach Iruya, wieder ab und zu Fuenft in einem Allrad Ford ging es mit Tomas und Valeria, einem jungen Paar aus Buenos Aires, auf den Trip nach Cachi. Unterwegs wieder eine Landschaft mit wechselnden Gesteinsformationen, bunt (und an den Aussichtspunkten immer wieder dieselben Touristen)!
    Auf der Tour in fast 3.000 m Hoehe haben wir zwei Condore aufsteigen sehen, Fotos versucht zu machen - mit dem Fernglas gut zu sehen. Fritz: happy!
    Des weiteren gab es zum ersten Mal schneebedeckte Berge zu sehen, die rund 6.400 m hoch waren, wobei man - da man selbst auf der Hochebene ist - nie das Gefuehl hat, dass diese Berge diese Hoehe haben sollen.
    Wir kamen an einem Kakteenfeld (Cardones) vorbei, zu dem es einige Erklaerungen gab. Von den 80.000 Samen, die ein Kaktus abwirft, erreicht lediglich einer den Weg ins Leben - und das nur, wenn er einen Busch findet, der ihn die ersten 10 Jahre "beschuetzt" wie eine Mutter: Gibt Schatten und Wasser und beschuetzt vor anderen schlechten Einfluessen. Nach 10 Jahren wird der Busch entsorgt, die Pflanze waechst 2 cm/Jahr, wir sahen Exemplare die demnach mindestens 200 Jahre alt sein muessen. Cardon und Kaktus sind unterschiedliche Pflanzen: Der Kaktus hat eine weiche Innenmasse, waehrend der Cardon aus Holz besteht, das zu unterschiedlichen Zwecken genutzt wird (Bau, Moebel, Kunsthandwerk).

    In Cachi assen wir und es gab Wein aus Cafayate, bei dem mir der rote ausgezeichnet schmeckte. Cachi ist ein von den Spaniern im 17. Jh erbauter Ort mit weissen Haeusern, der sehr ruhig wirkt. Die Kuenstler, denen ich eine schoene Kette und 2 Matebecher abkaufte, schwaermten von ihrem Leben hier - tranquila waere es.
    Auf dem Rueckweg lagen die Wolken auf den Bergruecken, was herrliche Lichteffekte gab. Die Unterhaltung im Auto wurde lebhafter, es gab die ueblichen Maennerthemen zwischen Ramon, Tomas und Fritz :-) (Fussball, Autos, Politik sowie Tipps fuer Buenos Aires).
    Um 18.00 h waren wir zu Hause. Ramon kam nochmal zurueck und brachte uns das Fernglas, das wir im Auto vergessen hatten.

    Wir brachten noch Waesche in die Waescherei, bestellten ein Steak in dem Restaurant, wo wir bisher das beste Fleisch bekommen hatten - bekamen aber 2 Stueck gebracht. Ich habe meine Haelfte verpacken lassen und der Obdachlosen im Park mitgenommen, sie zeigte sich sehr dankbar.

    Dienstag, 27.11.12

    Da die Agentur uns keine Zeit fuer heute genannt hatte, hielten wir uns fuer 7.30 h parat und wurden heute von Fernando abgeholt, der noch 1 Stunde durch die Stadt fahren musste, um all 13 Passagiere einzusammeln. Unser heutiges Ziel ist Cafayate, der Weinort Richtung Sueden. Die ersten 1,5 Stunden ging es noch durch Doerfer und Ebenenen - die ich verschlief, danach hatten wir wieder die herrliche Berglandschaft vor uns mit den unterschiedlichsten Formationen. Jeder Abschnitt wurde so benannt, wie ein Felsgebilde aussah (z.B. Titanic, Amphietheater, Hoehle etc.). Auf dem Hinweg gab es keine grossen Fotostopps, weil Fernando aus Erfahrung weiss, dass beim Rueckweg die Sonne guenstiger steht. Wir misstrauten ihm ein wenig, weil ja Wetterwechsel hier ueblich ist - aber zu guter Letzt behielt er Recht.
    Wir merkten bald eine gute Stimmung im Bus, es waren 2 spanische Frauen und 1 Mann, ausser uns 2 deutsche Frauen und der Rest Argentinier - und zumindest nach dem Mittagessen mit Wein und anschliessender Weinprobe waren wir alle Freunde!!!!!! Tauschten Mailanschriften aus, um uns die gegenseitigen Fotos zu senden, sangen gemeinsam, hatten einfach Spass. Und die Landschaft war immer wieder ein Staunen wert.
    Cafayate gefiel uns sehr gut, wir suchten uns jedoch ein Lokal aus, in dem wir hofften, mit Einheimischen zu essen - und nicht mit den Touristenbussen. Wir hatten wieder ein Menue fuer 55 Pesos, Eintopf, Empanadas, eine Pastete und Nachtisch mit einem guten Glas Wein. Fritz haette gern ein pinke T-Shirt mit Lamas gekauft, die Dame wollte es aber nicht aus der Auslage nehmen!!!! Noch die Kirche besichtigt und dann ging es ein paar Strassen weiter zum Weingut Domingo Hermanos, wo uns die Herstellung erklaert wurde.
    Es werden Torrontes-Trauben angepflanzt, die urspruenglich aus Spanien kamen und jetzt nur noch in dieser Gegend angebaut werden, ausserdem Cabernet Sauvignon. Ca. 3 Mio Liter stellt dieses Gut her, die zu 65 % in die Restaurants in 5-Liter-Behaeltern geliefert werden.

    Auf dem Weg zurueck machten wir noch Station zur Probe der besseren Weine, und sahen die grossen Eichenfaesser, z.T. auch aus Deutschland (Bodenheim).

    Kommentare

  • 28Nov 2012

    14 Erholung in SaltA 28.11.2012

     

    Beschreibung

    Mittwoch, 28.11.12 + Donnerstag, 29.11.12

    Die Zeit in Salta haben wir dann noch relaxed verbracht, einen Schuster gefunden, der Fritz' Schuhe besohlte und meine Riemchensandalen nochmal geflickt hat - nun kann ich wieder entspannt laufen.

    Am donnerstag kamen wir zufaellig dazu, wie die berittene Polizei auf dem Platz einen Wachwechsel mit Musik und allem Tamtam veranstaltete. Zu Fritz Freude hatten die Reiter Gauchokleidung an.

    Freitag, 13.11.12

    Fast wehmuetig trennten wir uns von unserem Hotelbesitzer, dessen laengsten Gaeste wir gewesen waren, und flogen nach Buenos Aires. Luis, unser persoenlicher Taxifahrer, war puenktlich dort, obwohl er einen Batterieschaden zu beheben hatte.
    Wir assen gleich in einem Restaurant um die Ecke, das Fritz von seinem Aufenthalt her kannte, er wurde wie ein alter Bekannter begruesst.
    Buquebus war naechster Anlaufpunkt, um die Ueberfahrt nach Uruguay zu kaufen. Leider hatten wir unsere Paesse nicht dabei, so dass wir nochmal zum Hotel liefen und ich es per Internet buchte. War ziemlich nervig, weil meine Kreditkarte irgendwie spinnt, ich hatte schon vorher kein Geld mehr bekommen!
    Puerto Madera, das Hafengebiet, das wie in Hamburg zu einem neuen Viertel umgestaltet wurde, liefen wir mal auf und ab, bestaunten die angestrahlten Riesenkraene, machten Fotos - und verliessen ein Restaurant wieder, weil uns die Kellner zu schickimicki waren - und die Preise auch!

    Samstag, 1.12.12

    Morgens mit dem Bus 152 nach La Boca gefahren, dem ganz alten Hafen, der jetzt lediglich eine Touristenattraktion mit viel Rummel ist. Bekannt sind die farbigen Haeuser und die Tangoszenen, ansonsten gibt es viele Kunsthandwerks- und andere Verkaufsstaende, Tangotaenzer, die sich in erotischen Posen mit den Touristen fotografieren lassen, Restaurants, die Gaeste "einfangen" wollen, etc. Wir haben uns eine ganze Zeit dort aufgehalten und in einem kleinen Lokal voller Antiquitaeten und Erinnerungen an die guten alten Zeiten leckere Empanadas und Omelette gegessen.
    Ein blick in die Haeuserzeile hinter dem Trubel ergab einen traurigen Anblick: Verfallene Haeuser und wirklich armselige Wohnbedingungen!

    Auf dem Hinweg hatte Fritz den Turm iner russischen Kirche erblickt, die er gern noch fotografieren wollte: Was fuer ein Glueck, direkt davor machte sich eine Gruppe Trommler fuer einen Umzug fertig, jemand erklaerte uns, wo das ganze entlang gehen solltenund so landeten wir zu Fuss in San Telmo, dem Viertel mit Tango, Flohmaekten, Antiqitaetenlaeden etc. Wir warteten mit anderen auf den Beginn des Umzugs, zu Fritz Entsetzen hatte sein Foto keine Batterie mehr - man stelle sich das mal vor! Also kaufte er sso eine Einmalkamera, wo man den Film noch weiterdrehen muss und fotografierte sparsam. Es waren wohl so an die 20 Gruppen, die sich Candombe nach dem speziellen Rhythmus nennen, die sich in Kostuemen und mit Fahnen praesentierten. Leider waren die Abstaende zewischen den Gruppen so lang, dass wir ueber 2 Stunden auf den Beinen waren - ich ziemlich kaputt. Aber ein Deutscher hatte uns von Tango auf der Avenida Mayo berichtet, wohin uns unsere Fuesse dann doch noch trugen! Wahnsinn! Es waren drei Riesenbuehnen aufgebaut, auf denen gesungen, getanzt und musiziert wurde. Ich erfuhr dann, das es das jaehrliche Milongafestival war! Was fuer ein Zufall und Glueck, dass wir das so nebenbei erfahren haben. Nicht nur Saenger und Tanzvereine traten auf, auch die Leute aus dem Publikum tanzten mit, einfach schoen.

    Sonntag, 2.12.12

    Zuerst nochmal bei Buquebus vorbei, um zu checken, ob das Geld eingegangen war - es war - und mit dem Bus wieder direkt nach San Telmo, um den Flohmarkt zu besuchen. Heute waren noch mehr Staende als gestern, die Strasse mehrer Bloecke emtlang die herrlichsten Sachen, sowohl neue wie alte. Fritz ist der "Finder" fuer schoene Dinge, wie z. B. Eine herrliche Kette zum Schutz fuer Reisende, die wir einem sympathischen Haendler abkauften, handeln war kaum drin, das einzige ein kleines Geschenk, fuer das wir ihm dann noch eine kuehle Flasche Bier vorbeibringen sollten! Ich fand endlich auch ein Paar Sandalen, hurra, in denen ich mich gleich zu Hause fuehlte!
    Gegessen haben wir zwischendurch in der Markthalle, einfach, gut und preiswert!
    Das Schlendern durch die Strassen gibt immer wieder Blicke auf schoene alte Haeuser, z. t. Jugendstil und interessante Menschen. Die Menschen sind hier so vielfaeltig, wie es das bei uns nicht gibt - nicht nur das Aussehen, die Nationalitaet, auch die Kleidung, die Frisuren, das Verhalten..... Z.B. Die Angewohnheit, mit der thermoskanne in der Hand herumzulaufn und unterwegs sich einen Matebecher einzuschenken!
    Wir kamen dann zwar muede im Hotel an, zogen uns aber tapfer um (ich das kleine Schwarze) und gingen in das Parillada-Restaurant, in dem Fritz meint, vor 25 Jahren schon mal gegessen zu haben! Diesmal war ich aber so frustriert von dem wieder mindestens medium durchgebratenen Fleisch, dass ich es zurueckgehen liess! Ich bekam dann anstandslos ein neues und der Ober wartete bis ich es anschnitt und zufrieden war!

    Montag, 3.12.12

    Eine Stunde vor Abfahrt des Bootes mussten wir am Hafen sein, wir wurden gleich zollmaessig abgefertigt und fuhren mit dem Schnellboot im 1 Std nach Sacramento de Colonia in Uruguay. Hier ist es bereits eine Stunde spaeter, unser Hotel liegt nicht weit vom Hafen, der Weg in die historische Altstadt ist 7 Blocks. Das Hotel ist klein, vor allem unser Zimmer und auch teuer.... Aber das sind die hier alle. Die Altstadt ist sehr ruhig, meistens kommen die Tourosten nur fuer 1 Tag rueber oder fahren weiter nach Montevideo. Wir bleiben 2 Naechte, fritz wirkte schon ein wenig gelangweilt! Wir fanden ein kleines Lokal, von drei Maennern betrieben, die nur Produkte aus der Umgebung anbieten. So tranken wir einen Rosado und assen dazu 3 Kaesesorten mit einer koestlichen Sauce aus Zwiebeln und Paprika. Dazu gab es noch aehnliches wie Flammkuchen, aeusserst lecker. Danach wollte Fritz ein wenig Natur mit Beobachtung der Voegel und ich Kultur... So dass wir uns verloren! Ich bestieg den Leuchtturm und besichtigte die Kirche, dabei fand ich ein sehr originelles Cafe.
    So - und jetzt liegt Fritz hier neben mir und leidet unter "Sonnenstich". Es war schon verdammt heiss und wir Touris muessen natuerlich auch immer in der Mittagszeit draussen herumlaufen!

    Kommentare

  • 05Dec 2012

    15 Iguazu - vorletzte Station 05.12.2012

     

    Beschreibung

    Dienstag, 4.12.12
    Es war dann gestern doch noch ein sehr schoener Tag in Colonia, aus Uebermut mietete wir einen Golfcart und durchstreiften die ganze Stadt. Eigentlich wollte ich an den Strand um mal im Rio Plata zu schwimmen, aber gerade da kam eine dicke Wolke, die es mir zu kalt machte. Die Rundfahrt fuehrte uns noch zum Friedhof, der hier wieder ganz Anders aussieht als in -Argentinien. Die Grabgruften stehen zum Teil offen , so dass man die Sargplaetze unten drin sieht. Viele werden auch in Wandurnengraebern beigesetzt. Aber im Grossen und Ganzen habe ich den Eindruck, dass in Uruguay nicht so ein Totenkult besteht, obwohl natuerlich zum Tag der Toten auch alle Graeber mit Plastikblumen geschmueckt wurden.
    Die Stierkampfarena haben wir nicht mehr angefahren, weil sie etwas weit ausserhalb liegt.
    Der Hunger trieb uns gerade rechtzeitig in die Altstadt, um einen wunderbaren Sonnenuntergang zu bestaunen (und ich hatte meine Kamera nicht dabei!!!!!!)
    Das Steak war fast perfekt!
    Die Nacht dafuer sehr kurz, weil wir um halb vier aufstehen mussten, wegen der Faehre!

    Mittwoch, 5.12.12

    Gut, wir waren Punkt halb 5 h am Hafen - leider hatte das Boot einen Defekt und wir kamen erst eine Stunde spEter los. Anscheinend gibt es auch viele Tagespendler, die von uruguay nach Argentinien fahren, denn die Faehre war gut besetzt. Diesmal dauerte es 2,5 Std, da mehrmals angelegt wurde. In Bueonos Aires nahmen wir gleich ein Taxi zum Flughafen um dort festzustellen, dass ich mich in der Zeit geirrt hatte: unser Flug ging erst um 13 h und nicht um 11 h! Freundliche LAN-Mitarbeiterinnen buchten uns aber auf den frueheren Flug, und so waren wir um 13 h schon in Iguazu. Dort nutzten wir die Freundlichkeit von LAN nochmals und aenderten unseren Rueckflug am Samstag auf einen spaeteren.
    Ein Taxi brachte uns nach Puerto Iguazu, 25 km vom Flughafen und ca. 15 km von den Wasserfaellen entfernt. Jetzt muessen wir erst mal schauen, was wir so an Programm machen wollen. Wir koennten z.B. Auch nach Brasilien oder Paraguay fahren, wir sind genau im Dreilaendereck. Da der Platz natuerlich eine Touristenattraktion ist, sind die Preise gezwiebelt! Das Mittagessen beschraenkte sich auf Sandwiches.
    Meine bleierne Muedigkeit wollte ich im Pool abschuetteln, leider war das Wasser genauso warm wie die Luft. Jetzt am Abend kommt noch ein heftiges Gewitter mit tollen Blitzen und kraeftigem Urwaldregen dazu. Ich glaube, den Abend werden wir mal wieder einem Buch widmen!

    Kommentare