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Trip This time for Africa!!! This time for Africa!!! 28.10.2013 - 07.04.2014   Hier nun fuer alle, die es interessiert, meine Erlebnisse in Afrika recht... Doreen Manss (DE)
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This time for Africa!!!

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Hier nun fuer alle, die es interessiert, meine Erlebnisse in Afrika recht ausfuehrlich und mit reichlich Bildern bestueckt.

Ich versuche, am Ball zu bleiben und moeglichst zeitnah neue Sachen zu posten.

Viel Spass dann beim Lesen und Gucken

to all who are interested: i am travelling through africa and this is the blog of my journey. unfortunately the blog is in german, as i do not have the time to translate it, but at least i have some pictures to document and accompany the stories. if possible, i try to keep the stories up-to-date.

Means of Transport
Fahrrad Boot Bus / Truck Auto Zu Fuss Flugzeug Zug
  • 28Oct 2013

    1 Erster Tag in Namibia 28.10.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Alles gut, ich bin gut in meinem Abenteuer gelandet. Aber kurz vor dem Abflug hatte ich schon Schiss, vor allem weil ich mal wieder ein Unglückszeichen a la Final Destination auf einen Flugzeugabsturz gemeint habe zu erkennen. So etwas hatte ich schon einmal gehabt, kurz vor einem Urlaub nach Ägypten. Da sind mir auf dem Weg zum Flughafen lauter Sachen aus den ersten drei Teilen begegnet, wie ein Holztransporter oder eine Achterbahn und als dann im Radio auch noch das Lied von HIM mit der Zeile “Join me in death” kam, wollte ich partout nicht mehr fliegen. Robert hatte mich damals beruhigt und überredet und es ist ja auch letztendlich nichts passiert. Aber ein bloedes Gefühl war das trotzdem. Naja, und diesmal hatte ich wieder so ein “Zeichen”. Aber ich hatte mir vorgenommen, in das Flugzeug zu steigen und hatte mir geschworen, wenn doch nichts passieren sollte, nicht mehr soviel Final Destination zu gucken bzw. es nicht mehr so ernst zu nehmen. Naja, und da ich wohlbehalten nach vier Flügen und 48 Stunden Wachsein gut in Namibia gelandet bin, muss ich das wohl einhalten.

    Mit mir wurden noch drei weitere Freiwillige, zwei Briten und ein Schwede, vom Flughafen abgeholt und über eine lange Huckel-Schotter-Piste ging es dann zur Farm. Die ist in etwa genauso wie ich sie mir vorgestellt hatte. Überall gibt es kleine Gehege und Umzäunungen, in denen sich Tiere befinden. Bereits heute, am ersten Tag, hatte ich schon einen kleinen Springbock, eine kleine Ducker-Antilope und einen Schakal gesehen, die alle frei auf der Farm herumlaufen sowie ganz viele Affen und drei Warzenschweine. Ich sag nur “Hakuna Matata”. Als ich mich langsam an den Springbock herantastete und ihn streicheln wollte, versuchte der mich gleich mal mit seinen kleinen Hörnern zu attackieren. Aber diese waren Gott sei Dank mit kleinen Gummirohren entschärft worden. Ziegen, Hunde, Kühe, Pferde, Hühner und anderes Geflügel gibt es auch zur Genüge. Abgesehen davon haben sie hier in sehr weitläufigen Gehegen viele Windhunde, drei Caracals, viele Geparden, drei Leoparden und zwei Löwen. Die Unterbringung der Volontaere ist entweder in Zimmern a 3 Leute oder in Zelten a 2 Leute. Da ich die Natur liebe und ich ihr ja auch in Afrika sehr nahe sein möchte, habe ich natürlich das Zelt gewählt und so habe ich momentan sogar ein Einzelzelt. Das Coole ist, dass ab und an vielleicht auch Zebras oder ein Schakal an den Zelten vorbeilaufen und auf der Seite, wo mein Zeltausgang ist, kann man mit viel Glück auch Giraffen sehen. Das wäre natürlich die Krönung!!!

    Außerdem gibt es einen Gemeinschaftsbereich, den sogenannten Lapa, der gleichzeitig auch allgemeiner Treffpunkt ist, wo alle Mahlzeiten plus eine Muffinpause eingenommen werden und wo man abends ein Lagerfeuer oder ein Barbeque machen kann. Heute zum Abendessen gab es schon mal etwas ganz Leckeres: Kudu-Steak, was ganz weich war und wirklich sehr gut geschmeckt hat. Danach wurde es langsam dunkel und wir machten ein Lagerfeuer, sicher um die ganzen Insekten fernzuhalten, und unterhielten uns.

    Um 21:00 verabschiedete ich mich dann allerdings, da ich ja noch ein wenig Schlaf nachzuholen hatte. Doch bevor ich ins Bett ging, setzte ich mich noch ein bisschen vor mein Zelt und ließ den bombastischen Sternenhimmel auf mich wirken. Alle, die schon mal in Australien oder in den einsamen Gegenden Amerikas waren, wissen genau, was ich meine.

    Danach hatte ich schon mit den ersten Eindringlingen zu kämpfen, da ich das Zelt nicht ordentlich schloss und schon zwei Falter und eine kleine Kakerlake den Weg ins Zelt zum Licht gefunden hatten. Die Falter konnte ich tolerieren, die Kakerlake allerdings nicht. Zum Glück waren die Falter auch nur im Vorzelt, in dem ein kleiner Schrank steht für die Klamotten. Der Schlafbereich ist nochmals mit einem Moskitonetz und einer Plane abgetrennt, und alle Seitenwände des Zelts sind nur mit Moskitonetzen verhangen, sodass man also schön von innen nach außen bzw. andersherum gucken kann. Also bin ich mal gespannt, ob mich morgen, wenn ich aufwache, vielleicht ein Tier aufwecken wird…

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  • 29Oct 2013

    2 Erster Arbeitstag als Volontaer 29.10.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Okay, ein Tier hat mich heute nicht geweckt. Aber der Tag heute war trotzdem super. Zwischen 7 und 8 Uhr kann man immer frühstücken und ab 8:00 beginnen die Aktivitäten. Man ist jede Woche in einer bestimmten Gruppe und jeden Tag macht man bestimmte Tätigkeiten, die jeden Tag die Gruppe wechseln, sodass man jeden Tag etwas anderes macht. Unsere Gruppe hatte heute Research, aber ich und die anderen Neuankömmlinge mussten heute erstmal durch 2 Stunden Einführung durch. War zwar ziemlich trocken, aber trotzdem interessant.

    Zwischen 10:30 und 11:00 ist immer eine Muffinpause und danach geht es dann mit der “Arbeit” weiter, obwohl ich das gar nicht als solche bezeichnen würde. In unserer Gruppe stand heute Mittag ein Spaziergang mit den Pavian-Teenagern auf dem Programm. Dafür musste man sich erstmal vorbereiten, indem man alles an Schmuck, Uhren, Piercings etc. und alles in den Hosentaschen entfernt. Denn Paviane nehmen gerne alles unter die Lupe und wenn das dann ein Piercing ist, kann das ziemlich schmerzhaft sein. Doch entgegen aller Vorwarnungen ließen sie uns doch die meiste Zeit in Ruhe, außer Stewart, der unser Coordinator war und schon seit einigen Jahren hier arbeitet und Ulrika, eine schwedische Voluntaerin, die bereits zum zweiten Mal hier ist und die sehr gut mit den Pavianen auskommt. Denen sind sie, während wir gingen, auf die Schulter gesprungen und ließen sich eine Weile herumtragen und Ulrika wurde sogar von einem Weibchen gelaust, was ein Geste des Respekts und der Akzeptanz bei den Pavianen ist. Ich wurde nur zweimal kurz “besprungen”, als die Paviane mich kurz als Sprungbrett benutzten und auf meine Schulter und gleich wieder herunter sprangen. An einem kleinen Wasserloch machten wir Rast und konnten die Paviane beobachten. Zwischendurch kam ein Warzenschwein und wir dachten schon, die Gruppe würde es einkreisen und attackieren, was aber wahrscheinlich zu Gunsten des Schweins ausgegangen wäre Aber sie haben es leider doch nicht gemacht.

    Nach dem Spaziergang war Mittagpause zwischen 13 und 14:30 mit Mittagessen. Danach widmeten wir uns wieder unserem Research Working, also der Forschungsarbeit. Aber eigentlich war das nicht wirklich Arbeit, eigentlich war es mehr eine Safari. Wir fuhren mit einem Pickup-Truck durch das Reservat und der einzige, der wirklich arbeitete, war Stewart, der von den Foto-Fallen die Batterien und die SD-Karten wechselte. Für uns war es eigentlich nur Spaß. Wir sahen einige Kuhantilopen, einen Kudu, eine Oryx-Antilope, eine Warzenschwein-Familie, ein paar Strauße, zwei wilde Paviane und kleine Strauße. Es war wirklich toll! Danach kehrten wir auf die Farm zurück und um 17 Uhr war unser Arbeitstag eigentlich schon rum.

    Danach konnte man noch zugucken, wie der Gepard bzw. die Gepardin, die sie hier in einem großen Gehege direkt bei der Farm haben, Futter bekam. Sie heißt Samira und ist wirklich ein schönes Tier! Danach legte sie sich direkt neben den Zaun und man konnte sie streicheln, da sie sehr an Menschen gewöhnt ist. Danach hatte ich noch eine kleine Einführung in den Umgang mit einem Pavian-Baby, denn das ist etwas, was die Volontäre auch machen: Es gibt insgesamt acht kleine Pavian-Waisen, von denen fünf jede Nacht aus ihrem Gehege geholt werden und die Nacht in menschlicher Nähe verbringen müssen, da sie Körpernähe brauchen. Und diese Aufgabe teilen sich dann Mitarbeiter und Volontäre. Man nimmt sie zwischen 7 Uhr abends bis 7 Uhr frühs zu sich, muss sie zweimal füttern und ihnen Windeln anlegen und diese dann auch regelmäßig wechseln, da sie auch mit einem engumschlungen im Bett schlafen und einem sonst den Schlafanzug und das Bett vollpacken würden, was sie aber irgendwie trotzdem machen nach den Erzählungen. Man muss sie quasi diese zwölf Stunden die ganze Zeit bei sich haben, entweder im Zimmer, wo man sie dann auch loslassen kann oder unter seinem T-Shirt, wenn man noch mal rausgehen möchte. Und wenn man duschen muss, dann muss der oder die Kleine auch mitduschen. Man darf sie auf jeden Fall nicht alleine lassen, denn sie brauchen die Körpernähe, um sich sicher zu fühlen. Sonst würden sie nur schreien. Naja, mal gucken, wann ich das über mir ergehen lassen will.

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  • 30Oct 2013

    3 The lion is hungry tonight 30.10.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Heute war ein sehr interessanter Tag. Nach dem Frühstück war zuerst einmal Zäune Kontrollieren angesagt - “Enclosure Patrol” heisst das hier. Unsere Gruppe wurde geteilt und eine Gruppe ging zu den Leoparden, Geparden, Löwen und Wildhunden und die andere ging zu Wildhunden, Geparden, Löwen und Karakals, eine kleine Raubkatzenart mit lustigen Ohren. Dort maßen wir bei jedem Gehege die Stromstärke, denn mehr oder weniger alle Gehege müssen von der Regierung aus unter Strom stehen. Außerdem kontrollierten wir, ob in jedem Gehege das Wasserloch bzw. die Tränke gefüllt war. Die zwei Stunden gingen relativ schnell vorbei.

    Danach war eigentlich wieder die Muffinpause, aber ich wurde gefragt, ob ich helfen wollte, die kleinen Baby-Paviane zu füttern sprich die Flasche zu geben. Da sagte ich natürlich nicht “Nein”. Nachdem ich erst einmal eine Weile gebraucht hatte, bis der Kleine, für den die Flasche bestimmt war, zu mir kam, trank er dann mit einem Mal die Flasche leer und schlief dabei fast ein. Sehr süß!!! Während des Fütterns klaute mir allerdings ein anderes Pavian-Baby meine Kappe, die ich mir danach erstmal zurück ergattern musste, was gar nicht so einfach war. Danach verloren dann alle Paviane so ein bisschen ihre Scheu, wenn es so etwas bei denen überhaupt gibt, und auf einmal kletterten quasi alle auf einmal an einem herum, inspizierten alle Hosentaschen und zogen an meinen Haaren und meinen Ohrpiercings, was ganz schön schmerzhaft war, vor allem letzteres. Und da sie alle zwischendurch gerne im Matsch spielen, sah man danach auch dementsprechend aus. Aber trotzdem ein Riesenspaß!!! Viele der Volontäre (wir sind übrigens so um die 30 Volontäre) mögen die Paviane nicht besonders, weil sie halt so frech sind, manchmal auch beißen und teilweise recht grob sind. Aber ich find sie eigentlich recht lustig, allerdings nur die richtig kleinen. Insofern bin ich heute aber in meinem Entschluss bestätigt worden, einmal einen der Kleinen über Nacht zu mir zu holen. Gut, nach dem Spaß mit den Affen ergatterte ich dann auch endlich mal einen der Muffins.

    Um 11:00 luden wir dann drei große Kisten mit einem zerlegten halben Pferd auf einen Truck, denn nun war einer der wohl interessantesten Programmpunkte angesagt: Carnivore Feed, die Raubtierfütterung. Wir fuhren zu den einzelnen Gehegen und jedes Tier bekam sein eigenes Fleischstück. So fütterten wir ein paar Geparden, einen Wildhund, einen Leoparden und zum Schluss zwei Löwen. Man nahm sich eines der für die Tiere vorgesehenen Fleischstücke und schmiss es in hohem Bogen über den Zaun. Allerdings sollte man es möglichst beim ersten Wurf schaffen, da sonst die Gefahr bestand, dass die Tiere einen sonst durch den Zaun versuchen würden zu attackieren. Abgesehen davon, dass ich es schlimm fand, dass dafür fast ausschließlich Pferdefleisch verwendet wurde, war es wirklich interessant und aufregend. An die Zäune der Geparden konnte man recht nahe herantreten und sie verhielten sich wirklich wie Katzen. Bei den Leoparden musste man ein, zwei Meter Abstand zum Zaun
    halten und bei dem Gehege der Loewen durften wir nicht mal vom Truck runter, sondern nur die Männer mussten von dort die Fleischstuecke über den Zaun werfen und auch das musste gleich beim ersten Versuch klappen.

    Danach war Mittagessen angesagt und danach ging es dann zum“Border Control and Game Count”, also zur Kontrolle des Grenzzauns des Reservats und zur Wildbestandsaufnahme. Wir fuhren wieder auf einem Pickup-Truck einmal komplett um das Reservat herum und schlossen Loecher, die unter dem Zaun von Warzenschweinen oder anderen Tieren gegraben wurden, oder besserten sonst irgendwie den Zaun aus. Ausserdem versuchten wir, soviel Wild wie möglich zu erblicken, was dann in einer Liste aufgeschrieben wurde. Die erste halbe Stunde sahen wir mal überhaupt nichts, bevor dann doch die ersten Antilopen auftauchten. Wir sahen ein paar Kuhantilopen, vier Kudu-Kühe, zwei Oryx-Antilopen, zwei Elenantilopen, viele Warzenschweine, zwei Sträuße und 24 Springböcke in einer Herde. Andere Gruppen hatten auch Giraffen auf ihren Game Counts gesehen, aber uns blieb das heute leider verwährt. Trotzdem war es eine tolle Sache und man kam sich ein bisschen vor wie bei einer Game-Show. Wer sieht zuerst ein Tier und drückt als erstes auf den Buzzer bzw. klopft auf das Dach des Pickup, um dem Fahrer zu signalisieren, dass er anhalten soll.

    Danach schloss ich Freundschaft mit einem kleinen Vervet-Affen. Der ist wirklich sehr süß, man kann sich mit ihm unterhalten und wenn man ihm im Gesicht und am Kopf krault, dann schließt er die Augen und scheint es wirklich zu genießen. Wirklich sehr süß!!! Leider kann man diesen nicht mit auf sein Zimmer nehmen. Es ist echt unglaublich, wir sind erst 2 Tage hier und haben das Gefühl, dass es schon mindestens eine Woche ist. So viele Eindrücke und Erlebnisse, die man in der Zeit schon gesammelt hat, es ist wirklich Wahnsinn!!! Also mal gucken, was morgen so auf uns zukommt.

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  • 31Oct 2013

    4 The leopard sleeps tonight 31.10.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Der heutige Tag lief anders ab als gedacht. Den ganzen Vormittag von 8::00 bis 13:00, also inklusive der Muffinpause, war für eine “Waterhole Observation”” vorgesehen, also die Beobachtung eines Wasserloches im Reservat. Darauf hatte ich mich echt gefreut, denn als ich mich mit anderen Freiwilligen darüber unterhalten hatte, erzählten sie, dass einmal sogar eine Giraffe an das Wasserloch kam. Also gute Chancen, vielleicht auch eine zu sehen. Nachdem wir in unser Beobachtungsloch, eine kleine Wellblechhöhle, eingezogen waren, ging es auch ganz gut los. Es kamen bald darauf 6 wilde Esel und ein Zebra, die zusammen eine Herde bildeten, zum Wasserloch und blieben auch eine ganze Weile. Zwischendurch kamen ein paar Warzenschweine hinzu. Danach sahen wir vier Kuhantilopen, die allerdings nur vorbeiliefen und nicht tranken. Dann kamen in regelmäßigem Abstand Warzenschweine in verschiedener Anzahl zum Wasserloch und tranken. Danach kam eine Gruppe von 25 Pavianen zum Wasserloch, die sich danach unter einem Baum in der Nähe versammelten. Kaum waren diese weg, kamen jedoch in regelmäßigen Abständen immer neue Paviane, die wahrscheinlich auch zu dieser Gruppe gehörten, sodass wir insgesamt auf 45 Paviane kamen. Zwischendurch mussten wir einmal das Walkie-Talkie testen, wofür einer von uns jedoch unseren Unterschlupf verlassen musste, da es sonst keinen Empfang hatte. Dieser war jedoch von den Paviane, die immer noch in der Nähe waren, eingeschüchtert, sodass wir warten mussten, bis sie verschwunden waren. Nachdem die Gruppe verschwunden waren, sahen wir noch ein Warzenschwein, das den Weg zum Wasserloch fand - und danach leider für über eine Stunde gar nichts mehr. Das lag aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit daran, dass meine Gruppenmitstreiter es vorzogen, sich zu unterhalten, Karten zu spielen, zu singen oder ein Nickerchen zu halten und dabei zu schnarchen, anstatt einfach ruhig zu sein. Ich war ein bisschen angepisst, denn ich hatte mich vorher informiert, wie das ablaufen würde und war deshalb vorbereitet und hatte ein Buch mitgenommen. Aber natürlich kommen die scheuen Tiere, speziell die Giraffen, die zum Trinken eine sehr verletzliche Pose einnehmen müssen, natürlich nicht, wenn sie irgendwelche komische Stimmen oder sonst Lärm hören. Insofern war ich recht sauer, zwar kam ich mit meinem Buch weiter, aber von dem Wildlife bekam ich nichts mit. Am besten waren natürlich die Wünsche, dass sie heute unbedingt eine Giraffe sehen wollten, aber dafür nicht mal eine Stunde ruhig sein konnten. Naja, ich hoffe, ich kann vielleicht noch mal mit jemandem alleine dorthin. Vorausgesetzt derjenige findet den Weg, denn ich hätte mich heute komplett verlaufen.

    Da die Muffinpause ausgefallen war und auch niemand etwas zu essen dabei hatte, war der Hunger zum Mittag auch relativ groß. Wir trafen eine der heutigen Neuankömmlinge, da ja immer Montags und Donnerstags die neuen Volontäre eintreffen.

    Danach war eigentlich Project Work angesagt, also Projektarbeit, und das bedeutet eigentlich nichts weiter als Löcher-Graben für ein neues Gehege, was eigentlich jeder hasst. Doch dieser Nachmittag war anders und wir wurden damit verschont. Erstmal hörten wir alle einen Vortrag zum Thema, wie ein Tier betäubt und wieder aufgeweckt wird, und dies geschah im Vorfeld zu einer Gehege-Reinigung bei den Leoparden. In diesem Gehege waren nämlich zwei Leoparden, die für diese Reinigung in zwei kleine Käfige gehen sollten. Das Weibchen war vormittags bereits freiwillig in einen Käfig gegangen, das Männchen hatte sich allerdings geweigert, sodass den Farmmitarbeitern nichts anderes übrig blieb, als das Männchen zu betäuben. Und da dies etwas Außergewöhnliches war, durften alle Volontäre daran teilnehmen und ihre Nachmittagstätigkeit fielen dafür aus.

    Nach der Präsentation fuhren wir alle in bzw. auf den Pickup-Trucks zu dem Leopardengehege und konnten bei der Prozedur zugucken. Es war wirklich sehr interessant! Nachdem der Leopard sicher betäubt war, konnten wir alle das Gehege betreten und wir reinigten entweder das Wasserloch oder sammelten Knochen oder Hinterlassenschaften ein. Das dauerte insgesamt nicht länger als eine halbe Stunde und danach wurde das Leoparden-Männchen wieder aufgeweckt und das Leoparden-Weibchen wurde wieder “freigelassen”. Insgesamt wirklich eine sehr interessante Angelegenheit!

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  • 01Nov 2013

    5 Fuer den "kleinen 01.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Heute war kein so aufregender Tag gewesen. Wir waren heute für die “Food Preparation” eingeteilt, d.h. wir bereiteten das Futter für alle Tiere zu, die auf der Farm leben. Dafür gab es spezielle Vorgaben, an die wir uns genau halten mussten. Die Vorbereitung an sich war ganz lustig, z. B. mussten wir drei große Eimer voller Mieliepap, das ist eine Art gekochter Maisbrei, was hier die Menschen auch zum Frühstück essen, auf einem Tisch verteilen und mit vorbereitetem geschnittenem Obst und Kartoffeln vermischen. Eine schöne Sauerei!!! Danach wurde alles wieder in die Eimer gefüllt und schon war das Essen für die Pavianen fertig. Nachdem dann für alle das Futter zubereitet war, verfütterten wir es an alle bereits aufgezählten Tiere plus an die Erdmaennchen, die ich glaub ich noch nicht erwaehnt hatte.

    Als 2. Tätigkeit stand dann das Saubermachen des Raumes, in dem wir das Futter zubereiteten, auf dem Programm, was einem zum ersten Mal ein bisschen ins Schwitzen brachte.

    Nach dem Mittagessen machten wir dann mit den kleinen Pavian-Babies einen Spaziergang und setzten uns unter einen Baum, während die Kleinen auf dem Baum herumkletterten oder mit uns spielten oder auf Arm oder Bauch einschliefen.

    Nach dem Spaziergang war dann wieder Futterzubereiten für das Abendessen angesagt. Ich verabschiedete mich allerdings ein bisschen früher, da ich noch einmal in das Büro musste, weil ich noch mit meiner Bank telefonieren musste. Bis jetzt war nämlich immer noch nicht meine Überweisung für meinen Aufenthalt auf der Farm eingetroffen und so langsam wollte die Buchhaltung eine Bestätigung der Bank für die Überweisung haben. Schließlich war das Geld am 8.10. von meinem Konto abgegangen und mein Kontoauszug reichte ihnen nicht mehr als Nachweis der Überweisung. Da die Dame von der Bank allerdings sagte, es wäre normal, dass eine Überweisung nach Namibia auch mal vier Wochen dauere, beließen wir es noch mal dabei.

    Morgen ist erstmal Tapetenwechsel angesagt. Für die nächste Woche fahre ich nach Neuras, das ist eine von drei großen Reservaten dieser Farm, wo die Tiere weitläufig Platz haben und wo dann auch Tiere freigelassen werden, wenn sie alle Voraussetzungen dafür erfüllen. Ich bin schon ganz gespannt, wie das wohl wird.

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  • 02Nov 2013

    6 Fahrt ins Paradies 02.11.2013 Namibia —

    Naukluft, Namibia

    Beschreibung

    Fünf nach halb acht heute früh ging es dann los Richtung Neuras. Nach ca. 5 Stunden Autofahrt, darunter 200 Kilometer auf unbefestigter Buckelpiste, kamen wir dann gut hier an und fühlten uns sozusagen sofort wie im Paradies. Sonnig und strahlend blauer Himmel (okay, das ist nichts Ungewöhnliches für Namibia), grüner Rasen, Palmen und Vogelgezwitscher (das allerdings schon).

    Neuras ist eine Farm, die von fünf natürlichen Pools umgeben ist und daher keinerlei Wasserprobleme hat. Vor ein paar Jahren versuchte ein Paar, hier Wein anzubauen, was nach ein paar Jahren auch gelang und so entwickelte sich hier ein kleines Weinanbaugebiet und eine kleine Winzerei. Ausserdem gibt es hier ein paar Gästezimmer. 2011 kaufte dann Naankuse die Farm inklusive dem insgesamt 14.400 Hektar großen Grundstück, auf dem es viel Wildlife gibt und seitdem werden hier Tiere wieder freigelassen und es wird viel geforscht.
    Fuer die Forschung auf Neuras sind Kate und Matt zuständig, zwei junge Biologen aus den USA, die sehr engagiert sind. Dafür werden an allen Wasserlöchern, in Flussbetten, Markierbaeumen und anderen viel von Wildtieren frequentierten Orten Fotofallen aufgestellt, die dann regelmäßig mit neuen SD-Karten und neuen Batterien versehen werden müssen. Das, die Auswertung der Bilder und das Aufstellen und Umsetzen von Kaefigfallen sind auf Neuras die Hauptaufgabe der Volontäre.

    Nachdem wir angekommen waren, gab es erst einmal ein vorzügliches Mittagessen mit selbst gebackenem Brot und frischem Salat, nicht zu vergleichen mit Naankuse. Nachdem wir gestärkt waren, bekamen wir eine Tour über das Grundstück und danach wurden wir in unsere Unterkünfte, diesmal für alle ein Zelt in einem kleinen abgegrenzten Bereich mit ein paar Bäumen. Die Zelte liegen noch mehr in der Natur als in Naankuse, die Toiletten und Duschen haben kein Dach und direkt neben den Zelten geht die Wildnis los. Einfach nur genial.

    Für den heutigen Tag hatten wir dann auch frei und verbrachten den Nachmittag am Pool. Um 17:30 trafen wir uns alle und fuhren in das Reservat für einen Sundowner. Auf einem kleinen Plateau, das von Bergen umgeben war, machten wir Stopp und stießen mit einem Glas Wein an und genossen den Sonnenuntergang. Danach fuhren wir wieder zurück und es gab ein wiederum sehr leckeres Abendessen inklusive Dessert!!! Einfach unglaublich lecker!!! Bald ging es dann auch schon ins Bett, denn der Tag schlauchte schon ein bisschen.

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  • 03Nov 2013

    7 GPS-Schnitzeljagd 03.11.2013 Namibia —

    Naukluft, Namibia

    Beschreibung

    Die erste Nacht hatte ich sehr gut geschlafen und war auch früher wach als sonst, im Gegensatz zu meiner Mitbewohnerin. Sie war mitten in der Nacht aufgewacht und hatte gehört, wie etwas um unser Zelt schlich. Unsere Zeltnachbarn hatten dafür nachts mitgekriegt, wie etwas Großes zwischen den Zelten entlang lief. Zeit also, langsam mal ein paar Spuren lesen zu lernen.

    Heute, nach einem großartigen Frühstück, wurden wir zwölf Mann in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe eine Käfigfalle von einem Ort an einen anderen umsetzte, war für unsere Gruppe erstmal GPS-Training angesagt. Wir bekamen ein GPS-Gerät in die Hand und ein paar Erläuterungen und machten eine kleine Schnitzeljagd, die uns zu drei verschiedenen Punkten führte, wo jeweils unter einer Steinpyramide die weiteren Anleitungen versteckt waren. Sehr lustig und definitiv effizienter, als das Ganze in einem spröden Vortrag zu hören und dann vielleicht immer noch nicht zu wissen! Nachdem wir diese Aufgabe gut gelöst hatten, gingen wir auch schon zu unserem ersten Wasserloch und der ersten Fotofalle, wo wir die SD-Karten austauschten und die Batterien kontrollierten. Danach nahmen wir noch die Spuren rund um die Falle und um das Wasserloch unter die Lupe und versuchten auch auf dem Rückweg, ein Tier anhand der einen oder anderen Spur bzw. am hinterlassenen Kot zu identifizieren. Da muss man auf jeden Fall noch tiefer in die Materie einsteigen. Wieder auf Neuras wurden die Fotos dann auf den Computer geladen und wir werteten die Fotos aus, indem wir pro Tiergruppe je ein Bild auswählten, das am aussagekräftigsten war, was Anzahl und Art der Tiere betraf, und dieses dann in einen separaten Ordner kopierten. Das war sehr interessant, denn man wusste ja nie, was einem auf dem nächsten Bild erwarten würde. Raubkatzen sahen wir leider nicht, aber dafür verschiedene Antilopen, Stachelschweine, Warzenschweine, Pavianen, Schakale und viele Zebras, die vorwiegend nachts zum Wasserloch kamen.

    Danach war Mittagessen angesagt und danach hatten wir wieder Freizeit, da es ja auch Sonntag war. Ich konnte endlich mal meinen Blog aufarbeiten und sprang danach noch kurz in den Pool. Nach dem Abendessen machten wir ein Lagerfeuer, aßen Marshmallows am Spieß und betrachteten den Sternenhimmel.

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  • 04Nov 2013

    8 Umsetzen und Verstecken von Fallen 04.11.2013 Namibia —

    Naukluft, Namibia

    Beschreibung

    Nach dem Frühstück tauschten unsere Gruppe die Plätze. Jetzt waren wir mit dem Umsetzen einer Falle dran. Wir fuhren zu einem recht kleinen Käfig, der nur fuer Geparden und kleinere Tiere geeignet ist, mussten ihn erst einmal über einen Zaun heben und verfrachteten ihn dann auf unseren Pickup-Truck. Die traurige Geschichte zu diesem Käfig ist, dass Neuras letzte Woche von einem Farmer einen Geparden, der nur 7 Monate alt und halbverhungert war, aufgesammelt hat. Sie hatten dann ein paar Tage versucht, ihn aufzupäppeln und wollten ihn dann am 4. Tag im Käfig nach Neuras transportieren. Aber während des Aufladens auf den Pickup wurde aus Versehen irgendwie die Mechanik zum Türöffnen betätigt, was der Gepard natürlich nutzte und sofort verschwand. Danach suchten sie zwei Tage in einer großen Suchaktion nach ihm, konnten ihn jedoch nicht finden. Die Falle, die wir heute als erstes umsetzten, war der letzte Versuch, diesen Geparden noch zu fangen. Er hat kaum Überlebenschancen, da er noch so jung und unerfahren ist. Sehr traurig!!!
    Danach fuhren wir ca. 20 Minuten an eine andere Stelle im Reservat und platzierten den Käfig direkt vor einen Baum, der in letzter Zeit viel von einem Geparden als Markierbaum benutzt wurde. Wir stellten den Käfig vor den Baum, knipsten und sägten Dornenzweige von herumstehenden Büschen ab und bildeten um den Baum eine Dornenhecke a la Dornröschen, sodass der Gepard nur durch den Käfig zum Baum kommen kann. Wenn er dann in der Mitte des Käfigs auf ein Brett tritt, löst dies den Türmechanismus aus, die Türen fallen zu und der Gepard ist hoffentlich vollständig und gesund im Käfig gefangen. Damit er ein bisschen Schatten hat, bis der Käfig kontrolliert wird, rupften wir danach noch Grasbüschel und bedeckten das Dach des Käfigs damit. Danach kontrollierten wir noch die anbei angebrachte Kamerafalle und liefen noch ein bisschen durch ein naheliegendes Flussbett und suchten nach Leoparden- und Gepardenspuren, die wir auch fanden.

    Danach fuhren wir zu einem anderen Käfig, der sich direkt in einem Flussbett befand, trugen diesen ca. zwei Meter weiter an eine andere Stelle und bauten die bereits bestehende Hecke aus und füllten sie mit neuen Zweigen auf.

    Danach war Mittagpause und am Nachmittag war wieder ein Game Count angesagt. Diesmal sahen wir einen Pavian und einen Kudu in einem Flussbett, verschiedene Springbockgruppen, darunter eine große Herde von mindestens 60 Tieren, eine Gruppe Strauße und zwei Gruppen Zebras. Das war für diese Gegend ganz schön viel, da man hier nicht soviel Wildlife zu sehen kriegt, da es ja auch ein viel größeres Gelände ist.

    Nach dem Abendessen gingen ein paar von uns recht früh ins Bett, da wir morgen recht zeitig aufstehen müssen. Als wir gerade an unserem Zelt waren, sagten unsere Zeltnachbarn, sie hätten vor 15 Minuten eine Schwarze Speikobra direkt bei den Zelten gesehen und wie sie unter unser Zelt gekrochen ist. Leider war sie inzwischen aber verschwunden. Ich hielt das Ganze allerdings für einen Witz, da meine Zeltnachbarin etwas hysterisch ist und in der ersten Nacht selber dachte, sie hätte eine braune Schlange in unserem Zelt gesehen, was sich allerdings als ihr eigener Gürtel, der etwas verschlungen um ihre Hose hing, entpuppte. Eine von uns ging noch mal zu unserem Lapa, also unserem Gemeinschaftsraum zurück, um alle, die noch dort waren zu warnen, und irgendwie waren dann alle so verschreckt, dass auf einmal alle in ihre Zelte gingen. Damit hatte der Tag heute noch ein spannendes Ende.

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  • 05Nov 2013

    9 In den roten Duenen der Namib 05.11.2013 Namibia —

    Namibia

    Beschreibung

    Heute war ein besonderer Tag, denn heute war keine Freiwilligen-Arbeit angesagt, sondern ein Ausflug. Allerdings wieder nur fuer ein Teil unserer Gruppe. Um 5:30 verließen fünf von uns und Kate die Lodge und fuhren erst einmal ca. zwei Stunden wieder über die Buckelpiste nach Sossusvlei. Das ist ein Teilgebiet der Namib-Wüste, der ältesten Wüste der Welt und besteht aus vielen Dünen aus rotem Sand, die man teilweise erklettern kann. Wir hatten vor, die größte zu erklimmen, die “Big Daddy” heißt. Erst einmal liefen wir ca. 15 Minuten an einer kleineren Düne vorbei und stiegen dann an einer tiefer liegenden Stelle auf die Düne auf. Von da an kletterten wir stetig bergauf, wobei ein Teilstück recht früh am Anfang und das letzte Stück kurz vor dem Gipfel die steilsten waren. Am Ende des ersten steilen Abschnittes ging eine unserer Mitstreiterinnen zurück und ich überlegte auch kurz, ob ich weitergehen sollte. Doch dann überkam mich der Ehrgeiz und ich ging weiter, auch wenn ich inzwischen weit abgeschlagen die Letzte war. Aber irgendwann hatte ich mein recht langsames Tempo gefunden und ging meinen Weg mit vielen Pausen. Zwischendurch sammelte ich auch einen anderen unserer Gruppe ein, der sich sehr früh abgesetzt hatte und nun dem hohen Tempo Tribut zollte. Wir gingen zusammen das letzte steile Stück hoch und so kam ich sogar nicht mal als Letzte oben an.

    Die Aussicht von oben entschädigte auf jeden Fall für alle Anstrengungen und am besten war der Abstieg: Man rannte nämlich einfach die Düne herunter. Man musste sich nur etwas nach hinten lehnen und rannte los. Das war so ein Spaß und definitiv alle Mühe wert!!!

    Danach liefen wir noch durch eine Art Salzpfanne, die umgeben war von Dünen und sich bei Regen teilweise füllte. Darin befanden sich viele tote Bäume und es sah insgesamt wirklich sehr surreal aus. Ich dachte, ich befände mich in einem Salvador-Dali-Bild. Wirklich super!!!

    Danach fuhren wir zu einer Lodge am Eingang des Parks, wo es ein lecker Mittagsbüffet und einen Pool gab, den wir zum Glück nutzen konnte. Danach ging es uns um einiges besser und wir fuhren heim.

    Unterwegs zogen auf einmal Wolken auf und es sah am Horizont so aus, als ob es dort sogar regnen würde. Der erste wolkige Tag, seit wir in Namibia sind. Für den Rest des Tages war einfach jeder groggy und so passierte auch nichts Außergewöhnliches mehr. Außer, dass ich leider in Neuras erst feststellen musste, dass ich meine Videokamera am Pool vergessen hatte. Ich sagte Kate und Matt Bescheid und sie riefen in der Lodge an, doch nachdem jemand nachgeguckt hatte, wurde leider nichts gefunden und soweit war wohl auch nichts abgegeben worden. Sehr ärgerlich! Zwar wird am Donnerstag dann die andere Gruppe nach Sossusvlei fahren und dann auch in der Lodge Mittagessen und am Pool liegen, aber ich bezweifle, dass sich die Kamera bis dahin einfindet. So ein Mist!!! Am schlimmsten ist natürlich wieder, dass die SD-Karte mit den ganzen Bildern von dem Tag weg ist. Ich hatte zwar an dem Tag nur ein paar gemacht, als ich die Düne hochgewandert bin und ein bisschen die Aussicht fotografiert habe und sonst hatte ich die große Kamera genommen, aber trotzdem ist es ärgerlich. Zum Glück hatte ich die Bilder der letzten Tage jeden Tag schon auf den Computer kopiert.

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  • 06Nov 2013

    10 Gepardenfuettern und Schwimmen 06.11.2013 Namibia —

    Solitaire, Namibia

    Beschreibung

    Heute war wieder frühes Aufstehen angesagt, denn wir hatten auch heute einen kleinen Ausflug vor: Wir fuhren ca. 1,5 Stunden nach Solitaire, wo sich ein großes Gehege für insgesamt 6 Geparden, die nicht mehr in die Freiheit entlassen werden können, befindet.

    Nachdem wir das Fleisch für die Geparden, eine Oryx-Antilope, mit Eierschalen gefüllt und mit Vitamin- und Calciumpulver bestrichen hatten, fuhren wir in das Gehege, das 500 Hektar (5 Quadratkilometer) groß ist. Dort kamen gleich zwei Geparden auf uns zugelaufen, ein großer Gepard namens Spartacus und eine kleinere, etwas schmächtige Gepardin namens Pepper, die sozusagen seine Gespielin ist. Wir stiegen jedoch nicht aus unseren Pickups aus, sondern fütterten sie direkt von der Ladefläche aus und warfen zwei große Rippenbögen mit ordentlich Fleisch zu ihnen. Danach versuchten wir, mit einer Antenne und einem Ortungsgerät die restlichen Geparde zu orten, da alle Geparde ein Halsband mit GPS-Sender haben. Nachdem wir bei einer Wasserstelle keine Ortung bekamen, füllten wir dort das Wasser auf und fuhren weiter. Die restlichen Geparde mussten wir auch nicht lange suchen, sie kamen direkt auf uns zu. Wir versuchten, ein bisschen schneller zu fahren, damit sie neben uns hersprinteten, aber so richtig klappte es leider nicht mit zwei Pickups und vier Geparden, die zwischen den Autos umhersprangen.

    Nachdem wir auch diese gefüttert hatten, kümmerten wir uns noch um zwei andere Wasserstellen und sammelten danach noch übriggebliebene Knochen von früheren Fütterungen ein. Dafür verteilten wir uns im Gelände und jeder suchte speziell unter Bäumen und Büschen nach Knochen. Ich entfernte mich dafür ein bisschen weit vom Wagen und war ein bisschen beunruhigt, als ich sah, wie das Auto auf einmal anfuhr. Ich winkte und wollte schon loslaufen, dachte aber, dass es besser wäre, langsam zu laufen. Sie würden mich schon mitkriegen. Und tatsächlich: Sie bogen in meine Richtung und kamen direkt auf mich zu. Ich kletterte auf die Ladefläche und wurde sofort gefragt, ob ich denn die Geparden nicht gesehen habe. Ungefähr zehn Meter von mir entfernt hatten zwei der Geparden unter einem Baum gelegen und an ihrem Fleisch gefressen. Wäre ich also gerannt, hätten sie dies als Zeichen für ein mögliches Beutetier gesehen und hätten vielleicht sogar angegriffen. Aber zum Glück waren die Geparde ja gerade mit Fressen beschäftigt und es war ihnen vielleicht auch zu heiß gewesen. Also Glück für mich. Ich hatte sie wirklich nicht gesehen. Unglaublich, dass sowas immer mir passiert!!!

    Nach diesem tollen Erlebnis aßen wir Mittag und fuhren dann zu einem kleinen Canyon, wo wir im Fluss baden und sogar von den Felswänden aus in das Wasser springen konnten. Außerdem gab es einen kleinen Wasserfall, unter den man schwimmen und sich beträufeln lassen konnte. Es war wirklich unglaublich toll!!! Abends hatten wir dann ein Braai, ein afrikanisches Barbecue mit Lammsteaks, Bratwürsten aus Rind- und Antilopenfleisch, Mieliepap (das ist wieder der Maisbrei wie fuer die Paviane, aber diesmal fuer Menschen - sieht so ähnlich aus wie Grießbrei und schmeckt mehr oder weniger neutral - in Namibia isst man es zu allen Mahlzeiten), Süßkartoffeln und Broccolisalat. Das war sehr lecker und endlich mal etwas Namibisches.

    Ich überlege übrigens schon seit Anfang der Woche, ob ich nicht eine Woche verlängern und noch mal eine Woche nach Neuras kommen soll. Aber leider sagt der Stempel in meinem Pass, dass ich am 2. Dezember ausreisen muss und so habe ich nach den drei Wochen Volunteering nur zwei Wochen Zeit, um zu reisen und ich will versuchen, ob ich wenigstens noch eine Woche, am besten jedoch zwei Wochen verlängern kann. Denn dann würde ich nach der einen Woche, die ich noch in Naankuse verbringe, noch mal für eine Woche nach Neuras fahren. Hier ist es so schön, dass ich gerne noch mal herkommen würde. Mal gucken!!!

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  • 07Nov 2013

    11 Fallen und Froesche 07.11.2013 Namibia —

    Naukluft, Namibia

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    Heute war die 2. Gruppe dran, den Ausflug zu den Dünen zu machen. Unsere Gruppe hatte die Aufgabe, die beiden Käfigfallen, die sich auf dem Grundstück befinden, zu kontrollieren sowie auch bei fast alle Fotofallen die Batterien zu kontrollieren und die SD-Karten zu wechseln. Bei einem der beiden Käfige waren die Türen geschlossen, jedoch befand sich nichts in darin. Kate vermutete, dass es sich um ein kleines Tier wie eine Wildkatze oder so etwas handelte, die klein genug sind, um durch die Gitter zu schlüpfen. Also mussten wir die Falle wieder aktivieren und die Türen öffnen. Ich ging dafür um die Falle herum und nachdem die Türen wieder geöffnet und “scharf gemacht” worden waren, wollte ich eigentlich durch die Falle wieder auf die andere Seite kriechen. Doch leider waren meine Beine ein bisschen zu kurz, um über das Brett, das mittels Gewicht die Türen aktiviert, zu steigen. Also aktivierte ich aus Versehen die Falle, die Türen fielen zu und die Doreen war gefangen. Man musste ja schließlich auch mal testen, ob die Falle auch wirklich funktionierte…

    Nachdem wir alle Käfig- und Fotofallen kontrolliert hatten, kletterten wir zu zwei Höhlen, die eine andere Gruppe erst kürzlich entdeckt hatte. In der einen hauste ein Stachelschwein, was man unschwer an den Hinterlassenschaften und an den verlorenen Stacheln erkennen konnte. Von der anderen Höhle erhofften wir uns eine Menge, da sie recht groß war. Bereits beim letzten Mal wurde dort direkt vor den Eingang eine Fotofalle aufgestellt, doch leider war auf der SD-Karte außer ein paar motivierten Homo Sapiens nichts weiter zu sehen.

    Danach ging es zum Mittagessen und da wir bereits am Vormittag unser heutiges Pensum geschafft hatten, gingen wir nachmittags auf Froschjagd. Kate schreibt ihre Masterarbeit über eine südafrikanische Froschart, die wohl gegen eine bestimmte Art Pilz immun ist und braucht dafür natürlich lebende Versuchstiere. Nach einem schweren Start, weil das erste Flussbett komplett trocken war, es auch im zweiten teilweise nur Matsch und kleine Pfützen gab und wir auch nicht wirklich die richtige Ausrüstung bei uns hatten, gelang es dann doch einem von uns, mit dem einem Kescher, den wir hatten, insgesamt drei Froesche zu ergattern. Kate nahm von jedem Frosch Abstriche von dem gesamten Unterkörper inklusive Achselhöhlen und Abdomen, was teilweise sehr lustig aussah. Danach wurden alle Froesche wieder freigelassen und wir gingen verrichteter Dinge nach Hause. Wenigstens hatten wir heute etwas gefangen, wenn auch keine Raubkatze.

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  • 08Nov 2013

    12 Letzter Tag auf Neuras :-( 08.11.2013 Namibia —

    Naukluft, Namibia

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    Heute kontrollierten wir wieder die Falle, die gestern ausgelöst wurde, und stellten fest, dass wieder etwas die Türen aktiviert hatte. Diesmal hatten wir eine Fotofalle mit dabei, um festzustellen, was für ein Tier das sein konnte. Danach marschierten und kletterten wir zu einer anderen Stelle, wo Kate Höhlen vermutete. Doch leider waren auch dies keine allzu große Höhle, die höchstens von einem kleinen Nagetier wie dem Klippschliefer bewohnt wurde. Also kehrten wir ein bisschen enttäuscht zurück.

    Nach dem Mittagessen konnten wir uns entscheiden: Blut oder Exkremente. Die Exkremente-Gruppe musste eine Art Brei aus Löwenkot anrühren und dies an den Zaun eines Schafgeheges eines Nachbarn streichen. Einen Tag zuvor hatte dort ein Gepard zwei Schafe gerissen und so wollte man verhindern, dass der Gepard noch einmal in die Nähe der Schafe kam. Der Nachbar hätte auch auf den Gepard schießen können, aber entschied sich zum Glück für diese Möglichkeit.

    Die Blut-Gruppe, in der ich mich befand, fuhr noch einmal zu der Falle, die inzwischen zweimal ausgelöst worden war. Ein paar Mitarbeiter hatten gestern ein Zebra geschossen und wir befestigten dessen Innereien im Inneren des Käfigs, um damit einen Geparden oder vielleicht sogar einen Leoparden anzulocken.

    Um 18:00 Uhr fuhren wir wieder an die Stelle, wo wir am Samstagabend unseren Sundowner hatten. Diesmal gab es nicht nur Wein, sondern sogar Käse, Cracker und Weintrauben plus einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Das war ein wirklich toller Abschluss diesen Aufenthaltes, denn morgen geht es schon wieder Richtung Naankuse.

    Die Woche verging wirklich wie im Flug und irgendwie möchten alle, glaub ich, noch nicht wieder zurück. Leider bin ich immer noch nicht, schlauer ob ich eine Woche verlängern kann oder nicht. Das werde ich wohl erst morgen herausfinden, wenn ich wieder auf Naankuse bin.

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  • 09Nov 2013

    13 Abschiednehmen von Neuras 09.11.2013 Namibia —

    Naukluft, Namibia

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    Heute brach unser letzter Tag auf Neuras an. Erstmal konnten wir alle ein bisschen länger schlafen und nach dem Frühstück machten wir uns noch einmal auf den Weg, um zu unserer speziellen Falle zu gucken. Sie war wieder ausgelöst worden, jedoch konnte man auf dem Bild rein gar nichts von einem Tier sehen. Auch die Innereien wurden nicht angerührt. Kate mutmaßte nun, dass es sich um ein kleines schnelles Tier wie eine Manguste handelte, das schnell genug ist, um auf das Brett zu treten und damit die Falle auszulösen, danach aus dem Käfig zu laufen, bevor die Türen zufallen und somit daraufhin auch dem Foto zu entkommen, bevor die Kamera ein Bild von ihm machen konnte. Das war die plausibelste Erklärung und da wir ja leider nicht mehr die Möglichkeit haben werden, dies genau nachzuprüfen, nahmen wir dies als möglichen Übeltäter.

    Danach warteten wir nur noch auf das Mittagessen und waren überrascht, dass der Bus mit den neuen Volontären bereits eine halbe Stunde früher als erwartet eintraf. Ein paar kannte ich noch von letzter Woche und so aßen wir alle gemeinsam Mittag und tauschten die letzten Neuigkeiten aus. Danach hieß es dann Abschiednehmen, von manchen nur für eine Woche, von manchen schon für vielleicht immer. Ich tauschte noch schnell Adressen mit den Frauen aus der Küche und dem Service und machte ein paar Fotos, denn ich hatte sie inzwischen ein bisschen kennengelernt und mochte sie. Sie sind vom Stamm der Nama und es sind wirklich liebe, lebensfrohe Menschen, die stets ein Lächeln auf den Lippen tragen. Sie sind auch sehr offen und ehrlich. Man sieht es ihnen an, wenn ihnen etwas missfällt und ich denke, wir haben uns gegenseitig gemocht, wenn es auch nur eine kurze Zeit waren, die wir uns kennen. Ich versprach ihnen, ihnen Postkarten zu schicken und die Fotos zuzuschicken.

    Danach ging es dann wieder Richtung Naankuse, mit einem halben lachenden und einem eineinhalb weinenden Auge. Auf Naankuse war heute Abend auch wieder ein Braai, das zwar lecker war, aber leider nicht ganz mit dem auf Neuras mithalten konnte. Was das Essen angeht, sind wir echt ganz schön verwöhnt worden. Was die Volontäre angeht, ist fast das gesamte Team neu. Nur ein paar kennt man noch, die meisten sind wirklich in der letzten Woche erst neu angekommen. Also heißt es wieder von vorne: Kontakte knüpfen und Beziehungen aufbauen. Vielleicht treffe ich ja doch noch auf einen Travel-Buddy.

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  • 10Nov 2013

    14 Ein bissiger Sonntag 10.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

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    Heute war eigentlich Sonntag und somit ein recht fauler Tag, aber es wurde dann doch recht interessant und aufregend. Nachdem man mich in ein Zimmer gesteckt, was mir vom ersten Augenblick an nicht gefiel (wir waren zu dritt in einem kleinen Raum ohne Fenster und die Duschen und Toiletten mussten mit anderen Zimmern geteilt werden plus nachts hatte ich kaum schlafen können, weil die Tiere der Farm teilweise sehr laut waren, z.B. krähte der Hahn um 4:00 nachts oder die Pfauen machten einen Heidenlärm), wechselte ich als erstes heute früh erstmal meine Unterkunft und wurde wieder zum Zelter. Schonmal viel besser!!!

    Danach ging es zum Frühstück und danach war eigentlich Chillen angesagt, denn am Sonntag muss man eigentlich nichts machen außer vormittags und nachmittags die Tiere füttern, wobei sich die Gruppe aufteilen kann. Da die Vormittagsgruppe recht groß war, beschloss ich, nachmittags zu helfen. Wir und alle anderen Volontäre streichelten und beobachteten zwei Erdmaennchen, die heute zusammengesetzt wurden, um zwei Mangusten Platz zu machen. Einer von diesen blieb allerdings nicht lange in ihrem neuen Zuhause, sondern brach aus und machte die Gegend unsicher. Wir versuchten, ihn wieder einzufangen und es gelang mir sogar, ihn zu greifen, was jedoch mit einem schmerzhaften Biss in meine Hand endete. Kurz danach war er schon wieder ausgebrochen und machte Jagd auf andere Volontäre, die er dann auch in die Knöchel bass. Wir versuchten, ihn einzufangen, was einen schmerzhaften, tiefen Biss in den Finger einer der Mitarbeiter mit sich brachte. Im Endeffekt ging die Manguste jedoch ohne jede Gegenwehr freiwillig in die mitgebrachte Transportbox, sodass der verletzte Finger vollkommen überflüssig war. Nachdem das Spiel mit der zweiten Manguste, der inzwischen auch frei war, wiederholt wurde, waren wir wieder sicher. Also insgesamt doch ein recht spannender Sonntagvormittag!!!

    Nach dem Mittag ging es für eine Runde in den Pool, bevor es um 16:00 dann mit dem Füttern losging. Danach mussten wir leider zweimal die mehr als 200 Schafe zählen, weil zwei Schafe fehlten. Und dann war endlich Feierabend!!!

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  • 11Nov 2013

    15 Von Wasserloechern und selbstgebuddelten Loechern 11.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Heute ging nun die zweite Woche auf Naankuse los. Da ich nicht wusste, in welcher Gruppe ich bin und was ich machen sollte, schleppte ich erstmal alles mit, was wichtig sein könnte. Es stellte sich dann heraus, dass heute wieder die “Waterhole Observation” anstand. Diesmal war unsere Gruppenleiterin so vorausschauend und sagte, jeder könne noch mal in sein Zelt bzw. Zimmer gehen und Lesestoff oder Musik holen statt sofort loszulaufen. Zwar vergaßen wir wieder, etwas zu essen mitzunehmen, aber wir waren schon mal viel besser vorbereitet als zwei Wochen zuvor. Doch leider sollte uns das diesmal auch nicht wirklich helfen. Nach einer halben Stunde am Wasserloch sahen wir zwar drei Warzenschweine, doch danach war erstmal Flaute. Diesmal sprachen wir auch nicht soviel wie beim letzten Mal und jeder hatte entweder ein Buch oder Musik dabei. Aber da es heute extrem heiß (mind. 35 Grad) war, denke ich, zogen es die Tiere vor, lieber im Schatten zu bleiben statt in der größten Hitze zum Wasserloch zu marschieren. Nach zwei Stunden kamen die fünf Pferde der Farm, von denen drei zahm waren, zum Wasserloch und danach war dann auch schon Schluss mit Tieren am Wasserloch. Als wir dann nach 3,25 Stunden wieder zur Farm zurückliefen, sahen wir dafür in der Ferne genug Oryx-, Kudu- und Elen-Antilopen, die sich alle ein schattiges Plätzchen unter einem Baum gesucht hatten. Vollkommen nachvollziehbar bei den heutigen Temperaturen!!!

    Nach der Mittagspause war “Project Work” angesagt, also Projektarbeit. Das ist die am wenigsten beliebte Tätigkeit. In der ersten Woche bin ich erfolgreich darumgekommen, aber heute hielt mich leider nichts davon ab - auch nicht die Hitze. Nachmittags zogen zum Glück auf einmal Wolken auf und so war es nicht mehr ganz so heiß. Bei der heutigen Projektarbeit ging es darum, ein neues Geläuf für die Pferde zu bauen plus einen kleinen Unterstand, da es nun langsam Sommer wurde und die Pferde in ihrem jetzigen Paddock keine großen Schattenmöglichkeiten haben. Dafür mussten wir ca. 1 Meter tiefe Löcher buddeln, in die dann dicke Pfosten kommen. Wir schafften allerdings in der Zeit gerade einmal, ein bereits bestehendes Loch auf ca. 55 Zentimeter zu vertiefen. Also nicht wirklich viel für zwei Stunden Plackerei. Es dauert wohl noch etwas, bis der Unterstand fertig ist. Dafür habe ich mir ein paar fette Blasen an den Händen geholt.

    Danach war ich mal wieder in Gespräch mit meiner Bank, weil die Überweisung immer noch nicht auf dem namibischen Konto eingegangen ist und wieder einmal konnte man mir nicht weiterhelfen. Unglaublich!!! Dafür soll ich morgen einen Rückruf bekommen. Mal gucken, wie lange sich das noch hinzieht.

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  • 12Nov 2013

    16 Wieder gab es Bisse fuer mich... 12.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Heute sollte ein schmerzhafter Tag für mich werden. Für unsere Gruppe stand heute “Food Preparation”, also das Zubereiten des Futters an. Obwohl wir in unserer Gruppe sechs Leute haben, waren wir morgens auf einmal zu neunt, da andere Gruppen bei uns mitmachten. Somit lief alles recht schnell und problemlos ab. Nach der Muffinpause dann (als der unangenehme Teil des Tages kam) waren wir plötzlich nur noch zu viert, wobei davon eine gar nicht in unserer Gruppe war. Zwei von unserer Gruppe waren heute in der Lodge und eine machte bei den Kindern in der Schule, die sich auch auf der Farm befand, mit. Somit blieb der ganze Aufräum- und Saubermachkram an uns hängen.

    In der Mittagspause war mir langweilig, deshalb stattete ich mal wieder den Erdmaennchen einen Besuch ab. Ich ging in eines der Gehege, in dem zwei Neuankömmlinge, die erst am Wochenende zu uns gekommen waren, saßen und eigentlich dachte ich auch, dass beide ganz nett waren. Einer streifte auch sofort um meine Beine und wollte gekratzt werden, doch als ich den anderen streicheln wollte, biss der mir sofort in den Finger und gleich danach noch einmal. Sonst war er nicht gefährlich, man durfte ihm nur nicht den Finger hinstrecken. Der andere ließ sich dafür streicheln, kraulen und sogar hochheben.

    Nach der Mittagspause stand dann ein Spaziergang mit den kleinen Paviane an und danach fütterten wir wieder alle Tiere. Da ich bisher noch nicht die Erdmaennchen gefüttert hatte, war ich mutig und ging in ein Gehege von zweien, die ich noch nicht richtig kannte, um deren Wasser aufzufüllen. Sofort kamen beide auf mich zugeraunt und bissen mir ins Bein. Nachdem ich sie mit Dreck beschmissen und damit vertrieben hatte, füllte ich schnell das Wasser auf. Doch leider kamen sie sofort wieder angerannt und einer sprang an mir hoch und biss sich an meinem Oberschenkel fest. Das war wirklich mal eine schmerzhafte Erfahrung!!! Ich schrie nur noch und versuchte ihn abzuschütteln, was mir dann irgendwann auch gelang und versuchte, so wenig wie möglich mit den Füßen auf den Boden zu kommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich dann endlich das Gehege verlassen. Meine Schreie hatte man wahrscheinlich auf der ganzen Farm gehört, denn auf einmal standen drei Mitarbeiter neben dem Gehege - und lachten. Da konnte ich zwar dann auch wieder lachen, aber lustig war das eigentlich wirklich nicht. Der eine Biss ging wirklich schon recht tief ins Fleisch. Danach halfen dann alle, die anderen Erdmaennchen aus sicherer Entfernung zu füttern. Das wird mir eine Lehre sein, noch mal einen Fuß in ein fremdes Gehege zu setzen, egal, wie niedlich die Insassen auch sein mögen.

    Nachdem ich geduscht und mich fertig gemacht hatte, wollte ich eigentlich zu den anderen in den Lapa, das ist der Gemeinschaftsraum bzw. das Aufenthaltsareal, gehen. Auf dem Weg von den Zelten dorthin kommt man an einem Gehege vorbei, in dem Samira, eine alte Gepardin, die wir auch immer füttern, lebt. Normalerweise liegt sie immer in einer Ecke nahe am Weg und wenn sie schnurrt, kann man sie durch den Zaun streicheln und kraulen. Bisher hatte ich immer gar nicht groß gemerkt, dass sie dalag, aber heute hatte ich es und so ging ich erstmal zu ihr, statt zu den anderen Volontären zu gehen. Sie lag genau in Handreichweite am Zaun und so streichelte ich sie langsam. Dabei schnurrte sie beharrlich, genauso wie eine Katze, nur halt um einiges lauter. Da sie mit dem Rücken zum Zaun lag, konnte ich so auch ihren Rücken streicheln, ein Teil ihrer Hinterläufe und ein Stück vom Schwanz. Samira ist total an Menschen gewöhnt und wenn sie es zulässt, kann man auch in ihr Gehege gehen. Da ist sie mehr wie ein Haustier als ein Wildtier. Jedoch darf man sich nie bücken oder sich kleiner als sie machen, wenn man bei ihr im Gehege ist, da sonst die Gefahr besteht, dass sie vielleicht doch einen Angriff wagt. Aber außerhalb des Geheges kann man sich auch gerne hinknien oder setzen und genau das tat ich dann auch. So saßen wir eine Weile und ich genoss einfach die Nähe dieses wunderbaren Tieres. Bald legte Samira sich ganz hin mit dem Kopf auf der Erde und alle viere von sich gestreckt und irgendwann lagen wir dann beide voll ausgestreckt auf der Erde. Ich war wirklich vollkommen zur Ruhe gekommen und auch Samira war ganz ruhig. Das war wirklich eine recht innige Zeit und ein tolles Gefühl, so einem Tier so nahe zu sein. Und das war ja auch ein Grund, weshalb ich hierhergekommen bin: um Zeit mit den Tieren zu verbringen.

    Als ich mich dann nach ca. drei Stunden doch endlich aufgerafft hatte und mich trennen konnte, war der Lapa bereits verlassen. Ich hatte jedoch noch über eine Stunde Zeit totzuschlagen, da ich um Mitternacht einen Security-Night-Drive mitmachte, also ein Sicherheitsfahrt bei Nacht durch das gesamte Areal. Das können Volontäre mitmachen, wenn sie möchten, um das Areal und die Tiere einmal bei Nacht zu sehen. Ich war heute die Einzige, die mitmachte, und so fuhren einer der Mitarbeiter namens Johannes und ich alleine los. Wir waren knapp zwei Stunden unterwegs und sahen in dieser Zeit viele Oryx-Antilopen, ein paar Kuhantilopen, einige Ducker-Antilopen, einen kleinen Steenbock, etwas weiter entfernt einen Springhasen, der wie ein Känguru hopste und zu guter Letzt noch ein Stachelschwein, das direkt vor uns auf dem Weg lief. Wirklich sehr interessant und mal etwas anderes!!!

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  • 13Nov 2013

    17 Ein Caracal, Bushmen, Wildhunde und ein Wachturm 13.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

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    Heute gab es dann endlich mal einen neuen Programmpunkt fuer mich. Heute stand naemlich ein Spaziergang mit einem Karakal auf dem Programm, was ich bisher noch nicht gemacht hatte. Ein Karakal ist eine kleine Raubkatze in der Größe von einem mittelgroßen Hund. Diese heißt Alex und muss jeden Tag bewegt werden, weil ihr Gehege recht klein ist. Also ging unsere Gruppe mit einem der Mitarbeiter und Alex durch den Busch, wir immer auf dem Weg und Alex streifte durch die Gegend und inspizierte alles. Danach saßen wir unter einem Baum und Alex streifte um unsere Beine und wir konnten sie streicheln. An mir schien sie besonderen Gefallen zu finden, denn sie öffnete ihr Maul und versuchte, mich zu beißen. Aber ich denke, es war nur ein Testbiss, denn es tat nicht wirklich weh. Nach einer Stunde mussten wir auch schon wieder umkehren, da für einige von uns ein weiterer neuer Programmpunkt anstand.

    Wir fuhren zu einem Bushman-Dorf, das sich ebenfalls im Reservat befindet. Jeden Monat wird eine neue Gruppe aus ihrem Heimatdorf für vier Wochen nach Naankuse gebracht, die dann den Lodgegästen und den Volontären etwas von den Fähigkeiten und Fertigkeiten ihrer Ahnen erzählt. Die Bushman sprechen die Sprache mit den Klicklauten und es war sehr interessant, zuzuhören, obwohl man kein einziges Wort verstand. Ich weiß nur, was “Danke” heißt, wenn ich es überhaupt noch zustande kriege. Die Bushman zeigten uns, welche Pflanze sie für welche Beschwerden nutzten, spielten uns eine Jagdszene vor und zeigten uns dann, wie sie Feuer machten. Insgesamt sehr interessant!!! Wir konnten auch viele Fotos von ihnen schießen, die wir ihnen dann zeigten, was sie sehr interessant fanden. Danach fuhren wir wieder nach Naankuse zum Mittagessen.

    Danach hatte ich eigentlich Freizeit, da ich mich für diese Nacht für eine Schicht im Watchtower, also im Wachturm, gemeldet hatte. Dreimal die Woche werden zwei Volontäre für eine Nacht als Wachposten auf den Wachtürmen eingesetzt, um Wilderer aufzuspüren bzw. durch die bloße Präsenz abzuschrecken. Wer sich dafür gemeldet hat, hat dann eigentlich die Nachmittagsaktivität davor und die Morgenaktivität frei. Da ich aber noch Bankgeschäfte zu erledigen hatte, wurde aus dem freien Nachmittag leider nichts.

    Außerdem war um 17 Uhr außerplanmäßig eine Wildhundefütterung angesetzt, an der alle teilnehmen konnten, was ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen wollte. Es gab ein komplettes Gnu, geteilt in zwei Hälften. Kaum über den Zaun geschmissen, stürzten sich die insgesamt 13 Hunde nur so darauf. Es gab ein lautes Gekeife und Gerangel um die besten Stücke und es war die reinste Freude, dabei zuzugucken.

    Danach war dann Eile angesagt, schnell noch duschen, Sachen zusammenpacken und Abendessen und dann ging es um ca. 19 Uhr schon los Richtung Nachtwache. Wir fuhren mit Hildegard, eine der Koordinatoren, zum Wachturm und sie erklärte uns unterwegs, was wir zu beachten hatten und was wir in welchem Fall zu tun hatten. Danach kletterten wir ca. 6 Meter den Wachturm herauf und machten es uns gemütlich. Wir beobachteten den Sonnenuntergang und schrieben jeden Vorfall in eine Liste. Die Vorfälle beschränkten sich allerdings nur auf Autos, die wir in der Ferne sahen, wie sie in Richtung der Lodge bzw. der Gästehäuser fuhren.

    Ab 22 Uhr teilten wir uns dann auf, jeder konnte zwei Stunden schlafen, während der andere wachblieb und Ausschau hielt. Ich hatte gleich um 22:15 einen etwas seltsamen Vorfall, in dem ein Auto sich sehr langsam näherte (eines der Anzeichen für Wilderer ist ein extrem langsam fahrendes Auto), das dann Richtung Gästehäuser abbog, dann jedoch in der Kurve für einige Momente stehenblieb, dann einmal rückwärts setzte und langsam weiterfuhr. Am Geräusch des Motors schloss ich auf einen alten Pickup-Truck. Nach einigen Metern jedoch konnte ich das Auto schon nicht mehr verfolgen, sodass ich davon ausgehen mussten, dass der Fahrer die Lichter ausgemacht hatte (ein weiteres Anzeichen fuer Wilderer). Also rief ich Hildegard an und erklärte ihr die Situation. Sie erklärte dann, dass das einer der Mitarbeiter der Lodge sein musste, der vor Kurzem losgefahren war und in der Nähe wohnte.

    Das war mehr oder weniger der einzige, seltsame Vorfall in einer sonst recht windigen, wolkenverhangenen Nacht. Am beeindruckendsten waren natürlich die ganzen Geräusche. Wir hörten das Geheul der Wildhunde, das Streiten und Keifen der Paviane, diverse Vögel und Insekten und auch das leise Brüllen eines Leoparden. Das war allerdings nicht so außergewöhnlich, da der Wachturm genau neben einem Gehege, in dem zwei Leoparden lebten, stand. Einmal konnte ich auch sehen, wie ein Leopard in dem Gehege umherstreifte. Eigentlich sagte uns Hildegard auch, dass genau unter diesem Wachturm meistens ein wilder Leopard liegt und ein paar Stunden schläft, aber den müssen wir entweder verpasst haben oder er war genau in dieser Nacht nicht da. Jedenfalls gab es in der Nacht keine weiteren Vorkommnisse und so kriegte jeder von uns zumindest vier Stunden Schlaf.

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  • 14Nov 2013

    18 Letzter voller Arbeitstag auf Naankuse 14.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

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    Um 6:45 verließen wir dann unseren Wachturm. Im Gehege kamen die Leoparden bis an den Zaun heran, saßen kurz nebeneinander und einer, wahrscheinlich das Männchen, begann dann, das Weibchen im Gesicht und am Kopf abzulecken. Das war wirklich sehr schön zu beobachten.

    Kurz darauf wurden wir dann schon abgeholt, sahen auf der Rückfahrt noch verschiedene Antilopen und ganz neu auch einen Wasserbock und nach einem ausgiebigen Frühstück wechselte ich kurz die Klamotten und ging dann zu meiner nächsten Tätigkeit über. Da heute mein Wunschtag war, da es mein letzter vollständiger Tag auf der Farm ist, konnte ich heute selber entscheiden, welche Tätigkeiten ich machen wollte - in der Regel sind das entweder welche, die man noch nicht gemacht hat oder welche, die einem besonders gut gefallen. Da ich inzwischen bis auf einen Spaziergang mit den Pavianen im Kindesalter, auf den ich allerdings auch nicht sonderlich erpicht war, alle Tätigkeiten mindestens einmal gemacht hatte, hatte ich also die Qual der Wahl.

    Da heute der Tierarzt kam, um die fünf Pferde der Farm zu impfen und auch die Hufe in Form zu feilen, beschloss ich, Tessa, eine der Koordinatoren, die für die Pferde und das Reiten zuständig ist, zu helfen. Nach der Muffinpause dann machte ich bei der Raubtierfütterung mit, da ich das mit am spannendsten finde, und danach war ich bei der Grenzzaunkontrolle und Wildzählung dabei. Diesmal sahen wir sogar soviel, dass wir eine zweite Liste anfangen mussten. Wir sahen zwei Elenantilopen (die größte Antilopenart Südafrikas, die auch perfekt für die Kamera posierten), fünf Kudu-Kühe, Franky, das Zebra und ein Eselkollege, die sogar direkt zu uns zum Auto kamen und die wir dann auch streicheln konnten, viele Steinböckchen und viele Kuhantilopen, darunter auch drei Kälber, natürlich auch Warzenschweine… und dann endlich meine erste Giraffe. Zwar nur ganz klein in der Ferne, aber immerhin. Besser als gar keine gesehen zu haben. Ich war so glücklich!!! Damit konnte ich heute endlich eines meiner Ziele, die ich mir für diese Woche noch gesetzt hatte, erfüllen. Mal gucken, ob der Rest auch noch klappt.

    Irgendwie rennen die Tage diese Woche nur so vorbei und ich kann noch gar nicht glauben, dass in drei Tagen schon alles vorbei sein soll. Dabei bin ich doch gerade erst vor gefühlt drei Tagen angekommen.

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  • 15Nov 2013

    19 Erholung muss sein 15.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

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    Heute nun war mehr oder weniger der erste meiner Freizeittage angesagt. Ich hatte für die heutige Nacht eine Übernachtung in der Lodge von Naankuse, die sich ebenfalls im Reservat befindet gebucht. Eigentlich sollte das schon am Sonntag stattfinden, aber durch eine kurzfristig angemeldete Fotografengruppe wurde meine Buchung storniert. Wir bekommen dafür zum Glück auch einen Sonderpreis. Denn den Rest meiner Zeit werde ich glaube ich nicht noch mal so luxuriös wohnen.

    Um 9:45 wurde ich heute früh also abgeholt und nach ca. 10 Minuten Fahrzeit waren wir schon an der Lodge. Drei weitere Volontäre waren heute ebenfalls für die Lodge gebucht und waren bereits da, da sie vorher noch einen Spaziergang mit einem Geparden gebucht hatten und gleich danach zur Lodge gebracht wurden. Da unsere Zimmer noch nicht fertig waren, zogen wir uns um und sprangen erstmal in den Pool. Sehr erfrischend!!!

    Um 12:30 dann nahmen wir im Restaurant mit einer traumhaften 200-Grad-Glasfront und damit einem umwerfenden Blick auf Pool und Reservat Platz und wurden mit einem fantastischen Mittagessen verwöhnt. Wir teilten uns zwei Vorspeisenplatten mit Käse, Wurst und Gemüse und als Hauptgang aß ich danach ein Oryx-Steak. Sehr lecker! Zum Nachtisch gab es dann Eis.

    Danach durften wir in unsere Zimmer bzw. Häuser, denn jeder bekam ein kleines Gästehaus für sich. Drinnen war es einfach traumhaft schön. Die Einrichtung hielt sich sehr an die Natur mit viel Stein und Holz und das Zimmer war insgesamt auch sehr großzügig mit einer kleinen Veranda mit Blick in die Wildnis. Danach ging ich gleich wieder an den Pool, denn ich wollte sowohl baden als auch endlich mal wieder ins Internet gehen, was zum Glück vom Pool kein Problem war. Die Zeit verflog viel zu schnell und irgendwie hatte ich wieder nicht das gemacht, was ich eigentlich machen wollte. Plötzlich war es auch schon wieder Zeit zum Duschen und Umziehen.

    Um 20:00 zum Abendessen dann gab es ein herrliches Drei-Gang-Menü aus Oryx-Carpaccio, Rinderfilet und zum Abschluss einem Schokomuffin. Wirklich superlecker!!! Danach gingen Natalie und ich noch ein bisschen an die Bar, bis wir dann um 22:30 höflich zum Gehen aufgefordert wurden. Und danach war dann Nachtruhe angesagt

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  • 16Nov 2013

    20 Da steht eine Giraffe!!! Noch eine! Und noch eine! 16.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Pünktlich um 6:30 (so wie sonst jeden Tag auch) öffnete ich meine Augen und dachte erstmal, ich hätte bis weit nach Mittag geschlafen, so erholt fühlte ich mich. Danach setzte ich mich auf die Terrasse und studierte die beiden Bücher über Namibia und Botswana, die ich mir gestern von der Rezeption mitgenommen hatte.

    Um 8:30 ging ich dann in die Lodge, wo wir uns zum Frühstück verabredet hatten. Es gab ein kleines Frühstücksbüffet mit allem, was das Herz begehrt plus es gab zusätzlich auch noch einen warmen Teller, wo wir uns aussuchen konnten, was wir wollten und wie wir unsere Eier zubereitet haben wollen. Ich bestellte mir pochierte Eier mit Boereworst, einer Art kleiner gewuerzter Bratwurst, Zwiebeln und Toast. Ich hatte auch noch nie pochierte Eier gegessen und ich muss sagen: Gar nicht so schlecht!!! Danach mussten wir uns auch schon von zwei unserer Gefährten verabschieden, da diese den verhassten Weg nach Hause antraten. Ich verabredete mich mit Natalie noch zu einem Spaziergang durch den Busch, bevor ich dann meinerseits den “kurzen Heimweg” zurück nach Naankuse antreten musste.

    Auf unserem Walk begegnete uns eine Gruppe Springböcke und zwei Strauße, wir stießen auf den Schädel von einem großen Warzenschwein, erst auf den Oberkiefer und später dann auf den wahrscheinlich dazugehörigen Unterkiefer. Danach sahen wir erstmal eine ganze Weile nichts mehr und wir dachten schon, unser Glück hätte uns verlassen. Bis Natalie auf einmal sagte, sie hätte einen langen Hals gesehen. Und tatsächlich: Vor uns in einiger Entfernung standen zwei Giraffen. Ich konnte unser Glück kaum fassen. Wir näherten uns einer und sie ließ uns auch recht nahe herankommen, bis wir wohl die unsichtbare Sicherheitslinie überschritten und sie sich langsam in Bewegung setzte und von dann trottete, allerdings recht gemächlich und nicht flüchtend. Wir folgten ihr natürlich langsam und siehe da: Auf einmal hatten wir alle sechs Giraffen vor uns versammelt, in nicht einmal 30 Meter Entfernung. Ich schwebte im siebten Himmel. Wir schossen natürlich massig Fotos und einmal rannte Natalie auch los Richtung Giraffen, um sie einmal in den Galopp zu kriegen. Das war wirklich beeindruckend, wenn diese großen Tiere einmal in Bewegung sind. Irgendwann muss auch aber auch jedes tolle Erlebnis einmal zu Ende gehen und so verabschiedeten wir uns nach einer Weile von den Giraffen. Nach 2,5 Stunden kamen wir dann wieder bei der Lodge an.

    Da ich am Morgen gesagt hatte, dass ich gerne noch Mittag essen wollte, war ich nun in der Not, dass ich zwar Mittag gebucht hatte, aber eigentlich nach dem guten Frühstück gar keinen richtigen Hunger hatte. Dennoch setzte ich mich ins Restaurant und aß zumindest eines der tollen Desserts. Danach wollte ich eigentlich wieder zurückfahren, aber irgendwie kam ich nicht los.
    Da ich annahm, dass auf Naankuse heute wie am letzten Samstag eine kleine Wanderung stattfand und mein einziger richtiger Grund, an dieser teilzunehmen, der war, Giraffen zu sehen, konnte ich wohl davon ausgehen, dass es nicht viel besser werden konnte, als heute Morgen.

    Also schwang ich mich noch einmal in meine Pool-Klamotten und fand mich schon auf einer Sonnenliege wieder. Auf einmal kam Hildegard, eine und wie ich finde, die beste Koordinatorin von Naankuse, zum Pool, da sie sich mit Natalie wohl hier verabredet hatte, und wir redeten über alles Schöne und nicht so Schöne von der Farm. So bekam man dann auch mal einen anderen Eindruck von Naankuse. Danach tauchten dann noch drei andere Mitarbeiter von Naankuse auf und plötzlich hatten wir einen großen Kaffeeklatsch.
    Ich blieb schlussendlich sogar bis 19:00 Uhr, da ich beschloss, mit dem Fahrer zurückzufahren, der abends einen der Volontäre von Naankuse auf die Lodge brachte, sodass fuer mich nicht extra ein Transfer organisiert werden musste.

    Auf Naankuse angekommen, gab es bald wieder das Braai, also das Barbecue. Wie ich dann erfuhr, fand heute Nachmittag keine Wanderung statt, sondern ein kleiner Wettkampf, wobei alle “verbliebenen” Volontäre in drei Gruppen aufgeteilt wurden und verschiedene Aufgaben wie fünf verschiedene Kotarten oder ein Stachel eines Stachelschweins etc. finden mussten. Am Feuer fand dann die Siegerehrung statt und verschiedene Volontäre, deren Zeit auf Naankuse sich nun dem Ende näherte- also auch ich, bekamen eine Art Zertifikat über ihre Arbeit und ihre Tätigkeiten. Danach wurde noch ein bisschen gequatscht, getrunken und getanzt und danach ging ich dann langsam ins Bett. Natürlich nicht, ohne mich vorher von Samira zu verabschieden.
    Nun war ich leider gar nicht in ihrem Gehege gewesen und ich glaube auch, morgen wird es insgesamt auch zu knapp. Aber andererseits kann man sich hinknien oder setzen, wenn man auf der anderen Seite des Zaunes ist und das ist auch nicht schlecht. Nun stand sie also an, die letzte Nacht auf Naankuse, bevor die zweite Etappe meiner Reise losgeht.

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  • 17Nov 2013

    21 Abschied tut ein bisschen weh 17.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    Heute wachte ich zur gewohnten Zeit um 6:30 auf, stand um 6:50 auf und machte mich fertig. Als ich dann zum Frühstück ging, wunderte ich mich etwas, da nur recht wenige Leute an den Tischen saßen. Erst da fiel mir ein, dass ja heute Sonntag war und daher das Frühstück eine Stunde später stattfand. Gut fuer mich, so konnte ich in Ruhe packen und mit dem ganzen Gepäck dann eine Stunde spaeter gemütlich zum Frühstück spazieren.

    Es war ein etwas komisches Gefühl, da man ja wusste, dass man zwei Stunden später an einem komplett anderen Ort ist und die ganzen Leute zurücklässt, die dann weiter ihrer Arbeit nachgehen. Nachdem ich gefrühstückt und mit ein paar Leuten noch meine Daten getauscht hatte, machte ich meine kleine Tierrunde und ging erst zu den Erdmaennchen (zu den beiden, von denen ich wusste, dass sie nett sind), zu dem kleinen Vervet-Affen, der inzwischen mit seinen zwei erwachsenen Artgenossen in einem Gehege wohnte und leider von einem immer am Ohr etc. gezogen und gepiesackt wurde. Danach ging ich zu den Warzenschweinen, die immer für eine kleine Krabbelei am Kopf zu haben waren und zum Schluss zu Samira, die sich jedoch wie meistens tagsüber nicht blicken ließ. Danach hieß es für Ido, einem Volontär aus Israel, und mich dann wirklich Abschied nehmen. Wir sagten allen, die wir noch sahen, “Goodbye” und stiegen ins Auto.

    Damit waren dann meine ersten drei Wochen und meine erste Station während meiner großen Reise schon Vergangenheit. Abschließend muss ich sagen, dass ich die Tätigkeiten und die Arbeit auf den beiden Farmen und vor allem natürlich die Tiere und die Interaktion mit ihnen eigentlich gemocht habe, jedoch mit der Führung der Farm und ihrem eigentlichen Zweck nicht zufrieden bin. Ich dachte, bei der Farm ginge es um die Rettung von verwaisten Tieren und um die Erhaltung und Erforschung von bedrohten Tierarten. Ich dachte auch, das Geld, das die Volontäre bezahlen, um auf der Farm unterzukommen, zu essen und zu arbeiten, kommt dann wiederum den Tieren zugute. Im Laufe dieser drei Wochen musste ich dann aber doch immer mehr feststellen, dass auch diese Farm eben ein Unternehmen ist, dass möglichst viel Profit machen will und z.B. die Paviane wahrscheinlich nur hält, um damit bevorzugt junge Leute anzulocken. Paviane sind keine bedrohte Tierart und dennoch gab es mindestens 50 von ihnen auf der Farm. Die Geparde, die sie in den großen Ausläufen halten, werden wahrscheinlich nie in ihrem Leben frei gelassen werden. Und das Geld der Volontäre wird doch mehr dem Wohl des Unternehmens zukommen bzw. in den Bau eines neuen Reservats für Nashörner gesteckt wird, um damit wiederum neue Volontäre und Touristen anzulocken.

    Ich bin deshalb zu dem Schluss gekommen, dass ich zwar gerne noch mal einen Freiwilligendienst machen möchte, aber nur, wenn die Volontäre nicht so viele sind, man nicht einen irrsinnigen Betrag bezahlen muss, für den man auch gut in einem Hotel übernachten könnte und das Projekt auch definitiv etwas mit Tierschutz und Arterhaltung zu tun hat. Das heißt dann vielleicht, dass man nichts oder nicht viel direkt mit Tieren zu tun hat, aber dafür hat man das gute Gefühl, vielleicht doch etwas Positives zu leisten.

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  • 17Nov 2013

    22 Teil 2 meiner Reise hat begonnen 17.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

    Beschreibung

    In der Jugendherberge in Windhoek angekommen, gab es schon die ersten Probleme. Ido hatte zwar gebucht, jedoch war bei der Reservierungsbestätigung und somit auch bei der Buchung der falsche Monat eingetragen worden. Statt dem 17. November hatte er ein Zimmer am 17. Dezember bekommen. Da das Hostel komplett ausgebucht war, wurde er kurzerhand in ein anderes Hostel gebucht, das noch Platz hatte. Ich hatte nur für eine Nacht ein Doppelzimmer gebucht und meine böse Überraschung kam, als ich erfuhr, dass das Hostel für die darauffolgende Nacht keine Zimmer mehr frei hatte. Oje!!! Naja gut, so weit wollte ich noch nicht nachdenken.

    Erstmal begegneten wir gleich Rupert, einem weiteren Volontär von Naankuse. Rupert war der erste Volontär, den ich direkt am Flughafen getroffen und kennengelernt hatte. In der ersten Woche waren wir zusammen in Naankuse gewesen und er war auch in meiner Woche in Neuras dabei. Er blieb allerdings noch eine Woche länger in Neuras und wurde am Samstag direkt von Neuras nach Windhoek gebracht, da er nicht mehr nach Naankuse zurückwollte.

    Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, fuhren wir mit Hamish, einem Neuseeländer, der auch gerade eine große Afrikareise macht, in ein Restaurant namens “Joe’s Beerhouse” mitten in der Stadt. Dort trafen wir wieder auf Ido, mit dem wir uns verabredet hatten. Alsbald kamen auch neun weitere Volontaere und eine Mitarbeiterin von Naankuse durch die Tuer spaziert, was wir natürlich wussten. Also setzten wir uns alle an einen grossen Tisch, um ein bisschen zu quatschen und uns auszutauschen. Zu Essen bestellte ich mir einen grossen Spiess mit verschiedenen Fleisch- und Gemuesesorten und einem kleinen Salat. Es gab Kudu, Oryx, Zebra, Krokodil und Strauss. Mir schmeckte eigentlich alles bis auf das Krokodilfleisch. Es hatte eine komische Konsistenz und schmeckte nach Fisch, was zwar auf eine Herkunft aus der Wildnis und nicht von einer Farm schloss, mir jedoch nicht wirklich schmeckte. Danach mussten wir uns dann wirklich und endgültig voneinander verabschieden, denn die Volontaere fuhren wieder Richtung Farm.

    Wir begleiteten Ido in sein Hostel und versuchten, zwei Mitvolontaere zu finden, die bereits am Donnerstag nach Windhoek gefahren waren und höchstwahrscheinlich noch dort waren. Uns wurde dann gesagt, dass sie heute in einem dritten Backpacker-Hostel uebernachten, sodass wir danach noch dahinfuhren und ihnen glatt in die Arme liefen. Wir verabredeten uns fuer heute Abend und danach fuhren wir wieder in unser Hostel. Danach war nur noch Pool, Internet und Schlummern angesagt.

    Um 19:45 betraten Rupert und ich das Restaurant, in dem wir uns mit Lou und Jean verabredet hatten, und waren sofort total erschrocken, da das Restaurant sehr schick war und wir komplett falsch gekleidet und total underdressed waren. Aber sie ließen uns zum Glueck trotzdem herein. Der Abend gestaltete sich sehr interessant, lustig und vor allem lecker. Wir tranken Wein, jeder hatte einen kleinen Hauptgang, ein Dessert und einen kleinen Amarula als Digestif und wir bezahlten trotzdem nur rund 25 Euro pro Person, also wirklich wenig fuer so ein Restaurant. Es war ein toller und sehr amuesanter Abend!

    Und wer sagt, in Afrika kriegt man kein gutes Essen und nimmt deswegen ab, der ist selber Schuld!!! Es gibt hier eindeutig mehr als Maniok-Wurzeln zu essen :-)

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  • 18Nov 2013

    23 Ein reiner Organisationstag 18.11.2013 Namibia —

    Railway Area, Windhoek, Namibia

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    Heute stand eigentlich nichts gross auf dem Programm. Nach dem Fruehstueck musste noch ein bissschen fuer die naechsten Tage organisiert werden und nachdem das soweit erledigt war, gingen Rupert und ich zu einem kleinen Handwerksmarkt, einem “crafts market”. Rupert wollte etwas fuer seine Tochter kaufen und ich wollte eigentlich nur gucken, fand mich dann aber doch mit einer Tuete in der Hand wieder. Danach trennten sich unsere Wege. Rupert wollte etwas essen gehen und dann wieder in das Hostel gehen, ich wollte in eine Mall gehen und ein paar Sachen einkaufen, die in den letzten Tagen leer geworden oder verloren gegangen waren. Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich auch alles zusammen.

    Zum Mittag ass ich einen Pfannkuchen mit echt leckerem, interessant gewuerztem Rinderhackfleisch und mir lief glatt Ido über den Weg. So klein ist Windhoek (wirklich, es hat nur ca. 200.000 Einwohner). Danach marschierte ich wieder Richtung Hostel und den Rest des Nachmittags war ich wieder mit der Organisation und Planung der naechsten Tage beschäftigt.

    Zum Abendessen bestellten wir uns Pizza und hatten ein gutes Gespraech mit drei anderen Hostelbewohnern. Das war dann auch (erstmal) der letzte Abend mit Rupert, da er morgen eine Tour zum Etosha-Nationalpark gebucht hat und ich morgen ans Meer nach Swakopmund fahren werde. Aber wir wissen jetzt schon, dass wir uns auf unserem Trip noch einmal begegnen werden.

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  • 19Nov 2013

    24 Tapetenwechsel!!! 19.11.2013 Namibia —

    Center, Swakopmund, Namibia

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    Am Dienstag bin ich mit dem Shuttlebus von Windhoek nach Swakopmund gefahren und bin in einer kleinen Herberge namens Sky Desert Backpackers abgestiegen. Das ist ein recht grosses Privatgrundstueck mit Zimmern wie in einer Jugendherberge, aber auch Privatzimmern und Campingmoeglichkeiten plus eine Kueche und Aufenthaltsraeume. Drumherum ist auch ein Garten mit Sitzmoeglichkeiten und Baeumen und es ist alles in allem sehr nett, gemütlich und familiär.

    Nachdem ich um sieben Uhr ankam, war leider auch schon der Supermarkt geschlossen, dass ich nur kurz etwas essen ging und dann gleich in die Koje huschte.

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  • 20Nov 2013

    25 Ich glaub, ich bin in Deutschland 20.11.2013 Namibia —

    Center, Swakopmund, Namibia

    Beschreibung

    Swakopmund ist ein Ort mit viel deutscher Geschichte und das sieht man dem Ort auch an. Wenn man nicht wuesste, dass man sich in Afrika befindet, koennte man denken, dass man in einem netten, kleinen, norddeutschen Fischerdorf gelandet ist. Die Architektur ist genauso deutsch wie die Strassen- und die Ladennamen. Insgesamt herrscht hier eine ruhige, entspannte Atmosphaere und das Meer ist immer in Laufnaehe. Hier gefiel es mir von Anfang an viel besser als in Windhoek, wo man ja doch nur Shoppen und Essen gehen kann.

    Da man in Swakopmund viele Aktivitaeten machen kann, habe ich mich heute gleich mal auf den Weg in die Touristeninformation gemacht und habe drei verschiedene Touren gebucht. Den Rest des Tages bin ich umhergelaufen, habe den einen oder anderen Souvenirladen besucht, bin auf den Pier gegangen und habe die Flamingos, die in einer kleinen Lagune den ganzen Tag auf Nahrungssuche im Wasser herumschnaebeln, beobachtet.

    Da ich jetzt die Moeglichkeit einer voll eingerichteten Kueche habe, bin ich natürlich auch einkaufen gegangen und habe mir abends etwas Schoenes gekocht. Es ist zwar schoen, wenn man verköstigt wird, aber mal wieder selber den Kochloeffel schwingen, ist auch toll - okay, es gab zwar nur Maccaroni mit Tomatensosse, aber trotzdem.

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  • 21Nov 2013

    26 Duene hoch und Duene runter 21.11.2013 Namibia —

    Center, Swakopmund, Namibia

    Beschreibung

    Heute war mein erster Ausflug dran: Sandboarding, d.h. auf einem Snowboard die Duenen runterflitzen. Hoert sich aber spannender und aufregender an als es war. Das Prinzip ist zwar das Gleiche wie beim Snowboarden, jedoch ist der Sand viel langsamer und bremst viel mehr als Schnee. Andererseits faellt man aber auch viel weicher und laeuft nicht Gefahr, auf eine Eisflaeche zu knallen (eher unwahrscheinlich in der Wueste). Abgesehen davon gibt es in der Wueste bekanntlich auch keine Lifte und so mussten wir jedes Mal die Duene wieder hochkraxeln. Nach dem ersten Aufstieg dachte ich: “Was mache ich hier eigentlich?”, zumal ich mir nach dem muehsamen Aufstieg in Sossusvlei geschworen hatte, erstmal keine Duene mehr zu erklimmen und nun tat ich es doch, noch dazu in Snowboardstiefeln und mit einem Snowboard!!!

    Doch der zweite Aufstieg war deutlich leichter und so nahm ich es doch auf mich und fuhr insgesamt fünfmal die Duene runter und plagte mich wieder hoch. Mit dem Boarden wollte es auch nicht so richtig klappen, zu lang war das letzte Mal her (3 Jahre). Mit viel Mut und an einer etwas flacheren Stelle kriegte ich dann doch wenigstens ein paar Kurven hin.

    Danach stiegen wir dann um auf Lay Down-Boarding, also Boarden im Liegen. Dazu brauchte man ein breiteres Brett, was aber im Endeffekt nur eine Spanplatte, wie man sie als hintere Wand in einem Schrank hat. Einfach drauf auf das Ding, die vordere Seite mit den Armen anheben und los ging der Spass!!! Da bekam man richtig Speed drauf und hob sogar an einer Stelle ein bisschen ab. Ich und eine Mitboarderin erzielten die Hoechstgeschwindigkeit des Tages von satten 75 km/h. Der Rekord liegt übrigens bei 82! Wirklich ein Spass!

    Nachdem wir das zweimal gemacht hatten, ging es dann schon an die letzte Abfahrt. Wer wollte, konnte sich sogar an einem kleinen Sprung probieren. Mit dem Wissen, dass der Aufprall auf Sand nicht so hart sein soll, war ich mutig und tat es. Und wie erwartet, landete ich nicht auf dem Board, sondern ich machte den Fehler und lehnte mich nach hinten - und landete voll auf dem Steissbein!! Das hatte natürlich sehr weh getan, doch zum Glueck wurde der Schmerz nach ein paar Augenblicken schon besser und verschwand bald sogar ganz. Ich war wirklich nicht scharf darauf, meinen restlichen Afrika-Aufenthalt mit schmerzendem Hintern zu verbringen!! Also Glueck im Unglueck!

    Danach war dann die Action auch schon vorbei, es gab ein kleines Mittagessen und wir wurden wieder zurückgebracht. Danach wollte ich eigentlich an den Strand gehen, aber leider kam heute die Sonne nicht raus und so war es relativ kalt, sodass ich sogar eine heisse Schokolade trank.

    Abends traf ich mich dann mit ein paar Mitvolontaeren von Naankuse, die gerade von einer Tour zum Etosha-Nationalpark kamen, darunter auch Rupert. Sie waren fuer einen Tag in Swakopmund, bevor sie wieder nach Windhoek zurückfuhren. Wir quatschten und gingen danach noch in eine Bar und spielten Billiard. Das hatte mir ein bisschen gefehlt, das soziale Leben, muss ich sagen. Danach musste ich mich wieder von fast allen verabschieden, denn bis auf Rupert fuhren alle weiter.

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  • 22Nov 2013

    27 It's a fish catch day!!! 22.11.2013 Namibia —

    Center, Swakopmund, Namibia

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    Fuer heute hatte ich einen Angelausflug gebucht. Eigentlich hatte ich ja keine grossen Erwartungen an das Ganze, da ich bei so etwas meistens leer ausgehe. Kaum waren wir zu dem ersten Ankerplatz gefahren und hatten die Angeln ausgeworfen bzw. brauchten wir einfach nur die Leine schnurgerade ins Wasser bis zum Grund laufen lassen, da hatte einer meiner Mitfischer schon den ersten Fisch am Haken. Bei mir dauerte es ein bisschen, bis der erste anbiss, aber zumindest war ich nicht die Letzte

    Insgesamt angelte ich acht Kabeljau (das war der Fisch, den man am haeufigsten hier angelt), von denen ich zwei jedoch wieder ins Meer zurückwarf, da sie noch zu klein waren, einen kleinen Wels und sogar einen kleinen Hai. Der Hai war relativ klein und da er, wenn er gestoert wird, sich zusammenkringelt und mit einer Haut sein Auge schützt, lautet sein englischer Name “shy stark”. Ich weiss jetzt aber nicht, wie er im Deutschen heisst. Die anderen fuenf Mitangler gehoerten alle einer Gruppe an, so wie die, mit der ich ab Montag unterwegs bin. Sie angelten insgesamt ca. 30 Fische und konnten damit ihre gesamte Gruppe fuer zwei Mahlzeiten verkoestigen. Das lohnte sich doch mal!

    Zum Abschluss dann machten wir einen spektakulaeren Landgang, denn um mit dem Boot aufs Land zu kommen, gab Rainer, unser Kapitaen, Vollgas und fuhr direkt auf den Strand drauf, sodass wir quasi von 100 auf 0 eine komplette Vollbremsung machten. Das war echt ein Highlight!!!

    Nach einer Stunde wurden meine Fische ausgenommen und gereinigt an der Rezeption abgeliefert. Einen Fisch gab ich der Dame am Empfang, da sie immer sehr nett war. Die anderen fuenf Fische legte ich erst einmal in den Kuehlschrank und schrieb einen Zettel an alle Hostelgaeste, wer noch nichts zum Abendessen geplant hatte, konnte gerne einen Fisch nehmen, jedoch bitte einen Fisch fuer mich lassen.

    Danach ging ich zum Strand und traute mich dann auch in das nur 14 Grad kalte Wasser. Das Meerwasser kommt hier nämlich direkt aus der Antarktis und so erscheint einem die Ostsee auf einmal wie eine grosse Badewanne. Nach 10 Minuten war ich komplett durchgefroren und fluechtete mich wieder auf meine Decke. Danach ging ich kurz fuer das Abendessen einkaufen und kehrte zum Campingplatz zurück.

    Da meine Fische immer noch unangeruehrt im Kühlschrank lagen, lud ich spontan eine deutsche Familie und eine Frau aus Israel zum Essen ein. Auch Rupert hatte ich Bescheid gegeben. Da die Fische nur ausgenommen, aber noch nicht entschuppt waren, machte ich mich mit einer Frau aus der Familie an die Arbeit. Das letzte Mal hatte ich sowas in Australien gemacht, als wir die angefuetterten Fische angelten, wer sich daran erinnern kann. Danach schnitten wir die Flossen und die Koepfe ab und wuerzten und panierten sie. Mit dem ganzen anderen Vorbereitungen kamen wir dann allerdings erst halb neun zum Essen. Aber es hat wirklich lecker geschmeckt!

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  • 23Nov 2013

    28 Mal wieder ein Organisationstag 23.11.2013 Namibia —

    Center, Swakopmund, Namibia

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    Heute war mein fauler Tag angesagt. Ich ging zur Bank und holte meine bereits bestellten US-Dollars und wollte auch ein Paket von der Post holen, packen und verschicken und eigentlich wollte ich vormittags alles erledigt haben. Doch leider ging einiges schief, sodass die Post zumachte, bevor ich mit meinem gepackten Paket dort ankam :-(

    Ich organisierte noch schnell eine Iso-Matte, die ich dann ab Montag brauchen werde. Danach bereitete ich in aller Ruhe mein Mittagessen zu. Um 15 Uhr machte ich mich auf den Weg in das Swakopmunder Aquarium, das im Wesentlichen aus einem grossen Becken mit Unterwassertunnel, ein paar kleineren Becken und einem Becken mit Rochen, die man anfassen konnte, wenn sie nahe genug am Beckenrand schwammen, bestand. Da ich Aquarien liebe, brauchte ich schon meine 30 bis 40 Minuten dafür, also genau bis zur Schliessung um 16 Uhr, obwohl man das Aquarium sicher auch in 10 bis 20 Minuten hinter sich bringen konnte. Klein, aber fein, wuerde ich sagen. Um 17 Uhr musste ich dann in eine andere Jugendherberge in Swakopmund sprinten, da dort ein kurzes Meeting fuer meinen kommenden Trip stattfand.

    Ich werde ab Montag fuer zwei Wochen mit einer sogenannten Overlanding-Tour von Swakopmund über den Etoscha-Nationalpark, den Caprivi-Streifen ganz im Nordosten Namibias nach Botswana zum Okavango-Delta und zum Chobe-Nationalpark bis zu den Victoria-Faellen in Simbabwe reisen. Damit werde ich genau zwei Tage, bevor mein Touristenvisum fuer Namibia ablaeuft, dieses verlassen. Also haargenau geplant sozusagen.

    Die Gruppe, der ich mich anschließe, besteht aus insgesamt 16 Teilnehmern plus Guide, Koch und Fahrer. Wir werden mit einem Overlander-Bus unterwegs sein. Das ist aber eigentlich kein Bus, sondern eher ein hochbeiniger Truck mit einer Passagierkabine, unter der sich grosse Staufaecher fuer Gepaeck und Kochutensilien befinden. Bei dieser Tour schlaeft man in Zelten und der Koch kocht fuer alle. Es versprach, sehr interessant zu werden.

    Nach dem Meeting traf ich mich dann mit Rupert, da wir diesen Abend Essen gehen wollten. Wir gingen in ein Restaurant, das sich genau am Ende des Pieres befand. Es war wirklich ein toller Abend mit hervorragendem Essen, super Service, guten Gespraechen und einem schoenen Sonnenuntergang.

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  • 24Nov 2013

    29 Pelikane, Robben und ein paar Delfine 24.11.2013 Namibia —

    Center, Swakopmund, Namibia

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    Heute stand wieder ein Highlight auf dem Programm: Rupert und ich machten eine Delfin- und Robbentour. Dazu fuhren wir erst einmal mit anderen Mitreisenden eine halbe Stunde nach Walvis Bay oder Walfischbai, einem recht grossen Kuestenort südlich von Swakopmund. Walvis Bay wuerde ich als genaues Gegenteil von Swakopmund bezeichnen. Gross, industriell und nicht wirklich gemütlich mit vielen Touristenbauten und Hotels. Es hatte auch einen Hafen, sowohl Industrie- als auch Freizeithafen, von dem wir dann auch zu unserer Tour starteten.

    Doch kaum waren wir eingestiegen, streikte ein Motor, fing an zu qualmen und lief nicht mehr rund. Wir wurden innerhalb von einer halben Stunde auf ein anderes Boot verfrachtet und dann konnte es losgehen. Bereits auf dem ersten Boot bekamen wir Besuch von einer Robbe namens Bubbles, die wir fuettern und streicheln konnten. Wirklich suess!!! Bald danach bekamen wir Besuch von Pelikanen, die direkt neben unserem Boot flogen und die von unserem Skipper gefuettert worden. Die Fluegelspannweite und vor allem das Volumen ihres Schnabelsacks (oder wie immer das heisst) ist wirklich beeindruckend!!!

    Dann ging es los zu unserem eigentlichen Ziel, den Delfinen. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an einer Landzunge vorbei, die insgesamt 35 Kilometer ins Meer reichte, und auf der sich Hunderte von Seeloewen und Robben aufhielten. Der Laerm war mir ja bereits von Kalifornien bekannt, der Gestank jedoch nicht. Danach fuhren wir dann ein Stueck ins offene Meer zu einer Stelle, an der sich immer die Delfine aufhalten. Leider hatte sich heute der Himmel nach dem allmorgendlichen Nebel nicht aufgeklart, sodass das Wasser schwarz war und man schlecht die paar Delfine, die unter unserem Boot schwammen, erkennen konnte. Und irgendwie mochten sie uns heute auch nicht. Wir sahen zwar in etwas weiterer Entfernung viele Delfine, die sogar sprangen, doch als wir naeher kamen, verschwanden sie.
    Leider blieben wir auch nicht wirklich lange bei den Delfinen, da wir durch die Zeitverzoegerung wegen dem kaputten Motor und auch durch eine halbe Stunde Verspaetung insgesamt eine Stunde weniger Zeit hatten und leider trotzdem pünktlich die Fahrt zurück antraten.

    Es gab waehrend der Rueckfahrt ein leckeres Bueffet mit Sekt, allerlei frittierten Sachen und Austern. Da die Austern ja bereits im Preis inbegriffen waren, wollte ich dann auch einmal eine probieren. Muss ja was dran sein, wenn die Reichen und Schoenen die schluerfen wie nichts. Leider konnte ich daran aber nichts Besonderes finden. Nachdem ich mich erstmal ueberwinden musste, das Ding überhaupt in meinen Mund zu kriegen (ich hatte mir dummerweise auch noch eine besonders grosse ausgesucht), war es danach nur noch ekelig. Ich musste mich mehr als einmal ueberwinden, das Ganze nicht über die Reling zu spucken. Letztendlich schaffte ich es, das grosse glibberige zusammenhaengende Etwas in meinem Mund zu zerkleinern und in kleinen Stuecken runterzuschlucken. Geschmacklich sage ich am besten gar nichts dazu. Es wird mir ewig unbegreiflich sein, wie man so etwas als lecker bezeichnen und noch dazu eine stattliche Summe dafür bezahlen kann. Danach beschraenkte ich mich auf die Sachen, die ich kannte, was dann doch noch Zustimmung bei meinen Geschmacksnerven fand. Auf der Rueckfahrt bekamen wir wieder Besuch von den Pelikanen und von den Robben und dann war das Ganze schon wieder vorbei.

    Der Nachmittag war dann eher ruhig, da der Himmel bewölkt war, sodass ich leider nicht noch mal an den Strand gehen konnte. An meinem letzten Abend gingen Rupert und ich dann noch einmal Pizza essen und an diesem Abend schlug ich mir noch die halbe Nacht um die Ohren, um den Amerika-Teil meines Blogs fertig zu stellen. Dann ging ich zumindest mit einem guten Gefuehl, heute wenigstens etwas geschafft zu haben, ins Bett.

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  • 25Nov 2013

    30 Die Tour beginnt 25.11.2013 Namibia —

    Namibia

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    Heute war dann also der grosse Abschiedstag gekommen - einmal von Rupert, der heute früh schon fuer seinen naechsten Trip abgeholt wurde, und dann von Swakopmund, das ich sicher ein bisschen vermissen werde. Erst einmal brachte ich noch mein Paket zur Post, checkte dann aus und fuhr mit dem Taxi wieder zu dem anderen Hostel, von dem die Tour losgehen sollte. Ich nahm an, wir würden um 11 Uhr losfahren, da es hieß, dass wir pünktlich um 11 Uhr an der Rezeption sein sollten. Doch stattdessen hieß es, dass wir erstmal um 12 Uhr Mittag essen und danach starten wuerden. Also hatte ich mich umsonst beeilt.

    Um 13:30 ging es dann endlich los. Doch gleich am Anfang der Fahrt hielten wir bereits an der ersten Tankstelle, um Getraenke zu kaufen und nach einer weiteren Stunde Fahrt am ersten Markt, damit wir dort etwas kaufen konnten. Und tatsächlich stiegen fast alle Insassen bis auf Dorian und mich aus. Wir waren neu in Swakopmund dazugestiegen, alle anderen waren bereits seit dem Beginn der Tour in Kapstadt an Bord. Dorian kommt aus Holland, ist 35 Jahre alt und mit unseren aehnlichen Namen sorgten wir fuer ein bisschen Verwirrung. Da half dann auch die “Dory” nichts mehr. Jedenfalls konnten wir nicht verstehen, wieso man schon wieder etwas kaufen musste, nachdem man die letzten zwei Tage in einem Ort mit Supermarkt, unzaehligen Souvenirshops, sogar einem Markt und allem weiteren Drum und Dran verbracht hatte.

    Dazu muss man sagen, dass fast alle Teilnehmer der Tour juenger waren als wir, zwischen 19 und 36 Jahren war alles dabei, Herkunftslaender waren Irland, Grossbritannien, Daenemark, Norwegen, Holland, Frankreich, Kanada, Amerika, Australien, Suedkorea und Brasilien. Also quasi von allen Kontinenten, was ziemlich cool ist. Doch dadurch, dass die Gruppe recht jung ist, kommt es halt auch zu vielen Verzoegerungen und da alle doch etwas unterschiedlich sind - sei es Alter, Herkunft, Wesen oder Charakter - merkte man schon am ersten Tag eine kleine Grueppchenbildung.

    Nunja, nachdem wir dann zwei Stunden fuhren, waren wir schon an unserem Tagesziel angekommen - der Spitzkoppe. Das ist ein spitz zulaufender Berg, der mich von den Felsformationen her sehr an die Olgas oder Kata Tjuta aus Australien erinnerte. Ich und sage und schreibe zwei weitere Leute der Gruppe nahmen dann an einer kleinen Wanderung teil, bei der uns ein Guide einige Buesche und deren Bedeutung fuer seinen Stamm erklaerte und uns ein paar Felszeichnungen zeigte und erlaeuterte. Sehr interessant!

    Danach kletterten wir auf einen Felsberg und beobachteten den Sonnenuntergang. Daraufhin assen wir dann bei mittlerweile Dunkelheit Abendessen und quatschten dann bei einem Lagerfeuer. Da wir heute auf diesem Felsberg unter dem Sternenhimmel schlafen wollten, kletterten wir alsbald mit Schlafsack, Kissen und Iso-Matte bepackt den Berg hinauf. Doch leider war der Sternenhimmel nicht so intensiv, wie ich erhofft hatte, und bald auch von Wolken verhüllt, sodass man sich dann auch in das relativ harte Bett hauen konnte.

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  • 26Nov 2013

    31 Eine Begegnung mit den Himba 26.11.2013 Namibia —

    Outjo, Namibia

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    Nachdem die Nacht doch recht schlaflos war, da der Untergrund zu hart und meine Iso-Matte viel zu duenn war, gab es ein schnelles Fruehstueck und noch vor 7 Uhr fuhren wir los. Als erstes besuchten wir auf der Strecke ein Himba-Dorf. Eine Gruppe Himba saß unter einem Verschlag und bot ihren selbstgemachten Schmuck zum Verkauf an. Vorher ging bei uns im Bus einmal der Klingelbeutel rum, da man immer etwas bezahlen muss, wenn man Fotos von den Himba machen will. So hatten wir einen kleinen Gemeinschaftsbeutel und jeder konnte soviel Fotos machen, wie er wollte. Ich finde das zwar nicht so schön, dass sie sich so kommerzialisieren, aber so finanzieren sie sich nun mal. Die Himba ist der Stamm, die den roten Lehm auf Haut und Haare schmieren und bei denen die Frauen Leder in ihre Haare binden. Wir haben auch schon eine Himba mit einem Handy in der Hand gesehen, also geht auch an ihnen der technische Fortschritt nicht vorüber. Ich kaufte ein kleines süßes Armband und wir machten ein paar Fotos von den Frauen und den Kindern, die natürlich total begeistert vom Fotografieren waren, gerne für ein Foto posierten und sich danach ihr Bild ansahen.

    Danach fuhren wir dann noch ein Stückchen bis zu einer Gepardenfarm, wo wir dann unser Zeltlager aufbauten. Danach assen wir Mittag und sprangen dann in den Pool, obwohl sich am Himmel schon dichte Wolken zusammenbrauten und es schon bedrohlich donnerte. Kaum aus dem Pool und unter die Dusche geschlüpft, fing es auch schon an zu regnen.

    Eigentlich hatten wir um 16 Uhr eine Verabredung zum Essen mit ein paar Geparden, doch da es nicht aufhörte zu regnen und auch noch eine zweite Gruppe an der Fütterung teilnahm, die jedoch nicht bei Regen aus ihrem bequemen Haus raus wollte, wurde dieser Programmpunkt auf den nächsten Tag verschoben. Somit hatten wir einen ruhigen Nachmittag bei Regen, der ja auch mal sein muss und hier natürlich jeden erfreut.

    Pünktlich zum Abendessen hörte er dann auch wieder auf, und so hatten wir auch unsere erste Feuer- bzw. besser Regenprobe, ob unser Zelt dicht war und die naechsten zwei Wochen gut ueberstehen wuerde, denn unser Koch, der diese Tour schon seit 15 Jahren macht, meinte, dass wir dieses Wetter ab jetzt bis zu den Victoria-Faellen haben werden. Hm, das kann ja was werden!!!

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  • 27Nov 2013

    32 Endlich wieder Tiere!!! 27.11.2013 Namibia —

    Namibia

    Beschreibung

    Heute holten wir dann bei allerschoenstem Wetter den verpassten Programmpunkt von gestern nach. Erst fuhren wir zu den insgesamt zehn wilden Geparden und fütterten sie wieder vom Truck aus, diesmal allerdings mit Giraffenfleisch. Danach fuhren wir dann direkt zu dem Farmgebaeude, auf dem insgesamt vier zahme Geparden lebten. Diese konnten wir dann anfassen, streicheln und Fotos machen. Auch hier war wieder einer dabei, der gerne die Hand ableckte. Insgesamt kam man sich aber doch eher wie in einem Zoo vor, nur dass man statt Ziegen und Schafen hier halt Geparden streicheln konnte.

    Danach fuhren wir dann weiter Richtung Etosha-Nationalpark. Etwas außerhalb des Parks auf einer Farm mit Campingplatz kamen wir um 13 Uhr an und schlugen dann unser Nachtlager auf. Danach gab es Mittag und kurze Freizeit und um 15:30 ging es dann auf unseren ersten Game Drive in Etosha.

    Doch die ersten beiden Wasserloecher waren eine ziemliche Enttaeuschung. Normalerweise sieht man an den Wasserloechern immer reichlich Tiere, doch durch den gestrigen Regen waren inzwischen auch andere Wasserloecher entstanden, sodass die Tiere nicht mehr unbedingt an die permanenten Wasserloecher gehen mussten, um zu trinken. Dementsprechend leer waren die Loecher und dementsprechend enttäuscht waren wir.

    Auf dem Weg zu dem dritten Wasserloch sahen wir dann aber endlich ein bisschen Wild, nämlich drei Giraffen, eine Oryx-Antilope, eine Herde Zebras und - Achtung, ein neues Tier! - ein Gnu!
    Auch das dritte Wasserloch war leer und wir kehrten erstmal wieder um.

    Am letzten Wasserloch hatten wir dann Glueck. Wir wollten eigentlich schon wieder fahren, als wir sahen, wie eine Loewin Richtung Wasserloch schlenderte. Sofort wendeten wir und fuhren wieder zurück. Die Loewin ging dann wirklich zum Wasserloch und trank eine ganze Weile. Sie hatte wahrscheinlich vor kurzer Zeit Junge gekriegt, denn sie hatte recht grosse Zitzen. Auf einmal kamen zwei Zebras zur Wasserstelle und so wurde es auf einmal richtig interessant. Es dauerte auch eine ganze Weile, bis die Tiere voneinander mitbekamen. Die Zebras stoppten als erstes und verharrten gespannt an Ort und Stelle. Die Loewin kriegte die Zebras recht spaet mit, aber ein Angriff haette nichts gebracht, weil sie den Ueberraschungsmoment nicht mehr hatte und die Zebras wahrscheinlich auch zu weit weg waren. Aber interessant war es trotzdem gewesen.

    Danach fuhren wir dann zu unserem Campingplatz zum Abendessen und gingen bald schlafen, da wir morgen sehr früh aufstehen muessen.

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  • 28Nov 2013

    33 Von Nashoernern, Loewen, Giraffen und Elefanten 28.11.2013 Namibia —

    Namibia

    Beschreibung

    Heute ging es in aller Frühe noch vor Sonnenaufgang los. Heute stand den ganzen Tag der Etosha Nationalpark inklusive der Etosha-Pfanne auf dem Programm. Deshalb mussten wir möglichst früh aufstehen und möglichst bald nach Parkoeffnung da sein, da man morgens die besten Moeglichkeiten hat, Tiere zu erblicken.

    Es ging auch recht verhalten los mit Springboecken, ein paar Zebras und einer Herde Oryx-Antilopen. Dann konnte ich mein zweites Gnu bewundern und wir sahen eine Gruppe Giraffen. Auf einmal sah eine unserer Mitfahrerinnen etwas Weisses in den Bueschen neben unserem Bus-Truck. Leider konnte man es allerdings sehr schlecht erkennen, da es mitten in einem Buschwald war. Unser Guide sagte uns, das waere ein Nashorn und nach einiger Beobachtungszeit sahen wir sogar, dass es noch ein kleines Nashorn an der Seite hatte. Das Nashorn stellte sich dann als Spitzmaulnashorn heraus. Das war natürlich ein Erlebnis!!!

    Das naechste folgte bald darauf, als meine Sitznachbarin auf einmal sagte, sie haette zwei Loewinnen unter einem Gebuesch direkt neben der Strasse gesehen. Wir setzten ein Stueck zurück und sahen sie zwar auch, verschreckten sie aber wahrscheinlich auch mit unserem grossen Truck, der noch dazu ja auch piepte beim Rueckwaertsfahren. Danach schlenderten sie hinter unserem Truck auf die andere Strassenseite und verschwanden im Dickicht. Danach sahen wir einen Kudu, eine Impala-Antilope und Massen von Zebras, ein paar Schakale, einen tote grosse Echse und einen Sekretär (grosser Vogel). Das waren zwar schon ein paar Tiere, aber eigentlich haetten wir viel mehr sehen muessen bzw. koennen, wenn nicht der Regen vor zwei Tagen gewesen waere. Naja, des einen Freud, des anderen Leid.

    Dann war erst einmal eine zweistuendige Mittagspause angesagt. Man konnte in dieser Zeit zu einem Wasserloch schlendern, was Dorian und ich auch taten. Doch auch hier war das altvertraute Bild, viel Wasser und wenig Tiere. Einzig und allein ein Impala-Maennchen traute sich ans Wasserloch und danach kamen dann wahrscheinlich seine zwei Herzdamen auch zum Trinken.

    Nach der Mittagspause hatten wir dann mehr Gueck und auch endlich mehr Tiere auf unserer Seite des Busses. Nach ein paar Giraffen dann erspaehten wir unser naechstes Nashorn, auch ein Spitzmaulnashorn, diesmal zwar allein, aber dafür viel besser erkennbar. Danach fuhren wir dann das naechste Wasserloch an, an dem sich dann sogar auch etwas befand, was wir schon von Weitem sahen. Es war eine kleinere Giraffe, die sogar die Beine gespreizt hatte, um etwas zu trinken. Doch bis wir dann mit unserem grossen lauten Bustruck an der Wasserstelle waren, hatte sie sich leider schon wieder aufgerichtet. Hmmm!!!

    Danach fuhren wir dann richtig in die Etosha-Pfanne hinein. Das ist ein ausgetrockneter See, der vor Millionen von Jahren Wasser führte und laut einer Theorie wurde die Wasserzufuhr durch einen Fluss dann gestoppt, sodass der See austrocknete. Auf dem See machten wir eine kurze Fotopause, Tiere gab es hier nicht zu sehen. Danach setzten wir unsere Safari fort und sahen ein altbekanntes Gesicht, nämlich eine Kuhantilope, wie es sie auch auf Naankuse gab.

    Unsere Suche nach Elefanten hatten wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon aufgegeben. Eigentlich gibt es in Etosha immer welche und unser Guide konnte es selber nicht glauben, dass wir keinen sahen. Jedoch war er auch noch nie nach Regen im Nationalpark gewesen. Naja, wir hatten die Hoffnung jedenfalls schon fast begraben, als wieder eine aus unserer Gruppe ein Tier ganz weit hinten entdeckte. Nachdem unser Guide durch das Fernglas geschaut hatte, war unsere Aufregung umso groesser: Es war wahrhaftig ein Elefant!!! Also setzten wir unseren Truck in den Rueckwaertsgang, denn wir waren schon zu weit gefahren und machten uns auf den Weg. Der Elefant war leider schon dabei, im Gebuesch zu verschwinden, sodass wir leider mehr oder weniger nur noch das Hinterteil zu Gesicht bekamen. Aber ein schoener Ruecken kann ja auch entzuecken und alle waren glücklich. Ganz in der Naehe war eine weitere kleine Wasserstelle, an der eine Giraffe stand, die diesmal auch in unserer Gegenwart trank. Also gleich zwei Highlights an einer Stelle!!

    Danach mussten wir uns dann sputen, da wir noch eine ganze Weile von unserer heutigen Unterkunft entfernt waren. Heute uebernachteten wir im Park selber auf einem Campingplatz und direkt am Eingangstor zu diesem sahen wir unsere letzten Tiere von heute, nämlich wieder Giraffen. Danach ging das altbekannte Spiel mit Zeltaufbau, Auspacken und Essenszubereitung los.

    Nach dem Abendessen gingen Dorian und ich dann zu dem platzeigenen Wasserloch, das in der Dunkelheit beleuchtet war. Doch leider konnte ich aufgrund meiner Kontaktlinsen fast gar nichts im Dunkeln erkennen. Ausserdem frassen uns schon die Muecken, kaum dass wir uns hingesetzt hatten, und da hier Malariagebiet war, entschieden wir uns bald, lieber zu gehen und das Weite zu suchen.

    Die Nacht wurde dann nicht so angenehm, es fing an, erst zu stuermen, sodass wir dachten, wir wuerden bald mitsamt Zelt weggeweht und wuerden uns dann in Oz wiederfinden. Dann kam noch Regen dazu und da unser Zelt nicht komplett dicht war, hatten wir auch ein paar feuchte Stellen. Doch zum Glueck liess der Regen bald nach und so machten wir das Beste aus der Situation. Lange blieben wir ja nicht im Zelt, denn am naechsten Morgen hieß es wieder recht bald aufstehen.

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  • 29Nov 2013

    34 Die ersten "richtigen" afrikanischen Orte 29.11.2013 Namibia —

    Rundu, Namibia

    Beschreibung

    Heute sollte kein spektakulaerer Tag werden. Nachdem wir 6:30 aufgebrochen waren, durften wir den Campingplatz nicht verlassen, ohne ein bestimmtes Papier, das leider gestern jedoch weggewedelt worden war und danach im Matsch landete, sodass es daraufhin entsorgt wurde. Doch ohne dieses Schreiben durften wir den Nationalpark nicht verlassen, sodass wir noch einmal zum Campingplatz fahren mussten und unser Guide in einer der Muelltonnen nach dem Papier fischen durfte.

    So hatten wir dann ungefähr eine Stunde vertan und machten uns auf den Weg nach Osten Richtung Botswana. Nach zwei Stunden machten wir eine Pause in einer kleinen Stadt namens Grootfontein. Da wir eine Stunde Zeit hatten, schlenderten wir ein bisschen umher und guckten uns auf dem kleinen Markt, der gerade in der Stadt war, um. Fuer Dorian war das nichts Neues, da sie schon sehr oft in Afrika war, aber fuer mich war die Stadt und vor allem der Markt etwas ganz Besonderes, da ich zum ersten Mal das Gefuehl hatte, im “richtigen Afrika unter Afrikanern” zu sein. Die Stadt war kein bisschen touristisch und ich glaube auch nicht, dass hier so viele Touristen einen Stopp machen. Ich fuehlte mich sehr wohl und kaufte eine Tuete Weintrauben, von denen ich ein paar gleich verteilte. Danach gingen wir nochmal einkaufen im Spar-Markt (ja, den gibt es hier tatsächlich und es gibt sogar viele deutsche Produkte) und danach waren wir dann praktisch den ganzen Tag im Bustruck unterwegs bis Rundu. Aber auch die Busfahrt war sehr interessant.

    Wir sahen zwar keine Tiere, aber dafür viele traditionelle Dorfer mit kleinen Haeusern aus Stroh oder zum Teil auch aus Stein, vor denen Leute sassen oder standen oder Kinder spielten. So hatte ich mir Afrika doch eher vorgestellt!!! Inzwischen hatte sich die Landschaft auch sehr verändert. Bisher hatte ich Namibia doch eher als karges Land mit wenig Straeuchern oder Baeumen kennengelernt, aber hier im Norden war es sehr viel gruener und fruchtbarer. Ich nehme auch an, dass ab der gedachten Linie Swakopmund/ Windhoek wahrscheinlich kein Regen gefallen ist in den letzten Tagen im Gegensatz zum Norden, wo wir inzwischen jeden Tag Wolken sehen und mindestens ein paar Tropfen spueren. Heute uebernachteten wir direkt am Kavango-Fluss. Schwimmen war allerdings verboten, da es hier Krokodile gibt. Ab und zu sieht man hier auch Flusspferde, aber leider hatten wir kein Glueck. Aber morgen geht es zum Okavango-Delta, da sollten wir ja welche sehen…

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  • 30Nov 2013

    35 Naechstes Land: Botswana 30.11.2013 Botsuana —

    Mabudutsa Ward, Maun, Botsuana

    Beschreibung

    Heute sind wir um 7 Uhr aufgebrochen, sind durch einen kleinen Nationalpark zur namibisch-botswanischen Grenze gefahren und hatten dort dann insgesamt einen Aufenthalt von ca. 40 Minuten, um einmal einen Stempel zwecks der Ausreise aus Namibia und einmal einen Stempel zwecks der Einreise nach Botswana zu bekommen
    Danach waren wir dann den ganzen Tag bis 14 Uhr unterwegs, ohne gross zwischendurch Pause zu machen. So konnte man endlich mal Kilometer schrubben!!!

    Um 14 Uhr kamen wir dann in Maun an, einer groesseren Stadt am suedlichen Rande des Okavango-Deltas. Hier konnten wir in aller Ruhe stoppen gehen und um 16 Uhr kamen wir dann auf unserem Campingplatz an.

    Hier schlugen sieben von uns (fuenf Passagiere plus unser Koch und unser Fahrer) ihre Zelte fuer insgesamt vier Naechte auf, denn morgen wird sich unsere Gruppe trennen. Die meisten von uns werden mit unserem Guide Cornelius mit Mokoros, das sind kleine Boote, tief in das Delta hineinfahren, dort ihre Zelte aufbauen und zwei Naechte im Okavango-Delta uebernachten.

    Ich und vier andere Mitfahrer werden vier Naechte auf dem Campingplatz bleiben und stattdessen Chillen oder ins Internet gehen. Normalerweise haette ich den Trip auch mitgemacht, aber da ich ja noch nicht weiss, wie es nach den Victoria-Faellen weiter geht, habe ich mich dazu entschieden, lieber im Internet zu recherchieren und fuer meine naechste Station zu planen und nur einen Tag ins Delta zu fahren.

    So waren jetzt also 3 Tage Entspannung angesagt.

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  • 01Dec 2013

    36 Ein richtig schoener fauler Sonntag 01.12.2013 Botsuana —

    Mabudutsa Ward, Maun, Botsuana

    Beschreibung

    Heute nach dem Fruehstueck verabschiedeten wir unsere Gruppe. Danach war ein fauler Sonntag angesagt.

    Wir machten unsere Waesche, fuhren danach zum Einkaufen in die Stadt, assen Mittag und chillten danach am Pool. Leider war nur das schoene Wetter nicht von Dauer, denn nachmittags kam es zu ein paar gelegentlichen Regen- und Gewitterschauern, die aber recht schnell kamen und auch genauso schnell wieder gingen.

    Zum Abendessen gab es dann etwas richtig Gutes: Steak mit Kartoffelwedges und Blumenkohl-Karotten-Gemuese. Ich machte als Nachtisch dann mal wieder die leckeren Schokobananen und so hatten wir ein richtig gutes Abendessen. Nicht, dass es sonst nicht gut ist, aber dieseSachen kann man eben nur machen, wenn es nicht zu viele in der Gruppe sind.

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  • 02Dec 2013

    37 Ein Tag im Nass!!! 02.12.2013 Botsuana —

    Mabudutsa Ward, Maun, Botsuana

    Beschreibung

    Heute konnten wir dann endlich einmal laenger schlafen. Nur leider war ich um 6:30 auch schon wieder wach. Nachdem ich auf Toilette war und festgestellt hatte, dass außer mir noch niemand sonst sein Zelt verlassen hatte machte ich es mir auf einem der Stuehle bequem und las. Ploetzlich fiel jedoch eine Gruppe Vervet-Affen auf unseren Campingplatz ein. Sie hatten es auf unsere mit guten Sachen gefuellte Mülltonne abgesehen und angelten sich nacheinander die Bananenschalen und die Karottenreste aus der Tonne. Respekt vor Menschen hatten sie auch keinen, ließen einen sehr nahe an sich herankommen und drohten einem dann auch noch. Nur als ich ihnen dann mit der Hand zu nahe kam, nahmen sie doch ein bisschen Abstand. Als dann alle aufgestanden waren, machten wir erstmal Ruehrei zum Fruehstueck, was es sonst auch nicht gab. Es ist doch viel schoener in einer kleinen Gruppe!

    Um 9 Uhr gingen Dorian und ich dann auf eine Tagestour ins Delta. Zuerst fuhren wir 45 Minuten mit einem schnelleren Motorboot bis zu der Station, wo die Mokoro-Boote liegen und ablegen. Mokoros sind einfache Boote, ursprünglich aus einem Baumstamm geschnitzt, aber heutzutage gibt es sie auch aus Fieberglas, die von einem “Poler“, also dem Bootsfuehrer, der das Boot mit einem Stock bewegt, gefahren werden. So ähnlich wie im Spreewald in Deutschland. Pro Mokoro koennen zwei Personen plus Bootsfuehrer transportiert werden. Unser Poler hieß Toris und war mit 21 Jahren noch relativ jung. Wir fuhren mit ihm zwei Stunden durch den Hauptkanal und er erklaerte uns einiges zu Flora und Fauna. Wir sahen sowohl haufenweise Seerosen und Wasserpflanzen als auch viele Wasservoegel. An einer Stelle stiegen wir kurz aus und sahen eine fuer uns neue Antilopenart namens Red Lechewee. Um 12 Uhr gingen wir dann fuer die Mittagspause an Land. Erst unternahmen wir noch eine kleine Wanderung und assen dann unser Lunchpaket. Danach fuhren wir dann wieder zurück.
    Den meisten Spass brachte die Rueckfahrt mit dem schnellen Boot, da es einerseits Fetz machte und man sich den Fahrtwind um die Nase blasen konnte, und wir andererseits extrem viele Voegel, darunter Eisvoegel und Seeadler und sogar ein kleines Krokodil sahen.

    Auf dem Campingplatz stürzten wir uns dann gleich auf die Essensvorbereitung, denn wir hatten mächtig Kohldampf. Doch kaum war das Essen fertig, fing es auf einmal an, richtig herunterzugiessen, sodass wir in unseren Truck flüchten und dort essen mussten. Nunja, wenigstens war es dort trocken. Die Regenzeit hatte uns inzwischen fest im Griff und kein Tag verging ohne zumindest etwas Regen und/ oder Gewitter. Dieses war jedoch der heftigste Regenschauer, den wir erlebt hatten, mal abgesehen von dem ersten letzte Woche. Nach einer halben Stunde war dann das Schlimmste vorbei und der Campingplatz stand halb unter Wasser. Aber Hauptsache, die Zelte waren dicht und trocken.

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  • 03Dec 2013

    38 Nochmal ein fauler Tag in Maun! 03.12.2013 Botsuana —

    Mabudutsa Ward, Maun, Botsuana

    Beschreibung

    Heute morgen fuhren wir noch mal alle zum Einkaufen in die Stadt. Heute Mittag kamen dann die anderen von ihrem Deltatrip wieder. Ich denke, soviel haben wir nicht verpasst, da sie abgesehen von einer Wanderung und einer Mokoro-Tour in ihrem Zeltlager viel Freizeit hatten, dort jedoch keinen Pool, kein Internet, ja nicht mal Toiletten oder Duschen hatten. Zwar sahen sie einmal Giraffen und Elefanten relativ nah neben den Zelten, aber das war dann wohl schon der einzige Höhepunkt gewesen. Also richtige Entscheidung! Und Elefanten würden wir noch genug sehen, meinte unser Tourguide Cornelius. Für den heutigen Tag war dann auch nichts weiter geplant, sodass wir noch eine Runde Pool und eine Runde Internet machten.

    Für das Abendessen klingten Dorian und ich uns aus. Wir hatten einen Tisch in dem campingeigenen Restaurant bestellt und freuten uns schon darauf. Leider war das Essen dann doch nicht so gut, wie es der Lonely Planet versprach. Aber dafür hatten wir wenigstens einen schönen Abend gehabt.

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  • 04Dec 2013

    39 Eine lange Fahrt und ein Elefant 04.12.2013 Botsuana —

    Kasane, Botsuana

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    Heute hieß es dann Abschied nehmen vom Okavango-Delta. Nach vier Nächten und vier relativ faulen Tagen verstauten wir unser Zelt wieder im Truck, packten unsere Sachen zusammen und bestiegen wieder unseren Bus. Heute war ein reiner Fahrtag angesagt mit über 600 Kilometern, in denen nichts wirklich Aufregendes geschah, außer meinem ersten richtig wilden Elefanten, der direkt neben der Strasse stand, dann aber leider schon bald das Weite suchten. Unser heutiges Ziel war Kasane, dem Ausgangsort fuer Touren in den Chobe Nationalpark.

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  • 05Dec 2013

    40 Wasser fuer die Elefanten 05.12.2013 Botsuana —

    Botsuana

    Beschreibung

    Von dem heutigen Tag versprach ich mir sehr viel. Denn heute besuchten wir den Chobe Nationalpark, einen der berühmtesten und besten Nationalparks Botswanas.

    Um 9 Uhr gingen wir auf eine Bootstour auf dem Chobe-Fluss und sahen einfach Unglaubliches. Wir sahen eine große Gruppe von Elefanten neben dem Fluss, von denen ein paar dann sogar zum Trinken direkt an den Fluss kamen, die wir dann recht nahe vom Boot aus sehen konnten. Das Highlight war dann, als sogar drei von ihnen ins Wasser gingen und dort dann - wie Kinder - miteinander spielten und sich regelrecht unter Wasser drückten. Es war wirklich einzigartig, das zu beobachten. Danach fuhren wir dann den Fluss entlang und hielten abwechselnd bei Gruppen von Nilpferden, die träge im Wasser lagen, vereinzelten Büffeln (unserem Tier Nr. 4 der Big Five), die an Land grasten, Krokodilen, die faul am Ufer lagen, Antilopen, diversen Wasservögeln und zum Schluss noch bei einer großen Echse, die am Ufer entlangkriechte. Nach drei kurzen Stunden war dann leider der erste Teil unserer Chobe-Besichtigung schon wieder vorbei. Das war wirklich ein tolles Erlebnis gewesen.

    Wir fuhren zurück auf den Campingplatz, wo es sogleich Mittag für uns gab. Danach hatten wir Freizeit, bis wir um 15:15 zu unserem Nachmittags-Game Drive, dem zweiten Teil, in einem zu allen Seiten offenen Truck abgeholt werden sollten. Doch dummerweise krachte es genau zu diesem Zeitpunkt ganz gewaltig vom Himmel herunter, sodass wir auf dem kurzen Weg zum Eingang des Nationalparks schon komplett durchnässt waren. Wir fuhren zum Eingang des Nationalparks und nachdem wir dort einen Zwischenstopp gemacht hatten, um den größten Regen abzuwarten, fuhren wir zu unserem heutigen Nachtlager, direkt im Nationalpark ohne Zäune, ohne alles (auch ohne Duschen oder ein anständiges Klo).

    Nachdem sich die meisten umgezogen hatten, dass sie auf dieses Wetter nicht vorbereitet waren, ging es dann endlich los. Erst sah es aus, als ob der Regen zwar aufhören, sich aber leider nicht groß etwas blicken lassen wollte, bis auf einmal ein Elefant neben uns auftauchte. Gleich danach kam dann auch der Rest der Familie herangeschlendert (inklusive kleinem Nachwuchs) und sie gingen recht nah an unserem Gefährt vorbei und überquerten nach uns auch die Strasse. Sehr beeindruckend! Sonst gab es bis auf viele Impala-Antilopen und ein paar Wasserboecken, ein paar Büffel und einigen Vögeln nichts Interessantes zu berichten.

    Komplett durchnässt und verfroren kamen wir dann endlich am Campingplatz an, wo zum Glück schon ein Feuer und das Abendessen auf uns wartete. Frisch gestärkt, etwas aufgewärmt und mit neuen, trockenen Klamotten ging es dann alsbald in die Heia. Leider durfte ich heute keine Stiefel (auch wenn es nur FlipFlops waren) vor mein Zelt stellen, da diese sonst von Tieren zerbissen oder geklaut werden konnten. Also bekomme ich morgen wohl nichts Süßes :-(

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  • 06Dec 2013

    41 Donnernder Rauch 06.12.2013 Botsuana —

    Botsuana

    Beschreibung

    Heute zum Nikolaus war ein recht trüber Tag. Es hatte natürlich niemand Süßigkeiten vor meine Tür gelegt und durch den nicht vorhandenen Schornstein kam leider auch niemand geklettert. Ganz schön traurig, so ein Nikolaustag ohne zumindest eine klitzekleine Kleinigkeit. Aber wir waren ja froh, dass der Regen sich inzwischen verflüchtigt hatte.

    Zwischen 6:15 und 8:30 fuhren wir dann noch mal durch den Nationalpark, ohne dass sich groß etwas Interessantes abspielte. Nur einmal war es sehr interessant, als Cornelius plötzlich meinte, er hätte einen Wildhund auf der Jagd nach einer Impala-Herde gesehen. Doch leider sahen wir weder diesen einen noch weitere Wildhunde und mussten schließlich die Suche aufgeben. 15 Minuten später bekam dann unser Guide über Funk die Nachricht, dass ein Rudel Wildhunde gesichtet worden war. Wir sind natürlich sofort an besagte Stelle gefahren. Es war schon etwas Besonderes, diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen, schließlich gehören sie zu den gefährdeten Arten, und noch dazu wäre es erst recht etwas Besonderes gewesen, diese Tiere in Aktion zu erleben. Tatsächlich befand sich dann an besagtem Ort ein Rudel von insgesamt neun Tieren und es war vermutlich sogar die gleiche Gruppe gewesen, die wir erst gedacht hatten, zu erblicken. Einige der Gesichter der Hunde waren blutrot und es war klar, dass sie erst vor Kurzem gefressen haben mussten. Also hatten wir die Jagd, die wohl wirklich stattgefunden hat, leider verpasst.

    Kurze Zeit später sahen wir dann dafür eine Gruppe Löwen, zwei Löwinnen und drei Jungen, die sich auf einem Erdhügel ausruhten bzw. schliefen. Also so, wie man Löwen meistens sieht. Danach passierte dann nicht mehr viel Aufregendes und so setzten wir unseren Weg Richtung Zimbabwe fort.

    Nach nur ein paar Kilometern kam bereits die Grenze. Im Gegensatz zu Botswana dauerte es diesmal extrem lange, bis wir endlich alle unseren heißgeliebten Stempel plus ein richtiges Visum im Pass hatten. Danach fuhren wir noch ca. 100 Kilometer und kamen dann am Ziel unserer Reise, dem Ort Victoria Falls direkt neben den Victoria-Faellen an.

    Als erstes wurden wir gleich in ein Veranstaltungsbüro hereingelotst, wo wir verschiedene Aktivitäten buchen konnten. Ähnlich wie Swakopmund strotzt auch Victoria Falls vor Adrenalin- und Natur-Erlebnissen. Man kann hier von ruhigem Kanufahren über Helikopterrundflüge, Bootsfahrten, Safaris bis zu Wildwasserrafting und Bungee-Jumping wirklich alles machen. Ich buchte auch hier insgesamt drei Ausflüge. Danach ging ich mit Dorian erstmal etwas Essen und wir bauten unser Zelt auf.

    Da Dorian bereits am nächsten Tag wieder nach Hause flog, sind wir dann noch am Nachmittag zu den Victoria Fällen gelaufen. Die befinden sich zum Glück gleich um die Ecke, zu Fuß ca. 20 Minuten. Der Eintritt hat es mit 30 US-Dollar zwar ganz schoen in sich, aber man ist ja vielleicht nur einmal hier und sollte es auch nicht verpassen, die Fälle einmal zu sehen. Sie sind auch wirklich beeindruckend! Ich hatte eigentlich mit weniger Wasser gerechnet, da jeder sagte, dass der Zambezi gerade recht wenig Wasser fuehrt. Umso überraschter war ich dann, als doch ganz ordentliche Wassermassen über die Kante stürzten. Wahrscheinlich kein Vergleich zu Hochwasserzeiten, aber doch beeindruckend! So hatte der Regen in den vergangenen Tagen doch etwas Gutes gehabt. Sehr beeindruckend ist auch der Wasser-Spruehnebel, der von den Victoria-Faellen hochsteigt. Man kann ihn schon von Weitem sehen, lange bevor man bei den Victoria-Faellen ist, und zu Hochwasserzeiten ist er so dicht, dass man die Faelle gar nicht sehen kann von der gegenueberliegenden Seite. Diesem Nebel verdanken die Faelle ihren einheimischen Namen "Mosi-oa-Tunya" - the smoke that thunders oder auf deutsch: donnernder Rauch.

    Leider hatten wir unseren Besuch bei den VicFalls zu knapp geplant und unsere Gruppe war schon zum Abendessen abgefahren, als wir wieder am Camp ankamen. Eigentlich wollten wir ihnen mit dem Taxi hinterherfahren, doch dann kamen wir an einer Bar neben dem Campingplatz vorbei, wo unser Koch Bensen saß. Wir unterhielten uns mit ihm und blieben dann dort hängen. Um 20:30 plagte uns dann doch der Hunger und wir gingen im campingeigenen Restaurant essen. Dorian bestellte Impala-Steak und ich versuchte mich an einem Warzenschwein-Steak, obwohl es hieß, dass dieses Fleisch nicht die beste Qualität hat. Wider Erwarten war mein Steak jedoch sehr lecker und wunderbar zart, wohingegen Dorians Impala relativ zäh war. Wir dachten schon, der Kellner hätte es vielleicht verwechselt, aber er versicherte uns, dass es so richtig war. Man soll sich eben doch nicht immer auf das Urteil von anderen Leuten verlassen.

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  • 07Dec 2013

    42 Ich will nen Elefant als Haustier!!! 07.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute ging es für mich bereits sehr früh los. Um 6:10 wurde ich zu einer Safari auf dem Rücken eines Elefanten abgeholt. Ich dachte mir, wenn ich schon einmal hier bin im Reich der Elefanten, dann muss ich ihnen auch einmal ganz nahe kommen. Und da ich die Afrikanischen Elefanten schöner finde als die Indischen, packte ich die Gelegenheit beim Schopfe.

    Ich hatte dann Glück, da meine Gruppe nicht besonders groß war, und hatte sogar einen Elefanten ganz für mich alleine. Natürlich nicht ganz allein, sondern mit Elefantenführer. Mein Elefant hieß Hwange, war ein Weibchen und war erst 15 Jahre alt, also noch ein Teenager. Wir hatten auch erwachsene Elefanten in der Gruppe, da musste man dann die Beine ganz schön breit machen. Der Ritt ging ungefähr 45 Minuten. Tiere hab ich in der Zeit zwar keine gesehen, aber darauf kam es mir ja diesmal nicht an. Für mich zählte heute nur der Elefant unter mir. Es schaukelte zwar ein bisschen mehr und war ein bisschen höher, aber an sich war der Ritt so ähnlich wie auf einem Pferd. Ich fand es wahnsinnig toll!!

    Danach durften wir “unsere” Elefanten dann kennenlernen, sie füttern und streicheln. Das war wirklich etwas ganz Besonderes für mich, denn abgesehen von einer kurzen Fütterung in einem australischen Zoo habe ich Elefanten bisher immer nur mit mindestens ein paar Metern Abstand gesehen. Es sind wirklich faszinierende und wunderbare Tiere und ich werde dieses Erlebnis nie wieder vergessen.

    Danach gab es dann ein richtig gutes Fruehstueck. Dann fragte ich einen der Mitarbeiter, ob es in diesem Privatreservat eine Möglichkeit gibt, als Volontär zu arbeiten. Er erkundigte sich, doch leider kam er mit schlechten Nachrichten zurück. Aber er versprach mir, sich noch einmal umzuhören und sich bei mir zu melden. Dann wurden wir zurückgebracht und um 10:30 war ich dann bereits wieder im Camp.

    Dort hieß es dann bald bereits Abschiednehmen von Dorian, die um 11:30 zum Flughafen abgeholt wurde. Ich war sehr froh, dass ich Dorian auf dieser Reise kennengelernt hatte. Die meisten der Gruppe waren eben Youngsters und hatten andere Interessen als wir “Aelteren”. So hatten Dorian und ich öfter unser eigenes Ding gemacht, was ich sehr gut fand. Insofern fand ich diesen Abschied gleich mal als einen der schwersten.

    Den Rest des Nachmittags verbrachte ich im Camp und packte ein paar Sachen zusammen, denn bald musste ich ja auch mein Zelt fuer immer raeumen. Abends ging dann fast die gesamte Gruppe zum Abendessen in eine Tapas-Bar und danach ging ich wieder recht zeitig ins Bett, da auch morgen ein zeitiger Ausflug anstand.

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  • 08Dec 2013

    43 Rafting - Mordsspass mit etwas Todes-Angst 08.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute stand ein weiteres Highlight auf dem Programm. Ich wollte mich einmal im White Water Rafting probieren. Das hatte ich eigentlich schon seit Jahren vor, aber bisher bot sich mir noch keine passende Gelegenheit. Da der Zambezi einer der besten Fluesse fuer Rafting ist und auch mit die besten und gefaehrlichsten Stromschnellen hat, nutzte ich also die Chance.

    Nach einer kurzen Autofahrt und einer ausfuehrlichen Sicherheitsunterweisung bzw. Briefing bekam dann jeder eine Schwimmweste, einen Helm und ein Paddel. Danach mussten wir ca. 100 Meter die Schlucht heruntersteigen, dies geschah über verschiedene lange Treppen, und dann noch eine Weile bis zu der Einstiegsstelle laufen. Dort wurden die Boote erst einmal mit einer normalen Handpumpe aufgepumpt. Wir hatten insgesamt 6 Schlauchboote plus verschiedene Helfer in Kajaks, die einen dann begleiten oder sogar retten sollten, wenn man aus dem Boot gefallen und abgetrieben worden war (man nennt das einen langen Schwimmer). Außerdem gab es noch einen Kamera- und einen Videomann für die Dokumentation.

    Von unserer Gruppe nahmen heute zehn Leute am Rafting teil. Da in ein Boot aber maximal nur acht Personen passen, nahmen Marcos, unser Brasilianer, und ich ein anderes Boot zusammen mit fünf Australiern. Schon bei der ersten Stromschnelle, die wahrscheinlich noch nicht mal die höchste Stufe hatte, kippte unser Boot um und wir landeten alle im Wasser (als einziges Boot von allen). Das war beängstigend, wenn man auf einmal unter Wasser ist und komplett die Orientierung verloren hat, nicht weiß, wo oben und wo unten ist und sich allein auf seine Rettungsweste verlassen muss, dass sie einen wieder an die Oberfläche bringt. Ich war gefühlte 20 Sekunden unter Wasser - in Wirklichkeit waren es wahrscheinlich nur 5 - und als ich an die Oberfläche kam, befand ich mich direkt unter dem Boot. Dort konnte man erstmal atmen, da man sich ja in einer der Kammern befand, musste dann aber noch mal kurz tauchen, um unter dem Boot herunter- und daneben wieder aufzutauchen. Damit hatten wir dann das Schlimmste im Endeffekt schon hinter uns gebracht und wussten, auf was wir uns eingelassen hatten. Den anderen erging es nicht viel anders, die eine Australierin hatte daraufhin wirklich Angst und keinen Spass mehr an der Sache und Marcos erzählte mir später auch, dass er ein bisschen Todesangst hatte, weil er auch nicht richtig atmen konnte, als er unter dem Boot auftauchte und nochmal tauchen musste. Als so schlimm würde ich mein Erlebnis jetzt nicht einschätzen, aber jeder erfährt das anders.

    Danach war uns auch klar, welchen Fehler wir gemacht hatten, dass wir umfielen: Wir hatten aufgehört zu paddeln und ohne Geschwindigkeit ist es vorprogrammiert, dass man umkippt. Also waren wir vorgewarnt und die nächsten Stromschnellen machten wir diesen Fehler nicht mehr und kippten auch nicht mehr um. Der Zambezi hat Stromschnellen mit dem Schwierigkeitsgrad von 3 bis 6, wobei 6 die stärkste war. Wir fuhren allerdings nur die Schnellen bis 5. Da jetzt Niedrigwasser war, waren die Stromschnellen sogar noch ein bisschen gefährlicher im Gegensatz zu Hochwasser, wo viele Stromschnellen sogar herabgestuft werden. Wir meisterten alle folgenden Stromschnellen bis auf eine, in der ich als einzige aus meinem Boot herausgeschleudert und weit abgetrieben wurde. Ich bekam ein bisschen Panik, weil ich trotz Sicherheitsweste ein paar Mal unter Wasser gedrückt wurde, plötzlich alleine war und auf die Felswände zuhielt. Doch in der richtigen Position konnte mir nichts passieren und alsbald kam schon ein Kajak auf mich zugepaddelt. Ich wurde erstmal zum nächstbesten Boot gebracht, wo ich mich ausruhen konnte. Es schlauchte doch ganz schön, in dem Fluss zu schwimmen.

    Wieder im richtigen Boot ging es dann auch gleich weiter mit der nächsten Stromschnelle. Einmal mussten wir aussteigen und um eine Stromschnelle herumlaufen, da diese Grad 6 und damit für uns Nichtprofis viel zu gefährlich war. Trotz der zwischenzeitlichen leichten Angstzustände machte es aber übelst Spaß und es war sicher nicht mein letztes Rafting. Trotzdem war ich auch ein bisschen froh, als es vorbei war.

    Doch das Schlimmste sollte noch kommen: der Aufstieg aus der Schlucht. Diesmal nicht über Treppen, sondern über natürliche Wege und Stufen und leider nicht nur 100 Meter, sondern 200 Meter. Nach ca. 20 bis 30 Minuten hatten wir dann auch dieses geschafft und es winkte das wohlverdiente Mittagessen. Danach fuhren wir dann ca. 35 Minuten zurück bis zu unserem Ausgangspunkt, denn wir hatten auf dem Fluss ca. 21 Kilometer . zurückgelegtDen Rest des Nachmittags machte ich dann nichts, denn ich war ziemlich fertig.

    Um 19 Uhr trafen wir uns alle in einer Jugendherberge, um das Video und die Fotos anzugucken und sie evt. danach käuflich zu erwerben. Bei dieser Gelegenheit unterhielt ich mich mit dem Kameramann, und da ich ja für ein paar Tage in Victoria Falls bleiben werde, verabredete ich mich mit ihm für die Woche zu einem Treffen. Danach ging ich mit einer Schweizerin und einem Spanier, die ich während des Raftings kennengelernt hatte, Essen und dann bald ins Bett. Der Tag war echt aufregend, aber auch ermüdend gewesen. Ab heute war ich in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht, da die Zelte bereits für die neue Gruppe gebraucht wurden.

    Fotos & Videos

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  • 09Dec 2013

    44 Ein Tag nach Sambia und einen Stempel, bitte!!! 09.12.2013 Sambia —

    Livingstone, Sambia

    Beschreibung

    Heute flogen die meisten unserer Gruppe aus Victoria Falls aus und auch unsere Buscrew verließ heute den Ort, da sie eine neue Gruppe hatte und heute den Weg zurück nach Kapstadt antrat. Also verabschiedete ich mich von allen und machte mich dann zusammen mit Marcos auf den Weg nach Livingstone in Zambia.

    Marcos schloss sich eigentlich heute einer anderen Gruppe der gleichen Tourgesellschaft an, die von den VicFalls nach Nairobi fährt. Da diese Tour heute jedoch für einen Tag in den Chobe Nationalpark fuhr und Marcos nicht noch einmal dahinwollte, entschloss er sich, einen Tag früher zu der nächsten Destination der Tour, einer Lodge in Livingstone, zu gehen. Und da ich ab heute ja nichts mehr groß zu tun hatte, schloss ich mich ihm an. So konnte ich zumindest einen neuen Stempel in meinem Reisepass ergattern.

    Für einen Tag kann man fuer Zambia ein Ein-Tages-Visum bekommen, das dann nicht so teuer ist zum Glück. Bis zu der Grenze konnten wir locker laufen, da sie gleich neben den Victoria-Faellen war. Nach der erfolgreichen Überquerung nahmen wir uns dann ein Taxi in die Stadt. Diese war allerdings nichts Besonderes, eine ganz normale Großstadt (daher auch keine Fotos). Wir liefen ein bisschen durch die Stadt, machten ein paar Erledigungen und gingen Mittagessen. Nachdem ich ein nettes Gemälde auf dem Markt erstanden hatte, verabschiedete ich mich von Marcos und machte mich alleine auf den Rückweg.

    Leider musste ich in Zimbabwe nochmal die Gebühr für das Visum bezahlen. Auf dem Weg begegnete ich einer netten Familie aus Südafrika, die zufälligerweise auch in dem gleichen Camp wie ich wohnten und mich dann auch in ihrem Auto mitnahmen. Zum Abendessen gab es dann zum ersten Mal nach langer Zeit wieder etwas Selbstgemachtes - Thunfischsalat. Einfach, aber gut!!! Dennoch werde ich die Kochkünste von Bensen vermissen.

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  • 10Dec 2013

    45 Auf der Suche nach neuen Taetigkeiten 10.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute musste ich erst einmal meine Unterkunft wechseln, da der Gemeinschaftsraum ab heute voll gebucht war. Leider gefielen mir die anderen Gemeinschaftsräume gar nicht, sodass ich in ein permanentes Zelt, in dem zwei Betten und ein kleiner Nachtschrank stand, umzog. So hatte ich jetzt wenigstens wieder mein eigenes Reich.

    Am Vormittag traf ich mich dann mit Greemph, dem Mitarbeiter, den ich bei der Elefantensafari kennengelernt hatte und der mir versprochen hatte, sich wegen der Freiwilligenarbeit umzuhören. Er hatte dann auch eine Telefonnummer für mich und das, was die Dame am Telefon erzählte, hörte sich auch alles ganz vielversprechend an, bis sie dann sagte, dass das Freiwilligenprogramm zwischen dem 15.12. und dem 6.1. nicht stattfindet (wahrscheinlich aufgrund von den afrikaweiten Ferien). Genau aus diesem Grund wollte ich jedoch genau in dieser Zeit arbeiten, sodass ich absagen musste, da es sich für mich nicht wirklich lohnen würde, für 5 Tage meine Sachen zu packen. Sehr aergerlich!!!

    Danach ging ich ins Internet und recherchierte meine Möglichkeiten, wie es weitergehen sollte. Ich möchte noch eine Weile in Zimbabwe oder Botswana bleiben, bevor ich in das nächste Land verschwinde. Das stand zwar nicht auf meinem Plan, aber irgendetwas sagt mir, dass ich hier noch nicht fertig bin und noch ein bisschen bleiben sollte. Deswegen informierte ich mich über alle Möglichkeiten, die ich finden konnte, ohne jedoch groß etwas herauszufinden. Aber wenigstens registrierte ich mich nun endgültig für das WWOOFing-Programm in Südafrika.

    Dieses Programm richtet sich an Reisende, die gern für kostenlose Unterkunft und Verpflegung ein paar Stunden pro Tag auf einer Bio-Farm arbeiten möchten sowie an Bio-Farmer, die gerne Reisende bei sich aufnehmen und sie bei sich arbeiten lassen und dafür Kost und Logis zur Verfügung stellen. WWOOFing gibt es weltweit in vielen Ländern, auch in Deutschland. Eigentlich wollten wir das in Australien auch einmal machen, hatten es dann aber doch nicht geschafft. Leider sind aus Botswana oder Zimbabwe bisher keine Farmer angemeldet, sodass ich diese Möglichkeit hier ausschließen muss.

    Abends ging ich dann in die Jugendherberge von Samstag, wo ich mich mit dem Kameramann verabredet hatte. Er heißt PJ und er zeigte auch gerade die Fotos und das Video von der heutigen Rafting-Gruppe. Ich bestellte etwas zu Essen und zu Trinken und wir unterhielten uns, während das Video lief. Dann nahm er alle Foto- und Video-Bestellungen der Gruppe auf. Danach fuhren wir kurz in das Büro seines Chefs und danach klapperten wir ein paar Bars in und um VicFalls ab in der Hoffnung, irgendwo einen freien Billiardtisch zu bekommen. Einmal waren wir in einer Bar ein bisschen außerhalb der Stadt und ich kam mir ein bisschen so vor wie Julia Stiles in dem Club in “Save the last Dance”, so ganz allein als Weiße nur unter Schwarzen. Aber alle sind hier supernett und so braucht man sich eigentlich keine Gedanken zu machen. Letztendlich landeten wir dann doch wieder ziemlich nah an meinem Ausgangspunkt, nämlich in der Bar neben meinem Camp. Wir spielten zwei Partien und guckten danach Champions League. Dann verabredeten PJ und ich uns wieder für Donnerstag und ich ging schlafen.

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  • 11Dec 2013

    46 Eine Flussfahrt, die ist frostig 11.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Für heute hatte ich nichts Besonderes geplant. Ich schlief lange aus, ging um 10:30 Brunchen und in die Stadt. Danach setzte ich mich ans Internet, ohne dass etwas Brauchbares herauskam. Den ganzen Nachmittag schüttete es wie aus Eimern und so sah ich schon meinen dritten Ausflug in Gefahr, den ich dummerweise für heute Abend gebucht hatte. Aber Gott sei Dank hörte der Regen kurz vor 16 Uhr, bevor ich abgeholt wurde, wieder auf.

    Ich machte heute eine Sunset-Cruise auf dem Zambezi oberhalb der Fälle, wo der Zambezi schön breit und ruhig fließt. Aber es hört sich schöner an als es war, denn es war immer noch kalt und trübe und das Boot war offen. Dementsprechend froren wir alle und wurden zwischenzeitlich auch etwas nass. Die Sonne war definitiv nicht zu sehen geschweige denn ihr Untergang. Dafür sahen wir sehr viele Vögel und Flusspferde und diesmal gelang es mir auch, eines mit weit aufgerissenem Maul auf Foto einzufangen.

    Neben uns waren noch viele weitere Boote, die genau die gleiche Tour machten, und auf einem befanden sich fast ausschließlich Afrikaner. Sie sangen und tanzten die ganze Zeit, darunter auch Lieder zu Ehren von Nelson Mandela. Damit verschreckten sie wahrscheinlich alle Tiere, aber es war trotzdem interessant, zuzusehen und zuzuhören.

    Fotos & Videos

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  • 12Dec 2013

    47 Regen und ein leerer Tank 12.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war ein recht trüber Tag. Es regnete wirklich den gesamten Tag bis ca. 17 Uhr. Zum Glück hatte ich heute nicht groß etwas vor außer Internet und dafür war das Wetter eigentlich genau richtig.

    Ich schrieb ein paar Nationalparks in Zimbabwe an, ob sie Freiwillige aufnehmen, und ich kontaktierte einige WWOOF-Farmen in Südafrika. Innerhalb von einer halben Stunde hatte ich schon vier Zusagen, sodass ich dann doch recht optimistisch war, doch über Weihnachten irgendwo unterzukommen und zu arbeiten. Ich schrieb aber noch niemandem zurück, weil ich noch die Antworten von den Nationalparks abwarten wollte.

    Abends traf ich mich dann wieder in der Jugendherberge mit PJ. Eigentlich wollten wir nach dem Video etwas essen gehen, doch er hatte angeboten, vorher noch ein paar Kollegen, die bereits etwas getrunken hatten, zu ihrem Dorf zu fahren. Das hätte eigentlich nur 45 Minuten gedauert, doch als wir sie einladen wollten, ging auf einmal PJ’s Auto aus, da er nicht mehr genug Benzin im Tank hatte. Kam mir irgendwie bekannt vor. Daraufhin verbrachten wir die nächsten zwei Stunden damit, uns auf die Suche nach Benzin zu machen, was nach 22 Uhr in Afrika wohl recht schwierig ist, da dann alle Tankstellen zu machen. Letztendlich bekamen wir 10 Liter auf dem Schwarzmarkt aus privater Hand für einen nur leicht höheren Preis als von der Tankstelle.

    Nachdem wir dann die zwei Männer in ihrem Dorf abgeladen hatten, fuhren wir zu einer Lodge und spielten Billiard. Danach verabredeten wir uns für morgen, weil ich dann auf eine Krokodilfarm in der Nähe von VicFalls gehen wollte und PJ um 14 Uhr bereits Feierabend hat und mich dahin begleiten will.

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  • 13Dec 2013

    48 Tausende Krokodile und eine dreckige Hose 13.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Auch der heutige Tag war von Regen bestimmt. Es ist nun mal Regenzeit und da ist dieses Jahr keine Ausnahme.

    Ich verbrachte den Vormittag am Computer und fuhr dann mit PJ, der heute für die Fotos zuständig war und deshalb den Nachmittag frei hatte, zu einer Krokodilfarm. Wir bekamen eine persönliche Führung über die Farm, die das Zuhause von sage und schreibe 37.000 Krokodilen ist. Das Highlight war die Krokodilfütterung. Es stand Krokodilschwanz auf der Speisekarte. Wir befanden uns dafür auf einer Brücke, die direkt über einen Teich voller Krokodile führte. Der Guide befestigte einen Krokodilschwanz an einer Angel und klatschte mit dem Fleischbrocken auf das Wasser, sodass man auf einmal in ein Dutzend aufgerissene Krokodilmäuler blickte. Manche der Kameraden waren wirklich riesig!!! Manche sprangen dann auch ein bisschen hoch, was dann von der Brücke aus gesehen doch sehr nah war. Wirklich faszinierend! Ich hatte so was zwar auch schon in Australien von einem Boot aus mitgemacht, aber so nahe wie hier ist man den Krokodilen da nicht gekommen. Es sind schon gewaltige und furchteinflößende Biester!!!

    Die Farm hat nicht nur ganz ganz viele Krokodile, sondern auch 3 Löwen, ein Männchen und zwei Weibchen. Und auch hier kamen wir genau richtig zur Fütterungszeit. Im Gegensatz zur Farm in Namibia durfte man hier richtig nahe an den Zaun und der Loewe, begierig auf sein Fressen, drohte mehrfach am Zaun, fauchte (wenn das so heisst bei Loewen) und zeigte seine Zähne. Echt Wahnsinn!!! Die Fütterung an sich war dann aber eher unspektakulär. Hier sprang jedenfalls niemand hoch auf der Hatz nach dem ersten Stück.

    Danach gingen PJ und ich noch kurz in den Shop, der sich natürlich auf jegliche Krokodil-Leder-Waren spezialisiert hatte. Doch sie verkauften auch Felle, Flusspferdzähne mit Schnitzereien und sogar Giraffenfüße, die zu Lampen umfunktioniert worden waren und andere Abstrusitäten. Da überkam mich bald die Übelkeit, als ich das sah. So etwas Geschmackloses wuerde ich mir nie kaufen geschweige denn in die Wohnung stellen! PJ fand es allerdings recht nett. Hm!!!

    Danach zeigte mir PJ “the big tree”, einen riesigen Baobab-Baum mit 20 Meter Stammesumfang und ca. 1000 bis 1500 Jahre alt. Dann fuhren wir an das Ufer des Zambezi und hielten Ausschau nach Flusspferden. Leider waren gerade keine da. Als wir dann wieder weiterfahren wollten, setzte sich das Auto leider nicht in Bewegung, da wir uns festgefahren hatten. Durch den vielen Regen in letzter Zeit war der Boden total aufgeweicht und PJ hatte den Wagen zu nahe an das Ufer gefahren. Also sammelten wir Holzstuecke, Palmwedel und -staemme und was wir alles so finden konnten, um das Auto wieder freizubekommen. Nach einer halben Stunde, einer kleinen Matschpartie und einer total verdreckten Hose meinerseits waren wir dann zum Glück wieder mobil.

    Ich glaube, das nächste Mal überlege ich es mir dreimal, ob ich nochmal zu PJ ins Auto steige, wenn er einen Ausflug machen will. Danach fuhr ich wieder zurück ins Camp, um mich umzuziehen und meine Sachen zu waschen.

    Fotos & Videos

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  • 14Dec 2013

    49 Wasser von allen Seiten und eine neue Unterkunft 14.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute stand von mir aus eigentlich nichts Besonderes auf dem Programm. Ich hatte noch nicht einmal gefrühstückt und wollte gerade in die Stadt gehen, um etwas einzukaufen, als auf einmal PJ vor meinem Zelt stand.

    Die gesamte Rafting-Crew hatte heute frei bekommen, weil sie nur 3 Gäste hatten und diese an ein anderes Rafting-Team weiterleiteten. So ist PJ sofort zu mir gekommen und wir konnten schon vormittags den Ausflug, den wir eigentlich für den Nachmittag vorhatten, machen. Zum Glück nahmen wir dafür auch nicht das Auto, wer weiß, was dann schief gelaufen wäre…

    Wir gingen an den Victoria-Faellen vorbei und liefen erst eine Weile neben der Schlucht, bevor wir uns dann an einer nicht ganz so steilen Stelle wie am Sonntag auf den Weg zum Grund der Schlucht machten. Unten angekommen, befanden wir uns an der Stromschnelle Nr. 5, genannt “Stairway to Heaven” oder “Highway to Hell”. Wir wollten nämlich die Rafting-Boote beobachten, wenn sie durch die Stromschnelle fuhren. Vorher schwammen wir jedoch noch eine Runde im Fluss. Auch bei der anderen Rafting-Gesellschaft gab es nicht viele Gäste, sodass sie insgesamt gerade einmal auf ein Boot mit acht Mann kamen. Nachdem sie die Stromschnelle erfolgreich passiert hatten, machten wir uns dann auch wieder auf den Weg nach oben. Ich befürchte, dass ich morgen wieder Probleme mit meinen Beinen haben werde. Nach dem schweren Aufstieg am Sonntag hatte ich in den darauffolgenden drei Tagen mit Muskelkater zu kämpfen. Jede Stufe oder längerer Schritt tat weh und war unbedingt zu vermeiden.

    Auf dem Rückweg zeigte mir PJ Leopardenspuren und ein Chamäleon, was in einem Strauch neben dem Weg hockte, was ich nie im Leben erblickt hätte. Leider erbleichte es bei meinem Anblick und suchte erschrocken das Weite, als ich es auf meine Hand nehmen wollte. Und leider gibt es auch kein Foto dazu. Aber es war wirklich süß!!!

    Danach gingen wir etwas Schnelles essen und waren pünktlich im Auto, bevor es richtig heftig und lange zu regnen anfing. Dann fuhr mich PJ zu einer Lodge oder besser gesagt zu einem Haus, das zu einem kleinen Hotel umgebaut worden war, und etwas außerhalb der Stadt lag. Hier hatte ich die Möglichkeit, für den gleichen Preis wie für das Zelt ein sehr großes Zimmer mitsamt eigener Dusche, WC und Badewanne und einer Gemeinschaftsküche zu bewohnen. Das hörte sich sehr verlockend an, da sich bei dem in letzter Zeit ja sehr häufigem Regen vor meinem Zelt immer ein kleiner Pool und im Zelt an der Tür eine kleine Pfütze bildeten. Außerdem wollte ich auch nicht ständig zum Essen ausgehen und ständig nur Thunfischsalat oder andere kalte Sachen waren auch keine Lösung. Also besichtigten wir das Zimmer und nach einem Vergleich mit einer anderen “Lodge” wurde das Zimmer für gut befunden und gebucht.

    Danach fuhren wir wieder auf den Campingplatz, ich checkte aus, packte meine Sachen, checkte noch schnell im Internet, ob es irgendwelche Neuigkeiten gab, und wir luden meine Sachen - natürlich immer noch bei Regen - ins Auto und fuhren zu meiner neuen Unterkunft. Danach gingen wir einkaufen, und auf dem Weg dorthin hielt PJ plötzlich an und fragte, ob ich fahren wolle. Er meinte, er würde mir für die nächsten Tage sein Auto überlassen für den Fall, dass ich in die Stadt möchte, die ja nun ca. 15 Minuten Fußweg von der Lodge entfernt liegt. Ich wusste zwar nicht, ob er das ernst meinte, aber fahren wollte ich schon mal wieder gerne. Und ich muss sagen, es macht irre viel Spaß, wieder auf der anderen Straßenseite zu fahren! Es ist unglaublich, wie schnell man sich wieder daran gewöhnt. Nur die Blinker und Scheibenwischer machen mir noch Schwierigkeiten, da sie seitenverkehrt sind und ich sie regelmäßig durcheinanderbringe.

    Beim Einkaufen war ich wieder in meinem Element, und da ich ja nun wieder auf einen Herd und einen Ofen zurückgreifen konnte, stand heute Abend gleich mal wieder Pasta mit Tomatensoße auf der Speisekarte. Nach dem Abendessen fuhren wir zu der Jugendherberge, wo die Rafting-Videos gezeigt werden, da dort heute eine Weihnachtsparty stattfand. Aber es hätte auch irgendeine andere Feier sein können, von Weihnachten war jedenfalls nichts zu entdecken. Die Gäste waren gut gemischt mit Backpackern, Touristen und Einheimischen. Ich lernte ein paar von PJ’s Freunden und Kollegen kennen und hatte eine Menge Spaß. Um 1:00 gingen dann die Lichter an und wir fuhren nach Hause.

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  • 15Dec 2013

    50 Wieder ein fauler Sonntag 15.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war für mich ein fauler Tag angesagt. Da anzunehmen war, dass heute viele Leute zum Rafting gingen, war klar, dass PJ heute weder frei noch einen kurzen Tag haben würde. Leider können wir uns über Telefon nicht abstimmen und so überließ mir PJ heute wirklich sein Auto. Ich sollte ihn nur um halb drei von der Arbeit abholen. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet!

    Ich fuhr ihn also frühs auf Arbeit und kehrte danach wieder in die Lodge zurück, machte Frühstück, checkte Emails und schrieb an meinem Blog. Dann fuhr ich in die Stadt und brachte PJ vom Büro, wo die Rafting-Gesellschaft in der Stadt stationiert ist, zu dem Büro seines Chefs, etwas außerhalb der Stadt, dafür jedoch sehr nah an der Lodge, wo er die Videos jeden Nachmittag schneiden und bearbeiten muss, damit sie um 19 Uhr zur Vorführung fertig sind.

    Danach machte ich dann wieder einen auf faul und las, schlief und sah mir einen Film an. Ist auch nicht so verkehrt, so ein fauler Tag.

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  • 16Dec 2013

    51 Organisation muss sein 16.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute standen einige organisatorische Sachen auf dem Tagesplan. Nachdem ich gefrühstückt hatte, machte ich mich auf den Weg in die Stadt und besorgte mir eine zimbabwische SIM-Karte, schickte ein paar Postkarten los und versuchte, meine Brille reparieren zu lassen - was leider schief ging und mit einem abgebrochenen Brillenbügel endete. Mist!!! Sonst gibt es nichts Aufregendes zu berichten

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  • 17Dec 2013

    52 Mir ist laaangweilig!!!! 17.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Auch heute war nichts weiter geplant und ich muss sagen, das macht mich doch ganz schön fertig, dieses Nichtstun! Da muss ich mir nochmal was überlegen, was ich machen könnte, denn ich glaube, bei drei Wochen lang nichts machen drehe ich durch. Mir war der Tag heute schon genug, den ich mit Bilder Ordnen, Internet und Musik Hören zubrachte. Wenigstens ist so die Chance groß, dass ich meinen Blog bald fertig kriege.

    Zufällig hatte ich heute per Facebook mitgekriegt, dass Natalie, mit der ich diesen tollen Spaziergang mit den Giraffen hatte, auch gerade in VicFalls ist. Ich hoffe, es klappt, dass wir uns die Tage mal treffen können.

    Nachdem ich PJ ebenfalls von meiner Überlegung, mir irgendetwas zu suchen, da ich nicht drei Wochen nichts tun kann, erzählte, meinte er, er würde sich einmal umhören, ob ich nicht vielleicht in einer Schule oder einem Krankenhaus ein bisschen mithelfen und mitarbeiten könne.

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  • 18Dec 2013

    53 Wiedersehen macht Freude 18.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute stand wieder Internet auf dem Programm. Glücklicherweise war Natalie auch gerade zur gleichen Zeit wie ich online und so verabredeten wir uns für den Nachmittag miteinander.

    Um 13 Uhr fand in der Lodge, in der sie mit ihren Eltern untergebracht war, eine Geierfütterung statt. Das war mal wieder etwas Neues und sehr interessant. Danach genehmigten Natalie und ich uns ein leckeres Mittagessen, bei dem wir unsere Erlebnisse der letzten Wochen austauschten. Es war schön, mal wieder mit jemand Vertrautem über gemeinsame Erlebnisse zu reden.

    Danach brachte ich Natalie mit ihren Eltern auf die Krokodilfarm, die nicht weit weg von ihrer Lodge lag, und fuhr nach Hause, um dann 1,5 Stunden auf PJ zu warten. Er war den Nachmittag unterwegs, um nach einer Arbeit für mich zu gucken. Er hatte im Krankenhaus nachgefragt, aber leider konnte man uns dort vor Montag nicht Bescheid geben.

    Wir fuhren dann noch zu einem kleinen Waisenhaus in einem Township und fragten dort wegen Freiwilligenarbeit nach. Sie sagten, wenn ich will, kann ich jeden Tag zu ihnen kommen. Sie hätten auch an drei Tagen in der Woche die Freiwilligen von einem Conservation-Programm im Haus, die sich um das Essen und um die Kinder kümmerten.

    Damit mache ich jetzt also die “richtige” Freiwilligenarbeit ohne Entlohnung, aber auch ohne selber dafür zu bezahlen. Eigentlich wollte ich ja nur Freiwilligenarbeit mit Tieren machen, aber irgendwie freue ich mich jetzt auch darauf. Ich bin gespannt, wie es wird...

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  • 19Dec 2013

    54 Ich habe mich verliebt ;-) 19.12.2013 Simbabwe —

    Victoria Falls, Simbabwe

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    Ich muss sagen, mir hat der Tag heute sehr gut gefallen. Nachdem wir erstmal verschlafen hatten, wurde der Tag zum Glück besser.

    Um 9:30 fuhr ich zu dem Waisenhaus und war schon mal froh, den Weg gleich beim ersten Mal gefunden zu haben. Dort wurde gerade das Frühstück zubereitet, doch ich sollte nicht dort helfen, sondern lieber mit den Kindern spielen. Es gibt in dem Waisenhaus insgesamt 8 Kinder verschiedenen Alters, die jüngsten sind drei Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren. Ich habe mich auch gleich in einen der Jüngsten namens Owen verliebt. Der ist so süß!!! Erst habe ich ein bisschen mit den Kleinsten getobt und sie durchgekitzelt, dann hatten sie Spaß mit meiner Kamera. Danach war dann erstmal Frühstück angesagt.

    Nach dem Frühstück kam dann ein Mann namens Nyika (sprich: Njika), der ebenfalls an verschiedenen Tagen der Woche für das Waisenhaus arbeitet als Art Sozialarbeiter, Manager und Fundraiser in einem. Wir verstanden uns auf Anhieb und unterhielten uns eine Weile. Dann sollte ich mit ihm fahren, um das Auto des Waisenhauses aus der Werkstatt abzuholen. Danach unterhielten wir uns weiter und fuhren um 13:00 in die Stadt, um die Rechnungen fuer Wasser und Strom zu bezahlen. Doch da genau zu dieser Zeit die Mittagspause losging, standen wir vor verschlossener Türe. Dafür gingen wir dann erstmal einkaufen und ich konnte unsere Vorräte aufstocken.

    Wir aßen je zwei Samoosas zum Mittag, das sind frittierte Teigtaschen mit einer leckeren, gewürzten Hackfleischfüllung, mein absolutes Lieblingsessen hier. Danach fuhren wir dann nochmal zu den Behörden, die jetzt auch geöffnet hatten. Auf dem Heimweg bekam ich dann einen Anruf von PJ, dass er jetzt im Büro wäre und ich ihn jetzt abholen könnte. Also verabschiedete ich mich von den Kindern und von Nyika und fuhr zu PJ.

    Nachdem er mit dem Editieren der Fotos fertig war, fuhren wir dann ca. 10 Kilometer weit zu PJ’s Cousin, der ein kleines traditionelles Dorf geschaffen hat mit verschiedenen Hütten, von denen drei Häuser als Gästehäuser bewohnbar sind. Es gibt dort Hütten zum Kochen, zum Musizieren und Zusammensitzen. Außerdem möchte er einen kleinen Zeltplatz neben dem Dorf errichten und er würde gerne Touren und traditionelle Abende für Touristen und Reisegruppen anbieten, ihm mangelt es allerdings am notwendigen Marketing. Der Platz ist wirklich toll gelegen, sehr ruhig und bietet einen fantastischen Blick auf die Victoria-Fälle und einen Teil der Schlucht. Wir waren auch gerade zum Sonnenuntergang da (ja, manchmal kommt hier auch die Sonne raus) und das Licht war wirklich atemberaubend schön. Wir haben verschiedene Möglichkeiten diskutiert, ihn bekannter zu machen und wollen in den nächsten Tagen noch einmal vorbeikommen mit meiner großen Kamera und hoffentlich nochmal Sonnenschein, um ein paar Bilder von dem Dorf zu machen.

    Fotos & Videos

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  • 20Dec 2013

    55 Zweiter Tag im Waisenhaus 20.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Leider war heute kein Sonnentag. Den ganzen Vormittag war es bedeckt und ab halb eins schüttete es dann wie aus Eimern. Dummerweise waren Nyika und ich da gerade unterwegs und mussten zwischendurch aussteigen.

    Wir besuchten heute mit zwei eventuellen Geldgebern oder vielleicht auch “nur” deren Repräsentanten ein Areal ca. 15 Kilometer von Victoria Falls entfernt, auf dem ein neues Waisenhaus mit mehr Platz, einem großem Grundstück und viel Natur Drumherum entstehen wird. Danach besuchten Nyika und ich Freunde von ihm in der Nähe und ich bekam dabei gleich eine private “village tour”, also eine Dorfführung durch die verschiedenen Häuser des Dorfes. So gab es hier eine Winter- und eine Sommerküche, einen Aufenthaltsplatz und vieles mehr. Dieses Dorf ist so ähnlich aufgebaut wie das gestrige und empfängt bereits viele Gäste.

    Danach war dann im Waisenhaus Mittag angesagt und danach machte ich mich bereits auf den Weg in die Stadt. Eigentlich wollte PJ heute vom Büro zum Waisenhaus laufen, aber aufgrund des Regens zog ich es vor, ihn stattdessen abzuholen. Kann ich ja nicht verantworten, wenn er sich einen Schnupfen holt. Nachdem wir kurz in der Lodge waren, fuhr PJ mit mir auf einen Markt, wo man von Klamotten über Handys bis hin zu selbstgemachten Handwerkssachen alles kaufen konnte, was das Herz begehrt. Zu solchen Orten verlaufen sich garantiert nie Touristen!!! Wir gingen noch ein bisschen Lebensmittel einkaufen und machten uns dann einen gemütlichen Abend im Zimmer.

    Ich muss sagen, der kleine Owen aus dem Waisenhaus hat es mir echt angetan. Er kommt auch immer gleich zu mir gerannt und will hochgehoben werden und kuscheln. Hätte ich ja nie für möglich gehalten, sowas je mal zu sagen, aber wenn ich je ein Kind adoptieren sollte, dann wäre es wohl Owen.

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  • 21Dec 2013

    56 Ein Sonntag mit Kuechennovums 21.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Noch drei Tage bis Weihnachten!!! Ich kann es gar nicht glauben!!! Das hat jetzt nichts mit dem Wetter zu tun, dass kein Weihnachtsfeeling aufkommen will (im Gegenteil, ich fühle mich teilweise wie im November, wenn es hier immer so runterschifft). Aber irgendwie ist die Zeit in den letzten Wochen wie im Flug vergangen und ich habe hier durch meine vielen neuen Eindrücke auch gar nicht groß die Zeit, über Weihnachten nachzudenken. Aber jetzt spricht PJ doch öfter von Geschenken für seine Familie und so muss ich doch langsam auch mal darüber nachdenken, was ich schenken will. Ist aber auch schön, dem ganzen Vorweihnachtstrubel so komplett zu entkommen, und interessant zu sehen, dass das in anderen Ländern viel lockerer gehandhabt wird.

    Nunja, als ich heute beim Waisenhaus ankam, war das Bild ein ganz anderes als die Tage zuvor: Überall waren Kinder am Spielen und eine Horde von weißen Leuten standen vor dem Waisenhaus und unterhielten sich. Sie waren von der Organisation “Beat AIDS” und ich denke, dass sie dem Waisenhaus sicher etwas spendeten. Ich wurde kurz vorgestellt und es wurden ein paar Fotos und Videos von den Kindern gemacht und dann waren die weißen Leute schon wieder verschwunden. Um kurz nach 10 Uhr kamen ein Mitarbeiter und zwei Volontäre von einem Projekt namens “Lion Encounter”. Wir sollten das Mittag zubereiten und mit den Kindern spielen, während die Chefin des Waisenhauses in die Kirche ging.

    So wurde ich heute in die Hohe Schule des Sadza eingeführt. Das ist Maisbrei, das Equivalent zum namibischen Mieliepap und das isst hier jeder, jeden Tag teilweise zum Frühstück, Mittag und/ oder Abendessen. Die Zimbabwer essen sich daran auch nicht satt, was ich ja nicht verstehen kann. Ich hatte nun Mieliepap in Namibia, Ugali in Botswana und Nshima in Zambia und alles ist mehr oder weniger das Gleiche gewesen. Nun kann ich das Zeug nicht mehr sehen und glaube auch nicht, dass das zimbabwische Sadza wesentlich anders schmeckt als in den anderen Ländern. Aber da es das auch im Waisenhaus zum Mittag gibt, wollte ich zumindest sehen, wie es zubereitet wird. Es wurde ein Feuer gemacht, ein Grillgitter darauf gestellt und zwei große Töpfe mit Wasser zum Kochen gebracht. Das Maismehl wurde Tasse für Tasse in den Topf getan und man musste eine Art Quirl-Schneebesen-Verschnitt zwischen den Händen drehen, bis sich das Mehl aufgelöst hatte. Danach kam dann die nächste Tasse dran. Es war ganz schön anstrengend!! Nachdem eine ganze Menge Mehl im Topf war, kochte dieser ca. 15 Minuten vor sich hin. Nach dem Einkochen war die Konsistenz des Breis ein bisschen dicker geworden und nun wurde noch kräftig mehr Maismehl hinzugetan und umgerührt, sodass eine Masse mit der Konsistenz von Kartoffelbrei entstand. Dieses konnte man dann entweder sofort oder auch nach Stunden vom Herd essen. Also das optimale Essen, wenn man Besuch erwartet und nicht weiß, wann dieser erscheint. Nachdem das Sadza also soweit fertig war, hieß es nur noch Warten.

    Ich ging wieder zu den Kindern, die inzwischen alle auf dem Spielplatz neben dem Waisenhaus spielten. Kann man sich das vorstellen? Doreen inmitten von mind. 30 Kindern verschiedenen Alters, zwischen 4 Monaten und 10 Jahren war alles dabei. Ich half ihnen beim Wippen, stieß sie beim Schaukeln an oder nahm sie auf meine Schultern. Da gab es auch keinerlei Berührungsängste. Es fand sich immer einer, der hochgenommen werden wollte. Auch mein Armband, meine Uhr und meine Brille waren nicht sicher. Natalie, mit der ich mich vor drei Tagen getroffen hatte, hatte mir von ihren Erlebnissen in einem Waisenhaus in Südafrika erzählt und gemeint, die Kinder seien genauso wie die Paviane auf der Farm, die an einem hochkletterten und alles unter die Lupe nahmen. Das klingt zwar schlimm, aber irgendwie war es wirklich so.

    Kurz vor 14 Uhr brach dann ein Wolkenbruch über uns herein und jeder flüchtete ins Trockene. Pünktlich zum Regen war dann auch das Mittagessen fertig!!! Ich konnte leider nicht bleiben, weil ich wieder PJ vom Büro abholte. Den Nachmittag verbrachte ich daheim und versuchte mich abends dann mit ein paar Küchen-Experimenten - wie kriege ich ein Abendessen ohne anständige Gewürze wie Salz und Pfeffer und mit einem lahmarschigen Ofen hin? Nach 1,5 Stunden stand dann wenigstens was auf dem Tisch, auch wenn ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden war.

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  • 23Dec 2013

    57 Geschenke-Shopping!!! 23.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Den gestrigen Tag habe ich die meiste Zeit im Internet im Restaurant vom Rest Camp verbracht. Eigentlich wollte ich nachmittags Wäsche waschen, besonders weil gestern der erste Tag ohne Regen seit gefühlten 2 Wochen war, doch siehe da: Wir hatten den ganzen Nachmittag kein Wasser bis heute Vormittag. Ist doch mal wieder typisch!!!

    Heute Vormittag konnte ich allerdings auch keine Wäsche waschen, weil ich heute früh mit einer Mitarbeiterin der Lodge verabredet war. Ich möchte den Kindern im Waisenhaus zu Weihnachten Spielzeug schenken und sie war so nett und brachte mich zu den Märkten, wo ich am besten etwas finden konnte. So waren wir ca. 2 Stunden unterwegs, bis ich einen ganz guten Vorrat zusammenhatte.

    Dann gingen wir noch schnell für die Lodge paar Reinigungsmittel einkaufen, da sie wohl sonst nicht die Chance hat, mit dem Auto einkaufen zu gehen und dann war es auch schon wieder 11:00. Wir luden schnell die Sachen aus dem Auto und dann fuhr ich ins Waisenhaus.

    Dort angekommen, wurde ich gleich der Begründerin des Waisenhauses vorgestellt, die ab heute im Haus ist. Dann spielte ich den Rest der Zeit mit den Kiddies.

    Nachdem mich PJ bei der Lodge abgeliefert hatte, konnte ich mich dann endlich auf den Wäscheberg stürzen. Heute war es auch wieder richtig warm gewesen. Von Heiß will ich noch nicht sprechen, aber der Temperaturunterschied zu vorgestern ist doch echt extrem!!! PJ meinte, es kann sein, dass wir die nächsten zwei Wochen jetzt dieses Wetter haben werden. Wie ich Weihnachten im prallen Sonnenschein doch liebe!!! Da hätte es ruhig ungemütlich sein können!

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  • 24Dec 2013

    58 Heiligabend mal anders!!! 24.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    PJ hatte leider Recht behalten. Heute war wieder ein warmer Tag gewesen, ich wuerde inzwischen auch langsam von heiß sprechen. Den ganzen Vormittag über war ich mit Einkaufen beschäftigt, da ich annahm, dass die Supermärkte über Weihnachten geschlossen hätten, um dann kurz vor Ende meines Shoppings herauszufinden, dass sie doch geöffnet hatten und zwar sogar zu den normalen Öffnungszeiten. Hier will sich einfach niemand das gute Weihnachtsgeschäft entgehen lassen. Nunja, dafür waren nun der Kühlschrank und die beiden Vorratsschubladen wieder gut gefüllt.

    Nach dem Waisenhaus ging ich noch auf zwei Märkte, um noch ein Geschenk für PJ zu besorgen. Nachdem ich ihn dann von der Arbeit abgeholt hatte, musste ich feststellen, dass ich doch noch etwas vergessen hatte, zu besorgen. Ich wollte nämlich in den nächsten Tagen einen Kuchen backen und dafür brauchte ich saure Sahne (oder etwas Vergleichbares, wenn es so etwas hier nicht geben sollte). Also klapperte ich mit PJ sowohl beide großen Supermärkte als auch kleine Shops, die einem auch Informationen gaben, wo man noch fündig werden konnte, ab. Nichts!!! Entnervt beschloss ich, statt saurer Sahne Naturjoghurt zu nehmen, und gab auf. Der Tag hatte es echt in sich und ich war ziemlich müde!!!

    Abends kochte PJ dann etwas sehr Leckeres: Hühnchen mit Pommes frites, Backkartoffeln und Gemüse und als Nachtisch gekochter Kürbis mit Bananenpüree. Wirklich lecker, obwohl ich den Nachtisch verschieben musste. Der ging einfach nicht mehr rein!!!

    Eigentlich waere jetzt Zeit fuer die Kirche, denn hier gehen die Gottesdienste erst um 21 Uhr los. Aber PJ wollte heute nicht gehen und ich werde morgen vom Waisenhaus aus einen Gottesdienst besuchen. Und da hier an Weihnachten auch viel gefeiert und Party gemacht wird, gingen wir auch aus. Wir fuhren Richtung Flughafen, ca. 30 Kilometer, wo eine Art Freiluftdisco bzw. -party war. Es gab auch verschiedene Grillstellen und überall wurde Braai bzw. Barbecue gemacht. Da es jedoch (noch) relativ ruhig und leer waren, fuhren wir wieder und fuhren in ein Restaurant bzw. Bar, das schön gelegen im Freien in einem großen Garten gelegen war. Hier gab es viele Bänke und Sitzgelegenheiten und auch hier gab es Barbecuemoeglichkeiten. Der Ort war sehr chillig mit frei herumlaufenden Hühnern und Katzen und erinnerte mich ein bisschen an den TamTamBeach in Kos, wer den kennt. Wir blieben eine Weile und betrachteten den Sternenhimmel, bevor wir dann wieder heimfuhren. Das war auf jeden Fall mal ein Heiligabend der anderen Art.

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  • 25Dec 2013

    59 Hier wird Weihnachten wirklich gefeiert 25.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute ging es schon relativ früh fuer mich los. Um 8:20 war ich bereits beim Waisenhaus und wir fuhren zu 9t in PJs Auto (das immerhin 7 Sitze hatte) zu einem Park, in dem ein großer Pavillon aufgestellt war. Dort fand dann ein zweistündiger Gottesdienst statt, der geprägt war von lautem Beten, wobei wirklich alle laut vor sich hin sprachen und hin- und herliefen, von Singen und Tanzen, persönlichen testimonies und zu guter Letzt dann doch noch von einer Predigt, die allerdings verhältnismäßig kurz ausfiel. Das war ein Gottesdienst der ganz anderen Art und ich bin froh, so etwas einmal erlebt zu haben.

    Danach fuhren wir kurz zu dem Elternhaus eines der Mädchen, die dort kurz ihren Eltern Hallo sagen wollte. Nicht alle im Waisenhaus sind Waisen, manche haben zwar Eltern oder zumindest einen Elternteil, aber sind aufgrund ihrer Familienverhältnisse bzw. der Situation besser im Waisenhaus untergebracht. Danach gab es dann im Waisenhaus Mittagessen und danach fuhr ich mit allen acht Kindern zu der Krokodilfarm, die ich vor zwei Wochen mit PJ besucht hatte. Die Kinder hatten auf jeden Fall ihren Spaß, denke ich.

    Abends packten PJ und ich uns eine Kühlbox, denn wir wollten heute rausfahren und irgendwo ein Braai machen. Eigentlich wollten wir seinen Cousin in der nächstgrößeren Stadt namens Hwange ca. 90 Kilometer von VicFalls entfernt, besuchen, doch der ging leider nicht ans Telefon. Dafür luden wir unterwegs seinen Neffen ein. Der wollte eigentlich nur kurz mitgenommen werden, um seinen Freund zu besuchen, doch da der nicht da war, schloss er sich uns an.

    Wir fuhren dann wieder in das Freiluftrestaurant, wo wir gestern waren. Leider war hier ganz schön Betrieb und wir mussten außerdem einen kleinen Obolus zahlen, weil wir unser eigenes Essen und Trinken mitgebracht hatten und wir konnten auch nicht selber grillen, sondern gaben unser Fleisch und Kartoffeln einfach am Grill ab. Aber es war trotzdem sehr chillig mit guter Musik und ich denke, wir hätten keinen besseren Spot finden können. Als ich dann meine Schokobananen zubereitete, kamen gleich zwei Frauen auf mich zu und wollten wissen, was genau ich da mache. Ja, Essen kann so manche Hürde überwinden und Grenzen einreißen.

    Nachdem dann auch nach einer kleinen Ewigkeit unser Rindfleisch und unsere Würstchen fertig waren, bestellten sich PJ und Willard, sein Neffe, noch eine Portion Sadza dazu. Das hatte sich PJ auch verdient, immerhin hatte er das Zeug seit über einer Woche nicht mehr gegessen.

    Nachdem wir alle satt und zufrieden waren, fuhren wir wieder zu der Freiluftdisco beim Flughafen, wo heute richtig was los war. Überall waren Menschen und es spielte zudem noch eine Live-Band, bei der auch PJ’s Onkel mitspielte. Wir blieben dort eine Weile und nachdem wir unsere Flasche Wein geleert und keine Cola mehr für unsere CubaLibres mehr hatten, fuhren wir in die Stadt in das KingdomHotel. Das ist ein großes Hotel in der Nähe der Victoria-Faelle mit angeschlossenem Casino. Es sah auch aus wie in Las Vegas, als wir die Eingangshalle betraten, nur dass hier im ganzen Gegensatz zu L.V. kein einziger Mensch an den Maschinen saß. Wir gingen in die hoteleigene Disco und tanzten dort noch ein bisschen, bis wir um 0:45 dann die Segel strichen.

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  • 26Dec 2013

    60 Weihnachten mit Pool 26.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute ging ich nicht ins Waisenhaus. Ich wollte heute ein bisschen Zeit für mich haben, außerdem den Kuchen backen und mich mit Greemph (der von den Elefanten) treffen. Nachdem ich PJ zur Arbeit gefahren und danach noch einmal volle zwei Stunden im Bett geschlafen hatte, machte ich mich als erstes an den Kuchen.

    Es ging auch soweit ganz gut, mal abgesehen davon, dass ich alle Mengenangaben schätzen musste, weil weder Messbecher noch Waage in der Küche vorhanden waren und außerdem war mein Naturjoghurt schlecht, sodass ich auch auf diese Alternative zur sauren Sahne verzichten musste (auch wenn der Joghurt ein bisschen wie saure Sahne schmeckte). Heraus kam dann aber ein ganz annehmbarer Kuchen zum Glück!!!

    Mit Greemph konnte ich mich dann doch nicht treffen, da er wider Erwarten arbeiten musste. Dafür hatte ich dann aber die Zeit, mir einen meiner Lieblingsfilme und ein definitives Muss für die Weihnachtstage anzugucken: “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”!!! Kein Weihnachten ohne sich nicht mindestens einmal diesen Film anzusehen!!! Danach ging ich Einkaufen und holte PJ von der Arbeit ab.

    Eigentlich wollte er einen ruhigen Nachmittag in der Lodge verbringen, doch ich schlug stattdessen vor, sich um einen seiner Reifen zu kümmern, mit dem wir in den letzten Tagen Probleme hatten. Also klapperten wir sämtliche Reifenhändler ab auf der Suche nach der richtigen Größe, bis wir schließlich den richtigen Reifen gefunden und ausgetauscht hatten. Da es heute extrem heiß war, fuhren wir dann in eine andere Lodge und gingen in den Pool und spielten Pool (Billard). Danach unterhielten wir uns über unsere weiteren Pläne, da ich ja nicht ewig in VicFalls bleiben kann und sich auch bei PJ in den nächsten Wochen etwas ändern wird.

    Das Wasser des Zambezi ist in den letzten Tagen durch den Regen extrem angestiegen und das Rafting-Unternehmen ist seit drei Tagen auf Hochwasser-Rafting umgestiegen, d.h. die Stromschnellen sind nicht mehr so gefährlich, es wird ein paar Stromschnellen weiter flussaufwärts gestartet, die Tour an sich ist kürzer und dementsprechend auch günstiger. In der Regenzeit ab Januar wird es dann auch nicht mehr so viele Gäste geben und ab Februar wird dann der Betrieb wahrscheinlich bis Juni oder Juli ganz eingestellt, bis der Wasserpegel wieder ein bisschen gesunken ist. Das heißt, dass PJ in dieser Zeit nichts zu tun hat. Er hatte schon einmal davon geredet, dass er ein bisschen durch Ostafrika reisen möchte und auch, dass er in Südafrika jemanden von einem anderen Rafting-Unternehmen kennt, wo er ein paar Wochen oder Monate arbeiten könnte. Insofern könnte es klappen, dass wir dann ab Februar vielleicht zusammen in seinem Auto durch Kenia und Tansania reisen und danach vielleicht beide noch ein bisschen in Südafrika arbeiten könnten. Das wäre natürlich spitze, wenn das so klappen würde!!!

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  • 27Dec 2013

    61 Geschenke fuer die Kiddies 27.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute gab ich nun endlich meine Geschenke an die Kinder im Waisenhaus. Sie spielten auch gleich mit den Spielsachen und schon nach einer Stunde waren ein kaputtes Auto, eine Puppe ohne Kopf und in Einzelteilen zerlegt und ein Springseil ohne Griffe zu vermelden. Hier ist halt nichts fuer die Ewigkeit gemacht bzw. eh alles “Made in China”.

    Danach ging ich kurz ins Internet und fuhr dann PJ zum Video-Buero. Er fuhr dann nachmittags ins Fitnessstudio bzw. in die Stadt. Ich blieb daheim und bereitete schon mal ein bisschen fürs Abendessen vor. Nach einer gefuehlten Ewigkeit kam er dann auch endlich zurück, nur um mich einzuladen und zu einer Tankstelle zu fahren, da er einem Freund helfen wollte, dem irgendwo im Busch das Benzin ausgegangen war.

    Ende der Geschichte bzw. des Abends war, dass es mal wieder nirgendwo Benzin zu kaufen gab, wir durch irgendwelche Doerfer zuckelten, letzten Endes einen leeren Benzinkanister uebergaben und dann um 21:30 halbwarmes, zwischendurch gekauftes Essen assen. Was fuer ein herrlicher Abend!!!

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  • 28Dec 2013

    62 Camping und Angeln 28.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Wenigstens konnte ich das gestern halb zubereitete Essen heute früh gleich benutzen und zu Ende vorbereiten. Denn heute fand nach zweimaligem Verschieben endlich unser Camping- und Angelausflug statt. Eigentlich wollten wir das schon letztes Wochenende machen, aber haben es dann wegen dem Wetter verschoben und auch weil eigentlich noch ein Freund von PJ mitkommen wollte, der aber zu dem Zeitpunkt nicht mit konnte bzw. wollte. Dann hatten wir das Ganze eigentlich gestern vorgehabt, doch der Mann, von dem wir das Zelt und die Angelausruestung bekamen, meinte, er wuerde auch gerne mitkommen, koenne aber nur heute, sodass wir ihm diesen Wunsch nicht abschlagen wollten. Also war heute der grosse Tag.

    Ich bereitete früh etwas fürs Abendessen vor fuer den Fall, dass uns nichts an den Haken gehen wollte. Danach fuhr ich ins Waisenhaus und lud gleich ein paar der Kinder ein, denn ich hatte ihnen versprochen, mit ihnen heute schwimmen zu gehen. Wir fuhren in die Jugendherberge, wo PJ immer die Videos zeigt. Die Kinder hatten ihren Spass und ich wollte sie auch gar nicht so schnell wieder aus dem Wasser holen. Aber kurz nach 13:00 mussten wir dann trotzdem schon wieder los.

    Ich dachte, wir koennten heute relativ zeitig los, da PJ gestern bereits 13:30 vom Rafting zurückkam. Doch leider hatte ich mich umsonst beeilt und die Kleinen haetten noch ein bisschen plantschen koennen, da diesmal die Rafting-Tour laenger ging und erst kurz vor 14:30 in die Stadt zurückkehrte. PJ war dann um 15:00 mit dem Editieren der Fotos fertig und wir packten die Kuehlbox und konnten dann endlich starten.

    Doch leider war Justin, der Mann mit der Angel- und Campingausruestung, nicht aufzutreiben, weder über das Telefon noch bei sich daheim. Wir luden also die Ausruestung ein und machten uns alleine auf den Weg. Unterwegs nahmen wir noch einen Kollegen von PJ mit, der uns beim Tragen der Zelte, Kuehlbox, Schlafsaecke etc. half, denn wieder ging es die Schlucht zum Zambezi auf einem Weg aus Natur- und Holzstufen runter. Als wir dann unten angekommen waren, war es inzwischen bereits 17:30.

    Wir bauten schnell die beiden Zelte auf und machten ein Feuer. Dann bereitete PJ die Angeln vor und ich suchte Feuerholz. Wir gingen ein bisschen den Fluss entlang bis zu einer geeigneten Stelle, wo PJ dann drei Angeln auswarf. Danach hieß es dann Warten. Zwischendurch hatte es mal wieder zu regnen angefangen, doch zum Glueck dauerte der Regen nicht lange. Da das Wasser des Zambezi angenehm warm war im Gegensatz zur Lufttemperatur, ging ich auch gleich noch eine Runde schwimmen. Doch damit vertrieb ich wahrscheinlich die Fische, denn so richtig anbeissen wollte keiner. Gerade, als wir wieder zum Camp gehen wollten, um etwas zu essen, ging uns dann zumindest ein kleiner Fisch an den Haken. Immerhin besser als gar nichts!

    Zum Essen gab es dann meine vorbereitete Nudelpfanne, Feuerkartoffeln und Thunfischsalat. Und dazu hatten wir CubaLibres, ein Feuer und einen Sternenhimmel. Was fuer ein Leben!!! Der Fisch schmeckte auch wunderbar, nachdem er gar war.

    PJ ging dann noch einmal zu den Angeln, um nach 20 Minuten mit vier bis fuenf weiteren kleinen Fischen wiederzukommen. Bisher hatten wir mit Wuermern geangelt, doch jetzt hatte PJ einen der Fische als Koeder an den Haken getan. Er meinte, jetzt waere die beste Zeit, um grosse Fische zu fangen, sodass wir nochmal gemeinsam zu den Angeln gingen. Kaum dort angekommen, zuckte eine auch schon und ein grosser silberner Fisch mit Streifen kam zum Vorschein. Das ist ein Tigerfisch, ein Raubfisch, den hier alle ganz erpicht sind zu angeln. Zum Glueck waren wir gerade da gewesen und konnten ihn einholen, denn sonst haette er wahrscheinlich die Angelschnur zerbissen, da er recht scharfe Zaehne hat. Zwar blieb es dann nur bei diesem einen Fisch, aber der wuerde morgen ein ganz ordentliches Abendessen abgeben!!!

    Als wir dann um ca. 23:00 wieder zum Camp zurückkehrten, stand dort auf einmal Justin und ein Freund vor uns. Wir gaben ihm unser uebriges Essen und Trinken und sie meinten, sie wuerden die ganze Nacht fischen, waehrend wir schlafen gingen.

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  • 29Dec 2013

    63 Sonntage sind schoen... 29.12.2013 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute um 5:00 war die meist schlaflose Nacht auch schon wieder vorbei. Die anderen beiden hatten in der Nacht rein gar nichts gefangen und hatten wenigstens noch ein bis zwei Stunden geschlafen. Wir gaben ihnen dafür unsere kleinen Fische. Wir bauten unsere Zelte ab und machten uns auf den beschwerlichen Weg nach oben. Das ist jetzt schon das dritte Mal, dass ich diese Schlucht hochkraxele. Wenn ich wiederkomme, habe ich Waden wie Stahl.

    Nachdem alle pünktlich und wohlbehalten entweder daheim oder auf Arbeit abgeliefert worden waren, kümmerte ich mich um den Fisch und die Kuehlbox samt Inhalt. Danach konnte dann endlich mein Sonntag beginnen. Eigentlich wollte ich mich nochmal aufs Ohr hauen, aber irgendwie schaffte ich es nicht. Nach einer kalten Dusche und einer kleinen Waescheladung machte ich dann einen auf faul bzw. schrieb ich an meinem Blog. Und bin jetzt zum ersten Mal seit meinem Blog-Anfang auf dem aktuellen Stand! JIPPIEH!!!

    So, wie es aussieht, werde ich meinen Blog immer sonntags akualisieren, da ich da genug Zeit fuer Internet habe. Unter der Woche ist das ein bisschen schwierig hier. Ich hoffe, dass ich das so beibehalten kann - zumindest fuers Erste!!!

    Damit wuensche ich euch eine schoene Woche und bis naechsten Sonntag dann!!

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  • 30Dec 2013

    64 Heute ist Backtag!!! 30.12.2013

     

    Beschreibung

    Heute habe ich mit zweien der Jugendlichen im Waisenhaus einen Kuchen gebacken. Es war der Gleiche, wie ich ihn letzte Woche schon gemacht hatte, aber diesmal haben wir die Temperatur vom Ofen wohl ein bisschen zu hoch eingestellt. Auf jeden Fall war der Kuchen hinterher mehr schwarz als braun. Dafür hatten wir aber noch eine Vanillesoße gekocht, die man am besten mit dem Kuchen zusammen isst. Die Vanillesoße war dann zwar doch mehr ein Vanillepudding, aber damit kann man ja auch nichts verkehrt machen.

    Da ich den heutigen Abend alleine verbrachte, da PJ seine Eltern in seinem Heimatdorf, ca. 45 Minuten von VicFalls entfernt, besuchen wollte, machte ich mir heute Abend mal einen anständigen Salat mit Thunfisch und Ei. Hatte ich ewig nicht mehr!!!

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  • 31Dec 2013

    65 Silväster!!! 31.12.2013

     

    Beschreibung

    Heute hatte ich mein “Mensch ärger Dich nicht”-Reisespiel ins Waisenhaus mitgenommen. Die Kleinen konnten damit nicht viel anfangen, da war das Auseinanderklamüsern und Spielsteine Aufstellen am interessantesten. Aber die Größeren hatten ihren Spaß, denke ich, und wir spielten ein paar Partien, bevor ich dann gehen musste.

    Das Silvesteressen kochte diesmal ich. Es gab Rindersteak mit Kartoffelwedges und Blumenkohl. Es war auch recht lecker, mal abgesehen davon, dass wir recht spät dran waren, da ich die verschiedenen Garzeiten falsch eingeschätzt hatte und der bloede, langsame Ofen auch nicht unbedingt zum Positiven beitrug. Um 21 Uhr waren wir dann mit Essen fertig und machten dann uns fertig fuer den Abend.

    Zu Silvester finden in VicFalls verschiedene Parties statt, mal abgesehen von den unzähligen Privatparties, die man überall im Garten oder auch auf dem Parkplatz auf der Heckklappe eines Autos sieht. Zum einen läuft hier eine Art Festival, wo verschiedene Live-Bands auftreten. Das läuft bereits seit dem 29.12. Und soll auch recht gut sein, allerdings hat es der Eintrittspreis mit gepfefferten 40 bis 45 Dollar auch in sich. Aus diesem Grund hatten wir auch nicht vor, dorthin zu gehen. Daneben fanden dann noch die Parties in den üblichen Party-Locations statt.

    Eigentlich wollte ich PJ heute Abend, noch bevor wir auf die erste Party gingen, “Dinner for One” auf YouTube zeigen, doch leider kamen wir genau eine Minute, nachdem die Internet-Cafes schlossen, dort an. So ein Pech!!!

    Wir gingen dann zuerst zu Shoestrings, dem Backpacker-Hostel, wo die Rafting-Videos gezeigt werden und wo wir eigentlich meistens zum Party-Machen hingehen und wo es uns auch mit am besten gefällt. Sie hatten dort diesmal eine schöne, kleine Lounge-Ecke mit mehreren Sofas auf dem Rasen aufgestellt und sie hatten einen guten DJ. Wir hauten uns auf ein Sofa und beobachteten das Treiben im nahe gelegenen Pool, wobei ich dann auf die Idee kam, zu Silvester bzw. Neujahr eine neue Tradition einzuführen, und zwar zu jedem neuen Jahr ins Wasser - sei es Pool, Fluss, See, Meer etc. - zu hüpfen (natürlich nur, wenn es die Gegebenheiten und das Wetter zulassen).

    Nach dem Countdown zündeten wir unsere vier Feuerwerke, von denen eines leider nicht funktionierte und eines im Baum landete. Hier war es dann leider doch nicht so laut und der Himmel war nicht voller Feuerwerk wie in Deutschland. Aber schön war es trotzdem. Wir tanzten ein bisschen und machten dann einen Abstecher ins Kingdom Hotel, wo wir ja am 1. Weihnachtstag schon waren, um dann jedoch wieder zu Shoestrings zurückzukehren. Um 1:30 begingen wir dann meine neu ins Leben gerufene Tradition und sprangen in den Pool. Gleich danach fuhren wir dann heim, da wir nichts zum Abtrocknen geschweige denn zum Wechseln mithatten. Um 2:00 hauten wir uns dann ins Bett, denn PJ musste morgen um 7 Uhr bereits wieder auf der Matte stehen. Hier herrscht noch Disziplin und da ist es nicht so, dass zu Neujahr alles eine Stunde später beginnt.

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  • 01Jan 2014

    66 Fisch und Schnupfen zu Neujahr!!! 01.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Das neue Jahr begann für mich mit einer fetten Erkältung. Das hatte ich nun von meiner tollen neuen Tradition!!! Da ich heute jedoch nicht ins Waisenhaus ging, hoffte ich, mich einigermaßen daheim auskurieren zu können. Dementsprechend war der Tag geprägt von Schlafen, Tee Schlürfen und Medizin und Vitamine zu sich Nehmen. Aber wenigstens passte heute auch das Wetter, denn es regnete den ganzen Tag.

    PJ kochte dann auch heute das Abendessen. Passend zu Neujahr gab es Fisch, allerdings keinen Karpfen, sondern unseren Tigerfisch. Er schmeckte auch wirklich gut, mal abgesehen von den vielen Gräten, die bei diesem Fisch leider normal sind.

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  • 02Jan 2014

    67 Immer noch krank 02.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Auch den heutigen Tag verbrachte ich größtenteils im Bett. Zwar fühlte ich mich ein bisschen besser im Vergleich zu gestern, aber ich fühlte mich noch nicht fit genug, um ins Waisenhaus zu gehen. Außerdem befürchtete ich, eines der Kinder anzustecken. Also blieb ich lieber im Zimmer. Dafür machte ich mich aber nochmal ans Backen und backte heute mit dem gleichen Teigrezept wie letzte Woche Muffins. Nachdem diese abgekühlt waren, verpasste ich ihnen noch eine Vanillehaube und machte sie damit zu Cupcakes. Diesmal war auch alles mit dem Ofen in Ordnung und so gelangen sie ganz gut, denke ich.

    Nachmittags ging es mir dann besser und so konnte ich PJ abends zu der Video-Show begleiten. Über die Feiertage hatte er eine gute Entschuldigung gehabt, die Videos nicht zu zeigen, aber nun gab es keine Ausreden mehr.
    Wenn Fußball kommt, speziell englische Premier League, dann sollte man auch besser keine Videos zeigen. Diese Erfahrung hatten wir am Sonntag gemacht. Denn fast wäre es zu einer Schlägerei gekommen, weil ein paar der Gäste unbedingt das Fußballspiel sehen wollten, das aber genau zur gleichen Zeit lief, zu der auch das Rafting-Video gezeigt wird. Normalerweise hat das Video Vorrang, aber um weitere Streitigkeiten zu vermeiden, brach PJ das Video ab, wodurch natürlich einige der Rafting-Gäste sauer waren. Und da es an besagtem Sonntag sogar recht viele Rafting-Gäste waren, die sich mit den - ich vermute mal britischen - Fußballfans angelegt hatten, war die Situation schon ein bisschen brenzlig gewesen. Aber ich denke, die Lage war ganz gut gerettet, wenn es auch zu Lasten des Rafting-Unternehmens ging.

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  • 03Jan 2014

    68 Ich lerne eine afrikanische Spezialitaet zu kochen 03.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute fühlte ich mich wieder einigermaßen okay und so fuhr ich heute auch wieder ins Waisenhaus. Ob es allerdings eine wirklich gute Idee war, bezweifle ich, da mich die Kiddies heute ziemlich auf Trab hielten und ich so recht schnell recht fertig war.

    Nachmittags zeigte mir PJ dann, wie man Samoosas zubereitet. Von denen hatte ich schon mal erzählt, das sind das sind die frittierten Teigtaschen mit einer gewürzten Fleisch- und Gemüsefüllung. Man kann sie mit jeder Art Fleisch, Gemüse und Gewürzen variieren. Wir machten die Variante, die ich kannte, mit Rindfleisch, Kartoffeln und Karotten. Es ist zwar mit einigem Aufwand verbunden, aber an sich recht einfach. Und sie sind auch wirklich lecker! Die werde ich auf jeden Fall in Deutschland auch mal machen!!!

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  • 05Jan 2014

    69 Internet, Waesche und Backen 05.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Gestern und heute legte ich wieder zwei Tage Pause ein. Am Freitagnachmittag hatte ich auf einmal Halsschmerzen und eine belegte Stimme und so beschloss ich, gestern nicht ins Waisenhaus zu gehen, sondern nochmal daheimzubleiben und meinen Hals und meine Stimme zu schonen. Sonst wäre meine Stimme im Laufe des Tages wahrscheinlich weg gewesen.

    So konnte ich mich schon mal einmal über die Reiseländer, die noch vor mir bzw. uns lagen, informieren.

    Heute am Sonntag hatte ich ja eh frei und verbrachte den Tag mit Internet, Wäsche Waschen und Backen.

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  • 06Jan 2014

    70 Afrika ist so schoen!!! 06.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Und wie schnell die Zeit vergeht – schon sind fast drei Wochen um, die ich groesstenteils im Waisenhaus verbracht habe.

    Erst einmal musste ich heute mein Visum verlaengern. Da ich sowohl bei meiner ersten als auch bei meiner zweiten Einreise nach Zimbabwe nur 30 Tage genehmigt bekommen hatte, musste ich zur Einwanderungsbehoerde und um eine Verlaengerung bitten. Natuerlich wurde ich gefragt, wieso ich denn bleiben wollte, aber im Endeffekt koennen sie einem keine Steine in den Weg legen, da einem ja von vornherein 90 Tage zustehen. Dass ich zwischendurch Freiwilligenarbeit mache, verschwieg ich natuerlich. Und so gab es auch keinerlei Probleme. So erfuhr ich dann auch, dass allgemein immer nur 30 Tage fuer ein Touristenvisum gewaehrt werden, das man dann um wiederum 30 Tage verlaengern muss. Jetzt habe ich also ein Visum bis zum 4. Februar, wobei ich natuerlich denke, dass ich dann nicht nochmal verlaengern muss, sondern mich bereits in einem anderen Land Richtung Ostafrika befinde.

    Danach fuhr ich ins Waisenhaus und am Nachmittag fuhren PJ und ich mal wieder an das Ufer des Zambezi, diesmal jedoch oberhalb der Faelle. Wir fuhren unter anderem auch an die Stelle, wo wir uns damals festgefahren hatten, diesmal jedoch waren wir cleverer und parkten nicht direkt am Ufer. Dort beobachteten wir ein paar Flusspferde, ein Krokodil und verschiedene Voegel, darunter verschiedene Bee-Eater und einen Eisvogel, der sich ins Wasser stuerzte, jedoch nichts erhaschte. Ich muss sagen, das wird mir in Deutschland auf jeden Fall fehlen – sich einfach ins Auto zu setzen und nach 10 Minuten Fahrt an einem Fluss mit diesen wunderbaren, wilden Tieren zu stehen und diese zu beobachten bzw. zu belauschen. Immer mit der Gefahr, dass auf einmal hinter einem ein Elefant oder direkt vor sich ein Flusspferd oder ein Krokodil auftauchen kann.

    Im Anschluss fuhren wir in die Victoria Falls Safari Lodge und sprangen in den dortigen Pool. Danach lagen wir in den Liegestuehlen und beobachteten die Tiere an dem Wasserloch, das sich in der Naehe der Lodge befand, und den Sonnenuntergang. Die afrikanischen Sonnenuntergaenge sind wirklich traumhaft schoen und irgendwie wirklich einen Ticken zauberhafter als woanders!!!

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  • 07Jan 2014

    71 Letzter Tag im Waisenhaus 07.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war dann auch schon mein letzter Tag im Waisenhaus. Gestern Abend backte ich noch ein paar Muffins, die ich dann heute mit einer Zuckerhaube kroente. Dies war dann mein Abschiedsgeschenk nach dem missratenen Kuchen letzte Woche. Nachdem ich mit den Kindern auf dem Spielplatz spielte, wir einen Film auf dem Computer anguckten, Limetten mit Zucker direkt vom Baum gepflueckt assen und auf meinem Smartphone ein paar Spiele spielten, stand dann PJ vor der Tuer. Er kam heute direkt von der Arbeit ins Waisenhaus, was er ja in der ersten Woche schon vorhatte. Wir assen alle unsere Muffins und auf einmal war das Haus voller Kinder und anderer Volontaere, die immer Dienstagnachmittags ins Waisenhaus kamen und mit den Kindern ein bisschen Schulaufgaben machten.

    Ich verabschiedete mich schnell von “meinen” Kiddies und versprach ihnen, sie bald zu besuchen. Das wird dann auch schneller als gedacht sein, denn ich vergass mein Handy und die Muffin-Backformen, sodass ich morgen schon wieder reinschauen werde.

    PJ und ich fuhren dann in die Lodge. Erst dachte ich schon wieder daran, in einen Pool zu huepfen, da die Temperaturen heute wieder unertraeglich waren. Doch es tat auch ein kaltes Bad bzw. eine kalte Dusche. Heute kochte PJ noch einmal zur “|Feier” des Tages und wir luden spontan seinen Neffen Willard, der gerade in der Naehe war und sich kurz PJs Auto ausborgen wollte, und dessen Freund zum Abendessen ein. Das war dann auch gleichzeitig eine Art kleine Abschiedsfeier, denn ab morgen werden wir unser Zimmer in der Lodge raeumen, da ich eine neue Freiwilligenarbeit machen werde und damit auch eine neue Unterkunft habe.

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  • 08Jan 2014

    72 Ein neues Projekt beginnt 08.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute beginnt nun ein neuer Abschnitt auf meiner Reise. Ab heute werde ich zwei Wochen in einem Reservat in einem Conservation Programme, das ist ein Programm zur Arterhaltung, teilnehmen. Das Reservat befindet sich ca. 10 Kilometer von Victoria Falls entfernt. Kennen tue ich es schon ein bisschen, da es das gleiche Reservat ist, in dem ich meine Elefantensafari am 1. Tag in VicFalls gemacht hatte. So ist auch der Kontakt entstanden, da ich mit Greemph, dem Mitarbeiter, den ich damals kennengelernt und wegen Freiwilligenarbeit gefragt hatte, inzwischen befreundet bin und er mir auch waehrend meiner Zwangspause weiterhin Kontaktnummern gegeben hat. Letztendlich mache ich jetzt doch das Gleiche, was ich eigentlich schon ab Mitte Dezember machen wollte, was dann jedoch ueber die Feiertage geschlossen hatte (siehe 10.12.) Dieses Programm hat sich der Erhaltung von Nashoernern verschrieben und in diesem Reservat gibt es neben ebenjenigenwelchen auch Elefanten, Giraffen, Loewen und die weiteren, ueblichen Verdaechtigen. Bei diesem Freiwilligenprogramm ist auch ein bisschen Sozialarbeit dabei, die sich auf drei Halbtagsaktivitaeten pro Woche, also vormittags oder nachmittags, in einer Grundschule verteilt. Ist also wieder etwas komplett anderes und ich bin gespannt, wie es sein wird.

    Untergebracht bin ich direkt im Reservat mit drei Mahlzeiten pro Tag inklusive. Hier hat man das ganze Wochenende frei und abends nach dem Abendessen ebenso. Ich werde auch versuchen, mich zumindest ein- bis zweimal unter der Woche mit PJ zu treffen, wenn moeglich, und natuerlich am Wochenende. Bei ihm wird es jetzt die naechsten Wochen wahrscheinlich ruhiger werden auf Arbeit, sodass er auch mal einen freien Tag bekommt. Passt natuerlich prima vom Timing her

    Am Wochenende kann ich dann hoffentlich schon Neues berichten oder auch schon vorher, wenn es auf dem Gelaende Internet geben sollte.

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  • 08Jan 2014

    73 Ein ganz anderes Conservation-Programm!! 08.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Ich glaube, in diesem Conservation Project wird es mir wirklich gut befallen. Erstens gibt es nicht soviele Volontäre wie z. B. auf Naankuse, nämlich momentan nur drei statt 30, und so ist die ganze Atmosphäre viel gemütlicher und familiärer. Es können hier momentan bis zu 20 Volontäre untergebracht werden und so viele hatten sie noch nie, da das Freiwilligenprojekt an sich erst seit einem Jahr existiert. Zweitens sind die Unterkünfte viel besser. Ich habe hier ein Einzelzimmer mit angeschlossenem Badezimmer mit WC und Dusche, was wirklich Luxus ist. Außerdem gibt es hier sogar Fernsehen, DVD-Player und Internet. Der Pool ist schön in der Natur gelegen und der Platz, wo man isst, hat eine tolle Aussicht auf das Reservat, sodass man sicher das eine oder andere Wildtier erblicken kann. Und die dritte und für mich wichtigste Sache ist, dass hier alles noch im relativ kleinen Rahmen ist und man dadurch auch das Gefühl hat, dass man als Volontär gebraucht wird und nicht nur des Geldes wegen hier ist (zum Beispiel habe ich auch einen Spezialpreis bekommen und bezahle nur die Hälfte des eigentlichen Preises)

    Noch dazu sind Brenda und Peter, die Betreiber und Manager, sehr nett und das Essen schmeckt auch. Nachdem ich von VicFalls abgeholt worden bin und nach einer kleinen Tour über das Gelände, gab es erstmal Mittag mit Hühnchen, einer leckeren Zwiebelsoße und gekochtem Kürbis. Danach hatten wir dann erstmal die übliche Einführung und erhielten einen Überblick über das Reservat, die Mitarbeiter und das Projekt an sich. Danach war dann schon unsere erste Tätigkeit an der Reihe. Wir sollten im Garten mithelfen und die Wege vom Unkraut befreien. Das dauerte ungefähr eine Stunde und danach hatten wir dann bis zum Abendessen Freizeit

    Auch das Abendessen war unglaublich gut. Es gab Tilapiafilet mit - okay, zugegebenermaßen labbrigen- Pommes, aber die kriegt man hier in Afrika überall so, und dazu frisch gebackene Brötchen und lecker Salat mit Olivenöl- und Essigdressing. Wirklich gut!!! Nach dem Essen unterhielten wir uns noch ein bisschen, bevor dann jeder sein Zimmer aufsuchte. Meine Mitvolontäre waren schließlich heute erst angekommen und außerdem müssen wir morgen bereits recht zeitig aufstehen, da wir um 6:00 zu einer Vogelbeobachtung aufbrechen.

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  • 09Jan 2014

    74 Erster (nicht richtiger) Arbeitstag im Reservat 09.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute ging es nun also in aller Frühe mit unserem ersten Game Drive los. Das Ziel war es, soviele Vögel wie möglich entweder zu hören oder zu sehen und dann an ihrem Gezwitscher bzw. ihrem Aussehen zu erkennen. Dafür hatten wir auch ordentliche Fachbücher dabei und so wurde die ganze Sache sehr interessant, da man mit einem Buch ja schon ein bisschen tiefer graben kann. Bisher hatte ich Vögel immer mehr oder weniger halb liegen lassen, da mir die nötigen Kenntnisse bzw. Literatur fehlten, aber ab heute wurde auch dieses Thema greifbar und interessant.

    Wir sahen und hörten auch eine ganze Menge, von den ganz kleinen Finken und Rotkehlchen,
    Bienenfresser und Fliegenschnaepper über Nashornvoegel, Kuckucks und Papageien bis hin zu den großen Wasservögeln wie Reiher und großen Raubvögeln wie Adler, Bussard und Geier (auch wenn das nicht wirklich ein Raubvogel ist). Natürlich sahen wir nicht nur Vögel während der Fahrt, sondern auch eine Gruppe Büffel, zwei Elen-Antilopen, zwei Kudus, eine Gruppe Impalas und - siehe da - ein Nashorn, das in einiger Entfernung vom Weg graste bzw. Zweige abzupfte. Im Gegensatz zu Etoscha, wo die Nashörner ja fast weiß waren, war dieses nun eher rostbraun, da es sich in der Erde gewälzt hatte, wie ich vermutete. Damit hatte ich nun nicht gerechnet, gleich am zweiten Tag ein Nashorn zu sehen!!! Zwischendurch machten wir Rast mit einem kleinen Frühstück auf einem Damm, der zum Reservat gehört.

    Als wir dann um ca. 10 Uhr auf das Gelände zurückkamen, gab es gleich nochmal Frühstück bzw. Brunch mit Bratwurst, Schinkenspeck, pochiertem Ei, Pfannkuchen und frisch gebackenen Muffins. Wirklich lecker!!! Bei sowas fühlt man sich wirklich nicht als Volontär!

    Danach stand eigentlich eine Art Projektarbeit zu einem bestimmten Thema, das wir uns selber aussuchen konnten, mit anschließender Präsentation auf dem Programm. Aber irgendwie hatten wir nicht die richtige Muße dafür und unterhielten uns lieber bzw. identifizierten wir lieber noch ein paar Vögel im Garten.

    Danach sollte eigentlich Volontär Nr. 4 zu uns stoßen, aber der bzw. die hing leider in Johannesburg fest. So fuhren wir nur zu dritt mit Joram, unserem Guide, zu den Victoria-Fällen, denn das war unser heutiges Ausflugsziel für den Nachmittag. Ich muss sagen, die Fälle haben sich in dem einem Monat ganz schön verändert. Zwar gibt es immer noch viele Lücken im bei Hochwasser lückenlosen Wasservorhang, aber es stürzt doch beachtlich mehr Wasser herunter als noch Anfang Dezember. Außerdem kann man an manchen Stellen den Wasserfall auf der anderen Seite nicht mehr erkennen, weil der Sprühnebel so dicht ist und noch dazu wird man pitschnass gespritzt. Das ist dann der Nachteil, wenn richtig Hochwasser ist. Die Victoria-Fälle sind dann zwar schön anzusehen, aber man sieht sie einfach nicht, weil der Sprühnebel einem überall die Sicht nimmt.

    Wieder auf dem Gelände angekommen, gab es lecker Abendessen, bevor wir zu unserer letzten Aktivität heute aufbrachen: Wir machten einen Night Game Drive, also eine Nachtfahrt in der Hoffnung, auf Raubkatzen zu treffen.

    Wir sahen auch definitiv mehr als am Tag, nämlich eine Gruppe Giraffen, eine große Gruppe Impalas, Wasserböcke, Zebras und Kudus. Auf einmal sahen wir reflektierende Augen direkt vor uns auf dem Weg, die zu einer Zibetkatze gehörten. Das ist ein katzenartiges Tier mit grauem Fell und schwarzen Punkten, die dann auf dem Hinterteil zu Streifen werden. Das war dann sogar eine besondere Sichtung, denn Joram sagte, dass er dieses Tier noch nie zuvor in dem Reservat gesehen hat. Also ganz beachtlich! Zum Schluss begegneten wir noch einer Eule, die uns kurz anstarrte, bevor sie davonflog. Denn mit einem bzw. mehreren Vögeln hat es heute angefangen und mit einem Vogel soll der Tag auch enden. Ein Tag, der definitiv kein Arbeitstag für uns war.

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  • 10Jan 2014

    75 Ein anstrengender Tag! 10.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute war dann auf jeden Fall mehr ein schweißtreibender Tag im Leben eines Volontärs. Immerhin konnten wir heute ausschlafen, denn Frühstück gab es ab 8 Uhr. Danach brachen wir dann zu der Schule auf, die sich ca. 16 Kilometer vom Reservat entfernt, befindet. Die Schule heißt Jabulani-Schule und wurde im Jahre 2003 von der jetzigen Direktorin gegründet. Wir werden in der Woche zweimal in diese Schule fahren und im Unterricht helfen bzw. selber unterrichten, wenn möglich. Eigentlich erwarteten wir eine Horde Kinder, die auf uns zugerannt kamen, als wir auf das Schulgelände fuhren, aber es herrschte gähnende Leere und Stille. Es stellte sich leider als Missverständnis heraus, dass keine Kinder da waren, da momentan noch Ferien waren und die Kinder erst am Dienstag in die Schule kommen. Die Direktorin dachte allerdings, dass wir morgen kommen würden und hätte die Kinder morgen wohl herkommen lassen. Somit unterhielten wir uns dann mit der Direktorin und sie erklärte uns alles, wie die Schule gegründet und finanziert wurde, welche Fächer unterrichtet werden etc. und gab uns eine kleine Führung über das Gelände. Am Dienstag dann werden Helene und Emil, meine beiden Mitvolontäre aus Dänemark, für die Seniors, also die Grossen zuständig sein, und ich habe mich für die Juniors, also die Kleinen, die kaum Englisch können, gemeldet. Das hatte ja schon im Waisenhaus gut geklappt, da denke ich, dass ich auch in der Schule mit dieser Altersgruppe gut klarkommen werde.

    Dann fuhren wir leider unverrichteter Dinge wieder ins Reservat. Dort wartete dann die Ersatzaufgabe auf uns: Wir pflanzten mit Derry, der für alles, was mit Pflanzen zu tun hat, zuständig ist, einen Baum. Erst einmal musste dazu allerdings ein Kubikmeter großes Loch ausgehoben werden. Und das in der größten Mittagshitze!! Zum Glück waren wir zu viert und konnten uns so die Arbeit gut aufteilen. Danach füllten wir das Loch wieder abwechselnd mit Pflanzerde, Heu und der ausgeschachteten Erde. Und dann zu guter Letzt kam dann das kleine Bäumchen rein, ein sogenannter Donkeyberry-Baum. Das war doch mal eine tolle Aufgabe!!! Heißt es nicht, das ist eine der Sachen, die man im Leben gemacht haben muss? Also, Haken dran.

    Inzwischen war es Mittag und es war ordentlich heiß. Deshalb kam uns der Vorschlag von Brenda, in den Pool zu hüpfen, gerade recht. Diese Abkühlung hatten wir uns auch redlich verdient, denke ich. Gleich danach gab es dann ein wieder sehr leckeres Mittagessen. Zeitgleich kam dann auch unsere steckengebliebene Mitvolontärin an. Sie heißt Francie und kommt aus Südafrika, lebt aber seit 11 Jahren in England. Nachdem dann auch sie ihre Einführung bekommen hatte, machten wir uns nun zu viert mit Joram und Derry an unsere nächste Aufgabe: Fence Clearing. Das heißt, wir befreiten den Elektrozaun, der das Reservat einzäunte, von Pflanzen, die direkt am Zaun wuchsen und die später, nachdem sie ein Stück gewachsen waren, eventuell den Zaun berühren könnten. Dies geschah mit Hilfe einer Art Machete, sodass das Ganze in einer Art Agressionstherapie ausartete.

    Der Rückweg war gleichzeitig wieder ein Game Drive, bei dem wir erst wieder auf eine Gruppe Büffel stießen und keine 3 Minuten später auf einmal zwei Elefanten neben dem Weg fraßen. Einer der beiden suchte gleich das Weite, der andere fraß eine Weile, bis er dann versuchte, uns davonzuscheuchen, indem er uns kurz attackierte. Als er das dann das zweite Mal machte, machten wir uns dann auch wirklich aus dem Staub. Wir fuhren dann an einen Platz, wo morgens und abends Pellets für die Nashörner ausgelegt werden, hauptsächlich, um sich zu vergewissern, dass alle Nashörner noch da sind und nicht Wilderern zum Opfer gefallen sind. Und wir hatten Glück, kaum waren wir angekommen, kreuzten drei Nashörner unseren Weg, eine Nashorndame mit zwei Töchtern unterschiedlichen Alters. Es war erstaunlich, wie nah sie an unserem Auto vorbeigingen und sich nicht wirklich zu stören schienen. Es war wirklich beeindruckend, diese Tiere so nah zu sehen. Einige Zeit später kam dann noch ein weiteres Nashorn, das sich als der Vater der beiden Töchter herausstellte. Also waren wir Zeugen eines kleinen Familientreffens. Wirklich süß!!!

    Danach fuhren wir zurück auf die Anlage und ich duschte schnell, denn es gab eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt, die ich nicht verpassen wollte. Die anderen fuhren dann auch mit, da sie VicFalls noch nicht wirklich kannten, und sich ein bisschen umschauen wollten. Ich wurde dann an der Hauptstrasse rausgelassen und verabredete mich mit PJ in dem Restaurant des Rest Camps. Zum Glück hatte ich mein Netbook dabei, denn PJ kam erst ca. 45 Minuten später. Da wir schon recht spät dran waren, gab es dann zum Abendessen leider kein leckeres, mit viel Aufwand zubereitetes Mahl, sondern einfache Ramen-Nudeln. Da habe ich das Essen im Reservat schon ein bisschen vermisst, muss ich sagen

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  • 11Jan 2014

    76 Wochenende!!! 11.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute war Wochenende und somit unser erster freier Tag im Reservat. Nachdem wir heute ausschlafen konnten, gab es ein spätes Frühstück. Dann war ein fauler Vormittag angesagt, an dem wir uns unterhielten, lasen oder in den Pool sprangen.

    Nach dem Mittagessen fuhren wir alle in geschlossener Mannschaft in die Stadt. Die anderen wollten auf die Bank bzw. wollten sich zimbabwische SIM-Karten holen und ich traf mich mit PJ in Shoestrings. Dort hüpften wir auch erstmal in den Pool, da heute wieder ein recht heißer Tag war. Danach fuhren wir zu der Hütte, wo das Rafting-Team immer seine Einführung gibt, bevor es dann in die Schlucht hinunter geht, und von dort kann man auch direkt auf die VictoriaFalls-Brücke schauen, die direkt nach Zambia führt und von wo man mit einem Bungee-Seil in die Schlucht springen kann. Außerdem kann man in der Hütte auch weitere Adrenalin-Aktivitäten buchen wie den Flying Fox, wo man über Drahtseile über die Schlucht fliegen kann oder den Gorge Swing, bei dem man in einem weiten Bogen durch die Schlucht schwingt und dann auspendelt. PJ und ich gingen ein Stück weiter in einen Ausläufer der Schlucht, wo dann schon wieder Bäume wachsen. Hier kann man eine Canopy Tour machen, das ist eine Tour durch die Baumkronen. Dafür trägt man ein Geschirr und befestigt dieses mittels eines Karabiners an Drahtseilen, über die man dann zwischen und über die Baumwipfel hinweg auf die andere Seite der Schlucht fliegt. Wir machten das zwar nicht, aber wir schauten uns zumindest ein paar der insgesamt neun Stationen an. Danach gingen wir kurz einkaufen und fuhren dann zu PJ nach Hause.

    Heute wollte ich mal wieder kochen und es gab etwas richtig Deutsches: Hackklöpse mit Kartoffeln und Blumenkohl. Da ging mir doch das Herz auf!!! Zwar hatte ich keine Semmelbrösel, das Hackfleisch hatte eine recht weiche Konsistenz und der Senf, den ich gekauft hatte, war leider kein richtiger Senf, sondern eine Art Hotdog-Senf, aber ich war doch recht zuversichtlich, dass etwas Gutes herauskommen würde. Und endlich hatte ich auch etwas gefunden, das ich mit Wonne essen konnte, während PJ die Nase rümpfte: rohes Gehacktes!! Ich konnte ihn auch unter keinen Umständen dazu überreden, es einmal zu probieren. Sonst war es immer andersherum - wenn ich erfuhr, was PJ alles aß, überkam mich teilweise ein kleiner Schauer. Das mit dem Gehackten ist schon so eine Sache. Damals in Australien hatte ich auch versucht, es den Australiern schmackhaft zu machen - ohne Erfolg. Sie konnten nur mit dem Kopf schütteln, schmierten sich aber ihr Vegemite zentimeterdick aufs Brot. Naja, andere Länder, andere Küchen!

    PJ war jedenfalls skeptisch, wie meine Fleischmasse gebraten schmecken würde. Es dauerte auch ewig, bis die Klöpse gar und vor allem fest waren, da sie durch ihre weiche Konsistenz extrem lange braten mussten. Doch letztendlich waren sie fertig und schmeckten auch gut, wenn auch ein bisschen anders als wir sie kennen. PJ war dann auch total begeistert und nahm sich sogar einen Nachschlag, was bei ihm doch eher untypisch ist. Manchmal muss man eben Überzeugungsarbeit leisten - jetzt kann ich meine Eltern verstehen, die mich als Kind auch immer erstmal überreden mussten, etwas Neues zu probieren.

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  • 12Jan 2014

    77 Ein richtig schoener Sonntag 12.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute war ein sonniger und fauler Sonntag. Zwar konnte ich nicht ausschlafen, aber dafür hatte ich dann den ganzen Vormittag für mich.

    Nach einer ausgiebigen Shoppingtour im Supermarkt und dann später (leider) auch auf dem einheimischen Handwerksmarkt, dem crafts market, wo ich wieder mehr kaufte als ich eigentlich wollte, verbrachte ich den Rest des Vormittags im Rest Camp auf einer Sonnenliege und schmökerte durch eine Zeitschrift, was ich schon seit gefühlten 10 Jahren nicht mehr gemacht hatte.

    Danach brachte ich das Auto in das Wild Horizons-Büro und gab den Autoschlüssel einem der Mitarbeiter, da ich das Auto erstmal nicht mehr brauchte. Danach traf ich mich mit Brenda und den anderen Volontären in einem sehr chilligen Freiluft-Restaurant zum Mittagessen. Ich wünschte, wir hätten mehr solcher Restaurants in Deutschland (oder zumindest in Meiningen) mit kleinen, gemütlichen Sofaecken, guter Musik und einfach einer entspannten Atmosphäre. Wir blieben auch recht lange dort, bis ich dann wieder in die Stadt aufbrach.

    Ich traf mich wieder mit PJ und wir fuhren wieder in den Victoria Falls Nationalpark an die Ufer des Zambezi und aßen ein Eis, beobachteten ein Hippo und lasen.
    Dann fuhren wir zu Shoestrings für die Videoshow. Dort fand heute eine Jam Session statt, an der jeder, der wollte, teilnehmen konnte. Ich wollte auch PJ überreden, da er Gitarre spielen kann, aber er wollte nicht. Zwischendurch in einer Pause konnte er zum Glück das Video und die Fotos vom Rafting zeigen. Dann aßen wir dort Abendessen, spielten eine Runde Pool und hörten weiter der Band zu, die sich im Laufe der Zeit immer mehr vergrößerte. Einmal sang sogar ein kleines Mädchen mit, das war wirklich süß! Und darüber hinaus vergaßen wir die Zeit und ehe wir es uns versahen, war es bereits halb 10 und wir mussten heimfahren.

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  • 13Jan 2014

    78 Viele Spuren und ein denkwuerdiger Vortrag 13.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Nach dem Frühstück ging es heute als erstes mit Tracking los, also dem Spurenlesen und dem darauffolgenden Aufspüren eines Tieres. Wir beschränkten uns jedoch nur auf den ersten Teil. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie unser Guide fahren und gleichzeitig Spuren auf dem Boden suchen kann und darüber hinaus immer noch mehr Tiere sieht als wir, die nur im Auto sitzen und die ganze Zeit Ausschau halten können. Das wird für mich wohl immer ein Rätsel bleiben. Wir entdeckten im Laufe unserer Tour recht viele Spuren, recht große von Nashörnern, Giraffen, Elenantilopen, Kudus, Zebras über kleinere wie von Warzenschweinen und Erdferkel (samt Erdloch) bis hin zu den ganz kleinen wie Tausendfüßler oder dem TukkiTukki-Käfer. Wir sahen auch Raubtierspuren, nämlich von Hyänen, die ich ja bisher noch gar nicht gesehen hatte - weder Spuren noch die dazugehörigen Tiere - und eine Löwenspur, die allerdings außerhalb des Reservats parallel zum Zaun entlangführten. Wir verfolgten die Spur, die um mehr oder weniger das halbe Reservat herumführte, soweit wir das zumindest sehen konnten. Man konnte zwischendurch auch sehen, wie der Loewe versucht hatte zu graben, um auf die andere Seite des Zaunes zu kommen. Aber anscheinend ist es ihm nicht gelungen, denn der Zaun war an allen Stellen soweit intakt.

    Nach dem Mittagessen stand ein Vortrag von Ian an, der Wildlife-Manager des Reservats. Er erklärte uns seine recht eigene Sicht, mit welchen Mitteln man am besten die Nashörner vor Wilderern und vor dem Aussterben bewahren konnte bzw. schilderte uns weitere kontroverse Lösungsansätze für die Probleme Afrikas, die sich z.B. aus dem Konflikt zwischen dem Nebeneinanderleben von Wildtieren und Menschen ergeben.

    Danach hätten wir eigentlich noch einmal ins Reservat fahren sollen, doch da Ian mit seiner Rede überzog, ließen wir die letzte Aktivität des Tages bleiben und sprangen stattdessen in den Pool.

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  • 14Jan 2014

    79 Erster Schultag 14.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute war der erste Schultag des neuen Schuljahres für die Kinder und für uns unser erster “Lehrtag” an der Jabulani-Schule. Als wir dort ankamen, sahen wir diesmal schon die Juniors, also die Kleinsten, unter einem Baum sitzen. Wir wurden kurz vorgestellt und dann ging es in den Klassenraum. Alle setzten sich zu je fünft oder sechst an die Tische und wir teilten uns dementsprechend auf. Als erstes sollten wir ein Buch erst beschreiben und erklären, dann daraus vorlesen und danach sollten die Kinder etwas aus dem Buch malen. Das klappte auch alles ganz gut, abgesehen von dem Malen. Die Kinder - in meiner Gruppe waren nur Jungs - malten entweder etwas, das ich nicht erkennen konnte, oder Autos und Menschen (obwohl das Buch um Tiere ging). Zum Ende, als die Blätter dann eingesammelt werden sollten, hatte ich aus dreien einen Papierflieger gefaltet und ein Blatt war auf einmal verschwunden. Also war die ganze Sache nicht wirklich erfolgreich gewesen. Pädagogisch bin ich wohl eine Niete!!!

    Danach gab es für alle Frühstück. Die Kinder aßen, was sie von zuhause mitgebracht hatten, und wir taten das auch. Das Schöne war, dass die Kinder teilten, was sie hatten, denn manche hatten nichts dabei und andere dafür umso mehr. Was ich auch besonders schön finde sind die afrikanischen Namen. Die meisten haben eine Bedeutung, sowohl Vor- als auch Nachnamen. Einer der Jungen im Waisenhaus heißt zum Beispiel Gift, also Gabe oder Geschenk und PJ heißt mit “richtigem“ Namen Toranim, was auch Geschenk bedeutet; einer der Rafting-Führer heißt Blessing, was Segen bedeutet, und in der Schule heißt ein Junge Learnmore (Lerne mehr) und ein Mädchen Beautiful (Wunderschön). Andere schöne Namen sind auch Prince für einen Jungen oder Precious für ein Mädchen, was “kostbar” bedeutet. Viele Nachnamen sind Tiernamen wie Zebra oder Loewe, sodass sich aus beiden Namen sogar neue Bedeutungen ergeben wie z. B. Prince Zebra.

    Nach der Frühstückspause waren Spiele angesagt. Wir organisierten ein paar Bälle, Reifen, Springseile und Puppen. Danach spielten wir in kleinen Gruppen Fußball, Football bzw. mit den anderen Sachen. Die Kinder sind wirklich unheimlich agil, talentiert und einfach unermüdlich. Und das in der größten Mittagshitze. Nach zwei Stunden war ich ein bisschen fertig und war ganz froh, dass Mittagspause war. Es gab für die Kinder natürlich Sadza, diesmal mit Bohnen. Das Mittagessen wird in der Regel von den Müttern zubereitet, heute erledigten das Joram und Derry. Für uns gab es Sandwichs. Danach war dann Siesta angesagt und da es heute der erste Schultag war, war für die Kinder auch ein kurzer Tag vorgesehen. Um 15 Uhr verabschiedeten wir uns dann und fuhren wieder zurück.

    Da wir noch ein bisschen Zeit hatten, konnten wir im Anschluss das machen, wofür uns gestern zum Schluss die Zeit fehlte: Wir wollten Nashörner aufspüren. Aber genau wie das immer so ist, wenn man etwas Bestimmtes sucht, findet man alles, außer das gesuchte Objekt. Genauso war es dann natürlich auch heute. Wir sahen unterwegs Wasserböcke, Warzenschweine, Kudus, Impalas, eine Giraffe und ein paar interessante Vögel, aber natürlich kein einziges Nashorn!

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  • 15Jan 2014

    80 Wir lernen schiessen! 15.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute stand erstmal Theorie auf dem Programm. Wir bekamen vormittags eine Einführung darüber, wie man Tiere und hier ganz speziell Nashörner, mit einem Pfeil betäubt und ruhigstellt und sie dann später wieder aufweckt. So einen ähnlichen Vortrag hatte ich schon einmal auf Naankuse gehört, bevor wir einen Leoparden betäubten. Dieses Mal war aber keine Betäubung vorgesehen, es war eine reine theoretische Einführung für den Fall, dass es im Laufe unseres Aufenthaltes zu einer Sedierung kommt, und wir dann Bescheid wissen, was vorgeht und was jeder zu tun hat.

    Nach der grauen Theorie folgte dann ein bisschen Praxis. Jeder von uns durfte einmal mit dem Betäubungsgewehr und einem Übungspfeil auf ein Ziel schießen, das ein mit Wasser gefüllter Kanister war. Jedoch traf keiner von uns das Zentrum. Wenn es sich um ein großes Ziel wie einen Elefantenhintern gehandelt hätte, hätten wir jedoch wohl alle getroffen.

    Danach war dann erstmal Mittag angesagt. In der Zwischenzeit hatte es zu regnen angefangen, sodass wir schon unsere nächste Aufgabe in Gefahr sahen. Kurzerhand wurde die Tätigkeit ein bisschen umformuliert und wir fuhren raus ins Reservat, während sich auch schon wieder die Sonne zeigte. Aufgrund der relativ schlechten Aussicht auf Tiersichtungen sollten wir die Wege für die Autos ein bisschen von Pflanzen befreien, insbesondere an unübersichtlichen Stellen bzw. wo Äste in den Weg hineinragten. Nachdem wir dies eine Weile gemacht hatten, widmeten wir uns dann unserer eigentlichen Tagesaufgabe zu: Wir wollten nochmals versuchen, Nashörner aufzuspüren und sollten dann auf einem Blatt ihre Ohrmarkierungen, -löcher etc. aufzeichnen und ihnen dann aufgrund eines besonderen Nummerierungssystems eine Nummer zuordnen.

    Ich glaubte nicht daran, dass wir heute Nashörner aufspüren würden. Nach diversen anderen Tiersichtungen, darunter auch unsere ersten Zebras, kamen wir dann doch gleich an drei Nashörnern vorbei, die faul unter einem kleinen Baum dösten. Ich glaube, dass es die gleiche dreiköpfige Familie war, die wir letzte Woche bei dem Rhino-Boma gesehen hatten, auch wenn ich heute erfuhr, dass das kleine Nashorn ein Junge ist. Wir trugen die Ohrmarkierungen in einen speziellen Vordruck ein und verpassten dann jedem Nashorn aufgrund von Geschlecht und Ohrmarkierungen eine individuelle Nummer, die so ziemlich für jedes Nashorn einzigartig ist. Der Kleine hatte noch intakte Ohren, sodass man für ihn nur eine Nummer gemäß seinem Geschlecht geben kann, nämlich 1000 (ein Weibchen erhält die Nummer 2000). Kommen später Ohrlöcher oder Ohrmarkierungen hinzu, bekommen diese gemäß ihrer Position am Ohr eine bestimmte Nummer (z.B. bezeichnet “100” ein Loch im rechten Ohr und “200” im linken Ohr) und um zu der letztendlichen Nummer zu kommen, rechnet man alle Zahlen zusammen. Also ein Weibchen mit Loch im rechten Ohr wäre die Nummer 2100. Eigentlich sehr simpel!

    Nachdem wir diese Aufgabe erfolgreich bewältigt hatten, kehrten wir zurück auf die Anlage. Zum Abendessen gab es heute mal wieder ein Braai, das, wenn auch etwas spät, aber dafür auch sehr lecker war. Und diesmal gab es auch für uns Sadza. Ein Freund werde ich davon aber nie werden.

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  • 16Jan 2014

    81 Sich Bilden, Fischen und Campen 16.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Für heute war eigentlich die Präsentation unseres erarbeiteten Themas vorgesehen, aber da wir die ganze Woche kein Internet hatten und dieses erst seit heute verfügbar war, arbeiteten wir den ganzen Vormittag an unserer Präsentation mit allen verfügbaren Mitteln. Nach dem Mittagessen fuhr Francie mit Brenda zu den Victoria-Fällen, da sie sie letzte Woche ja nicht gesehen hatte. Helene, Emile und ich fuhren mit Derry und Peter zu dem Damm, der sich im Reservat befindet. Wir hatten Angelruten und Würmer dabei und wollten unser Glück beim Fischen probieren. Erst probierten wir es oberhalb der Dammmauer, da dort die großen Fische waren. Doch leider gab es dort auch Krokodile, sodass wir einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zum Wasser einhalten mussten. Nach 15 Minuten erfolglosem Fischen entschieden wir uns für die erfolgversprechendere Alternative: Wir kletterten den Dammwall herunter und fischten im Auffangbecken, in dem es zwar von Fischen nur so wimmelte, die dafür allerdings kleiner waren. Kaum hatten wir den Wurm auf den Haken gefädelt und die Schnur ins Wasser geworfen, hatte der erste auch schon einen am Haken. Bei uns anderen dauerte es auch nicht allzu lange, bis der erste Fisch biss. So angelte jeder innerhalb von knapp 2 Stunden ca. 6 bis 7 Fische, von 10 cm bis 20 cm Größe. Danach fuhren wir mit einer recht gut gefüllten Reuse zurück.

    Leider konnten wir die Fische nicht gleich verzehren, da wir heute einen kleinen Campingausflug machten und die Nacht im Reservat verbrachten. Und dafür war leider alles schon vorbereitet und gepackt worden. Nachdem Francie ihre Tour zu den Fällen gemeistert hatte und wieder zu uns gestoßen war, fuhren wir zu unserem heutigen Übernachtungsplatz im Reservat. Ganz in der Nähe davon befindet sich die sogenannte “Elephant Slide”, die Elefantenrutsche. Das ist ein kleiner Erdwall, der an ein paar Stellen abgetragen ist, da dort, wie der Name schon sagt, Elefanten herunterrutschen - entweder auf allen vieren oder manche sogar auf ihrem Hintern. Es wäre natürlich super gewesen, das mit eigenen Augen zu sehen, doch leider blieb uns das verwehrt. Aber es war auch so schön. Wir sahen einen schönen Sonnenuntergang und einen einigermaßen klaren Sternenhimmel, machten natürlich ein Lagerfeuer und aßen unsere inzwischen heißgeliebte Boereworst (die ist fast so gut wie die Thüringer Bratwurst, muss ich sagen) und Marshmallows. Später hörten wir dann allerlei Tiere - Froesche, Vögel, sich streitende Paviane und sogar Hyänen. Nach ein paar Horrorgeschichten z.B. über eine Frau, die einmal in der Wildnis kampiert hatte und dabei von einer Hyäne mit den Fängen in ihrem Gesicht aus dem Zelt geschleift wurde, gingen wir dann einigermaßen beunruhigt schlafen.

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  • 17Jan 2014

    82 Wir pflanzen 50 Baeume!!! 17.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Nach einer ruhigen Nacht gab es heute ein schnelles Frühstück, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Brenda war schon vorgefahren, da sie sich wieder um ihre Büroarbeit kümmern musste, und wir fuhren mit Peter zu einem kleineren Damm und machten einen kleinen Bushwalk. Danach gingen alle außer mir unter der kleinen Dammmauer duschen. Ich hatte ja gerade erst meine Erkältung von Silvester auskuriert und wollte nicht schon wieder einen neuen Schnupfen riskieren, da wir keinerlei Wechselklamotten oder Handtücher dabei hatten. Nachdem dann die anderen erfrischt waren, fuhren wir noch ein bisschen durchs Reservat und dann wieder zurück auf die Anlage.

    Dort wurde inzwischen schon ein Brunch für uns vorbereitet, das fast wie letzte Woche aus Boereworst, gebratenem Speck, Bohnen in Tomatensoße, Gemüsepfannkuchen und pochierten Eiern bestand. Einfach ein Gedicht! Danach hatten wir dann eine Pause, bis es um 13:30 mit unserer nächsten Tätigkeit weiterging. Wir dachten, wir würden nochmal ein bis zwei Bäume pflanzen und dafür wieder ein ein Kubikmeter großes Loch ausheben müssen (so wie ich das ja auch bei Facebook geschrieben hatte). In Wirklichkeit waren es jedoch keine zwei, sondern 50 Bäume! Zum Glück mussten wir dafür aber keine großen Löcher graben, da die Bäume noch klein waren (ca. 20 bis 30 cm hoch). Wir fuhren ins Reservat und hoben an einem Weg alle 10 Meter auf beiden Seiten ein kleines Loch neben einem bereits bestehenden Busch aus, in das wir dann die kleinen Bäume setzten und das Loch wieder zuschütteten. Das dauerte pro Busch nicht länger als 5 Minuten und da wir zu siebt waren, war die Sache innerhalb von einer Stunde bereits erledigt gewesen. Das war mal wieder eine sehr erfüllende und befriedigende Aufgabe gewesen, da wir ja sonst eher Büsche und Gräser niedermachen mussten.

    Danach sollten wir dann, als unsere letzte Tätigkeit für diese Woche, in den Pool hüpfen. Das ging uns natürlich besonders leicht von der Hand. Wir konnten allerdings nicht lange bleiben, da wir bereits eine halbe Stunde später eine Führung durch die nebenan liegende Lodge und danach durch eine kleine Ferienhaus-Anlage namens Ursula’s Camp. Beide Anlagen gehören zum Stanley & Livingstone Game Reserve.

    Und auf einmal war es 17 Uhr und damit Wochenende!!! Nun musste ich nur noch organisieren, wie ich in die Stadt kam. Joram wollte zwar auch später in die Stadt fahren, konnte uns aber noch nicht genau sagen, wann. Also beschloss ich, den Mitarbeiterbus zu nehmen, der jeden Tag um 17:30 von der Lodge in die Stadt fuhr und fuer alle Mitarbeiter kostenlos war. Zum Glück war auch genug Platz, auch wenn ein paar Leute stehen mussten. Mir wurde sofort ein Sitzplatz angeboten, obwohl ich das gar nicht wollte. Naja, mein Glück hielt jedenfalls nicht lange. Auf halbem Weg in die Stadt fuhr der Fahrer auf einmal plötzlich sehr langsam und extrem weit am Fahrbandrand. Mir schwante nichts Gutes und so war es dann auch: Auf einmal stoppte der Fahrer komplett und alle Passagiere mussten den Bus verlassen. Der Bus hatte einen Platten! Für die Afrikaner kein Grund zur Sorge, alle waren bereit zu laufen, denn das ist hier ja nichts Ungewöhnliches. Ich machte mich auch schon bereit, bis Derry mir auf einmal sagte, ich könne mit einem Auto mitgenommen werden, wenn ich mochte. Die Managerin der Lodge befand sich auch im Bus und hatte bereits ihren Mann angerufen, dass er sie abholen sollte. So hatte ich gleich eine Mitfahrgelegenheit! Da die beiden in direkter Nachbarschaft zu Shoestrings wohnten, wurde ich sogar frei Haus abgeliefert. Ich war dann letztendlich sogar so schnell, dass ich eine halbe Stunde warten musste, bis PJ auftauchte. Kurz danach gesellten sich dann zwei Rafting-Kollegen aus Zambia zu uns an den Tisch. Danach aßen wir kurz etwas beim nahe gelegenen FastFood-Restaurant und machten uns dann auf den Weg zu PJ’s Haus.

    Wir mussten laufen und brauchten ca. 30 Minuten, denn PJ’s Auto ist diese Woche kaputt gegangen. Er will gucken, dass er es im Laufe der nächsten Tage wieder flott kriegt, da wir ja bald unsere Reise antreten wollen. Und so wurde man mal wieder darauf aufmerksam gemacht, wie einfach und bequem es doch ist, wenn man ein Auto hat, und welche Unannehmlichkeiten und (Zeit-)Aufwand man hat, wenn man keines hat.

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  • 18Jan 2014

    83 Wochenende ist schoeoeoeoen!!! 18.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute schliefen wir erstmal viel zu lange und PJ war dementsprechend zu spät dran. Aber das ist für einen Afrikaner kein Problem, denn es gibt immer eine Lösung. Hauptsache, wir tranken erstmal unseren Tee und schauten noch kurz nach dem Auto und dann hieß die Lösung für heute: Taxi. Wir pfiffen eines heran, in dem bereits vier Passagiere saßen, und fuhren dann über ein paar Zwischenstationen und Umwege in die Stadt. Das Gute an den afrikanischen Taxis ist, dass je mehr Leute sich mit einem das Taxi teilen, desto billiger wird es. Der Preis in die Stadt beträgt drei Dollar und da wir uns die Kosten nun mit vier anderen Leuten teilten, bezahlten wir nur 50 Cent pro Person.

    PJ kam dann zwar nicht pünktlich, aber doch noch rechtzeitig, bevor der Truck losfuhr und ich setzte mich an den Pool meines geliebten Rest Camps und schrieb an den Zeilen, die ihr jetzt gerade lest.

    Nachdem ich meinen Blog auf den letzten Stand gebracht hatte, ging ich dann ins Waisenhaus, da ich es letztes Wochenende nicht geschafft hatte, dort vorbeizuschauen. Es war wirklich schön, sie alle wiederzusehen. Da heute Samstag war, waren auch wieder die anderen Volontäre da. Es gab für alle geschätzten 40 Kinder Sadza und Bohnen. Danach spielten wir ein bisschen, malten bzw. lasen in einem Buch. Die Älteren tanzten und es sah wirklich gut aus. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Später kam dann PJ von der Arbeit ins Waisenhaus. Wir pflückten noch ein paar Limetten vom Baum und machten uns dann auf den Weg in die Stadt bzw. zu einer Lodge mit Pool.

    Nach einer kleinen Abkühlung guckten wir noch die erste Halbzeit eines Qualifikationsspieles zur Fußball-WM zwischen Congo und Gabon, gingen kurz einkaufen und fuhren dann mit dem Taxi heim, wo PJ wieder etwas Leckeres kochte.

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  • 19Jan 2014

    84 Wiedersehen macht Freude 19.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute früh mussten wir wieder mit dem Taxi fahren, weil wir zu spät dran waren. Diesmal hatten wir leider keine weiteren Passagiere mit an Bord und mussten damit den vollen Preis zahlen. Danach ging ich in das Rest Camp und guckte mich erstmal bei den Overlanding-Trucks um, da ich wusste, dass Bensen, der Koch auf meiner Overlanding-Tour, entweder dieses Wochenende oder nächstes Wochenende in VicFalls sein musste. Und siehe da, kaum hatte ich den Truck am Nummernschild erkannt und schlich darum herum, hatte er mich schon entdeckt und winkte mir von einer anderen Ecke des Camps zu. Ich freute mich sehr, dass ich ihn nochmal traf und wir unterhielten uns eine Weile. Danach ging ich im Restaurant im Rest Camp lecker frühstücken, denn ich denke, dass ich nur noch eine Woche in VicFalls sein werde und das dann somit mein letztes Frühstück im Restaurant war. Danach sprang ich in den Pool und las in meinem Buch.

    Gegen Mittag ging ich dann duschen und einkaufen. Ich kaufte u.a. ca. 30 Schulhefte für PJ’s Neffen und für das Waisenhaus. Audrey, eine der Jugendlichen dort, hatte mich gefragt, ob ich ihnen ein paar Schreibhefte kaufen kann, denn sie würde gerne in die Schule gehen. Das machte ich natürlich gerne. Ich überlege auch gerade, ob ich dem Waisenhaus einen kleinen Pool oder sowas schenken soll, denn an manchen Tagen ist es echt so heiß, dass man nicht weiß, wie man sich erfrischen soll. Da nützen auch die ganzen Wasserpistolen nichts mehr und der nächste öffentliche Pool ist 20 Minuten Fußweg entfernt. Wie gesagt, ich bin am Überlegen und muss auch erstmal gucken, ob und wo es sowas überhaupt zu kaufen gibt.

    Nach meinem Einkauf hatte ich dann vor, mit meinen beiden vollen Einkaufstüten plus meinem Rucksack auf dem Rücken zu PJ’s Haus zu laufen. Bei der prallen Mittagssonne war das wahrscheinlich keine gute Idee. Doch ich hielt mich wacker und hatte auch schon über die Hälfte meines Weges geschafft, als auf einmal ein Auto anhielt und der Fahrer fragte, ob er mich mitnehmen kann. Der Zufall wollte es, dass er im gleichen Township wie PJ wohnte und mich so gerne mitnahm. Drinnen im Auto befand sich eine weitere weiße Frau, die ich auch schon einmal gesehen hatte. Da war sie mit einem Kinderwagen im Township unterwegs gewesen. PJ hatte mir erzählt, dass sie auch deutsch ist und einen Afrikaner geheiratet hat und ich habe daraufhin gesagt, dass ich sie einmal treffen muss. Und siehe da, nun saß ich mit ihr in einem Auto. Es stellte sich dann heraus, dass sie keine Deutsche, sondern Amerikanerin war und schon seit zwei Jahren in VicFalls wohnt. Sie hat auch Kinder, nur mit der Sprache tut sie sich schwer (was ich verstehen kann). So wurde ich dann bis direkt vor die Tür gebracht und brauchte auch nichts zu bezahlen. Das war mir natürlich sehr recht, genau aus diesem Grund wollte ich ja laufen.

    Nun brauchte ich nur noch auf PJ zu warten, arbeitete etwas an meiner Präsentation für das Projekt, hörte Musik und las. Als PJ dann nach Hause kam, setzten wir uns draußen vor dem Haus in den Schatten und lasen, hörten Musik vom Computer und spielten Computerspiele. Danach rückten wir die Sitze von seinem Auto um (sein Auto hat insgesamt 7 Sitzplätze mit zwei Rückbänken, die man verschieben und individuell umklappen kann), um zu gucken, ob man zur Not auch mal im Auto schlafen kann - falls man mal kein Zelt aufbauen will oder kann. Nachdem wir dies für positiv befunden hatten, organisierten wir für morgen früh noch eine Mitfahrgelegenheit für mich zurück ins Reservat und danach kochte ich Abendessen und wir hauten uns recht bald auf”s Ohr

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  • 20Jan 2014

    85 Loecher buddeln 20.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Pünktlich um 7:25 fuhr heute mein Shuttlebus zurück zum Reservat. Es war im Endeffekt die gleiche Mitfahrgelegenheit wie am Freitag, nur dass der Bus diesmal ein bisschen kleiner war. Derry stieg dann später auch wieder mit ein. So kamen wir pünktlich im Reservat an.

    Unsere erste Aktivität heute war wieder Bäume Pflanzen. Diesmal fuhren wir mitten ins Reservat und pflanzten auf einer weiten Wiese im Abstand von 20 Metern 50 Bäume, die gleichen wie am Freitag, nämlich winterthorns oder Winterakazien, die nur im Winter blühen, wenn alle anderen Bäume und Pflanzen ihre Blätter verloren haben. Damit sind sie sehr wichtig, da sie im Winter bzw. in der Trockenzeit die einzige Nahrungsquelle für die Tiere darstellen. Leider werden sie jedoch sehr von den Elefanten geliebt, die ihre Rinde erst mit den Stoßzähnen abzupfen und dann ganze Borkenstränge abrupfen. Somit wird allerdings der Baum zerstört, da die Mineralien aus dem Boden in die Krone wandern. Dementsprechend sieht man überall tote Bäume. Elefanten sind wahre Baummörder - entweder weil sie von den Elefanten umgenietet wurden oder deren Borke gefressen wurde. Im Reservat versucht man, diesem entgegenzuwirken, indem man die Bäume mit Maschendrahtzaun umwickelt bis zu einer Höhe, wo die Elefanten nicht mehr hinreichen können. So kommen die Elefanten nicht mehr an die Rinder heran bzw. können nur noch kleine Stücke statt ganzer Stränge herausreißen und geben so eher auf. Ist ein guter Lösungsansatz, denke ich.

    Nach getaner Arbeit fuhren wir noch etwas durch das Reservat und fuhren dann zum Mittagessen zurück. Danach ging es dann wieder mit Loch-Graben weiter, diesmal allerdings wieder ein großes, jedoch nicht für einen Baum, sondern für ein Feuer. Wir sollten eine Feuerstelle bauen. Also hoben wir erstmal ein rundes Loch mit 1,5 Meter Durchmesser und 30 Zentimeter Tiefe aus. Diesmal waren wir schlauer als das letzte Mal, wo immer nur einer schaufelte und alle anderen drumherum standen und zuguckten. Diesmal wechselten wir uns auch ab, aber alle, die gerade nicht ackerten, konnten zwischenzeitlich in den Pool springen. Das war wirklich gut!

    Danach fuhren wir zur Lodge und organisierten Backsteine, die wir als Fundament auf den Boden legten. Danach sollten wir eigentlich Asbest als Isolierungsschicht und Sand zum Zementmischen besorgen, aber ersterer war nicht aufzutreiben (ist wohl besser so) und so war unsere Arbeit für heute getan.

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  • 21Jan 2014

    86 Letzter Arbeitstag auf Nakavango 21.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war nun bereits mein letzter voller Arbeitstag in Nakavango. Nach einem leckeren Fruehstueck fuhren wir wieder in die Schule, heute allerdings nur fuer einen halben Tag. Wir malten erst wieder etwas, lasen dann ein Buch und danach war Spielen angesagt. Dann mussten wir uns auch schon wieder verabschieden.

    Nach dem Mittag (heute gab es unsere selbstgefangenen Fische) machten wir uns wieder an die Feuerstelle. Inzwischen wussten wir, wo es Asbest gab und holten dieses von einer Art Werkstatt ab. Wir zerkleinerten die Asbestwellblechplatte und ordneten sie auf dem Boden und am Rand der Feuerstelle an und hofften, dabei keine bleibenden Schäden davonzutragen. Danach hoben wir um die Feuerstelle einen kleinen “Graben”, wenn man das überhaupt so bezeichnen kann. Danach sollten wir uns eigentlich an den Zement machen, aber da wir keine Schubkarre hatten, konnten wir so auch den Sand nicht wirklich transportieren und so war die Mission “Fertigstellen der Feuerstelle” wieder aufgeschoben. Das Ende werde ich also nicht mehr mitkriegen.

    Danach setzten wir uns in den Schatten und ich hielt meinen kleinen Vortrag zum Thema “Loesungsansaetze gegen das Wildern von Nashorn-Hörnern”. Da die anderen ja noch zwei Wochen Zeit haben, um ihre Präsentationen fertig zu machen, war ich heute die einzige Rednerin.

    Danach sprang ich zum letzten Mal in den Pool und musste mich dann schnell wieder fertig machen, da wir noch einmal ins Reservat fuhren. Wir wollten am Damm einen Sundowner trinken und den Sonnenuntergang beobachten. Auf der Fahrt dorthin stießen wir beinahe mit einem Nashorn zusammen, das auf einmal unseren Weg kreuzte. Das ist ein Grund, weshalb wir nicht einfach im Reservat spazieren gehen dürfen, wie wir das gerne möchten. Am Damm unterhielten wir uns, solange die Sonne noch am Himmel stand. Pünktlich zum Sonnenuntergang stieß dann auch noch eine Gruppe von der Lodge zu uns. Danach fuhren wir alsbald zurück und sahen unterwegs eine Gruppe Impalas, Zebras und Elenantilopen, die wir so nah noch nicht gesehen hatten. Und etwas später grasten dann auf einmal drei Flusspferde ein paar Meter neben dem Weg. Das war wirklich etwas Besonderes, was man nicht jeden Tag sieht. Leider ergriffen sie alsbald die Flucht.

    Sonst sahen wir nichts Besonderes und fuhren wieder zurück zur Anlage, wo wir mit hungrigem Magen unser Abendessen zu uns nahmen. Danach fing Joram einen Champagnerfrosch. Die heißen so, weil sie immer, sobald es dämmert und dunkel wird, ein Geräusch machen, was sich so ähnlich anhört wie Blubberblasen, die an der Wasseroberfläche zerplatzen. Wir haben sie jeden Abend gehört und so fragte ich, ob wir sie denn auch mal sehen konnten. Also fing Joram einen für uns, allerdings einen sehr kleinen. Leider machte er keine Blasengeräusche.

    Danach unterhielten wir uns mit den neuen Volontären, die am Montag angekommen waren. Sie nehmen an einem anderen Programm teil, wohnen aber auch bei bzw. mit uns und werden ab morgen auch an unseren Aktivitäten teilnehmen. Auf morgen freue ich mich auch schon, denn ich weiß bereits, was wir den Vormittag machen werden.

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  • 22Jan 2014

    87 Zurueck nach VicFalls 22.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute war also mein wirklich allerletzter Tag in Nakavango. Heute Vormittag gingen wir noch einmal fischen (das war mein special request). Wir fuhren an die gleiche Stelle wie beim letzten Mal, aber diesmal hatte ich zumindest weniger Glueck. Ich fing naemlich rein gar nichts!!! Vielleicht lag es daran, dass das Wasser heute klarer war, vielleicht lag es an der Tageszeit, dass die Sonne heller schien und die Fische deswegen mehr sehen konnten oder sie waren einfach nur faul, aber auf jeden Fall kriegte ich keinen an den Haken. Das Deprimierende an der Sache war, dass man die teilweise recht grossen Fische gut erkennen konnte, wie sie am Wurm herumknabberten, aber niemand biss - bei mir zumindest - richtig an. Die neuen Volontaere hatten da schon mehr Glueck, eine fing gleich 4 Fische auf einmal. Peter angelte ein paar, Joram hatte einen richtig grossen am haken und Emil foerderte sogar einen halben Meter grossen Wels zutage. Also heute mehr Qualitaet als Quantitaet. Danach fuhren wir noch an eine andere Stelle am Fluss, wo wir aufgrund der Krokodile wieder vorsichtig sein
    und einen Sicherheitsabstand zum Ufer einhalten mussten. Doch auch hier wollten die Fische nicht beissen. Daraufhin marschierten wir noch kurz zu dem kleinen Damm mit dem Wasserfall, wo wir letzte Woche nach dem Campen schon gewesen waren. Da wir heute zur Mittagszeit dort waren und die Sonne auch sehr kraeftig schien, brauchte ich keinen Schnupfen zu fuerchten und huepfte auch schnell drunter. Dummerweise funktionierte danach meine eigentlich wasserdichte Kamera nicht mehr. Ich hoffe, nachdem sie richtig getrocknet ist, springt sie wieder an.

    Danach fuhren wir dann wieder zurueck, wo schon das Mittagessen auf uns wartete (lecker Lasagne). Und danach hiess es fuer mich nur noch meine frisch gewaschene Waesche einzupacken, kurz einen Feedback-Bogen auszufuellen, mich auf der Volontaer-Wand zu verewigen und mich zu verabschieden, denn meine Zeit zu gehen war gekommen. Ich fuhr mit Peter, Francie, Helene und Emil in PJ's Township. Dort luden sie mich samt Gepaeck ab und fuhren weiter in die Stadt.

    PJ war heute sogar daheim, da heute ausnahmsweise mal kein Trip stattfand. Wir bliesen noch einmal meine Luftmatratze auf, die vor ein paar Wochen aus unerklaerlichen Gruenden auf einmal alle Luft verloren hatten und prueften, wo ein Loch sein koennte. Zum Glueck konnten wir es recht schnell lokalisieren und erstmal provisorisch flicken. Spaeter dann gingen wir nach Chinotimba, das ist der Township, in dem sich das Waisenhaus befindet. Erst brachten wir mein Netbook zu einem Computershop, denn in den letzten Wochen war es total langsam oder/ und hat schon nach ein paar Minuten keine Taste mehr geruehrt, sodass mir nichts anderes uebrig blieb als den Radikalschritt zu machen: auf den Powerknopf zu druecken, ohne ordentlich herunterzufahren. Ausserdem ist mein Virenprogramm nicht mehr aktuell und es wurde Zeit, das Netbook mal von Grund auf aufzuraeumen und zu ordnen. Wir liessen das Netbook da, da es eine Weile dauerte, bis alles in Ordnung gebracht war, und machten uns auf den Weg in das Waisenhaus. Ich hatte ja die Schulhefte gekauft und wollte sie nun uebergeben.

    Auf dem Weg dorthin begegneten uns schon Primrose und Audrey, die jetzt erst (es war inzwischen 17:30) von der Schule nach Hause gingen. Sie hatten um 17:00 Uhr erst Schulschluss!!! Ich gab ihnen dann die Schulhefte und sie waren wirklich gluecklich. Dann spielte ich noch ein bisschen mit den Jungs und ging dann mit PJ und einem Freund, den wir in der Zwischenzeit getroffen hatten, wieder nach Hause.

    Dort kochte PJ dann Abendessen - diesmal hatte jeder sein eigenes Essen. PJ ass sein Sadza mit einer Art Spinat und ich bekam Pasta mit Pfannengemuese und Haehnchenkeule. Danach waere der Tag eigentlich vorbei gewesen, aber leider mussten wir nochmal nach Chinotimba laufen, da heute mit einem Bus aus Harare das neue Ersatzteil fuer PJ's Auto kam. Er wollte es noch an diesem Tag abholen und einbauen, damit er das Auto ab morgen wieder nutzen konnte und nicht schon wieder fuer Bus oder Taxi bezahlen musste. Der Bus waere eigentlich um 21 Uhr vorgesehen gewesen und so waren wir um 21:30 an dem Busterminal. Doch leider hatte dort niemand eine richtige Ahnung, wann genau der Bus eintreffen wuerde.

    In der Zwischenzeit erkundigten wir uns bei verschiedenen Leuten nach Bus-Fahrpreisen, falls wir uns doch entscheiden sollten, mit dem Bus statt mit dem Auto zu reisen. Wir haben uns inzwischen dazu entschieden, nicht wie urspruenglich geplant, nach Tansania und Kenia zu fahren. Dafuer ist die Zeit zu kurz. Stattdessen wollten wir durch Zimbabwe reisen und die wichtigsten Orte besichtigen und danach noch fuer ein paar Tage nach Malawi an den Malawi-See fahren. Ich kann ja nicht zwei Monate in Zimbabwe wohnen und habe nur Victoria Falls gesehen. Und Malawi soll wirklich wunderschoen sein, das sagen alle, die schon einmal dagewesen sind. Also bleibe ich im Sueden Afrikas und werde Kenia und Tansania ein anderes Mal in Angriff nehmen. Denn wiederkommen tue ich auf jeden Fall!
    Also informierten wir uns nach den Buspreisen fuer unsere Strecke und ich muss sagen, die Busse sind hier auch wirklich guenstig. Fuer eine Strecke von 600 Kilometern bezahlt man gerade mal 25 bis 30 Dollar, das sind ca. 20 Euro. Das Streckennetz ist auch sehr gut ausgebaut und deckt alle Orte, zu denen wir eh reisen wollten, ab, sodass es wirklich zu ueberlegen gilt, den Bus zu nehmen. Damit haette man dann fixe Preise und einigermassen fixe Zeiten und keine Zwischenfaelle oder zeitlichen Verzoegerungen (wie ein kaputtes Auto) zu befuerchten.

    Dann waren wir das Warten leid (es war inzwischen 22:45) und hatten uns schon auf den Heimweg gemacht, als wir auf einmal einen Bus hoerten und uns umdrehten. Und siehe da, da fuhr auf einmal ein Bus Richtung Terminal. Wir gingen wieder zurueck und innerhalb von 15 Minuten hielten wir das benoetigte Teil in den Haenden. PJ war sehr erleichtert, denn er musste in Vorkasse gehen, damit das Ersatzteil ueberhaupt losgeschickt wird und war sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob er es ueberhaupt bekommen wuerde bzw. ob es auch das richtige war. Doch alles war gut und er war beruhigt. Allerdings hatte der ganze Vorgang neun Tage gedauert, angefangen von dem Tag, als das Auto kaputt ging, bis jetzt, wo er das Ersatzteil hatte. Er meinte, er haette das Teil auch schneller und vermutlich sogar billiger haben koennen, waere er selber mit dem Bus nach Harare gefahren und haette das Teil selber organisiert. So hatte er es ueber eine andere Werkstatt geordert. Naja, Ende gut, alles gut. Wir gingen heim und PJ baute das Teil innerhalb von fuenf Minuten ein. Als er sich dann vergewissert hatte, dass das Auto wieder einwandfrei funktionierte, konnten wir dann beruhigt schlafen gehen.

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  • 23Jan 2014

    88 Another day in Africa!! 23.01.2014

     

    Beschreibung

    Heute frueh konnten wir dann endlich wieder mit dem Auto in die Stadt fahren. Nachdem PJ vom Auto in den Truck gewechselt war, der schon unterwegs Richtung Schlucht war, ging ich erstmal ins Internetcafe.

    Um 10:30 traf ich mich - wieder in dem chilligen Restaurant mit den Sofaecken - mit Greemph, dem Ranger vom Stanley & Livingstone Reservat, auf einen Kaffee und ein Stueck Kuchen. Danach fuhren wir kurz zu dem grossen, alten Baobab-Baum am Zambezi und danach gingen wir einkaufen. Ich kaufte noch ein paar Schulsachen und Malbuecher fuer die Kids im Waisenhaus und dann zum Mittagessen auch mal wieder meine geliebten Samoosas! Danach fuhr ich mit Greemph ins Waisenhaus und gab die Sachen ab. Wir spielten ein bisschen mit den Kleinen, die schon um 12 Uhr Schulschluss hatten, dann holte ich meinen generalueberholten Computer ab und wir besuchten kurz Greemphs Schwester, die im gleichen Township wohnt. Danach musste Greemph wieder auf Arbeit, da er immer nur in seiner Teilschichtpause Zeit hat und um 15 Uhr wieder anfangen muss.

    Ich ging kurz einkaufen und PJ kam spaeter auch noch hinzu. Danach fuhren wir heim. Wir kuemmerten uns um die Luftmatratze, die sogar zwei Loecher hatte, wie sich herausstellte, und flickten die zwei Loecher diesmal richtig. Das Ergebnis war dann auch zufriedenstellend, denn die Luftmatratze verlor endlich keine Luft mehr. Also konnten wir sie mitnehmen auf unseren Trip. Danach fing ich an, das Abendessen vorzubereiten. Doch mitten im Kochen gab es auf einmal einen Stromausfall! Das ist hier nicht so unueblich, dass entweder Strom oder Wasser weg ist fuer ein paar Stunden, und es war eigentlich auch nur eine Frage der Zeit, bis das einmal waehrend des Kochens passieren wuerde. Nun war es also heute soweit!

    Wir beschlossen, erst einmal etwas anderes zu machen und spaeter weiterzukochen, in der Hoffnung, dass bis dahin der Strom wieder da ist. Ansonsten wuerden wir den Grill anschmeissen und das Essen eben dort weiterkochen. Man ist hier ja flexibel und auf alles vorbereitet! Also fuhren wir erstmal zu einem Haus, das momentan zur Vermietung stand, denn PJ ist momentan auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Das Haus, in dem er momentan wohnt, teilt er sich mit seiner Vermieterin und deren beiden Kindern. Die Kueche und das Bad werden gemeinsam genutzt und die Kosten geteilt und so hat man leider keinerlei Ueberblick ueber die eigenen Ausgaben - und kaum Privatsphaere. Ausserdem ist der Preis geradezu laecherlich hoch, wenn man ihn mit den Preisen von anderen Haeusern vergleicht. Das Coole hier ist, man kann innerhalb von einem Tag umziehen. Man sagt einfach dem Vermieter, dass man auszieht und schon kuemmert der sich um einen neuen Mieter. Und genauso schnell kann man dann auch woanders einziehen. Das finde ich um einiges besser als in Deutschland. Hier ist man eben wirklich flexibel!!!

    Danach fuhren wir zu Justin, mit dem wir damals fischen gewesen waren. Er gab uns ein paar Tipps zur Reise, da er selber auch viel herumkommt, und wir bekamen von ihm sein grosses Zelt. Allerdings wollte er dann doch eine kleine Summe dafuer haben und wir sagten ihm, wir muessten erstmal darueber nachdenken, was wir ihm geben wollten. Denn eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass wir das Zelt umsonst kriegen. Wenn er zuviel dafuer haben will, dann kaufen wir eben eines.

    Dann fuhren wir wieder heim. Der Strom war immer noch nicht zurueck gewesen und so schmissen wir den Grill an. Doch genau in dem Moment, als die Holzkohle anfing zu gluehen, war der Strom wieder da. PJ fluchte und rettete die Kohlen aus dem Feuer. Bis wir dann endlich assen, war es 22 Uhr durch. Das war ein langer Abend!!!

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  • 24Jan 2014

    89 Organisation fuer die naechste Reise 24.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

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    Heute musste noch einiges organisiert und erledigt werden vor unserem Trip.

    Als erstes ging ich ins Internet, um noch ein bisschen Buspreise zu recherchieren und den Wechselkurs von Malawi-Quacha zu US-Dollar herauszufinden.

    Dann ging ich auf die Post, um einmal mein Paeckchen aus Deutschland, was die Woche angekommen ist, abzuholen (was dann leider mangels fehlendem Identitaetsbeweis nicht klappte), und um zum Zweiten ein Paket mit allerlei Handwerkskram und Souvenirs nach Hause zu schicken. Ich hatte auch alles ganz gut in einem Karton verpackt, nur Paketband hatte ich nicht. In Swakopmund hatten sie mein Paket damals grosszuegig freiwillig mit Paketband umwickelt, doch hier waren sie weitaus knauseriger (so wie in Deutschland ja inzwischen auch). Ich sollte draussen vor der Post einen der Maenner nach Paketband fragen. Also stiefelte ich mit meinem Paket nach draussen und fragte wegen dem Band. Die Maenner fragten mich, was ich denn fuer Materialien abschicken wollte, ob etwas Zerbrechliches dabei ist. Ich meinte, soweit nicht und ging kurz zum Auto, um eine weitere Zeitung zum besseren Ausstopfen zu holen. Als ich wiederkam, hatten die Maenner mein Paket komplett ausgeraeumt und machten sich gerade daran, aus einem grossen Stueck Pappe einen neuen Karton zu bauen. Die ganze Prozedur dauerte mind. 20 Minuten und das Ende vom Lied war, dass sie dafuer satte 250 Suedafrikanische Rand (ca. 25 US-Dollar oder 20 Euro) haben wollten. Dabei wollte ich doch nur ein bisschen Paketband haben. Letzten Endes gab ich ihnen 5 Dollar, da sie mit ihrem Paketband wirklich verschwenderisch waren und fast eine Rolle verbrauchten, nahm das Paket und stapfte etwas angesaeuert zurueck in die Post.

    Das Verschicken kostete dann auch nochmal eine Stange Geld. Ich hoffe, dass das Paket zumindest dieses Mal ankommt. Die Frau am Schalter meinte, es dauere nur zwei Wochen (daher dann auch der hohe Preis, den ich gerne bezahle, wenn das Paket nur ankommt). Genau zwei Monate frueher, am 25.11. hatte ich von Swakopmund in Namibia ein Paket losgeschickt, das bis zum heutigen Tag nicht angekommen ist und von dem ich bis dato keinerlei Informationen zu seinem Verbleib habe. Das ist wirklich aergerlich!!! Und diesmal habe ich Sachen dabei, die fuer mich persoenlich besonders wertvoll sind, da sie mit Erinnerungen verbunden sind. Da waere es noch schlimmer, wenn das Paket verschollen sein wuerde. Also heisst es Daumen druecken!

    Durch diese ganze Verpackungsaktion kam ich leider zu spaet ins Waisenhaus. Ich hatte mit Nyika ausgemacht, dass ich ihm heute meine Kamera ausleihen wuerde, um damit sein neues Auto zu fotografieren, was er gerne vermieten moechte. Ausserdem sollte ich eine zufriedene Kundin auf den Fotos darstellen. Machte ich natuerlich gerne, nur leider war Nyika nicht mehr da, als ich ins Waisenhaus kam. Und so hatte ich leider auch nicht mehr soviel Zeit, um mit den Kindern zu spielen und mich von ihnen zu verabschieden, denn ich musste ja bald schon PJ von der Arbeit abholen.

    Nachdem das erledigt war und PJ noch kurz im Buero bei seinem Chef war und das endgueltige OK fuer die Reise gekriegt hatte, fuhren wir wieder in eine Lodge und sprangen in den Pool und spielten danach Billiard. Dann fuhren wir Einkaufen und nach Hause. PJ bastelte dann noch ein bisschen am Auto rum, da schon wieder etwas (allerdings nichts wirklich Wichtiges) kaputt war.

    In der Zeit bereitete ich dann das Abendessen zu. Danach assen wir und packten unsere Sachen, was bei PJ natuerlich sehr viel schneller ging, als bei mir. Wir haben vor, moeglichst leicht zu reisen und haben als Gepaeckstuecke meinen grossen Trekkingrucksack, meinen kleinen Rucksack und ein Zelt. Es war auch reichlich spaet, bis wir alles fertig hatten, aber wir mussten fertig sein, denn morgen haben wir keine grosse Zeit mehr, bevor es losgeht.

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  • 25Jan 2014

    90 Nochmal Raften auf dem Zambezi!!! 25.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war nun PJ’s letzter Arbeitstag – und ich durfte ihn ein bisschen begleiten. Ich ging heute naemlich nochmal Raften. PJ hatte letzte Woche mit einer der Rafting-Gesellschaften (allerdings nicht seine eigene) einen richtig guten Preis ausgehandelt, den ich an die Volontaere im Nakango-Programm weitergab. Es hiess, wenn die Volontaere bei diesem Unternehmen buchen wuerden, koennte ich kostenlos mitraften. Helene, Emil und Cecilia, die erst am Donnerstag angekommen ist, hatten dann fuer heute gebucht und so durfte ich auch mit. Nur die Gebuehr fuer den Nationalpark musste ich berappen.

    Wir holten um 8 Uhr die drei direkt vom Reservat ab und fuhren dann erstmal noch eine halbe Stunde, bis wir an unserem Einstiegspunkt ankamen. Da jetzt Hochwasser ist, ist die Raftingroute etwas anders und statt der Stromschnelle 1, mit der wir Anfang Dezember noch angefangen hatten, war nun die Stromschnelle 11 die erste. Dementsprechend musste man also erst noch ein bisschen im Auto bzw. Truck fahren. Am Einstiegspunkt angekommen bzw. an der Schluchtkante gab es erstmal wieder ein Briefing und wir probierten unsere Sicherheitswesten und Helme an. In der Zwischenzeit trafen die Trucks von zwei anderen Rafting-Unternehmen ein, darunter auch die von PJ – Wild Horizons. Unsere Rafting-Gesellschaft hiess ShockWave und wir vier waren heute auch die Einzigen, die bei dem Rafting-Unternehmen gebucht hatten und demensprechend waren wir auch recht schnell fertig. Wir machten uns dann auch als erste auf den Weg hinunter in die Schlucht und waren auch die ersten im Boot und im Wasser, doc h warteten wir dann trotzdem auf alle anderen. Denn heute waren alle insgesamt sechs Boote von drei verschiedenen Gesellschaften gemeinsam unterwegs.

    Es machte auch unheimlich Spass, zum Einen, weil die Stromschnellen wirklich bei Weitem nicht so gefaehrlich und schlimm waren wie im Dezember, sodass man nicht jedes Mal befuerchtete, dass das Boot kippt, zum Anderen, weil ich ja nun inzwischen ein paar Leute kannte und man so mehr Scherze machen konnte, und zum Letzten, weil die Guides, also die “Kapitaene” aller Boote sich natuerlich untereinander kannten (teilweise sogar miteinander verwandt waren) und so kleine Spaesse machten wie z.B. versuchten, sich gegenseitig zu rammen oder ihren Insassen befahlen, in ein anderes Boot zu steigen und dort alle einschliesslich des Kapitaens ins Wasser zu befoerdern. Ich wurde einmal von Blessing, einem der Guides von Wild Horizon, den ich inzwischen gut kannte, da er bei den meisten von PJ’s Videoshows anwesend war, ins Wasser geschmissen und ich denke, ich ging heute von allen in unserem Boot am meisten baden. Es war auf jeden Fall eine Mordsgaudi und alle hatten ihren Spass!

    Zwischendurch paddelte dann auch PJ ab und an neben unserem Boot, aber zum Glueck konnte er mich nicht ins Wasser schmeissen, da er im Kajak unterwegs war. Ich muss sagen, ich fand es manchmal schon beaengstigend zu sehen, wie die kleinen Kajaks durch die Stromschnellen fuhren und auch umkippten und dann fuer ein paar Sekunden mit dem Boden nach oben schwammen, bis sie wieder umgedreht wurden. Das ist erst recht erschreckend, wenn in dem Kajak jemand sitzt, den man kennt und mag. Aber es sind ja alle erfahren und so passierte auch nichts.

    Danach kam dann wieder der Hinkefuss der ganzen Sache: der muehsame Weg bergauf. Jedes Mal frage ich mich, wieso ich mir das antue. Diesmal kam erschwerend hinzu, dass ich keine Wasserflasche bei mir hatte. Nachdem ich die meiste Zeit ganz gut mit Helene mithielt, die ein fuer mich gutes Tempo hatte, musste ich dann zum Ende hin leider doch zwei bis drei Pausen machen, sodass ich zurueckfiel. Doch Cecilia erging es noch schlimmer. Sie stoppte bereits ziemlich am Anfang zum ersten Mal und kam erst geschaetzte 20 Minuten nach mir an. So unfit kann ich also doch nicht sein. PJ kam dann bereits kurz nach mir oben an, obwohl er, denke ich, einer der letzten war, die unten losgingen. Immer wieder erstaunlich, was fuer eine Ausdauer und ein Fitnesslevel die Jungs haben, vor allem die Traeger, die die Strecke teilweise zweimal gehen, da sie pro Weg bezahlt werden.

    Nachdem wir uns wieder erholt hatten, gab es dann ein leckeres Mittagessen mit Huehnchen, Reis und Krautsalat. Das war das Gute, dass wir bei dieser Firma gebucht hatten, denn die hatten das beste Mittagessen :-)

    Dann fuhren wir nach VicFalls zurueck in das Buero von ShockWave. Dort wartete schon mein Paeckchen aus Deutschland auf mich, das heute jemand mit meinem Personalausweis abgeholt hatte. Ich war happy, traf mich kurz mit PJ, der inzwischen auch von dem Trip zurueck war, fuhr ihn ins Buero und fuhr dann heim.

    Dort bereitete ich noch alles Weitere fuer die Reise vor, vertilgte die letzten Reste und oeffnete und freute mich ueber mein Paeckchen. Um 16 Uhr kam dann PJ nach Hause, allerdings mit schlechten Nachrichten. Wir konnten heute leider doch noch nicht los, da sein Chef ihn gebeten hatte, noch zwei Tage zu arbeiten. Keine Ahnung, wieso, eigentlich war alles geklaert und auch Ersatz fuer die Zeit organisiert. Aber PJ wollte es seinem Chef natuerlich auch nicht abschlagen. Also war unser Trip um zwei Tage verschoben. Zum Glueck wieder einmal hatten wir noch nichts gebucht. Enttaeuscht war ich aber trotzdem, denn ich konnte es kaum erwarten, aus VicFalls herauszukommen und etwas anderes zu sehen.

    Wir fuhren herum, um eines unserer organisierten Zelte wieder zurueckzugeben, und fuhren danach kurz in die Stadt, um zu tanken und einzukaufen. PJ hatte zwischenzeitlich mit seiner Familie telefoniert und erfahren, dass sie heute eine Kuh schlachteten. Und so wollte er auch hinfahren und helfen und dann auch Fleisch mitnehmen. Er wollte dann gegen 21 Uhr wieder zurueck sein. Erfahrungsgemaess blieb er dann aber ueber die Nacht da, da es eine Strecke von ca. 45 Minuten ueber eine ziemliche Huckelpiste ist, und so wunderte es mich auch nicht, als er spaeter anrief und sagte, er wuerde erst morgen frueh nach Hause kommen.

    So hatte ich also einen Abend fuer mich alleine. Ich ass dann auch nur eine Scheibe Brot mit Kaese und einen Joghurt, da ich dann doch sehr muede war und keine Lust hatte, fuer mich alleine gross etwas zu kochen. Danach guckte ich dann noch einen Film auf dem Computer und schlief dabei schon fast ein. Rafting ist halt wirklich anstrengend. Und ich will gar nicht an meine Beine morgen denken.

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  • 26Jan 2014

    91 Nochmal ein fauler Sonntag voller Nichtstun 26.01.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Die Nacht ueber hatte es ordentlich geregnet und gewittert und so kam PJ heute erst gegen 6:30 zurueck. Er brauchte fuer die ohnehin schon schwierige Strecke durch den aufgeweichten Boden die doppelte Zeit.

    Nachdem ich ihn auf Arbeit gebracht hatte, musste ich dummerweise wieder heimfahren, da ich etwas im Zimmer vergessen hatte. Und da ich heute ja keinerlei Verpflichtungen hatte, legte ich mich bei der Gelegenheit gleich noch einmal ins Bett. Es war ja schliesslich Wochenende!

    Meine Beine schmerzten heute erstaunlicherweise ueberhaupt nicht sehr. Ich spuerte zwar die Muskeln, wenn ich sie anspannte, aber ich konnte trotzdem ganz normal laufen ohne Schmerzen. Man gewoehnt sich also doch daran nach einer Zeit.

    Nach einer Weile stand ich dann auf, spielte etwas am Computer, schrieb an meinem Blog und machte noch ein zweites kleines Fruehstueck. Danach fuhr ich in die Stadt, las im Rest Camp wieder in einer Zeitschrift und ging ins Internet.

    Nun wage ich es einmal und verabschiede mich vor unserem Trip. Ich hoffe, dass wir diesmal puenktlich starten koennen und nicht nochmal etwas dazwischen kommt.

    Viele Gruesse ins kalte Deutschland aus dem heissen Zimbabwe

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  • 27Jan 2014

    92 Endlich raus aus VicFalls!!! 27.01.2014 Simbabwe —

    Simbabwe

    Beschreibung

    Hiermit melde ich mich – gesund und munter - zurueck von unserem Trip.

    Wir konnten am Montag auch frueher starten, da an diesem Tag kein Rafting stattfand und wir so statt nachmittags bereits vormittags loskonnten. Allerdings dauerte es noch zwei Stunden, bis wir wirklich abfahrbereit waren.

    Wir fuhren erst einmal nur ca. 180 Kilometer mit dem Auto und nahmen unterwegs ein paar Leute mit, die uns dann einen kleinen Obulus fuer das Benzin bezahlten. Eigentlich haetten wir fuer fuenf weitere Personen Platz, aber leider fanden wir nicht so viele Mitfahrer, sodass wir dann insgesamt nur 10 Euro ergatterten.

    Unser erstes Etappenziel hiess Hwange Nationalpark. Das ist der groesste Nationalpark in Zimbabwe und ausserdem der elefantenreichste mit ueber 30.000 Elefanten insgesamt. Und so hofften wir natuerlich, auch einen der Dickhaeuter zu Gesicht zu kriegen. Erst gingen wir jedoch in ein Rehabilitationszentrum fuer Wildhunde, das einzige dieser Art in ganz Afrika. Dort bekamen wir eine kleine Fuehrung und sahen auch die momentan einzigen drei Bewohner des Zentrums.

    Danach fuhren wir dann richtig in den Nationalpark hinein und konnten mit unserem eigenen Auto einen Game Drive bzw. eine Safari machen. Der Nachteil davon ist, dass man in einem normalen Auto viel tiefer sitzt als in einem Safari-Auto und so manche Tiere vielleicht nicht oder erst sehr spaet erblickt. Und mit einem erfahrenen Guide hat man natuerlich auch mehr Chancen. Deshalb und weil halt Regenzeit ist und die Vegetation spriesst, sahen wir waehrend der Fahrt auch relativ wenig und entschieden uns, zu einer Aussichtsplattform in der Naehe eines Wasserlochs zu fahren, da man dort wahrscheinlich noch die besten Chancen auf Wildlife-Sichtungen hatte.

    Dort angekommen, sahen wir auch eine grosse Gruppe Impalas, Zebras und ein paar Gnus, die sich in der Naehe des Wasserloches aufhielten. Im Wasser machten wir ein paar Flusspferde und auch das eine oder andere Krokodil aus. Ausserdem fuetterten wir zwei Stare mit meinen Spekulatius-Keksen, die einem sogar die Kruemel aus der Hand frassen. Aber sonst passierte leider nichts weiter Aufregendes. Bis auf einmal ein Wolkenbruch losbrach und sich ueber uns ergoss. Am Anfang noch sehr spassig, entwickelte sich das Ganze relativ schnell zu einer feuchtfroehlichen Angelegenheit, da der Regen von allen Seiten kam und die Plattform zwar ein Dach, aber sonst von allen Seiten offen war, und wir auch keine Regenkleidung geschweige denn warme Kleidung trugen. So fluechteten wir nach einer Weile in das Auto, doch bereits auf dem kurzen Weg dorthin waren wir komplett durchnaesst, sodass wir dann unsere Kleidung wechseln mussten. Das Unwetter dauerte noch ca. 15 Minuten, bis sich alles wieder aufklarte.

    Wir wollten dann eigentlich unseren Game Drive fortsetzen, mussten nach einer Weile dann aber einsehen, dass es aufgrund der neu entstandenen Seen auf dem Weg doch besser ist, zurueckzufahren, wenn man nicht in einem hochbeinigen 4WD unterwegs ist. Mehr als einmal hatte ich das Gefuehl, dass wir beinahe im Wasser steckenbleiben wuerden. Doch letztendlich kamen wir wieder auf den befestigten Hauptweg, der uns sicher zum Ausgang brachte.

    Nachdem wir wieder auf der Strasse waren, stellte sich unsere erste Entscheidung des Urlaubs: Wohin mit dem Auto? Wir wuerden ab jetzt mit oeffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein, denn das ist einfach das billigste (und wahrscheinlich auch zuverlaessigste) Transportmittel. Das Benzin ist einfach zu teuer fuer die gesamte Strecke und wenn mit dem Auto etwas passiert, verliert man Nerven und auch noch kostbare Zeit. Deswegen entschieden wir uns, die zwei Wochen im Bus, Minibus, Taxi oder vielleicht auch im Zug unterwegs zu sein. Die Buspreise sind hier auch wirklich moderat. So bezahlt man fuer eine Strecke von ca. 350 Kilometern z.B. nur ca. 10 US-Dollar, das sind ca. 8 Euro.

    Wir entschieden uns dafuer, das Auto bei PJ’s Cousin in Hwange, der naechsten Stadt neben dem Nationalpark, zu lassen und von dem dortigen Busterminal mit einem Nachtbus zu fahren. Also mussten wir ca. 80 Kilometer wieder in Richtung Victoria Falls fahren, sodass uns die heutige Strecke von Victoria Falls zum Hwange Nationalpark und zurueck nach Hwange (gerade einmal 260 Kilometer) bereits 60 Dollar Benzin kostete. Was das Geld angeht, sind wir mit dem Bus auf jeden Fall guenstiger. Was die Sicherheit angeht, kann ich das leider nicht sagen.

    Ich habe bereits auf unserer ersten Etappe von Hwange nach Bulawayo (ca. 350 Kilometer, ca. vier Stunden) Blut und Wasser geschwitzt und geradezu Todesaengste ausgestanden. Der Bus machte zwar einen ganz guten Eindruck, aber leider machten wir den Fehler und setzten uns direkt hinter den Busfahrer. PJ war muede und war relativ schnell eingeschlafen, doch ich kann allgemein im Bus schlecht schlafen und so beschloss ich, auf die Strasse zu achten. Der Busfahrer fuhr fuer meine Begriffe angesichts der Tatsache, dass es dunkel war und hinter jeder Kurve auf einmal ein Elefant vor einem stehen konnte, viel zu schnell. Dann machte ich auch noch den Fehler und lunste auf den Tacho, der geschlagene 120 km/h anzeigte. Danach war fuer mich an Schlaf nicht zu denken und ich war wirklich besorgt, wenn nicht geradezu panisch, dass etwas passieren wuerde. PJ war inzwischen wieder wach und versuchte, mich zu beruhigen, was ihm auch einigermassen gelang. Aber ein Auge zu bekam ich waehrend der gesamten Fahrt trotzdem nicht. Meine Flugangst sollte nach dieser Erfahrung ganz entschieden vermindert sein. Das naechste Mal, wenn ich in ein Flugzeug steige, werde ich um einiges beruhigter sein, denn dort ist mein Leben in den Haenden von zwei Piloten und zigtausend Computern, waehrend ich im Bus mein Leben einzig und allein einem Menschen anvertraue.

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  • 28Jan 2014

    93 Gross-Zimbabwe, UNESCO-Weltkulturerbe 28.01.2014 Simbabwe —

    Simbabwe

    Beschreibung

    Am fruehen Morgen kamen wir dann Gott sei Dank unbeschadet in Bulawayo an und wechselten den Bus. Diesmal und ab jetzt jedes Mal setzten wir uns in den hinteren Teil des Busses, wo man nicht soviel von der Fahrerei mitbekam. Und dieses Mal hatte jeder genug Platz zum Schlafen und wir konnten uns sogar langmachen. Der Busfahrer fuhr auch einigermassen anstaendig, sodass ich auch ruhiger war, die Augen schliessen und sogar ein bisschen schlafen konnte.

    Nach weiteren vier Stunden Fahrt kamen wir um ca. 9 Uhr in einer Stadt namens Masvingo an. Von hier hatten wir noch einen Weg von ca. 25 Kilometer zu unserem naechsten Ziel vor uns. Dafuer nahmen wir einen kleinen Minibus. Das ist ein Toyota Hiace oder aehnliches, der eigentlich nur 12 Passagiere transportieren kann (gemaess der Anzahl der Sitzplaetze). Doch in Afrika nimmt man mit, was man kriegen kann, und so fuhren manchmal bis zu 25 Personen - eingequetscht wie in einer Sardinendose - mit. An Anschnallen oder irgendwelche Sicherheitsaspekte braucht man da gar nicht zu denken. Dafuer war es aber auch superbillig. Wir wurden dann an einer Kreuzung herausgelassen und mussten noch weitere zwei Kilometer bis zu unserem Ziel laufen.

    Das lautete heute: Great Zimbabwe. Das ist eine Ruinenstadt auf einem Berg, in der zwischen dem 11. bis 15. Jahrhundert ein Koenig und sein Munhumutapa-Volk lebte. Heute ist es eine Art Freilichtmuseum und wenn man in Zimbabwe ist, dann sollte es eigentlich auf der Reiseliste stehen. Und jeder Zimbabwianer sollte es auch einmal gesehen haben. So aehnlich wie in Thueringen mit Buchenwald. Und PJ hatte es auch noch nicht gesehen.Dort endlich angekommen, hiess es erst einmal Zelt aufbauen. Daran angeschlossen ist ein kleiner Campingplatz mitten in der Natur und das war unsere erste Unterkunft.

    Nachdem alles aufgebaut war und wir Mittag gegessen und uns einigermassen ausgeruht hatten, bekamen wir eine insgesamt 1,5-stuendige Fuehrung ueber das Gelaende, was wirklich sehr interessant war. Die Stadt war gleichzeitig eine Festung, von der man Angreifer bereits aus weiter Ferne sehen konnte und sie war komplett nur aus Steinen, ohne jegliche Art von Zement etc. gebaut worden. Das Areal bestand aus drei Teilen, dem Bergkomplex, also der Festung, wo der Koenig wohnte, und zwei Komplexen etwas talwaerts, wo die Angestellten und die ca. 200 Frauen des Koenigs wohnten. Es war wirklich sehr interessant! Zum Abendessen mussten wir gleich mal im nahegelegenen Hotel Essen gehen, da es weit und breit keinen Shop gab. Das war ein guter Start in unseren LowBudget-Urlaub!!!

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  • 29Jan 2014

    94 Wir sitzen in einem Kuekenbus!!! 29.01.2014 Simbabwe —

    Harare South, Harare, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war ein langer Tag im Bus angesagt. Bereits um 4:30 waren wir auf den Beinen und versuchten, wieder per Minibus rechtzeitig in Masvingo zu sein, um den naechsten Bus zu erreichen. Das klappte dann zum Glueck auch und so fuhren wir in einem alten Bus, der leider keine Stossdaempfer mehr hatte, waehrend einer dreistuendigen holprigen Fahrt nach Harare, der Hauptstadt von Zimbabwe. Wir wollten nicht in Harare bleiben, sondern nur kurz den Bus wechseln, denn in Harare muss man aufgrund der Kriminalitaet schon sehr aufpassen. Doch auch die zehn Minuten zu Fuss auf dem Busterminal waren schon einschuechternd. Sobald man den Fuss aus dem Bus auf den Boden setzt, wird man von allen Seiten belagert von Leuten, die versuchen, einen in einen Bus zu befoerdern. Diese Leute bekommen von den Busgesellschaften eine Kommission, wenn sie ihnen Passagiere verschaffen. Das ist in jedem Busterminal so, aber in Harare hatte es schon krasse Ausmasse. Waehrend wir liefen, wurden wir von den Leuten verfolgt und als wir einmal stoppten, waren wir auf einmal von einer Menschentraube umgeben, sodass wir uns kurzzeitig sogar aus den Augen verloren. Als dann jemand unsere Rucksaecke anfasste bzw. PJ geschubst wurde, reichte es uns endgueltig. Wir wurden kurz laut und eilten zu unserem Bus, der als naechstes abfahren sollte. Kaum im Bus, hatte man wieder seine Ruhe. Wirklich ein Abenteuer!!!

    Im Bus angekommen, hoerten wir auf einmal ein seltsames Fiepen. Es stellte sich heraus, dass sich direkt ueber uns zwei Kartons mit Kueken befanden und wir uns sozusagen in einem Chicken-Bus, einem sogenannten Huehnerbus, befanden. Eigentlich war es aber kein „richtiger“ Huehnerbus. Diese Busse transportieren das Gepaeck auf dem Dach und man nennt sie Huehnerbusse, weil manchmal auch Huehner transportiert werden, die man dann waehrend der Fahrt gackern hoert. Unser Bus hatte das Gepaeckfach jedoch im Boden, war also kein richtiger Huehnerbus, doch durch die Kueken war es eben irgendwie doch einer. Eben ein Kuekenbus!

    Der Bus fuhr dann leider statt um 12 Uhr erst um 13:30 ab. Das ist hier auch normal, dass mit der Abfahrt erst gewartet wird, bis der Bus einigermassen bis ganz voll ist, damit sich die Fahrt auch lohnt. Das ist natuerlich schlecht, wenn man einen engen Zeitplan hat, da man nie weiss, wann die endgueltige Abfahrtzeit ist. Wir wollten heute nur zum Kariba-See, einem vom Zambezi angestauten See zwischen Sambia und Zimbabwe, fahren und moeglichst bei Tageslicht ankommen. Das klappte leider nicht und so stiegen wir geraedert um 19:50 nach einer weiteren Kamikaze-Fahrt aus dem Bus, nachdem wir geschlagene 14 Stunden unterwegs waren. Danach hiess es nur noch: Campingplatz suchen, Zelt aufbauen, Luftmatratze aufpumpen, Abendessen, Duschen, Bett. Wir waren fertig!!!

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  • 30Jan 2014

    95 Wir angeln Fische - und Krokodile 30.01.2014 Simbabwe —

    Kariba, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war ein ruhiger Tag angesagt. Wir wollten heute ausspannen und fischen gehen. Wir borgten uns zwei Angeln und der Mann von der Rezeption des Campingplatzes fuhr uns zu einer guten Stelle, wo bereits andere Angler waren. Zu unserer Ueberraschung standen die Maenner alle knoecheltief oder noch weiter im Wasser, obwohl es hier von Krokodilen und Flusspferden wimmelte. Aber da das Wasser hier sehr seicht ist, hat man von Krokodilen nichts zu befuerchten. Wir suchten uns eine Stelle etwas abseits und versuchten auch unser Glueck mit der althergebrachten Technik und normalen Wuermern. Leider fruchtete das nicht wirklich, sodass uns bald langweilig wurde. Da sich ein paar Meter neben uns ein Krokodil befand, das regungslos im Wasser stand, beschlossen wir, es zu fuettern. Wir hatten vorher im Supermarkt Fleisch gekauft und warfen nun die Angel Richtung Krokodilmaul aus. Nach ein paar Fehlversuchen manoevrierte PJ den Haken mit dem Fleisch direkt vor dem Maul des Krokodils. Es schnappte dann auch danach, bekam es aber nicht zu fassen. Komischerweise machte es sich kurz danach aus dem Staub. Es mochte wohl lieber Fisch statt Schwein.

    Nach dieser Aktion wechselten wir unseren Platz. Doch auch an neuer Stelle gab es keinen Fisch. Wir beschlossen, uns von den Fischern etwas abzugucken, und fragten nach. Wir erfuhren, dass die Fischer gar keinen Koeder benutzten, denn die Brassen, die in diesem Gewaesser lebten, haben selber genug Futter und reagieren nicht auf Wuermer. Stattdessen benutzten sie eine uns gaenzlich unbekannte Angelmethode: Sie angelten mit einem Dreierhaken und warfen die Angel nicht ins Wasser und warteten, sondern schwangen die Angel in schnellen Bewegungen hin und her und hofften so, einen Fisch im wahrsten Sinne des Wortes zu fangen. Das war zwar mehr Aufwand als das herkoemmliche Angeln, aber der Erfolg gab ihnen Recht. Sie foerderten etwa alle 10 Minuten eine ordentliche Brasse an Land. PJ war von der Methode total begeistert und wollte es selber versuchen, ich blieb bei der alten Variante.

    Nachdem PJ erst einmal einen minikleinen Fisch namens Kapenta gefangen hatte, der im Lake Kariba im grossen Mass gefischt wird, hatte er auf einmal wirklich einen ordentlichen Fisch an der Angel. Als er die Angel jedoch einholen wollte, sah er auf einmal, wie ein Krokodil in Richtung seines Hakens schwamm. Und ehe er es sich versah, hatte er statt eines Fisches ein Krokodil an der Angel. Er versuchte, noch zu retten, was zu retten war, doch letztendlich verschwand das Krokodil samt Fisch und Haken im Wasser. Danach war er zu veraengstigt, um weiter zu angeln. Die anderen Fischer kannten das Problem mit den Krokodilen, warfen grosse Steine nach den Krokodilen und versuchten, mit den Steinen die Koepfe zu treffen, sodass die Krokodile nicht mehr an dem Fisch interessiert war. Aber das hatte uns leider keiner gesagt :-(

    Letzten Endes kauften wir einem der Fischer fuer laecherliche zwei Dollar eine grosse Brasse ab, die dann abends auf unserem Braai landete. So gab es wenigstens trotzdem frisch gefangenen Fisch mit Grillkartoffeln auf den Tisch, wenn er auch nicht selbst gefangen war. Schmecken tat er dennoch :-)

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  • 31Jan 2014

    96 Kariba-Damm und Schwimmen 31.01.2014 Simbabwe —

    Kariba, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute wussten wir noch nicht, was der Tag bringen wuerde. Eigentlich wollten wir heute zum Mana Pools Nationalpark fahren. Der ist eigentlich nicht weit entfernt, doch leider gestaltete es sich ohne eigenes Auto doch sehr schwierig, dorthin zu gelangen. Man konnte zwar einen Teil der Strecke mit dem Bus fahren, doch musste man sich dann dennoch ein Auto, moeglichst sogar ein 4WD, mieten, um im Nationalpark voranzukommen. Damit haetten wir dann fuer einen Tag Kosten von ungefaehr 200 Dollar und das sprengte unser Budget.

    Also entschieden wir uns stattdessen noch einmal fuer einen ruhigen Tag. Wir besichtigten den nahegelegenen Kariba-Damm, da der Lake Kariba, wie gesagt, ein Stausee ist und gingen Einkaufen, wobei wir auf dem Rueckweg an drei Zebras direkt an der Strasse vorbeikamen, an die man bis auf zwei Meter herankommen konnten und die auch vor Autos keine wirkliche Scheu mehr hatten. Danach gingen in der Naehe unseres Campingplatzes schwimmen, natuerlich an einer Stelle, die vor Krokodilen sicher war. Nach einem leckeren Braai mit Wurst, Kartoffeln und Schokobananen und einem schoenen Sonnenuntergang ueber dem See gingen wir dann bald schlafen.

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  • 01Feb 2014

    97 Endlich einmal eine grosse Stadt!!! 01.02.2014 Sambia —

    Thorn Park, Lusaka, Sambia

    Beschreibung

    Heute Morgen bekamen wir zum Fruehstueck nochmal Besuch von einer Gruppe Zebras, die direkt neben unserem Zeltplatz grasten. Danach machten wir uns auf Richtung Sambia. Wir machten uns wieder auf den Weg ueber den Staudamm, da dies auch gleichzeitig der Weg Richtung Grenze war. Wir hatten Glueck und ein Autofahrer nahm uns bis zur zimbabwischen Grenze mit, was ein ziemlich langer Weg war und was uns so mindestens eine halbe Stunde Zeit einsparte. Nach der Grenzueberschreitung liefen wir noch ca. drei Kilometer bei ordentlicher Hitze bis zu einer Tankstelle, wo dann die erste Transportmoeglichkeit mit oeffentlichen Verkehrsmitteln war.

    Von hier fuhr allerdings kein grosser Bus, sondern nur ein Minibus nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia. Aber zum Glueck stopften sie hier nicht soviele Leute wie moeglich rein, sondern nur soviele, wie Sitzplaetze waren. Das hiess aber auch, dass man auch mal zu viert auf einer Sitzbank fuer drei sass.
    Die Fahrt war dann auch sehr holprig und ungemuetlich, was jedoch groesstenteils an den vielen Schlagloechern lag, mit denen Sambias Strassen gepflastert waren. Der Fahrer versuchte, den Loechern so gut es ging auszuweichen und drumherumzufahren, was natuerlich nicht zum Komfort der Fahrt beitrug.

    Um die Mittagszeit herum kamen wir dann in Lusaka an. Das ist nun die erste richtige Großstadt in Afrika für mich. Der Verkehr hatte es auch in sich und ich war sehr froh, dass wir das Auto in Zimbabwe gelassen hatten. Unsere erste Erfahrung in Lusaka war dann leider eine negative. Erst einmal brachte uns der Minibus nicht an die Stelle, wo wir hinwollten und der dann herangezogene Taxifahrer zog uns ordentlich ueber den Tisch: Erst einmal verlangte er viel zu viel, wie wir leider erst spaeter herausfanden, und er brachte uns auch nicht an unser eigentliches Ziel, obwohl er behauptete, es zu kennen, als wir einstiegen. Wir landeten dann aber doch in einer netten Backpacker-Lodge. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, machten wir uns dann auf den Weg zu dem richtigen Busterminal, um unser Ticket fuer morgen zu kaufen.

    Danach gingen wir in ein Shoppingcenter, das einen doch sehr an amerikanische Malls erinnerte. Dort drinnen konnte man sich gar nicht mehr vorstellen, eigentlich in Afrika zu sein. Da in dem Shoppingcenter auch ein Kino war, beschlossen wir spontan, uns einen schoenen Abend mit Abendessen und Kino zu machen. Es gab dann lecker indisches Essen (oh mein Gott, was habe ich das vermisst) und den Film „Last Vegas“ mit Michael Douglas, Robert DeNiro, Morgan Freeman und Kevin Kline. Ein toller Film!!! Es ist schon lustig, einen Film zu sehen, der in einer Stadt spielt, in der man vor Kurzem selber einmal war und dann sogar sieht, dass eine Szene in dem Achterbahn-Ride des Stratosphere Towers spielt, den man selber gefahren ist. Hihihi!!!

    Danach ging es dann auch alsbald in die Federn, denn morgen wird wieder ein langer Busfahrtag werden.

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  • 02Feb 2014

    98 Eine Busfahrt, die ist (nicht) lustig... 02.02.2014 Malawi —

    Namgwagwa, Lilongwe, Malawi

    Beschreibung

    Heute hiess es wieder frueh aufstehen, denn wir hatten wieder einen weiten Weg vor uns. Unser Bus sollte planmaessig um 6:00 losfahren, doch wieder einmal mussten wir warten, bis er voll war, und so fuhren wir erst um 7:50 los. Unser heutiges Ziel hiess Lilongwe, die Hauptstadt von Malawi. Das heisst, es stand mal wieder ein Grenzuebergang an, der zwar lange dauerte, aber recht reibungslos vonstatten ging. Malawi verlangte zum Glueck auch nichts fuer seine Touristenvisa.

    Man konnte dann recht bald nach der Grenze auch schon die Unterschiede zu Sambia und vor allem zu Zimbabwe sehen, da in Malawi extrem viel Land- und besonders Farmwirtschaft betrieben wird. Ueberall sieht man Felder, auf denen hauptsaechlich Mais, Tabak, eine spezielle Art von Kartoffel, an deren Name ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann, und sehr viel Reis angebaut wird. Wenn man nicht wuesste, dass man in Afrika ist, haette man auch in China sein koennen. Diese extreme Bewirtschaftung des Landes hat allerdings auch dazu gefuehrt, dass Malawi keinerlei Tiere mehr hat ausser in den wenigen Nationalparks des Landes.

    Um 17:00 kamen wir dann in Lilongwe an. Ich muss sagen, ich habe noch nie eine so chaotische und vor allem schmutzige Stadt gesehen. Ueberall sind Menschen unterwegs, laufen zwischen den Autos umher und der Dreck steht quasi auf der Strasse. Es ist vielleicht mit Indien zu vergleichen, aber da ich noch nie dort war, kann ich wirklich keine Vergleiche ziehen. Wir vereinten uns mit einer weiteren Deutschen, die mit uns in Lusaka in den Bus gestiegen war, und machten uns gemeinsam auf die Socken zu unserer Unterkunft. Da wir muede und fertig von der Fahrt und (zumindest ich fuer meinen Teil) auch ein bisschen mit der Stadt und der Situation ueberfordert waren, schnappten wir uns das naechstbeste Taxi, liessen uns kurz zu einer Moeglichkeit zum Geldwechseln kutschieren und danach in unsere anvisierte Unterkunft bringen, statt alles zu erlaufen.

    Dort beeilten wir uns, unsere Zelte aufzubauen, da es bereits dunkel wurde. Wir assen unsere Reste als Abendessen und PJ ging bald schlafen, da er sehr muede war. Ich traf mich an der Bar noch einmal mit der Deutschen, die bereits seit ein paar Monaten durch Asien und Afrika unterwegs ist. Bei ihr sassen zwei Daenen, die auch mit uns im selben Bus gewesen waren, und ein Einheimischer namens Simple (Okay, das ist ein bloeder Name, muss ich zugeben. Es gibt auch manche Namen, die nicht so schoen sind. Ich habe z.B. jemanden kennengelernt, der Orphan, also Waise, heisst. Welche Eltern nennen ihr Kind denn so???). Der Malawianer oder Malawinese (keine Ahnung, wie ein Bewohner von Malawi heisst) kam aus Nkhata Bay, genau dem Ort, wo wir auch hinwollen, und so konnte er mir schon ein paar Tipps geben. Ich gab ihm noch meine Telefonnummer, dass man sich mal treffen konnte, und ging dann auch schlafen.

    Die Nacht war allerdings eher kurz, da wir um drei Uhr von Ameisen, die unser Zelt eingenommen hatten, unsanft geweckt und erst einmal verscheucht wurden. Wir packten unsere Sachen zusammen, kehrten alle Ameisen ab und zogen erstmal ein bisschen weiter, damit wir erstmal wieder unsere Ruhe hatten. Aber wir wussten, dass die Ameisen uns auch an der neuen Stelle finden wuerden, da sie einfach ueberall auf dem Zeltplatz waren. PJ wollte dann auch wieder ins Zelt gehen, doch ich hatte keine Lust, nach zwei Stunden das gleiche Szenario nochmal durchzustehen und entschied mich dafuer, den Rest der Nacht neben der Bar zu schlafen. Dort gab es recht gemuetliche Sofas und so kauerte ich mich auf eines dieserjenigenwelchen und konnte sogar wirklich noch etwas Schlaf finden.

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  • 03Feb 2014

    99 Und noch ein Tag im Bus... 03.02.2014 Malawi —

    Nkhata Bay, Malawi

    Beschreibung

    Nachdem mich PJ um 6 Uhr geweckt hatte, nach endlich einmal wieder einer warmen Dusche und einem guenstigen und erstaunlich guten Fruehstueck im Restaurant des Camps versuchten wir heute, unsere Bilder auf mein Netbook zu kopieren und kurz ins Internet zu gehen, was leider beides scheiterte. Wir unterhielten uns kurz mit einem Afrikaner aus Malawi, der inzwischen in Wien lebt (er ist da uebrigens nicht der Einzige, es leben sogar recht viele Afrikaner in Wien, wie er meinte; einer meiner ehemaligen Robinson-Barchefs, der urspruenglich aus Harare stammt, wohnt z.B. auch dort) und trafen dann wieder auf Simple. Er sagte, er sei gestern mit den beiden Daenen in einem NightClub gewesen und bestohlen worden, was die Daenen auch bestaetigten. Sein gesamtes Geld samt Karten sei weg und er suchte nun eine Moeglichkeit, nach Hause zu fahren. Da wir den gleichen Weg wie er hatten, bot ich ihm an, ihm die Fahrt zu bezahlen und er koenne es mir im Laufe der Woche zurueckzahlen, da wir vorhatten, die ganze Woche in Nkhata Bay zu bleiben. Dafuer zeigte er uns den Weg zum Busterminal, da wir keine Ahnung hatten, wie wir dorthin kommen sollten.

    Im Bus warteten wir erst einmal wieder ueber 90 Minuten, bis er sich in Bewegung setzte. Die Fahrt dauerte diesmal „nur“ etwa sechs Stunden, bis wir in Mzuzu, einer groesseren Stadt in der Naehe des Malawi-Sees, ankamen. Von dort dirigierte uns Simple zu einem privaten Minibus, der Letzte des Tages, der noch kurz fuer uns bei einem Supermarkt stoppte und uns die restlichen 30 Kilometer nach Nkhata Bay brachte.

    Dort angekommen, brachte uns Simple noch zu unserer Unterkunft, einer Backpacker-Lodge direkt am See. Da es schon so spaet und mal wieder bereits dunkel war, als wir dort ankamen, bot uns der Barmann an, fuer die heutige Nacht in ein Zimmer zu gehen und dann morgen unser Zelt aufzubauen. Wir sagten natuerlich nicht Nein und waren mehr als gluecklich damit. Das Zimmer war dann auch wirklich schoen mitsamt Terrasse mit Blick ueber den See. Wir assen schnell unser vorher gekauftes Abendessen und goennten uns zur Feier des Tages ein paar Cuba Libres. Das war doch mal Glueck im Unglueck, wenn man das so nennen will.

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  • 04Feb 2014

    100 Seeadlerfuettern, Felsenspringen und Schnorcheln 04.02.2014 Malawi —

    Nkhata Bay, Malawi

    Beschreibung

    Heute ging unser Glueck weiter. Als wir an der Rezeption den Schluessel von dem Zimmer abgeben wollten und nur mal informationshalber nachfragten, was denn so ein Zimmer kosten wuerde, meinte die Dame, wenn wir wollen, koennten wir in ein anderes Zimmer umziehen und dort bleiben, wenn es nicht belegt wuerde, ansonsten wuerden sie uns Bescheid sagen und dann muessten wir doch in unser Zelt umziehen. Das liessen wir uns natuerlich nicht zweimal sagen und so zogen wir dann in ein Zimmer mit der gleichen schoenen Aussicht, allerdings mit Balkon. So entschieden wir uns dann auch, die restliche Zeit hier zu bleiben, statt. nochmal an einen anderen Ort zu fahren, was wir eigentlich vorhatten. Aber eigentlich ist die Zeit zu schade, um sie nur im Bus zu verbringen.

    Nach unserem Umzug und dem Fruehstueck gingen wir erstmal eine Runde im See schwimmen und ich war total erstaunt, wie klar das Wasser hier ist. Man kann bis auf den Grund schauen und mit blossem Auge schon Fische ausmachen. Wir machten ein paar Spassaufnahmen mit meiner wasserdichten Kamera, die dann kurz danach leider den Dienst quittierte, da sie leider doch nicht so wasserdicht war. Aber aus Erfahrung springt sie wieder an, wenn sie erstmal getrocknet ist.

    Danach gingen wir in den Ort, um fuer den naechsten Tag einen Tauchausflug zu buchen. Durch die gute Sicht und die zigtausend kleinen Fische ist der Lake Malawi naemlich auch ein ausgezeichnetes Tauchgebiet. Ich konnte sogar PJ dazu ueberreden, es einmal zu versuchen. Ich hoffe, es gefaellt ihm. Danach kauften wir noch kurz in der Stadt etwas zu essen, spurteten wieder zur Lodge und mussten dann schon halb unser Mittagessen hineinschlingen, da wir am Nachmittag eine kostenlosen Bootsfahrt mitmachen wollten.

    Wir waren dann insgesamt ca. 15 Backpacker inkl. dem Bootskapitaen namens Gift und einem Mitarbeiter der Lodge. Nachdem wir eine Weile mit dem Boot gefahren waren, kaufte unser Kapitaen bei einem der Fischer, die man staendig auf dem See sieht in ihren Mokoros, jenen Kanus, in denen wir schon im Okavango-Delta unterwegs waren, ein paar kleine Fische. Danach fuhren wir zu einer bestimmten Stelle und Gift pfiff. Wir sahen in der Ferne einen Schreiseeadler in einem Baum sitzen. Nach ein paar vergeblichen Versuchen warf Gift einen Fisch ins Wasser und auf einmal startete der Seeadler,flog in Richtung unserem Boot und krallte sich mit seinen Klauen den Fisch aus dem Wasser. Danach suchten wir das dazugehoerige Weibchen und nach auch hier einigen Anlaeufen wiederholte sich das Ganze noch zweimal vor unseren Augen. Das war wirklich sehr beeindruckend!!

    Danach fuhren wir dann zu einer Felswand, wo wir uns im Cliff Jumping, also im Felsenspringen, beweisen konnten. Die Felswand war ca. 4 Meter hoch, aber das Wasser war richtig tief an der Stelle und so war nichts zu befuerchten. Mir reichte es, mit den Fuessen vorneweg in das Wasser einzutauchen, aber die Maenner gingen natuerlich noch weiter und machten einen Koepfer. Gift trieb es dann auf die Spitze und sprang aus einem benachbarten Baum, was er als „baboon style“, also als Pavianstil, bezeichnete. Dabei sprang er aber nicht mit dem Kopf oder den Beinen vorneweg, sondern verschraenkte die Arme vor der Brust und liess sich einfach nach vorne fallen. Das tat sicher weh beim Aufprall, sah aber auch sehr komisch aus!

    Dann fuhren wir an einen nahegelegenen Strand und konnten von dort aus schnorcheln, schwimmen, ein paar malawische Spiele und/ oder Volleyball spielen. So ging der Nachmittag dann recht schnell ins Land und wir machten uns alsbald wieder auf den Weg zur Lodge zum Abendessen.

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  • 05Feb 2014

    101 Endlich mal wieder Tauchen!!! 05.02.2014 Malawi —

    Nkhata Bay, Malawi

    Beschreibung

    Auf den heutigen Tag freute ich mich ganz besonders, denn heute war ja unser Tauchtag. Nach einem guten, kraeftigen Fruehstueck machten wir uns auf den Weg zur Tauchbasis.

    Da mein letzter Tauchgang inzwischen schon wieder fast zwei Jahre zurueckliegt und ich am Anfang immer ein bisschen Schwierigkeiten mit der Tarierung und dem Gleichgewicht habe, bekam ich vormittags erstmal einen kleinen Auffrischungskurs und PJ bekam einen Einfuehrungskurs mit den wichtigsten Grundlagen des Tauchens. Beide Kurse bestanden erstmal aus einem theoretischen Teil und nachdem der bestanden war, suchten wir unsere Ausruestung zusammen und gingen vor dem Tauchcenter ins Wasser. PJ hatte am Anfang sehr Schwierigkeiten mit dem Atmen, da er es einfach nicht gewoehnt war, aus einem Atemgeraet zu atmen. Aber nach einer Weile ging es dann schon viel besser. Im Wasser wiederholte ich dann ein paar Uebungen, die ich bereits im Tauchkurs gelernt hatte, damit ich mich wieder sicher fuehlte und gut im Wasser bewegen konnte, und PJ bekam ebenso die wichtigsten Uebungen unter Wasser gezeigt, die er dann wiederholen musste.

    Nach dem Mittagessen fuhren wir dann mit zwei weiteren Tauchern, einer Amerikanerin, die regelmaessig taucht, und einem Schweizer, der gerade seinen Tauchschein in dem Tauchcenter macht, auf den See hinaus. Da heute leider nicht die beste Sicht war, entschieden sich unsere Tauchfuehrer, statt an der ueblichen Stelle ein bisschen weiter zu fahren zu einem Riff, das sie vor kurzer Zeit entdeckt hatten.

    Dort gingen wir dann in zwei Gruppen ins Wasser. Wir sollten uns an der Ankerleine einfach nach unten bewegen. Doch PJ hatte ab einer Tiefe von ca. 3 Metern Schmerzen in seinem Ohr und konnte nicht weiter absteigen. Nach mehreren Versuchen musste er leider abbrechen und wieder ins Boot zurueckkehren. Wir dachten erst, es laege am Druckausgleich im Ohr, den man beim Abstieg immer machen muss, aber es lag wohl an etwas anderem, da er den Schmerz etwas unter dem Ohr lokalisierte, mehr zwischen Ohr und Hals. Er meinte, es koenne daran liegen, dass er vor geraumer Zeit einmal mehr als eine halbe Minute mit dem Kajak kopfueber unter Wasser gewesen war. Aber sonst beim normalen Tauchen oder gestern beim Felsenspringen hat er nichts bemerkt. Vielleicht liegt es auch an einer besonderen Eigenart im Koerper. Er sollte es auf jeden Fall einmal untersuchen lassen, wenn er noch einmal tauchen gehen moechte, riet die Tauchinstruktorin. Also mussten wir uns leider ohne PJ auf den Weg nach unten machen.

    Wir starteten in vier Meter Tiefe unter dem Boot und schwammen ueber dem Grund immer tiefer, bis wir auf 14 Meter Tiefe angelangt waren. Das Riff haette sich jedoch auf nur 12 Meter Tiefe befinden sollen. Wir sahen die ganze Zeit nur Sand, von dem Riff war weit und breit nichts zu sehen. Und durch die schlechte Sicht konnte man natuerlich auch kaum Fische sehen. Nach ein paar Fotos und nach 32 von 40 geplanten Minuten gab meine Tauchfuehrerin auf und wir kehrten an die Oberflaeche zurueck. Sie bot mir wegen des mangelnden Riffs und der schlechten Sicht an, nochmal gratis einen zweiten Tauchgang zu machen. Da heute Abend ein Nachttauchgang stattfindet und ich so etwas noch nie gemacht hatte und es sicher total interessant ist, war ich begeistert und willigte natuerlich ein.

    Nach 10 Minuten kam dann die andere Gruppe an die Oberflaeche, die das Riff zwar auch nicht gefunden hatte, aber dafuer zumindest an der Steilkueste getaucht und so doch ein paar mehr Fische gesehen hatte. Doch leider musste ich dann erfahren, dass heute Abend leider doch kein Nachttauchgang stattfand, da die Amerikanerin aufgrund der schlechten Sicht abgesagt hatte. Dafuer verlegten wir den Tauchgang dann auf morgen Abend. Ich hoffe, es klappt dann.

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  • 06Feb 2014

    102 Doreen im Angelglueck!!! 06.02.2014 Malawi —

    Nkhata Bay, Malawi

    Beschreibung

    Heute war mal wieder Fischen angesagt. Wir hatten in dieser Woche vieles von dem sogenannten Butterfisch gehoert, der im Malawi-See vorkommt, und erfahren, dass er eine Delikatesse ist. PJ wollte jedoch nicht auf heute und unser Angelglueck warten und hatte ihn bereits gestern im Restaurant probiert und war total begeistert. Er war butterweich (daher dann wohl der Name) und hatte auch fast keine Graeten. Ein definitives Plus fuer diesen Fisch!

    Deswegen wollten wir heute mehr davon und fuhren mit Gift, unserem Bootsfuehrer von Dienstag, und dessen Boot und Angelausruestung auf den See hinaus. Der Butterfisch lebt in einer Tiefe von ca. 100 Metern und so braucht man spezielle Angeln dafuer. Die Angel bestand im Wesentlichen aus 2 Draehten, die je an einem Ende miteinander verbunden waren, und sah ein bisschen aus wie eine Wuenschelrute. An den zwei Drahtenden bzw. -anfaengen befand sich je eine kurze Angelschnur mit einem Haken und an dem jeweils anderen Drahtende war eine lange Schnur befestigt. Das Drahtgestell wurde dann einfach ins Wasser geworfen und sank dann einfach 100 Meter in die Tiefe entlang der Schnur, die am Boot befestigt war. Und dann wartete man, ob etwas anbiss. Als Koeder benutzten wir in Stuecke geschnittene Sardinen und warfen insgesamt fuenf Angeln aus. Alle zehn Minuten mussten dann die Schnuere eingeholt werden, um den Koeder zu kontrollieren. Manchmal hatte man einen Biss, ohne dass man es merkte. Also war auch hier an erholsames Angeln und Warten nicht zu denken.

    Gift hatte bereits nach dem ersten Einholen den ersten Butterfisch im Boot und auch der zweite und dritte Fisch liessen bei ihm nicht lange auf sich warten, was natuerlich wieder mal total deprimierend war. PJ fuehlte sich nicht richtig wohl und legte sich alsbald ins Boot, statt sich um sich um seine Angelschnuere zu kuemmern, sodass ich eine seiner Schnuere uebernahm. Ich hatte dann auch Glueck und hatte den heute groessten Butterfisch am Haken. Welch Triumph gegenueber dem fisherman PJ, der erst toente, er werde heute einen grossen Fang machen. Okay, er war heute zugegebenerweise ein bisschen angeschlagen... aber ich genoss trotzdem meinen Erfolg.

    Bald nach meinem Angelglueck ueberkam mich dann leider auch ein bisschen Uebelkeit, was ich aber nicht mit dem Schaukeln des Bootes begruendete, denn eigentlich werde ich nicht seekrank. Ich nehme an, dass etwas mit dem Fruehstueck nicht in Ordnung war, das wir ja beide gegessen hatten. Gift foerderte noch den einen oder anderen Fisch zutage, bevor wir entschieden, besser wieder zurueckzufahren. Ich war auch wirklich froh, als ich wieder festen Boden unter den Fuessen hatte. Ich legte mich dann eine Weile ins Bett, waehrend PJ, dem es inzwischen besser ging, schnorchelte.

    Spaeter musste ich dann leider auch meinen Tauchgang stornieren, da ich erstens immer noch nicht ganz auf dem Dampfer war und zweitens wir morgen bereits wieder nach Lilongwe fahren. Lilongwe liegt auf einer Hoehe von ca. 1000 Meter im Gegensatz zu Nkhata Bay auf ca. 400 Meter Hoehe, und die Busfahrt ist somit so aehnlich, wie wenn ich fliegen wuerde. Man darf jedoch innerhalb von 24 Stunden nach einem Tauchgang nicht in ein Flugzeug steigen, da waehrend des Fluges Gasblasen im Gewebe entstehen, die zu einer Dekompressionskrankheit fuehren wuerden. Also sagte ich den Tauchgang ab und wir machten uns stattdessen einen ruhigen Abend, grillten unseren Fisch und ein paar Kartoffeln auf dem Braai und genossen unser Essen. Der Fisch ist auch einfach nur ein Gedicht – superlecker und zart und die Graeten sind wirklich kein Problem zu entfernen. Wirklich sehr zu empfehlen!

    Mein Geld, das ich dem Malawianer auf der Herreise geliehen hatte, damit er heimfahren konnte plus noch ein paar Spesen fuer Essen und Trinken habe ich uebrigens nicht mehr wiedergesehen. Das wird mir eine Lehre sein, fremden Menschen nicht einfach so zu vertrauen und zu helfen. Man sollte wirklich nicht auf das Gute im Menschen hoffen, denn man wird doch immer wieder eines Besseren belehrt.

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  • 07Feb 2014

    103 Wir treten die Rueckfahrt an 07.02.2014 Malawi —

    Namgwagwa, Lilongwe, Malawi

    Beschreibung

    Heute ging unser Urlaub eigentlich bereits zu Ende. „Offiziell“ hatten wir noch bis Montag, aber wir hatten ca. 2 bis 3 Tage fuer die Rueckfahrt einkalkuliert und Busfahren zaehlt nicht mehr wirklich zum Urlaub dazu. Erst recht nicht, wenn man in der schaebigsten Moehre ueberhaupt sitzt. Der heutige Bus, in dem wir geschlagene neun Stunden sassen, war der bisher schlimmste von allen. Jeder Sitz war kaputt, das Leder aufgerissen, zwei Fensterscheiben waren kaputt und nur notduerftig mit Pappe ausgebessert worden und von so etwas wie Bildschirmen oder aehnlichem Luxus konnte man hier hoechstens traeumen. Dafuer fahr wenigstens der Fahrer ordentlich, sodass man nicht um sein Leben fuerchten musste.

    Um ca. 17 Uhr kamen wir dann in Lilongwe an. Der Schweizer, der in Nkhata Bay seinen Tauchschein gemacht hat, war auch mit an Bord gewesen. Eigentlich wollten wir unverzueglich in den naechsten Bus steigen und nach Lusaka weiterfahren, aber leider fuhr heute kein Bus mehr in diese Richtung. Deshalb mussten wir notgedrungen hierbleiben. Ich wollte allerdings nicht nochmal in das Camp von letzter Woche. Erstens gab es dort wieder die Ameisen und zweitens war es so weit weg vom Busterminal, dass man wahrscheinlich wieder ein Taxi nehmen musste und ausserdem in aller Herrgottsfruehe aufstehen musste. Also entschieden wir uns diesmal, in der Innenstadt zu bleiben und in den zahlreichen Guest Houses und Lodges um den Busterminal nach einem Zimmer zu fragen. Die Suche dauerte auch nur kurz. Bereits in der dritten Lodge fanden wir ein Zimmer mit WC, Dusche und sogar TV zu unserem vorgestellten Preis. Und die ganze Sache war auch nur 2 Dollar teurer als auf dem Campingplatz. Das haetten wir auf der Hinreise auch machen sollen, da waere uns eine ganze Menge erspart geblieben!!! Spaeter fanden wir sogar eine Lodge mit einem Doppelzimmer fuer die Haelfte unseres Preises, aber da wollte ich mir ehrlich gesagt auch nicht das Zimmer angucken.

    Danach ging ich kurz Geld abheben, da ich nicht mehr genug Malawische Kwacha bei mir hatte, da ich ja davon ausgegangen war, dass wir gleich weiterfahren wuerden. Davon gingen wir nochmal fuer die morgige Fahrt einkaufen und da ich danach immer noch recht viele Kwacha uebrig hatte, gingen wir dann noch in ein Take-Away-Restaurant und assen dort unsere ach-so-geliebten Fish and Chips. Danach gingen wir in unsere Lodge und verbrachten den Abend mit lapidarem Fernsehgucken, was wir bisher – weder auf Reisen noch in VicFalls - noch nie gemacht hatten.

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  • 08Feb 2014

    104 Busfahren nervt!!! 08.02.2014 Sambia —

    Thorn Park, Lusaka, Sambia

    Beschreibung

    Heute puenktlich um 6 Uhr ging unsere Fahrt dann weiter. Der Schweizer war auch wieder in unserem Bus. Der Bus fuhr auch wirklich Punkt 6, gerade als wir eingestiegen waren, los, sehr zu meiner Ueberraschung. Wir kamen sehr gut voran und auch die Grenzueberschreitung zu Sambia ging relativ zuegig und so hatte ich schon die Hoffnung, dass wir nachmittags bereits in Lusaka eintreffen koennten.

    Doch dann hielten wir in der ersten naechstgroesseren Stadt in Sambia auf dem Busterminal und warteten dort fast geschlagene drei Stunden auf Passagiere. Damit waren alle Hoffnungen auf einen fruehen Feierabend zunichte gemacht. Um 20:30 Uhr kamen wir dann endlich in Lusaka an. Zusammen mit dem Schweizer machten wir uns auf den Weg in die Lodge. Da ich jedoch nochmal Geld brauchte und wir ausserdem Hunger hatten, gingen wir vorher noch in das Shoppingcenter von letzter Woche.

    Wir assen nochmal in dem chinesisch-indischen Restaurant und gingen dann zu der Backpacker-Lodge, in der wir letzte Woche bereits waren. Dort bauten wir schnell unser Zelt auf (zumGlueck wussten wir noch, wie das geht) und verabschiedeten uns von dem Schweizer, der morgen Vormittag bereits nach Livingstone weiterfahren wollte. Ich fuer meinen Teil hatte erstmal die Nase voll vom Busfahren und wir entschieden uns, morgen auszuschlafen und den Tag in Lusaka zu verbringen.

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  • 09Feb 2014

    105 Unser erster richtiger Sonntag in Lusaka 09.02.2014 Sambia —

    Thorn Park, Lusaka, Sambia

    Beschreibung

    Heute sollte dann PJ’s und mein erster gemeinsamer „richtiger“ Sonntag sein. Nachdem wir wirklich recht lange geschlafen hatten, in aller Ruhe geduscht etc. hatten, machten wir uns auf den Weg zu dem Busterminal, um unser Ticket fuer die Fahrt nach Livingstone zu kaufen. Wir wollten heute Abend moeglichst spaet mit einem Nachtbus nach Livingstone losfahren, sodass wir um ca. 5 Uhr in Livingstone ankommen wuerden und von dort aus gleich nach VicFalls weiter konnten. So sparten wir uns die Unterkunftskosten fuer eine Nacht und waren auch noch schneller als urspruenglich geplant am Ziel unserer Reise. Denn VicFalls ist dann nur noch einen Steinwurf von Livingstone entfernt.

    Wir kauften dann ein Ticket fuer einen Bus, der um 19:30 losfahren sollte. Wir wollten eigentlich erst um 21 Uhr losfahren, damit wir nicht mitten in der Nacht in Livingstone ankommen wuerden. Es wurde uns aber versichert, dass wir in einem Bus bis zum Morgen schlafen koennten, wenn wir dort sind. Wir koennen naemlich nicht frueher nach VicFalls gehen, da der Grenzuebergang erst um 6 Uhr oeffnet. Also hofften wir, dass alles so kommen wuerde, wie man uns versichert hatte.

    Danach gingen wir in dem Shoppingcenter einkaufen und ich wurde ueberwaeltigt von der ungeheuren Vielfalt der Produkte. Ich wuenschte, in VicFalls haetten sie so eine Auswahl!!!Der Supermarkt war riesig und hatte alles, was das Herz begehrt, was ich so noch nie in Afrika gesehen hatte. Im Vergleich zu den zwei Supermaerkten in VicFalls war das so, als wenn man von einem Discounter auf einmal in einem Super-Walmart landet. Es gab dort sogar Kinder-Eier (nicht die Ue-Eier, die anderen) und Toblerone, da konnte ich natuerlich nicht widerstehen :-)

    Wir bummelten dann noch ein bisschen durch ein paar Shops, bevor wir uns wieder auf den Weg zu unserer Lodge machen. Dort bereiteten wir uns ein leckeres Mittagessen zu, gekroent von Ananas und Kinder-Eiern zum Dessert. Nach einem Mittagsschlaf gingen wir eine Runde im Pool schwimmen, spielten danach zwei Partien Pool-Billiard und sahen einen Film auf meinem Computer. Das war wirklich mal ein schoener, fauler Sonntag gewesen. Ich wuenschte, wir haetten mehr solche Tage gehabt!

    Dann war es auch schon wieder Zeit, um zum Busterminal zu gehen. Der Bus fuhr dann auch relativ puenktlich ab, war zum Glueck recht modern und luxurioes und der Busfahrer fuhr auch ein gutes Tempo. Aber an Schlaf war bei mir natuerlich wieder nicht zu denken.

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  • 10Feb 2014

    106 Letzter Tag der Reise 10.02.2014 Sambia —

    Livingstone, Sambia

    Beschreibung

    Um drei Uhr kam der Bus dann in Livingstone an. Da er bis nach Botswana weiterfuhr, mussten wir den Bus verlassen. Nachdem wir nachgefragt hatten, wo wir denn nun den Rest der Nacht verbringen konnten, denn uns wurde ja eigentlich zugesichert, dass wir in einem Bus schlafen koennten, wusste nun natuerlich niemand mehr etwas davon. Die einzige Moeglichkeit, die wir sahen, war eine kleine Ecke mit ein paar Baenken, auf denen bereits ein paar Menschen sassen bzw. einer wirklich mit einer Decke schlief. Genau das hatten wir befuerchtet und wollten es umgehen, indem wir mit einem spaeten Bus fuhren. Und nun war genau dieser Fall eingetreten. Hier war definitiv nicht an Schlaf zu denken, vor allem nicht mit unserem Gepaeck. Wir bereiteten uns schon auf drei Stunden Warten vor, als ich beschloss, bei einer anderen Busgesellschaft nachzufragen, ob wir in einem von deren Bussen schlafen konnten. Direkt neben uns parkte naemlich einer dieser Busse und wir wussten, dass er erst um 6 Uhr losfahren wuerde. Der Mitarbeiter ueberlegte dann auch nicht sehr lange und erlaubte es uns. Welch ein Glueck!! So konnten wir uns auf je zwei Sitzen langmachen und bekam wider Erwarten wirklich noch ein bisschen Schlaf in dieser Nacht.

    Um 5:30 ging dann ein Mitarbeiter durch den Bus, um ihn fuer die naechste Fahrt zu saeubern und das war dann auch unser Zeichen, aufzubrechen. Wir gingen direkt in die Innenstadt von Livingstone und nahmen uns ein Taxi zur Grenze. Von dort liefen wir, dummerweise auch noch in einem kleinen Nieselregen, den ganzen Weg bis zu PJ’s Haus.

    Eigentlich wollten wir uns dort nochmal hinlegen, aber irgendwie klappte es nicht wirklich. PJ war alsbald schon wieder auf Achse, um das Zelt zurueckzubringen und andere Sachen zu klaeren und ich packte aus. Dann legte ich mich aber doch noch einmal fuer eine Stunde auf‘s Ohr.

    Nachdem PJ wiederkam, fuhren wir nach Hwange zu PJ’s Cousin, um das Auto abzuholen. Wie es sich herausstellte, verlor der Reifen, den wir ja erst im Dezember gekauft und gewechselt hatten, Luft. Das musste gleich am ersten Tag im Hwange Nationalpark passiert sein. Also mussten wir erst einmal zu einem Reifenservice fahren und den Reifen zumindest provisorisch flicken lassen, bevor wir nach VicFalls zurueckfahren konnten. Unterwegs musste PJ dann noch eine Strafe von 20 Dollar zahlen, da seine Autoversicherung nur bis Januar gueltig war und er noch keine Gelegenheit gehabt hatte, sie zu verlaengern. Das war wirklich Pech und nicht gerade ein gelungener Abschluss unserer ansonsten tollen Reise.

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  • 11Feb 2014

    107 Alltagsleben in VicFalls 11.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Ab Dienstag hatte uns dann schon der Alltag wieder. PJ musste zwar an dem Tag nicht arbeiten, da kein Rafting-Trip stattfand, doch er war vormittags bereits in sein Dorf gefahren, um seine Familie zu besuchen, sodass ich den ganzen Tag alleine war. Ich wusch die Waesche, las, schrieb an meinem Blog und unterhielt mich mit einer neuen Mitbewohnerin im Haus.

    Sie heisst Chipo, ist 21 Jahre alt und bereits Mutter von zwei Kindern und kuemmert sich um das Haus und die Kinder von PJ’s Vermieterin. Immer bei ihr ist ihre zehn Monate alte Tochter. Das ist das Erstaunliche bei afrikanischen Muettern. Sie alle tragen ihre Babies mit einem Handtuch oder Tuch auf dem Ruecken, sodass sie die Haende frei haben und alle moeglichen Arbeiten erledigen oder Sachen tragen koennen. Da gibt es keinen Mutterschaftsurlaub, da wird trotzdem gewerkelt und den normalen Arbeiten nachgegangen.

    Ich spielte und kuemmerte mich ein bisschen um CC, die Tochter von Chipo, wirklich ein Goldstueck. Wir hoerten gemeinsam Musik, danach kochte ich das Abendessen, was ich eigentlich fuer PJ und mich angedacht hatte, und konnte dafuer einmal das Kochen mit Ingwer ausprobieren. Wirklich lecker, das werde ich ab jetzt sicher oefter machen.

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  • 14Feb 2014

    108 Valentinstag 14.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Die restlichen Tage passierte nichts Besonderes. Ich schrieb an meinem Blog und besuchte das Waisenhaus. Ich hatte fuer die Kids einen kleinen Pool oder besser gesagt ein Kinderplantschbecken organisiert. Sie erkannten mich sogar noch nach knapp drei Wochen Abwesenheit!!!

    Am Mittwoch machten wir uns schick und gingen mal wieder zu Shoestrings, unter anderem auch, weil unser Schweizer Tauchkollege diese Woche auch in Victoria Falls ist und wir ihm Shoestrings als Unterkunft nahegelegt haben. Leider trafen wir ihn jedoch nicht.

    Heute, am Valentinstag, hatte ich einen Tisch bestellt und ging mit PJ in der Victoria Falls Safari Lodge, eines der teuersten Hotels in VicFalls, aus zum Abendessen. Das Restaurant ist wirklich edel und wir hatten einen Tisch mit bester Aussicht. Ich hatte das schon einmal geschrieben, dass die Lodge in der Naehe eines Wasserloches steht, sodass man dort Tiere beobachten kann. Und nach Sonnenuntergang haette man die Chance auf Loewen, Leoparden oder Hyaenen, aber leider sahen wir nichts davon.

    Wir goennten uns heute einmal Wild – PJ ass Kudu- und ich Pumba-Steak (Warzenschwein) – und teilten uns danach noch einen Dessertteller. Das war wirklich ein schoener Abend!

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  • 16Feb 2014

    109 Besuch in PJ's Dorf 16.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute, gemaess meinem allsonntaeglichen Ritual, ging ich wieder ins Rest Camp und schaffte es endlich, den gesamten Urlaub niederzuschreiben, und die Bilder zu sortieren. Danach ging ich eine Runde schwimmen, las und ass Mittag.

    Nachdem PJ mit der Arbeit fertig war, fuhren wir mit seinem Neffen Willard in sein Heimatdorf, das ca. 45 Minuten von VicFalls entfernt liegt. Die Strecke verlief die ersten 10 Kilometer auf der Hauptstrasse und bog dann ab auf eine Schotter-Sand-Huckelpiste, auf der man nicht schneller als 40 km/h fahren konnte.

    PJ hatte mir schon eine Menge aus seinem Dorf erzaehlt und so war ich gespannt, wie es dort wohl aussah und wen ich dort treffen wuerde. Eigentlich rechnete ich fest damit, heute PJ’s Eltern zu treffen, doch sie waren nicht da. Sie waren fortgegangen, um Paviane zu verscheuchen und zu jagen, die sonst die Ernte zerstoeren wuerden. So trafen wir nur PJ’s Schwaegerin auf dem Hof an.

    Das Gut besteht aus dem grossen Haupthaus, das gleichzeitig auch das Wohnhaus ist, sowie aus einem kleinen Haus, das als Lager fuer Mais und Soghum dient. Daneben gibt es noch zwei kleine Huetten, die als Kueche genutzt werden, sowie eine kleine Staette, die als Dusche und WC genutzt wird. Gleich hinter dem Hof befinden sich die Weidewiesen fuer Kuehe, Ziegen und Esel und auf dem Hof liefen ein paar Huehner mit ihren Kueken und eine Katze herum.

    Nachdem wir eine Weile gesessen und uns unterhalten hatten, kam dann PJ’s aeltester Bruder vom Feld, zusammen mit den drei Hunden der Familie. Ich bekam eine kleine Fuehrung ueber den Hof und wir sassen noch eine Weile zusammen, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Wir machten noch einen kurzen Stopp bei der Zambezi-Schlucht und nahmen dann unterwegs noch eine Gruppe von 5 Personen mit nach VicFalls, sodass wir insgesamt 10 Dollar einnahmen.

    Danach ass ich kurz noch etwas zum Abendessen (PJ hatte im Dorf Erbsen gegessen und war satt) und wir hauten uns auf’s Ohr.

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  • 18Feb 2014

    110 Wieder alles aktuell!!! 18.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    So, nun seid ihr dann endlich wieder auf dem neuesten Stand.

    Ich bin noch diese Woche in Victoria Falls, unter anderem auch, weil PJ am Samstag Geburtstag hat, und werde mich dann naechste Woche Richtung Sueden nach Suedafrika machen.

    Ich habe gerade das Okay von meiner favorisierten Farm gekriegt und werde ab naechster Woche in Riversdale (bei Mossel Bay) zu finden sein.

    Details kommen spaeter.

    Viele Gruesse ins doch recht warme Deutschland
    Doreen

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  • 21Feb 2014

    111 Meine Woche im Schnelldurchlauf 21.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Den Rest der Woche tat ich nichts weiter Aufregendes.

    Ich besuchte die Kinder im Waisenhaus, die ab dieser Woche eine neue Volontaerin haben. Sie kommt aus Norwegen und hat einen Freund oder Bekannten aus Victoria Falls, bei dem sie auch wohnt. Sie wird ab jetzt jeden Tag ins Waisenhaus gehen und mit den Kindern vermehrt Bible Studies machen, was heisst, sie wird eine kleine Geschichte aus der Bibel lesen und danach koennen die Kinder dann ein Bild dazu malen oder einen Vordruck ausmalen etc. Das finde ich richtig gut, dass dann wieder jemand regelmaessig ins Waisenhaus geht und die Kinder jemanden haben, der sich mit ihnen beschaeftigt.

    Sonst forschte ich nach Bussen fuer meine Reise nach Suedafrika, besorgte Geschenke fuer PJ’s Geburtstag oder stoehnte und suchte nach Erfrischung aufgrund der seit 2 Wochen anhaltenden Hitze. Ich weiss, ich sollte nicht meckern, wenn jeden Tag die Sonne scheint, aber wenn es einfach nur heiss ist und keine Abkuehlung in Sicht, dann ist das einfach nur aetzend nach einer Weile.

    Eigentlich wollten wir heute fuer eine Nacht im Hwange Nationalpark campen und den morgigen Tag im Nationalpark mit Angeln verbringen (da PJ Geburtstag hat), doch da PJ heute Nachmittag noch nicht wusste, ob er am naechsten Tag arbeitete oder nicht, da er seine Chefs nicht fragen konnte, musste er erstmal fuer Ersatz sorgen. Nachdem der gefunden war, konnten wir dann seinen Geburtstag planen. Wir fuhren zu Justin, dessen Idee es war, dort fischen zu gehen, der uns die guten Stellen zeigen wollte und uns wie immer mit der noetigen Ausruestung versorgte. Wir entschieden uns dafuer, heute nicht zu campen, da es bereits zu spaet war, aber stattdessen morgen sehr frueh loszufahren.

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  • 22Feb 2014

    112 PJ's Geburtstag 22.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute war die Nacht dann bereits um 4:15 vorbei. Wir packten mein am Freitag vorbereitetes Essen (Fleischkloepschen und Nudelsalat) ein und machten uns auf den Weg zu Justin, der wohl verschlafen hatte, wie es aussah. Um 5:30 machten wir uns dann endlich auf den Weg. Leider war der Weg laenger als Justin gesagt hatte, statt zwei Stunden und etwas ueber 100 Kilometer brauchten wir knapp drei Stunden und der Weg war ca. 180 Kilometer lang. Wir hofften natuerlich, fuer diesen langen Weg eine reiche Ausbeute an Fischen zu bekommen.

    Auf dem Weg zu unserem Angelziel fuhren wir wieder ein Stueck durch den Hwange Nationalpark, was auch unsere erste Station auf unserem Trip gewesen war. Im Gegensatz zu damals, als wir relativ wenige Tiere sahen, sahen wir heute allerdings recht viele. Wir sahen einen Kudu, eine Gruppe Impalas, die direkt vor uns die Strasse ueberquerte und etwas abseits vom Weg endlich ein paar der unzaehligen Elefanten, fuer die der Hwange NP so beruehmt ist. Da haetten wir uns das Geld fuer den Eintritt und den Game Drive damals sparen koennen.

    Unser Ziel war ein gestauter See innerhalb des Nationalparks, in dem es viele Brassen und auch Wundus geben sollte. An unserer ersten Stelle befand sich ein kleiner Elefantenfriedhof. Ueberall lagen grosse Knochen und sogar Schaedel herum. Justin, der oft hierher zum Fischen kommt, meinte, letztes Jahr seien an dieser Stelle acht Elefanten gestorben. Einmal hatte er beobachtet, wie ein Elefant kurz nach dem Trinken zusammengebrochen und gestorben ist. Er hatte wahrscheinlich eine sehr lange Strecke zurueckgelegt, um an dem See zu trinken, hatte dann zuviel getrunken und der Koerper konnte das zusammen mit der Anstrengung wahrscheinlich nicht verarbeiten. Sehr tragisch!

    An dieser Stelle warfen wir dann also zuerst unsere Angeln aus. Justin hatte nach ein paar Versuchen bereits drei kleine Brassen gefangen, waehrend PJ und ich noch nichts auf dem Konto hatten. Doch dann zuckte meine Angel und ich foerderte eine ordentliche Brasse zutage. Nachdem wir eine halbe Stunde dort fischten und PJ mit seiner am Lake Kariba erlernten Methode eine kleine Brasse fischte, wechselten wir dann unseren Standort.

    Ein Stueckchen weiter an unserem zweiten Standort fischte Justin wieder ein paar kleinere Brassen und ich eine mittelgrosse, waehrend PJ auch hier kein Glueck hatte. Dasselbe passierte dann auch beim dritten Standort und PJ verzweifelte fast. Mittlerweile stand es 4:2 fuer mich, wobei PJ’s Fische auch noch relativ klein waren. Ich freute mich diebisch und rieb es ihm natuerlich auch unter die Nase :-)

    Danach wechselten wir dann noch einmal die Stelle und setzten uns an eine Stelle, wo bereits ein paar Angler waren. Dort hatte ich dann kein Glueck mehr, waehrend Justin fast sofort einen Wundu von ca. 20 Zentimetern angelte. PJ versuchte seine beiden Methoden, allerdings ohne Erfolg. Zwischendurch ergoss sich dann ein Regenschauer ueber uns, doch wir angelten fleissig weiter. Nach 20 Minuten schien dann bereits wieder die Sonne, sodass unsere Kleidung schnell wieder trocknete. Nach dem Schauer resignierte ich ein bisschen und schlief beinahe ein. So packte ich meine Angel zusammen und ging zum Auto, waehrend Justin und PJ noch eine weitere Stelle ausprobierten. Im Auto ass ich erstmal etwas und als ich gerade mein Buch aufschlagen wollte, schob sich die naechste Regenfront ueber den Himmel, sodass PJ und Justin und alle anderen Anglerauch ihre Sachen packten und sich gerade noch rechtzeitig in ihre Autos retteten. Nachdem sich dann alle gestaerkt hatten, war es bereits kurz vor drei und wir mussten uns auf den Heimweg machen.

    Auch auf dem Rueckweg begegneten wir einer grossen Herde Impalas, einer Art Kindergarten, nur aus kleinen Impalas und Muettern bestehend, einem Honigdachs, ein eher seltener Anblick, und nochmals einer Herde Elefanten inklusive Babies.

    Leider dauerte der Heimweg laenger als gedacht, sodass wir erst um kurz vor sieben daheim ankamen. Eigentlich sollte um 19 Uhr allerdings PJ’s Geburtstagsfeier in einer Lodge losgehen, zu der er mehrere Freunde eingeladen hatte. Nachdem wir uns geduscht und umgezogen hatten, fuhren wir mit Chipo und ihrem Baby in die Stadt. Da es naemlich nicht nur PJ’s Geburtstagsfeier, sondern quasi auch meine Abschiedsfeier war, hatte ich sie ebenfalls zu der Party eingeladen. Bevor wir zu der Lodge fuhren, machten wir jedoch noch einen kurzen Abstecher bei einem Konditor, um eine kleine Torte zu kaufen, und bei einem FastFood-Restaurant, um uns kurz noch etwas zu Essen zu holen.

    Als wir dann endlich bei der Lodge ankamen, war es inzwischen 20 Uhr und dort befand sich – niemand. Kein Wunder, wir waren schliesslich eine Stunde zu spaet! Es war wohl auch jemand da gewesen, der dann allerdings wieder gegangen ist. Kann man auch wirklich niemandem veruebeln, wuerde ich sagen. Wir assen kurz unser Abendessen und beschlossen dann, zu Shoestrings zu fahren, da dort die Wahrscheinlichkeit, ein paar bekannte Gesichter zu sehen, groesser ist. Und tatsaechlich, dort befand sich dann zumindest Blessing, PJ’s Raftingkollege, der den Ort der Feier wahrscheinlich verschwitzt oder nicht mitbekommen hatte. Und dann kam auch noch ein ehemaliger Kollege von PJ. So waren wir dann zumindest ein paar Leute und konnten uns ueber den heimlich mitreingeschmuggelten Rum und die Torte machen. Danach wurde PJ (wahrscheinlich in alter Tradition) in den Pool geschmissen. Wir tanzten noch ein bisschen und fuhren um 22:30 heim, wo dann noch schnell die lange ueberfaellige Geschenkeuebergabe stattfand.

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  • 23Feb 2014

    113 Drei Monate VicFalls gehen zu Ende... 23.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Heute melde ich mich also zum letzten Mal aus VicFalls. Erst einmal ass ich ein letztes Mal im Rest Camp Fruehstueck. Nachdem ich diese Zeilen geschrieben und meinen Blog auf den letzten Stand gebracht haben werde, werde ich ein letztes Mal einkaufen gehen, denn ich will heute Brownies backen. Dann steht noch ein bisschen Waesche waschen auf dem Programm, wobei ich hoffe, dass es nicht regnet, denn heute ist – zum ersten Mal seit zwei Wochen – der Himmel hier bedeckt und es ist relativ kalt. Das ist zwar schoen und vor allem abwechslungsreich, aber muss das gerade am Waschtag sein???

    Dann werde ich PJ abholen, wir werden vielleicht noch einmal irgendwo Schwimmen gehen oder etwas anderes Schoenes machen und dann werden wir abends unseren Fisch braten oder grillen.

    Tja, und dann ist meine Zeit hier auch schon wieder vorbei. Ich kann es nicht glauben, dass ich fast drei Monate hier verbracht habe. Die Zeit verging wie im Flug und es war auch nie wirklich langweilig. Ich habe viele liebe Menschen kennengelernt, die ich sicher vermissen werde – darunter natuerlich einen ganz besonders. Aber es wird sicher nicht mein letztes Mal in Victoria Falls gewesen sein, und ich denke, dass ich wiederkommen werde.

    Morgen werde ich dann meine zwei- bis dreitaegige Reise nach Suedafrika antreten. Ich fahre von Victoria Falls ueber Johannesburg und Mossel Bay (an der Suedkueste) nach Riversdale, etwa eine Stunde landeinwaerts von Mossel Bay entfernt. Dort werde ich dann meinen naechsten Freiwilligendienst antreten und von dort das naechste Mal berichten.

    Bis dann also,
    Hakuna Matata
    Doreen

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  • 24Feb 2014

    114 Die letzten Tage in VicFalls 24.02.2014 Simbabwe —

    Chinotimba, Victoria Falls, Simbabwe

    Beschreibung

    Der Sonntag und Montag waren leider zwei nicht so tolle Tage gewesen.

    Nach meinem schoenen Sonntagvormittag wollte ich spaeter noch ein paar Brownies backen. Doch da ich nicht alle Zutaten finden konnte, musste ich ein bisschen abwandeln. Statt den vorgesehenen gehackten Walnuessen oder Cashewnuessen musste ich Erdnuesse nehmen, die obendrein noch nicht geschaelt und gehackt waren. Also ersann ich eine Moeglichkeit, um dieses so schnell und unkompliziert wie moeglich zu erledigen. Ich weichte die Erdnuesse erst einmal ein, bevor ich sie dann in einem Handtuch auf dem Tisch hin- und herdrehte, wobei ich hoffte, dass sich so die Schale einfach abrubbeln liesse. Das hat bei manchen Erdnuessen auch geklappt, aber meistens musste man dann doch nachhelfen und die Schale selber abknubbeln. Nach einer Stunde Muehe und gerade einmal einer halben Tasse Erdnuesse gab ich dann entnervt auf. Da weiss man doch die gut sortierten Supermaerkte in Deutschland gleich viel mehr schaetzen. Ich hackte das, was ich hatte, und machte mich ans Backen, das dann leider auch nicht so reibungslos verlief, wie erhofft. Ich hatte zuviel Teig und wahrscheinlich auch zu wenig Mehl genommen und so lief der Teig erstmal schoen ueber den Rand hinweg und wurde auch nicht richtig fest. Das soll bei Brownies zwar so sein, aber meine Brownies erinnerten mich eher an eine Schokocreme als an einen Kuchen. Nach einer gewissen Zeit wurde der Teig dann aber doch noch einigermassen fest.

    Auch fuer PJ verlief der Tag nicht gut. Waehrend des Raftingtrips ereignete sich ein unschoener Zwischenfall, als ein Boot umkippte (was regelmaessig passiert und nichts Ungewoehnliches ist) und eine der Insassen nicht innerhalb von ein paar Sekunden an der Oberflaeche erschien. Der Guide des Bootes hatte das Boot relativ schnell wieder herumgedreht und zaehlte dann alle Koepfe, die er im Wasser sah, doch ein Kopf fehlte. Er signalisierte dann allen Helfern und Guides, dass ihm ein Insasse fehlte und alle begannen zu suchen. PJ war hinter dem Boot gepaddelt, da er zuvor gerade seine Videoausruestung wieder eingepackt hatte und sah die Verunglueckte als erstes. Sie schwamm an der Oberflaeche mit dem Kopf in den Nacken und war bewusstlos. PJ signalisierte sofort Hilfe und sie wurde so schnell wie moeglich ins naechste Boot gehievt. Zum Glueck atmete sie und kam bereits im Boot wieder zu sich. Es wurde dann der Rettungshubschrauber gerufen, der sie ins staedtische Krankenhaus brachte.

    Wir koennen nur mutmassen, was passiert war und gingen davon aus, dass sie unter Wasser wahrscheinlich in einen Strudel, einen sogenannten Whirlpool, geraten ist, der sie unter Wasser gezogen hatte. Das dauert normalerweise nur ein paar Sekunden und dann ist man wieder frei. Daraufhin muss sie dann jedoch unter das inzwischen wieder normal schwimmende Boot gekommen sein. Wenn das Boot normal liegt, gibt es natuerlich keine Luftraeume, in denen man zwischendurch Luft holen kann, bevor man unter dem Boot hervorschwimmt. Vielleicht ist sie in Panik geraten und hatte nicht mehr gewusst, wie sie sich zu verhalten hatte. Noch dazu kam, dass sie kein Englisch sprach. Sie war in einer Gruppe unterwegs gewesen und einer aus der Gruppe hatte die Sicherheitsunterweisung fuer alle anderen uebersetzt. Vielleicht hatte er dabei etwas nicht richtig uebersetzt oder etwas vergessen. Nunja, da sie nicht viel Wasser bzw. Blut spuckte, als sie wieder zu Bewusstsein kam, vermuteten wir, dass sie die meiste Zeit wahrscheinlich bei Bewusstsein war und so die Luft anhalten konnte und kurz vor ihrer Rettung erst das Bewusstsein verlor. Auf jeden Fall ging es ihr abends schon wieder gut, da einer der Guides sie mit ihrer Gruppe in einer Bar sitzen und etwas trinken sah.

    So war der Trip sehr aufregend gewesen und hatte insgesamt 1,5 Stunden laenger gedauert als normal. Das ist das Risiko bei Hochwasser – wenn der Wasserspiegel steigt, gibt es mehr gefaehrliche Stroemungen und Strudel und auch mehr Felsen unter Wasser, an denen man sich verletzen kann. Ich hatte eigentlich auch vor, am Samstag noch einmal Raften zu gehen, wenn PJ haette arbeiten muessen und es mit unserem Angelausflug nicht geklappt haette. PJ hatte dabei aber Bauchschmerzen gehabt und wollte nicht, dass ich gehe, da er wusste, dass es gefaehrlich werden kann. Und so war ich dann nach dem heutigen Ereignis auch ganz froh, es nicht gemacht zu haben.

    Abends war dann der Stress des Tages wieder vergessen. Wir assen drei unserer Brassen mit Bratkartoffeln, PJ’s neuem Lieblingsessen, und guckten noch einen Film.

    Der Montag, mein letzter Tag in VicFalls, hatte es auch noch einmal in sich. Nachdem ich alle meine Sachen gepackt hatte, machte ich mich um 13 Uhr auf den Weg ins Waisenhaus. Auf dem Weg dorthin wurde ich allerdings von der Polizei angehalten (wie schon zweimal in der Woche zuvor). Doch diesmal hatte ich meine Geldboerse mitsamt beider Fuehrerscheine – sowohl den deutschen als auch den internationalen – nicht dabei, da ich sie bereits im Rucksack verstaut hatte. Damit nahm das Unglueck seinen Lauf. Nachdem mir schon eine Strafe von 20 Dollar wegen Fahrens ohne Fuehrerschein angedroht wurde, ging der Polizist einmal um das Auto herum und meinte, es kaemen noch 40 Dollar hinzu aufgrund von fehlenden Reflektoren. Ich hatte keine Ahnung, was er meinte, und weigerte mich zu zahlen. Des Weiteren bemaengelte er einen abgefahrenen Reifen, den ich auch nicht als meine Schuld ansah. Ausserdem hatte ich beim Einbiegen ein Stoppschild ueberfahren (okay, diesen Fehler war ich bereit zu bezahlen). So kam er auf eine Endsumme von 70 Dollar. Er nahm meine Daten und das Nummernschild auf und gab mir zehn Minuten Zeit, um meinen Fuererschein und das Geld zu holen. Ich fuhr dann zwar ins Haus, um dieses zu holen, rief dann aber PJ an und erklaerte ihm alles. Er war inzwischen zum Glueck vom Trip zurueck und hatte mich sogar mit der Polizei am Strassenrand gesehen. Ich holte ihn schnell von der Arbeit ab, wir kauften die erforderlichen Reflektoren (PJ hatte zwar Reflektoren, es waren nur leider die falschen, und das Anbringen dieser neuen Reflektoren ist ein neues Gesetz seit Jahresanfang, es wurde jedoch nicht wirklich bekannt gegeben und es gilt nur in VicFalls – wahrscheinlich um Geld zu machen) und fuhren dann zurueck zu der Strassenkontrolle. Dort sprach dann PJ mit einem der Polizisten und so musste ich dann nur 30 Dollar zahlen. Es geht halt nur um geschicktes Verhandeln, aber wenn Afrikaner eine oder einen Weissen sehen, dann verwandeln sich ihre Augen in Dollarzeichen und sie versuchen, den groesstmoeglichen Profit zu erzielen. Deshalb lasse ich inzwischen PJ alle Preisverhandlungen fuehren oder sonstiges, was mit Geld zu tun hat, oder erscheine am besten gar nicht auf der Bildflaeche. Es gibt hier halt „weisse“ und „schwarze“ Preise.

    Danach brachte ich PJ ins Buero und fuhr mit ordentlicher Verspaetung ins Waisenhaus. Dort bliesen wir nach anfaenlichen Schwierigkeiten, da meine gekaufte Pumpe nicht auf das Ventil passte, den Pool auf und Owen und Tebo waren die Ersten, die den Pool einweihten und hatten ihren Spass. Ich konnte leider nur kurz bleiben und musste mich schon bald von allen verabschieden, was mir wirklich nicht leicht fiel. Gerade die beiden sind mir sehr ans Herz gewachsen und sie werden mir sicher fehlen.

    Nach unserem letzten Abendmahl legten wir uns noch zwei Stunden hin, bevor es Richtung Busterminal ging. Ich kaufte meine Tickets nach Bulawayo und von dort aus weiter nach Johannesburg und verabschiedete mich von PJ, was mir noch schwerer fiel als von den Kids am Nachmittag.

    Die Abfahrt war eigentlich fuer 23:00 vorgesehen, doch wir fuhren erst um 23:45 los (war ja klar). Ich fuhr mit der gleichen Busgesellschaft wie bei unserer ersten Busfahrt von unserem Trip, bei der ich Todesaengste ausgestanden hatte. Ich beruhigte mich zwar, dass es heute sicher ein anderer Busfahrer war, und der Fahrer fuhr auch recht ordentlich, aber der Bus war alt und hatte keine Stossdaempfer mehr und in den letzten zwei Stunden der Fahrt fuhr der Fahrer dann doch wie ein Berserker und lieferte sich zwischenzeitlich sogar ein Rennen mit einem anderen Bus. Ich war wieder froh, als ich festen Boden unter den Fuessen hatte.

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  • 25Feb 2014

    115 auf dem Weg nach Suedafrika 25.02.2014 Simbabwe —

    Beitbridge, Simbabwe

    Beschreibung

    Nachdem ich drei Stunden in einem anderen, komfortableren Bus der gleichen Busgesellschaft verbracht hatte (von Schlafen kann ich leider nicht sprechen), hatte ich dann einen Aufenthalt von drei Stunden in der Innenstadt von Bulawayo. Ich ging erst in ein Internetcafe und kaufte mir dann etwas zum Mittagessen, das ich in einem schoenen Park mit Blick auf einen Springbrunnen und das Rathaus ass. Bulawayo hatte auf mich bisher einen eher unschoenen und schmutzigen Eindruck gemacht, aber in dem Park konnte man es gut aushalten und sich wohlfuehlen.

    Fast puenktlich um 14:00 fuhren wir dann ab Richtung Johannesburg bzw. erstmal Richtung Grenze. Die Ausreise vollendete der gesamte Bus innerhalb von zehn Minuten und ich meinte schon, wir haetten heute Glueck, dass die Grenzueberschreitung so zuegig vonstatten ging. Doch zu frueh gefreut und zu frueh gebruellt, auf der anderen Seite fand nach den Einreiseformalitaeten eine Gepaeckkontrolle statt, die sich ewig hinzog, sodass wir insgesamt zwei Stunden an der Grenze verbrachten. Unglaublich!!!

    Auf der Weiterfahrt nach Johannesburg schaffte ich es dann sogar, etwas zu schlafen.

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  • 26Feb 2014

    116 In Johannesburg angekommen 26.02.2014 Südafrika —

    Johannesburg, Johannesburg, Südafrika

    Beschreibung

    Ich wurde an unserer Endstation in Johannesburg am fruehen Morgen wach, weil ein Haendler durch unseren Bus ging und suedafrikanische SIM-Karten verkaufte. Ich kaufte auch gleich eine, eine Sorge weniger heute. Danach war dann meine Schlafenszeit leider vorbei.

    Alle Passagiere blieben bis zum Morgen im Bus. Da Jo’burg eine der gefaehrlichsten Staedte der Welt ist, vor allem im Dunkeln, bieten die Busgesellschaften ihren Passagieren an, die weitere Nacht bis zum naechsten Morgen im Bus zu bleiben und dann nach eigenem Gutduenken auszusteigen. Da ich noch keinen Anschlussbus hatte, aber zumindest vorher im Internet recherchiert hatte und wusste, dass es am Nachmittag einen Bus zu meinem Ziel gab, hatte ich vor, recht lange im Bus zu bleiben, und war dann auch die Letzte, die ausstieg. Zum Glueck gab es in unmittelbarer Naehe eine Toilette und auch eine Duschgelegenheit. Nachdem ich frisch geschniegelt und gebuegelt war, schnallte ich mir meinen Bauchbeutel (leider eine Notwendigkeit in Johannesburg) um und bewaffnete mich mit Pfefferspray, das ich in meine Hosentasche steckte. Man wusste ja nie, wer einem so begegnet. Dann holte ich meinen Koffer aus dem Gepaeckraum des Busses und ein Bauarbeiter zeigte bzw. begleitete mich zumindest den halben Weg zu dem grossen Busterminal fuer meine Weiterfahrt.

    Irgendwie hatte ich mir den Busterminal in Jo’burg komplett anders vorgestellt. Ich hatte mit einem Chaos wie in Harare oder Lusaka gerechnet, wo alle auf mich einstuermen und versuchen wuerden, mich in ihren Bus zu zerren, doch Fehlanzeige. Es erwartete mich eine ueberdachte und saubere Busstation aehnlich wie der Bahnhof in Frankfurt oder wie ein Flughafen mit ordentlichen Reservierungsbueros, etlichen Souvenirlaeden, Take Aways, FastFood- und sonstige Restaurants und abgesehen von einem Angestellten, der unbedingt meinen Koffer auf einer Sackkarre fuer mich schieben wollte, wurde ich hier in Ruhe gelassen. Irgendwie malt man sich ja immer das schlimmste Bild von einem Ort, wenn man nur davon liest oder hoert. Soweit machte Johannesburg auf mich also einen guten Eindruck. Aber man musste trotzdem immer auf der Hut vor Taschendieben sein.

    Ich fragte dann bei allen Busgesellschaften nach einem Ticket fuer meine Endhaltestelle, doch nur eine Busgesellschaft hatte diesen Ort auf ihrem Streckennetz, die gleiche, die ich auch bereits im Internet ausfindig gemacht hatte. Also buchte ich dort meine Tickets und war ueberrascht, dass ich sogar weniger bezahlen musste, als wenn ich im Internet gebucht haette. Da habe ich doch mal was richtig gemacht!

    Nach einem leckeren Fruehstueck und einem ordentlichen Cappuccino verbrachte ich den Vormittag an meinem Computer und schrieb an diesen Zeilen. Um 15:30 ging dann mein Bus Richtung Mossel Bay.

    Wir brauchten ungefaehr eine Stunde, bis wir aus Johannesburg rausgefahren waren (die Stadt hat 5,7 Mio Einwohner). Danach fuhren wir noch eine Weile durch die Townships, die diesmal nun wirklich groesstenteils aus Wellblechhuetten bestanden. Danach erinnerte mich die Landschaft sehr an Deutschland mit kleinen Huegeln und vielen Feldern, auf denen Getreide angebaut wurde. Wir sahen auch mal wieder einen unglaublichen Sonnenuntergang mit einer riesigen, roten Sonne.

    In diesem Bus gab es feste Sitznummern, aber ich hatte meinen Sitzplatz in der ersten Reihe oben im Doppeldeckerbus gegen einen „sichereren“ Platz im mittleren Teil des Busses eingetauscht in der Befuerchtung, wieder einen Kamikaze-Busfahrer zu haben. Doch die Fahrt gestaltete sich als sehr angenehm. Der Bus war neu und modern und war sogar mit speziellen Sitzen zum Schlafen ausgestattet, sodass es eine angenehme Nacht werden koennte.

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  • 27Feb 2014

    117 Endlich am Ziel angekommen 27.02.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Ich konnte heute Nacht auch wieder ein bisschen schlafen. Wir mussten nur waehrend der Nacht aufgrund des Routenplans mehrmals anhalten, um neue Passagiere aufzunehmen, wobei ich jedes Mal fuerchtete, meinen Sitzplatz zu verlieren, da ich mich auf einen freien Sitz statt dem mir zugewiesenen gesetzt hatte. Wieso muss man denn auch dicht gedraengt sitzen, wenn der halbe Bus noch leer ist?

    Puenktlich um 6:00 wurde ich wach. Wir fuhren inzwischen durch ein eher bergiges Gelaende, das sich spaeter als die Outeniquaberge herausstellte, und die Felsen waren von rotem Gestein, so aehnlich wie der Ayers Rock in Australien. Als dann die Sonne rauskam, leuchteten sie auch fast genauso. Danach fuhren wir eine spektakulaere Strasse durch die Berge aehnlich wie in den Alpen und die Landschaft sah dann auch so aehnlich aus. Bis auf einmal nach einer Kurve das Meer auftauchte. Um 9:00 erreichten wir dann Mossel Bay. Hier hatte ich nun vier Stunden Aufenthalt.

    Erst einmal fruehstueckte ich und ging dann in eine Mall, das Einzige, was ich ohne Auto dort machen konnte. Dort schlug ich dann meine Zeit mit Durch-die-Geschaefte-Bummeln tot. Einigermassen puenktlich kam dann auch mein Anschlussbus und um 14:30 war ich dann am Ziel meiner Reise angekommen: ein kleiner Ort namens Riversdale.

    Da ich noch ein bisschen Zeit hatte, bis ich abgeholt wurde, quartierte ich mich erstmal im gut gekuehlten Tourismusbuero ein, das sich zu meinem Glueck direkt neben dem Busstopp befand. Denn es war bruetend heiss und ich waere bei lebendigem Leib geroestet worden, haette ich draussen warten muessen. Aufgrund einer falschen Telefonnummer wurde ich dann statt um 15:30 erst um kurz vor 17:00 abgeholt.

    Mein neuer „Arbeitgeber“ ist eine deutsch-italienische Familie. Nachdem ich eingeladen wurde und wir noch kurz etwas einkaufen waren, fuhren wir dann auf ihre Farm und ich lernte alle kennen. Die Familie besteht aus Karsten aus Deutschland und Vanessa aus Italien und deren vier Soehnen – Lorenzo, Eduardo, Alexandro und Leonardo. Sie sprechen alle untereinander Deutsch, was fuer mich erstmal eine grosse Ueberraschung war, denn davon war bei unserem vorherigen Emailaustausch nie die Rede gewesen, und auch eine grosse Umstellung, denn ich war ja gewohnt, Englisch zu sprechen und musste erstmal wieder einen inneren Schalter umlegen.

    Nachdem ich allen vorgestellt wurde, zeigte mir Vanessa auch gleich meine Bleibe. Ich habe fuer mich alleine ein kleines Gaestehaus mit Wohnzimmer, Kueche, zwei Schlafzimmern und Dusche und WC. Bei Weitem mehr Platz als das, womit ich gerechnet hatte, denn ich hatte mich schon in einem kleinen Wohnwagen oder so gesehen. Also unterbringungsmaessig wirklich top!

    Auf der Farm gibt es insgesamt 13 Pferde, fuenf Hunde, keine Ahnung wieviele Katzen, drei Haengebauchschweine und viele Kuehe, Ziegen, Gaense und Huehner.

    Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ging ich zum Abendessen ins Haupthaus. Die Pferde bekamen allerdings zuerst ihr Abendessen, was wohl immer die Jungs machen muessen. Sie zeigten mir, was und wieviel man jedem Pferd gibt und dann fuetterten wir sie. Danach waren dann die Menschen dran mit Essen. Wir assen an einem grossen Tisch und es gab eine Linsencremesuppe und Salat. Ich blieb danach nicht mehr lange, da ich ziemlich muede war und noch den Schlaf von drei Naechten aufholen musste.

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  • 28Feb 2014

    118 Erster Arbeitstag auf der Gratitude Farm 28.02.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Nachdem ich wirklich gut geschlafen hatte, ging ich um 8:00 zum Fruehstueck ins Haupthaus. Im Gegensatz zum Abendessen sitzen zum Fruehstueck und Mittagessen nicht alle zusammen, sondern jeder isst, wann er moechte und jeder bereitet sich sein Essen selber zu.

    Nach dem Fruehstueck bekamen dann die anderen Pferde, die wir gestern Abend nicht gefuettert hatten, ihr Futter. Danach zeigte mir Vanessa eines der Pferde, das eine besonders empfindliche Haut hat, weil es ein Albino ist, sich immer an Baeumen schuppert und sich dadurch die Haut aufkratzt und ausserdem Zecken hat. Dieser Wallach muss jeden Tag auf Zecken kontrolliert und von ihnen befreit werden und seine offenen Stellen muessen mit einer bestimmten Creme behandelt werden. Ich denke, dass zumindest das jetzt eine meiner Aufgaben sein wird.

    Danach setzten wir uns alle in das Buero und es war Arbeiten und Studieren angesagt. Alle Kinder werden hier naemlich zuhause unterrichtet. Erstens, weil die Schule sehr weit weg ist und zweitens, weil Vanessa nicht so viel von den traditionellen Lehrmethoden haelt. Gehoert hatte ich schon viel von dem sogenannten „Home Schooling“, aber damit zu tun hatte ich bisher noch nicht, weil es ja in Deutschland z.B. auch verboten ist. Ich war auch ziemlich ueberrascht, dass zumindest die drei Aeltesten sich sehr in ihre Aufgaben vertieften und das Ganze sehr wichtig nahmen, waehrend der Kleinste, der allerdings erst sechs ist und quasi noch in der Vorschule ist, oefter versucht hatte, sich um seine Aufgaben zu druecken und stattdessen lieber einen Film gucken wollte. Ich versuchte, ihn einigermassen bei der Stange zu halten, indem ich mit ihm spielte und wir zwischendurch immer wieder eine Aufgabe machten. Aber eigentlich haette ich nicht gedacht, dass das zu meinen Aufgaben hier gehoerte.

    Auch nach dem Mittagessen war ich nicht viel schlauer, wie meine Aufgaben hier aussehen sollen. Ich sollte einmal Feuerholz fuer den Ofen reinholen, weil wir spaeter einen Kuchen backen wollten, raeumte von mir aus die Geschirrspuelmaschine aus und sollte dann ein paar Zitronen pressen, woraus wir Zitronen-Wasser-Eis und Zitronensirup machten. Danach backte ich dann einen Schokoladenkuchen. Als der fertig war, war es 17:30 und ich ging bis zum Abendessen in mein Haeuschen.

    Ich nehme an, ich soll hier bei allem Vanessa einfach irgendwie unter die Arme greifen, sei es den Kindern bei ihren Schularbeiten zu helfen als auch im Haushalt und bei den Tieren ein bisschen mitzuhelfen. Direkte Aufgaben, wofuer ich zustaendig bin, habe ich jedenfalls nicht. Damit ist das hier etwas ganz anderes als das, was ich erwartet hatte. Denn da ich wusste, dass das hier eine Farm mit ein paar Pferden ist, bin ich davon ausgegangen, dass ich viel Stall- und Pferdearbeiten mache und auch ein bisschen reiten kann. Aber die Pferde sind den ganzen Tag auf der Weide und werden quasi so natuerlich wie moeglich gehalten, ohne im Stall zu stehen oder gross geputzt zu werden. Und geritten oder sonst mit ihnen gearbeitet wird momentan auch nicht, d.h. von einem schoenen Ausritt kann ich mich leider verabschieden.

    Das ist meine allererste Arbeit ueber die WWOOFing-Agentur und wahrscheinlich habe ich einfach falsche Vorstellungen davon gehabt. WWOOF heisst „Willing Workers On Organic Farms“ oder auch „World Wide Opportunites On Farms“, und es geht um freiwillige Arbeit auf organischen Farmen, und die Arbeit bezieht sich wohl nicht auf die alltaeglichen Arbeiten auf einer Farm, denn dafuer gibt es z.B. hier auch Angestellte, sondern einfach um helfende Haende im taeglichen, etwas aufwaendigen Umgang mit organischem Lebensstil. Auch Vanessa meinte schon, dass sie ebenfalls eine andere Vorstellung von ihren bisherigen Freiwilligen hatte. Sie war davon ausgegangen, dass es sich dabei um Gleichgesinnte handeln, die einen aehnlichen Lebensstil oder zumindest aehnliche Vorstellungen auch daheim haben und leben. Ich habe ihr dann erklaert, dass viele Leute dabei eher eine guenstige Gelegenheit sehen, fuer eine Zeit in einem fremden Land zu leben, ohne dafuer gross Geld auszugeben – wie das bei mir ja auch der Fall ist, da ich noch nie gross etwas mit organischem Lebensstil etc. am Hut hatte. Es ist aber auf jeden Fall trotzdem interessant, auch einmal in diesen Lebensstil hineinzuschnuppern. Die selbst gemachte Zitronenlimonade heute war jedenfalls superlecker und machte schonmal Lust auf mehr.
    Nachdem ich wirklich gut geschlafen hatte, ging ich um 8:00 zum Fruehstueck ins Haupthaus. Im Gegensatz zum Abendessen sitzen zum Fruehstueck und Mittagessen nicht alle zusammen, sondern jeder isst, wann er moechte und jeder bereitet sich sein Essen selber zu.

    Nach dem Fruehstueck bekamen dann die anderen Pferde, die wir gestern Abend nicht gefuettert hatten, ihr Futter. Danach zeigte mir Vanessa eines der Pferde, das eine besonders empfindliche Haut hat, weil es ein Albino ist, sich immer an Baeumen schuppert und sich dadurch die Haut aufkratzt und ausserdem Zecken hat. Dieser Wallach muss jeden Tag auf Zecken kontrolliert und von ihnen befreit werden und seine offenen Stellen muessen mit einer bestimmten Creme behandelt werden. Ich denke, dass zumindest das jetzt eine meiner Aufgaben sein wird.

    Danach setzten wir uns alle in das Buero und es war Arbeiten und Studieren angesagt. Alle Kinder werden hier naemlich zuhause unterrichtet. Erstens, weil die Schule sehr weit weg ist und zweitens, weil Vanessa nicht so viel von den traditionellen Lehrmethoden haelt. Gehoert hatte ich schon viel von dem sogenannten „Home Schooling“, aber damit zu tun hatte ich bisher noch nicht, weil es ja in Deutschland z.B. auch verboten ist. Ich war auch ziemlich ueberrascht, dass zumindest die drei Aeltesten sich sehr in ihre Aufgaben vertieften und das Ganze sehr wichtig nahmen, waehrend der Kleinste, der allerdings erst sechs ist und quasi noch in der Vorschule ist, oefter versucht hatte, sich um seine Aufgaben zu druecken und stattdessen lieber einen Film gucken wollte. Ich versuchte, ihn einigermassen bei der Stange zu halten, indem ich mit ihm spielte und wir zwischendurch immer wieder eine Aufgabe machten. Aber eigentlich haette ich nicht gedacht, dass das zu meinen Aufgaben hier gehoerte.

    Auch nach dem Mittagessen war ich nicht viel schlauer, wie meine Aufgaben hier aussehen sollen. Ich sollte einmal Feuerholz fuer den Ofen reinholen, weil wir spaeter einen Kuchen backen wollten, raeumte von mir aus die Geschirrspuelmaschine aus und sollte dann ein paar Zitronen pressen, woraus wir Zitronen-Wasser-Eis und Zitronensirup machten. Danach backte ich dann einen Schokoladenkuchen. Als der fertig war, war es 17:30 und ich ging bis zum Abendessen in mein Haeuschen.

    Ich nehme an, ich soll hier bei allem Vanessa einfach irgendwie unter die Arme greifen, sei es den Kindern bei ihren Schularbeiten zu helfen als auch im Haushalt und bei den Tieren ein bisschen mitzuhelfen. Direkte Aufgaben, wofuer ich zustaendig bin, habe ich jedenfalls nicht. Damit ist das hier etwas ganz anderes als das, was ich erwartet hatte. Denn da ich wusste, dass das hier eine Farm mit ein paar Pferden ist, bin ich davon ausgegangen, dass ich viel Stall- und Pferdearbeiten mache und auch ein bisschen reiten kann. Aber die Pferde sind den ganzen Tag auf der Weide und werden quasi so natuerlich wie moeglich gehalten, ohne im Stall zu stehen oder gross geputzt zu werden. Und geritten oder sonst mit ihnen gearbeitet wird momentan auch nicht, d.h. von einem schoenen Ausritt kann ich mich leider verabschieden.

    Das ist meine allererste Arbeit ueber die WWOOFing-Agentur und wahrscheinlich habe ich einfach falsche Vorstellungen davon gehabt. WWOOF heisst „Willing Workers On Organic Farms“ oder auch „World Wide Opportunites On Farms“, und es geht um freiwillige Arbeit auf organischen Farmen, und die Arbeit bezieht sich wohl nicht auf die alltaeglichen Arbeiten auf einer Farm, denn dafuer gibt es z.B. hier auch Angestellte, sondern einfach um helfende Haende im taeglichen, etwas aufwaendigen Umgang mit organischem Lebensstil. Auch Vanessa meinte schon, dass sie ebenfalls eine andere Vorstellung von ihren bisherigen Freiwilligen hatte. Sie war davon ausgegangen, dass es sich dabei um Gleichgesinnte handeln, die einen aehnlichen Lebensstil oder zumindest aehnliche Vorstellungen auch daheim haben und leben. Ich habe ihr dann erklaert, dass viele Leute dabei eher eine guenstige Gelegenheit sehen, fuer eine Zeit in einem fremden Land zu leben, ohne dafuer gross Geld auszugeben – wie das bei mir ja auch der Fall ist, da ich noch nie gross etwas mit organischem Lebensstil etc. am Hut hatte. Es ist aber auf jeden Fall trotzdem interessant, auch einmal in diesen Lebensstil hineinzuschnuppern. Die selbst gemachte Zitronenlimonade heute war jedenfalls superlecker und machte schonmal Lust auf mehr.

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  • 04Mar 2014

    119 Es hat nicht sollen sein... 04.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Okay, ich sage es schonmal vorher: Es hat nicht sollen sein mit meiner Arbeit auf dieser Farm und ich werde morgen wahrscheinlich die Farm wechseln.

    Nachdem es am Freitag ja eigentlich ganz gut losging, habe ich am Samstag dann im Gemuesegarten geholfen. Konkret sollte ich erst ein paar kleine Tomatensproesslinge von einer Stelle ausgraben und sie dann einmal um den Gartenzaun verteilt neu einpflanzen. Danach sollte ich dann die Beete und den Garten allgemein von Gras befreien, sollte dies allerdings nur mit meinen Haenden machen und durfte nicht einmal eine kleine Schaufel zum Umgraben benutzen. Wegen der Wuermer, die sonst durchtrennt werden bzw. deren Welt dann quasi auf den Kopf gestellt wuerde. Nach dem Mittagessen hatte ich dann frei.

    Am Sonntag dann erklaerte mir Vanessa dann endlich einmal einigermassen, wie meine Aufgaben hier so aussehen konnten: Erst einmal fragte sie sich, welche Aufgaben sie mir ueberhaupt geben kann, die speziell mit den Tieren zu tun haben, denn ich schien in ihren Augen kein besonders tierlieber Mensch zu sein. Dabei kann ich wohl von mir behaupten, ein ziemlicher Pferde- und Tiernarr zu sein. Sie fragte sich auch, wieso ich nicht mehr mit den Pferden mache. Es ist nur so, dass sie mir nie gesagt hat, dass es okay ist, zu den Pferden auf die Weide zu gehen. Und da ich weiss, dass Pferdebesitzer immer sehr vorsichtig und eigen im Umgang mit ihren Pferden sind, wollte ich auch nicht von mir aus einfach zu den Pferden gehen. Was nun meine Aufgaben anging, war es mir im Endeffekt selber ueberlassen, was ich mache – ausser Arbeiten im Haus, das machte Vanessa lieber selber. Die letzte Volontaerin hatte sich immer selber etwas gesucht, entweder machte sie etwas im Garten, ging mit den Arbeitern mit und half ihnen, beschaeftigte sich mit den Pferden oder unterrichtete den Kleinsten, weil sie Lehrerin war. Vanessa sagte, ihr waere es lieber, die Volontaere wuerden sich selber ihre Aufgaben suchen, denn sie deligierte nicht gerne. Aber ich bin der Mensch, der erstmal vorsichtig ist, wenn er in eine neue Umgebung kommt, wo er nichts kennt und lieber dreimal fragt, bevor er etwas anfaesst oder veraendert oder sich sonst irgendwie einmischt. Schliesslich weiss ich nicht, wo Not am Mann ist und was geaendert werden soll. Insofern brauche ich Aufgaben, die ich dann abarbeite, zumindest am Anfang, bis ich selber weiss, was zu tun ist. Und das kann ich nach drei Tagen einfach noch nicht wissen. Abgesehen davon war das auch mein erstes Mal als WWOOFer, also hatte ich da schonmal gar keine Ahnung von den Aufgaben. Naja, nun war ich nicht viel schlauer als vorher, aber immerhin wusste ich, dass ich nicht soviel nach Arbeit fragen brauchte. Fuer den Vormittag hatte ich dann doch die Aufgabe gekriegt, mit einer Schafschere (oder einer Zwiebelschere wie in Australien bei der Zwiebelernte) den Rasen neben einem Blumenbeet zu kuerzen sowie die Grashalme aus den Blumen zu zupfen. Danach ging ich dann zu den Pferden auf die Weide und beschaeftigte mich mit ihnen. Nach dem Mittagessen unterhielt ich mich dann sehr lange mit Vanessa ueber alles Moegliche.

    Der Montag dann war der Tag der Missverstaendnisse. Meine erste Taetigkeit an diesem Tag war es, Fliegen zu fangen – mit blossen Haenden. Ich fragte mich zwar, wieso man dazu keine Fliegenklatsche nehmen konnte, schliesslich erledigt die die Arbeit ebenfalls unter organischen Gesichtspunkten, doch da der Partner von Vanessa ebenfalls Fliegen mit den Haenden fing, machte ich einfach mit. Ich erwischte nach ca. zwei Stunden ungefaehr 30 Fliegen. Danach hatte ich dann keine Lust mehr, da sich mir der Sinn immer noch nicht richtig ergab (irgendwie erschien mir die ganze Sache eher als Arbeitsbeschaffungsmassnahme als sinnvolle Taetigkeit) und ich ging nach draussen zu den Pferden. Vanessa sagte ja, ich solle mehr Zeit mit ihnen verbringen. Es gibt zwei unterschiedliche Herden, eine mit Stuten, Wallachen und einem Hengst auf einer Weide und eine zweite mit drei Stuten und zwei Fohlen auf einer anderen Weide. Ich ging zu beiden Herden auf die Weide und beschaeftigte mich mit ihnen, vor allem eines der Fohlen hatte es mir angetan. Doch auf einmal kam Vanessa aus dem Haus und rief mir zu, ich solle bitte von der Weide kommen. Sie erklaerte mir dann, dass nur sie, die Arbeiter und ihre Jungs zum Fuettern auf diese Weide gehen duerfen und sonst keiner. Wir hatten am Sonntag schon einmal ein aehnliches Gespraech gefuehrt, aus dem ich jedoch herausgehoert hatte, dass sie nur nicht wollte, dass jemand das eine Fohlen, was gerne aus dem Spiel heraus beisst, schlaegt oder aehnliches. Und da ich das nie im Leben tun wuerde, dachte ich, waere es okay, wenn ich auf die Weide gehe. War es aber nicht und Vanessa war ein bisschen sauer und stellte es klar, wie sie es haben wollte. Somit war die Sache dann eindeutig. Ich ging dann wieder zu der anderen Herde und putzte die Pferde ein wenig. Nach dem Mittag und kleineren Aufgaben wollte ich dann so langsam gehen, denn es war inzwischen 14:30 und somit meine sechs Stunden Arbeit eigentlich vorbei. Doch auf einmal meinte Vanessa, ich solle noch das Gras von einem anderen Blumenbeet entfernen. Das machte ich dann zwar noch eine Stunde (die bei Weitem nicht ausreichte), aber ich fand, sie haette es mir ruhig ein bisschen frueher sagen koennen, so haette ich das schon im Laufe des Vormittags machen koennen und nicht erst kurz vor Feierabend. 15:15 machte ich dann Schluss.

    Nachmittags kam dann Vanessa zu mir und meinte, so richtig klappe es nicht mit der Arbeit zwischen uns. Ich hatte genau die gleiche Meinung, wollte aber noch einen Tag warten, bevor ich mit Vanessa darueber reden wollte. Sie fand es nicht gut, dass ich einfach nach der Fliegenfangerei gegangen war. Danach erklaerte sie mir dann ausfuehrlich, wieso sie keine Fliegenklatschen benutzten, was fuer mich dann ein bisschen mehr Sinn ergab. Haette sie es von Anfang an erklaert, haette ich sicher noch laenger gemacht (aber ehrlich gesagt, fand und finde ich die Methode immer noch bloed). Ausserdem meinte sie, ich haette heute noch nicht richtig gearbeitet und deshalb waere ich zu frueh gegangen. Ich betrachtete die Zeit mit den Pferden allerdings als Teil meiner Arbeit (da es ja auch nicht meine Freizeit war), was Vanessa ja auch gesagt hatte, was ich tun solle. Dementsprechend fand sie, dass ich faul bin und meinte, ich waere eine der Menschen, die nur die Freiwilligenarbeit machen, um kostenlos wohnen und essen zu koennen, ohne gross etwas zu leisten. Das konnte und wollte ich so natuerlich auch nicht auf mir sitzen lassen und so hatten wir dann eine kleine Diskussion, die uns zu dem gemeinsam gefassten Schluss brachte, dass es das Beste ist, wenn ich die Farm verlasse. Den Gedanken hatte ich den heutigen Tag schon oefter gehabt, da ich mit der Vorgehensweise von Vanessa nicht wirklich klarkam. Ausserdem hatte ich nicht das Gefuehl, hier sonderlich gebraucht zu werden. Ich frage mich, wovon diese sechskoepfige Familie lebt. Es ist jedenfalls nicht so, dass alle den ganzen Tag im Garten oder mit den Tieren wirtschaften - im Gegenteil, der Mann sitzt die ganze Zeit am Computer und Vanessa ist in der Kueche oder macht den Haushalt. Da habe ich wohl das falsche Bild einer Farm im Kopf gehabt, wo alle emsig helfen.

    Also schrieb ich nach dem Gespraech alle Farmen an, die hier in der naeheren Umgebung liegen und ebenfalls Mitglieder der WWOOF-Organisation sind, und fragte nach freien Plaetzen. Nach zwei Stunden hatte ich bereits drei Zusagen.

    Nunja, heute gleich nach dem Fruehstueck machte ich mich an mein Blumenbeet und zupfte das Gras heraus, was dann sage und schreibe 3,5 Stunden dauerte. Danach machte ich eine kleine Pferdepause und ging auf die Weide. Ich putzte und schrubberte den Albino, das Pferd, das so unter Juckreiz und Hautproblemen litt. Ich hatte ihn bereits gestern geputzt hatte und ihm schien die Putzerei deutlich zu gefallen. Danach machte ich mich dann an den Garten, denn ich sollte den hinteren Teil, der nur aus Gras bestand, von diesem befreien – auch hier wieder nur mit meinen Haenden bzw. mit Gartenhandschuhen. Dummerweise war das genau die Stelle, wo ich am Samstag die kleinen Tomaetchen eingepflanzt hatte, sodass ich nun um diese herum jaeten und rupfen musste. Da haette man sich die Reihenfolge vielleicht auch vorher einmal ueberlegen sollen...

    Nachdem ich endlich mit der Grasentfernung fertig war, zwei Stunden nach meinem eigentlichen Feierabend und noch nicht einmal mit Mittagessen im Magen, ging ich dann zu meinem Cottage. So konnte ich heute zumindest einmal zeigen, was ich machen kann, wenn ich denn eine richtige Aufgabe bekommen habe, und konnte zumindest die Behauptung, ich laege nur auf der faulen Haut, entkraeftigen. Ich guckte in meinen Emails nach weiteren WWOOF-Zusagen, doch leider gab es nur noch Absagen.

    Morgen frueh werde ich dann entscheiden, wo es fuer mich hingehen soll.

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  • 05Mar 2014

    120 Neue Farm, neues Glueck 05.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute Morgen hatte ich eine sehr interessante Email im Postfach von einer Farm, die bereits zwei Volontaere haben und die anscheinend viel zu tun haben. Nachdem ich ihre sehr ausfuehrliche Beschreibung gelesen hatte (was richtig gut ist, so dass eigentlich keine Ueberraschungen passieren koennen), entschied ich mich, auf diese Farm zu gehen. Ich telefonierte kurz mit der Eigentuemerin der Farm und wir verabredeten eine Uhrzeit zur Abholung. Das passte heute genau, denn Vanessa fuhr mit ihrem Juengsten eh in die Stadt und konnte mich so einfach absetzen.

    Als erstes sollte ich dann heute erst einmal das Cottage wieder auf Vordermann bringen. Ich packte meine Sachen zusammen und putzte und fegte alles ordentlich. Danach machte ich mich dann wieder an den Garten und jaetete noch zwei Stunden die restlichen Grasbueschel, die ich gestern nicht mehr geschafft hatte.

    Nach dem Mittagessen half ich in der Kueche und ging mich dann umziehen und mein Gepaeck holen. Um 14 Uhr fuhren wir dann nach Riversdale und ich wurde wieder bei der Tourismusinformation herausgelassen. Eigentlich ist es echt schade, dass es alles so verlaufen ist, weil ich Vanessa persoenlich sehr mag, aber ich haette einfach nicht gewusst, was ich zwei Wochen lang dort machen soll.

    Ich ging kurz einkaufen und wurde fast puenktlich um 16 Uhr von Lizelle, meiner neuen Arbeitgeberin, wenn man so will, und ihrem Sohn Sean abgeholt. Meine neue Wirkungsstelle befand sich 60 Kilometer von Riversdale landeinwaerts entfernt in einer Region, die Klein-Karoo genannt wird. Das ist eigentlich nicht weit entfernt, aber diese Region ist durch eine Bergkette von Riversdale getrennt und dadurch ist es bereits eine ganz andere Vegetationszone, naemlich semi-arid, also Halbwueste. Es erinnerte mich sehr an Namibia – trocken, felsig, mit vielen Graesern und Bueschen, jedoch ohne Baeume. Dementsprechend war es hier auch immer ein paar Grad heisser und auch um einiges trockener als in Riversdale. Vanessa hatte mich schon davor gewarnt, aber ich hatte das Gefuehl, eher um mich davor abzuschrecken als zu informieren.

    Auf der Farm angekommen, wurde ich gleich von Lars und Alexa begruesst, den anderen beiden freiwilligen Helfern. Lars kommt aus Deutschland und Alexa aus Belgien, die beiden sind ein Paar und sind bereits seit zwei Jahren auf Weltreise, wobei sie das Reisen regelmaessig mit Arbeiten verbinden. So waren sie zum Beispiel fast ein Jahr in Indien gewesen. Sehr interessant!

    Mir wurde dann sofort meine Unterkunft gezeigt, die im Gegensatz zur Gratitude-Farm wirklich sehr einfach ist. Sie ist im Endeffekt nichts weiter als eine Huette aus Schilfwaenden und –dach mit zwei kleinen Raeumen, in denen je ein Bett und ein paar improvisierten Moebel stehen. Vor der Huette befindet sich ein Waschbecken und eine kleine Lagerfeuerstelle mit selbstgezimmerten Baenken aus Paletten. Es ist wirklich sehr simpel und natuerlich kein Vergleich zu meinem Cottage auf der anderen Farm, aber so hatte ich mir meine Unterkunft auch von Vornherein vorgestellt. Ausserdem ist man so mehr naturverbunden, was mir auch gefaellt. Die Huette liegt ungefaehr 150 Meter von der Farm entfernt und Alexa und Lars schlafen in einem kleinen Raum direkt neben der Farm, sodass ich ein bisschen Zeit fuer mich habe.

    Danach gingen wir an einen Fluss, der durch das Grundstueck fliesst bzw. fliessen sollte, wenn er nicht groesstenteils ausgetrocknet waere. An einer Stelle jedoch hat sich eine Art Pool mit stillstehendem Wasser gebildet, der auch in der Trockenzeit nicht austrocknet. Und an dieser Stelle gehen sowohl Lizelle und Sean als auch die Volontaere mehr oder weniger jeden Tag ein- bis zweimal baden.

    Spaeter gab es dann ein sehr leckeres Abendessen, bei dem wir alle zusammen sassen und gemeinsam assen. Auch das war bei der anderen Farm ja nicht der Fall gewesen, ausser an zwei Abenden. Nach dem Essen spielten Alexa, Lars, Sean und ich noch ein Kartenspiel, bevor es in die Falle ging.

    Nachts hatte ich dann meinen ersten Besuch von einer Fledermaus, die sich zu mir in meinen Raum verirrt hatte. Zwischen Dach und Waenden ist naemlich ein kleiner Spalt, durch den sie geflogen sein musste. Sie war zwar sehr suess, so von Nahem betrachtet, aber ich bevorzugte dann doch, alleine zu schlafen und scheuchte sie nach ein paar vergeblichen Runden aus der Tuer.

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  • 06Mar 2014

    121 Mein erster richtiger Arbeitstag als WWOOFer 06.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Nach einer ansonsten ruhigen und sehr erholsamen Nacht stand dann heute frueh als erstes – wie ab jetzt jeden Morgen – das Bewaessern und Giessen der Pflanzen auf dem Programm. Hier gibt es verschiedene Gaerten, in denen verschiedene Arten von Salat, Gemuese, Obst, Kraeuter etc. wachsen. Diese Farm konzentriert sich mehr auf die Kultivierung und das Ernten von Pflanzen und nicht so sehr auf die Tierhaltung, wie bei Gratitude. Dafuer gibt es hier auch „nur“ zwei Hunde, fuenf Katzen und ein paar Huehner. Nach dem Giessen bekam ich von Lizelle einen Rundgang ueber die Farm.

    Danach gab es Fruehstueck, das wieder alle zusammen am Tisch assen – und dann sogar etwas richtig Gutes: Kraeuterruehrei auf selbstgebackenem, getoastetem Brot. Wirklich sehr lecker!!! Danach stuerzten wir uns dann alle richtig in die Arbeit. Alexa und Lars werkelten mit Kevin, Lizelles Ehemann, an einem zukuenftigen Gaestehaus herum, waehrend ich erst lernte, wie man Brot backt, dann ein Beet fuer eine spaetere Bewirtschaftung mit Knoblauch vorbereitete und danach ein Beet voll Suesskartoffeln erntete. Dann war es bereits Mittagszeit und zum Arbeiten draussen viel zu heiss, und heute war noch obendrein einer der heissesten Tage der letzten Wochen. Also half ich bei der Mittagszubereitung mit. Hier gibt es zum Mittagessen immer eine Suppe oder einen Salat mit (fast) allen Zutaten frisch aus dem Garten plus eine warme Beilage. Der Salat schmeckte auch wirklich superlecker, obwohl ich die meisten der Salatsorten nicht einmal kannte.

    Nach dem Mittagessen und dem Abwasch spielten wir drei dann mit Sean eine lange Runde Monopoly, die dann den ganzen Nachmittag dauerte. Da es heute so heiss war, hatten wir fuer den Nachmittag hitzefrei gekriegt :-) Danach gingen wir wieder eine Runde im Fluss schwimmen, bevor es dann bereits langsam wieder zum Abendessen und zum im Anschluss stattfindenden Spieleabend ging.

    Nachts konnte ich lange nicht einschlafen, weil direkt neben meinem Haeuschen eine Grille doch recht laut vor sich hinzirpte. Ich wollte eigentlich nicht mit Ohrstoepseln schlafen, aber wenn sie morgen wieder da ist, werde ich das wohl in Erwaegung ziehen muessen. Da freut man sich, dass man in der Natur schlaeft und deren Geraeusche hoert und dann will bzw. muss man sie doch ausblenden. Furchtbar!!!

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  • 07Mar 2014

    122 Es wird definitiv eine Mauer gebaut!!! 07.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute stand nach dem Huehnerfuettern, Giessen und Fruehstueck etwas sehr Schoenes auf dem Programm: Ich durfte zwei Baeume neben dem Gaestehaus pflanzen. Diesmal waren es allerdings keine kleinen Schoesslinge, sondern richtige, bereits zwei Meter hohe Staemmchen. Und das Beste an der Sache war, dass bereits jemand anderes die Loecher dafuer ausgehoben hatte :-) Da machte das Ganze natuerlich doppelt Spass.

    Danach ruehrten wir Zement an und ummantelten damit eine kleine Mauer aus Sandsaecken, die als Abgrenzung zum Garten gedacht war, und setzten ein paar grosse Steine darauf.

    Zur Mittagszeit gingen wir zurueck ins Haus, gingen kurz duschen, assen Mittag und machten Siesta. Ich buchte heute dann auch meinen Rueckflug nach Deutschland, der nun definitiv am 6.4. sein wird, sodass ich am 7.4. abends in Frankfurt meine kleine Viertelweltreise beenden werde.

    Am Nachmittag setzten wir dann fuer ca. zwei Stunden unsere Arbeit fort und danach hatten wir Feierabend. Heute waren wir allerdings alle recht muede, sodass der Spieleabend nach dem Abendessen recht kurz ausfiel und wir uns um viertel zehn bereits ins Bett verabschiedeten.

    Leider konnte ich auch in dieser Nacht nicht richtig schlafen, konnte es diesmal aber nicht auf die Grille schieben. Vielleicht habe ich ein kleines Problem mit meinen Malariatabletten, neben deren vielen Nebenwirkungen eine Schlaflosigkeit ist.

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  • 08Mar 2014

    123 Heute nur ein halber Tag Arbeit 08.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute konnten wir als Erstes einmal eine Stunde laenger schlafen. Nach dem Giessen und dem Fruehstueck transportierten wir ein paar Sandsaecke von A nach B und rodeten das halbe Gewaechshaus und entfernten Mais- und Melonenpflanzen, wobei wir uns mit einer Armee Ameisen anlegten. Danach hatten wir dann Feierabend.

    Nach dem Mittagessen spielten wir nochmal eine lange Runde Monopoly und unternahmen danach einen kleinen Spaziergang durch ein eingetrocknetes Flussbett.

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  • 09Mar 2014

    124 Sonntag und trotzdem Arbeiten!!! 09.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Nachdem erstmal jeder ausschlafen konnte (so gut das ging, wenn man nicht richtig schlafen kann) und nach einem sehr spaeten Fruehstueck entschlossen wir uns, heute zu arbeiten. Eigentlich war ja Sonntag und damit ein freier Tag angesagt, aber da es heute angenehm kuehl war (nur ca. 20 Grad) entschieden wir uns dazu, heute lieber eine anstrengende Taetigkeit zu machen und dafuer unter der Woche an einem heissen Tag frei zu nehmen. Es musste naemlich eine ca. 10 Zentimeter tiefe und ca. 150 Meter lange Rille gegraben werden, in die dann eine Wasserleitung verlegt wird. So machten wir uns jeweils den ganzen, restlichen Vormittag als auch nachmittags zwei Stunden an die Arbeit.

    Nachdem die Rille fertig ausgegraben war, machten wir ein Lagerfeuer. Danach war wieder Abendessen und Spielen angesagt.

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  • 10Mar 2014

    125 Es ist mal wieder Braai!!! 10.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war wieder fruehes Aufstehen angesagt und zum ersten Mal hatte ich das Gefuehl, dass ich in der Nacht einigermassen geschlafen hatte. Nach dem Giessen durfte ich das Beste, was ein Farmer oder Gaertner machen kann, tun: die mit harter Arbeit, Schweiss und Liebe herangezogenen Fruechte ernten. Erst staubte ich ein Kuerbisfeld ab und danach erntete ich alle pflueckreifen Tomaten aus dem Gewaechshaus. Danach war Fruehstueck angesagt und danach gingen wir alle wieder zu dem fertigzustellenden Gaestehaus. Lars und ich legten die Sandsaecke, die wir am Samstag verlegt hatten, um eine provisorische Terrasse aus Kieselsteinen. Danach umwickelten wir die Sandsaecke mit einem kleinmaschigen Maschendraht. Daraus soll dann genauso eine kleine Mauer entstehen, wie wir sie am Freitag zementiert hatten.

    Danach war der Vormittag schon wieder rum. Wir gingen eine Runde im Fluss schwimmen, da es heute wieder angenehm warm war (25 Grad). Nach der Mittagspause gingen wir wieder zum Cottage, legten das Rohr, was spaeter einmal die Wasserleitung wird, in unsere gegrabene Rille und buddelten die Rille wieder zu. Damit war dann auch der Nachmittag vorbei und wir hatten Freizeit.

    Zum Abendessen schmissen wir den Braai an und brutzelten mit Spinat, Zwiebeln und Feta gefuellten Butternusskuerbis und Suesskartoffeln im Feuer. Dazu gab es eine Frittata, also ein Kartoffelomelett so wie die spanische Tortilla, was insgesamt ein superleckeres Abendessen ergab.

    Die Kueche hier ist wirklich oberlecker, aber auch supergesund. Fast alles auf dem heutigen Abendbrottisch kam direkt von der Farm, mal abgesehen von dem Kaese. Aber auch sonst wird hier sehr auf gesunde Ernaehrung geachtet. Die Eigentuemerin der Farm war vor einem Jahr an Krebs erkrankt und hatte zu jenem Zeitpunkt Uebergewicht. Danach hat sie durch die Umstellung ihrer Ernaehrung nicht nur – nach eigenen Angaben - den Krebs geheilt, sondern auch ordentlich an Gewicht verloren und ist so von Kleidergroesse 14 (entspricht ca. 44) auf Groesse 6 (ca. 36) gekommen, was man ihr jetzt ueberhaupt nicht mehr ansieht. Und das sogar ohne gross Sport zu machen, mal abgesehen von den alltaeglichen Arbeiten auf der Farm. Das ist wirklich erstaunlich!!! Ich denke, ich werde einige der Essgewohnheiten von hier mit nach Hause nehmen und dort hoffentlich fortfuehren.

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  • 12Mar 2014

    126 Mauerbau Teil 2 12.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Gestern nahmen wir gleich nach dem Fruehstueck die Mauer am Gaestehaus in Angriff. Erst einmal musste noch Sand herbeigeschafft werden und wir mussten noch ein paar Steine sammeln, die dann wieder auf die Mauer gesetzt werden sollten. Alexa half uns diesmal auch und so ging es zu dritt nochmal einen Zacken schneller. Zum Feierabend hatten wir schon fast die Haelfte geschafft.

    Heute war dann der Rest der Mauer angesagt, was wir bis vor der Mittagspause erledigt hatten, da heute auch Lars und Kevin mitwerkelten. Danach durften wir eine Runde spazieren gehen. Sean kam mit und zeigte uns ein bisschen das Grundstueck, was wirklich sehr gross ist. Wir liefen durch eine kleine Mini-Schlucht und er zeigte uns einen kleinen Damm, der sogar Strandpotential hat.

    Nach dem Mittagessen dann fuhren Lizelle, Kevin und Sean in die Stadt. Mittwochs war immer Seans Schauspielkurs und der wurde immer mit dem woechentlichen Shopping verbunden. Bei der Gelegenheit wurde ich auch letzte Woche abgeholt und werde in einer Woche dann auch wieder abgesetzt werden, denke ich. Alexa, Lars und ich sollten als Nachmittagsaufgabe zwei lange Holzpfloecke ausgraben, die von den Vorbesitzern gesetzt wurden. Leider meinten die es zu gut und hatten die Pfloecke einbetoniert. Also hiess es, mit Spitzhacke und Metallpfloecken dem Zement zuleibe zu ruecken. Nach ueber zwei Stunden hatten wir dann zumindest einen der Pfloecke draussen und der andere wackelte schonmal ganz gut. Danach entschieden wir uns zu einer Pause, die dann zum Feierabend wurde.

    Morgen ist dann Alexas und Lars‘ letzter Arbeitstag. Die beiden muessen dann weiterziehen, werden noch zehn Tage durch Suedafrika reisen und fahren danach nach Tansania, wo Lars heute eine Jobzusage bekommen hat und wo sie also definitiv wieder Geld verdienen werden. Mir werden die beiden sicherlich fehlen. Ich werde dann fuenf Tage allein auf der Farm sein, aber so richtig alleine ist man hier eigentlich nie, da man einen richtig guten Familienanschluss hat – ganz im Gegenteil zu der anderen Farm. Auch nach Alexas und Lars‘ Berichten zufolge ist es doch eher die Regel als die Ausnahme, dass man richtigen Familienanschluss hat und in das Leben mit eingebunden wird. Alexa und Lizelle konnten es auch gar nicht glauben, dass ich mir auf der anderen Farm meine Taetigkeiten selber suchen musste. Deswegen bin ich inzwischen richtig froh, dass ich die Farm gewechselt habe. Auch wenn hier bei Weitem mehr zu tun ist und die Arbeit anstrengender ist, so macht es trotzdem unheimlich Spass und die Zeit vergeht vor allem wie im Flug. So habe ich wenigstens eine Vergleichsmoeglichkeit und denke, dass ich vielleicht auch nochmal wwoofen werde, wenn sich die Gelegenheit ergibt oder die Situation es benoetigt.

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  • 13Mar 2014

    127 Ein halber Tag Arbeit und ein lecker Abendessen 13.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute befreiten wir dann nach relativ kurzer Zeit auch den zweiten Pfahl aus seinem Loch. Danach pflanzten Alexa und Lars zwei Olivenbaeumchen in die beiden Loecher. Ich rupfte in der Zwischenzeit die Wasserschlaeuche einer Bewaesserungsanlage aus einem Kuerbisfeld und danach auch gleich die bereits abgeernteten Kuerbispflanzen. Alexa, Lars und auch Sean halfen mir spaeter dabei.

    Um 12 Uhr war dann fuer uns alle bereits Feierabend. Da es Alexas und Lars‘ letzter Tag war, brauchten wir heute nur einen halben Tag zu arbeiten. Danach gingen wir wieder in den Fluss eine Runde plantschen. Nach dem Mittag spielten wir noch eine laaange Runde Monopoly.

    Danach kochten Alexa und Lars das heutige Abendessen inklusive Dessert. Es wurde noch eine letzte Runde Karten gespielt, bevor dann auch schon wieder das Bett rief.

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  • 14Mar 2014

    128 Schon wieder ein Abschied... 14.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war dann der Tag des Abschieds gekommen. Lars und Alexa mussten zurueck nach Riversdale gebracht werden und ich durfte auch mitfahren. Nachdem wir die beiden in der Stadt abgesetzt und uns von ihnen verabschiedet hatten, gingen wir spontan in ein Café fuer Saft und Kuchen. Danach stoeberten wir noch ein bisschen durch das angeschlossene kleine Kuenstlerartelier und ich fand eine kleine Handtasche und andere Souvenirs. Danach fuhren wir dann wieder zurueck und kauften auf dem Rueckweg noch zehn kleine Olivenbaeume.

    Auf der Farm angekommen gab es dann erstmal gleich Mittagessen. Danach sollte ich dann fuenf der neuen Baeume einpflanzen. Zum Glueck musste ich keine Loecher graben, die waren naemlich alle schon da :-) Danach machte ich mir dann einen frisch gepressten Karotten-Apfel-Ingwer-Saft und fuetterte die Huehner.

    Damit war dann fuer heute Feierabend und ich packte meine Sachen und zog um. Da ich in den letzten Naechten wieder nicht schlafen konnte und nun ein richtiger Raum frei war, zog ich es vor, noch einmal die Unterkunft zu wechseln, um vielleicht hier anstaendig schlafen zu koennen. Jedenfalls hoffte ich das.

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  • 15Mar 2014

    129 Samstag!!! Wir haben Ausgang!!! 15.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Es ging heute tatsaechlich ein bisschen besser mit dem Schlafen. Jedenfalls hatte ich heute frueh nicht das Gefuehl, die halbe Nacht wach gelegen zu haben. Nach dem Wach-werd-Kaffee und dem Huehnerfuettern gossen und bewaesserten Lizelle und ich alle Gaerten und Pflanzen plus alles, was gestern nicht bewaessert wurde. Da wir heute nur zu zweit statt zu dritt oder viert waren, dauerte das Ganze auch relativ lange. Zwischendurch gab es dann Fruehstueck und danach jaetete ich ein bisschen Unkraut. Kevin fuehlte sich heute nicht gut, Lizelle tippte auf tickfever, also ein von einer Zecke uebertragener Virus.

    Zum Mittagessen fuhren wir heute ausnahmsweise einmal raus, in den „naechsten Ort“, nur 30 Kilometer auf ungeteerten Strassen. Dort assen wir in einem Privatgebaeude mit kleinem angeschlossenem Garten und Terrasse, das zu einem Café umgebaut worden war, Mittag. Zum Dessert gab es einen milk tart, zu deutsch quasi Milchkuchen, das ist ein typisch suedafrikanisches bzw. afrikaans Dessert und wirklich lecker!!!

    Danach fuhren wir dann wieder heim und bogen zweimal falsch ab, da die Landschaft und die Strassen und die Strassenschilder hier irgendwie alle gleich aussehen. Daheim angekommen, fuetterte ich wieder die Huehner und machte mich an meine weitere Reiseplanung, da ich ja auch schon bald wieder weiterziehen werde.

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  • 16Mar 2014

    130 Diesmal ein fauler Sonntag!!! 16.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war eigentlich langes Ausschlafen angesagt, aber irgendwie war ich zur gewohnten Aufstehzeit wach. Trotzdem kann ich sagen, dass mir der Tapetenwechsel - wenn man es so bezeichnen will, denn Tapeten gibt es hier nirgends – gut getan hat, denn ich schlief in meiner neuen Behausung um einiges besser.

    Nach dem Giessen und dem Fruehstueck pflueckte ich mit Lizelle Maiskoerner von den Kolben. Das war dann auch die einzige Taetigkeit heute. Danach guckten Lizelle, Sean und ich einen Film und gingen zwischendurch im Fluss schwimmen. Danach setzte ich mich wieder an den Computer und Reise Planen war wieder angesagt.

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  • 17Mar 2014

    131 Heute ist Aussaat-Tag!!! 17.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war dann wieder ein richtiger Arbeitstag. Ich setzte als erste Taetigkeit heute nach den alltaeglichen Pflichten einen Komposthaufen um. Nach dem Fruehstueck saehte ich dann Lupinensamen im Gewaechshaus aus. Danach half ich ein bisschen bei der Hausarbeit und pflueckte Salat fuer das Mittagessen. Nach dem Essen spielte ich mit Sean eine Runde Karten, bevor ich mich an meine Nachmittagsaufgabe machte: Knoblauch saehen. Ich muss sagen, das ganze Saehen heute hat mir wirklich Spass gemacht – fast soviel wie das Ernten :-) Nach dem allabendlichen Huehnerfuettern hatte ich dann Feierabend.

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  • 18Mar 2014

    132 Letzter "Arbeitstag" 18.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war dann auch schon mein letzter voller Arbeitstag. Wenn man das so bezeichnen will. Vormittags transportierten wir eine Pickup-Ladung Kompost zu dem Gaestehaus, bereiteten zwei weitere Loecher fuer spaetere Baumeinpflanzungen vor und raeumten danach ein bisschen Baumaterialien auf.

    Nach einem spaeten Mittag hatte ich dann den Rest des Tages frei. Ich spielte mit Sean eine letzte Runde Monopoly und kuemmerte mich dann wieder um meine Reiseplanung. Leider konnte ich online keinen Bus buchen, weil meine Bank aus unerfindlichen Gruenden die Zahlung mit Kreditkarte nicht gestattete. Und das Hostel meiner Wahl fuer die ersten zwei Naechte hatte auch gleich mal abgesagt, da sie voll gebucht waren. Das geht ja gut los!!! So muss ich morgen telefonisch meinen Bus buchen oder direkt am Nachmittag, ein paar Stunden vor Abfahrt, im Tourismusbuero. Unterkommen werde ich dann in einem anderen Hostel, das zum Glueck noch freie Kapazitaeten hat.

    Nachdem ich die ganzen reiseorganisatorischen Dinge geklaert hatte, ging ich in die Kueche. Ich hatte vorgeschlagen, heute Abend das Abendessen zu kochen und wollte etwas schoenes Deutsches kochen (plus noch dazu eines meiner Lieblingsessen): Kaesespaetzle!!! Und da es hier weder Spaetzle noch Spaetzlehobel zu kaufen gibt, bereitete ich somit auch den Spaetzleteig zu und produzierte die Spaetzle mit der althergebrachten Weise mit Brett und Schaber. Ganz schoener Aufwand, muss ich sagen. Aber es hatte allen geschmeckt, denke ich.

    Nach einer langen Runde Canasta mit Sean rief dann auch das Bett.

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  • 19Mar 2014

    133 Es geht wieder auf Reisen 19.03.2014 Südafrika —

    Riversdale, Riversdale, Südafrika

    Beschreibung

    Heute standen nach dem 1. Kaffee Huehnerfuettern und Giessen nochmal der Transport einer Pickup-Ladung Kompost an. Das ist mit Abstand die angstrengendste Arbeit, die ich hier auf der Farm gemacht habe. Bereits nach ein paar Minuten steht einem der Schweiss auf der Stirn. Danach gab es dann Fruehstueck und danach sollte ich nur noch das Studio fertig machen fuer Gaeste, die am Wochenende anreisen. Danach packte ich meine Sachen zusammen, was diesmal zum Glueck nicht so lange dauerte, weil ich seit meinem letzten Umzug am Freitag nicht gross auspepackt hatte. Danach gab es Mittag und wir fuhren 13:45 in die Stadt.

    Dort wurde ich dann wieder bei der Touri-Information abgesetzt. Nachdem ich mich bei der Dame von der Touri-Info, die mich inzwischen schon ganz gut kennt, informierte, was man denn so in zwei Stunden in Riversdale machen kann, wanderte ich dann drauf los. Ich fotografierte ein paar Haeuser und ging dann wieder in das Cafe im Knast, wo wir schon letzten Freitag waren.

    Danach musste ich meine Sachen aus der Touri-Info holen, da sie schloss. Ich durfte meinen Koffer im nebenan liegenden Restaurant lassen und ging zu Wimpy, dem afrikanischen McDonald’s. Dort gab es kostenloses Internet und so surfte ich noch ein bisschen, waehrend ich mein erstes doch recht gesundes Abendessen nach dem Farmaufenthalt zu mir nahm.

    Um 19:05 sollte dann eigentlich mein Bus losfahren, doch wie schon bei der Hinreise hatte er eine halbe Stunde Verspaetung. Nach drei Stunden Fahrt kam ich dann an meinem heutigen Zielpunkt an: Knysna, einer kleinen Stadt an der Garden Route direkt an der Kueste. Ich hatte bereits ein Hostel gebucht und hatte eigentlich vor, dorthin zu laufen. Doch leider machte mir mein Koffer bereits nach ein paar Minuten einen Strich durch die Rechnung, denn innerhalb von kurzer Zeit brachen drei Rollen bzw. verschwanden einfach, waehrend ich den Koffer zog. Zwei der Rollen waren schon vorher kaputt gewesen, sie waren aber noch am Koffer gewesen und ich benutzte deshalb einfach die anderen beiden Rollen. Davon war eine aber auch schon angeschlagen gewesen und nun bekam ich die Quittung, dass ich in Amerika keinen besseren Koffer gekauft hatte – mein Koffer war unzieh- oder –schiebbar geworden. Ich hielt Ausschau nach Taxis, doch leider waren keine da. Doch ich hatte Glueck und ein Security-Mann bot sich an, mich zu meiner Unterkunft zu fahren – natuerlich fuer einen kleinen Obolus. Aber das Hostel war weiter entfernt als gedacht und so war ich auf jeden Fall ueber die Mitnahmegelegenheit froh.

    Und somit habe ich fuer morgen gleich eine Aufgabe: einen neuen Koffer oder besser wieder einen Rucksack kaufen.

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  • 20Mar 2014

    134 Wandern durch Wald und Township 20.03.2014 Südafrika —

    Knysna Central, Knysna, Südafrika

    Beschreibung

    Nachdem ich heute mal richtig lange geschlafen hatte und erst nach 8 Uhr aufgestanden bin, wurde ich quasi auf dem Weg vom Badezimmer zurueck in mein Zimmer ueberfallen und gefragt, ob ich an einer gefuehrten Wanderung teilnehmen moechte. Da ich fuer heute noch nichts geplant hatte und der Preis soweit auch okay war, willigte ich ein. Vorher kaufte und ass ich noch etwas zum Fruehstueck, bevor es dann mit dem Guide und zwei anderen Teilnehmern losging. Wir fuhren erst einmal eine halbe Stunde aus der Stadt hinaus bis zu einem Waldstueck, das direkt an der Steilkueste lag. Man konnte von einer Stelle aus direkt auf das Meer gucken. Dann unternahmen wir eine insgesamt ca. zwei Stunden dauernde Wanderung, auf der uns unser Guide einiges zur Tier- und Pflanzenwelt erklaerte. Danach waere die Tour eigentlich auch wieder zu Ende gewesen, doch da unser Guide auch Township-Touren machte und heute keine weitere Tour auf dem Programm stand, bot er uns an, fuer ein kleines Trinkgeld noch eine kleine Tour durch den Township von Knysna zu machen. Wir waren einverstanden und bekamen eine verkuerzte, aber unheimlich interessante Township-Tour. Das Township von Knysna ist auch wirklich toll gelegen mit einem super Ausblick ueber die Lagune, an der Knysna liegt.

    Nach unserer Rueckkehr ging ich mit Ida, die auch bei der Tour mit dabei gewesen war, an die Waterfront, die Hafenpromenade, und wir assen direkt am Wasser Mittag – Sushi und gegrillten Seehecht. Am Wasser schmeckt’s halt nochmal so gut. Danach schlenderten wir noch ein bisschen an der Waterfront entlang, bevor wir uns auf den Weg zurueck machten. Ich wollte recherchieren, wieviel Liter in meinen Koffer passten. Leider wurde ich aus dem Internet jedoch nicht schlauer und so ging ich einfach in den Shop und kaufte den groessten Rucksack mit der Option, ihn zurueckgeben zu koennen, wenn nicht alle Sachen hineinpassen.

    Nachdem ich den Rucksack in meinem Zimmer gelassen hatte, ging ich dann nochmal zur Waterfront. Ich schlenderte ausfuehrlich durch die Geschaefte und studierte die Restaurants. Nachdem ich im Hostel Abendessen gegessen hatte, packte ich alle Sachen in den Rucksack und siehe da: Sie passten perfekt hinein. Nur sehr viel Platz habe ich leider nicht mehr und auch die Kameratasche muss nun leider draussen bleiben. Aber auf jeden Fall bin ich jetzt wieder mobil mit meinem Gepaeck und blamiere mich auch nicht mehr mit meinem grossen, schweren und quietschenden Koffer.

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  • 21Mar 2014

    135 Ich war auch mit dem Radel da 21.03.2014 Südafrika —

    Knysna Central, Knysna, Südafrika

    Beschreibung

    Heute hatte ich mir fest vorgenommen, eine kleine Fahrradtour zu machen. Erst einmal musste ich aber noch meine Unterkunft im naechsten Ort und den Transport dorthin organisieren. Danach ging ich dann zu dem Fahrrad-Shop und leihte mir ein Rad aus. Damit fuhr ich dann an der Lagune immer am Ufer auf einem schoenen Weg entlang. Da heute ein nationaler Feiertag war (Human Rights Day, also Tag der Menschenrechte), war auch relativ viel los, besonders auf den Picknick- und Barbeque- bzw. Braai-Plaetzen.

    Ich radelte erst einmal zu den Heads – den Koepfen. Das sind zwei Felsen, die direkt am Eingang der Lagune liegen, wo das Meerwasser in die Lagune fliesst. Von dort hat man einen tollen Blick auf die Lagune. Danach radelte ich auf eine kleine Insel, die nur aus Privathaeusern, Lodges und Ferienwohnungen bestand und ein kleines Naturreservat und einen Strand hatte. Eigentlich wollte ich auch ins Wasser huepfen, aber da vom Meer her ein recht starker Wind blies, liess ich es doch bleiben.

    Danach fuhr ich wieder zur Waterfront zurueck. Da ich heute kein Mittagessen hatte, goennte ich mir ein etwas groesseres, fruehes Abendessen, wieder im gleichen Restaurant wie gestern Mittag. Da ich schon wieder Sushi-Hunger hatte, bestellte ich diesmal eine etwas groessere Portion als Vorspeise und dann noch das Tages-Special – ein kleines Steak mit Spiegelei und Pommes. Danach setzte ich mich noch ein bisschen an den Yacht-Hafen und genoss das Treiben und den Sonnenuntergang.

    Danach fuhr ich zurueck ins Hostel. Da mein Bus erst um 22 Uhr fuhr, hatte ich noch ein bisschen Zeit.

    Um 23:30 und damit sogar eine halbe Stunde frueher als laut Fahrplan kam ich dann in Mossel Bay, meiner heutigen finalen Haltestelle, an. Ich hatte Glueck und bezog in der Jugendherberge ein kleines, separates Zimmer, in dem zwar zwei Betten standen, das eine aber offensichtlich diese Nacht leer blieb. Welch ein Privileg, ein Einzelzimmer zu haben!

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  • 22Mar 2014

    136 Mossel Bay 22.03.2014 Südafrika —

    De Nova, Mossel Bay, Südafrika

    Beschreibung

    Nachdem ich ausgeschlafen und gefruehstueckt hatte (hier war das Fruehstueck inklusive), ging ich dann auf Entdeckungstour durch Mossel Bay.

    Zuerst stattete ich dem hiesigen Museum einen Besuch ab. Dort gab es u.a. ein kleines Aquarium, eine recht grosse Muschelausstellung, einen botanischen Garten, eine Kopie des Schiffes von Bartolomeu Dias, mit dem er den suedlichsten Punkt Afrikas ermitteln sollte und dabei Mossel Bay entdeckte, und den Postbaum zu besichtigen. An diesem hing vor ca. 500 Jahren ein Kapitaen eine Nachricht von einer Schiffsreise und Schwierigkeiten auf dieser in einem Stiefel an einen Baum. Die Nachricht wurde einige Wochen spaeter von einem Kapitaen eines anderen Schiffes gefunden. Somit war das erste Postamt geboren und mehr oder weniger gleichzeitig an einer Stelle ca. 100 Meter entfernt auch die erste christliche Kirche Suedafrikas, da der Kapitaen, der die Nachricht gefunden hatte, ueber die darin enthaltene Warnung so dankbar war, dass er an dieser Stelle eine kleine Kapelle errichten liess, die damit der erste Ort christlicher Anbetung in Suedafrika war.

    Nach diesem recht langen Museumsbesuch ging ich dann an das Kap, denn Mossel Bay liegt schoen gelegen auf einer kleinen Landzunge am Meer. Dort beobachtete ich eine Weile ein paar Surfer, wie sie auf den Wellen ritten. Danach wollte ich eigentlich schwimmen gehen, sah aber aufgrund der felsigen Kueste und den starken Wellen keine richtige Moeglichkeit dazu. Stattdessen ging ich in eine kleine Forschungsanlage direkt an der Kueste, die ein paar Haie beherbergt und mit ihnen Forschungsarbeit betreibt. Ich kam gerade rechtzeitig zur Fuetterungszeit (was mich dann doch wieder ein bisschen an ein Aquarium erinnerte). Hier werden jedoch wirklich wissenschaftliche Forschungen zur Intelligenz der Haie betrieben und Meeresbiologie-Studenten aus der ganzen Welt koennen hier ein Praktikum absolvieren. Sehr interessant!

    Danach ging ich noch in eine Hoehle, die direkt unter dem Leuchtturm lag, und danach schaffte ich es wirklich noch, in einer ruhigen Stelle ins Meer zu steigen. Dann ging auch schon bald die Sonne unter und ich machte mich auf meinen Weg zurueck ins Hostel.

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  • 23Mar 2014

    137 Meine letzte Safari 23.03.2014 Südafrika —

    De Nova, Mossel Bay, Südafrika

    Beschreibung

    Heute hatte ich mal wieder einen Ausflug gebucht. Nach einem typischen Sonntagsfruehstueck mit weich gekochtem Ei (hatte ich ewig nicht mehr) wurde ich zu einem privaten Reservat gebracht. Hier hatte ich eine zweistuendige Safari auf dem Pferderuecken gebucht. Es heisst, man kann den Tieren auf einem Pferd naeher kommen als in einem Auto und da ich das bisher noch nicht gemacht hatte, wollte ich es auf jeden Fall noch probieren, waehrend ich in Afrika bin. Und es war auch wirklich gut! Wir sahen eine kleine Gruppe Elefanten, zwei Wasserboecke, vier Giraffen, wobei die Pferde bei denen etwas misstrauisch und aeusserst aufmerksam waren, und eine Gruppe von vier Breitmaulnashoernern, die fuer mich auch neu waren. Bisher hatte ich nur Spitzmaulnashoerner gesehen und ich muss sagen, die Breitmaulnashoerner sind im Gegensatz dazu riesig. Vor allem die Koepfe sind massiv! Eigentlich wollte mir der Reitfuehrer auch noch Bueffel zeigen, da wir uns in einem Big-Five-Reservat befanden, aber die haben wir nicht zu Gesicht gekriegt. War mir aber auch nicht so wichtig. Es war ein super Erlebnis, den Tieren nochmal aus einer anderen Perspektive zu begegnen und ich wuerde es jederzeit wieder machen.

    Nachdem wir wieder im Stall angelangt waren, wurde ich mehr oder weniger sofort von einem Mitarbeiter des Reservats abgeholt, da ich noch eine zweite Taetigkeit gebucht hatte. Ich wollte nochmal einen Elefanten fuettern, streicheln und nahe sein und so hatte ich noch eine Elefantenfuetterung gebucht. Ich stand mit einer kleinen Gruppe auf einer Plattform und wir konnten abwechselnd erst den Elefantenbullen und danach seinen Nachwuchs fuettern. Es ist immer wieder erstaunlich, was fuer eine Faszination diese Tiere ausueben. Ich war wie immer hin und weg. Vor allem der kleine Elefantenbulle war suess!!!

    Ich konnte leider nicht laenger bleiben, obwohl ich das gerne gewollt haette, denn mein Shuttle musste schon wieder jemand anderes abholen. Nachdem ich wieder im Hostel abgesetzt worden war, packte ich meine Sachen, ass ein schnelles Mittag und begab mich auf den Weg zum Strand. Mossel Bay hat naemlich auch einen richtigen Strand mit abgesperrtem Badebereich und Sand und allem, was dazugehoert. Dort verbrachte ich dann den Nachmittag und lernte waehrenddessen noch zwei Inder kennen, die auf einem Oeltanker arbeiten und gerade Landgang hatten.

    Als die Sonne immer tiefer hing und die Schatten am Strand immer laenger wurden, packte ich zusammen, ging kurz einkaufen und dann ins Hostel.

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  • 24Mar 2014

    138 Ankunft in Kapstadt 24.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Heute Vormittag ueberlegte ich kurz, ob ich noch laenger in Mossel Bay bleiben oder heute, wie geplant, nach Kapstadt fahren sollte. Doch da das Wetter heute und auch morgen nicht so rosig aussah, entschied ich mich zu fahren.

    Ich besorgte schnell die Tickets fuer den Bus, die man hier bequem im Supermarkt kaufen kann, und ging danach zum Leuchtturm von Mossel Bay, den ich bisher noch nicht besichtigt hatte. Es war recht truebe und ungemuetlich und somit perfektes Leuchtturmwetter. Die See peitschte ordentlich an die Steilkueste und die Felsen. Danach bereitete ich schnell mein Mittag zu und verzehrte es und danach kam dann auch schon bald mein Taxi.

    Der Bus sollte eigentlich um 13 Uhr losfahren, doch diesmal hatte er ordentlich Verspaetung und kam 1,5 Stunden zu spaet. Dementsprechend waren wir auch erst recht spaet in Kapstadt. Zum Glueck hatte ich mein Hostel schon gebucht und musste nur noch einchecken. Diesmal hatte ich leider kein Einzel- bzw. Doppelzimmer, wie in dem letzten Hostel, sondern war in einem 9-Mann-Zimmer untergebracht.

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  • 25Mar 2014

    139 Erste Erkundungen durch Kapstadt 25.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Nachdem ich einigermassen ausgeschlafen hatte, ging ich kurz einkaufen und machte dann ein ausgiebiges Fruehstueck. Um 10:30 Uhr ging ich in die Stadt und nahm an einer kostenlosen, dreistuendigen Stadtfuehrung teil. Danach ging ich in eines der vielen Museen Kapstadts, das frueher einmal eine Unterkunft fuer Sklaven war und heute ein Museum ueber Sklaverei und Oliver Tambo, ein südafrikanischer Anti-Apartheids-Politiker und Weggefaehrte von Nelson Mandela, beherbergt. Sehr interessant!

    Danach schlenderte ich durch die Strassen von Kapstadt, ging einkaufen und ging zurueck ins Hostel.

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  • 26Mar 2014

    140 Meeresbewohner und Jazz 26.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Heute ging ich an die Waterfront und besuchte das Two-Oceans-Aquarium, das superinteressant war. Mir hatten es hier vor allem die Felsenpinguine angetan, mit denen man durch die Glasscheibe sehr gut interagieren konnte.

    Nach einem Milchshake und einem leckeren Stück Kuchen ging ich noch zu einem Handwerksmarkt an der Waterfront und besuchte Davis, einer meiner Mitbewohner im Hostel, der hier einen Stand hat und Skulpturen aus recycelten Flipflops verkauft. Diese Idee finde ich wirklich gut und hoffe, dass er damit viel Erfolg und viele Abnehmer hat.

    Danach ging ich zum Greenmarket Square. Dort fand heute ein kostenloses Konzert mit verschiedenen Künstlern statt. Dies ist der Auftakt zu einem Jazz-Festival, das in den nächsten Tagen hier stattfindet mit vielen Konzerten an verschiedenen Stätten. Der Greenmarket Square ist sozusagen das Zentrum der Innenstadt, wenn es so etwas überhaupt gibt, und normalerweise ist hier tagsüber ein Handwerksmarkt mit lauter Ständen. Heute aber befand sich dort eine große Bühne und der Platz war übervölkert mit Menschen. Ich lernte eine Kapstädterin und ihre Familie kennen und unterhielt mich eine Weile mit ihr, bevor ich mich wieder – recht müde – ins Hostel begab.

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  • 27Mar 2014

    141 Robben Island und eine herrliche Bootstour 27.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Heute wollte ich mir Robben Island angucken, eines der Must-Sees in Kapstadt. Tickets hatte ich vorher schon im Internet gebucht, da es sonst hätte sein können, dass ich gar nicht hinkomme, weil die Tickets oft schon vorab ausverkauft sind. Also ging ich lieber auf Nummer sicher. Nach einer ca. 45-minütigen Überfahrt in einem der originalen Schiffe, auf denen schon die Häftlinge auf die Insel gebracht wurden, erreichten wir dann Robben Island, die zu meiner Überraschung recht groß ist, wenn man sie mit anderen Gefängnisinseln wie z.B. Alcatraz vergleicht.

    Kaum vom Schiff runter, wurde unsere Gruppe zweigeteilt. Meine Gruppe wurde in einen Bus manövriert, der dann in 45 Minuten um die halbe Insel fuhr und uns zu verschiedenen Stationen brachte. Wir sahen einen Friedhof, auf dem die Leprakranken beerdigt wurden (denn Robben Island war vor seiner Funktion als Gefängnisinsel eine Lepra-Siedlung), wir fuhren durch ein Dorf, in dem früher die Wärter mit ihren Familien und heute die Angestellten des Museums lebten – inklusive Postamt, Kirche etc und zu einem Steinbruch, in dem die Häftlinge arbeiteten. Vor dem Steinbruch befand sich ein großer Steinhaufen, der an den ersten Besuch Nelson Mandelas und seiner Mitgefangenen nach ihrer Entlassung erinnert. Mandela hielt an diesem Platz inne, nahm einen Stein und legte ihn auf den Boden. Die anderen ehemaligen Gefangenen sahen dies und daraufhin nahm jeder einen Stein und legte ihn dazu, sodass dieser große Steinhaufen entstand.

    Nach der Rundfahrt war es dann an uns, in das Innere des Gefängnisgebäudes zu gehen. Wir lernten unseren Tourguide kennen, ein ehemaliger Häftling, der insgesamt sechs Jahre auf Robben Island einsaß. Nach einer ausführlichen Fragestunde hatten wir dann leider nicht mehr soviel Zeit und hetzten mehr oder weniger durch die verschiedenen Gefängnistrakte und Innenhöfe. Die Tour ging natürlich auch an Nelson Mandelas Zelle vorbei, die mit einer Schlafdecke, einem kleinen Hocker, Essgeschirr und einem roten Blecheimer eingerichtet war.

    Danach mussten wir dann recht schnell auch schon wieder auf unser Schiff gehen. Doch dort erwartete uns eine böse Überraschung. Das Schiff, das uns eigentlich zurückbringen sollte, war kaputtgegangen und so wurden Ersatzschiffe von Charterunternehmen beauftragt, die Besucher zurückzubefördern. Ich war mit eine der Letzten meiner Gruppe und kurz bevor ich auf das Ersatzschiff, ein Glasbodenboot, einsteigen wollte, hieß es dummerweise, dass es voll war. Es hieß jedoch, zehn Minuten später würde ein weiteres Schiff nach Kapstadt fahren, mit dem dann die letzten zehn Leute fahren könnten. Wir waren nicht gerade glücklich darüber und gingen zu dem uns gezeigten Anlegeplatz und siehe da: Es war ein kleiner Segelkatamaran. Einer der Bootsleute erklärte uns dann, dass die Überfahrt nun 90 statt 45 Minuten dauern würde, da das Boot nicht so schnell fährt. Zu unserem „Unglück“ kam auch noch die Sonne heraus, sodass wir einen traumhaft schönen, 90-minütigen Katamarantörn bei bestem Wetter und mit Blick auf den Tafelberg und die Skyline Kapstadts genießen durften. Das war wirklich DAS Highlight des Tages. Manchmal lohnt es sich eben, langsam zu sein :-)

    Danach ging ich mit einer meiner Mitreisenden Mittag essen und schlenderte noch ein bisschen an der Waterfront entlang. Dabei besuchte ich noch den Jetty, von dem die Gefängnis-Schiffe mit den Gefangenen ursprünglich nach Robben Island ablegten. In dem früheren Transitgebäude für Gefangene, Gefängniswächter, deren Familien und Besucher befindet sich nun ein kleines Museum. Ich ging durch die Räume und entdeckte auf einem Bild sogar unseren Tourguide von heute Morgen.

    Danach taten mir die Füße weh und ich ging alsbald ins Hostel zurück.

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  • 28Mar 2014

    142 Auge in Auge mit einem Weißen Hai 28.03.2014 Südafrika —

    Gans Bay, Gans Bay, Südafrika

    Beschreibung

    Heute stand etwas für mich ganz Besonderes auf dem Programm, bei dem ich allerdings eine lange Zeit gehadert hatte, ob ich es tun sollte oder nicht. Denn eigentlich war es für mich immer klar gewesen, dass, wenn ich einmal in Südafrika bin, ich auf jeden Fall einmal einen Weißen Hai sehen und deswegen das Käfigtauchen machen werde. Doch da ich ja nun ein halbes Jahr mit dem Hintergrund der Arterhaltung und des Tier- und Umweltschutzes in Afrika unterwegs war, widersprach es nun meiner Intention und dem Zweck meiner Reise, etwas total Touristisches mit einem unter Artenschutz stehenden Tier zu machen. Aber in Mossel Bay hatte ich in der Forschungsanlage einen der angehenden Meeresbiologen gefragt, ob das Hai-Käfigtauchen irgendeinen Effekt auf das Verhalten der Tiere hat und dieser meinte, dass es die Tiere in keinerlei Weise in ihrem (Fress)Verhalten beeinflusst. Insofern hatte ich nun ein reines Gewissen und konnte mich dieser „Herausforderung“ stellen.

    Nachdem ich um 3:30 nachts vom Hostel abgeholt wurde und nach einer zweistündigen Autofahrt kamen wir dann in dem kleinen Küstenort Gansbaai an, von dem aus die Tour startete. Um sieben Uhr fuhren wir dann mit dem Boot hinaus. Ich lernte zwei Österreicherinnen kennen und wir beschlossen, zusammen in den Käfig zu steigen. Wir fuhren ca. 20 Minuten, bis wir plötzlich – gar nicht so weit von der Küste entfernt – hielten und den Anker warfen.

    Kaum angekommen – nach nicht einmal zwei, drei Minuten – meinte eine der Österreicherinnen auf einmal, sie hätte schon die erste Haiflosse gesehen. Ich dachte erst, das könne nicht sein und es wäre bestimmt ein Delfin, aber dann sah ich sie auch. Und sie hielt bereits auf unser Boot zu. So schnell hatte ich nicht mit dem ersten Hai gerechnet. Wie es sich nach ein paar Sekunden herausstellte, war es ein ca. 2,5 Meter (und somit ein recht kleiner) Weißer Hai, der langsam unser Boot umkreiste. Entgegen der allgemeinen Meinung, dass Weiße Haie blutrünstige Bestien ohne Gehirn seien, war dieser das ganze Gegenteil – äußerst schüchtern und vorsichtig umkreiste er unser Boot und beäugte uns. Noch bevor der Käfig überhaupt ins Wasser gelassen und die ersten Taucher ins Wasser gestiegen waren, war er schon wieder weg. Nun hieß es, den Hai anzulocken und zu warten.

    Der Käfig fasste insgesamt acht Personen, war an der Seite des Bootes befestigt und befand sich zu zwei Dritteln im Wasser und ein Drittel ragte aus dem Wasser heraus. Somit befand man sich immer an der Wasseroberfläche und brauchte keinerlei Tauchequipment wie Sauerstoffflasche oder Tauchjacket, wir bekamen lediglich einen Wetsuit, Tauchschuhe, einen Gürtel mit Gewichten und eine Taucherbrille. Das mit dem Anlocken läuft folgendermaßen ab: Der Hai wird mit Fischöl als Geruchsreiz angelockt und als optischer Reiz wird ein alter Thunfischkopf an einem Seil ins Wasser gehalten. Der Hai riecht das Fischöl und denkt, es befindet sich Beute in der Nähe. Wenn er dann näher an das Boot kommt, sieht er den Fischkopf als optisches Signal und schließt daraus, dass der Kopf so riecht. Wenn er dann nach dem Kopf schnappen will, wird dieser mit dem Seil am Käfig vorbeigeführt, sodass der Hai möglichst nahe am Käfig vorbeischwimmt. In dem Moment, wenn der Hai dem Kopf nahe kommt, ruft die Schiffsbesatzung den „Käfiginsassen“ zu, dass sie abtauchen sollen, um den Hai dann unter Wasser zu sehen. Die müssen sich dann im Käfig nur mit den Händen abstützen und mit dem Kopf unter Wasser gehen. So ist man immer nur knapp unter der Wasseroberfläche. Wenn einer Angst hat oder aus irgendeinem anderen Grund den Käfig verlassen will, ist das somit jederzeit möglich und insgesamt ist es eine sichere Sache.

    Nachdem also der erst Hai recht schnell wieder verschwunden war, mussten wir ein bisschen warten, bis wir dann den zweiten bei uns hatten. Dieser war ein bisschen größer und versuchte zweimal, an den Fischkopf zu gelangen. Danach wurde bereits die Tauchgruppe gewechselt und die nächste Gruppe stieg ins Wasser. Alsbald kam dann auch der nächste (oder noch mal der gleiche Hai?), der wieder zweimal nach dem Fischkopf schnappte. Danach war für ca. 30 bis 40 Minuten nichts mehr los, sodass dann auch diese Gruppe wieder aus dem Käfig stieg. Gerade, als der letzte Taucher den Käfig verlassen wollte, kam auf einmal noch ein Hai direkt auf den Käfig zugeschwommen und versetzte dem Käfig sogar noch einen kleinen Schlag mit der Schwanzflosse. Somit bekam der Mann, dieser kleine Glückspilz, noch eine kleine „Privatvorstellung“. Danach wurde dann die dritte Gruppe, in der wir uns befanden, in den Käfig gebeten. Wir hofften natürlich, dass wir nicht auch eine halbe Stunde in dem Wasser warten mussten. Bei uns kam dann recht schnell der nächste Hai. Doch leider waren die Sichtverhältnisse unter Wasser nicht sehr gut, sodass man nicht wirklich etwas sah – zumal es eh immer nur einen kurzen Moment dauerte, wenn der Hai direkt vor dem Käfig schwamm und man ihn dann auch noch suchen musste. Unsere Gruppe hatte am meisten Glück, denn bei uns kam insgesamt sechsmal ein Hai am Käfig vorbei. Doch von diesen sechs Malen sah ich nur zweimal etwas und dann, wie gesagt, auch nur ganz kurz. Insofern wäre es besser gewesen, auf dem Boot zu bleiben und die Haie von oben zu fotografieren, denn von dem oberen Deck des Bootes hatte man eine wirklich gute Sicht auf die Tiere. Nachdem wir dann wieder an Bord waren, zogen wir uns um und wir traten den Rückweg an. Eigentlich sollte das Ganze ca. vier Stunden dauern, doch da wir bereits etwa drei Stunden auf dem Boot waren und alle – zumindest theoretisch - einmal einen Hai an sich vorbeischwimmen gesehen hatten, wurden wir wieder an’s Ufer gebracht.

    Nach einem ausgiebigen Mittagessen und der obligatorischen Foto- und Videoshow wurden wir dann wieder zurück nach Kapstadt gebracht. Am Nachmittag ging ich wieder auf den Green Market Square und lauschte einem weiteren Konzert einer Band.

    Danach ging ich erstmal wieder ins Hostel, kehrte aber später am Abend nochmal mit Davis zum Markt zurück. Doch leider packte da die Band gerade ihre Sachen zusammen. Da Davis noch nichts zu Abend gegessen hatte, gingen wir in ein äthiopisches Café, das sich nicht weit von unserem Hostel befand. Dieses war total gemütlich mit allem möglichen Schnickschnack eingerichtet und die Atmosphäre dort war einfach super. Sie hatten sogar eine kleine Sitzecke auf einem erhöhten Podium, wo wir uns dann auch hinsetzten. Da wir inzwischen beide Hunger hatten, doch äthiopisches Essen überhaupt nicht kannten, bestellten wir eine Platte mit verschiedenen Gerichten. Wir erhielten eine riesengroße Platte mit verschiedenen Fleisch- und Gemüseragouts, die mit äthiopischen Gewürzen zubereitet waren, und die mit verschiedenen Sorten Wot, das sind Saucen, und mit viel Injera, das ist ein weiches gesäuertes Fladenbrot, serviert wurden. Gegessen wird wie folgt: Man reißt Stücke vom Injera mit der rechten Hand ab und greift sich damit eine mundgerechte Portion des Ragouts. Das Injera ist somit Speise und Teller zugleich (deswegen haben wir auch keine Teller gekriegt). Es war wirklich superlecker und einfach mal etwas anderes! Wir waren knallevoll, aber irgendwie sah die Platte hinterher nicht wirklich viel leerer aus als vorher. Aber auf jeden Fall war es ein toller Abend gewesen.

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  • 29Mar 2014

    143 Warten auf PJ 29.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Auf den heutigen Tag freute ich mich schon sehr. Denn heute würde ich endlich PJ wiedersehen. Er wollte mich noch für ein paar Tage sehen, bevor ich zurück nach Deutschland fliege und hatte sich extra noch einmal frei genommen. Zwischendurch hatte er schon Probleme gehabt, da alle Busse von Johannesburg nach Kapstadt ausverkauft waren – außer natürlich den richtig teuren. Deswegen musste er nun mit dem Zug fahren und sollte heute um ca. 15 Uhr ankommen. Ich freute mich schon riesig!!!

    Dafür musste ich allerdings noch einmal die Unterkunft wechseln, denn PJ kam mit einem Zelt, sodass wir so ordentlich Geld sparen konnten. Statt ca. 150 Rand pro Person und Nacht bezahlten wir so nur 100 Rand pro Nacht für beide. Da das Hostel in der Innenstadt allerdings keine Zeltplätze hatte bzw. ich nur eine einzige Jugendherberge in der Nähe der Innenstadt gefunden hatte, die überhaupt Zeltplätze anboten, musste ich also heute mein Quartier wechseln. Ich verabschiedete mich von der Betreiberin und dem einen oder anderen Bewohner, die ich inzwischen kennengelernt und liebgewonnen hatte. Es war dort wie eine kleine Wohngemeinschaft, da die meisten in Kapstadt arbeiten und deswegen mehr oder weniger Dauergäste sind. Das wird mir auf jeden Fall fehlen, denke ich. Danach fuhr ich mit meinem Riesenrucksack, dem kaputten Koffer und meinem kleinen Rucksack mit dem Bus zu meiner neuen Unterkunft.

    Auf dem Weg dorthin rief dann PJ an und eröffnete mir die nächste Hiobsbotschaft. Der Zug war auf der Strecke auf einmal stehengeblieben und bereits seit ein paar Stunden tat sich nichts. Somit wusste PJ nicht, ob er heute überhaupt nach Kapstadt kommen würde. Da ich jedoch erstmal für diese Nacht eine Unterkunft brauchte, buchte ich so für mich fest ein Bett in einem Mehrbettzimmer und für PJ erstmal unter Vorbehalt ein weiteres Bett. Danach ging ich in die Stadt und schlenderte umher, da ich nicht wirklich etwas mit mir anzufangen wusste außer Warten. Zwischendurch um 14 Uhr meldete sich PJ erneut mit der Nachricht, dass sie inzwischen wieder weitergefahren waren und so im Laufe des Abends in Kapstadt eintreffen mussten. Ich hörte noch bei einem Konzert des Festivals zu und ging dann in den Company’s Garden, einen schönen Garten in Kapstadts City. Mittlerweile war es 17 Uhr, als wieder mein Handy klingelte und mir PJ eröffnete, dass der Zug schon wieder liegen geblieben war und sie nun mit Bussen nach Kapstadt gebracht werden würden. Neue Ankunftszeit war nun 21:45. Ich hoffte das Beste und machte mich auf den Weg zurück zum neuen Hostel. Dort ging ich einkaufen, kochte Abendessen und machte mich dann um 21 Uhr auf den Weg zum Busterminal. Da ich keinen weiteren Anruf bekam, war ich ganz guter Hoffnung, dass die Zeit soweit stimmte.

    Es dauerte dann auch keine zehn Minuten nach meiner Ankunft, bis der erste Bus einfuhr, aus dem dann auch tatsächlich PJ heraustrat. Ich war überglücklich!!! Er reiste zum Glück mit extrem leichtem Gepäck, was gut war, denn der Bus, mit dem ich eigentlich zurückfahren wollte, blieb an der Bushaltestelle, an der wir warteten, nicht stehen, sondern rauschte einfach an uns vorbei. Also mussten wir den Weg zurück, ungefähr 45 Minuten, nochmal laufen. PJ aß dann noch schnell die Reste von meinem Abendessen und wir ließen uns in unsere Betten fallen. Unser Zeltplatz war inzwischen wieder vergeben worden, da konnte man leider nichts mehr machen.

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  • 30Mar 2014

    144 Heute ist Badetag! 30.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Heute mussten wir erstmal um unseren Zeltplatz kümmern. Es reiste heute zwar niemand ab, aber da wir fanden, dass es dennoch genug Platz in dem Hinterhof gab, um dort mindestens unser Zelt noch aufzustellen, mussten wir dies nur einer der Mädels vom Empfang zeigen. Die hatte auch kein Problem damit, diesen Zeltplatz an uns zu vergeben, obwohl es gestern noch gehießen hatte, der Zeltplatz wäre nun voll. Sehr komisch!!! Nachdem wir also unser Zelt aufgestellt und eingezogen waren, fuhren wir mit dem Bus an einen der Strände Kapstadts.

    Heute war eigentlich eher durchwachsenes Wetter mit vielen Wolken, doch zum Baden war es heute noch der idealste Tag. Das Wasser war recht kalt, da dies ja nun wieder der Atlantik ist, wo das Wasser direkt von der Antarktis kommt (genau wie in Namibia). Wir waren trotzdem wagemutig und stürzten uns in die Fluten, wurden jedoch von den Wellen ziemlich herumgewirbelt.

    Nach ein paar schönen Stunden am Strand, wobei sich dann auch wieder das Wetter besserte und auch die Sonne wieder rauskam, fuhren wir mit dem Bus wieder zurück, gingen einkauen und kochten uns etwas leckeres zum Abendessen. Wir beschlossen, die letzte Woche würde essensmäßig eine internationale Woche werden und beginge n den ersten Tag mit Hühnchen auf Currysauce und Pasta. Sehr lecker!

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  • 31Mar 2014

    145 Endlich den Blick vom Tafelberg genießen 31.03.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Heute stand nun das Ereignis an, der bei keinem Kapstadt-Besuch fehlen darf: die Erklimmung des Tafelberges! Heute war anscheinend der beste Tag dieser Woche dafür und wir konnten ja nicht auf das Wetter warten. Das ist nämlich so eine Sache mit dem Wetter. Man muss gucken, dass man einen möglichst klaren Tag erwischt, denn wenn man Pech hat, bildet sich recht rasch genau über dem Berg eine Wolke, die sogenannte table cloth, zu deutsch Tischdecke, die sich dann wirklich wie eine Decke über den Tafelberg legt und durch die man dann nichts mehr sehen kann. Und dies kann sogar innerhalb von fünf Minuten geschehen und ist auch recht häufig. Ich glaube, ich hatte den Tafelberg, seit ich in Kapstadt bin, nur einmal ohne Tischdecke gesehen. Also mussten wir die Gelegenheit nutzen!

    Erst einmal mussten wir den Weg vom Hostel zum Tafelberg zurücklegen. Leider war bereits das ein ziemlich steiler Aufstieg, der zudem noch eine Stunde dauerte. An der Talstation der Seilbahn, die auf den Gipfel führt, hatten wir dann eine kleine Diskussion, wie wir es nun machen wollten. PJ wollte gerne klettern, da er ja eh ein Klettermaxe ist und sich gerne fit hält und eigentlich hatte ich das ja auch so vorgehabt. Nun aber befürchtete ich, dass sich das Wetter vielleicht schnell ändern konnte und wollte nicht riskieren, dass wir nach einem mindestens 1,5 Stunden dauernden Aufstieg vielleicht auf einmal in einer Wolke standen und nichts sahen. Deswegen überredete ich PJ, hochwärts mit der Seilbahn zu fahren und bergab dann zu laufen. PJ willigte dann auch ein. So überwanden wir einen Höhenunterschied von 700 Metern in gerade einmal fünf Minuten.

    Der Tafelberg ist 1087 m hoch und von oben hat man einen fantastischen Blick sowohl auf die Stadt, die Strände und Robben Island als auch auf die Halbinsel hinunter zum Kap der Guten Hoffnung mit den sogenannten „Zwölf Aposteln“, zwölf Berggipfeln entlang der Kap-Halbinsel. Wir nahmen an einer Tour teil und wanderten danach noch einen von drei Wanderwegen oben auf dem Plateau entlang. Irgendwie dachte ich immer, dass dort oben nur Fels und Stein wäre, aber weit gefehlt. Etwa 1400 Pflanzenarten sind hier beheimatet – mehr als in ganz Großbritannien. Hier hatte ich dann auch meine erste wildwachsende Königsprotea, die Nationalblume Südafrikas, gesehen. Sonst kam ich mir größtenteils vor wie in einer Heidelandschaft oder manchmal auch wie in einem Moor, da es zwischendurch auch Feuchtzonen gab, über die dann ein Steg führte. Also wirklich ganz anders, als man es sich vorstellt. Nachdem wir noch zum höchsten Punkt des Tafelbergs gewandert waren, machten wir uns dann auf den Rückweg.

    Wie versprochen stiegen wir nun den Tafelberg wenigstens eigenfüßig herunter. Für diese Strecke brauchten wir 1:15 Stunden. PJ quengelte ein bisschen, weil er gerne schneller unterwegs gewesen wäre und überlegte schon, ob er an einem anderen Tag noch einmal herkommen und den Weg schnell hoch- und wieder heruntersteigen sollte. Ich sagte ihm, er könne das gerne tun –allerdings ohne mich, aber insgeheim wusste ich schon, dass dafür wahrscheinlich keine Zeit war.

    Danach gingen wir einkaufen und wollten eigentlich noch mal in die Stadt, aber irgendwie waren wir doch ziemlich platt von dem Tag und ruhten uns lieber aus. Das heutige Abendessen war ein deutsches: Käsespätzle. Nach meinem doch recht guten ersten Versuch auf der Farm war ich zuversichtlich, dass es auch diesmal klappen würde. Ich halbierte einfach die Zutaten durch zwei. Leider machte ich irgendetwas anders bei diesem Teig, da er im kochenden Wasser nicht richtig fest wurde, sondern sich stattdessen ganz im Gegenteil eher verflüssigte. Naja, am Ende hatte es dann doch einigermaßen geschmeckt.

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  • 01Apr 2014

    146 Waterfront, WM-Stadion und meterhohe Wellen 01.04.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Heute wolle ich PJ dann auch die Waterfront zeigen. Wir gingen noch mal in das kleine Robben Island-Museum am Hafen und schlenderten sonst gemütlich an der Wasserkante entlang. Danach statteten wir dem Kapstadt-Stadion einen Besuch ab, das eigens für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 erbaut wurde.

    Wir gingen noch ein bisschen an der Promenade im Stadtteil „Sea Point“ entlang, wobei PJ ordentlich von den Wellen, die an die Mauer klatschten, nassgemacht wurde. Danach fuhren wir mit dem Bus heim und ich bereitete das heutige mexikanische Abendessen – Burritos mit Hackfleisch – vor, was wir dann schnell und genüsslich verzehrten.

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  • 02Apr 2014

    147 Minigolf und äthiopisches Essen 02.04.2014 Südafrika —

    Cape Town City Centre, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Auch heute stand nicht groß etwas auf dem Programm. Da das Wetter heute nicht so toll werden sollte, gingen wir wieder zur Waterfront und spielten auf einem Indoor-Minigolf-Platz zwei Runden Minigolf, wobei sich PJ als kleines Naturtalent herausstellte, was mich natürlich wieder an den Rand der Verzweiflung brachte. Worin ist der Kerl eigentlich nicht gut?

    Dann fuhren wir wieder heim und bereiteten uns auf den späteren Abend vor. Heute blieb die Hostelküche für uns mal kalt, denn wir gingen aus. Ich wollte noch einmal in das äthiopische Café gehen und es auch PJ zeigen und so aßen wir dort noch einmal so etwas Ähnliches wie in der Woche zuvor. Auch diesmal war es wieder mehr als genug und auch wieder sehr lecker!

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  • 03Apr 2014

    148 Tagesausflug Kap-Halbinsel&Kap der Guten Hoffnung 03.04.2014 Südafrika —

    Cape Point, Cape Town, Südafrika

    Beschreibung

    Für unseren heutigen letzten Tag in Kapstadt hatte ich mir nochmal etwas Besonderes einfallen lassen. Ich hatte ein Auto gemietet, mit dem wir entlang der Kap-Halbinsel zum Kap der Guten Hoffnung fahren wollten.

    Nach einem kleinen Umweg, da der Chapman’s Peak Drive, eine wohl wunderschöne Küstenstraße aufgrund von Regenschäden leider gesperrt war, fuhren wir erst noch zu einem kleinen Örtchen namens Kommetjie, wo wir ein paar Surfern eine Weile zuguckten. An diesem Strand befanden sich auch zwei interessante Schilder. Eines war ein Warnschild, das vor Weißen Haien warnte und ein paar Tipps zu Verhaltensregeln gab. Das zweite war ein Schild mit Hinweisen, was zu tun ist, wenn Wale oder Delfine stranden. Was es nicht alles gibt! Aber im Notfall sicher sehr hilfreich!

    Weiter auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Stopp bei einer Straußen-Farm, um uns diese Vögel einmal aus der Nähe angucken zu können. Da gerade keiner in der Nähe war, versuchten wir sie auch zu füttern.

    Danach fuhren wir nun endlich zum Kap der Guten Hoffnung, das zum Tafelberg-Nationalpark gehört. Der Nationalpark erstreckt sich vom Tafelberg aus über die gesamte Kap-Halbinsel bis zur Kapspitze. Dieser Teil der Kap-Halbinsel ist wirklich wunderschön. Hier treffen hohe und steile Kliffs direkt auf das Meer und überall sieht man die Fynbos-Vegetation, die sich nur im Südwesten Südafrikas befindet. Auf der Fahrt sahen wir sogar eine für mich neue Antilopenart namens Buntbock, die ich vorher noch nie gesehen hatte.

    Das Kap der Guten Hoffnung ist genau genommen nur eine von zwei Spitzen der Halbinsel, das andere ist der Cape Point, auf dem sich auch der Leuchtturm befindet. Das Kap der Guten Hoffnung ist allerdings die bekanntere Spitze, würde ich sagen, und befindet sich etwas südlicher als der Cape Point und markiert außerdem den südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Außerdem ist er bis auf die Straße und den Parkplatz komplett naturbelassen – ganz im Gegenteil zum Cape Point. Wir fotografierten uns erst mit dem Schild und suchten dann nach ein paar Rock-Dassies, zu deutsch heißen sie Klippschliefer. Ich weiß gar nicht, ob ich von denen schon erzählt habe. Diese Nagetiere sehen ein bisschen wie eine Mischung zwischen Ratte und Meerschweinchen aus, sind allerdings um einiges größer, haben recht große Vorderzähne und leben überall im südlichen Afrika zwischen Felsen in Höhlen und Spalten. Und das Witzige an der Sache ist, dass sie die nächsten Verwandten zu Elefanten sind. Wir guckten in einer Felsspalte nach, sahen allerdings dort keine Dassies, aber dafür erblickte ich meine erste afrikanische Schlange – und noch dazu eine gefährliche. Es war eine Puffotter, die eingekringelt in der Spalte lag. Danach kletterten wir ein bisschen auf das Kliff und bewunderten den ca. 270-Grad-Ausblick auf das Meer. Dann stiegen wir wieder in unser Auto, statteten kurz dem Cape Point einen Besuch ab und fuhren dann an der Ostseite der Halbinsel wieder Richtung Norden.

    Wir fuhren zu einem besonderen Strand namens Boulders Beach, auf der eine Kolonie von Brillenpinguinen beheimatet ist. Als wir Richtung Strand gingen, sahen wir schon den ersten auf einem der zahlreichen Felsen, nach denen der Strand benannt ist, stehen. Etwas weiter abseits war sogar eine ganze Gruppe, an die man auch recht nah herankam. Sie waren wirklich süß. Danach sammelten wir noch ein bisschen Müll ein, der am Strand verteilt war. Es ist wirklich unglaublich, dass die Menschen ihren Müll überall liegenlassen – auch in Nationalparks oder an Stellen, wo sie wissen, dass dort Wildtiere leben. Wir hatten so eine Müllsammelaktion auch schon einmal im Nationalpark bei den Viktoriafällen gemacht, aber nach zwei Wochen sah alles schon wieder genauso aus wie vorher. Eigentlich ist es hoffnungslos, aber ich kann es trotzdem nicht sehen, wenn soviel Müll herumliegt. Leider konnten wir nicht allzu lang bei den Pinguinen bleiben, weil wir heute noch etwas vorhatten, was wir unbedingt noch in Kapstadt machen wollten. Und davor mussten wir in Kapstadt sein, bevor die Sonne unterging. Also drückten wir ein bisschen auf die Tube und erreichten unser Ziel noch rechtzeitig.

    Wir wollten nämlich noch auf einen weiteren Hausberg von Kapstadt klettern und uns von dort den Sonnenuntergang angucken. Der Berg heißt Lion’s Head (Löwenkopf), ist nur 669 Meter hoch und vom Gipfel hat man einen fantastischen 360-Grad-Blick. Leider waren wir dann aber doch nicht rechtzeitig da, um bis ganz zum Gipfel zu gelangen. So machten wir dann an einer geeigneten Stelle Stopp und beobachteten den Sonnenuntergang über dem Meer. Da wir keine richtige Taschen- oder Stirnlampe dabeihatten, mussten wir uns alsbald auch schon wieder auf den Rückweg machen. Wir konnten während des Abstiegs noch ein tolles Phänomen beobachten, nämlich wie die table cloth vom Tafelbergmassiv Richtung Küste zog. Und auch Kapstadt noch einmal bei Nacht mit all seinen Lichtern zu sehen, war sehr schön. Ich werde diese Stadt auf jeden Fall vermissen.

    Nach einem kurzen Einkauf, einem raschen Abendessen und einem schnellen Vorbereiten auf unsere bevorstehende Fahrt nach Johannesburg organisierten wir noch schnell eine Flasche Wein, die wir einem unserer Hostelmitbewohner überreichten. Er hatte auch eine längere Afrikatour hinter sich und versuchte nun, sein Zelt, seinen Schlafsack und seine Matratze loszuwerden. Wir hatten seinen Aushang diese Woche gesehen und uns mit ihm getroffen; die Sachen waren in Ordnung und alles, was er dafür haben wollte, war eine gute Flasche Weißwein, die wir ihm nun übergaben. Das war wirklich ein gutes Tauschgeschäft, da PJ schon länger nach einem Zelt suchte. Er hatte sich ja immer ein Zelt und einen Schlafsack leihen müssen und auch noch dafür bezahlen müssen – nun hatte er sein eigenes Campingequipment und das Ganze für ’nen Appel und ’n Ei. Wirklich super! Glücklich und zufrieden fielen wir dann ins Bett.

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  • 04Apr 2014

    149 Eine Zugfahrt, die ist (nicht so) lustig 04.04.2014 Südafrika —

    West End, Kimberley, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war nun Abschiednehmen von Kapstadt angesagt. Für die Fahrt nach Johannesburg hatte ich noch einmal etwas Neues vor: Da PJ schon auf dem Herweg mit dem Zug gefahren war und es wirklich die günstigste Möglichkeit ist zu reisen, entschieden wir uns dafür, auch auf der Rückfahrt mit dem Zug zu fahren. Vor uns lag eine 26 Stunden dauernde Zugfahrt und wir hofften, dass es diesmal zu keinen großen Verspätungen kommen würde. Der Zug hieß „Shosholoza Meyl“ (setzt sich zusammen aus den Wörtern Shosholoza, ein Volkslied, das von Arbeitern bei der Zugfahrt handelt und Meyl, was etwa Langstreckenzug heißt) und fuhr überpünktlich um 10 Uhr los. Er war recht überfüllt, wie ich das während meiner seltenen Zugfahrten in Deutschland kannte, nur dass die Sitze leider nicht so bequem waren. Dafür gab es einen Speisewagen mit Restaurantbetrieb und wer mehr bezahlte, konnte ein Privatabteil mit Betten und Gemeinschafts-Badezimmer buchen. Naja, wir waren in der Holzklasse und der Name war Programm.

    Wir hatten eine volle Plastetüte mit Essen und Trinken mitgenommen, die sich im Laufe des Tages immer mehr leerte. Mittags verspeisten wir unsere Sandwiches, zum Abendessen gab es fertig gekauftes Sushi und Nachos mit Salsa-Sauce und wir tranken ein letztes Mal unseren heißgeliebten Cuba Libre. Die Nacht war noch schlimmer als im Bus, sodass ich jetzt davon ausgehe, dass ich in den Bussen doch immer ein bisschen geschlafen haben musste. In dem Zug kriegte ich allerdings wirklich kein Auge zu, egal wie ich mich drehte und wendete. Und sogar PJ konnte nicht wirklich schlafen, das will schon was heißen.

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  • 05Apr 2014

    150 Ein Abend in Johannesburg 05.04.2014 Südafrika —

    Johannesburg, Johannesburg, Südafrika

    Beschreibung

    Am nächsten Tag war dann leider unsere Fresstüte ziemlich leer und wir hofften auf einen Stopp, an dem man etwas kaufen konnte, da die Preise im Restaurant ziemlich hoch waren. Es gab zwar auch einen Stopp, aber nicht, damit die Passagiere sich verpflegen konnten, sondern weil es schon wieder zu einer Verzögerung auf der Strecke aufgrund von einem Unfall kam. So mussten wir bis zu unserer Ankunft hungern, die zum Glück nur um zwei Stunden verzögert war.

    Wir fuhren noch kurz mit der Metro, bis wir dann in der Nähe des Flughafens unser Quartier bezogen. Zum letzten Mal bauten wir unser Zelt auf bzw. zum ersten Mal bauten wir das neue Zelt auf. Das musste schließlich einmal getestet werden. Danach packten wir unsere Rucksäcke und ich staunte nicht schlecht, als alle meine Sachen in meinen neuen Rucksack hineinpassten. Ich befürchtete schon, entweder den großen Koffer mitschleppen oder etwas dalassen zu müssen. Aber nun war ich beruhigt.

    Wir machten uns fertig und gingen dann in einem Restaurant gleich um die Ecke ein letztes Mal essen. Wir gönnten uns noch einmal was und bestellten drei Gänge. Ich wollte noch einmal Wild essen und bestellte somit als Vorspeise Salat mit Kudu-Carpaccio, das einzige Wildgericht auf der Karte. Zum Hauptgericht gab es für mich Pasta mit Pesto und italienischem Gemüse und für PJ Chicken Wings und Spare Ribs und zum Dessert orderten wir Panna Cotta und Schokoladenkuchen mit Eis – sehr afrikansch :-) Damit beschlossen wir dann unsere internationale Woche.

    Satt und zufrieden ging es dann ins neue Zelt und auf die neue Matratze.

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  • 06Apr 2014

    151 Abschiednehmen von PJ und von Afrika 06.04.2014 Südafrika —

    Johannesburg, Johannesburg, Südafrika

    Beschreibung

    Heute war nun also mein letzter Tag meiner Afrikareise angebrochen. Ich kann gar nicht glauben, wie schnell ein halbes Jahr vergangen ist. Es war irgendwie unwirklich, wenn ich bedachte, dass ich ein paar Stunden später in einem Flugzeug sitzen würde, das mich Tausende von Kilometern weit weg bringen würde.

    Nunja, nachdem wir das Zelt abgebaut und unsere Sachen zusammengepackt hatten, machten wir ein ausführliches Frühstück, bevor es dann schon mit unserem Shuttle-Bus losging. PJ wurde zuerst zur Metro-Station gebracht, wo dann der endgültige Abschied von PJ anstand. Da im Shuttle-Bus noch andere Leute saßen und wir bereits ein bisschen in Zeitnot waren, war es zum Glück ein kurzer Abschied und ich hatte gar keine große Zeit zum Traurigsein. Danach wurde ich mit einem anderen Gast des Hostels zum Flughafen gebracht.

    Ich hatte insgesamt drei Stunden Zeit, bevor mein Flug ging und schlenderte nach dem Check-In noch ein bisschen herum. Mein Flug ging von Johannesburg nach Doha, der Hauptstadt von Qatar. Mit einer halben Stunde Verspätung starteten wir dann. Ich hatte mir ja vorgenommen, nicht mehr so ängstlich während des Fliegens zu sein und das gelang mir auch recht gut. Der Flug war aber zum Glück auch sehr ruhig :-)

    Um Mitternacht in Doha angekommen, steuerte ich gleich auf einen der Desks von Qatar Airways zu, da ich meinen Sitzplatz für den nächsten Flug ändern wollte. Dort wurde ich von der Dame gefragt, ob sie mir ein Hotelzimmer reservieren solle. Ich verneinte, da ich möglichst wenig Geld ausgeben wollte und mich bereits auf eine unbequeme Nacht am Flughafen vorbereitete. Schließlich hatte ich einen Aufenthalt von 14 Stunden, bevor es weiterging. Sie fragte mich, ob sie mir wenigstens ein paar kostenlose Essensgutscheine geben könne. Erst da begriff ich, dass auch das Hotelzimmer umsonst war. Das ist nur bei einem Zwischenstopp in Qatar Standard und auch nur, wenn man einen Mindestaufenthalt von sechs Stunden über Nacht hat. Natürlich sagte ich dazu nicht Nein und innerhalb von 1,5 Stunden wurde ein Hotelzimmer gebucht und ich wurde mit einem ShuttleBus zu einem Vier-Sterne-Hotel mitten in der Innenstadt von Doha gebracht. Das Zimmer war ordentlich groß und schon eher eine Suite. Um 2 Uhr knippste ich dann endlich das Licht aus.

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  • 07Apr 2014

    152 Eine schöne Nacht in Qatar 07.04.2014 Südafrika —

    Johannesburg, Johannesburg, Südafrika

    Beschreibung

    Nach einer super angenehmen und erholsamen Nacht genoss ich ein herrliches Frühstück von einem großen Frühstücksbüffet und nahm das Wellnessprogramm unter die Lupe. Leider konnte ich nichts mehr davon in Anspruch nehmen, da mein Shuttlebus zurück zum Flughafen bereits um 11 Uhr abfuhr. Doch zumindest ging ich auf die Dachterrasse, wo sich der Pool befand und besah mir die Aussicht, die mich doch sehr an Abu Dhabi erinnerte mit ihren vielen Hochhäusern und Baustellen.

    Pünktlich um 13:30 hob dann der Flieger Richtung Frankfurt ab, wo ich dann um 19:00 landete.

    Zu diesem Zeitpunkt war dann leider meine Amerika-Reise endgültig beendet.

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  • 07Apr 2014

    153 Zusammenfassung einer unvergesslichen Reise 07.04.2014 Südafrika —

    Johannesburg, Johannesburg, Südafrika

    Beschreibung

    Nun ist also mein Afrika-Abenteuer schon wieder vorbei und ich kann gar nicht glauben, wie schnell ein halbes Jahr vergangen ist.

    Zu meiner Zeit in Südafrika muss ich sagen, dass Südafrika an sich ein sehr schönes Land ist mit tollen Städten und beeindruckender Küstenlandschaft. Wenn ich Südafrika jedoch mit den anderen südafrikanischen Ländern vergleiche, muss ich sagen, dass es mir gar nicht so gut gefallen hat, weil dort alles schon so sehr weiter entwickelt war. Da kam ich mir teilweise eher wie in Europa oder Amerika vor. Mir persönlich hat das "ursprüngliche", wenn vielleicht auch etwas rückständige Afrika doch sehr viel besser gefallen und ich habe mich sehr danach zurückgesehnt.

    Ich kann nur sagen, es war eine unvergleichliche und unvergessliche Reise gewesen. Ich bin mit der Absicht dorthin gefahren, mich für den Artenschutz zu engagieren und auch etwas von Land und Leuten und der Kultur kennenzulernen. Doch meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Ich hatte tolle und interessante Arbeitsstellen, und hatte am Ende sogar das Gefühl, vielleicht doch ein kleines bisschen im Tier- und Umweltschutz und auch etwas Positives im Leben meiner Waisenhauskinder erreicht zu haben. Außerdem kamen die unzähligen unvergesslichen Erlebnisse mit den Tieren hinzu. Und noch dazu habe ich superliebe Menschen kennengelernt, an deren Leben ich teilnehmen und – mehr sogar - ich sogar einen Teil ihres Lebens werden durfte.

    In den ersten Wochen war ich noch voller Unsicherheit und Zweifel, ob ich es als alleinreisende Frau überhaupt schaffe, mich in Afrika zurechtzufinden und ob es sicher für mich ist, alleine herumzureisen. Doch nach ein paar Wochen fühlte ich mich teilweise schon sehr gut im afrikanischen Leben zurecht und kam mir schon ein bisschen wie eine Einheimische vor. Am Anfang kam ich mir seltsam vor, wenn ich als einzige Weiße unter all den schwarzen Afrikanern in einer Bar war, doch zum Schluss war das für mich schon fast eine Selbstverständlichkeit und ich fühlte mich unter Afrikanern teilweise wohler als unter Europäern oder weißen Afrikanern.

    Ganz am Anfang hatte ich einmal ein Schild gelesen, auf dem stand: „We hope you have an experience that alters your life, because after Africa nothing will ever be the same“ Und ich muss sagen, ich wusste damals nicht so richtig, was damit gemeint war. Aber nun kann mich dem nur voll und ganz anschließen und ich verstehe auch die Botschaft. Afrika geht ins Herz und unter die Haut und das liegt vor allem an den Menschen und deren Freundlichkeit, Offenheit und Herzlichkeit. Ein kleiner Teil von mir ist in Afrika geblieben und Afrika wird immer in meinem Herzen bleiben.

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