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Trip Discovering the Americas Discovering the Americas 11.07.2013 - 21.02.2014   Wie man schon am Titel erraten kann, könnt ihr in diesem Reisetagebuch etwas... Ju Ca (CO)
Deutschland Kolumbien Panama

Discovering the Americas

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Wie man schon am Titel erraten kann, könnt ihr in diesem Reisetagebuch etwas über meine Reise durch Nord-, Süd und evtl. Mittelamerika lesen. Los geht es im Juli mit einem Auslandssemester in Barranquilla, Kolumbien. Dort werde ich bis November bleiben und dabei natürlich keine Möglichkeit ungenutzt lassen, mir die Umgebung und die Nachbarländer anzuschauen. Danach geht es dann gen Süden! Kurz vor Weihnachten werde ich in Argentinien ankommen und dort Chiara und Philipp treffen, um die große Reise gemeinsam fortzusetzen. Durch Wüsten und Regenwald wird es weitergehen bis nach Peru. Dort heben wir ab und fliegen zurück gen Norden: in die USA! Im Februar kommen wir dann wieder zurück in die Heimat... hoffentlich mit vielen tollen Erfahrungen und Abenteuergeschichten im Gepäck!

Means of Transport
Boot Bus / Truck Auto Zu Fuss Flugzeug Zug
  • 07Apr 2013

    1 Vorfreude 07.04.2013 Deutschland —

    Gartlage, Osnabrück, Deutschland

    Beschreibung

    Bald ist es endlich soweit! Nur noch gute 3 Monate stehen zwischen mir und dem Auslandssemester in Kolumbien mit anschließender Reise durch Süd- und Nordamerika.

    Bei ca. 5°C kann ich mir kaum vorstellen, in ein paar Wochen an einem Ort anzukommen an dem die Kinder keinen Schnee kennen und eine Winterjacke ungefähr so nötig ist wie ein Fliegenschwarm beim Picknick. Aber genau das wird passieren und mit jedem ausgefüllten Formular das die eine Uni oder die andere von mir haben will und mit jeder Vorfreude-getränkten Unterhaltung im Freundeskreis wird die Aufregung größer und das Einschlafen schwerer.

    Was hilft da noch? Die Vorfreude teilen! Mit Euch! Der erste Eintrag dieses "Trips" kommt deswegen also an einem verschlafenen Osnabrücker Sonntagnachmittag aus Deutschland und sorgt dafür, dass ein riesiger Berg Uni-Arbeit noch ein paar Minuten aufgeschoben wird. Aber da es Minuten sind, die mich Stück für Stück näher an meine großes Abenteuer bringen... wen sollte das schon stören? :-)

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  • 13Jul 2013

    2 Oh wie schön ist Panama! 13.07.2013 Panama —

    San Francisco, Panama, Panama

    Beschreibung

    Panama- dass ich hier heute schlafe, war eigentlich nicht geplant! Da bis jetzt auf dieser Reise allerdings nichts nach Plan lief, passt das wohl ganz gut.

    In Frankfurt ging der Trubel schon los. Nachdem ich problemlos und fix von Hamburg hierher geflogen war, wartete die erste unangenehme Überraschung: Der Flug von Frankfurt nach Panama mit Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik wurde von abends 22 Uhr auf den nächsten Morgen um 5 Uhr verschoben. Na toll! Die reibungslose Einbuchung ins Sheraton direkt am Flughafen und die gute Organisation allgemein bis dahin halfen aber schnell über den Schreck hinweg und die Vorfreude blieb ungetrübt!

    Am nächsten Morgen ging es dann auch verhältnismäßig "pünktlich" los und wir starteten gen Süden. Da ich todmüde von der kurzen Nacht war, hatte ich sogar das Glück sieben der ersten zehn Stunden zu verschlafen. Nach dem kurzen Halt in Santo Domingo ging es auch schon weiter und spätestens beim Landeanflug auf Panama City(traumhaft schön!) war ich wirklich euphorisch! Man hatte uns in Frankfurt versichert, dass unsere Anschlussflüge organisiert wären und das Gepäck einfach durchgecheckt würde. PUSTEKUCHEN!

    Der gesamte Aufenthalt am Flughafen Panama City war eigentlich so ziemlich eine einzige Katastrophe. Der Pilot sagte nach der Landung durch, das Flugahfenpersonal wäre "überrascht" von unserer Ankunft und der Ausstieg würde sich deswegen verzögern. Dann sollten alle, die aus unserem Flieger kamen und einen Anschlussflug gebucht hatten, sich versammeln. Einen Ansprechpartner gab's erstmal nicht, Infos dementsprechend auch nicht. Egal, dachte ich mir, die werden uns schon Bescheid sagen. Irgendwie klappt das schon mit der Weiterreise. Die Zuversicht schwand aber nachdem wir drei Stunden lang mit ständig wechselnden Informationen versorgt wurden und immer noch im Transitbereich des Flughafens hockten. Es wurde langsam deutlich, dass wir vor Samstag definitiv nicht nach Barranquilla weiterfliegen würden. Gott sei Dank war ich nciht ganz alleine mit meinem Schicksal: Mareike, Britt und Eduard -alle aus Osnabrück- wollen auch zum Studieren nach Barranquilla und weitere 42 Leute warteten mit uns auf Infos, einen Flug nach Kolumbien, Ecuador oder Peru und vielleicht ein Freigetränk von Condor während der Wartezeit. Alles vergebens :D

    Als geklärt war, dass wir hier in Panama City übernachten mussten war ich eigentlich ganz begeistert: Ein Stempel mehr im Reisepass und den halben Tag noch zur Verfügung um an den Strand oder in die Stadt zu gehen. Dabei hatte ich nur leider nicht die Effizienz der panamesischen Condor-Mitarbeiter eingeplant! Es vergingen sage und schreibe weitere vier Stunden bis wir den Flughafen verlassen konnten!! Der Hauptgrund dafür war eine mysteriöse Liste aller Passagiere die den Transitbereich verlassen wollten um in einem Hotel zu übernachten. Wir saßen eeeeewig kurz vor der Immigrationsstelle und waren der festen Überzeugung es würde bald losgehen. Die Laune ging dabei kollektiv in den Keller und hätte ich diesen Blog-Eintrag vor zwei Stunden geschrieben, wäre er um einiges negativer. Aber nun liege ich hier im Kingsize-Bett in meinem ziemlich geilen Zimmer im Hotel, konnte noch kurz in den Pool springen -bei 30 Grad ein ziemlicher Genuß- bevor es ein leckeres Abendbrot gab und hab außerdem in der Mega-Luxusdusche hier geduscht und fühle mich nun zwar todmüde aber auch recht fröhlich. Schließlich kann ich mich neben einem Panama-Stempel im Pass auch über 600 Euro freuen, die die Condor mir zahlen muss weil wir so eine arge Verspätung haben :) Da sind die Flugkosten für den Hinflug beträchtlich gesunken ;)

    Morgen komme ich dann hoffentlich tatsächlich in Kolumbien an und schau mal wie es dann weitergeht. Erstmal ruft jetzt das Kingsize-Bett!

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  • 16Jul 2013

    3 Perdona, puedes ayudarme? 16.07.2013 Kolumbien —

    Sabanilla Montecarmelo, El Marques, Kolumbien

    Beschreibung

    Seit vier Tagen bin ich nun in Barranquilla! Im Moment ist noch ALLES neu und ungewohnt und eine kleine Herausforderung. Das fängt mit der Sprache an und hört mit dem Busfahren auf. Aber von Anfang an...

    Wir sind Samstag mit ingesamt 25 Stunden Verspätung endlich in Barranquilla angekommen. Juhu! Und das Gepäck war auch vollzählig. Wir, damit meine ich meine kleine "Reisegruppe": Britt, Mareike und Eduard studieren auch in Osnabrück und waren zufällig im selben Flieger. Wir wurden auch gleich von unserer unheimlich lieben "madrina" Laura abgeholt, die uns hier bei der Orientierung und eigentlich so ziemlich allem hilft.

    Der erste Eindruck: HEISS. Es ist hier einfach unbeschreiblich warm, sauna-artig! Und laut und bunt und fröhlich! Die Menschen sind unheimlich hilfsbereit und scheinbar auch absolut Hitze-resistent. Denn wie man bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit sonst in langer Hose hier rumlaufen kann, ist mir ein Rätsel!

    In den letzten Tagen haben wir dann erstmal grundsätzliche Dinge geregelt: Geld&Handykarte besorgen, erstes Essen einkaufen etc. Und, ganz wichtig: Bus fahren lernen :D Denn: Hier gibt es sowas wie einen Busfahrplan nicht. Es gibt nur eine ungeheure Anzahl an knallbunten Bussen voller Menschen die man vom Straßenrand heranwinkt und fragt, ob sie in die Richtung fahren, in die man will! Einmal im Bus gehts mit rasanter Geschwindigkeit durch Barranquillas Straßen. Scheinbar gehört die Stadt auch zu denjenigen, in denen Hupen und Größe des Fahrzeugs Vorfahrt verschaffen. Aber ich will mich eigentlich gar nicht beschweren! Mir hat immer jemand gesagt, wann ich aussteigen muss und ich komme bei der allgemeinen Freundlichkeit der Menschen vor lauter Gracias-Sagen gar nicht zum Luft holen.

    Wie sich viele von euch wahrscheinlich denken können, habe ich es (leider) nicht geschafft, mich vier Tage hintereinander nicht in irgendeiner Form zu blamieren. Das wäre schon eine krasse Veränderung ;) Um euch also endlich etwas erzählen zu können, das euch sicher machen kann, dass ich es bin die hier schreibt hab' ich mir gestern beim gemeinsamen Mittagessen mit 10 Leuten einen Shake-artigen Saft komplett über Hose und Top gegossen während ich animiert eine Geschichte erzählt habe. Das Ganze hat natürlich geklebt wie blöd und sah aus als hätte jemand mir auf den Schoß gegöbelt. Wem sollte sowas auch passieren, wenn nicht mir?

    Heute war es dann Zeit, den letzten freien Tag vor den Einführungstagen in der Uni zu nutzen: Auf zum Strand! Gabriela, eine Austauschstudentin aus Augsburg, und ich wagten also das Abenteuer, den richtigen Bus zu finden und 20 Minuten durch Schlaglöcher zu jagen und kamen wie durch ein Wunder tatsächlich ohne Probleme in Puerto Colombia an! Für umgerechnet 2 Euro haben wir uns dort den ganzen Tag am Strand gefletzt und sind im Badewannenwasser-warmen Meer schwimmen gegangen. Traumhaft :) Ein kleiner Sonnenbrand auf der Nase ist auch dabei rausgesprungen! Nach einer weiteren interessanten Busfahrt inkl. Gitarrist(großartig!), Verkäufer(gibts in jedem Bus) und Philosoph(den ich nicht so wirklich verstanden habe) im Bus, sind wir auch ins Centrum und schließlich nach Hause gekommen.

    Zu Hause, das ist in meinem Fall momentan ein kleines Zimmer in der Wohnung von Melissa und Arturo. Die Wohnung liegt in einer großen Wohnanlage mit Pool, Fitnessstudio, Putzfrau und Wachmann vor der Tür. Wenn man etwas braucht, kann man sich das scheinbar auch aus dem kleinen Lädchen auf der anderen Straßenseite per Anruf bestellen! Aber damit warte ich lieber, bis ich sicher bin dass ich die Person am anderen Ende der Leitung auch verstehe ;)

    Insgesamt geht's mir also wie ihr seht gut! Ich hoffe, dass man bald ein bisschen mehr Orientierung hat und nicht jede Unterhaltung eine kleine Herausforderung darstellt. Ab morgen geht's in die Uni und ich bin schon arg gespannt, wen man alles noch so kennenlernt. Den Campus hab ich gestern schon gesehen: Erste Sahne! Mehr dazu im nächsten Eintrag und mit hoffentlich mehr Wissen ;) Hasta pronto, amigos!

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  • 20Jul 2013

    4 Viva Colombia! 20.07.2013 Kolumbien —

    El Carmen, Barranquilla D.E.I y P., Kolumbien

    Beschreibung

    Viva Colombia- denn heute ist der kolumbianische Unabhängigkeitstag! Und in den haben wir gestern natürlich reingefeiert. Der Abend war die absolute Krönung der Woche nach 3 Einführungstagen in der Uni und heute Abend geht's auch schon weiter mit der nächsten "rumba"!

    Der ganze Spaß fing Mittwoch morgen an: Auf zur Uni um die anderen Internationals kennen zu lernen und natürlich über alles von A wie Anfahrt bis Z wie Zusatzkurse zu lernen. Die Tage waren mit dieser Informationsflut(und der andauernden Hitze) zwar ziemlich anstrengend, hauptsächlich aber echt interessant und unterhaltsam! Die anderen Austauschstudenten kommen aus Mexiko, Frankreich, Ecuador, Venezuela, Südkorea, Peru und natürlich auch aus Deutschland. Und die ganze Truppe ist echt "chévere"! Das ist das wohl meist-gebrauchte Wort hier und bedeutet so viel wie cool, wunderbest, klasse ;)

    Nachdem wir die ersten zwei Tage in der Uni verbracht haben und dabei u.a. von der Polizei besucht wurden die uns Sicherheits-Tipps und persönliche Handynummern vom teniente und capitano gegeben hat, neue Sportarten kennengelernt haben die hier angeboten werden und mehrmals von extrem beeindruckenden kolumbianischen Tänzerinnen und Tänzern eine Show geboten bekommen haben waren wir gestern mit einem Sightseeing-Bus in der Stadt unterwegs. Diese Doppeldecker ohne Dach gibt's in Barranquilla sonst nicht und wir saßen dementsprechend wie auf dem Präsentierteller und wurden von den Kolumbianern überall am Straßenrand freudig gegrüßt und fotografiert! Das und die Tatsache, dass der Bus für jede 2. Straße eigentlich zu hoch war und wir somit regelmäßig mit Mango- und Mandelzweigen zu kämpfen hatten haben allein die Fahrt im Bus schon zu einem kleinen Abenteuer gemacht. Wir sind natürlich auch durch die Innenstadt gelaufen, haben uns verschiedene Sehenswürdigkeiten angeguckt und hatten dabei ziemlich Spaß. Unsere Betreuer hier sind echt super und hatten alles organisiert und schienen definitiv auch ihren Spaß mit uns zu haben! :)

    Das mag allerdings auch daran liegen, dass die Kolumbianer generell ein unbeschreiblich fröhliches Völkchen sind und scheinbar immer lachen, lächeln und sich freuen. Das ist natürlich total ansteckend und ich fühle mich hier gerade pudelwohl!

    Das gilt wohl für den allergrößten Teil der Internationals: Gestern in der Kult-Salsabar "La Troja" war die Stimmung auf jeden Fall genial und wir haben uns die Füße wund getanzt. Danach ging's noch weiter in den nächsten Club und als ich um 6 ins Bett gefallen bin ich zu dem endgültigen Schluss gekommen, dass das hier auf jeden Fall die richtige Wahl für mein Auslandssemester war und ist. Mit so tollen Menschen hier und der ständigen Sonne, die einen einfach irgendwie glücklich macht, kann schließlich fast nichts mehr schief gehen.

    Ich hoffe ihr genießt den Sommer in Deutschland und seid auch so gut gelaunt wie ich gerade. Ich werd mich jetzt ins wohl-klimatisierte Einkaufszentrum begeben und freu mich schon auf die ausgiebige fiesta zur Feier der kolumbianischen Unabhängigkeit heute Abend! Hasta luego, amigos!

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  • 04Aug 2013

    5 En Barranquilla me quedo! 04.08.2013 Kolumbien —

    El Carmen, Barranquilla D.E.I y P., Kolumbien

    Beschreibung

    Und schon wieder ein Woche rum! Sogar zwei seit ich das letzte Mal geschrieben habe. Und das obwohl hier eigentlich jeden Tag gefühlt genug passiert um einen Blog-Eintrag zu füllen. Dementsprechend ist die Zeit natürlich aber auch knapp und ich beschränke mich darauf, euch hier nur meine absoluten Highlights vorzustellen!

    Gestern hieß mein Tageshighlight Bonfiest, weil das Highlight vom Vortag viel mit Rum zu tun hatte. Bonfiest ist ein Mittelchen, erhältlich in jeder Apotheke oder jedem Supermarkt und es ist ganz offiziell eine Medizin gegen Kater! Und es funktioniert! Meine neue deutsche Mitbewohnerin Sophie hat in weiser Voraussicht einen Vorrat dieses wundersamen Medikamentes angelegt und nun bin ich mehr als erstaunt wie gut es tatsächlich wirkt. Dem Strandbesuch gestern stand also nichts mehr im Wege! Selbst der Busfahrer, der scheinbar der Auffassung war, dass er den Fahrenden Ritter aus Harry Potter fährt und sich somit mit rasender Geschwindigkeit zwischen Mopeds und Autos hinurchgeschlängelt hat, konnte mich nicht aus der Fassung bringen :) (PS. Bestellungen werden per Facebook angenommen ;))

    Wie es dazu kam, dass dieses Mittelchen her musste? Naja. Nachdem wir hier seit Mittwoch jeden Abend unterwegs waren und dazu noch einen Salsa-Tanzkurs am Donnerstag hatten und ja generell seit unserer Ankunft eigentlich jedes Wochenende wie eine Horde wild-gewordener Affen (mit Taktgefühl!) getanzt haben, war gestern der Tag gekommen an dem wir einfach nur zusammensitzen und gemütlich ein bisschen trinken wollten. Aus dem bisschen wurde dann ein bisschen mehr als wir entdeckt haben, dass das Trinkspiel "Ibiza/Königsbecher/Circle of Death" auch hier bekannt ist! Es heißt dann Copa del Rey und endet genau wie in Deutschland für mindestens einen Spieler unglücklich. Und 3x dürft ihr raten, wer gestern das Glück hatte den Königsbecher trinken zu "dürfen" ;) (PS. Mama, Papa, Oma: Was ihr in diesem Abschnitt nicht versteht, müsst ihr auch nicht verstehen! )

    Nicht, dass ihr jetzt einen falschen Eindruck bekommt: Mein Leben besteht hier nicht nur aus Spiel, Spaß und Schokolade. Ich studier' unter der Woche auch tatsächlich. Mehr als die meisten anderen Austauschstudenten, da sonst scheinbar niemand die Vorschrift hat 30 ECTS im Auslandssemester zu machen! Mein Stundenplan ist dementsprechend medium-entspannt: Ich hab' jeden Morgen zwischen 6.30h(!!!) und 8.30h meine erste Vorlesung und bin dann (mit jeder Menge Freistunden) eigentlich den ganzen Tag in der Uni. Die Freistunden sind allerdings gefüllt mit dem Versuch, mit dem Lesestoff hinterher zu kommen. Einen Text von Platon zu lesen bringt auf Deutsch schon nicht unbedingt Spaß. Auf Spanisch... ist es praktisch unmöglich :D Aber insgesamt will ich mich nicht beschweren: Es gibt in vielen Vorlesungen auch Texte auf Englisch und wenn ich was nicht verstehe oder schlichtweg zeitlich nicht geschafft habe, sind sowohl die Professoren verständnisvoll als auch die anderen Studenten unglaublich hilfsbereit.

    Von der Uni im Allgemeinen bin ich recht begeistert: Alles super ausgestattet, das International Office hier betreut uns ganz wunderbar und es gibt Sport- und "Kultur"kurse en masse und umsonst! Also mache ich jetzt einen Yoga-/Meditationskurs, einen Salsa-Kurs(für den ich dann abends immer fleißig in der Disco übe) und spiele Volleyball.
    Mit dem Programm bin ich dann eigentlich auch abends immer todmüde. Aber halt nur für ein paar Minuten- denn dann machen Sophie und ich uns für gewöhnlich auf den Weg um das meiste aus den 5 knappen Monaten zu machen, die wir hier haben! In den letzten Tagen waren wir also bei Freunden zum Kochen oder Trinken eingeladen, haben auf Dachterrassen gechillt oder das Wetter genutzt und waren an verschiedenen Stränden bzw. am Pool, sind in zig Bars oder Discos gewesen die allesamt für gut befunden wurden und hatten jede Menge Spaß dabei. Ein Highlight war natürlich auch die „Chiva“: eine Tour mit einem Party-Bus quer durch die Stadt zu verschiedenen Discos und jeder Menge Aguardiente (Ouzo-ähnliches Getränk) umsonst.

    All das sind an sich schon tolle Erlebnisse und dass es mir hier mehr als gut geht, hört ihr hier ja sicher raus. Was allerdings meiner Meinung wirklich das absolut Entscheidende ist, ist dass ich hier mega coole Leute kennengelernt habe und wir in der kurzen Zeit schon wie eine kleine Familie zusammengewachsen sind! Außer Sophie gehören zu dieser „familia extranjera“ eine Südkoreanerin, ein Argentinier und einige verrückte Franzosen und Mexikaner dazu. Und so lerne ich neben Spanisch und der kolumbianischen Kultur noch jede Menge französische Schimpfwörter und leckere Rezepte. Außerdem sorgt dieser Kulturmix immer wieder für Lachanfälle meinerseits wenn beispielsweise ein paar entsetzte Gesichter Sophie und mich anstarren weil wir Bratnudeln mit Ketchup im Gegensatz zu Mexikanern und Franzosen für eine annähernd perfekte Mahlzeit halten oder weil es fast unmöglich ist einem Franzosen den Satz „Ich bin voll wie ein Eimer“ beizubringen- zumal wenn das tatsächlich der Wahrheit entspricht!

    Mir Fallen spontan noch mindestens 10 Geschichten ein, die ich hier gerne mit euch teilen würde- aber das sprengt dann wohl etwas den Rahmen und außerdem muss ich mich jetzt auch langsam mal daran machen, mein chronisches Schlafdefizit auszugleichen. Nächsten Mittwoch ist hier Feiertag und das wird die Woche sicher eher noch schlafärmer machen als sie ohnehin schon ist.

    Entonces: Ciao, mis queridos!

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  • 30Aug 2013

    6 Tanzkurs, tareas und Taganga! 30.08.2013 Kolumbien —

    Taganga, Santa Marta, Kolumbien

    Beschreibung

    Nach fast 4 Wochen mal wieder ein Lebenszeichen von mir- lo siento, amigos! Wie schon bei Facebook angedeutet, stecke ich zurzeit im Klausurenstress und versuche nebenbei mein Feier-Pensum aufrecht zu erhalten. Bei dieser Kombination seid ihr die letzten Wochen etwas kurz gekommen und ich versuche euch jetzt mal mit einem laaaangen und hoffentlich trotzdem spannenden Blog-Eintrag zu entschädigen! ;)

    Fangen wir also gleich mal bei einem besonders spannenden Thema an: dem Wetter! Haha…nein, im Ernst, selbst über das Wetter gibt es hier einiges zu berichten. Grundsätzlich bleibt das erste Wort das man mit dem Wetter Barranquillas assoziieren muss „heiß“. Das wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern, denn die sogenannte Regenzeit hat nach meinem Vermieter schon angefangen. Das bedeutet anscheinend(neben der Tatsache, dass es NOCH mehr Mücken gibt), dass es ab und an etwas nieselt, ein Tag mal grauer ist als sonst und dass es außerdem Tage gibt an denen man schlicht für ein Stunden das Haus nicht verlassen kann- weil es so KRASS regnet! Wenn man es wie ich trotzdem versucht, wird man innerhalb von 30 Sekunden so durchnässt, dass man wieder nach Hause gehen und sich umziehen kann(ja, ich spreche aus Erfahrung…). Ein Kanalisationssystem ist außerdem nicht wirklich vorhanden, dementsprechend verwandeln sich manche Straßen in Flüsse (was auch endlich den Sinn der extra-hohen Bürgersteige erklärt!) und es schieben sich die sogenannten „arroyos“ durch die Stadt. Die Strömung dieser Wasserwalzen ist so stark, dass Autos mitgerissen werden können und Busse umkippen. Daher steht der Verkehr dann auch einfach mal für ein paar Stunden still.

    Apropos Verkehr! Ich werde wohl nie müde werden mich über immer neue Erfahrungen im Straßenverkehr dieser Stadt zu wundern. Neben wahnsinnigen Busfahrern und todesmutigen Taxifahrern mit starker Affinität zum Hupen habe ich letztens noch ein drittes Mittel entdeckt, um in die Uni zu kommen. Ein „colectivo“ ist ein Fahrservice, der Tag für Tag Studenten von zu Hause abholt und für wenig mehr Geld als man für den Bus zahlt zur Uni bringt und auch wieder abholt Hört sich super an, oder? Dachte ich auch. Dann bin ich mitgefahren. Und neben mir und dem unerlässlich lachenden und fluchenden Fahrer noch 5 Leute. Anschnallen ist hier eh nicht angesagt, insofern ja eigentlich eh egal! Blöd war nur, dass die Batterie des Autos leider eher leer als voll war. Neben der Tatsache, dass wir somit im Dunkeln ohne Licht gefahren sind (es wird um 18h dunkel, Äquator-Nähe und so) und die ganze Zeit eine Warnleuchte blinkte, war daran besonders amüsant, dass wir tatsächlich liegen geblieben sind. Die zwei Jungs die dabei waren mussten dann kurzerhand kurz anschieben und schon ging die wilde Fahrt weiter! Insgesamt würde ich das ganze durchaus als für Barranquilla sehr typisches Erlebnis beschreiben: Man denkt, man kommt nicht weiter und dann denken sich die Kolumbianer irgendwas aus und überraschen mich! :D

    Auch in die Kategorie „Vorsicht, Verkehr!“ gehört sicherlich die Geschichten des Feiertages an dem wir insgesamt sage und schreibe 5 ½ Stunden für Hin- und Rückfahrt zu einem nicht wirklich weit entfernten Strand gebraucht haben um dort ganze 3 Stunden zu verbringen. Es genau zu erklären würde hier den Rahmen sprengen, aber nur um euch eine Vorstellung zu geben: Die Geschichte beinhaltet eine stark betrunkenen Kolumbianerin, die uns leider schlecht dirigieren kann, einige Missverständnisse bezüglich des richtigen Busses bzw. der Frage des richtigen Strandes und einige mit Mensch und Huhn vollgestopfte Verkehrsmittel die man sich in Deutschland wohl einfach nicht vorstellen kann!

    In der Zeit seit dem letzten Eintrag habe ich es auch mal aus Barranquilla rausgeschafft. Wir waren mit ca. 20 Leuten in Taganga, einem kleinen Fischerdorf mit vielen, vielen Rucksacktouristen und Partymöglichkeiten. Wir haben dann dort auch die örtlichen Gepflogenheiten beachtet und nicht viel anderes gemacht als am Strand zu chillen und zu feiern. Dem Barranquilla-Programm also recht ähnlich… allerdings ist Taganga auch kein Ort der mit Sehenswürdigkeiten übersät ist und daher war das vermutlich auch der schlauste Plan. Ganz sinnlos war die Reise kulturell gesehen dann auch nicht, denn wir haben vom Begrüßungsstil bis hin zum Fluchen viel über kulturelle Unterschiede gesprochen und uns dabei köstlich amüsiert! Wenn ich wiederkomme und euch alle ständig umarme oder sonst wie anfasse, denkt euch also bitte nichts dabei- das ist Anpassung ;) Für die anderen war es außerdem besonders unterhaltsam zu sehen, dass Sophie und ich aus dem Stand dezente Schwierigkeiten hatten die deutsche Nationalhymne zu singen. Für alle anderen war das nämlich kein Problem und sie standen mit stolz geschwellter Brust vor uns und haben inbrünstig und vollkommen unverständlich irgendwas gesungen. Dafür konnten wir dann mit Deutsch beim Beschimpfen definitiv punkten!

    Weiterhin hat sich in Taganga rausgestellt, dass ihr euch um mich hier definitiv überhaupt gar keine Sorgen machen müsst. Meine mexikanischen Freunden sind nämlcih Frauen gegenüber wirklich schon fast übermäßig fürsorglich- in den Clubs dort hat uns selbst auf die Toilette immer jemand begleitet! Kein Witz! Ich bin also in guten Händen und ihr könnt‘ beruhigt sein, dass mir hier wohl niemand schräg kommen oder was Böses tun kann.

    Weiter im Programm! Was habe ich sonst so gemacht, dass mich so vom Schreiben abgelenkt hat? Zwischen den regelmäßigen Strandbesuchen, dem Erkunden einiger neuer oder auch bekannter Discos, feiern auf einem echt coolen Strandfestival, dem Ausnutzen unseres hauseigenen Pools und einem ersten erfolgreichen Shoppingtrip war ich auch mal ein bisschen krank. Nichts Ernstes, nur wohl ein bisschen Überforderung meines Körpers mit all den neuen Eindrücken bezüglich Temperatur, Essen und Feier-Stil. Das hat neben zwischenzeitlichem Stimmverlust auch zu einer bleiernen Müdigkeit geführt, die mich ehrlich gesagt in manchen Vorlesungen schlicht dazu gezwungen hat, ein Minütchen die Augen zu schließen. Wenn man allerdings auch in einem Vorlesungssaal mit 100 Leuten sitzt und die Sitze Kinosesseln mehr ähneln als der 0815-Vorlesungausstattung muss man das vielleicht auch als von der Uni hier gewollt betrachten ;)

    Ansonsten lässt sich zu der Uni folgendes berichten:

    1. Ich kann dem Unterricht schon viel besser folgen! Nur leider nur begrenzte Zeit, denn irgendwann ist mein Kopf vom Zuhören so überanstrengt, dass ich sozusagen automatisch abschalte. Ich hatte weder in der Schule (in Deutschland oder den USA) noch in der Uni je so sehr das Gefühl von etwas überfordert zu sein. Auch vielleicht mal eine Erfahrung..

    2. Ich bin definitiv ein Fan des deutschen Unisystems mit viel Stress am Ende und bis dahin wenig bis gar keine Hausaufgaben. Diese „tareas“ hier mit regelmäßigen Anforderungen von 50 Seiten lesen und mehr sind einfach nicht ohne. Nach diesem Semester lese ich glaube ich erstmal gar nichts mehr!

    3. Die Professoren sind grundsätzlich sehr nett und hilfsbereit! Heute hat meine Professorin mir als ich meine Arbeit abgeben wollte über den Kopf gestreichelt, meine Arbeit abgeguckt, mir einen Tipp gegeben um was zu verbessern und mich dann lächelnd gehen lassen. Da war ich glücklich! Andererseits habe ich auch einen Professor der glaube ich einfach denkt ich bin faul und lese deshalb seine 50 Trillionen Seiten nicht. Der ist da eher eiskalt- mal sehen was nächste Woche beim Parcial rauskommt!

    4. Wie unglaublich kurzfristig hier geplant wird, überrascht mich (dummerweise) immer wieder. Von Gruppenarbeiten bis zu Klausuren: Alles wir innerhalb von wenigen Tagen/Stunden geändert/ verschoben/ gefordert. Definitiv Neuland für mich, da ich ja sonst schon eher zu den Planungs-Freaks selbst unter uns Deutschen zähle. Aber man lernt ja immer dazu. Und in Kolumbien klappt auch kurzfristig komischerweise immer alles am Ende irgendwie! ;)
    5. Egal wie überfordert/negativ/geschockt das alles klingt- an sich ist die Uni wirklich organisiert und tut viel für uns, Hilfe wird immer und überall von jedem angeboten und bis jetzt wurde ich hier schon mehr als einmal völlig von irgendeiner Lösung überrascht! 

    Oh, und von meinem Lieblingskurs will ich euch natürlich berichten! Danza Cubana! Sprich: Hüfte schwingen zu suuuuuuper guter Salsamusik mit einer Tanzlehrerin aus Kuba die einen ohne Unterlass ermahnt den „pudín“ wie eine Latina zu bewegen und vielen, vielen Kolumbianern die ich unheimlcih um ihre Tanzfähigkeiten beneide. Meine Kinder werden mit 2 Jahren definitiv in eine lateinamerikanische Tanzschule gesteckt! ;) Am Ende des Semesters drehe ich euch ein Video und zeige euch was ich gelernt hab‘- bis dahin probe ich fleißig im Tanzkurs und in jeder auffindbaren Salsa-Bar.

    Im Gegenzug zu allem was die Kolumbianer uns hier von ihrer Kultur zeigen haben wir Anfang der Woche unser jeweiliges Heimatland auf der „Feria Internacional“ präsentiert um Leute zu animieren, dort vielleicht ihr Auslandssemester zu machen. Obwohl die Planung bei uns Deutschen ziemlich chaotisch und anstrengend war, war der Tag selber echt lustig und ich hatte meinen Spaß daran im Deutschlandtrikot von Stand zu Stand zu hüpfen und dort dann die anderen zu besuchen statt wie Benny, ein blau-äugiger und blonder Deutscher, am Stand zu sitzen(durch Bänderriss und Krücken auch ziemlich gefesselt) und von zig Teenagern belagert zu werden, die einen wie eine besondere Zirkusattraktion behandeln und ALLE auf ein Foto bestehen :D

    Ein weiteres, auf Reisen immer interessantes Thema: Essen! Ich habe hier schon einige Spezialitäten probiert und vieles für gut befunden. Zu den Hauptzutaten zählen auf jeden Fall Reis, Kochbanane(platano!), Bohnen, Kokos, viele, viele frische Früchte und eine gehörige Portion Salz. Als Fan von salzigem Essen muss ich dazu sagen, dass es sich wirklich oft um eine GROSSE Menge Salz handelt. Oftmals wird das Ganze dann frittiert (bei der Hitze ein wirksamer Schutz vor vergammeln). Arepas, Empanadas, Palito de Queso- alles schnell und auf die Hand! Und leider Gottes alles andere als gesund. Dafür sind die frisch-gepressten Säfte oder Obstsalate und –stücke die einem überall angeboten werden umso gesünder und unbeschreiblich lecker! Hinzu kommt, dass man die Hälfte der Früchte vorher gar nicht kannte und nun ganz neue Entdeckungen macht. Sehr empfehlenswert!

    Neben dem kolumbianischen Essen bin ich durch meine doch sehr internationale Clique hier auch schon in dem Genuss von argentinischem „asado“ gekommen. Ein Grillfest mit zig Sorten Fleisch und wenig anderem. Wir waren mit ca. 40 Leuten in einem argentinischen Restaurant und hatten einen ziemlich amüsanten Abend! Außerdem haben meine „familia extranjera“ und ich ein kleines Ritual eingeführt: Circa einmal die Woche kocht eine Nationalität etwas Typisches für alle und wir (kochen und) essen dann gemeinsam in kleiner Runde  Letzte Woche gab es seeehr leckeres mexikanisches Essen, die Woche davor haben Sophie und ich Kartoffelbrei und Frikadellen gemacht! Kam auch gut an! Diese Woche sind nun unsere Franzosen dran und zaubern etwas. Ich bin mehr als gespannt, was bei den 3 Jungs in Kombination in der Küche rauskommt!

    Auch zu erwähnen: Ich würde momentan morden für ein deutsches Frühstück! Weltmeisterbrötchen, Schwarzbrot, Feinbrot und nicht zu vergessen erschwinglicher Käse mit Geschmack! Diese Dinge gehören nämlich leider nicht zum Supermarktsortiment hier. Nutella ist auch ein echtes Schnäppchen: Ein kleines Glas für 5 Euro- das zahlt man doch gern!

    Ihr seht schon, es war einiges los. Deshalb ist das Reisen auch etwas zu kurz gekommen und wir planen das am nächsten Wochenende zu ändern und nach Cartagena oder in den Parque Tayrona zu fahren. In den nächsten Tagen steht aber erstmal ein Besuch im Museo del Caribe hier in Barranquilla sowie im örtliche Zoo an, am Samstag ein (zugegebenermaßen von mir angezettelter) Trink-wettbewerb zwischen Mexico, Frankreich und Deutschland statt. Außerdem gilt es nächste Woche noch die Klausuren zu bestreiten und möglichst auch zu bestehen- drückt mir die Daumen!

    So, jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand! Ich hoffe, die Ausführlichkeit hat die leichte Verspätung wieder wett gemacht und dass ihr Spaß beim Lesen hattet.

    Buenas noches, mis queridos!
    Un beso!

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  • 11Sep 2013

    7 Cartagena, cultura und Colombia-Fieber 11.09.2013 Kolumbien —

    Manga, Cartagena, Kolumbien

    Beschreibung

    Heute ist der 11. September (bei mir zumindest noch)- ich bin also vor genau zwei Monaten aus Hamburg Richtung Süden gestartet. Wahnsinn, wie schnell diese Zeit vergangen ist! Und wie viel Spaß ich in den letzten Wochen hatte, wie viele tolle Leute ich kennenlernen durfte, wie eng man mit Menschen in so einer Zeit zusammen wachsen kann, wie sehr man ein Land lieben lernen kann!

    Kolumbien, ich weiß noch wie geschockt Mama war als ich dieses Land als Ziel für mein Auslandssemester das erste Mal in den Raum gestellt habe. Und man kann es ihr vielleicht auch nicht verübeln Denn als Deustcher hat man gewisse Vorbehalte und Vorurteile gegenüber diesem Land: Das ist zu gefährlich! Da werden Drogen geschmuggelt und Menschen entführt… Warum sollte man da also freiwillig hinwollen? Ganz einfach: Weil es sicherlich zu den schönsten Ländern dieser Erde zählt und hier die freundlichsten Menschen überhaupt leben (Cf. http://stesand.hubpages.com/hub/The-Friendliest-Countries-in-the-World).

    Von diesen beiden Tatsachen bin ich jeden Tag mehr überzeugt. Jedes Erlebnis bestätigt mich darin! Ein Parade-Beispiel ist da mein Wochenend-Trip nach Cartagena. In 1 ½ Stunden ist man mit dem Bus oder Auto von Barranquilla aus im „Paradies“ angelangt: Cartagena ist eine alte Kolonialstadt und hat touristisch gesehen wesentlich mehr zu bieten als Barranquilla. Das Zentrum, umgeben von einer Mauer und gefüllt mit hunderten von Häusern im Kolonialstil und knallbunt, lädt zum Erkunden und Spazieren ein. Zwischendurch kann man in einem der zig Cafés und Restaurants eine kleine Pause einlegen um dann mit frischer Energie das Nachtleben zu erkunden. Genau so sah unser Samstag dann auch aus. Wir hatten zudem das Glück, dass Sophie Dank ihres Sozialen Jahres dort vor 2 Jahren noch viele Kontakte hat! So haben wir nicht in einem Hostel sondern bei einer ihrer Freundinnen, Lili, geschlafen. Ein Original kolumbianisches Mittagessen gab‘s auch noch dazu- und einen Einblick in die nicht so touristischen Teile der Stadt. Die Gastfreundschaft dieser Familie hat mich wirklich beeindruckt: Die finanziellen Verhältnisse waren definitiv schlechter als unsere und trotzdem haben sie darauf bestanden, dass wir das nächste Mal –wenn wir mit 10 Leuten reisen wollen!- auch bei ihnen schlafen. Ein Angebot, dass in Deutschland wenige Leute machen würden, und sicherlich nur solche mit einem sehr soliden finanziellen Hintergrund. Hier hingegen teilt jeder mit Freude gerne das was er hat- egal wie wenig das sein mag.

    Lili und Sophie hatten dann natürlich auch einen guten Überblick, was man in Cartagena machen sollte und welche Bars man besuchen muss. Wir haben noch ein paar andere Freunde von Sophie zum Feiern getroffen und sind zu einem echt schönen Aussichtspunkt gefahren. Alles in allem ein absolut gelungener Tag und Abend! Nach Cartagena will ich so schnell es nur geht nochmal! Bilder findet ihr bei Facebook.

    Neben diesem Highlight habe ich natürlich noch so einiges erlebt- und auch den ganz normalen Uni-Wahnsinn. Meine Klausuren sind jetzt erst mal durch. Bis auf eine –bei der ich tatsächlich da saß und schlichtweg gar nichts mehr wusste- lief alles soweit gut! Da sich rausstellte, dass die meisten Klausuren hier aus Multiple Choice-Fragen bestehen oder in Gruppenarbeit erledigt werden, war das Ganze dann auch doch nicht so schlimm wie gedacht.
    Neben dem Lernstress und der ganzen Aufregung hat die Uni aber auch so einiges für uns auf die Beine gestellt! Wir waren zum Beispiel im Museo del Caribe und haben dort im 2-Stunden-Schnelldurchgang ein wenig Kultur in uns aufgesogen. Außerdem hat der Dekan der Wirtschaftsfakultät diejenigen die Wirtschaft studieren noch persönlich begrüßt, uns einen Vortrag gehalten und einen kleinen Ausflug zum Hafen organisiert. Dafür durften wir dann entschuldigt fehlen, ich war also logischerweise mit von der Partie. Allzu spannend war das zugegebenermaßen nicht- aber die Fahrt dorthin führte durch den „schlimmen“ Süden der Stadt und so hat man mal etwas anderes von Barranquilla gesehen als den reichen Nordteil. Außerdem war ich mit meiner Marketinggruppe für eine Hausaufgabe hier im Zoo! Dieser war leider seeehr klein und die Tiere taten einem in ihren winzigen Käfigen bei der Affenhitze auch ziemlich Leid. Aber da das Ganze ja auch kein Vergnügungsausflug war, sind wir innerhalb einer Stunde durch gewesen und ich hatte wieder Zeit mich meiner Wochenendplanung zu widmen…

    … und dabei sind wieder ein paar grandiose Dinge zu Stande gekommen! Einen Abend waren Sophie und ich im Kino und haben Kindsköpfe 2 geguckt- und mehr über unsere Sitznachbarn als über den Film gelacht. Die sind nämlich vor Freude völlig ausgerastet! Klatschen, Grölen vor Lachen, sich auf die Schenkel klopfen- alles in atemberaubender Lautstärke dabei. An einen erhöhten Lautstärkepegel insgesamt in diesem Land habe ich mich ja schon gewöhnt. Aber dieser Kinobesuch war trotzdem nochmal ein kleines Highlight!

    Auch als Highlight würde ich das Wochenende vor Cartagena bezeichnen (oder eigentlich jedes Wochenende?!). Neben einem netten Mädelsabend haben wir da nämlich statt unseres geplanten Trinkwettbewerbs die Hausparty einfach vergrößert und das ganze wurde zu einem unvergesslichen Abend an den sich niemand mehr erinnert! In der Einladung stand: „Mitzubringen: Kamera um Fotos zu machen, die dann das Gedächtnis ersetzen“. Gesagt, getan! Ich habe an dem Abend tatsächlich circa 100 Bilder gemacht. Problem bei der Sache: 15 schwarz, 15 verschwommen und der Rest ist absolut nicht Facebook-tauglich. Ihr könnt euch also denken, dass wir das Beste aus dem Abend gemacht haben. Vorher haben die Franzosen noch was echt Leckeres gekocht, damit unser all-wöchentliches Familienritual hier nicht zu kurz kommt und dann kam auch schon die Horde der Austauschstudenten. Anschließend ging es gemeinsam in eine echt coole mexikanische Bar. Insgesamt ein sehr gelungener Abend!

    Bleibt nur noch ein Erlebnis, dass hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf: Das Qualifikationsspiel der „selección colombiana“ gegen Ecuador! In Deutschland bedeuten Qualifikationsspiele, dass ein paar Leute sich abends treffen und gemütlich ein paar Bier trinken. Oder man weiß vorher gar nicht erst davon (in meinem Fall). In Kolumbien kann einem das nicht passieren, denn das Ganze Land dreht völlig durch. Das Spiel war um 15h angesetzt und ab mittags ing gar nichts mehr. Vorlesungen wurden abgesagt oder unterbrochen und JEDER hatte ein Trikot an. Die gesamte Stadt sah bei strahlendem Sonnenschein wie ein gelbes Meer aus. Die Stimmung dabei war WM-ähnlich aber halt eher südamerikanisch-verrückt. Bis der Regen kam. Pünktlich um 14.30h! Und wenn ich sage Regen, dann heißt das hier: Alle bleiben da wo sie gerade sind(was bei uns Olimpica, das Aldi-Pendant, war) oder suchen Unterschlupf und warten. Denn die Straßen überfluten vollkommen, fortbewegen ist absolut unmöglich und Fußball spielen natürlich auch. Und da die Partie in Barranquilla stattfand, hieß das, dass die Partie erst mal nach hinten verschoben werden musste. Da wir ja im einigermaßen Trockenen waren und die Stimmung weiterhin ungetrübt blieb, war das aber ein Hindernis. Nach 1-2 Stunden ging es dann weiter und wir konnten im Nieselregen das Spiel angucken. Beziehungsweise: Mit allen zusammen anfeuern, trinken und feiern! Gesehen hab ich so ungefähr gar nichts, aber das war auch völlig nebensächlich. Teils lässt sich dieser Ausnahmezustand bei einem kleinen Qualifikationsspiel vielleicht dadurch erklären, dass Kolumbien seit 1998 bei keiner WM dabei war. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass der Großteil schlichtweg an der hier allgemein herrschenden Lebensfreude liegt :)

    Das war auch schon wieder der kleine Bericht von meinen Reisen und Rumbas! Ich werde mich jetzt wieder an meine allseits-beliebten Hausaufgaben machen und vielleicht auch die eine oder andere Bewerbung schreiben. Schließlich steht ja nach Sonne, Südamerika und Salsa das Pflichtpraktikum und die Bachelorarbeit an…

    Besos!

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  • 19Sep 2013

    8 Ab in den Dschungel! 19.09.2013 Kolumbien —

    Santa Marta (Distrito Turístico Cultural E Históri, Kolumbien

    Beschreibung

    Heute mal ein etwas „passenderer“ Eintrag zu dem, was dieser Blog ja eigentlich sein soll: Ein Reise-Blog! Vor einer Woche sind wir mit 12 Leuten in Richtung Parque Nacional Natural Tayrona aufgebrochen und haben es uns dort ein Wochenende lang gut gehen lassen. Aber von Anfang an!

    Freitag sollte es –eigentlich pünktlich- um 12.30 Uhr losgehen. Die besagte Gruppe aus 12 Leuten bestand allerdings neben 3 Deutschen, 4 Franzosen und einem Argentinier auch aus 4 Mexikanern. Sprich: Pünktlichkeit unmöglich. Wir sind also mit leichter Verspätung und viel Vorfreude im Gepäck in Richtung Dschungel aufgebrochen. Die erste Etappe ging erstmal nur bis nach Santa Marta, einem kleinen Städtchen mit niedlichen Gassen und Strandpromenade. Wir sind also nach dem Einchecken im Traumhostel mit Pool und einem leckeren mexikanischen Essen (und je 2 Cocktails auf Seiten der Jungs) im Restaurant gleich nebenan losgezogen und haben die Stadt erkundet, haben ein paar letzte Besorgungen gemacht und uns dann an den Strand gesetzt. Bevor es dann eigentlich früh ins Bett gehen sollte, wollten wir noch eben in den Pool springen und ein Bierchen in der Hostel-Bar trinken… und das Ganze ist dann etwas ausgeartet. Die Franzosen hatten sich nach den Cocktails im Restaurant nämlich am Strand noch mehr als genug gegönnt und liefen somit zu Höchstform auf. Zwei wollten vom 1. Stock aus in den Pool im Innenhof springen (bei 1,40m Tiefe auf jeden Fall eine Bombenidee).

    Es grenzt also fast an ein Wunder, dass wir trotz allem morgens fast pünktlich um 7 Uhr das Hostel verlassen haben und uns mit dem Bus auf den Weg gemacht haben. Nach einer Stunde sind wir am Eingang des Nationalparks angekommen und sind nach einer etwas langwierigen Anmeldungs-prozedur zu Fuß aufgebrochen. Wir waren alle wirklich gut gepackt: Die Ernährung sollte in den nächsten Tagen hauptsächlich aus Thunfisch und Crackern bestehen. Wasser haben wir auch mitgenommen, da es im Park selber unbeschreiblich teuer ist. Mit geschätzt 5-10kg pro Person sind wir also losgelaufen. Nach 15 Minuten gab es bei einigen die ersten Ermüdungs-erscheinungen… die allerdings vom Rest der Gruppe weitestgehend ignoriert wurden. Wir waren da hochgradig sozial ;)

    Nach 2-3 Stunden sind wir dann auch an unserem Campingplatz angekommen. Das Ganze sah aus wie aus dem Bilderbuch! Zelte und Hängematten unter Palmen und anderem Dschungelgewächs. Für umgerechnet 4 Euro die Nacht haben wir alle einen Platz in der Hängematte ergattert, unsere Sachen abgestellt und sind schnell an den nächsten Strand an dem man baden durfte. Was für eine wohlverdiente Erfrischung endlich ins Meer zu springen und die Müdigkeit der letzten Tage am Strand auszuschlafen! Wir waren alle restlos zufrieden und haben uns bis die Sonne unterging im Faulenzen, Schnorcheln und frisch-gepressten-O-Saft-Trinken geübt. Abends wurde es sich dann nach einer doch sehr frischen Dusche und mit viel Mückenspray auf dem Körper gemeinsam im Freiluft-„Restaurant“ des Campingplatzes gemütlich gemacht. Der Abend war nach einem so langen Tag im Freien und mit viel Action angenehm ruhig und wir sind nach einem leckeren Essen, einigen Runden Schwarzer Peter/Fingerkloppe-Kombination früh erschöpft in die Hängematte gefallen. Es ist zwar nicht so einfach in so einem Ding zu schlafen, aber ich fand es traumhaft! Zwischendurch rieselte ein kleiner Regenschauer auf das Strohdach über unseren Hängematten und man wurde die ganze Nacht über von allen möglichen Dschungelgeräuschen in den Schlaf gelullt.
    Der nächste Tag war leider auch schon der letzte- und vielleicht der schönste. Wir sind früh losgezogen und haben noch zwei tolle Strände besucht. El Cabo ist dabei definitiv das Highlight des Parks gewesen. Der Strand ist absolut Bilderbuch-reif und wir haben bestimmt 2 Mio. Fotos gemacht. Es blieb aber trotzdem genug Zeit zum Baden, Bräunen und Ausspannen. Und so sind wir dann irgendwann wieder Richtung Campingplatz aufgebrochen um uns schnell abzuduschen, einen Happen zu essen und dann so schnell wie möglich aus dem Park wieder rauszulaufen! Der Haken an der Sache war nämlich, dass wir nicht so ganz genau wussten wie wir vom Parkausgang wieder nach Barranquilla kommen sollten- und je früher man am Parkausgang ist, desto größer die Chance öffentliche Verkehrsmittel zu finden! Wir sind also einem Geheimtipp unserer Campingplatz-Besitzer gefolgt und haben einen anderen Weg benutzt. Dieser Weg stellte sich als „camino de los caballos“, also als der Weg den die Pferde benutzen, die einen auf Wunsch durch den Park tragen, raus. Das hieß es war relativ schmutzig aber auch um einiges schneller. Und dass meine Allergie mich ab und an etwas gepikst hat. Wir sind aber so schnell marschiert, dass wir es in weniger als der Hälfte der Zeit aus dem Park geschafft haben und ich kaum Gelegenheit hatte darüber nachzudenken. Und am Parkausgang hatten wir dann –mal wieder- großes Glück: Ein Kolumbianer hat unsere Gruppe gesehen und uns gleich an einen Freund vermittelt der uns im Mini-Van direkt und spottbillig zurück nach Barranquilla gefahren hat. Im Van habe ich in Kooperation mit einem Franzosen allen anderen die Fahrt mit wunderschönen Gesangseinlagen zu Liedern die wir beide auf dem MP3-Player gehört haben versüßt! Die Freude der hundemüden Mitfahrer lässt sich kaum in Worte fassen ;)

    Zum Abschluss sind wir noch zusammen Essen gewesen und sind dann irgendwann hundemüde nach Hause gefahren und glücklich und zufrieden ins Bett gefallen. Im Nachhinein bleibt nur zu sagen: Was für ein tolles Erlebnis! Die Ruhe die man mitten im „Nirgendwo“ und ohne Handyempfang findet obwohl man doch so nah an der „Zivilisation“ ist. Die Natur dort war wirklich beeindruckend: Alle 50m eine völlig neue Landschaft mit immer neuen Tieren zu entdecken. Ich kann jedem der in Süd- oder Mittelamerika unterwegs ist einen Ausflug in dieses kleine Paradies nur empfehlen!

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  • 15Oct 2013

    9 Cartageneando 15.10.2013 Kolumbien —

    Kolumbien

    Beschreibung

    Buenaaaaas...!

    Heute möchte ich euch mit dem hier üblichen Pendant zu Moooooin begrüßen um euhc gleich mal meine fortgeschrittene Spanischexpertise zu demonstrieren. Haha, nein im Ernst: Mit dieser netten Grußformel wird man hier tag-täglich in Verbindung mit einem fröhlichen Grinsen konfrontiert und antwortet mit einem kurzen "Qué más?" um als waschechter Costeño durchzugehen. Wären nur die blonden haare nicht... ;)

    Aber nun mal Budder bei die Fische: Ich schreibe hier ja nicht um Euch Spanischunterricht zu geben! Was gibts also Neues zu berichten?

    Das Beste zuerst: Wir hatten letzte Woche von Mittwoch an frei und sind mit ein paar Leuten ins wundervolle Cartagena gefahren. Wie schon beim letzten Besuch, war ich auch dieses Mal wieder begeistert von dieser Stadt. Vorallem das Zentrum im Kolonialstil ist schlichtweg ein Traum und bietet nebenbei zig Möglichkeiten gemütlich einen Kaffee zu trinken, richtig gut zu Essen und natürlich auch zu feiern. Wir haben in 4 Tagen alles mitgenommen was wir konnten, wozu in meinem Fall auch ein richtig ordentlicher Sonnenbrand vom Playa Blanca zählt. Da hab ich die Sonne wohl mal wieder etwas unterschätzt... schön wars trotzdem! Auch wenn ich sagen muss, dass Tayronas Strände definitiv noch 10-mal schöner sind. Und vorallem: Frei von Verkäufern und Massage-wütigen Big Mamas. Zeitweilig fühlte ich mich an Mallorca erinnert wenn es ständig durch die Luft schalte: "Mango, Mango!" "Massageeeeeeee!!!" Aaah... gut, dass ich meine Kopfhörer dabei hatte! ;) In Cartagena selber wird man natürlich auch alle paar Meter angeschnackt, kann aber besser ausweichen (da man nicht liegt ;) ). Und die ein oder andere Kleinigkeit kaufe ich dann ja auch ganz gerne... die ersten Mitbringsel sind also schon mal besorgt!

    Am Samstag hatten wir dann auch genug von dem Trubel: Nach seit Dienstag durch-gefeierten Nächten und vollem Tagesprogramm war es an der Zeit zurück nach Barranquilla zu fahren. Der eigentlich Plan war, noch für eine Nacht weiter in ein kleines Dörfchen namens Palenque weiterzufahren um dort ein kulturelles Trommelfestival zu besuchen. Leider war ich dazu aber absolut nicht mehr fit genug und hatte außerdem eine Klausur vorzubereiten. Und prompt als ich dann zu Hause ankam bin ich dann auch erstmal krank geworden. Mein rechtes Auge hat sich inerhalb von Minuten und absolut grundlos (das Arsch!) entzündet und mich erstmal zu einem Tag des absoluten Nichts-Tuns gezwungen. Naja. Im Nachhinein kein Problem: Es sollte sich nämlich rausstellen, dass der Professor die Klausur einfach mal lässig um eine Woche verschiebt. Wohlbemerkt ohne vorher eine Mail zu schreiben oder so... ich war also leicht genervt, dass meine ganze Vorbereitung erstmal für die Katz war und das nächste Wochenende wieder zumindest telweise durch lernen geprägt sein wird. Aber naja, so ist das in Kolumbien: Kurzfristige Planung inkl. überraschender Änderungen gehören hier definitiv zu den Dingen, an die man sich ale Deutscher erstmal gewöhnen muss.

    Ansonsten ist nicht allzu viel Spannendes passiert: Die Uni ist gerade wieder relativ arbeitsintensiv und wir lenken uns am Wochenende gekonnt und mit allen Mitteln davon ab. Das Gute ist, dass die Vorlesungen schon am 7. Novemebr vorbei sind und ich dann freeeeeeeei bin! Endlich Semesterferien! Da im Sommer ja nur 2-3 Wochen wirklich frei waren, habe ich mir das meiner Meinung nach jetzt auch wirklich verdient. Ich bin zwar unendlich traurig, mich hier schon so bald von so vielen lieben Menschen verabschieden zu müssen, aber auch einfach schon sehr hibbelig was meine Reisepläne angeht!

    Ich habe diese Pläne übrigens etwas abgeändert! Nach Brasilien geht es jetzt erst am 15. Dezember, vorher wird Kolumbien noch ca. 3 Wochen lang mit Sophie und Bela, zwei Deutschen, und evtl. 2-3 Kolumbianern bereist. Cali, Medellin und Bogota kann man sich einfach nicht entgehen lassen. Danach gehts dann auf gen Süden und zur Osnabrück-Reunion in Südamerika! Bis dahin: The party must go on! ;)

    Besotes!

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  • 26Oct 2013

    10 Abstecher nach Palomino 26.10.2013 Kolumbien —

    Palomino, Kolumbien

    Beschreibung

    Heute lass ich mal Bilder sprechen! Das Wochenende in Palomino war einfach ein Traum.

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  • 20Nov 2013

    11 Let the journey begin! 20.11.2013 Kolumbien —

    Santa Elena, Cali, Kolumbien

    Beschreibung

    Por fin: Das Reisen hat begonnen!

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  • 23Nov 2013

    12 Tranquilo 23.11.2013 Kolumbien —

    Buenaventura, Kolumbien

    Beschreibung

    3 Tage im Paradies und völlig abgeschnitten von der Welt!

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  • 01Dec 2013

    13 El Eje Cafetero 01.12.2013 Kolumbien —

    Manizales, Kolumbien

    Beschreibung

    Ich werde euch jetzt mal ein bisschen neidisch machen! Denn im Gegensatz zum letzten November bin ich gerade nicht am Studieren und fahre durchs verregnete Osnabrück um womöglich zur Rechnungswesen-Vorlesung zu kommen. Stattdessen habe ich alle meine Vorlesungen und Klausuren in Barranquilla schon hinter mir, habe meinen Rucksack gepackt, mich schweren Herzens verabschiedet und bin aufgebrochen um nochmal ein paar andere Seiten Kolumbiens kennenzulernen.
    Los ging es in Cali. Wir sind nach nur einer Stunde Schlaf um 4h morgens Richtung Flughafen aufgebrochen und waren dementsprechend noch ziemlich benommen. Nach nur einer Stunde Flug kamen wir auch schon in der Hauptstadt des Salsa an und haben in einem echt coolen Hostel eingecheckt! Das Zimmer konnten wir leider noch nicht beziehen, also haben wir erstmal eine kleine Siesta in der Hängematte eingelegt und waren dann nachmittags wieder fit um die Stadt zu erkunden. Abends ging es dann aber trotzdem früh ins Bett- am nächsten Tag und Abend hatten wir nämlich viel vor! Erst ging es zu Fuß zum „Cerro de las Tres Cruces“, drei Kreuzen die auf einem bewaldeten Berg mitten in Cali stehen. Cali liegt auf ca. 900m Höhe- die Luft ist also definitvi dünner als im karibischen Barranquilla. Der Anstieg war dementsprechend anstrengend und Sophie ist laut eigener Aussage „wie Gollum“ den Berg hochgeklettert. Sicherlich lag das teils auch daran, dass wir unabsichtlich die schwerste Route genommen haben die auch „Die Wand“ genannt wird. Aber die Aussicht oben war es dann definitiv wert. Bei den Kolumbianern ist der Berg scheinbar ein beliebtes Sportziel, denn oben haben wir ein Open Air Fitnessstudio gefunden und da wir eh schon durchgeschwitzt waren gleich mal ein paar Geräte angetestet… allerdings hauptsächlich um Fotos zu machen ;)
    Abends ging es dann zum Salsatanzen! Denn deswegen waren wir ja eigentlich nach Cali gekommen. Es waren super viele Leute aus dem Hostel dabei und wir hatten echt Spaß. Gerade in der zweiten Bar, in der die Musik dann gemischter war, haben wir uns gut amüsiert. Am nächsten Abend waren wir auch nochmal los, da wir tagsüber aber auch noch stundenlang im Zoo herumgeiert sind waren wir allerdings einfach zu müde und k.o. um lange durchzuhalten. Fazit: Man kann in Cali gut feiern, aber mit Barranquilla hält die Stadt nicht mit!
    Allgemein bin ich wohl relativ von der Karibikküste eingenommen. Nach vier Monaten hat man sich an die Art der Menschen, die speziellen Ausdrücke und das Essen gewöhnt und nach so langer Zeit bei durchgehend 30 Grad kommt einem alles andere kalt vor. Die Kolumbianer in allen Teilen Kolumbiens lachen sich auch regelmäßig schlapp wenn sie uns als Ausländerinnen spezielle „costeno“- Wörter und vor allem Beleidigungen benutzen hören. Ich habe bis jetzt auch wirklich noch keine unfreundlichen oder nicht hilfreichen Kolumbianer kennengelernt. Das Land ist einfach wirklich traumhaft!
    Als traumhaft kann man definitiv auch unsere Station nach Cali, ein kleines Fischerdorf namens Ladrilleros an der Pazifikküste, bezeichnen. Die Pazifikküste gehört zu den weniger touristischen Orten und ist vom Land aus kaum erreichbar. Wir sind also mit einem kleinen Bötchen die Küste hinauf gefahren und waren völlig baff. Die Pazifikküste ist viel rauer und wilder als die gewohnten Karibikstrände: Man sieht im Prinzip nur Urwald, ich hab die ganze Zeit nach Tarzan Ausschau gehalten! Im Nachbardorf von Ladrilleros –Juanchaco- angekommen, gings mit Mototaxi weiter. Mit zwei Rucksäcken ist das ganz schön abenteuerlich. Wir kamen genau passend zum Sonnenuntergang bei unserem Hostel/Hotel/Unterschlupf an. Wow! Ich hab wirklich noch nie so einen schönen Sonnenuntergang gesehen. Anschließend gab es dann frischen Fisch und wie immer 3 verschiedene Kohlenhydratbeilagen. Aber wie lecker! Die Köchin Jenny hat definitiv das leckerste typisch kolumbianische Essen zubereitet, das ich bis jetzt gegessen habe.
    Der nächste Tag war total verregnet, was uns aber nicht wirklich gestört hat. Nach all der Aufregung während den letzten Tagen in Barranquilla und den täglichen Ausflügen in Cali war es uns mehr als Recht uns einen Tag mit einem Buch einzukuscheln und zu quatschen. Und wie gemütlich es in unserer kleinen Hütte nachts mit trommelndem Regen auf dem Wellblechdach war! Abends wurde das Wetter dann auch schon wieder besser und so haben wir uns das Dorf ein bisschen angeguckt und sind am nächsten Morgen mit einem Guide zu natürlichen Poolen aufgebrochen. Wieder mal waren wir total beeindruckt! Wasserfälle, klares, kühles Wasser und das alles für uns ganz allein. Wir haben unendlich lange versucht Sprungbilder zu machen, hat aber nicht allzu gut geklappt…
    Insgesamt war der Aufenthalt an der Pazifikküste super schön und so konnten wir gut erholt Richtung Manizales, mitten im Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens, weiterziehen. Angekommen sind wir dann nicht ganz so erholt wie gedacht… Und das kam so: Unser Busfahrer hielt sich für den Fahrer des „Fahrenden Ritters“ aus Harry Potter und hat sich an LKWs und Autos in den Serpentinen der Anden vorbeigeschlängelt, im Tunnel und in Kurven überholt und laut geflucht wenn wer auf Klo wollte(was zugegebenermaßen meist Sophie oder ich waren). Hinzu kam, dass wir ca. 4 Mal liegen geblieben sind und sich die Fahrt auf acht statt fünf Stunden hinausgezögert hat. Bela hat außerdem die Empanada aus in-der-Wärme-hängendem Fleisch nicht allzu gut vertragen und saß irgendwann nur noch leicht benommen im Bus während Sophie und ich immer aufgedrehter wurden, unaufhörlich naschten und uns über ALLES schlapp gelacht haben. Der Busfahrer äußerte gegen Ende der Fahrt die Meinung, wir wären betrunken, was allerdings nicht stimmte…
    Manizales selber war dann anders als erwartet! Und zwar vorallem kälter als erwartet(auf 2000m Höhe eigentlich kein Wunder). Wir haben uns gleich alle 3 einen ordentlichen Schnupfen eingefangen und tagelang in unseren wenigen dicken Klamotten gelebt. Schön war’s trotzdem! Wir waren in natürlichen Thermalquellen baden, haben die Stadt erkundet, uns Die Tribute von Panem 2 angeguckt (seeeeehr empfehlenswert!), einen Naturpark mit vielen Kolibris, Schmetterlingen und Orchideen angeguckt und haben es uns gut gehen lassen.
    Heute Morgen ging es dann endlich los zu einem meiner Highlights auf der Reiseliste: Die Hacienda Venecia, 20 Minuten außerhalb von Manizales. Hier wird Kolumbiens unbeschreiblich guter Kaffee angebaut und das Ganze kann man als Tourist besichtigen und natürlich auch gleich den Kaffee mit verköstigen. Die Tour war total gut gemacht, es sind tolle Bilder entstanden und nun sitzen wir im zur Finca gehörenden Hostel und sind glücklich und zufrieden mit der Welt: Es ist hier super einsam und entspannt, die Umgebung ist ein Traum und es gibt den ganzen Tag hauseigenen Kaffee umsonst. Wir waren schon im Pool, haben uns gesonnt und gelesen und nun geht es gleich eine Runde in den Bergen joggen!
    Ihr seht, mir geht es weiterhin wunderbar hier in Kolumbien und ich kann gar nicht glauben, was für ein Glück ich habe hier sein zu dürfen. Wir bleiben jetzt zwei Nächte hier und dann geht es nach Medellin, wo wir nochmal ein paar Leute aus Barranquilla wiedersehen. Ein Highlight jagt also das nächste!
    Ich berichte sobald ich dazu komme wieder! Mil besos!

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