Mahangu Plane deine nächste Reise gemeinsam mit Freunden und verwalte Reisedokumente. Erstelle kostenlosen Reiseblog und lade Fotos und Videos hoch. Fasse die Höhepunkte deiner Reise in einem Film zusammen. Einfachheit die besticht, absolute Privatsphäre und keine Limiten für Fotos oder Videos.

Trip Schneider und Josi reisen herum Schneider und Josi reisen herum 30.12.2013   "Wer naemlich mit "ae" schreibt ist viel zu weit weg" (Unbekannt) "Don't... Christian Schneider (DE) Joseffa Nikktin (DE)
Costa Rica Deutschland Guatemala Honduras ... und 11 mehr

Schneider und Josi reisen herum

Folgen

"Wer naemlich mit "ae" schreibt ist viel zu weit weg"
(Unbekannt)

"Don't go north, it's very dangerous"
(Das jeweils südliche Nachbarland)

"No money, no honey"
(Kambodschaner)

"Where you going?"
(Indonesier)

Means of Transport
Fahrrad Boot Bus / Truck Auto Zu Fuss Motorrad Flugzeug Zug
  • 29Dec 2013

    1 es geht los 29.12.2013 Deutschland —

    Altstadt, Frankfurt, Deutschland

    Kommentare

  • 30Dec 2013

    2 Habana baby 30.12.2013 Kuba —

    Havana, Kuba

    Beschreibung

    Habana baby - Ein großartiger Start für eine tolle Reise

    Unser großes Abenteuer begann am 30.12.2013 in Berlin. Unsere gute Seele Scheffi brachte uns nach Tegel, meine geliebte Familie kam, um uns zu verabschieden und mein Brüderchen (und angehender Insektologe) Oskar hat mir ein herzzerreißendes, selbstgebasteltes Reisegeschenk gegeben: ein Kalender mit Türchen für jedes Land, das wir bereisen wollen, der uns vor den jeweils gefährlichsten Tieren und Insekten warnt!

    12,5 Flugstunden und 2 vegane Premiummenüs später waren wir schon im aufregenden Kuba! Bei der Taxifahrt bezahlten wir sogleich unser erstes Lehrgeld, denn wie wir später erfahren haben, sollte man sich nie nie nie von irgendjemanden (auch nicht wenn die Person durch ein walkie talkie seriös wirkt) zu einer Unterkunft, einem Restaurant, einem Taxi oder ähnlichem bringen lassen. Der freundliche Helfer kassiert in jedem Fall 5 CUC (ca. 4 €), was der Anbieter natürlich auf die dummen Kunden abwälzt.
    Unsere Unterkunft in Form eines casa particular in der calle salud 262 lag mitten in Chinatown und gehörte zu Denis und Marta. Vor einigen Jahren lockerte die Regierung die Gesetze für Privatleute und seitdem dürfen sie Gästezimmer in ihrer Wohnung oder ihrem Haus anbieten. Das bringt ihnen neben einer hohen Steuer und spontanen Kontrollbesuchen viel Geld und uns einen einzigartigen Einblick in das Leben der Kubaner. Unser Zimmer, war wie die ganze Wohnung sehr kitschig eingerichtet: Schwan und Bonbon aus Handtuch, schreiend pinke Bettdecke und ein Schildkrötenkopf. Beim abendlichen Spaziergang durch die dunklen Gassen des ärmlichen Centro Habanas bekam es Christian beim Anblick der heruntergekommenen Wohnhäuser etwas mit der Angst zu tun. Die folgenden Tage sollten uns jedoch darüber belehren, dass die Bewohner nicht so arm sind wie ihre Häuser aussehen und dass mit Armut nicht gleich Kriminalität gegenüber gringos einhergeht.

    Wir lernten unsere Vermieter besser kennen und tranken Kuba mit ihnen. Sie haben leider einen starken Akzent, nuschelten viele Silben weg und gaben sich wenig Mühe in einfachem Spanisch mit mir zu sprechen. Unserem Wunsch nach veganem Frühstück kamen sie vorbildlich nach. Es gab weiches Weißbrot, Früchte und Gemüse, frischen Guavensaft, Senf und Ketchup.
    Vom Balkon aus und vor Ort mittendrin schauten wir dem bunten Treiben in unserer Straße zu: Händler verkauften mehr oder weniger frisches Obst, Mädels banden schöne Blumensträuße und verunstalten sie dann mit Glitzerspray, Frauen mit Lockenwicklern im Haar und halbnackte Männer kauften die Waren.
    Bei unserem ersten Stadtrundgang wurde klar, dass so gut wieder jeder versucht sein Geschäft mit den Touristen zu machen. Wir konnten keine 5 Meter gehen ohne Angebote für casas, Taxi-, Kutsch-, Oldtimer- oder Rikschafahrten (hier "bici taxi", von bicicleta, Fahrrad), Restaurants oder Führungen durch die Stadt, Museen oder Fabriken zu bekommen. Christian musste noch lernen, dass er nicht jedem eine persönliche Absage erteilen kann und einfach weiterlaufen muss.

    Havanna hat 3 zentrale Stadtteile, die sehenswert und nicht gefährlich sind: Habana Vieja, Centro Habana und Vedado. Alle liegen am Meer und sind daher mit dem Dammweg Malecon verbunden.
    Wie der Name schon sagt handelt es sich beim ersten Viertel um die Altstadt. Sie steht für wunderschöne und gepflegte Kolonialbauten, viele Hotels, Museen und Restaurants. Außerdem gibt es viele Touristen, einen Bücherflohmarkt, bunt gekleidete Blumenfrauen und einen Blick auf die Halbinsel mit einer Burg, einer Christusstatue und den Hersheybahnhof (mehr dazu im nächsten Teil). Als wir bei plötzlichem Regen Schutz unter einem Dachvorsprung suchten kam Christian mit einem schmalen älteren Rastamann ins Gespräch, der ihm einen Schluck Wodka schenkte und uns zu seinem abendlichen Boxkampf einlud. Ab da an liebte Christian die Stadt!
    Wir wohnten in Centro Habana, wozu auch das Barrio Chino (Chinatown) zählt. Die Straßen sind enger, die einst schönen Kolonialgebäude heruntergekommener (aber teils liebevoll dekoriert und bepflanzt), Müllberge türmen sich an Kreuzungen. Durch einen Spaziergang durch diese Gegend erhält man einen guten Einblick in den Alltag und das Leben der kubanischen Hauptstädtler. Die Wohnungen und Häuser haben keinen Flur und die Türen und Fenster sind zur Freude unserer neugierigen Augen ganztags offen. Wir dachten wegen des schlechten Zustandes der Häuser, dass die Leute hier ärmlicher sind. Riesige Flatscreens, gutbestückte Regale und fette Stereoanlagen in den Wohnungen sowie mit iphones-telefonierende Jugendliche belehrten uns eines Besseren. Die Wohnzimmer beginnen zumeist schon auf dem Fußweg: dort werden Sofas, Tische und Stühle für das Dominospiel mit den Nachbarn rausgestellt, laute Salsaklänge und Beats verwandelten viele Straßen vor allem abends in Tanzbars. Ansonsten gibt es nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten. Wir verirrteen uns glücklicherweise einmal zufällig in den Patio de Hamel, ein Kunsthof eines afrokubanischen Gemeindeprojektes. Dort wurden die Heiligen des Santería-Glaubens künstlerisch dargestellt. Der junge Bäcker Julio erzählte uns, dass Santería eine Mischung aus Katholizismus und einer afrikanischen Religion ist; jeder Heilige hat einen afrikanischen sowie einen katholischen Namen und wird durch eine eigene Farbe dargestellt. Bei einem überteuerten aber wohl einzigartigen Cocktail erzählte er uns noch viel über die Probleme in Kuba. Einem Arzt würde es wohl schlechter gehen als z.B. Kellnern, da er nicht in der höherwertigen Touristenwährung bezahlt wird.
    An der Grenze von Altstadt und Zentrum steht eines der imposantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt: das capitolio nacional, einer zu Zeiten der freundschaftlichen Beziehung zu den USA gebauten Kopie des Kapitols in Washington DC. Es war aber gerade in Folie und Gerüsten gewickelt, als wir dort waren.
    Vedado ist das schmucke Villenviertel der Stadt. Die Planung am Reißbrett in den wirtschaftlich starken Jahren der 20'er bis 50'er mit Vorbildervorstädtchen aus Florida brachte Straßen voller bunter Einfamilienhäuser in ruhiger Umgebung hervor. Die von wunderschönen großen Bäumen gesäumten Straßen sind breiter und sauberer. Neben diesem Wohngebiet gibt es in Vedado viele Denkmäler, geschichtsträchtige und wichtige Gebäude und den obligatorischen Plaza de la Revolución (den wir aber erst bei einem späteren Abstecher in die Hauptstadt besichtigten). Ein paar interessante Beispiele:
    - Hotel Nacional: einstiger Ort für eines der weltweit bedeutendsten Mafiatreffen und Schauplatz der Greueltaten des damaligen Diktators Batistas
    - Hotel Habana Libre: Kubas erstes Hiltonhotel, das jedoch wenige Monate nach der Eröffnung von Fidel Castro nach seinem Sieg über Batista in Beschlag genommen und umbenannt wurde (heißt bis heute so)
    - Gebäude der US Interest Sections, prominent am Meer gelegen; die Kubaner bauten direkt davor den Plaza de la Dignidad (Platz der Würde, genutzt für Demonstration und Kundgebungen) und versperrten den Amis mit einem Feld voller Kubafahnen die Aussicht.
    In Vedado haben wir in der Nähe der Universität in einem sog. Paladar gespeist, im Prinzip das gastronomische Pendant zum casa particular (auch von Privatleuten betrieben, oftmals in ihrem Wohnräumen). Dort hat eine 94-jährige Lady unentgeltlich unser Reis mit Bohnen-Gericht musikalisch mit Gesang und Gitarre bereichert.

    Silvester aßen wir auch in einem kitschigen Altstadt-Paladar namens "la mulata del sabor", also die Mulattin des Geschmacks...Zum Feiern gingen wir in die Kneipe "chanchulleros" in der Calle Brasil. Dort gab es Touristen und Einheimische, erfreulicherweise keinen Gästefänger, Essen und Trinken, Kritzleien an den Wänden, Musik der letzten 20 Jahre - alles in allem eine Bar im abgewrackten Berlin-schick so, wie wir es kennen und mögen nur mit viel stärkeren Cocktails (Mischverhältnis vermutlich 1:1). Wir lernten die des englisch mächtigen Kubaner Reynaldo (40jähriger Kellner und Hiphopper - wir sind jetzt seine bro's) und Yassec (ruhigerer Gefährte, der für die Importgeschäfte Kubas zuständig ist) kennen und verbrachten die restliche Silvesternacht mit ihnen. Sie gaben uns Getränke aus und von ihrem Essen ab und plauderten herzhaft mit uns. Wir schlenderten zum Malecon, Rey spielte Gitarre, zeigte uns das Restaurant in dem er arbeitet und schließlich gingen wir zu irgendeinem Hotel wo ein Club drin sein sollte. Dort angekommen wurde mir aber schlagartig klar, dass ich weniger kubanische als deutsche Cocktails vertrage und wir mussten gehen...Die Jungs waren darüber sehr traurig, aber wir hatten ja zu ihrem Trost leider Emailadressen getauscht. Leider, weil mir der gute Yassec nun ganz schön auf den Keks geht! Er hat mir schon mehrere Nachrichten geschickt, es hat sich von "hey, its your friend Yassec" gesteigert bis "du bist der tollste Mensch den ich je getroffen habe". Die Mail an Christian hatte im Prinzip die schlichte Aussage " nice to meet you ". Davon abgesehen, das mir das ziemlich unangenehm ist haben wir auch keine Gesprächsthemen. Seinen Namen konnten wir uns nicht merken, den haben wir erst durch seine Mail erfahren...
    Am 01.Januar feiern die Kubaner nicht etwa den Beginn des neuen Jahres, sondern ohne großes Tamtam im Familienkreis den Tag der Befreiung..... ln diesem Jahr beglückwünschte wirklich jeder jeden zum 55. Jubiläum des Dia de la Resolución.

    Am Morgen unserer Abreise wurden wir von einem Hahn geweckt. In Havanna. In der Hauptstadt Kubas. In einer 2 Millioneneinwohnerstadt!

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 02Jan 2014

    3 Playa Jibacoa - du warst den Aufwand nicht wert! 02.01.2014 Kuba —

    Playa Jibacoa, Kuba

    Beschreibung

    Nach einem schönen Sonnenaufgang über den Dächern der kubanischen Hauptstadt und unserem letzten Frühstück in Havanna verabschiedeten wir uns von Denis und Marta und gingen durch die mit morgendlichem Trubel belebten Straßen. Unser Ziel war der Hafen Malle Luz. Vorbei an Händlern, die ihre Waren in Holzkarren und den fleißigen Bici-Taxi-Stramplern, die ihre Dienste anboten.
    Am Hafen angekommen erwartete uns 7 MitarbeiterInnen der stolzen "10-Minuten-über-die-Bucht-Flotte" und unterzogen uns sogleich einer Kontrolle, wie am Flughafen. Nicht ganz so streng aber vielleicht doch effektiv. Hoffentlich, denn wie wir erfahren haben wurde die Fähre bereits 2 Mal entführt und zum Zweck der illegalen Ausreise in die USA übernommen. Ob die Aktionen erfolgreich waren oder wie sie aufgehalten wurden haben wir nicht erfahren. Das schwierigste für uns war an dieser Stelle die Rucksäcke schnell aus- und wieder einzupacken und dem 60-jährigen Kubaopi zu erzählen, dass das kleine elektrische Gerät keine Bombe ist, sondern ein gerät um Bücher zum lesen.
    Auf der anderen Seite , in Casablanca angekommen schaute eine riesige Christus-Statue auf uns herab.
    Am Bahnhof des Elektrozuges "Hershey" fanden wir weitere Touristen und Backpacker, aber mehr Kubaner, die vor Fahrtbeginn mit dem Bahnpersonal feixten.
    Die Zugstrecke führt durch Mayabeque und verbindet die beiden Städte Havanna und Matanzas. Sie wurde 1921 errichtet, um die Arbeiter und Produkte zwischen der Zuckerfabrik des amerikanischen "Schokoladenkönigs" Milton Hershey und den 2 Städten zu transportieren. Die Fahrt ist ein echtes Erlebnis. Harte Sitze, eine holprige Strecke und längere Wartezeiten ohne erkennbaren Grund (meist aber wegen Tieren auf den Gleisen). Aber die Aussicht ist grandios. Imposante Bergketten, weite Täler, Palmenwälder,kleine Bauernhöfe, weidende Kühe, angepflockte Pferde... und all das kann man sehr gut genießen, denn schnell ist Hershey nicht. Auch hält er ab und zu an, damit Mitreisende direkt an ihren Hütten aussteigen können. Und so zieht sich die Fahrt von 90 Kilometern auch 4 Stunden hin. Für 3 CUC pro Person ist es wohl aber auch die günstigste Methode um das kleine Stück nach Osten zu kommen.

    Wir steigen an der Haltestelle Pueblo Jibacoa aus, um den angeblich 4km langen Weg ans Meer, zu schönen Stränden und einem tollen Camp mit Internet zu meistern. 4km? Pustekuchen! Der Weg war, wenn auch sehr beschwerlich, dank schwerem Gepäck und sengender Hitze , sehr schön. Zwischen den Palmen und Bananenplantagen standen vereinzelt kleine Hütten und im Hintergrund ragten wieder die Berghänge empor. Auf den Wegen trafen wir Kühe, Ziegen und Pferde. Und dann...scheint sich, im Nachhinein betrachtet, ein alter trottliger Bauer, der ziemlich hart nach Rum roch, einen Scherz mit uns erlaubt zu haben, denn dank seiner Wegbeschreibung haben sich Weg und Zeit verdoppelt. Unser Ziel-Camp war am Ende 3 Mal so teuer wie im Reiseführer beschrieben und ausgebucht. Das von der Rezeptionistin organisierte Casa von Guillermo und Mirti war mit 30 CUC für ihre Provision, die Abholung im kultigen, schrottigen Amischlitten und ein Zimmer in dem fast alles kaputt war reichlich teuer. Nach unserer Reise mit Bici-Taxi, Fähre, Zug, zu Fuß und am Schluss mit einem Schrottauto konnten wir nun endlich an den Strand. Leider verschwand die Sonne nach 20 Minuten hinterm Berg. Wir konnten in der kurzen Zeit 3 schöne Fische erschnorcheln und wurden auf dem kurzen Strandweg danach von 2 Schleppern belästigt. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr auf diesen Ort, der Kellner des entzückenden Paladars "el cacique" stimmte uns aber wieder versöhnlich. Gismondo alias "chino" war dort angestellt und begrüßte uns freundlich. Zuerst fiel uns seine schöne, tiefe und beruhigende Stimme auf. Seine liebe und zuvorkommende Art und das wahnsinnig reichhaltige und leckere Essen machte den Besuch perfekt. Er zeigte uns noch Bilder von seinem Urlaub in Deutschland (der Mode nach zu urteilen in den 90ern) und gab uns Tipps für unsere Weiterreise. Wir legten uns völlig erschöpft neben dem riesigen Kühlschrank ("minibar") schlafen. Da das Wetter am nächsten Tag mit ca. 16°C eher nach heißem Tee als nach Strand rief ließen wir uns von unseren Gastgebern in der Schrottlaube ("maquina") wieder zum Hersheyzug fahren. Die Babykatze und eine Freundin der Familie, die wir zwischendurch zufällig auflasen, kamen auch mit. Sie brachten uns zu unserem großen Glück zur Haltestelle der ehemaligen Zuckerfabrik. Zum einen hatten wir so Zeit die trostlose Anlage mit verwahrlosten Gebäuderuinen und Stahlgerippen zu besichtigen. Zum anderen bekamen wir so mit, dass der Zug Richtung Osten ausfällt! Er kam an, aber wegen des ungemütlichen Regens versagten die Oberleitungen und er kehrte um nach Havanna. Nix mit Schienenersatzverkehr! Nun galt es die Ellbogen auszufahren und um einen Platz in jeder möglichen Fahrgelegenheiten gen Osten zu kämpfen. Zuerst nahm uns ein Dorfbus für einen unmöglich hohen Preis 5 Minuten bis zum Rande der nächsten Stadt mit. Aber wir haben das Wechselgeld in der "einheimischen Währung" bekommen, weshalb wir uns bald für umgerechnet 50 Cent den Bauch vollschlagen können! Wir gingen zu einer Stelle, an der Staatsangestellte Autos und Busse anhalten und ihnen Mitfahrer aufzwangen. Der Erfurter Michael und seine kubanische Frau Marie, die wir in Hershey kennenlernten waren zu unserem Glück auch da und erklärten uns, dass nicht-anhaltende Fahrer notiert werden und diese unter Umständen dafür sogar ihren Job verlieren können. Dank Maries spanischen Verhandlungsgeschick fuhren wir mit ihnen in 2 Oldtimern für 4 CUC pro Person (ca. 3,50 €) ins 50 km entfernte Matanzas. Die vorbeiziehende Landschaft war eine Augenweide, wir fuhren nämlich durch das ansehnliche Tal Yumurí.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 03Jan 2014

    4 Matanzas - unterschätzte Perle 03.01.2014 Kuba —

    Reparto Matanzas Este, Matanzas, Kuba

    Beschreibung

    Nach dem unbequemen und strapaziösen Strandausflug begrüßte uns die 100.000-Einwohnerstadt herzlich mit offenen Armen. Unser Oldtimertaxi setzte uns am hübschen Haus von Michael aus Erfurt und Mary aus Matanzas ab, die uns Getränke und eine Dusche anboten und dann mit uns ein Casa suchten. Wir kamen für die erste Nacht in einem wunderschönen Kolonialgebäude und die zweite bei einer lieben alten Omi unter. Am Abend trafen wir uns mit unseren zwei Rettern, aßen Pizza, tranken Rum und haben viel Interessantes über Kuba erfahren, wie zum Beispiel den Grund ihrer Reise in die Hauptstadt: sie brauchten für die Renovierung ihres Hauses eine Leiter oder ein Gerüst. Das ist Mangelware in ihrer (wohlgemerkt: Groß-) Stadt, doch in Havanna wurden sie an diesem Tag auch nicht fündig! Sobald ein Geschäft solche Spezialwaren hat kaufen findige Schlitzohren den Vorrat auf und verhökern die Sachen dann mit saftigem Aufpreis an die, die es zu einem anderen Zeitpunkt suchen.
    Michael zeigte uns dann noch einen Rockschuppen in dem wir zwei versackt sind. Schuppen trifft es nicht, es ist ein offener Innenhof mitten in der Innenstadt ohne Bar und Eintrittskosten für die Jugend der Stadt. Wir lernten hier sehr schnell zwei weitere liebe Menschen kennen, die Kubaner Frank und Yunior. Zu ihrer großen Überraschung, weil Touristen sowas sonst nicht tun, trafen wir uns auch am nächsten Abend mit ihnen und haben nun Freunde in den beiden gefunden. Bei einem Bier am Fluss erzählten beide viel von den Problemen auf Kuba. Als mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Kubas wichtigster Verbündeter wegbrach und die sogenannte "Spezialperiode" begann (langjährige Versorgungslücke durch ausbleibende Importe) schickten die USA ein Schiff vor die Küste Matanzas und versprachen, dass jeder, der es darauf schafft die amerikanische Staatsbürgerschaft erhält. Die Leute versuchten alles um auf das Schiff zu kommen, gaben ihr geringes Vermögen auf um ein Boot zu leihen oder ließen sich von Brücken in selbige hinab fallen. Nach dem "wet foot, dry foot"-Prinzip erhalten Kubaber, die es irgendwie schaffen einen Fuß auf amerikanischen Staatsboden zu setzen, auch heute noch die offizielle Genehmigung zu bleiben. Werden sie nassen Fußes aus dem Meer gefischt, werden sie zurück nach Kuba gebracht. Frank versucht seit mehreren Jahren auf amtlichen Wege die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erlangen, denn seine Frau und Liebe des Lebens ist vor vier Jahren in die USA ausgewandert. Seitdem ertränkt er seinen Kummer in lange Partys und billigen Rum und versauert bei seinem unterfordernden Kellnerjob. Wir hoffen inständig, dass wir ihn eines Tages in Florida oder Berlin wiedersehen, denn sein Heimatland und die Entfernung zu seiner Frau tuen ihm nicht gut.
    Zwischen den Feiern haben wir uns auch die Stadt angeschaut. Sie fristet aufgrund ihrer ungünstigen Lage zwischen zwei nahen Touristenmagneten ein unterschätztes Dasein. Die Stadt kann mit Kolonialarchitektur und einem Strand punkten, aber die Hauptstadt und der international bekannte Badeort Varadero haben von jeweils einem weit mehr zu bieten. Übrig bleiben: ein Apothekenmuseum, der von hier stammende Rumba, ein großes Wandbild von Che, 21 mehr oder weniger intakte Brücken und ein Marktplatz. In der Umgebung gibt es noch einen tollen Aussichtspunkt auf das Yumuri-Tal und Höhlen. Durch das Meer und zwei Flüsse in der und um die Stadt ist es hier sehr feucht. Die Natur holt sich ihr Revier zurück, überall in der Stadt quillt Wasser aus dem Asphalt, sogar Fische und Algen tummeln sich darin.
    Was den Besuch von Matanzas für uns so besonders gemacht hat waren weniger Sehenswürdigkeiten als vielmehr tolle Begegnungen mit furchtbar lieben Menschen. Ein paar Beispiele:
    Wir schlendern umher als es plötzlich wie aus Eimern zu schütten beginnt. Ein schmaler Dachvorsprung bietet nur geringen Schutz, dafür aber das Wohnzimmer des alten Ehepaares, das uns zu sich hinein gewunken hat. Sie platzierten uns auf ihre besten Schaukelstühle mit bester Sicht auf das im Fernsehen laufende Baseballspiel der las Tunas gegen die Industriales aus der Hauptstadt.
    In der Stadt lernen wir den ehemaligen Arbeitskollegen von Mary kennen, den Informatiker Yoell. Er lungerte wie ein Lump auf einer Treppe rum, weswegen uns sein tolles deutsch umso mehr überraschte! Er las mithilfe eines deutsch-spanischen Wörterbuches einen Roman und fragte nach Lesematerial das wir nicht mehr brauchen. Ich schenkte ihm meine ungelesene, letzte Abo-NEON. Abends trafen wir ihn beim Rockschuppen wieder und er zeigte mir die Überraschung, die er für mich hatte: er hat mir einen Dankesbrief auf deutsch geschrieben und wollte nun meine Erlaubnis haben ihn an die auf der Zeitschrift klebende Adresse zu schicken (Upsi...). Nun haben wir einen kubanischen Brieffreund!
    Mitten auf der Straße sprach uns Enrique ebenfalls auf deutsch an. Er erklärte, dass er neben spanisch weiterhin englisch, italienisch, französisch und sogar etwas polnisch spricht. Er lernt diese Sprachen aus einem tieferen Grund, denn er meint, dass den Menschen durch Sprachen starke Grenzen gesetzt sind (und als Kubaner weiß er sehr gut, was Grenzen bedeuten). Er sucht diese zu überwinden, frei nach der Philosophie "die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt".
    Ein knuddeliger alter Mann fährt mit einem Rollstuhl Brot durch die Straßen und preist diese laut mit dem Singsang "pan caliente y suave" (weiches, warmes Brot) an. Er fragte nach einem Stift als Geschenk und schenkte uns einige Straßen später eines seiner Weißbrote.
    Der Unterschied zu Havanna war sehr stark, dort wollten Leute, die einen auf der Straße ansprachen letztlich nur irgendwie an unser Geld. In Matanzas wurden uns nur Taxi angeboten, alle anderen Leute suchten das ehrliche Gespräch mit uns.
    Trotz der schönen Erlebnisse verließen wir die Stadt nach zwei Nächten und drei Tagen wieder gen Westen. Mit dem Reisebus ging es zunächst nach Havanna, von wo aus wir mit dem gleichen Unternehmen ins westliche Viñales fahren wollten. Leider gab es erst wieder freie Plätze in 2 Tagen. Da wir aber so gar keine Lust auf hektische Großstadttage hatten waren wir umso froher, dass ein junger Italiener für sich, uns und sechs weitere ein günstiges Privattaxi organisierte. Witzig ist, dass er meinte gut spanisch zu sprechen aber eigentlich nur spanische Vokabeln in sein italienisch mixte :-)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 05Jan 2014

    5 Viñales - kalt, warm, regen, warm, kalt 05.01.2014 Kuba —

    Vinales, Kuba

    Beschreibung

    Die Fahrt in das Tal von Viñales war für die Augen ein Erlebnis aber für den Rest unserer Körper eine Tortur! 4 cm Höhenunterschied zwischen Brücke und Straße ohne das Tempo zu reduzieren ging ganz schön auf den Rücken. Die 3 mit den großen Rucksäcken wurden clevererweise zusammen mit ihrem Gepäck in die letzte Reihe verfrachtet. In der Kleinstadt angekommen wurden wir alle auf Casas aufgeteilt. Natürlich hatten wir noch die Wahl Nein zu dem Zimmer zu sagen, aber letztlich bestand das halbe kleine Örtchen aus bunten Einfamilienhäuschen mit netten Gästezimmern, fast alle zum gleichen Preis von umgerechnet 18 €/Nacht. Unsere Gastgeberin war ein mürrisches aber freundliches dickes Ömchen. Ein untypisches altes Oemchen, denn kochen konnte sie nicht so gut...
    Die Stadt zu erkunden dauerte ca. 15 Minuten. Sie bestand im Groben aus den vergleichsweise luxurioesen Einfamilienhaeusern, einem kleinen Plattenbau, einem Marktplatz und Strassen voller Paladars (zur Erinnerung: private Restaurants).
    Da fuer die folgenden Tage schlechtes Wetter angekuendigt war, beschlossen wir nochmal baden zu gehen. Die nette Dame des Ausflugveranstalters riet uns zwar davon ab, doch ihr Gegenargument ging in die falsche Richtung und ermutigte uns vielmehr: mit 25 Grad Celsius wollte sie uns drohen, hahaha! Die Insel Cayo Jutias sollte wunderschoene und leere Straende bieten. Es gab einen gut besuchten Strandabschnitt um ein kleines Restaurant aber auch einige menschenleere, von der Natur liebevoll mit Treibholz dekoriert. Wir haben schoen geplanscht, uns entspannt und die Einsiedlerkrebse beobachtet. Leider waren die Schnorchelbedingungen nicht gut und wir haben kaum was gesehen. Zum Mittagessen wurden wir in dem kleinen Restaurant versammelt und mit kubanischer Livemusik beschallt (die Klassiker: buena vista social club und hasta siempre comandante http://www.youtube.com/watch?v=dr_g23qi9hg). Wir lernten die deutschen Weltenbummler Nina und Ingo kennen. Beim gemeinsamen Abendbrot in einem ausgewiesenen Vegetarier-freundlichen Restaurant tauschten wir Reiseerfahrungen und Kontaktdaten aus. Das Essen war fuer kubanische Verhaeltnisse uberraschend einfallsreich - es gab gruene Smoothies, herzhafte Crepes, Sachen in Rotweinsosse und einiges mehr. Als Abwechselung zu Reise mit Bohnen und Bohnen und Reis sehr erfrischend, aber der uebermaessige Einsatz von roter Beete missfiel mir.
    Der folgende Tag ueberraschte mit ungewoehnlich ungemuetlichem Wetter: 15-19 Grad Celsius, Regen, Wind. Die Landschaft des Tals war mit ihren urspruenglichen Bauernhoefen, Bananenplantagen, Tabakfeldern, Kegelbergen (sog. mogotes) und vielem Gruen jedoch zu verlockend und wir sattelten die Fahrraeder. Oder besser Kinderraedern - Autschi, aber bei 80 cent pro Stunde wollten wir nicht meckern. Haette eh nix gebracht. Unser Weg fuherte uns bis zur Cueva del Indio - eine Hoehle in einem der Felskegel, durch die man mit einem Boot fahren kann. Letztlich eine ziemliche Touriveranstaltung, was uns aber schon an der Kasse klar wurde als eine deutsche Stimme piepste "wo befindet sich hier die Damentoilette?" (Kontext: hier gibts meist nur unisex-Klos). Aber hey, wir sind mit einem Boot durch eine Tropfsteinhoehle gefahren! Am Abend assen wir wieder in dem Veggie-Restaurant, was den dort arbeitenden Kellner Namevergessen sehr erfreute. Wir halfen ihm auch an diesem Abend wieder etwas Deutsch zu lernen (sein ausdruecklicher Wunsch, nicht unser peinliches Touridraengen) und tauschten, wie schon so oft, E-Mailadressen aus. Wie auch die Abende zuvor liessen wir den Tag mit ein, zwei, drei Kuba libre auf den Schaukelstuehlen unserer Veranda ausklingen waehrend wir die Nachbarschaft beobachteten.
    Bevor wir zu unserem naechsten Ziel aufbrachen nahmen wir uns noch einmal die Kinderfahrraeder und radelten immer bergauf zu einem tollen Aussichtspunkt. Der Ausblick entschaedigte jeden Schweisstropfen! Auf dem Rueckrollweg machten wir noch bei einer Tabakplantage Halt. Wir haben uns angesehen wie Tabakpflanzen angebaut, die Blaetter getrocknet und sie schliesslich zu den weltbekannten Zigarren gerollt werden. Christian kaufte 10 Montechristos und ich bekam eine frisch gerollte geschenkt.
    Wir verabschiedeten uns mit einem Abschiedsfoto vom muerrischen Oemchen und fuhren mit einem der illegalen Oldtimertaxis ins olle Pinar del Rio.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 09Jan 2014

    6 Pinar del Rio - ohne Musik keinen Besuch wert 09.01.2014 Kuba —

    Pinar del Río, Kuba

    Beschreibung

    In Pinar angekommen fragten wir ein Frau, in welcher Strasse wir uns befindeten. Wir wussten in welches Casa wir wollten und haetten auch den Weg gefunden. Sie fragte wiederum einen jungen Automechaniker um Hilfe, der uns dann auf dem 2 Minuten-Weg begleitete. Nett, dachten wir. Geld, dachte er! Bei einem Cuba libre auf der rumpeligen Dachterasse von Roger gab uns selbiger spater den gut gemeinten Ratschlag, uns nie von jemand Fremden in ein Restaurant oder Casa fuehren zu lassen, da dieser (sog. Schlepper oder jinteros) hinterher immer die Hand beim Besitzer aufhaelt. Wie in unserem Fall bekommt dieser Schlepper dann 5 CUC Provision, was der Besitzer dann natuerlich auf die Touristen uebertraegt. Somit kostete uns das Zimmer 25 CUC (also umgerechnet ca. 18 Euro) statt nur 20 CUC pro Nacht.
    Beim Bummel in der Stadt wurde schnell klar, warum es hier wenig Touristen gibt: es gibt nix schoenes, aber dafuer viele nervige Schlepper. Einer gab sich als Mitarbeiter der hiesigen (und wohl besten) Tabakplantage aus und versprach Christian in der Nacht eine Zigarre zu schenken. Keine Ahnung, was fuer ihn dabei rumkommen soll, solche freundlich wirkenden Angebote sollte man aber gleich ablehnen.
    Am naechsten Tag trafen wir unsere Reisegruppe fuer die naechsten Tage, denn ab Pinar del Rio wollten wir Christians Lieblingsband COR und die kubanische Metalband Tendencia fuer 5 Konzerte bei ihrer gemeinsamen Tour durchs Land begleiten. Mit an Bord und im Bus waren:
    - Band COR von Ruegen (http://www.youtube.com/watch?v=7pnjRQTKzW0) mit Saenger Friedemann, Bassist und Organisator der Tournee Matze, Drummer Hanse und Gitarrist Pilse
    - die 6-koepfige Band Tendencia aus Piar del Rio mit Oberhaupt und Lokalberuehmtheit Kiko
    - 5 Stagehands und eingefleischte Fans von Tendencia (einer verrueckter als der andere)
    - Freunde von COR: wir, Christians Heimatfreund Krause, unser lieber Scheffi, Chrissy (jaa, noch ein Maedel!) und Marian (den wir lieber Muetze nennen)
    - die "Presse": Fotograf und Kubafan Bruno aus Bayern und die Filmcrew Max, Lukasz und Younes, die ein Roadmovie ueber die Tour machen
    Am Abend fand spontan schon das erste Konzert in San Juan y Martinez statt, einem kleinen Kaff nahe Pinar. Die fleissigen Stage Hands bauten auf einem Marktplatz die Buehne auf, der Alkohol floss in Stroemen, Neugierige versammelten sich. Am Ende des Abends schaffte es ein kleiner und viel zu betrunkener Groupie mit in den Bus und zurueck nach Pinar. Sie wollte um jeden Preis mit zum grossen offiziellen Auftaktkonzert nach Havanna, kuesste alle Maenner im Bus, wollte jeden mit Mayonaise fuettern und nervte sehr. Armes Maedel.

    Am naechsten Morgen ging es nach Havanna! Leider viel spaeter als vereinbart, die Kubaner hatten ungefaehr 1,5 Stunden Verspaetung. Die Bustuer ging zu, die erste Flasche Alkohol auf. In Havanna erwartete uns ein kurzes Touriprogramm: wir besuchten den Plaza de la Revolucion und liessen uns kurz frische Seeluft am Malecon ins Gesicht pusten. Solch einen Platz der Revolution gibt es fast in jeder Kleinstadt. Dieser hier zeichnete sich nicht durch seine Schoenheit sondern lediglich seine imposante Groesse aus. Es gab einen riesigen Parkplatz, an den umliegenden Gebaeuden waren die riesigen Konterfeis von Che Guevara und Camilo Cienfuegos (letzterer war mit ersterem und Fidel auch an der Revolution beteiligt und wird hier auch sehr verehrt) abgebildet, eine 6-spurige Strasse (bei dem wenigen Verkehr wegen der wenigen Fahrzeuge echt laecherlich!!) und das Prachtstueck: ein riesiger Betonturm. Das Hauptstadtkonzert fand indoor im tiefgekuehlten Club "Maxim Rock" statt. Der Name des Clubs, die Groesse der Halle und das schraege, bunt gemischte Publikum (Transen, Gothics, Emos, Metaller, Bekannte und Cor-Fans aus Deutschland) liessen auf gute Stimmung hoffen. Pustekuchen.

    An unserem letzten Tag in der unfreundlichen und langweilgen Stadt Pinar assen wir in einem unglaublich guten Paladar zu Mittag und zogen um. Von unserem teuren Paladar in die kostenlose Unterkunft der Band. Mehr haette das stinkige Rumpelzimmr auch nicht kosten duerfen.... Es soll wohl ein Kulturzentrum sein, das bald zu einem Hotel umgebaut werden soll. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines schoenen Touristenhotels in dieser oeden, touristenleeren Stadt draengte sich penetrant auf. Hier wurde Christian auch das erste Mal auf den Sextourismus in Kuba aufmerksam. Auf der Strasse wurde ihm vehement eine "chica" angeboten, die er strikt ablehnte. Daraufhin wurde das Angebot angepasst und ihm wurde ein "chico" angeboten. Bruno erzaehlte uns, dass Sextourismus hier sehr verbreitet ist und er schon von casas gehoert hat, bei der Sex mit der Tochter des Gastgebers zum Extraservice gehoerte und die Tochter sogar schon auf dem Bett lag, wenn man ins Zimmer kam. Am Abend fand das Heimspielkonzert mitten auf der Strasse statt. Die Menge feierte ausgelassen und COR spielte fuer sie das ins Spanische uebersetzte Lied "Wenn ich tanze bin ich frei", was nun "Me siento libre a bailar" hiess.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 12Jan 2014

    7 Cienfuegeos - kurz aber entspannt 12.01.2014 Kuba —

    Reparto la Juanita, Cienfuegos, Kuba

    Beschreibung

    Die kollektive Suche nach einem Fruehstueck am Sonntag in Pinar del Rio gestaltete sich schwierig, da die Unterkunft zu niemandes Trauer das uebliche Wurst- und Kekse-Fruehstueck verweigerte. Schliesslich assen wir alle trockenes Brot mit Ketchup und eine Art Guavenmarmelade (nur sehr fest und im Stueck verpackt) auf der Treppe.
    Unsere Fahrt im schicken klimatisiertem Reisebus sollte uns nach Cienfuegos fuehren. Auf der Strecke machten wir jedoch noch Halt in Havanna beim Sponsor der Tour. Vergesst eure Vorstellungen vom professionellem Sponsoring, bei dem ein Unternehmen einen Haufen Asche bezahlt um dann im Umfeld des Gesponsorten fuer sich zu werben (auf Tourplakaten oder vor Ort beim Konzert zum Beispiel). Der neue Rumhersteller Cubay (Achtung, Werbung: http://cubayron.com/) schenkte unserer illustren Reisegruppe 144 (144! 144!) Flaschen seiner verschiedenen Rumsorten ohne jedoch in irgendeiner Form eine Gegenleistung zu fordern. Man koennte meinen das sollte fuer die verbleibenden 2,5 Wochen reichen, aber die folgenden Abende sollten uns eines Besseren belehren.
    Waehrend die deutschen Punkrocker und ihre Anhaenger im Bus artig Knack spielten vernichteten die Tendencia-Konsorten eine Flasche Rum nach der anderen.
    Am fruehen Abend kamen wir am Hotel in Cienfuegos an. Da es ausserhalb lag und der Zimmerpreis mit 32 CUC (ca. 24 Euro) inkl. Fruehstueck und Pool und Strand ok war, goennten wir uns das erste Mal auf der Reise ein komfortables Hotelzimmer (sogar mit TV!). Wir lungerten am Pool, erkundeten die Anlage, schauten der Sonne vom (zum Baden ungeeigneten) Strand beim Untergehen zu, ich schaute ein wenig "The Prestige" auf Spanisch und wir assen simples Abendbrot. Die kubanische Kueche ist sehr oede und unkreativ. Zu wenig Auswahl an Zutaten haelt als Ausrede dafuer nicht stand, denn aus jeder Gemuesesorte kann man wenigstens eine schoene (und einfache!) Suppe zaubern. Letztlich wird immer das gleiche serviert: Reis mit Bohnen (Moros Y Cristianos), ein Stueck Fleisch (oder in unserem Fall: nix), wenn man Glueck hat noch Kochbananenchips (von dieser gruenen Banane, ober lecker!). In den meisten Paladars haben wir als anstrengende Veggies meist noch Teller mit Obst und aufgeschnittenem Gemuese bekommen. Das hoteleigene Restaurant versprach Reis mit Gemuese, weswegen wir ganz aus dem Haeuschen waren. Letztlich bekamen wir Reis mit Weisskohl und einen Teller Weisskohlsalat. Hach, sehr witzig im Nachhinein :) Mitsamt Getraenken, Brot und Eis bezahlten wir umgerechnet laeppische 3 Euro. Am Abend stand das 4. Konzert an! Diesmal fand es an einer Hafenkante statt. Es gab eine Bar und eine Diashow, die Bilder von beiden Bands zeigte. Wow! Waehrend des Aufbaus nutzten wir die Chance und schlenderten etwas durch die huebsche Stadt. Die kann sich echt sehen lassen! Cienfuegos kann mit einem ganz eigenem Charme ueberzeugen, obwohl es auch hier wieder hauptsaechlich Kolonialbauten gibt. Die Stadt ist sauber, schoener und eleganter. Es gibt einen grossen Platz mit dem obligatorichen Jose Marti-Denkmal, einen netten Boulevard und ein wohl einzigartiges Tor.
    Das Konzert war klasse! Wir kauften uns fuer umgerechnet 1,40 Euro 4 alkoholfreie Pina Colada mit Zimt (ein Gedicht!) und fuellten sie mit Rumlikoer auf (ein sehr schoenes Gedicht!). Im Hotel legte sich ein Teil gleich schlafen, der andere nahm noch einen Schlummertrunk zu sich und waren am naechsten Morgen betrunken an der Stelle zu finden, wo sie abgestellt wurden.
    Kiko verordnete uns allen einen Entspannungstag, weswegen die Besichtigung der Stadt ausfiel. Am frühen Nachmittag sind wir zum Strand rancho luna gefahren. Wir schnorchelten ein wenig herum (Fische, Hummer, Seestern, Seeigel), sonnten uns, einige spielten Skat, aßen zu Mittag und wir zwei spazierten noch zu einer hübschen Bucht hinter der sich die Berge der Sierra del Escambray majestätisch auftaten. Für die Kubaner war das Wasser übrigens zu kalt, denn für sie war ja Winter. Ausnahmsweise gingen diesen Abend alle früh schlafen, denn der bevorstehende Fahrtag sollte um 5:00 morgens beginnen. Die Fahrt in den äußersten Osten des Landes sollte laut Busfahrer Boris 10 Stunden dauern. Letztlich wurden es 16 Stunden! (Und dafuer hatten wir nur einen einzigen Busfahrer!)
    Die lange Fahrt fuhrte uns durch wunderschoene Landschaften. Vorbei zogen: das nebelbedeckte Valle de Indigenos, Bananenplantagen, Zuckerrohrfelder, Kakteen, Palmen, Rinderherden und die zauberhaft schoene Stadt Trinidad. Ab 10:00 holten die Kubaner dann den Rum aus und leerten bis Fahrtende 10 Flaschen. Die Deutschen schafften gerade einmal zwei...Weitere Aktivitaeten auf der Fahrt einmal quer durchs Land waren das laute und enthusiastische Dominospielen der Stage Hands (das Lieblingsspiel der Kubaner! Wir haben eines gekauft und wuerden es dann daheim gerne Mal mit jemanden spielen, der weiss wie es geht!), Knack, Schiffskarten, ...Gegen Abend wurden die Percussions in den Bus geholt und die Metaller zeigten, dass sie auch traditionelle Stuecke spielen koennen. Die Schlussstrecke war eine echt harte Nuss, denn die steilen Serpentinen der "Farola", die nach Baracoa fuehrt ist ziemlich gefaehrlich. Fuer einen kurzen Moment konnten wir zwischen den Bergen und Baeumen den amerikanischen Militaerstuetzpunkt "Camp Delta" oder besser bekannt als "Guantanamo" (eigentlich Name der Provinz und ihrer Hauptstadt).
    Auf der Fahrt haben wir noch interessante Sachen erfahren. Die kubanischen Metaller nehmen sich das Sex, Drugs und RocknRoll-Klischee sehr zu Herzen: RocknRoll auf der Buehne und Drogen in Form von Alkohol allzeit. Und obwohl zwei Mitglieder der Band zuhause Frau und Kinder haben, hat einer die Rzeptionistin in Cienfuegos sagen wir als "Uebernachtungsgast" bei sich schlafen lassen und der andere hat glattweg seine Affaere mit auf die restliche Tour mitgenommen! Umso ueberaschter war ich, als ich erfuhr, was die Jungs ausserhalb der Band treiben. Unter ihnen sind: ein Arzt, ein Wirtschaftsprofessor, ein Musikprofessor, ein Oekonomie- und ein Informatikstudent und ein Mitglied des Kulturministeriums in Pinar! Witzig ist, dass sowohl bei COR als auch bei Tendencia beide Saenger Taettowierer und Bauern sind :)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 14Jan 2014

    8 Baracoa - abgeschiedenes Highlight 14.01.2014 Kuba —

    Baracoa, Kuba

    Beschreibung

    Waehrend die Bands in dem edlen Hotel Castillo ueber den Daechern der Stadt abgestiegen sind, hausten wir mit Bruno, Marian und spaeter noch seinem Freund Phil bei Carmen im Casa. Nach einem oppulenten Fruehstueck im Innenhof schlenderten wir zunaechst durch die kleine Stadt. Wir wollten gern zu einer Flussmuendung, Marian war planlos und Bruno wollte seinen guten Freund Analdo besuchen, wozu er ihn aber zunaechst finden musste. Bei der Suche im "unteren" Teil der Stadt (der auch etwas aermlicher war) trafen wir Lukas, den Mercher von Dritte Wahl. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner kubanischen Frau Yanara in Baracoa. Von ihr liehen wir uns drei Fahrraeder und machten eine wundervolle Radtour zum Fluss, vorbei an palmenbedeckten Berghuegeln, Bauernhoefen und der von Che Guevara gegruendeten Schokoladenfabrik, die die ganze Stadt beduftet. Am glasklaren Fluss angekommen gingen wir endlich baden (ohne Badesachen, denn wir wussten zuvor nicht, was der Tag bringen wird). Ein jungscher Bauer kam vorbei und bot uns seine Dienste als Guide fuer die Besteigung des Panorama-praegenden Tafelberges "El Yunque". Die Wanderung haben wir nicht gemacht, aber dafuer den Bauernhof von ihm und seinen Eltern besucht. Er hat uns Trinkkokosnuesse (nicht mein Fall) vom Baum geholt und uns noch ein paar Fruechte vorgestellt.
    Abends waren Christian und ich noch im einzigen Paladar der Stadt essen. Ein Traum! Es gab Gewuerze und Kokosmilch im Essen <3 Das Konzert fand diesmal am Meer statt, direkt an einer Bucht mit aufregendem Bergpanorama als "Buehnenhintergrund" und Sicht auf den kleinen Flughafen. Die Leute waren super drauf, wir haben ordentlich abgezappelt und gefeiert. Es wurden Schuhe gestohlen (Muetze, ich hoffe du hast einen adaquaeten Ersatz gefunden!), Fuesse gestaucht, Kubanerinnen gekuesst und Zigarren geraucht. Bruno stellte mich noch seinem Freund Analdo und seiner Tochter vor, der ich anonymerweise meine restlichen Mitbringsel geschenkt habe. Es war zur Abwechselung mal schoen zu sehen, dass sich jemand darueber freut. Ueberall liest man, dass man den Kubanern (also am besten seinen Gastgebern) kleine Geschenkchen mitbringen sollte, Dinge wie Kosmetik(proebchen), Schmuck, (gebrauchte) Klamotten, Stifte, ..Dinge, die sie in ihrem Land nicht bekommen. Marta aus Havanna hatte sich sehr ueber ein paar Ohrringe und eine Bluse gefreut, aber alle anderen Beschenkten wirkten glattweg enttaeuscht. Naechstes Mal gibts nur Stifte fuer die Kinder. Die Fans waren total verrueckt nach jeglichen Erinnerungsstuecken fuer das Konzert und kloppten sich fast um die wenigen zur Verfuegung stehenden Tshirts und sogar um kopierte Tendencia-Plakate. Es ging soweit, fdass sogar Christian und ich Arme und Plakate unterschreiben sollten! Fuer uns war es das beste der fuenf COR-Konzerte, die wir auf Kuba erleben durften und auch leider das letzte.
    Die Nacht wurde fuer die meisten noch sehr lange - zu lang! Fuer den folgenden Tag stand eine von Lukas organisierte gemeinsame Wanderung entlang des Yumuri-Flusses an. Dabei waren letzlich nur wir beide, der verkaterte Scheffi sowie Muetze und sein Freund und Vogelliebhaber Phil. Mit einem Jeep ging es ca. eine Stunde durch entlang zwischen Kueste und Berge. Wir bestiegen zwischendurch noch fix die wohl einzige Palme der Welt, die zwei Baumkronen hat. Unser illegaler Guide hiess Baudi und fuehrte uns 3,5 Stunden durch die Wildniss und den Dschungel. Anfaenglich war es heiss und unglaublich schwuel. Nach einer 3/4 Stunde setzte dann der Regen ein. Der Vorschlag Baudis unter einem Baum auf sein Ende zu warten war im Nachhinein betrachtet ein guter Witz, denn es sollte in Yumuri nicht mehr aufhoeren zu regnen. Es war laecherlich wie nass wir wurden! Trotzdem machte es uns einen heiden Spass klitschnass durch den Regen zu wandern. Selbst nach einem ausgiebigen Bad waren wir noch nie so nass. Unschoen wurde es erst im Flussbett, durch das der Wind enorm peitschte. Die letzte halbe Stunde waren wir dann sehr wehleidig. Ein kleiner frierender Bootsmann brachte uns dann wieder an Land. Auf der uns unendlich langen Rueckfahrt haben wir uns trotzdem sehr ueber die Wanderung gefreut. Wir haben vermutlich den Hummelkolibri gesehen, den kleinsten Vogel der Welt, den Tocororo gehoert (Nationalvogel Kubas) und verschiedene ulkige Fruechte gegessen. Unseren letzten Abend mit der Truppe liessen wir mit einem Sit-In, Bier und Cuba libre auf dem Marktplatz ausklingen. Am Morgen verliessen wir gemeinsam Baracoa mit einer Traene im Auge, denn die Gegend war die schoenste derjenigen, die wir auf Kubas erkundet haben. Der Busfahrer machte mitten im Nirgendwo Halt, wo wir Santiago de Cuba, unserer letzten Station auf Kuba, am naechsten waren. Er hielt uns ein Taxi Collectivo (LKW mit Planendach und Metallbaenken). Wir verabschiedeten uns von unseren neuen und alten Freunden und fuhren nun wieder allein los. Fuer laeppische 20 cent erreichten wir innerhalb von 20 Minuten Santiago.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 18Jan 2014

    9 Santiago de Cuba - auch ganz nett 18.01.2014 Kuba —

    Santiago de Cuba, Kuba

    Beschreibung

    Santiago ist die zweit groesste Stadt der Insel, war lange Zeit ihre Hauptstadt und ist die Wiege des Musikstils "son". Uns sollte sie nur fuer zwei Tage als Zwischenstation und zum Herunterkommen dienen. Zweiteres war schwierig, denn unser veggie-freundliches casa war in der Hauptfussgaengerzone der Altstadt gelegen. Die Stadt und sicher auch ihre Umgebung sind recht nett anzusehen, aber wir hatten keinen Nerv uns dem voellig zu oeffnen. Wir haben das Pflichtprogramm etwas desinteressiert weil erschoepft absolviert und die beiden Abende jeweils um 21 Uhr ins Bett gegangen. In der Stadt haben wir viel Musik geatmet und waren auch bei einem Live-Konzert einer Changüí-Band (Musikstil aus Guantanamo). Santiagos zweites grosses Thema ist die Rebellion und die daraus entstandene Revolution, denn hier hat Fidel mit Che Guevara und Camilo Cienfuegos einen ersten Anlauf fuer seinen Putsch der Baptista-Regierung unternommen (http://de.wikipedia.org/wiki/Bewegung_des_26._Juli). Wir standen vor dem Balkon, von dem aus er den Erfolg der Revolution verkuendet hat. Wir waren am haessichen Hafen und im Stadtteil Tivoli, von wo aus wir einen fantastischen Blick ueber die Stadt und Umgebung hatten. Ausserdem haben wir einem Strassenkuenstler eine Karikatur von Christian abgekauft, die exakt so aussieht wie John Smith von Pocahontas!
    Von Santiago aus sind wir 15,5 Stunden mit einem eisgekuehlten Reisebus nach Havanna gefahren und nach 5 Stunden Aufenthalt 2 Stunden bis nach Panama City geflogen. Wir konnten schoene Karibikinseln, Panama City und den gigantischen Panamakanal von oben sehen. Nach einem weiteren einstuendigen Flug mit Copa Airlines sind wir dann endlich in San Jose/Costa Rica gelandet!

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 20Jan 2014

    10 Abschied von Kuba 20.01.2014 Kuba —

    Havana, Kuba

    Beschreibung

    Adios Cuba y hasta luego! Kuba, du karibische Zeitkapsel. Du bist ein wunderschoenes Land und hast herzensgute Einwohner. Sie haben viele Probleme und scheuen trotz der Gefahren der Bespitzelung (Realitaet!) nicht davor, Fremden wie uns davon zu berichten. Wir wollen wiederkommen! Wir sind uns unschluessig, ob wir dir die industrielle Oeffnung und den Zutritt zur globalisierten Welt wuenschen. Vielleicht wuerden dadurch einige der Probleme geloest werden, doch vielleicht verliertest du auch deinen besonderen Charme und hast mit neuen Schwierigkeiten zu kaempfen. Aber wer sind wir schon, uns darueber ein Urteil erlauben zu koennen. Wir waren gerne zu Gast bei dir, 3 Wochen reichen nun aber erst einmal. Wir freuen uns nun sehr auf Costa Rica und die Faultiere!

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 20Jan 2014

    11 San Jose - nur eine Durchreise 20.01.2014 Costa Rica —

    Hospital, San Jose, Costa Rica

    Beschreibung

    Als wir am Nachmittag in der Hauptstadt ankommen bestätigt sich schon bald die Beschreibung im Lonely Planet, in dem San Jose als notwendiges Übel für Backpacker auf dem Weg nach Costa Rica bezeichnet wird. Wir springen in der Innenstadt aus dem Bus und entfernen uns Richtung Osten von der Calle Central zu unserem Hostel (http://www.costaricabackpackers.com). Dort endlich angekommen sind wir sehr überrascht fast ein kleines Paradies vorzufinden. Es gibt einen Pool, viele Hängematten im Garten, eine Bar, ein Restaurant und endlich Internet! Kostenlos und überall verfügbar. Nach Kuba war das irgendwie exotisch. Von der langen Reise sehr erschöpft, bleibt nicht viel Zeit zum genießen. Nach einem Snack geht's ins Bett.
    Nach ausgiebigem Schlaf geht's am nächsten Morgen nur kurz vor die Tür. Für ein sehr gutes veganes Essen bei Yukawala, ganz in der Nähe. Später geht's weiter nach Osten an die karibische Küste.

    Kommentare

  • 21Jan 2014

    12 Puerto Viejo - Hippie, Rasta, Surfer, Gras 21.01.2014 Costa Rica —

    Cocles, Costa Rica

    Beschreibung

    Als wir nach dem Stress der letzten Tage in diesem karibischen Hippie-Aussteiger-Örtchen ankommen ist die Ruhe der Einheimischen und das "exzessive" Ausleben von Pura Vida fast zu viel für mich.
    Im empfohlenen Lazy Loft (https://m.facebook.com/pages/The-Lazy-Loft/232842430115166?id=232842430115166&_rdr) direkt am Strand beziehen wir zunächst unser Dorm und lernen dann unseren Mitbewohner "Dirk" kennen, der eigentlich Dyc heißt und Deutscher mit vietnamesischen Wurzeln ist. Wir lernen ihn mit einem Caipirinha in der Hand kennen, wovon er uns auch gleich 2 macht. Später erfahren wir, dass er sich gerade auf einer 3-jährigen Reise befindet! Von einem weiteren Caipi gut im Jum beschließen wir noch feiern zu gehen. Die größte Party der Nacht war allerdings etwas enttäuschend aber so war es trotzdem ein guter Spaziergang.
    Am nächsten Tag haben wir dann endlich auch einmal Zeit uns das Hostel genauer anzusehen. In der oberen Etage gibt es ein Dorm und verschiedene Doppelzimmer. Von der Gemeinschaftsterrasse erstreckt sich ein Balkon um das halbe Haus mit einem traumhaften Blick auf die 10 Meter entfernte Karibik. In der unteren Etage lockt die Lazy Mon Bar mit täglicher Livemusik, ausgezeichnetem Essen und günstigen Drinks.
    Die Stadt hat einen omnipräsenten Charme von Love, Peace und Pura Vida. Hotels wie Hostels wirken manchmal etwas improvisiert, die vielen kleinen Details machen die Stadt aber auch erst so spannend und die bunten Wände und Mauern geben dem Städtchen seinen Hippie-Look. An vielen Ecken finden sich Stände mit allerlei Essen, Kleidung oder Handwerkskunst. Andere Waren werden meist von Schwarzen Männern in gemütlicher Seitenlage angeboten. Dazu pfeifen sie leise aus dunklen Ecken, halten Daumen und Zeigefinger zusammengepresst und deuten sich damit fragend auf die eigenen Lippen. Der süßliche Geruch ihrer Güter gehört ebenso zum Stadtbild und ist ganztägig und überall wahrnehmbar.

    Von hier aus haben wir dann auch den lang ersehnten Ausflug zu den Oso Perizosos, den Faultieren, gemacht. Die erste, die uns begrüßte, war Buttercup, mit ihren 21 Jahren das älteste in Hege lebende Faultier. Auf dem ersten Rundgang gab es viele interessante Informationen zu den gemütlichen Fellknäulen. Wir durften sie auch streicheln und ich musste einfach ausprobieren, was passiert, wenn man sie kitzelt. Überraschung: die kleinen Schlawiener liegen da und genießen es auch noch. Nach einem Mittagessen mit Buttercup machen wir einen kurzen Bootsausflug über den nahegelegenen Fluss, um einen der kleinen Kumpel in freier Wildbahn zu sehen, wie er da rumtollt und von Baum zu Baum springt. Wieder an Land begann der besondere Teil unserer Insider-Tour, der Blick hinter die Kulissen. Wir sehen kranke und verletzte Faultiere, Mütter mit ihren Babies und später noch die kleinen neugeborenen Würmchen in ihren Brutkästen. Wir haben die Tour zusammen mit 2 Amerikanerinnen gemacht, die hinterher darauf bestanden uns in ihrem Taxi mitzunehmen, weil sie eh den gleichen Weg haben. Als "Gegenleistung" wollten sie nur, dass wir wieder für andere Leute gute Taten vollbringen.
    Die weiteren Tage in der Karibik waren dominiert von Schnorcheln, einer Fahrradtour und Pura Vida.
    Auf unserer Tour durch das Manzanillo Refuge, dem südlichen der beiden Naturschutzgebiete in der Nähe kamen wir nach einer Wanderung durch den Dschungel zu weißen Stränden und paradiesischen Buchten. Auf dem Rückweg haben wir dann noch ein wildes Faultier entdeckt, für das wir uns am meisten zu interessieren schienen.
    Nach ein paar sehr schönen Tagen unter der karibischen Sonne ging es zurück nach San Jose und dann weiter nach...ja, wo soll's denn eigentlich hingehen

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 25Jan 2014

    13 San Jose - erneute Durchreise 25.01.2014 Costa Rica —

    Hospital, San Jose, Costa Rica

    Beschreibung

    Wir wurden ab und zu gefragt, in welchem Grad wir unsere Reise planen. Hier nun ein kleines Beispiel, um diese Frage zu beantworten.
    In Puerto Viejo haben wir uns den kleinen Nationalpark Manuel Antonio an Costa Ricas Pazifikküste als nächstes Ziel ausgesucht. Einen Tag vor der Abreise haben wir erfahren, dass der Park sehr klein ist und man nach einer Stunde Wanderung entlang der breiten, Reisegruppen-freundlichen schon am Strand wäre. Das schien uns zu wenig für den Aufwand.
    Unsere Suche nach einer Alternative ergab gleich 2 Treffer: der Surferhippierastaort Montezuma und das für seine Nebelwälder bekannte Monteverde. Natascha und Esteban, die im Hostel arbeiten, empfahlen uns Montezuma. In beiden Fällen mussten wir zunächst nach San Jose. Im Bus haben wir uns dann dafür entschieden nach Montezuma zu fahren, weil das so schön sein soll und Monteverde sowieso auf dem Weg nach Nicaragua liegt. Also warteten wir am Busbahnhof...Bis uns der Fehler auffiel: wir kommen im Prinzip gerade aus einem Montezuma, nur dass es an der Karibikküste liegt. Ein anderer Reisender schwärmte nebenbei vom Nationalpark Corcovado. Also gingen wir vom Busbahnhof zum nächsten Hostel (welches Pool und Dachterasse hatte, coolio! http://hostelpangea.com )und wollten unseren Trip nach Corcovado planen. Laut dem fiesen Internet müsse man dort jedoch schon 2 Wochen im Vorraus reservieren, da sie in diesem geschützten Naturjuwel die Zahl der Besucher begrenzen. Also ging die Suche nach einer adäquaten Alternative los: Vulkan vieja de la rincon oder Vulkan Arenal oder doch Manuel Antonio oder einfach eher nach Monteverde??? Schließlich hörten wir beiläufig von einer tollen Dschungellodge mit riesigem Dschungelgebiet und privaten Wanderpfaden direkt neben dem Corcovado Nationalpark und die Entscheidung ist endlich gefallen! Zwei Kanadier haben sich in der Nähe des Dorfes Dos Brazos auf der Peninsula Osa 62 Hektar an den Nationalpark angrenzenden Dschungel gekauft und dort Pfade und ein Hostel hergerichtet. Am nächsten Morgen um 8:00 startete die 8stündige Busfahrt auf die Peninsula Osa!

    Im Normalfall sind wir aber nicht derartig sprunghaft. Unsere Entscheidungsreise für die Lodge Bolita ist bisher die Ausnahme :-)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 26Jan 2014

    14 Bolita Hostel - Welcome to the jungle! 26.01.2014 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Unser Bus in den tiefen Süden des Landes ging früh morgens los. Aus Angst keinen Platz mehr zu bekommen waren wir sogar eine Stunde vor Abfahrt am "Bahnhof" (am Straßenrandgeparkter Bus und schäbiges Tickethäuschen=Bahnhof). Im morgendlichen Stress vergaßen wir Bargeld zu besorgen, im Dschungel soll es wohl keine Geldautomaten geben. Christian musste also mutterseelenallein mit unserer glänzenden Kreditkarte und einem Batzen Geld durch den als gefährlich geltenden Teil San Joses laufen. Klugerweise fahren die meisten nationalen Buslinien von hier los. Taxifahrer und Fußgänger haben uns schon öfter gewarnt.

    C: Für mich war es ein Schlüsselerlebnis, da ich auf dem Weg an ein paar sehr gruseligen Ecken mit Obdachlosen und zwielichtigen Gestalten vorbeikam. Da ich mich ich etwas unwohl fühlte, wollte ich schnell wieder weg. Nur musste ich an den Leuten wieder vorbei, die mich anstarrten und abcheckten, so kam es mir zumindest vor. Als ich ihnen nicht mehr ausweichen konnte blieb mir keine andere Wahl, als auf sie einzugehen. Zu meiner Überraschung habe ich dann festgestellt, dass die Leute recht nett sind und die Gegend gar nicht so gefährlich ist, wenn man das angebotene Crack, Koks und Weed freundlich ablehnt und die Dealer locker abfaustet. Auf diese Weise kam ich zum ATM und auch in einem Stück wieder zurück. (Christian Ende)

    Nach 8 Stunden Busfahrt sind wir in Puerto Jiménez angekommen, sozusagen die Hauptstadt der Halbinsel Osa. Die Fahrt zog sich ewig, denn der Bus fungiert sowohl zur Überbrückung der Langstrecke (besonders für Touristen), als auch als Dorfbus für die Einwohner. Er hält an jedem noch so kleinen Verschlag an, um Menschen, ihre Körbe, Säcke, Eimer und Kinder mitzunehmen und wieder rauszulassen. Wir mussten dann noch eine sehr anstrengende Huckelfahrt mit einem normalen Taxi durch eine 1a-Teststrecke für Geländewagen machen und ahnten da noch nicht, dass der mit Abstand kürzeste aber härteste Teil unserer Reise in den Dschungel noch bevorstand. Im Dorf Dos Brazos haben wir eine Wegbeschreibung für die Dschungelökolodge Bolita bekommen und begannen munter, das Ziel so nah vor Augen, den 40-minütigen Aufstieg. Unsere Kraft verließ uns nach ca. 10 Minuten (was mit unserem gesamten Reisegepäck einem gefühlten Aufstieg von 2.000 Metern entspricht), unsere Heiterkeit 5 Minuten vor dem Ziel als uns plötzlich eine fiese, bösartige, gemeine, widerwärtige, eingerollte, angriffslustige Schlange den Weg versperrte. Von Christians Satz zurück aufgeschreckt (er hat sie erst aus 2 Metern Entfernung entdeckt), verharrte sie in Verteidigungsstellung. Das dumme Ding (verzeiht mir liebe Schlangenfans, meine tiefe Abneigung beschränkt sich nur auf dieses eine Exemplar) lag einfach da und wollte nicht weg. Wir hatten keinen Plan wie weit das Hostel noch weg war aber nur noch ca. 20 Minuten Zeit bis es stockduster werden sollte (Erinnerung: Dschungel, kein Licht, super ängstliche Josi). Wir bauten einen todessicheren Schutzwall aus unseren Rucksäcken und bewarfen die Umgebung der Schlange mit Stöckern. Das interessierte sie nicht. Ich wollte wieder umdrehen, denn ich fürchtete um unsere Leben (im Nachhinein betrachtet doch recht melodramatisch). Was wussten wir von Schlangen? Nix! Für den Fischkopp Christian sind es Aale die an Land leben und für mich garstige, gefährliche Wildtiere die uns alle töten wollen. Nach 15 Minuten dumm rumliegen hat Frollein sich dann erbamt und ist endlich abgehauen und wir konnten weiter. Endlich angekommen erzählten wir dem Hostelbesitzer Ron von unserer abenteuerlichen Nahtoderfahrung und er fragte nur trocken, ob wir ein Erinnerungsfoto gemacht haben. (Falls ihr euch das auch fragt: die Antwort ist Nein! Davon brauchen wir keine Erinnerung. Na gut, wir hatten eigentlich nur Angst, dass sie das Blitzlicht noch mehr aufschrecken würde.) Für Begegnungen mit künftigen potentiell giftigen Gesellen hatte Ron einen klugen Rat: take a picture! Unserer Beschreibung nach klassifizierte Ron unsere Wegbekanntschaft als giftig, weil sie eingerollt war. Später erfuhren wir noch andere fragliche Kriterien zur Unterscheidung von giftigen und ungiftigen Schlangen, wie z. B. runde Augen = ungiftig, ovale = giftig (sehr unpraktische Unterscheidungsmethode weil sie Annäherung an Objekt voraussetzt) oder abgefahren bunte Haut = giftig, tarnfarbene Camouflageschlange = ungiftig.

    Trotz einer zweiten Schlangenbegegnung war es eine einzigartige, wundervolle Zeit im Bolitahostel. Ron und seine Geschäftspartnerin Val haben auf ihren 62 Hektar ein kleines Paradies geschaffen.
    Es gibt verschiedene angelegte Pfade durch den Dschungel. Wir machten tolle Wanderungen entlang alter Bananenplantagen, durch wundervoll grüne Täler, zu Wasserfällen, tollen Aussichtspunkten und durch den von Goldgräbern gesäumten Rio Tigre. Einen Morgen sind wir zusammen mit anderen Gästen um 5 Uhr losgewandert um den Sonnenaufgang über dem Dschungel zu sehen. Vielen Tiere sind wir leider nicht begegnet. Ich hätte ja so gern ein Tapir und einen Ameisenbären getroffen (letzteren am liebsten in Angriffsposition, dabei stellen sie sich wohl auf die Hinterbeine und halten die Fäuste boxbereit hoch). Aber immerhin haben wir Tukane, Papageien, Geckos viele abgefahrene Insekten und einen Affen zumindest aus weiter Ferne gesehen. Und natürlich noch eine Schlange, aber die hat sich wohl vor uns gefürchtet und ist blitzschnell weggeschlengelt. Da die Pfade nur von den Übernachtungsgästen genutzt werden (obwohl auch Tagesgäste willkommen sind), ist man eigentlich immer allein in der Wildnis.

    Das soziale Leben findet im "Hostel" (http://www.bolita.org) statt. Die Anlage besteht aus einem komplett offenem Holzhaus auf Stelzen, das oben offene Schlafräume mit Matratzen und unten eine offene Küche, Ess- sowie Hängemattenplatz bietet, weiterhin zu den Seiten geöffnete Kabinen für Zelte und Matratzen sowie aus Holz und Stein gebaute Duschen und Toiletten. Außerdem gibt es einen kleinen Garten, Wäscheleinen, Hängematten und eine Feuerstelle. Das ganze Leben spielt sich also draußen ab und frei von jeglicher Privatsphäre. Die Natur bestimmte unseren Tagesablauf - schlafen bis maximal 8 Uhr, da es später zu heiß und der Tag zu kurz wurde, alles mögliche bis 17:30 Uhr machen und nach Einbruch der kompletten Finsternis nur noch Essen kochen und gegen 20 Uhr schlafen gehen. Nachts ist der Dschungel überraschend laut und der Sternenhimmel einzigartig klar. Wir lernten einige interessante Leute kennen, die, wie wir, als Gäste oder aber als Voluntäre dort waren. Mit der Kanadierin Rose verbrachten wir später noch mehr Zeit in Puerto Jiménez und auf der Rückfahrt in die Hauptstadt. Die Tschechin verband ihre Masterarbeit über das Spanisch in Costa Rica mit einem Voluntariat. Der Franzose Clement baut daheim Gras an, gibt Massagen, fotografiert, baut Ökohäuser und verreist mit Voluntariaten seit Jahren über den Winter ins Warme (in dieser Zeit passt seine Mutti auf seine Pflanzen auf). Die belgische "verrückte Alte", wie wir sie nannten, sah aus wie Cindy aus Marzahn, die bei einem Spaziergang über einen Markt mit Ethno-Schmuck so viel gekauft und angelegt hat wie sie konnte. Sie reist seit einem Jahr durch die Welt und ist im Bolitahostel gelandet, weil ihr jemand sagte es sei in Strandnähe. Nach tagelangen Bergwanderungen wollte sie nur noch am Meer entspannen. Die reine Luftlinie betrachtet ist der Strand nicht weit, aber bei dem 40-minütigem Aufstieg hätte ihr der Fehler auffallen können.
    Uns fehlte es eigentlich an nichts in diesen Tagen, wir konnten uns sehr gut mit dem was uns die Natur, Ron und unser Essensvorrat gaben, die Zeit vertreiben. Das Unglaubliche geschah am letzten Abend, als Ron einen Router mit in den Wald brachte und wir allen Ernstes ins Internet gehen konnten. Nach drei Tagen traten wir dennoch den Abstieg in die Zivilisation an und fuhren mit einem Dorfbus und leider auch der verrückten Alten nach Puerto Jiménez.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 29Jan 2014

    15 Puerto Jiménez - faul & romantisch 29.01.2014 Costa Rica —

    Puerto Jiménez, Costa Rica

    Beschreibung

    Nach dem Dschungelabenteuer in Bolita wollten wir wenige Tage im nahe gelegenen Ort Puerto Jiménez im Osten der Halbinsel Osa entspannen, bevor wir wieder in die stressige Hauptstadt mussten. Die Tschechen haben uns vom Hostel "El Perezoso" (der Faule) erzählt, in dessen Garten die Affen rumtollen und an die 50 Vogelarten ständig im Baum hocken. Nachdem die Dschungeltiere überraschend zeigeunfreudig waren, wollten wir also in der Stadt Wildlife erleben. Als wollten uns die Tier meiden - weder Vögel noch Affen im Baum.
    Doch die Unterkunft ist in Ordnung, günstig und der Besitzer fetzt. Also blieben wir.
    Omar, der Italiener mit arabischen Wurzeln, der jetzt in Costa Rica lebt, nennt sich selbst und sein Hostel El Perezoso, wirkte aber mit seiner quirligen Art ganz und gar nicht so. Er erklärte uns, dass er das Leben der Ticos sehr schätzt, was er mit seinem "Pura Vida" am Anfang, am Ende und auch als einzigen Inhalt eines Satzes zeigte (z.B. als Ersatz für ein "ja" als Antwort) und damit den Ausdruck der Lebensfreude der Ticos fast ins Absurde steigerte.

    Als erstes wurde natürlich die Stadt erkundet. Es war mal wieder ein geplanter Ort, mit schnurgeraden Straßen und quadratischen Blocks. Es war sehr trocken und staubig, zumindest in den Teilen, die nicht am Wasser liegen. Der Weg am Wasser entlang wirkt da schon angenehmer, mit einer kühlen Brise, Bademöglichkeiten und verschiedenen, einladenden Restaurants. Am Strand wurden wir auch gleich von ein paar Papageien begrüßt, die in den Palmen am Ufer saßen. Genau hier wollten wir gleich einmal ausprobieren, wie es ist im Pazifik zu baden, wurden aber leider nicht überzeugt. Der Einstieg dauert lange, weil's noch lange flach ist, das Wasser ist schmuddelig und brühwarm.

    Um dem Pazifik gleich noch eine Chance zu geben, haben wir am nächsten Tag beschlossen uns Fahrräder auszuleihen und zum anderen Strand zu fahren.
    Zunächst erkundeten wir allerdings noch einen kleinen Teich im Ort, in dem es Krokodile geben soll!! Als wir ankamen gab es wieder keine Tiere. Dafür aber einen älteren Herren, der uns zeigen konnte, wie man die Krokodile anlockt. Er holte eine Plastetüte raus und fing an zu rascheln. Da einige Menschen die Tiere füttern, meist aus einer Plastetüte heraus, haben sie sich schon an das Geräusch gewöhnt und wissen, dass es bald etwas zu fressen gibt. So auch dieses Mal. Er raschelte und zwischen dem Grünzeug tauchte ein Krokodil aus dem Wasser auf. Zwar nur ein relativ kleines, aber es ist doch beeindruckend diesen Dinosaurier aus der Nähe zu betrachten! Ein kleines Stück weiter entdeckten wir noch eine Jesusechse (wenn sie nicht gerade faul rumliegen können sie übers Wasser laufen) auf einem Baum und bemerkten dann, dass die Tüte noch weitere Tiere angelockt hat. Wir waren flankiert von einer Horde Affen, die uns neugierig und vielleicht etwas enttäuscht begutachteten, weil wir das erwartete Futter nicht dabei hatten.

    Später am Strand hatten wir kilometerweit Sonne, Sand und Meer nur für uns allein. Vielleicht wegen der Kombination aus praller Mittagssonne und fehlendem Schatten und/oder wegen der Badesituation. Denn auch hier war das kühle Nass wieder wenig angenehm. Die hohen Wellen und der schnell abfallende Untergrund machten die ersten Meter sehr wild und sandig und die entstehende Strömung machte ein Rausschwimmen auch wenig attraktiv.

    Beim Mittag kochen im Hostel trafen wir Rose wieder, die gerade aus dem Dschungel kam. Wir haben zusammen gegessen und jede Menge über ihre Heimat Quebec erfahren, das gerade versucht die englische Sprache zu vertreiben und ein eigener Staat zu werden. Wir bleiben gespannt!
    Für den Abend hatten wir eine Sunset-Dolphin watching-Kayak Tour geplant. Äußerst romantisch!
    Nachdem wir ihr davon erzählt hatten, hatte Rose beschlossen mitzukommen. Die Tour vom Meer in den mündenden Fluss und dann durch die Mangrovenwälder war sehr schön und wir haben viel von unserem Guide gelernt. Auch wenn wir keine Delfine gesehen haben, hat es sich doch gelohnt, denn die Kokosnüse, Melonen und Ananässe am Strand waren echt gut und der Sonnenuntergang sehr beeindruckend. Am Abend gingen wir wieder in das Restaurant, das wir schon am Abend zuvor besucht hatten. Wenn ihr mal da sein solltet, bestellt die Nachos! Ich hab nachts davon geträumt...!
    Der Guide hatte uns noch von einer Bar erzählt, in der am Abend noch Karaoke sein soll. Leider war das wohl eine Fehlinformation und somit endeten wir mit ihm in der abgefahrenen GuadaFok (what the fuck) Bar. Weiße Wände, Neonfarben, Schwarzlicht, Alienköpfe überall und arschkalt. Trotzdem lustig und wir haben ein paar Sachen über unseren Guide erfahren. Er hat 9 Geschwister, ist hauptberuflich Englischlehrer (was erklärt warum er als Mangrovenguide nur ein sehr beschränktes Wissen der örtlichen Flora und Fauna hat) und liebt die Shoppingmalls in San Jose.
    Wir gingen viel zu spät ins Bett wodurch wir sehr zerknautscht waren, als wir mitten in der Nacht um 4 Uhr aufstehen mussten, um den Bus nach San Jose zu erwischen.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 01Feb 2014

    16 Monteverde 01.02.2014 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Von San Jose aus ging es nach Monteverde. Dieses Mal wirklich und ohne Zwischenstopp.

    Unsere Fahrt führte uns durch eine mondähnliche Landschaft aus braunen Trockenwäldern. Der erste Teil, 3/4 der Strecke, verging recht schnell, allerdings war erst die Hälfte der geplanten Fahrtzeit um. Das letzte Viertel des Weges hatten wir dann in der zweiten Hälfte geschafft.
    Abseits des Highway 1, der Interamericana, wird die Straße immer beschwerlicher. Erst verabschiedet sich der Asphalt, dann wird die Strecke uneben, steil und kurvig. Obwohl ein Ausbau der Strecke sicher auch für die Einheimischen Vorteile brächte, ist die Kommune dagegen. Die Zahl der Touristen bliebe dadurch eingedämmt, was dem Schutz der Region dient. Auf unserem Weg auf ~1500 Meter Höhe wurde die Vegetation dann immer freundlicher und grüner. Der Wald, wie wir ihn kennen, findet sich dann erst vor unserem Zielort Santa Elena.

    Angekommen haben wir gefroren und uns mit unseren Busnachbarn, Ras und Kate aus San Fransisco, angefreundet, die das gleiche Hostel zum Ziel hatten wie wir. Auf dem Weg ging Josi vor und kam auf einmal ganz aufgeregt zurück gehüpft. "Christian! Christian! Ein Faultier! EIN FAULTIER!!!" Als wir angekommen sind war das Zweifingerfaultier gerade dabei an der Stromleitung die Straße zu überqueren. Wir hatten gleich gesehen, dass es nur einen Arm hat und nach dem, was wir im Sloth Sanctuary über die Verbrennungen durch Stromleitungen gelernt hatten, haben wir uns große Sorgen um das Tierchen gemacht. Wie sich später herausstellte war das gar nicht nötig. Das Tier ist im Ort bekannt. Es ist nicht ohne Weiteres so groß geworden und der Armverlust scheint es nur noch zäher gemacht zu haben. Irgendwann hatte uns das Tier von seinem Können überzeugt und den Weg zum Strommasten sehr gut gemeistert. Dort angekommen wurde es allerdings eher lustig, als es versuchte eines der Stahlseile zur Stabilisierung des Strommasten zu erreichen. Es stellte sich dabei so ungeschickt an, dass es sich bei den Versuchen mehrfach im Kreis drehte. Irgendwann hatte es es aber geschafft und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

    Das Hostel war der Hammer: www.youtube.com/watch?v=8VDy7u6DyV8
    Schicke Zimmer im Naturlook, mit hölzernen Wänden, schickem Balkon mit Hängematte und Blick auf die Berge, Pflanzen im Zimmer(!!!), einem richtig ordentlichen WiFi, vielen Möglichkeiten für Touren, coolen Leuten und vegetarisch. Kurzum: perfekt. (C) Es gehört sogar echten Ticos, die es selbstgebaut haben und bald ein vegetarisches Restaurant eröffnen wollen. Die zwei haben einen kleinen Wurm namens Gael, ausgesprochen "Gail". Er wird seinem Sohn aber erst mit 16 Jahren erzählen, dass das auf deutsch ausgesprochen neben "cool" auch "horny" bedeutet.

    Der Ort war wiederum nicht so schön, was unserem Aufenthalt jedoch keinen Abbruch getan hat. Man ist eh da um die wilde Natur zu erkunden. Und falls man dazu keine Lust hat bietet einem der Ort zahlreiche "künstliche" Naturattraktionen wie Ziplining, Schmetterlingshaus, Froschhaus, Reptilienhaus, Fledermaushaus oder Orchideengarten.

    Wir haben uns für die echte (kostenlose) Natur entschieden und eine Wanderung zum höchsten Punkt der Gegend gemacht. Man muss schon sagen, wir sind ganz schön dusselige Wanderer. Da führt ein Weg zum höchsten Punkt, soll 1,5 Kilometer lang sein und 1,5 Stunden dauern und wir wundern uns, dass es richtig steil und anstrengend wird. Oben angekommen wurden wir leider nicht mit einem schönen Ausblick belohnt, nein, wir waren mitten in einem dicken Wolkenmeer. Aber das gute Gefühl, uns mal sportlich betätigt zu haben, blieb!

    Weitere kostenlose und weitgehend unbekannte Attraktionen waren ein wie eine Brücke gewachsener Baum und ein Kletterbaum. Letzterer war besonders cool, aber seine Entstehungsgeschichte ist etwas traurig. Es war einmal ein zufriedener großer Baum. Er bekam angenehme Gesellschaft von einem anderen Baum, der sich an ihn ranschmiegte. Die neue Liebschaft war exotisch, die ungewohnte Zweisamkeit gefiel ihm zunächst, auch wenn er immer die Getränke ausgeben musste. Die Liebschaft nahm ihn immer mehr ein, umschlang ihn zunehmend. Doch mit der Zeit ging es ihm schlechter, die tückische Liebschaft raubte ihm immer mehr lebensnotwendiges Wasser und Licht, bis der Baum starb und nur noch fauliges Holz hinterließ. Der umschlingende Baum war nun groß, gesund und vollkommen hohl. Perfekt um darin hoch zu klettern!

    Außerdem haben wir eine Nachttour gemacht um nachtaktive Tiere zu sehen. Unsere Vorstellung davon war folgende: ein wenig gruselige Tour durch einen einsamen, finsteren Wald in einer kleiner Gruppe bei der wir mucksmäuschenstill sein müssen um Tiere heimlich und von ihnen unbemerkt zu beobachten. Die Realität sah wie folgt aus: ein Touriunternehmen kauft/pachtet ein Waldstück um abends an die 50-70 Leute in kleineren Gruppen dort durch zu führen; Guides sind mit Walkietalkies ausgestattet um einander von ihren Entdeckungen und dem Fundort zu berichten, damit alle nahen Gruppen schnell hinstürmen können; die kleinen Tierchen sind ganz verdutzt und verschreckt. Nichtsdestotrotz haben wir einiges gesehen (sogar wesentlich mehr als Hostelbekannte, deren Tour einen viel kleineren Rahmen hatte):
    - Vogelbälle (die heimischen Vögel verstecken nachts ihre Köpfe unter den Federn um Wärme zu speichern. Sie sehen dann aus wie dekorative Weihnachtsbaumkugeln. Eine Kugel soll wohl ein Quetzal gewesen sein, der schönste Vogel Mittelamerikas.)
    - Insekten wie Spinnen, sich häutende Stabheuschrecken, Jimeney Crickets und einen Leuchteaugenkäfer
    - Faultier, Porky Pine (Art stachliger Waschbär, sehr verbreitet und unbeliebt in Nordamerika), Oppossum, Nachtaffe aka Kinkajou
    - giftige, grüne Baumschlangen, Frösche

    Der Grund warum die meisten Leute nach Monteverde/Santa Elena kommen ist der Nebelwald, obwohl das wohl hier erfundene Ziplining auch sehr viele anlockt. Statt des beliebten Nationalparks haben wir das gleichermaßen schöne aber weniger besuchte Naturreservat besucht (200.000 gegen 20.000 jährliche Besucher). Wo die durchschnittlichen 55 Tagesgäste gewesen sein sollen ist uns ein Rätsel, uns kam es zumindest so vor als würden wir allein im Park sein. Leider hat das die örtliche Fauna nicht dazu bewegt aus ihren Verstecken zu kommen. Nach 4 Stunden Wanderung haben wir nur einen blauschnäbligen, schwarzen Mohrenguan am Ausgang und einen Nasenbären auf dem Parkplatz gesehen. Aber dafür war die Flora um so beeindruckender, mystischer fast märchenhaft. Alles feucht, alles bemoost, überall Nebel.
    Am Ausgang trafen wir 3 Mädels aus den USA, die bei geschätzten 15 °C mit Shorts und Tanktops rumliefen. Das Wetter ist wirklich tückisch in Monteverde: im Ort schwitzt man tagsüber bei 28 ° C und mit 15 Minuten Fahrzeit überwindet man ca. 13 °C Temperaturunterschied. Am Abend schauten wir mit den New Yorker Mädels und mit Kate und Ras aus San Fransisco unseren aller ersten Super Bowl! Christian hat sich von Ras die Regeln erklären lassen, während die verhassten Seattleirgendwas die Denvermannschaft geschlagen hat. Die Mädels konnten mir derweil einige meiner lang gehegten Fragen an Amis beantworten.

    An unserem letzten Abend kam uns das vermutlich letzte Faultier unserer Reise Tschüß sagen. Es kletterte direkt vor unserem Balkon an einer Stromleitung entlang. Auf den Fotos haben wir später gesehen, dass es eine Mami war die ein Junges dabei hatte!

    Viel zu früh am Morgen begann unsere Reise ins nächste Land. Um den internationalen Bus nach Nicaragua zu bekommen mussten wir uns von dem Hauptstadtbus mitten in der Pampa aussetzen lassen und dort zwei Stunden warten, während Lastwagen und Busse mit 90 Sachen 15 Meter an uns vorbeirauschten.

    Abschiedsbrief
    Costa Rica, du Quell sagenhaft schöner Landschaften, wir waren gern zu Gast bei dir. Deine Strände, Dschungel und Berge durften wir genießen und deine vielfältige Flora und Fauna bewundern. Nach dem chaotischen Kuba konnten wir in deinen Hängematten gut abschalten und runterkommen. Das Reisen war hier einfacher, das Spanisch verständlicher, English verbreiteter, das Essen reichhaltiger und leckerer, die Betten bequemer, die Unterkünfte belebter, aber dafür auch alles teurer. Wir haben deine Kultur und Einwohner leider nicht gut kennengelernt, sind nicht in das Wesen deines Seins eingedrungen. Da wir in einem Aussteigerort badeten, durch einen kanadischen Dschungel stampften und an unserem letzten Abend auf deinem Boden den amerikanischen Superbowl schauten, könnte man uns aber zu Recht vorwerfen, dass wir uns nicht genug Mühe gegeben haben. Christian möchte sehr gern wiederkommen, ich möchte aber erstmal sehen was deine nordischen Nachbarn so zu bieten haben!

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 03Feb 2014

    17 Granada - wasting time with a good feeling! 03.02.2014 Nicaragua —

    Granada, Nicaragua

    Beschreibung

    Nicaragua erreichten wir mit dem komfortablen TICA-Bus. Eine Stunde vor der Hauptstadt ließ er uns am Rande irgendeiner Stadt raus, von wo wir mit dem sogenannten Chickenbus weiterfuhren. Das sind alte amerikanische Schulbusse, von innen mit buntem und auch religiösem Schnickschnack dekoriert, die als Dorfbusse fungieren und spottbillig sind. Der Name rührt daher, dass wirklich alles, was die Fahrgäste bei sich haben, transportiert wird, Fahrräder, riesige Körbe, Bohnensäcke und auch lebende Hühner.
    Granada empfing uns mit wildem Markttrubel - Obst und Gemüse wurden neben billigen Klamotten, Plastespielzeug und Elektronikkram verkauft. Dieser Teil der Stadt war im Gegensatz zum rausgeputzten Zentrum ziemlich schmuddelig und wild.
    Granada ist Nicaraguas älteste Kolonialstadt; zahlreiche Gebäude im Stil dieser Zeit bezeugen das. Die Fußwege sind hübsch gefliest (wo die schönen, alten kaputt waren hat man einfach klassische Küchenfliesen benutzt), die Straßen von bunten, einstöckigen Häuschen und knochigen Bäumen gesäumt, die Plätze von prunkvollen ehrwürdigen Kirchen beschattet, das Zentrum ist wie aus dem Ei gepellt. Die Stadt liegt am größten See Zentralamerikas (10. größter der Welt) und ist umgeben von Vulkanen. Das alles und zahlreiche Ausflugsziele in der Umgebung locken viele Touristen und Backpacker an. Leider bekamen wir dadurch auch das Gefühl, dass sich so gut wie alles und jeder in der Stadt um die Touristen dreht. Jeder will irgendwas von einem; dass du bei ihm Geld tauschst, eine Tour buchst, mitfährst, Tomaten abkaufst oder Hängematten. Später merkten wir, dass das in Granadas Erzfeind, der nördlich gelegenen Stadt León, anders ist. Beide Orte haben gemein, dass sie schön und kolonial geprägt sind, aber da hörts auch schon auf. Seit Ewigkeiten liegen die Städte im Streit, was im 19 Jahrhundert sogar in einem Bürgerkrieg gipfelte. Um keine weiteren Konflikte zu provozieren wurde das damalige Dörfchen Managua zur Hauptstadt erklärt.

    Beim Besuch des Friedhofs wurden wir kurzerhand vom alten Wachmann Jose eskortiert, weil sich zwischen den Gräbern wohl gefährliche Männer mit Macheten tummeln. Wir haben erfahren, dass 6 Präsidenten dort begraben sind und manche Grabsteine 3 Daten markieren: neben Geburts- und Todestag auch das Datum des Berufseintritts (+ Info welcher Beruf)!

    Ein weiterer Ausflug führte uns auf meinen allerersten und Christians zweiten Vulkan: Massaya! Den haben wir der Einfachheit und Bequemlichkeit halber im Rahmen einer organisierten Tour besichtigt und "bestiegen". Wir hatten Glück, auf einen Tourguide kamen nur vier Leute, neben uns noch ein großelternaltes Paar aus Kalifornien. Zuerst besuchten wir den großen Handwerksmarkt (kitschige Souvenirs und Sporttrikots inklusive) in Massaya-Stadt, wo wir typische Tonvasen für unsere Mamis kauften, die aufgrund schlampiger Verpackung unsererseits beim Verschicken einen wirtschaftlichen Totalschaden erlitten - sorry Mum und Beate :-( Der Vulkan war sensationell! Wir fuhren mit dem Auto bis fast ganz nach oben, sehr komfortabel ;) Die Autos mussten mit der Schnauze Richtung Ausgang zeigend parken um schnell losfahren zu können. Der letzte Ausbruch des Vulkans kam so plötzlich, dass nicht alle Besucher rechtzeitig weggebracht werden konnten und 120 dort ihr Leben ließen... Als wir dort waren gab es keine Anzeichen einer Eruption, weswegen wir bis an den Schlund des Kraters treten durften - sehr beeindruckend! Wir konnten zwar keine Lava sehen aber Massaya dampfte wie ein Teekessel. Der höchste Gipfel ist seit einiger Zeit aus Sicherheitsgründen gesperrt, aber wir hatten dennoch eine atemberaubende Aussicht auf das weite Umland und den Sonnenuntergang hinter den Vulkanwolken (gibt's dafür einen schöneren Begriff?). Danach wurden wir mit Helm und Lampe ausgestattet und durchstampften stinkige Fledermaushöhlen (Nanananananananananananananana Bat cave!).

    Aufgrund mehrfacher begeisterter Empfehlungen von anderen Reisenden, wikitravel und lonely planet haben wir die Laguna de Apoyo besucht. Kollektivtaxi und Chickenbus brachten uns zu diesem Vulkankratersee. Landschaftlich war der See herrlich eingebettet in eine grüne Bergkette. Seine Farbe hat mich etwas enttäuscht, ich hab bei dem Wort Lagune Bilder türkisen statt dunkelblaugrünen Wassers im Kopf. Das Badevergnügen hielt sich in Grenzen. Das Wasser hatte eine angenehm kühle Temperatur aber leider auch etwas zu viel Müll. Den Preis für die Nutzung des Hostelstrandes wollten wir wegen unserer leichten Enttäuschung so gut wie möglich ausgleichen weswegen wir eine kostenlose aber unspaßige Kayakfahrt gemacht haben und Christian literweise kostenlosen Kaffee getrunken hat. (Josi Ende) Auf dem Rückweg checkten wir mit 10 anderen Tagestouristen aus dem Hostel aus und bis der Bus kam versammelten sich immer mehr an der Straße. Es war der letzte Bus des Tages zur nächsten Schnellstraße von der aus man dann in kleinere und zu dem Zeitpunkt schon fast volle Busse umsteigen muss. Da wir nicht so lange warten wollten, haben wir beschlossen uns abenteuerlich zu verhalten und zu trampen.
    Das erste Auto, bei dem wir es probierten gehörte einer deutschen Familie. Wir fuhren also weiter und erfuhren, dass Mutter, Vater und Sohnemann schon seit 20 Jahren beruflich (für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) unterwegs sind und seitdem alle 3-5 Jahre das Land oder den Kontinent gewechselt haben. Da wir den Aussichtspunkt auf den See und seine Umgebung noch nicht kannten machten sie kurzerhand noch einen Abstecher mit uns dorthin. Der Ausblick war echt schick, mit dem Kranz, der die Lagune umschließt, Granada und Lake Nicaragua im Hintergrund. Die gelbe Kirche von Granada wirkte viel gigantischer, als sie in Wirklichkeit ist. Wir tranken dann noch einen Kaffee (auf einen mehr oder weniger kam es dann auch nicht mehr an) bzw. einen Tee, auf den uns die freundliche Familie einlud.

    Eine weitere Tour führte uns zu den "Isletas", den Inselchen, die uns von manchen Seiten ans Herz gelegt wurde. Im Lake Nicaragua gibt es an die 400 Inseln und 365 davon vor Granada. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe. Wohl eher klares türkisblaues Wasser und einsame paradiesische Inseln mit weißen Sandstränden. Warum weiß ich nicht, immerhin ist es ein Süßwassersee... Naja, das Wasser war trüb, aber nicht verschmutzt, wie uns der Steuermann versicherte. Er fuhr uns dann ein bisschen rum. Er zeigte uns die verschiedenen Steininseln und informierte darüber welcher Medienmogul oder Zuckerkönig dort sein Ferienhaus besitzt. Da er die Preise aller freien Inseln kannte oder uns zumindest welche nannte und wir die Inseln betreten konnten, wirkte es schon etwas wie eine Kaffeefahrt. Der Höhepunkt war Monkey Island. Monkey Island, diese viel zu kleine Insel, auf der 4 Affen ausgesetzt wurden, damit die Touris was zu gucken haben. Mit dem Rum, der im Preis mit inbegriffen war wurden wir dann auch lustig und das Baden vom Boot aus war nicht schlecht.

    In und um Granada gab es also eine Menge zu sehen. Trotzdem haben wir dort ungewollt zu viel Zeit verbracht; mehr dazu gleich. Zwischen den Ausflügen hatten wir somit aber auch viel Zeit zum Entspannen und um diesen tollen Blog zu schreiben. Das Hostel war dazu optimal: mit Hängematten, Pool, Bar, Fernseher, eigener Küche und Palmengarten im Innenhof in dem sich 2 Hasen tollten und eine Schildkröte unermüdlich und immer wieder den Weg vom Teich in ihr Versteck, ein Loch hinter einem Schild, beschritt. Zudem flogen noch zwei Papageien herum und pfiffen vergnügt. Die jungen Besitzer sorgten dafür, dass abends immer etwas an der Bar los war und an einem Abend haben wir uns einem Pubcrawl angeschlossen.

    Die Woche in Granada haben wir in freudiger Erwartung eines Termins beim Tätowierer verbracht, den ich am ersten Tag nach der Ankunft in Nicaragua bekommen habe. Juan arbeitet(e? Vielleicht nun nicht mehr) im super sauber und professionell wirkenden Tattoostudio AK47 in der Hauptstadt Managua. Ich wollte mir dort gern ein Reisetattoo machen lassen: meinen Unterschenkel sollte ein dichter Dschungel zieren und von einem Ast sollte ein überdimensional großes Faultier hängen (Josi möchte an dieser Stelle erwähnen, dass sie die Idee doof fand). Da die Verständigung vorab per Facebook problemlos auf englisch funktionierte, war ich doch sehr überrascht, dass das vor Ort niemand konnte und sehr froh, dass Josi dolmetschen konnte. Juan mochte meine Dschungelidee nicht und ich seine nicht: er wollte mir ein Faultier verpassen, das an einem aus dem Nichts kommenden Ast hängt
    Wir einigten uns dann schließlich auf ein Faultier, dass mein Bein umarmt. Er malte eine Skizze, gab mir einen Termin 8 Tage später und versprach mir in 7 Tagen einen Entwurf zu schicken. Was dann genau 7 Tage später eine Stunde vor seinem Feierabend ankam waren 2 Skizzen von Faultieren, die, na klar!, von einem Ast hängen und ein Baby auf dem Bauch tragen. Süß, ohne Frage, aber nicht, was wir besprochen hatten und nicht einmal seine eigenen Skizzen. Als er 2 Stunden nicht auf die Email geantwortet hat, habe ich die Bardame gebeten anzurufen und zu fragen, was das Problem ist.
    Seine knappe Antwort war, dass das alles sei, das er in der Kürze anbieten könnte. Wir haben dann einfach aufgelegt, unsere Sachen gepackt und sind gleich am nächsten Morgen nach Isla de Ometepe weiter gefahren.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 10Feb 2014

    18 Ometepe - eeeiine Insel mit 2 Bergen... 10.02.2014 Nicaragua —

    Santa Cruz, Nicaragua

    Beschreibung

    Video zur Bootsfahrt: https://www.youtube.com/watch?v=dSbSs9ljzNw&feature=youtube_gdata_player

    Ja, schon wieder eine Insel im Lago de Nicaragua. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir dieses Mal nicht enttäuscht werden, denn diese Insel besteht aus zwei Vulkanen.
    Wir wurden nicht enttäuscht. Schon während der schaukeligen Überfahrt mit dem Boot zeigten sich die Vulkane Concepción und Maderas als imposante Berge, die die Insel komplett einzunehmen scheinen. Wolken hingen um die Gipfel, und verliehen dem Bild zusammen mit der diesigen Luft eine fast mystische Stimmung.

    Ziel war ein Hostel, von dem wir schon in Granada gehört hatten. "El Zopilote" ist nicht nur ein Hostel. Es ist auch eine Permakultur-Bio-Farm auf der der Chef Bruno, ein italienischer Althippie, jede Menge Gemüse, Früchte und dem Flair dort nach zu urteilen vielleicht auch andere, berauschende Pflanzen anbaut. Es gibt jede Menge (Möchtegern-)Hippies, die dort freiwillig und gegen Naturalien arbeiten und zB selbstgebackenes Brot, Hummus, Schokocreme und Schmuck im hosteleigenem, zum Shop umgebauten Amischulbus im Dorf verkaufen.
    Es gab zwar leider keine Küche, aber das Restaurant bot leckere Sachen mit den Erzeugnissen der Farm an und veranstaltete jeden zweiten Abend ein Pizzagelage, das auch Gäste aus anderen Unterkünften und Dörfern anlockte.
    Die Anlage ist sehr speziell und originell. Es ist ein recht großes Gebiet, auf dem die allesamt selbst und aus Holz gebauten Häuser, Duschen und Toiletten, Restaurant, Yogaplatz und Aussichtsplattform verstreut und durch schmale Wege miteinander verbunden sind. Es gibt nachts keine Beleuchtung, aber die blau leuchtenden Augen der Spinnen zeigten einem den Weg, den man lieber nicht gehen sollte. Eines Nachts haben wir eine fette, behaarte Wolfsspinne getroffen. Eines sehr frühen morgens haben wir die kostenlose Yogasession ausprobieren wollen. Christians allererste Yogaerfahrung war aber leider sehr enttäuschend. Der verstrahlte Lehrer hat keine einzige Kriegerpose, keinen Sonnengruß und keine Dehnung mit uns gemacht. Stattdessen sollten wir atmen, uns leer fühlen aber wiederum auch einen See in uns tragen und dazu unseren "anus" und dann unsere "genitals" erst an-, dann entspannen. Von 2 Stunden habe ich 1 durchgehalten, die Hälfte hat sich bis dahin schon schlafend gestellt; Christian gebührt unser aller Respekt, denn er hat das 1,5 Stunden ausgehalten.

    In dem "Rabengeier", was Zopilote übersetzt heißt, haben wir ca. 10 Leute aus unserem vorherigen Hostel zufällig wiedergetroffen. Mit dem schrägen Chinakanadier mit dem Otto von Bismarck-Schnurrbart, der nervigen Norwegerin, einem Briten und einem Guide machten wir zusammen eine Wanderung zum Gipfel und Kratersee des Maderas-Vulkan, dem kleineren und optisch nicht ganz so coolem der beiden Ometepevulkane. Die Idee war, dass wir von ihm aus eine erstklassige Sicht auf den größeren (1610 m), majestätischen, musterhaft kegelförmigen Concepción haben werden. Die Besteigung war der Horror und hat sich einfach nicht gelohnt. Hätte ich das zu meinem schwächsten Punkt gewusst, als mich Christian mit der Aussicht motiviert hat, dass wir beim Durchhalten einen Vulkan bestiegen haben werden (habe ich gerade eine neue Zeitform erfunden?), ich wäre umgekehrt und baden gegangen. Der Weg führte durch flache Felder und den Bauernhof unseres Guides, dann einen Sandweg hoch mit gefühlter 90 Grad Steigung - mein persönlicher Tiefpunkt. Als wäre das nicht schlimm genug gewesen mussten wir danach ca. 3 Stunden durch und über Schlamm, Bäume und fette Steine klettern. Am höchsten Punkt (1394 m) wurden unsere Mühen nicht einmal mit einem schönen Ausblick belohnt, denn die Spitze steckte in einer fetten Wolke :-( Vor dem Rückweg mussten wir zum doofen, wenig sehenswerten und badeunfreundlichen Kratersee absteigen. Der Rückweg war genauso furchtbar, denn wir mussten uns wirklich anstrengen nicht auszurutschen und den halben Berg runterzuschlittern (klingt vielleicht witzig, aber Nein!!). Wenigstens hatten wir auf Hälfte des Weges eine fenomenale Aussicht. Meine Schuhe konnte ich danach weghauen.

    Den nächsten Tag wollten wir uns so wenig wie möglich bewegen, aber auch was von der Insel sehen. Die Lösung: Moped fahren! Wir sind beide zuvor so gut wie nie Moped gefahren, meine Erfahrung als Beifahrer beschränkte sich auf eine ca. zweiminütige Tour von der Adolf August Straße in Altenhof zu meinem Elternhaus und Christian war mal ganze 15 km Beifahrer von Sellin nach Binz. Nun zählen wir dazu: fünf Stunden selber fahren auf Ometepes mit unzähligen Geschwindigkeitsboppeln bedeckten Straßen. Ich war aufgrund meiner saumiesen Fahrkünste mehr Beifahrer oder Sozius, wie wir Biker sagen. Auf unserem Weg konnten wir die Schönheit der beiden Vulkane aus zahlreichen Perspektiven bewundern, unser verhasster Maderas sah ohne Wolken auch wieder ganz friedlich aus. Abstecher führten uns zu einem Veggierestaurant am Strand, dem Punta Jesús Maria und Ojo de Agua. Letzteres ist ein natürlicher Pool mit glasklarem, erfrischendem Wasser. Zum erleichterten Einstieg wurde ein Beckenrand gebaut, der sich aber unauffällig in das schöne Bild schmiegt. Dort trafen wir eine Kneipenbekanntschaft aus Granada und eine liebe Chilenin, die uns Mädels zeigte, wie man sich mit dem Bodenschlamm eine Maske macht und der ich versprechen musste sie eines Tages per Couchsurfing in Santiago zu besuchen. So schön es auch war, die Straße hat uns Biker wieder zu sich gerufen und führte uns zur Landzunge Punta Jesús Maria. Diese wird von zwei gegeneinander laufenden Strömungen geformt und ist von Möwen heimgesucht. Super schön dort! Wir hatten dann auch das Vergnügen über den örtlichen Flughafen zu fahren: vermutlich aus Platzmangel kreuzen sich Rollfeld und die gewöhnliche Verkehrsstraße. Ein stattlicher Soldat bewacht die Zufahrt und sperrt den Weg fürs Fuß- und Reifenvolk während Start oder Landung ab.
    Einige Zeit bin ich sehr souverän gefahren, doch nach dem wir gegen Ende nochmal gewechselt hatten habe ich es irgendwie verlernt und nur noch Unsinn gemacht. Unsere Maschine fiel daher auch einmal um. Christian hat unseren kleinen Roller aber sicher manövriert und sowohl Helm als auch Fahrtwind standen ihm sehr gut - running on a highway...looking for adventure!
    Ansonsten waren wir auf Ometepe noch im zehnt größten Süßwassersee der Erde baden. Das Wasser ist, anders als bei Granada, sauber und nicht grün. Außerdem bieten die zwei Vulkane abermals ein feines Hintergrundbild. So schön, dass sogar ein Pferd dort baden ging. Was wir auf der Insel leider verpasst haben war die Wanderung zu einem coolen Wasserfall, aber wir waren noch zu geschädigt von der letzten Wanderung.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 14Feb 2014

    19 León - das andere Granada 14.02.2014 Nicaragua —

    León, Nicaragua

    Beschreibung

    Nachdem uns der Erzfeind Granada wegen des Tattoodebakels mit einem schlechten Beigeschmack verabschiedet hatte, gab sich León extra viel Mühe uns zu gefallen und war dabei auch sehr erfolgreich.
    Die Natur um die Stadt herum war sehr imposant. Vulkane und Bergketten zeichneten den Horizont. Und auch die Stadt hatte einige schöne Ecken zu bieten. Zum Beispiel die Kathedrale von León, oder für die Einheimischen: INSIGNE Y REAL BASILICA CATEDRAL DE LA ASUNCION DE LA BIENAVENTURADA VIRGEN MARIA. Die Kirche ist ein sehr bedeutendes Gebäude für die Nicas. Sie zeichnet sich wohl dadurch aus, dass sie innen besonders hell, oder gleich "eine der Kathedralen mit der schönsten natürlichen Innenbeleuchtung Lateinamerikas" ist. Außerdem beherbergt sie das Grab von Rubén Darío, dem bedeutendsten Schriftsteller Nicaraguas. Uns wird die Kirche als ungewöhnliche Aussichtsplattform in Erinnerung bleiben. Für einen kleinen Obolus konnte man hinter die Kulissen schauen und das Dach besteigen. Ohne Abgrenzung, ohne dass jemand da stand und kontrollierte, was die Touristen machen oder wo sie hinlaufen, haben wir uns auf dem Dach frei bewegt und die Aussicht genossen. Die Blicke auf die umliegenden Berge, über die Stadt und auf das bunte Markttreiben waren gigantisch und interessant. Ich hätte den ganzen Tag dort sitzen und das Treiben beobachten können, doch die Stadt wollte weiter erkundet werden.

    Auf der Fahrt hier her hatten wir von einer Mitfahrerin bereits erfahren, dass die Stadt jede Menge Secondhand-Shops zu bieten hat. Wir hatten ein paar durchstöbert und Josi war dabei wesentlich erfolgreicher als ich. Komisch, dass es in Mittelamerika, wo es nicht ungewöhnlich ist, dass die Menschen sogar kleiner als Josi sind, keine Klamotten für einen Riesen wie mich gibt...

    Die Umgebung versprach ebenfalls ein paar Möglichkeiten zur Beschäftigung, wie zum Beispiel ein Badeausflug zum Pazifikstrand. Wir nahmen die Fahrt mit dem Chickenbus auf uns und fuhren an die Küste. Alle Reiseführer weisen darauf hin, dass man darauf achten soll den schöneren Strand zur Linken zu nehmen. Dass diese Einschätzung richtig ist, haben wir dann auf dem Rückweg auch festgestellt. Wir hatten leider auf dem Weg dorthin nicht aufgepasst und sind am erst besten Strand ausgestiegen. Es war ein sehr heißer Tag, der Sand brannte entsprechend. Wir retteten uns schnell unter einen der Unterstände, die über den Strand verteilt waren. Der Mann nebenan erklärte uns leider, was wir schon befürchtet hatten: um dort zu bleiben müssen wir zahlen. Wir waren also so klug, uns nicht darunter, sondern gleich daneben niederzulassen. Stolz auf uns und unsere tolle Idee legten wir uns auf die Decke. Bis der Vermieter vorbeikam und uns erklärte, dass wir uns zu nah an seiner Einnahmequelle niedergelassen hätten und ihm alle Kunden fernhalten würden. Wir entfernten uns also 2m Meter vom Holzgestell und legten uns in den letzten Schatten, den es spendete. Der Vermieter war damit sichtlich unzufrieden, konnte dann aber auch nix mehr tun.
    Das gute an dem Strand war, dass wir dort Hans, den Polen wiedergetroffen haben. Wir hatten ihn im Hostel in Granada kennengelernt und mit ihm dort die Isleta Bootstour gemacht. Er erzählte uns bei der Gelegenheit davon, dass es nun wohl bald so weit sei und die Welt einen zweiten Kanal durch Zentralamerika bekommt. Er soll durch Nicaragua verlaufen und dabei auch den Lake Nicaragua kreuzen. Die Pläne für ein solches Projekt sind nicht neu. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Entwürfe dafür vorgestellt. Damals sollten Deutschland und Japan die Partnerländer für den Bau sein. Da die USA aber um ihre Vormachtstellung fürchteten wurde nach einigem Bitten kurzerhand militärisch interveniert und ein neuer Präsident ins Amt gebracht, der dann einen Staatsvertrag für Nicaragua unterschrieben hatte, der besagte, dass wenn überhaupt die Amis den Bau eines solchen Kanals übernehmen dürfen. Es ist nicht überraschend, dass diese natürlich kein Interesse an einem Kanal haben, wodurch die Pläne erst einmal ad acta gelegt wurden. Aktuell ist das Projekt wieder auf dem Tisch und wurde an eine chinesische Firma ohne jegliche Erfahrung mit solchen Großprojekten vergeben. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Mister-Wangs-Wunder-article11101756.html
    Dazu kommt noch die wirtschaftlich und politisch unsichere Situation Nicaraguas. Wir dürfen gespannt bleiben.

    Im Hostel haben wir ein holländisches Paar kennengelernt, mit dem wir am ersten Abend in ein Veggie-Restaurant gegangen sind. Dass wir am Valentinstag dort waren haben wir erst vor Ort gemerkt. Es wurde aber nicht komisch, denn das Special des Tages war ein freier Cocktail, den wir gern angenommen haben.
    Während einer unserer Stadtrundgänge hat Josi entdeckt, dass León auch ein Tattoostudio besitzt. Wir haben einmal reingeschaut und meine Faultieridee mit Tätowierer Andy aus Manchester besprochen. Ihm gefiel die sie, er brauchte aber nur noch etwas Zeit, um einen Entwurf anzufertigen. Er meinte wir sollten am Abend wieder kommen. Also das ist schon wesentlich schneller, als eine Woche...Wir gaben ihm also alle Infos, Webseiten und Videos, die wir über Faultiere haben und kamen Abends wieder. Als wir den Laden wieder betraten erzählte er uns, dass er ganz viel Frank Ze gehört hat, angesteckt von diesem Knüller: http://m.youtube.com/watch?v=XrUM8m2rnP0
    Trotzdem hat er es auch geschafft zu arbeiten und eine schöne Skizze geliefert. Am nächsten Abend ging es dann auch schon los. Beim Erzählen erfuhren wir viele interessante Dinge über ihn und stellten fest, dass alle, wirklich alle Fäden unseres Nicaraguaaufenthalts in seinem Tattoostudio zusammenliefen. Er erzählte uns, dass er aus Manchester stammt und die Stadt bereits mit 17 Jahren verlassen hat, weil er sich in seiner Heimat nicht mehr wohlgefühlt hatte und sie heute der schrecklichste Ort der Welt für ihn ist. Er kam dann nach Nicaragua und eröffnete dort das erste Tattoostudio des Landes. In seiner Tätowiervergangenheit hat er nicht nur Juan kennengelernt, der derzeit in Managua bei AK47-Tattoos Leuten Sachen verspricht und diese dann nicht hält, er hat auch Bruno, den Betreiber des Hostels Zopilote auf Ometepe kennengelernt, während er seinem Sohn das Piercen beigebracht hat. Auch unser Hostel in León, das Lazy Bones kannte er sehr gut, denn er war es, der es damals eröffnet und dann vor ein paar Jahren verkauft hat.
    Die Verbindung zu Granada ergibt sich über den kleinen Typen, der während ich tätowiert wurde auch anwesend war. Er war zu Gast bei Andy, um seine eigenen Tattookünste zu verbessern. Es war ein unbestimmtes Gefühl, aber wir glaubten ihn zu kennen. Es stellte sich während der Gespräche heraus, dass wir ihn tatsächlich schon einmal in Granada getroffen haben, als er mit seiner irischen Freundin bei uns am Tisch gesessen hat. Während ich von Andy zerstochen wurde, hat dieser an Josi üben dürfen. Vielleicht hätte sie nicht so schnell ja sagen sollen und den Entwurf erst genauer checken sollen... Der Dialog lief wie folgt: "Christian auf dem Unterarm?", "Ja, Christian mit h", "ja, kein Problem"...das Ergebnis findet ihr bei den Fotos. :/ Naja, aber die Idee war süß...
    Es war also eine sehr interessante und spaßige Tattoosession und mich umarmt nun endlich ein Faultier am Bein. :-)
    Bevor es mit Honduras weiter geht hier noch der Hinweis auf einen überaus interessanten Charakter der nicaraguanischen Geschichte: William Walker! Ein Ami, der zeitweise Präsident von Nicaragua war, dies aber gern für ganz Mittelamerika gewesen wäre und daher lauter schräge Sachen gemacht hat. Unbedingt lesen: http://de.m.wikipedia.org/wiki/William_Walker_(S%C3%B6ldner)

    Video zur Tattoosession: https://www.youtube.com/watch?v=ysT8yjUikxo&feature=youtube_gdata_player

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 17Feb 2014

    20 San Pedro Sula - survived world‘s murder capital 17.02.2014 Honduras —

    San Pedro Sula, Honduras

    Beschreibung

    In León buchten wir viel zu kurzfristig und unbedacht unser Busticket nach Honduras. Wir wollten zuerst in den äußersten Westen des Landes, in die kleine abgelegene Stadt Gracias und zu unserer ersten Mayaruine in Copan. Wir wollten es tunlichst umgehen, aber laut Ticketverkäufer mussten wir für diese Strecke eine Nacht in San Pedro Sula übernachten. Die Stadt ist Honduras zentraler Verkehrshub, so gut wie alle Busse passieren den städtischen Busbahnhof. Aus zwei Gründen können wir das nicht so ganz nachvollziehen: 1) Die Stadt liegt im Nordwesten des Landes und daher so gar nicht zentral. 2) Die Stadt rühmt sich mit durchschnittlich drei Morden pro Tag mit dem Rekord die weltweit höchste Mordrate zu haben (Vgl. landesweit werden im Schnitt 20 Menschen pro Tag ermordet. Mehr Infos und Fotos hier: http://www.businessinsider.com/san-pedro-sula-is-the-most-violent-city-on-earth-photos-2013-12?op=1). Wie man sich denken kann wollten wir vor allem aus letzterem Grund dem Ort fernbleiben. Wir mussten jedoch eine Nacht in der Weltmörderhauptstadt verbringen und haben es geschafft ohne einer Gang beizutreten! Selbstverständlich sind wir mit einem Taxi zum Hostel gefahren, was mit dem Merkmal wirbt das erste in der sicheren Zone zu sein. Bei der Fahrt überraschte mich das Bild der Stadt sehr. Ich hatte mir ein furchtbar dreckiges Loch mit ranzigen Straßen, kaputten Ampeln und toten Pflanzen vorgestellt. Die optische Realität sah anders aus: saubere Straßen, grüne Berge (einer trug einen weißen Coca Cola-Schriftzug im Hollywoodstil), gepflegte Grünanlagen, massig Shoppingcenter und Outlets neben großen amerikanischen Fastfoodrestaurants. Neben den vielen armen Menschen und Gangmitgliedern gibt es in der Stadt auch zahlreiche große Unternehmen die (halbwegs) ehrliche Arbeitsplätze bieten und einem Teil der Bewohner so zu einem gewissen Wohlstand verholfen haben.
    Unser Hostel hatte einen fetten Zaun und die Nachbarschaft wirkte ruhig und hübsch, aufatmen! Während der Taxifahrt hatte ich trotz des schicken Anstrichs der Stadt Muffensausen. Wir kamen in einem 12er-Schlafsaal unter, die Sinnhaftigkeit dieser hohen Bettenanzahl schwirrte verwirrt im leeren Zimmer umher. Wir blieben mit einer Frau im Einzelzimmer die einzigen Gäste des Hostels. Dadurch war der für Honduras absurd hohe Preis von 13 US$ pro Bett wieder etwas wett gemacht.
    Wir haben auf der hosteleigenen Terrasse mit Blick zur ruhigen Allee entspannen wollen, hörten dabei aber ungefähr sechs Mal Sirenen rumfahren (6 von 8 seit Beginn der Reise!). Außerdem kamen uns Zweifel über die weiße Weste von Hostel und Umgebung...Die Rezeptionistin empfahl uns im gegenüberliegenden, mit verspiegelten Scheiben versehene Restaurant zu Abend zu essen (nach 12 Stunden Fahrt machte die Angst vorübergehend dem Hunger Platz). Wir konnten von unserem erhöhten Punkt jedoch beobachten, dass ständig Leute hinein gingen und nach ca. drei Minuten wieder herauskamen. (Warum nur? Gab's dort nur kaltes Essen?) Auch bei unserem Hostel schneiten ständig "Passanten" vorbei und bekamen an dem Eingangstor für ihren dicken Geldbatzen eine Flasche Wasser...Da Hunger und Angst (und vielleicht Paranoia) etwa gleich groß waren aßen wir letztlich die vom Hostel verkaufte und "zubereitete" unvegetarische Asiainstantsuppe aus dem Becher und schliefen dann zum Gedudel der Sirenen schnell ein, bevor noch was passierte!

    Am nächsten Tag kaufte ich mir am Bahnhof für die Fahrt eine Tageszeitung. Ich konnte mein Spanisch damit testen und mich dahinter verstecken wenn wir durch ulkige Gegenden fuhren. Auf jeden Fall war es sehr interessant worüber die "TIEMPO" in der Ausgabe vom 18.02.2014 so alles berichtete:

    - Die relative Mordrate (also je Einwohner) ist von 2012 zu 2013 um 6,6 % auf 79 pro 100.000 Einwohner gesunken. Die absolute Zahl soll wiederum gestiegen sein, da die Bevölkerungszahl, obwohl sich alle abknallen, gestiegen ist. Viel unverständliches Zahlenwirrwarr, aber klar ist trotzdem, dass egal wie man die Zahlen dreht und wendet: sie sind zu hoch! Durch ein absurd scheinendes neues Gesetz will die Regierung dem entgegenwirken:
    - Die Regierung hat das Verbot erlassen, dass landesweit von Sonntag 17 Uhr bis Montag 6 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt oder verkauft werden darf. Damit will man die Kriminalitäts- und Mordrate senken...
    - Die meisten Mordopfer des vergangenen Jahres waren männlich und zwischen 20 und 24 Jahre alt (90 %!). Zeitlich betrachtet sind der Juli und April sowie Sonntage die mordreichsten Zeiten.
    - 5 Ampeln wurden repariert.
    - Von allen mittelamerikanischen verzeichnet die honduranische Wirtschaft das geringste Wachstum (2,8 %).
    - 5 Seiten über (teils) erfolgreich aufgeklärte Morde und weitere Erfolge, wie: am vergangenen Wochenende gab es 60 Stunden keine Gewaltmorde!
    Auch über internationale Belanglosigkeiten wird berichtet:
    - Seymour Hoffmans Dealer hatte auch Kontakt mit Amy Winehouse.
    - Mexiko verbietet, dass man sein Kind Shakira, Rambo, Cheyenne, Yahoo, Neil Armstrong, Facebook, Twitter, Hashtag oder Jesucristo nennt.
    - Nike will Martys Schuhe aus Zurück in die Zukunft 2 herausbringen.
    - Paris Hilton hat in einer Disco ihre "intimen Teile" gezeigt.

    Kommentare

  • 18Feb 2014

    21 Gracias - bitteschön! 18.02.2014 Honduras —

    Gracias, Honduras

    Beschreibung

    Vom hundsgefährlichem San Pedro sind wir mit Chickenbus und Collectivo (eine Art Minidorfbus, meist mit Platz für 10 bis 20 Leute, je nach nationalem Quetschegrad) ins beschauliche Gracias gefahren. Die Gegend oder das Fortbewegungsmittel scheint nicht so viele Touristen zu kennen, denn mehrere Male stierten faszinierte Augen meine blauen Augen an und neugierige Hände berührten meine Haare und damals noch blassen Arme (mittlerweile falle ich mit meinem Karamellton natürlich kaum noch auf ^^). Mir war das sehr unangenehm aber die Leute waren so herzlich und lieb, da konnte ich nicht anders als peinlich berührt zurückzustrahlen.
    Die Kleinstadt wird im Reiseführer als ruhiges "Juwel" und eine der schönsten sowie historischsten Orte Honduras angepriesen. Für eine sehr kurze Zeit soll die 12.000-Einwohnerstadt im 16. Jahrhundert die Hauptstadt des gesamten von Spaniern eroberten Zentralamerikas gewesen sein.

    Wir wollen nicht leugnen, dass der Ort hübsch ist. Aber das "ruhig" geht hier eher in langweilig über...Nach ungefähr einer Stunde haben wir die niedlichen, bunten Häuschen und Kirchen gesehen, waren in der angeblich besten (und vermutlich teuersten) Pizzeria essen (Urteil: zu klein und fad) und wussten dann nichts mehr so recht mit uns anzufangen. In der Nähe gibt es noch heiße Quellen und den höchsten Berg des Landes, der der Stadt zweifellos eine wunderschöne Kulisse bietet. Aktivitäten, die das frische gestochene Faultier an Christians Bein vollstaubten, überanstrengten oder mit nicht ganz so reinem Wasser befeuchteten fielen aber flach. Wir haben uns ein wenig über den öden Ausflug geärgert, aber das Privatzimmer im "Hotelito" kostete nur 10 und die Wäsche all unserer schmutzigen Sachen nur 1 Euro. Daher war der Trip zumindest finanziell zu verkraften. Ungewohnt (aber verständlich) war auch, dass es offensichtlich kaum andere Touris gab. Wir als Paar zogen in der Stadt zahlreiche ungläubige Blicke auf uns.
    Am nächsten Tag gingen wir noch zur kleinsten Burg die ich je gesehen habe hinauf und machten uns dann Richtung Copán auf. In dem Chickenbus haben wir dann verstanden, woher der Name rührt, denn tatsächlich hatten einige Fahrgäste löchrige Boxen mit Hühner dabei. Diese wurden zwischendurch übrigens mit Cola gefüttert. In der huckligen Fahrt im Collectivovan von Santa Rosa de Copán wurde die maximal mögliche Zahl an Fahrgästen ausgeschöpft, es war so unangenehm! Vor allem als in den Bergen alle Kinder um uns herum zu brechen begannen :-(

    Da der Eintrag recht kurz ist möchte ich die Gelegenheit und eure Aufmerksamkeit nutzen um euch interessante und auch traurige Fakten über Honduras zu geben:
    - Honduras führte 1969 knapp 100 Stunden mit El Salvador den sogenannten Fussballkrieg (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fballkrieg)
    - Das Land ist unglaublich jung. Das Durchschnittsalter liegt bei 19 Jahren! 40 % sind unter 15 und nur knapp 4 % über 65 Jahre alt.
    - Frauen sind Menschen zweiter Klasse und verdienen bei gleicher Arbeit nur etwa ein Drittel von dem was Männer erhalten.
    - Das Militär und bewaffnete Sicherheitsleute sind omnipräsent, stehen vor allen Banken und patrouillieren permanent durch die Straßen.
    - Gangs kontrollieren den Alltag vieler hier: Überfälle stehen auf der Tagesordnung, kleine Straßenverkäufer müssen Schutzgelder und Busunternehmen Gebühren für das Durchqueren von gangkontrollierten Gebieten zahlen.
    - Geschätzt 80 % aller Kokainflugzeuge aus Südamerika landen in Honduras. Der ertragreiche Drogenhandel hat besinnliche Fischerdörfer in zwielichtige Umschlagsplätze und Häfen für Drogenboote verwandelt.
    - Das Land hat 8,5 Millionen Einwohner. Eine weitere Million von Hondurianern lebt in "El norte", also in Ländern nördlich der Landesgrenze, wie Guatemala, Mexiko und zumeist in den USA
    - Der Lonely Planet schreibt über Honduras: der einstige Manager der Sex Pistols sagte "any publicity is good publicity", aber er war wohl noch nie in Honduras.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 19Feb 2014

    22 Copan - Ruinen und Vögel 19.02.2014 Honduras —

    Honduras

    Beschreibung

    Von Copán erwarteten wir Unmengen an Touristen, aufdringliche Händler/Schlepper an jeder Ecke, wenig Authentizität und Einheimische sowie ein langweiliges wenn auch nettes Erscheinungsbild. Aber es war ganz anders :-) Obwohl es eine sehr niedliche kleine Stadt mit toller Umgebung gleich neben der bedeutendsten Mayaruine des Landes ist war die Zahl nerviger Touristen überschaubar klein. Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir ein wenig länger blieben. Unser Hostel mit Terrasse war winzig und sympathisch, das Zimmer eines der besten das wir je hatten: Privatzimmer mit eigenem Bad, Doppelbett + Einzelbett, Fernseher und Handtüchern in der erfreulicherweise kühlsten Ecke des Hostels für schlappe 12 Euro die Nacht.

    Gleich am ersten Abend gingen wir mit einem in Copán lebenden amerikanischen Pärchen aus und landeten in Jessies und Jessicas Lieblingsbar: El Sol de Copán, die Nummer 1 Kneipe des Ortes, betrieben von einem Deutschen! Er serviert den einheimischen und reisenden Gästen selbstgebrautes und immer unterschiedliches Bier sowie typisch deutsche Speisen. Dort drängelten wir uns an einen Tisch mit vier weiteren Amis, die auf der Durchreise waren. Sie arbeiten für ein amerikanisches Unternehmen, das die Kasernen von US-Militärstützpunkten weltweit einrichtet. Sie sind dazu ungefähr immer 2 Wochen in einem Land, von denen sie nur etwa eine halbe arbeiten und den Rest rumreisen und feiern. Wir haben uns köstlich mit ihnen amüsiert (über einen Kanadier, dessen gesamte Kleidung die Ahornfahne ziert, der free hugs verteilte und ulkige Lieder komponiert), diskutiert (darüber, dass sie indirekt zum Krieg beitragen), gelacht (darüber, dass im US-Pass ein Bild der (angeblichen?) Mondlandung ist) und getrunken (Radler <3). Die beiden Jessies haben uns noch in ihr Haus eingeladen, wo wir Cuba libre tranken und alle bis auf uns und Jacob kifften. Christian hat bei der Eiswürfelherstellug die von Jessie heiß geliebte Schüssel seiner Oma zerstört, worüber dieser sehr theatralisch gejammert hat. Christian bereut im Nachhinein versprochen zu haben ihm einen gebürtigen Ersatz zu schicken, denn es stellte sich heraus, dass die Schüssel von Walmart ist! Nichtsdestotrotz war es ein fabelhafter Abend, der uns 2 witzige Bekannte im Raum Chicago und 2 in Copán bescherte.

    Bevor wir unsere erste Mayaruine besuchen sollten wollten wir noch die Gegend erkunden, das Ambiente aufsaugen und uns langsam an das große Ereignis rantasten. So erkundeten wir den niedlichen Ort, besuchten zwei Aussichtspunkte und relaxten. Von den Aussichtspunkten konnten wir zwar die Ruinen nicht sehen, aber wir haben einen coolen Vogel kennengelernt: den Montezumastirnvogel! Schaut mal was der witziges macht: http://youtu.be/-HjNZ1a0PTY

    Die UNESCO-Weltkulturerberuinen waren glücklicherweise zu Fuß zu erreichen. Wir wollten eigentlich einen Guide engagieren, aber wir konnten keine anderen Interessenten finden, die sich dein Preis mit uns teilen wollten. Also blieben wir größtenteils uninformiert, was sehr schade war. Obwohl die Stätte relativ klein ist verliefen sich die Tourigruppen ganz gut. Es war beispielsweise eine Reisegruppe von 80 Amis unterwegs, die alle ein Namensschildchen trugen und insgesamt einen einzigen Guide hatten. Da konnten wir aber zwischdurch etwas lauschen und erfuhren das ein oder andere Detail. Copán zeichnet sich im Vergleich zu anderen Ruinen durch die gut erhaltenen Schnitzungen und künstlerischen Skulpturen aus. Außerdem liegt es im Dschungel, was ein tolles Ambiente bietet. Wir hatten sogar Glück und haben einmal eine Schar roter Aras rumfliegen sehen! Die artistischen Künste unseres neuen Freundes, den Montezumastirnvogel, konnten wir auch wieder bewundern. Insgesamt waren die Ruinen schon sehr interessant und sehenswert. Aber ich hatte erwartet, dass mich die ersten Mayaruinen mehr schocken würden. Naja, vielleicht die nächsten :-) Da der Reiseführer auch den Besuch der im Ticketpreis inbegriffenen, ca. 2 Kilometer entfernten "Sepulturas" wärmstens empfahl, haben wir uns diese Ruinen der Elitewohnhäuser auch angeschaut. Fazit: es gibt einen coolen Baum, in den man sich wie bei einer Schaukel setzen kann, der Rest sind relativ langweilige Steinhaufen. Um den fehlenden Guide auszugleichen haben wir später noch das Foto"museum" zur archäologischen Entdeckung der Ruinen besucht. Das befand sich in einem grauen Versammlungssaal der Stadt, der für uns extra aufgeschlossen und beleuchtet werden musste. Die Fotos waren sehr interessant, sie zeigten zum Beispiel ein Hochzeitspaar, dass sich allen Anschein nach vor einer der ausgebuddelten Skulpturen das Jawort gab. Der nahe Fluss trug etwa ein Viertel aller Steine der Akropolis ab, weswegen er umgeleitet wurde. Das Schmuckstück der Ruinen ist eine mit Hieroglyphen versehene Treppe. Heutzutage kann man die eingeschnitzten Zeichen jedoch kaum noch ausmachen. Anders war dies direkt nach der Ausgrabung, doch seitdem setzten ihr die Elemente der Natur mächtig zu.

    Im Ruinenpark haben wir schon einige Papageien getroffen. Früher gab es davon unzählige in der Gegend, doch mittlerweile ist ihr Bestand dort kritisch. Ein naher Vogelpark entstand, der zum Ziel hat Papageien wieder in ihrer alten Heimat anzusiedeln und domestizierte Vögel aufzupeppeln. Letztlich wirkt die Anlage eher wie ein Mix aus Zoo, Aufzuchtstation und Altersheim. Sie ist aber sehr schön gestaltet, einige Vögel leben auch außerhalb der Käfige und haben uns ihre Flugfähigkeit bewiesen. Ein freier Tukan war ganz schön frech und hat nach meinen Füßen geschnappt. Ein absolutes wenn auch sicherlich fragwürdiges Highlight war, dass wir 3 Papageien auf unseren Schultern und Händen halten durften! Tukanvideo: https://www.youtube.com/watch?v=NUrB9uepkjA&feature=youtube_gdata_player

    So schön es in Copán auch war und wie nah das interessante Guatemala schon war, wir hatten den Plan für wenig Geld tauchen zu lernen und haben uns daher an die hondurianische Karibikküste aufgemacht. Zielort: Útila!

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 23Feb 2014

    23 Utila - Unterwasserrülpsenlernen 23.02.2014 Honduras —

    Honduras

    Beschreibung

    Die Überfahrt von La Ceiba auf die Insel Útila im nördlichen Honduras, haben wir uns ähnlich vorgestellt, wie den Trip auf die Isla de Ometepe in Nicaragua: etwas wackelig, aber auszuhalten. Doch was uns tatsächlich erwartete, war die härteste Schifffahrt, die wir beide bis dahin erlebt hatten.
    Als wir die Útila-Princess II bestiegen, haben wir uns noch im Scherz gefragt, was wohl mit der ersten passiert ist. Als dann aber hinter uns die Türen geschlossen und Kotztüten verteilt wurden, war uns schon etwas mulmig. Und das zurecht. Kaum abgelegt düste der Katamaran auch schon los. Mit einem Affenzahn preschten wir Richtung Insel. Wir flogen dabei von Wellenkamm zu Wellenkamm und schlugen jedes mal unsanft auf die Wasseroberfläche während die Gischt an die Scheiben peitschte. Jeder Schlag an den Bug war auch einer in Rücken und Hintern der Reisenden, nicht aufgehalten und vielleicht noch verstärkt durch die harten, ungepolsterten Sitzbänke, auf die man uns platziert hatte. Wir haben die Zähne zusammen gebissen und die Fahrt überlebt.

    Angekommen haben wir gleich unsere vorher ausgesuchteTauchschule "Deep Blue Divers" angesteuert. Eine von Josi eigens erstellte Liste der Eigenschaften aller Tauchschulen der Insel hat uns bei der Entscheidung geholfen. Am Ende waren der Preis, die professionelle Webseite und die nach eigenen Angaben "beste Küche der Insel" des dazugehörigen Hostels ausschlaggebend.
    Als wir nach gut 12 Stunden auf Straße und Wasser endlich ankamen, wollten wir uns eigentlich nur noch entspannen. Daraus wurde leider nichts, denn offenbar wurde unsere Reservierung gar nicht aufgenommen. Nachdem wir erwähnt hatten, dass wir tauchen lernen wollen, mussten wir sofort alle wichtigen Unterlagen durchlesen, Unterschriften setzen und uns dann auch bald vor den Fernseher begeben, wo der Tauchkurs, den wir offenbar gerade angefangen haben schon in vollem Gange war.
    Es wusste also niemand, dass wir kommen und tauchen wollen und wir waren zu müde um zu bemerken, dass die Wahl des Hostels vielleicht doch nicht die beste war. Später wurde es noch etwas schlimmer, als wir erfuhren, dass die Besitzerin, eine Engländerin in den späten 60ern sich wenig für ihr Hostel interessiert. Ihr gehörte noch ein exklusives Tauchresort auf der anderen Seite der Bucht, das physisch nur per Boot und finanziell für uns gar nicht zu erreichen war. Natürlich erhielten die Leute da drüben den Vorzug, was dazu führte, dass wir während der Tauchschule eine Übung wegen fehlender Regulators (Schläuche von der Flasche zum Mund und Mundstück) verschieben und ein Morgentauchgang wegen fehlender Sauerstoffflaschen ausfallen lassen mussten. Diese Vorkommnisse und der Umstand, dass Alex der wohl unfähigste Hostel"manager" aller Zeiten dort schon länger als eine Woche arbeiten darf zeigen, dass ihr der Laden leider nicht so sehr am Herzen liegt.
    Alex saß den ganzen Tag im Büro und spielte mit seinem Handy. Vielleicht hat er seine Freunde angerufen, denn die hingen da auch ständig rum. Das wäre ja gar nicht so schlimm gewesen, wenn er nebenbei auch was hingekriegt hätte. Leider hat er es 24 Stunden nicht geschafft einen Sack Wäsche zur Wäscherei zu geben, die normalerweise täglich vorbeikommt und die Wäsche abholt. Der Kühlschrank mit dem nach einem Tauchgang wichtigen Bier (Salva Vida = Lebensretter, im wahrsten Sinne) war auch ständig leer. Wenn man nach Informationen fragte wusste Señor entweder nix oder gab falsche Angaben. So meinte er zum Beispiel auf meine Frage, ob man es an einem Tag nach Lívingston in Guatemala schafft, dass es nicht möglich wäre und dass man eine Nacht in Tegucigalpa übernachten müsste. Was das bedeutet hätte koennt ihr hier sehen:
    www.gidf.de

    Achja die Küche! Sagen wir: man konnte kochen und alle drei Teller und der Becher waren manchmal sauber.

    Naja, das Gute ist, dass wir neben dem Unterricht kaum Zeit hatten uns darüber Gedanken zu machen. Und die Lehrer, wie auch unsere Mitschüler haben uns dann auch wieder das Gefühl gegeben, dass wir uns richtig entschieden haben.
    Erica, die New Yorkerin mit taiwanesischen Wurzeln und James, der Brite aus Manchester waren gerade schon dabei das erste Lehrvideo zu gucken, als wir dazukamen. Die erste von vielen Herausforderung bestand darin wach zu bleiben, die drei Stunden Videomaterial anzuschauen und dabei Fragen aus dem Lehrbuch zu beantworten.
    Auch wenn es anstrengend war, haben wir uns redlich bemüht jede einzelne Frage vollständig und richtig zu beantworten. Was in dem Ausmaß gar nicht nötig war, denn wir sind am nächsten Tag alles nochmal durchgegangen. Außerdem hat Luna, unsere Lehrerin, den Lehrstoff locker und trotzdem professionell rübergebracht. Luna ist Mitte 50, gebürtig aus Boston und zusammen mit ihrem etwas verrückten aber liebenswerten Mann Rodney seit 2 Jahren auf der Insel und beide sind Tauchlehrer bei Deep Blue.
    Insgesamt gab es 5 Videos und ebenso viele Fragenpakete zu beantworten. Am Ende gab es immer einen Test, wofür Luna die Fragenkataloge austeilte. Irgendwann, als Luna uns mal wieder während des gesamten Tests allein gelassen hatte, bemerkte Josi, dass auch die Fragen der Abschlussprüfung dabei waren. Die haben wir natürlich gleich abfotografiert und sind sie später durchgegangen. Was aber gar nicht nötig war, denn die meisten Fragen kannten wir schon und die restlichen sind wir vor dem Test sogar noch mit Luna durchgegangen. Ihr seht, die Theorie wurde schnell (aber vollständig) abgehakt, denn die Taucher gehören ja ins Wasser.
    Und das war dann auch der Ort, wo der Kurs schwieriger, aber auch spannender wurde, denn dort galt es die Theorie in die Praxis umzusetzen und dabei möglichst nicht zu ertrinken.
    Das klingt alles viel leichter als es tatsächlich war, denn sich unter Wasser in 3D zu bewegen, ruhig zu atmen, aufzupassen, was vorgemacht wird und das dann auch zu wiederholen kann anstrengend sein. Und wenn man ein Problem hat, ist es anfangs schwer das ohne Worte zu beschreiben.
    Die schlimmsten Übungen für Josi waren die ohne Maske. Man muss da nämlich die Maske vom Gesicht nehmen und trotzdem ruhig weiteratmen, obwohl der Kopf aufgrund des Wassers in der Nase ersteinmal daran zweifelt, dass das dein Ernst sein kann. Mit etwas Übung geht es dann aber. Danach muss man die Maske unter Wasser wieder aufsetzen und leeren. Was ein ziemlich cooler Skill ist, wenn man's erstmal kann.
    Im flacheren Wasser (bis 4m) ging es noch mit Josi. Es war zwar der Horror für sie, allerdings war die Gewissheit, dass die Oberfläche nicht weit weg ist doch sehr beruhigend. Bei den letzten 2 Tauchgängen im Kurs ging es dann auf 12 und auf 18 Meter Tiefe hinab. Dort ist der Tauchgang für alle vorbei, wenn nur einer nicht weiter kann. Daher durfte sich Josi die Maskenübung in der Tiefe bis zum Schluss aufheben. Am Ende haben wir alle die Anforderungen erfüllt und dürfen uns nun als PADI Open Water zertifiziert betrachten.
    Nach den Übungen im tiefen Wasser und in den zwei Fun Dives nach der Prüfung wurden wir dann auch für all die Anstrengungen belohnt. Die Unterwasserwelt der südlichen Ausläufer des Belize Barrier Reef, des zweitgrößten Riffs der Erde (http://de.wikipedia.org/wiki/Belize_Barrier_Reef / https://www.google.com.kh/search?q=Belize+Barrier+Reef&es_sm=93&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=E8xYU4D7EM7QiAebi4CgDA&ved=0CAgQ_AUoAQ&biw=1024&bih=677) zeigte sich uns in tausend Kombinationen aus Farben und Formen. Viele kleine und große Rifffische haben wir gesehen, zum Beispiel den Papageienfisch, der sich Nachts übrigens einen Schlafsack aus seinem eigenen Schleim baut. Die Korallen leuchteten im klaren Wasser und auch Schildkröten, Rochen, Feuerfische, die eigendlich gar nicht heimisch sind (http://www.ticotimes.net/2010/04/16/lionfish-plague-caribbean-reefs) und Baracudas kamen vorbei. Leider haben wir keine Haie gesehen, was ein schlechtes Zeichen für das Riff ist. Es zeigt, dass es ungesund ist und vielleicht sogar stirbt. Später in Mexiko, vor der Isla Mujeres, mussten wir feststellen, dass wir bei weitem noch nicht alles gesehen haben. Tatsächlich haben wir noch gar nichts gesehen...!

    Auch schon vom Ufer und vom Dock aus konnten wir einiges maritimes Leben beobachten. Tagsüber war das Wasser voll von kleineren und größeren Fischen. Doch nachts wurde es erst richtig spannend. Eagle Ray Schwärme und 1,5m lange Tarpons kamen nachts vorbei um im seichten Wasser auf Raubzug zu gehen.
    Die meisten unserer ausseraquatischen Aktivitäten beschränkten sich auf die Abende, an denen wir nicht "lernen" mussten. Meist sind wir dann mit unserer kleinen Gruppe, den "Eager Beavers" unterwegs gewesen. An einem Abend haben wir in 2 Teams zusammen mit Luna und Rodney am Kneipenquiz nebenan teilgenommen und versagt. Der vorletzte Platz war unser und trotzdem hatten wir viel Spaß!
    Am Abend, als wir die Tarpons majestätisch durchs Wasser haben gleiten sehen, wurden wir auch Zeugen des sogenannten Schnorcheltests, der obligatorisch und unumgänglich ist, wenn man Dive Master werden möchte. Dabei bekommt man in der Bar eine Maske mit Schnorchel aufgesetzt. In den Schnorchel werden dann über einen Trichter verschiedene Alkoholika eingegeben, die der Anwärter trinken muss. Eine große und spaßige Sauerei, die dem künftigen Dive Master einen Abschluss im tosenden Applaus garantiert.

    Unseren Abschluss haben wir natürlich auch gebührend gefeiert, nämlich mit der Bewältigung der Guifity Challenge in der Skid Row Bar.
    Guifity ist Rum, versetzt mit verschiedenen Kräutern, eine Erfindung der Garifuna (Black CaribeansÄhttp://de.wikipedia.org/wiki/Garifuna: http://de.wikipedia.org/wiki/Garifuna) und echt eklig, zumindest die Mischung, die uns an diesem Abend in der Skid Row Bar verabreicht wurde. Die Challenge besteht nicht nur darin einen davon zu trinken, sondern 4 und den letzten nach 20 Drehungen um die eigene Achse. Für die Anstrengungen wird man dann aber wieder belohnt, mit einem ordentlichen Drehwurm, einem T-Shirt und die Lampen sind dann natürlich auch an.
    Als ich einmal kurz draußen war, kam Danny in seinem Tuktuk vorbei. Wir kannten ihn eigentlich nur als denjenigen, der nachts die Sauerstoffflaschen im Hostel auffüllt, doch nun lud er mich in seine Bar am Strand ein. Ich sagte ja und bin ohne Worte ins Tuktuk gestiegen, als Josi gerade aus der Bar kam. Ich sagte nur, dass ich dringend weg muss und bestimmt bald wieder da bin. Das Gesicht war unbezahlbar. :-)
    Am Strand stellte er mir dann sein Personal vor und erzählte mir, dass er dort tagsüber kocht. Nachmittags fährt er dann Tuktuk, danach füllt er die Flaschen, bis alle voll sind und dann sieht er in seiner Bar nach dem Rechten. Auf die Frage, wann er denn mal schläft hat er nur gelächelt und ein Bier für uns geholt.
    Nach dem Bier sind wir zurück gefahren und haben die anderen geholt. Am Strand gab's dann noch ein paar Cocktails und später noch ein erfrischendes Bad in der schwarzen karibischen See.

    Kleine Anekdote für zwischendurch:
    Als wir eines Abends essen waren wurde es wirklich international. Da saßen wir nun, 2 Deutsche, ein Engländer, eine US Amerikanerin, mit Malaysischen Wuryeln und eine Schwedin in einem Mexikanischen Restaurant in Honduras, betrieben von einem Afrikaner. Der Besitzer war ein schmaler, quirliger Mann, der uns mit einem Talent schwer beeindruckt hat. Er hat anhand von James' Bestellung (Gin-Tonic) gewusst, dass er Engländer ist, danach hat er die Schwedin fast richtig auf Dänemark oder Norwegen getippt, weil sie die Bohnen bei IHrem Gericht weggelassen hat. Bei Erica hat er zwar nicht die Herkunft erraten, allerdings konnte er y#ziemlich gut darauf tippen welchen Schärfegrad ihr Essen haben soll. Bei uns hat er es leider nciht versucht...:(
    Danach hat er uns noch von den 3 großen Lügen von Utila erzählt, die mehr oder weniger gut auf uns gepasst haben: 1. I will leave tomorrow (Erica hat ihre Heimkehr 2 mal nach hinten verschoben und am Ende einen neuen Flug für 400$ gebucht) 2. I don't drink tonight (das hatten wir eigentlich nie gesagt...) 3. I love you

    Wofür der Ort noch bekannt ist sind das Jade Seahorse, kleinere Cayes (Inseln) drum herum und Walhaie.
    Jade Seahorse ist ein Hostel/Restaurant mit der schönsten Hofgestaltung, die Josi je gesehen hat. Das ganze Gelände war bunt verziehrt mit kleinen Steinchen, Flaschen, Scherben und anderen Abfällen aus Glas und Plastik. Da die einzelnen Teile so klein sind ist der Ort unglaublich spannend, weil es so viel zu sehen gibt.
    Auf der unbewohnten Insel Water Caye, die in ein paar Minuten mit dem Boot erreicht ist, habe wir einen Nachmittag mit Erica und einer Schwedin verbracht, die auch in unserem Hostel gewohnt hat. Das Schnorcheln um die Insel herum war ganz nett und vielleicht war ich ja durchs Tauchen verwöhnt, aber ich finde das Geld war es nicht Wert.
    Útila ist einer der besten Plätze der Welt, um Walhaie zu sehen. Wenn die Tiere andernorts nur zeitweise auftreten, findet man sie um Útila das ganze Jahr. 2009 wurde nur dort jeden Monat mindestens ein Walhai gesichtet. Allerdings war die letzte Sichtung zu unserer Zeit schon eine Woche her und die Tour hat einen stolzen Preis von $60. Deshalb waren wir morgens zunächst bei einem Vortrag im Whaleshark Research Center und haben uns dann nach den Chancen erkundigt. Wir waren dort zusammen mit Brandt und Amanda, die auch gerade auf großer Reise sind und dort ihren Divemaster machen. Leider wurden an diesem Morgen keine Walhaie gesehen und daher lohnte sich die Ausfahrt nicht.
    Neben den vielen interessanten Fakten, die wir über Walhaie erfahren haben, hat eine deutsche Familie unsere Aufmerksamkeit erregt. Brandt und ich schmachteten die Kameras an, die Vater, wie Mutter bei sich hatten und als der 15-Minütige Vortrag vorbei war, war ihm das $50 wert. Sie schienen also im Geld zu schwimmen.
    Und tatsächlich...schon den ganzen Morgen machte sich die Insel Gedanken, wem denn die Mega-Yacht gehört, die an diesem Tag plötzlich in der Bucht aufgetaucht ist.
    Zurück im Hostel haben wir mit Luna etwas recherchiert. Der Buschfunk sagte, dass es sich um die Yacht von Reinhold Würth handelt. Dem Milliardär, 7.-reichsten Deutschen und Chef der Firma Würth. Wir haben ihn dann mal gegoogelt und siehe da, es war tatsächlich Reinhold Würth mit seiner Familie, den wir morgens beim Vortrag gesehen hatten. Wir ärgerten uns schon ein bisschen, dass wir ihn nicht in ein Gespräch verwickelt haben. So was wie: "achso, du bist auch aus Deutschland!? Auch gerade hier? So ein Zufall! Wann fahren wir mi deiner Yacht weiter?" Ja, wir dutzen ihn, denn in meiner Fantasie ist er ne coole Socke, die uns aufs Schiff lässt und mit uns die Karibik unsicher macht.

    https://www.facebook.com/UtilaRental/photos/a.10150297555504675.354150.122660974674/10152226249954675/?type=1&theater

    http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_W%C3%BCrth

    Leider bleibt das nur Fantasie und uns nichts anderes übrig, als wieder mit der Útila Princess II rüberzuhüpfen. Zurück nach La Ceiba und weiter nach Lívingston. Aber nicht über Tegucigalpa. Denn das wäre Blödsinn :-)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 03Mar 2014

    24 Livingston - Stadt der geilsten Kokossuppe 03.03.2014 Guatemala —

    Livingston, Guatemala

    Beschreibung

    Was uns nach Útila erwartete war eine 1,5-tägige Reise: zunächszt wieder durch die Mörderhauptstadt in eine Stadt in der Nähe der Grenze zwischen Honduras und Guatemala. Danach mit separaten Bussen zur Grenze und dann weiter nach Puerto Barrios von wo aus uns ein Boot nach Livingston bringen würde. Das Boot ist übrigens das einzige Transportmittel mit dem die kleine Stadt zu erreichen ist.
    So sollte es ablaufen und wir hätten schon wieder einen Tag verloren, wenn uns nicht ein findiger Geschäftsmann am Hafen in La Ceiba abgefangen hätte. Er bot dort Reisenden attraktive Shuttlefahrten nach León in Nicaragua und Antigua in Guatemala an. Als wir und auch andere erwähnten, dass wir woanders hin wollten, hat sich die Route kurzerhand geändert und führte von nun an über Puerto Barrios. Zu einem überhöhten Preis zwar, aber er schenkte uns damit 24 Stunden.
    Es war übrigens der zweite Tag an dem sein kleiner Fuhrpark verkehrte. Diese Straecke war neu, denn weder er noch der Fahrer wussten, was uns an der Grenze erwartete, noch wo es überhaupt lang ging. Es wurde aber kein Abenteuer. Der Fahrer hat einfach nach dem Weg gefragt und die Grenze war entspannt. Schade!

    In Guatemala angekommen mussten wir nach 6 Stunden Busfahrt im gemütlichen Tourivan nur noch eine halbstündige Bootsfahrt ins multikulturelle Livingston hinter uns bringen. Kinderspiel? Pustekuchen! Es wurde ein Horrortrip für unsere Rücken und Hintern, denn der Kapitän preschte die Nussschale in einem Affenzahn über die Wellen. Die Útilafährfahrt war ein besinnlicher Sonntagsausflug dagegen. Es gab nicht wenige Momente in denen das Boot über dem Wasser flog und dann mit Karacho wieder hart aufprallte und uns einen markerschütternden Schmerz bescherte. Am nächsten Tage habe ich dann eher gestanden, als gesessen.
     
    Am Hafen erwartete uns unser erster Schlepper seit langem. Wir gingen jedoch eigenständig zu ein paar Hotels und wurden in einer sehr günstigen Absteige fündig. Sie wurde von einer Familie geführt, in der offensichtlich der 10jährige Sohn der Chef war, so souverän wie er uns herumgeführt hat. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt ein leichtes Geldproblem, denn wir haben unsere Kreditkartenguthaben ausgeschöpft und das am Vortag überwisene Geld brauchte natürlich noch etwas. In einem anderen Hotel lernten wir unsere Lebensretter Konstanze und Georg kennen, die uns Bares gegen eine Liveüberweisung und ein paar Bier gaben. Auf der Suche nach lokal typischem Essen wurden wir in einem kleinen Seitenstraßenrestaurant fündig Die Köchin bereitete nur für uns die beliebte Tapado-Fischsuppe ohne Tiere zu, sehr lecker. Sie gab uns beim zweiten Besuch auch das Rezept, das ist aber beim Zurücksetzen des Tablets leider verschwunden :-( Auf jeden Fall waren Gemüse und Kokosmilch drin.

    Für das Bier mit unseren Rettern waren wir zuerst auf der Suche nach einem gemütlichen, aber ursprünglichen Lokal. Als wir an einer Hütte mit ein paar Tischen, Stühlen und einem Kühlschrank vorbeikamen, sah das ganze zunächst sehr einladend aus. Wir gingen also rein und bestellten Bier. Als die Kellnerin unsere BEstellung aufgenommen hatte ging sie gleich zurück zur Jukebox und suchte die nächsten 20 Lieder aus. Als Sie dann das Bier holte drehte Sie noch die Anlage ordentlich auf. Als sie zurück kam merkten wir auch, warum sie sich so komisch benahm. Sie stank wir eine Brennerei und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Sie schrie uns dann einen Preis entgegen, den wir dachten falsch verstanden zu haben. Aber wirklich, wir haben dann nur 0,50€ für den Liter Bier bezahlt. Damit war diese Szene dann auch auszuhalten. Später gingen wir noch etwas durch die Stadt und kamen nach einem weiteren Bier zur wohl letzten offenen Bar der Stadt. Eine Cocktailbar mit sehr guten Drinks und interessanten Gästen. Eine französiche Gruppe dominierte den Laden. Wir erfuhren, dass es sich bei ihnen um UPS Mitarbeiter handelte und sie gerade im Betriebsurlaub wären. Sie sind also alle zusammen für 3 Wochen in Guatemala unterwegs und Paris bezahlt. Klingt doch nett. Darüber kannst du ja auch mal nachdenken, Henry!? ;)
     
    Am nächsten Tag machten wir eine gebuchte Tour mit Happy Fish. Sie sollte durch den Ort, über den Friedhof und durch die Dörfer der Einheimischen zum Strand führen. Dort erwartete uns eine halbstündige Kayakfahrt und am Schluss waren dann die sieben Wasserfallbecken "siete altares" unser Ziel. Auch hier schienen wir mal wieder einen "zweiten Tag im Business" mitzumachen, oder das war wieder ein Beweis dafür, wie unglaublich schlecht die Menschen in Zentralamerika schätzen können. Der Chefs war der festen Überzeugung der Trip würde etwa 3 bis 4 Stunden dauern. Er konnte kaum weniger weit daneben liegen. Für 8 Euro pro Person bekamen wir letztlich: einen englischsprachigen Guide ohne Plan und Ortskenntnis, einen spanischsprachigen Guide mit Orientierung und interessantem Heilkräuterwissen, 2 Veggiesandwiches und Wasser, eine Kayaktour sowie insgesamt 9 Stunden Wanderung! Aber immer der Reihe nach...

    Nach einem Gang durch die Stadt, bei dem wir ein paar Sachen über interessante Gebäude und einzelne Stadtteile erfahren haben, kamen wir zu unserer ersten Station, dem Friedhof, farbenfroh nach zentralamerikanischer Art. Auch hier bemühte sich der kleine Rene uns die faszinierenden Fakten der Sehenswürdigkeit näher zu bringen. Da es aber nicht allzu viele davon gibt, musste er uns ebend anders bei Laune halten. Und so zeigte er uns immer wieder die ältesten Gräber des Friedhofes. Immer andere und immer andere Zeiten. Wenn er doch nur immer mit den Jahreszahlen runter gegangen wäre, hätte ich ihm sogar geglaubt. Der Platz an sich allerdings war wirklich interessant und bot viele schöne Motive für Fotos, zum Beispiel die vielen bunten Gräber, schimmernder und leuchtender Grabschmuck, oder ein Pferd, das dort einfach neben einem Grab angebunden stand. Warum auch immer. Der weitere Weg führte uns durch die hügelige Landschaft hinter der Stadt. Dort leben heute die ärmeren Garifunas (die Black Caribeans) und Mayas. Früher waren diese Siedlungen die bevorzugten Lebensräume der Einheimischen. Diese Plätze hoch über der See waren so beliebt, weil die Ureinwohner die europäischen Invasoren schon aus weiterer Entfernung sehen, sich auf die Ankunft vorbereiten und auch die benachbarten Dörfer warnen konnten.
    In der Stadt, wie auf dem Land leben die Nachfahren der Ureinwohner und der dort hin verschifften afrikanischen Sklaven zusammen. Auf unsere Frage hin, ob es sich dabei denn um ein harmonisches Miteinander handelt, meinte unser Guide Rene, dass sich alle gut verstehen und miteinander leben. Als wir später darauf achteten, bot sich uns allerdings ein anderes Bild: Es scheinen sich alle zu verstehen, doch ein harmonisches Miteinander war das nicht. Es gab immer nur kleine Gruppen der einen oder der anderen Bevölkerung. Doch zusammen in einem freundschaftlichen Verhältnis oder in einer gemischten Gruppe haben wir diese Menschen leider nie gesehen.

    Das nächste große Ziel war der Strand, an dem wir dann bis zu den Kajaks laufen sollten.
    Wir haben auf einigen Internetseiten gelesen, dass Livingston wirklich einige sehr tolle Strände haben soll. Es gibt nun einige Möglichkeiten um, diese Aussagen und unseren Eindruck in Einklang zu bringen: 1. Wir haben besagte Strände nicht gefunden, obwohl wir 3km Strand abgelaufen sind. 2. Die Verfasser waren noch nie an einem anderen Strand oder noch nie in Livingston. 3. Seit diese Texte verfasst wurden hat sich hier einiges getan. 4. Ein Superschurke versucht Livingston zu ruinieren indem er es verdreckt...
    Der Strand war also total dreckig und uns wollte man weißmachen, dass das alles von der anderen Seite der Bucht, aus Belize kommt. Niemals an die eigene Nasse fassen..! Es handelte sich dabei vorwiegend um Plastemüll und dabei um unzählige Flaschendeckel und Schuhe, mit denen man ganze Deichmanns hätte füllen können. Das haben sich manche Einheimische  auch gedacht, denn diese gingen mit Eimern den Strand entlang und sammelten Schuhe, wie wir Beeren oder Pilze. Zwischen dem ganzen Müll tümmelte sich manche Tieren, die dort eigentlich nicht hingehören. Wir haben Schweine, Hühner und Truthähne gesehen die zu Grundstücken dort am Wasser gehörten. Das Highlight war allerdings der Hund, der wie auch immer einen Rochen gefunden hatte und seine Beute am Strand entlang trug. Es war nur ein kleiner, den zu tragen ihm keine Schwierigkeiten machte, doch trotzdem war das schon ein komischer Anblick und sowohl ich, als auch Rene mussten zwei Mal hingucken um es zu glauben.

    Video vom Truthahn am Strand: Http://www.youtube.com/watch?v=iPGa5-GaEHY&feature=youtube_gdata_player

    Wir erreichten dann nach einiger Zeit das Restaurant, in dem es dann das Mittag gab. Nach einem unspannenden Sandwich ging es mit zwei Kayaks den Fluss hinauf in die Mangrovenwälder. Auch hier erfuhren wir wieder ein paar Dinge aber nichts so richtig Spannendes.
    Auf unserer letzten Etappe kamen wir an zwei Garifunas vorbei, die gerade am Strand chillten und an Ästen rumkauten. Noch ehe ich mich zuende wundern konnte wurde Josi schon ein Ast angeboten. Sie machten es vor und sie machte es nach. Man beißt also ein gutes Stück ab, lutscht es aus und spuckt die Reste weg. Das war also das erste Mal, dass Josi frisches Zuckerrohr aß. :) Nach dem ersten Versuch schmeckte es ihr allerdings nicht und ich durfte mich dann drüber her machen.

    Kurze Zeit später kamen wir zur Hütte eines alten Mannes, einem Priester der Gerifunas und politischer Aktivist für die schwarze Gemeinde. So schien zumindest die Einrichtung seiner Hütte. Dieser Mann war auch der Hüter der 7 Altäre. Zumindest muss man über sein Grundstück, wenn man da hin will. Es kostete 2€ Eintritt und man durfte weitergehen.

    Die "siete altares" waren leider auch wieder nicht so aufregend.
    Es waren natürliche Pools, die im Schatten der Bäume lagen. Es wäre eine willkommene Erfrischung gewesen, allerdings waren sie nicht besonders tief und die Guides würden daneben stehen und warten. Ich hatte keine Lust, aber Josi hat sich getraut.

    Den kompletten Rückweg legten wir am Strand zurück und wir waren sehr froh, als wir es endlich geschafft hatten. Ziemlich platt buchten wir nur noch die Bootstour für den kommenden Tag und zogen uns dann zum Entspannen zurück.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 05Mar 2014

    25 Antigua 05.03.2014 Guatemala —

    Antigua Guatemala, Guatemala

    Beschreibung

    Video zum Treiben auf dem zentralen Platz: https://www.youtube.com/watch?v=lu6IAA8Yxt4&feature=youtube_gdata_player

    Wir kamen recht spät in Antigua an und weil wir nicht wussten, wie sicher die Stadt ist, haben wir beschlossen uns mit dem Paar zusammenzutun, das wir im Bus getroffen haben.
    Als wir dann durch die Straßen zogen, um ein Hostel zu finden, stellten wir fest, dass es total ungefährlich war. Dennoch haben wir uns zusammen eine Unterkunft gesucht und uns dann sogar ein Zimmer geteilt, um Geld zu sparen. Leider wurde das sehr anstrengend, denn nun mussten wir 4 Menschen unter einen Hut bringen.
    Naja, wir waren einen Morgen zusammen frühstücken und haben zusammen eine Tour auf den Vulkan Pataya gebucht, danach ging jederseiner Wege.

    Der Pacaya ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und verzeichnet seit 1965 staendige Eruptionen (http://de.wikipedia.org/wiki/Pacaya). Auch zur Zeit, als wir dort hochsteigen wollten rumorte es im innern des Berges. Erst am 2. Maerz, 3 Tage bevor wir in Antigua ankamen gab es Eruptionen, die die Regierung von Guatemala sehr Aufmerksam machten (http://www.bbc.com/news/world-latin-america-26409946) BBC uebertreibt hier wahrscheinlich ein bisschen, aber zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, wie sich der Pacaya verhalten wuerde und die Bilder sehen auch ziemlich beaengstigend aus:

    Fotos:
    http://s.imwx.com/dru/2014/03/88340e77-9bfe-44b5-8a28-69a1342a08c1_650x366.jpg
    http://earthobservatory.nasa.gov/NaturalHazards/view.php?id=83278

    Video:
    http://www.dailymotion.com/video/x1ehj7y_lava-erupts-from-pacaya-volcano_fun

    Dennoch war zu unserer Zeit keine Aufregung zu spueren und niemand schien mehr darueber zu sprechen. Haetten wir nicht unsere neuen Mitbewohner getroffen, haetten wir davon vielleicht gar nichts mitbekommen.
    Auch im Touroffice schien es keiner fuer noetig zu befinden uns von der Eruption zu erzaehlen. Erst auf unsere Nachfrage hin bekamen wir die Infos, die wir schon kannten und es wurde uns erzaehlt, dass der Aufstieg kein Problem darstellt.

    Wir buchten also die Tour fuer den Abend des selben Tages, haben sie dann aber aufgrund der Wetterlage auf den naehsten Tag um 6 Uhr verlegt.
    Das gab uns die Gelegenheit, noch am ersten Tag die Stadt ganz zu erkunden. Antigua bietet für seine Größe unglaublich viele Kirchen. Es waren auch viele sehr schöne dabei, die Teilweise gut erhalten sind. Viele sind aber auch durch Erdbeben, Vulkanausbrueche und Vernachlaessigung ueber die letzten Jahrhunderte ziemlich in Mitleidenschaft gezogen oder es stehen nur noch Ruinen oder die Grundmauern. Jede Kirche sah dadurch anders aus und hatte seine eigene, auch mal interessante Geschichte, aber an irgendeinem Punkt reicht es dann auch mal mit Kirchen. Wir wollten am Schluss noch auf einen Aussichtspunkt steigen, von dem aus man über die ganze Stadt sehen kann. Noch im Hostel hatten wir über Sicherheitsbedenken beim Aufstieg gelesen und dass man eigentlich nicht ohne Polizeibegleitung hochgehen soll. Als wir am Fuß des Berges ankamen und weit und breit keine Polizei zu sehen war, sind wir wieder umgedreht. Später haben uns Laura und Fabian, unsere Zimmergenossen erzählt, dass sie davon nichts gehört hätten und einfach allein hochgestiegen sind. Es ist natürlich nichts passiert und wir haben uns ein bisschen geärgert. Manchmal ist wohl besser, wenn man uninformiert bleibt. :)


    Der zweite Tag begann sehr früh.
    Um 6 Uhr morgens stiegen wir ins Taxi, dass uns auf den Pakaya bringen sollte. Mit einer kurzen Kaffeepause kamen wir nach 1,5 Stunden Fahrt in einem Bergedorf an, das den Ausgangspunkt für unsere Wanderung bildete.

    Der erste Teil war unglaublich anstrengend. Es ging einen steilen Weg hinauf und nicht nur das Tempo der Gruppe hetzte uns, sondern auch die Einheimischen, die auf Pferden hinter uns her ritten. Wir dachten zuerst, dass sie an uns vorbei und auch zum Vulkan hoch wollten, allerdings nahmen sie keine Gelegenheit zum Überholen war. Als die Sonne aufging, es wärmer wurde und den ersten Touris die Beine versagten, haben wir ihre wahren Absichten erkannt. Sie ritten nun hinter uns und riefen immer wieder: "Taxi natural!?". Man konnte also aufspringen und sich hochbringen lassen. Auch für Josi war das sehr verlockend, denn sie war noch etwas erkältet und wollte eigentlich gar nicht unbedingt auf den Berg. Da ich Tags zuvor das Ticket gebucht hatte, ohne sie vorher zu fragen, war sie zu diesem Zeitpunkt doppelt bockig und wollte das Ganze vereinfachen. Als die Caballeros dann aber ihren stolzen Preis von $7,50 nannten, war es das Ganze doch nicht mehr wert. Josi hat also die Zähne zusammengebissen und wir haben's dann geschafft und wurden fuer die Anstrengungen belohnt. Das immernoch diesige Wetter war aufgeklart, als wir am Gipfel ankamen. Zuerst liefen wir über das bereits wieder erstarrte Gestein, das angeblich noch ein paar Tage zuvor flüssig zu Tale floss. Hier war es super Fabian, den Geologiestudenten dabei zu haben. Er hat uns einige interessante Dinge über Vulkane und die Steine und Steinchen erzählt, die wir aber leider schon wieder vergessen haben.

    Wir fanden es ein bisschen schade, dass die Lava schon wieder erstarrt war, wir hatten gedacht, dass wir Glueck haben wuerden und ein paar spektakulaere Bilder und Eindruecke bekommen koennten. Leider Fehlanzeige :( Wir kamen aber spaeter noch zu einer Stelle, die etwas heisser war. Allerdings schien das nichts mit der Zeit zu tun zu haben, zu der wir dort waren, denn das schien das allgemeine Ziel aller Agencies und aller Tage zu sein. Mehrere Touranbieter hatten ihre Kunden dort hingefuehrt und alle packten Marshmallows aus und verteilten sie gegrillt an die Gaeste.
    Danach ging es noch weiter uber einen Kamm, von dem es eine grandiose Aussicht auf die umliegende Natur und die anderen Berge und Vulkane gab. Diese beeindruckenden Bilder schlossen unsere dritte Vulkanbesteigung ab und stimmten uns (vor allem Josi) nach der einfachen Massayafahrt und dem beschissenen Maderas auf Ometepe wieder versoehnlich mit Vulkanen.

    Nach dem vergleichsweise einfachen Abstieg ging es gleich wieder mit dem Minibus zurueck nach Antigua. Wir unterhielten uns lange und gut mit Steffi und Tobi aus Stuttgart, die wir leider erst dort und viel zu spaet kennnengelernt haben. Gleich nach der Tour haben wir unsere Sachen geschnappt und uns auf den Weg nach San Marco la Laguna gemacht.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 07Mar 2014

    26 San Marcos La Laguna 07.03.2014 Guatemala —

    San Marcos La Laguna, Guatemala

    Beschreibung

    Es war mal wieder eine lange und holperige Fahrt, die uns an den See Atitlán und an unseren Zielort San Marco la Laguna brachte. Die kurvenreiche Strecke endete fuer uns irgendwo auf dem Weg, als wir anhielten und der Fahrer uns ansah und meinte wir müssten den Bus jetzt verlassen, um das Verkehrsmittel zu wechseln. Wir waren die Einzigen im Bus, die sich für San Marco entschieden hatten. Der Rest wollte weiter nach San Pedro, die etwas belebtere "Partystadt" am See, und weil der Weg wohl sehr beschwerlich ist, wollten sie keine großen Umwege machen. Da es schon spät war und wir weder jemandem zur Last fallen oder diskutieren wollten, haben wir auf ein Tuktuk umgesattelt. Eigentlich hatten wir ja das Ticket bis nach San Marco gebucht, da wir aber zu müde waren um ernst zu nehmende Diskussionspartner zu sein haben wir es nur geschafft dem Busfahrer die Hälfte des Preises für den Extratransport aus den Rippen zu leihern. Naja, Hauptsache war, dass wir bald mal ankommen.
    Wir wurden an einem Platz rausgelassen, der sich später als Mittelpunkt des kleinen Ortes herausstellte. Dort gab es einen überdachten Sportplatz, an dem sich die Dorfjugend gerade zum Fussballspielen traf. Ich hätte gern mitgemacht, allerdings mussten wir ersteinmal unser Hostel beziehen. Durch Nachfrag kamen wir auf einen der wenigen, schmalen Wege, die zum See hinunter führten. Kurz vor dem Ende bogen wir nach rechts und fanden unsere Unterkunft mit dem kreativsten aller Namen: San Marco Hostel. Herzlichen Glückwunsch! Zimmer und Preis waren gut, also blieben wir. Ein Grund für uns San Marco allen anderen Orten am See vorzuziehen war das Essen, das hier für Veggies sehr gut und abwechslungsreich sein sollte. Das wollten wir dann gleich einmal auf die Probe stellen.
    Wir begaben uns zum Dorfplatz und schon auf dem Weg hörten wir die aus Lautsprechern verkündete Predigt aus der nahe gelegenen Kirche. Für uns, die wir nur die westlichen Eigenheiten des Christentums kennen, war es ein komisches Bild. Die traditionellen Mayas hatten den christlichen Glauben der spanischen Invasoren angenommen, ihn aber mit ihrer eigenen Kultur vermischt. So sah der Gottesdienst, der in dieser Woche beinahe täglich stattfand, so aus, dass ein festlicher Zug die Straße in Richtung der Kirche entlangschritt. Auf dem Weg zogen sie Blumenbilder, die auf den Asphalt gemalt worden waren, mit Blüten, Blättern und buntem Sand nach. Es gab etwa 10 oder 15 von diesen Mandalas, die den Weg vom Ortseingang zur Kirche wiesen. Im Gotteshaus angekommen nahm man Platz und lauschte dem Priester, sprach sein Gebet und ging dann seiner Wege. Auch der Innenraum der Kirche sah ungewohnt aus: Sehr bunt geschmückt, mit purpurnen Tüchern, Girlanden, Blumen, aber auch mit den üblichen Bildern und Figuren der hiesigen Heiligen, nur eben wieder bunter und irgendwie freundlicher. Nicht ganz das steife, dunkle Auftreten der Kirche, wie wir sie kennen, die die Menschen immer klein und unbedeutend halten will.
    Eben an diesem Platz fanden wir auch einen Imbiss mit mexikanischem Streetfood, der runde, knusprige Maischips, sog. Tostadas, verkaufte. Die fleischliebenden Guatemalteken haben ihr Angebot vielleicht dem Ernährungsstil der Besucher angepasst und die Tostadas rein vegetarisch mit allerlei Gemüse, Soßen und Ei belegt. Super lecker und unschlagbar günstig. Neben den belegten Riesenchips gab es auch Horchata, ein für die Mayas typisches Reisgetränk, das im Prinzip wie sehr fluesiger Milchreis schmeckte. Dort am Tisch trafen wir auch auf den ersten Hippie, der uns von der einen Party erzählte, die am selben Abend stattfinden und für einige Zeit die einzige im Ort bleiben sollte.
    Nach dem Essen ging's zurück ins Hostel. Josi zog's ins Bett und mich an die Bar zu Sheamus, seinem günstigen Bier und die Flasche Jameson, die mich schon bei der Ankunft entdeckt hat (ja, sie hat mich entdeckt...:-)). Wir tranken und redeten über Gott und die Welt, meine bisherigen Erfahrungen und seinen Sohn, den Grund für seinen Aufenthalt in San Marco. Später kamen Tom aus England und Julie aus Dänemark dazu, die sich auf der Reise auf Útila kennengelernt haben und nun zusammen sind. Dadurch wurde es eine sehr sehr lustige Runde, in der wir viel gelacht und erzählt haben. Natürlich wussten auch die beiden von dieser ominösen Party und wir beschlossen rüber zu gehen. 20 Minuten Fußweg brachten uns schließlich auf das Grundstück mit Seeanbindung. Am Hang gebaut gab es verschiedene Terrassen, auf denen sich alles abspielte. Eine Terrasse für Musik und Tanz, eine andere für Feuertänzer oder solche die es werden wollten und eine weitere zum Kiffen. Es war eine ganz lustige Szenerie, allerdings konnte ich mit der Elektrotanzmusik nix anfangen. So trank ich also noch ein zwei Kuba Libres und verabschiedete mich dann wieder. Ich schwankte allein zurück und wachte am nächsten Morgen sehr zerknautscht auf. Später lasen wir, dass man Wege um den See außerhalb der Orte vor allem abends/nachts und vor allem allein meiden sollte. Dabei werden unschuldige Touristen wohl mal gern überfallen und ausgeraubt. Mir ist nix passiert, aber wir trafen später eine Reisende, die so ihre Kamera verlor.

    Trotz meines Katers machten wir tagsdarauf einen Spaziergang am See entlang. Wir kamen an ein Grundstück, für das man einen Eintritt entrichten musste. Dafür durften wir aber auch auf den Hügel (oder für mich an diesem Tag den riesigen Berg) klettern, um von dort den grandiosen Ausblick auf den See und die umliegenden Berge zu genießen - wirklich sehr schön und die Mühe wert. Im Anschluss konnten wir uns dann am Wasser auf Steinen niederlassen und die Erfrischung des kuehlen Sees genießen. Ich bin dann natürlich gleich mehrfach reingesprungen. Nur das so genannte "Trampolin" hatte ich mir nicht zugetraut. Es handelt sich dabei um eine 5 bis 7 Meter hohe, hölzerne Plattform, von der man sich wagemutig in die Tiefe stürzen kann.
    Später im Hostel merkten wir, dass das WiFi ausgefallen war. Auf unsere Anfrage sagte man uns das waere normal und dass das passiert, wenn es in San Pedro zu doll regnet, weil da wohl der Internetverteiler steht, oder so...!? Den Grund können wir nicht bestätigen, dafür aber die Normalität des Ausfalles.
    Auf unserer Suche nach den Veggieperlen Zentralamerikas kamen wir unter anderem auch im “Moon Fish” vorbei, wo wir endlich wieder Tofu und sogar Tempeh bekamen! In den Restaurants und Imbissständen wurden wir Zeugen der abstrusen Vorstellungen und Weltanschauungen der ansässigen und der Urlaubshippies. Komische Gestalten, die sich immer irgendwie schräg anziehen mussten um vielleicht dem Mainstream zu entkommen, seine Solidaritaet mit “Fuck for Forest” zu zeigen, anders zu sein, ein Statement zu setzen, ein Theaterstueck aufzuführen, zu rebellieren, oder einfach nur um sich selbst und der Welt zu beweisen, das man besser ist, als Gerome, der pomadisierte Investmentbanker aus Frankfurt, der einen gerade abserviert hat, weil er eine andere hübscher fand. Ihr seht letztlich alle gleich aus, Freunde! Welche Gründe es auch immer gibt, sie rechtfertigen nicht das Tragen einer Augenklappe ohne Augenprobleme im Alltag. Ok, man könnte ja wegsehen, aber weghören ist da schon schwerer.
    Kurz vorweg: In San Marco la Laguna ist es so, dass die meisten Grundstücke am Wasser oder zwischen See und Hauptstraße Expats gehören, die dort hingezogen sind, um Geschäfte aufzumachen. Die ansässigen Mayas können sich diese Stücke Land natürlich nicht leisten. Vielleicht deshalb oder vielleicht aus traditionellen Gründen (weil sie aus größeren Höhen die Spanier früher entdecken konnten), jedenfalls leben die Ureinwohner getrennt von den Gringos in ihrem eigenen Stadtteil und kommen nur zum Arbeiten und Beten in die unteren Gefilde.
    Mit dieser Situation im Hinterkopf fällt es noch viel schwerer die neuen Grundbesitzer ernst zu nehmen. Der junge Mann mit der Augenklappe zum Beispiel saß neben uns im Moon Fish und erzählte einem anderen Kerl von seinem neuen Grundstück am See, von dem er "noch nicht weiß, was er damit machen soll." "Vielleicht ein Spa oder ein Restaurant." Danach lud er den Fremden ein ihn mal zu besuchen und dann könnten sie "einen rauchen und darüber brainstormen, was denn das Sinnvollste wäre." Viel Spaß dabei. Das Schlimmste allerdings war das Geschwafel eines Mädels, vielleicht Mitte 20, die ihren völlig fremden Tischnachbarn von ihrer Idee erzählte: Sie würde gern ein Meditationszentrum aufmachen, in dem man sein Essen anders oder sogar ganz neu erlebt. Sie bezog sich dabei auf eine Theorie, nach der ein jedes Nahrungsmittel seine eigenen Vibes und Schwingungen hat. Je nach Größe, Gewicht oder Dichte/Masse, soweit gehe ich noch mit, aber auch abhängig von Farbe und Geruch hat es einen Einfluss nicht nur auf deinen Körper, sondern auch auf deine Seele. Ich wollte ihr zunächst nur sagen, dass es egal ist, wie sie die Kartoffel zubereitet, für den Magen ist alles Kartoffelbrei. Dann fing sie aber an davon zu erzählen, wie sie in Mexiko, an einem vermeintlich einsamen Strand einen Yogalehrer traf, sie sich aus der Ferne anblickten, aufeinander zuliefen und ohne ein Wort zu sagen “Liebe unter den Palmen machten”, denn sie wussten, es war Liebe auf den ersten Blick und ohne Worte. Als ich die Story hörte, wollte ich sie gern packen und schütteln, bis auch das letzte Quäntchen Irrsinn aus ihr herausgefallen ist. Da das aber eher eine Aufgabe für den guten, alten Sisyphus ist, ließ ich es lieber bleiben und ass meinen Tostada.

    Der Ort an sich ist zum Entspannen ganz gut geeignet und neben einigen Attraktionen, die etwas weiter entfernt sind, bieten die Städte, die rings um den See gelegen sind ganz gute Möglichkeiten für einen Tagesausflug.
    Die Stadt, die wir besuchten war San Pedro. Es ist ein recht hübsches Örtchen, aber wirklich spannender war es auch nicht.
    Der Ausflug, der uns etwas weiter weg brachte hatte den Handwerksmarkt in Chichencastenango zum Ziel. Es wurde ein schöner bunter Tag, mit hübschen kleinen Kunstwerken aus Holz, Ton, Metall, Stoff und auch wiederverwendetem Abfall. Auch die Fotomotive waren zahlreich, denn der Markt schlängelt sich durch die Straßen und vorbei an Restaurants, Obst- und Gemüseständen sowie Kirchen.
    Dort am Fuße einer Kirche trafen auch zufällig wieder auf die Gruppe von FedEx-Mitarbeitern, die wir vorher in Livingston getroffen hatten. Wir plauderten kurz und gingen dann unserer Wege.

    Eine spannende und sehr gute Frage, die wir auf dem Hinweg hörten und deren Antwort ich eigentlich schon längst mal gegoogelt haben wollte, war die folgende: Wenn am Ende großer Turniere oder einer Saison 2 Mannschaften um den ersten Platz spielen, sind vom Gewinnerteam immer sofort T-Shirts parat, mit der Aufschrift "Team sowieso, Gewinner 2014". Das heißt also, dass die Shirts bereits vorher gedruckt werden. Nun aber zur eigentlichen Frage: Was passiert mit den T-Shirts der Verlierermannschaft? Ganz speziell ging es hier um die Shirts der Denver Broncos, die den 2014er Super Bowl so sehr versemmelt haben. Ich kann mir nicht helfen, aber seitdem habe ich immer wieder das Verlangen dieses T-Shirt zu besitzen. :-)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 11Mar 2014

    27 Semuc Champey - Ein kleines Paradies 11.03.2014 Guatemala —

    Guatemala

    Beschreibung

    Unsere Abfahrt aus San Marco begann sehr früh mit einer Tuktukfahrt zurück an die Kreuzung, an der wir wieder auf den Rest der Busladung treffen sollten.
    Zunaehst mussten wir aber bis zum Ortseingang laufen, weil der Ort so frueh am Morgen noch geschlossen ist. Es gibt tatsaechlich eine Ampel, die geschlossen und von einem Mann bewacht ist, warum auch immer... Naja, so konnten wir noch einen schoenen Blick ueber den See erhaschen und die Berge in den Nebelschwaden des Morgens. So wurden wir aus dem veganen Schlaraffenland verabschiedet, das wir bereits vermissten.
    Noch am Ortsausgang trafen wir den ersten Israeli auf unserer Reise. Er war sehr nett und wir unterhielten uns sehr gut über viele Dinge. Bei seinen Landsleuten, auf die wir kurze Zeit später treffen sollten, war das ganz anders.
    Wir fuhren zunächst mit einem größeren Bus nach Antigua zurück, der irgendwie nur aus uns und eine Gruppe 18-jähriger Israelis zu bestehen schien. Zurueck in Antigua teilen wir uns auf und setzten unsere Fahrt nach Semuc Champey mit verschiedenen Minibussen fort.
    Schon hier zeigte sich das unglaubliche Verhalten einiger Mitfahrer, das uns noch viele Stunden beschäftigen, erheitern und verärgern sollte. Eine Gruppe Passagiere, allen voran 2 Mädchen (Verniedlichung von "Made") stellte sich vor den Bus, um als erste einzusteigen. Dabei gingen sie wie selbstverstaendlich davon aus, dass irgendjemand ihre schwulen Rollkoffer vom einen auf den anderen Bus hieven würde... spätere Begebenheiten waren unhöflich, egoistisch, herabwürdigend, bis hin zu ekelhaft und hatten zumeist mit einer arroganten Art und fehlenden Spanischkenntnissen zu tun, was sie nicht davon anbrachte Befehle zu erteilen. Ich will das jetzt nicht weiter ausführen.

    Im Minibus hatte ich meines Erachtens nach den schlechtesten Sitz von allen: einen Klappsitz, der schon weitgehend durchgesessen war. Ich las viel und Josi fand in Sofia eine nette Gesprächspartnerin und neue Bekanntschaft. Auch ihr Freund Michi war sehr nett und witzig. Unsere gemeinsame Geschichte endete aber leider zunächst, als wir in Lanquin ankamen und in verschiedene Hostels weiterfuhren.
    Unser Hostel war nur mit einem 40-minütigen Ritt auf der Ladefläche eines Pickups mit Allradantrieb zu machen. Es waren nur Sandwege, riesige Schlaglöcher und es wurde auch gerade dunkel. Dennoch war die Fahrt ganz ok. Ich konnte ein paar schöne Bilder machen und Josi hat sich mit dem kleinen Quichemädchen (spezielle Mayakultur) Elena über ihre Lieblingstiere unterhalten.

    Semuc Champey ist ein eingezäunter Naturpark rund um die Region, in der sich der Rio Cahabon in mehrere natürliche Pools ergießt und zwischendurch im Boden verschwindet und in einem Höhlensystem weiterfließt.

    Das Hostel, in das man uns brachte, kann eigentlich am ehesten über seine Lage am Fluss und direkt am Parkeingang punkten. Unser reserviertes Zimmer war nicht mehr frei und so bekamen wir am ersten Abend das Zimmer mit privatem Bad zum Glück ohne Aufpreis. Wir haben dann später feststellen müssen, dass wir keine Steckdosen im Zimmer hatten. Als wir dann am nächsten Morgen unseren elektronischen Kram aufladen wollten, erzählte man uns, dass auch an der Rezeption nur von 6-10 Uhr abends Strom verfügbar ist. Also mussten wir später wiederkommen. Bis auf diese Sache war das Hostel aber ganz cool. Die Häuser waren ganz aus Holz. Das zweite Zimmer befand sich unterm Dach und war mit einer Leiter durch eine Luke zu betreten, nach vorne hin mit einem offenen Fenster als Ausguck.

    Von der Unterkunft aus konnte man auch verschiedene Trips in und um Semuc Champey buchen. Der' beliebteste war der Mix aus einer geführten Tour durch den Park mit Baden in den Pools und springen von der Klippe, danach der Weg durch eine nahegelegene, stockdustere Höhle nur mit einer Kerze als Lampe, im Anschluss die Wanderung zu einer riesigen Schaukel, die direkt am Fluss steht und mit der man sich dann über das Wasser schwingt und reinfallen lässt und zum Schluss dann mit Tubing (in grossen Schwimmringen) zurück zum Hotel.
    Das klang alles sehr gut, war aber auch teuer. Das einzig sinnvolle wäre die Höhle gewesen, aber darauf hatte die Lütte keinen Bock. Also erstmal rein und dann weitersehen.

    Wir gingen gleich früh am Morgen hin, um eventuellen Touriströmen zu entgehen, die aber ausbleiben sollten. Erster Stopp war der Aussichtspunkt, von dem wir einen super Blick auf die Pools hatten, die weit unter uns in Stein geschliffen waren. Während wir Fotos machten saßen 4 junge Männer hinter uns im Schatten eines Baumes, die dort wahrscheinlich arbeiteten.
    Als wir das T-Rex gebrüll zum ersten Mal hörten, dachte ich es wäre ein Klingelton von den Jungs. Dafür war es aber viel zu laut, also vermuteten wir Boxen, die im Wald aufgestellt worden waren, um die Besucher zu foppen.
    Wir wollten der Sache auf den Grund gehen und ein kleines Stück weiter stellte sich heraus, dass es sich nicht um Dinos, sondern um Brüllaffen handelte, die in der Nähe durch die Wipfel tobten.
    Affen die wie T-Rex klingen: https://www.youtube.com/watch?v=fdBDm9EYn7U&feature=youtube_gdata_player

    Wir schauten uns das Spektakel eine Weile an und stiegen dann zum Fluss hinunter.
    Dort warfen wir uns gleich in die Pools mit kristallklarem und erfrischend kühlem Süßwasser. Es gab auch eine 7-8m hohe Felswand, von der man runterspringen konnte. So haben wir uns den Vormittag vertrieben. Achja und während wir so im Wasser lagen und langsam aufweichten, bemerkten wir ein leichtes pieken oder knibbeln an den Beinen. Es waren kleine Fische, die gern tote Haut fressen. Es war ganz witzig, solange es kleine Fische waren, die an kleinen Wunden nagten, doch schon bald kamen auch die größeren an und wenn die gierig an aufgekratzten Mückenstichen und Blasen von Flossen rumnagen, wird es sehr schnell unangenehm. Auch dass die Biester uns nicht mehr in Ruhe lassen wollten uns sogar verfolgten und plötzlich überall zu sein schienen bestärkte uns dabei, eine kleine Pause einzulegen.
    Da es auch bald Zeit für die Höhlentour war, der ich mich vielleicht anschließen wollte schaute ich mich um, wann diese vorbei kommt. Die einzige Gruppe allerdings, die sich blicken ließ, war die Gruppe mit Israelis, von der Herfahrt. Da Josi nicht mit wollte und ich spontan auch keinen Bock mehr hatte, haben wir die Höhle ausgelassen.

    Auf dem Rückweg trafen wir Sofia und Michi wieder. Sie hatten am Vormittag die Hoehlentour gemacht und meinten nur, dass wir nichts verpasst hatten. Ihm hatte es zwar gefallen, aber Sofia war nicht ueberzeugt. Sie erzählten uns auch, dass sie hiernach ebenfalls nach Flores fahren werden. :-)

    Auf dem Weg hielten wir immer wieder Ausschau nach der Schaukel, die ja auch Teil der Tour sein sollte. In der Mitte zwischen dem letzten Pool und unserem Hotel fanden wir sie endlich auf der anderen Flussseite und wir erfuhren, dass der beste Weg über unsere Unterkunft und die nahe gelegene Brücke führt. Diesen gingen wir auch später noch. Leider nur bis wir zu einem dicken Guatemalteken kamen, der in seiner Hängematte lag und sich als Wächter des Weges aufspielte. Er meinte wir dürften nicht durch, es sei denn, wir sind Teil einer Gruppe oder Gäste eines bestimmten Hotels. Hinterher ärgere ich mich, dass wir überhaupt gefragt haben, denn wir hatten das Gefühl, dass er nix gesagt hätte, oder dass zumindest seine offensichtliche unlust und seine physische Verfassung ihn von weiteren Schritten abgehalten hätten.

    Josi war der Rueckweg zu lang gewesen und weil das Hotel direkt auf der anderen Flussseite war, hat sie beschlissen rueberzuschwimmen. Ich hatte leider meine Kamera dabei und musste den ganzen Weg zurueck. Auf dem Weg haben Quiches Bier und andere kalte Getraenke angeboten. Ich holte mir also ein Bier und der Weg war schon gar nicht mehr so lang. Ich sprang dann spaeter auch noch mutig in den Fluss und spaeter genossen wir noch ein paar letzte Cubas auf der schoenen Terrasse mit Blick auf den Fluss.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 13Mar 2014

    28 tikal und flores 13.03.2014 Guatemala —

    Flores, Guatemala

    Beschreibung

    Die Fahrt nach Flores begann mal wieder sehr früh und wieder hatten wir den holperigen Sandweg vor uns, nur dass es jetzt regnete und die Straße noch etwas schwieriger wurde.
    Wir haben es aber dank einer Plane, die über uns gespannt wurde und der wahnsinnigen, über die Jahre entwickelten Skills unseres Fahrers geschafft. In Lanquin haben wir dann wieder einen Minibus bestiegen. Wir stiegen ein und mit uns auch, wie konnte es anders sein, Israelis. Nur 2, aber dabei handelte es sich um die Mädels, die schon vorher am schlimmsten aufgefallen sind. Es war als hätte sich das Nervigste dieser Reisenden auf 2 Individuen konzentriert und unseren Bus bestiegen. Naja, wenigstens nicht die ganze Truppe, womit es doch noch Hoffnung auf eine angenehme Fahrt gab.
    Lange blieb sie ohne besondere Vorkommnisse, bis der Bus unvermittelt irgendwo auf der Strecke anhielt und der Fahrer wild telefonierte. Die Mitfahrer, die des Spanischen mächtig waren konnten einige Wörter, aber nicht ganz den Sinn verstehen: "Wie schlimm ist es?" "Kommt man durch?" "Werfen sie Steine?" Wir fragten nach und erfuhren, dass es im Ort 3km weiter Proteste gibt und die Einwohner für genug und regelmäßige Elektrizität demonstrieren. In den Jahren zuvor soll es in dieser Gegend extreme Züge angenommen haben, als Demonstranten 2Mitarbeiter des E-Werkes gefangen hielten und drohten sie zu verbrennen, wenn ihren Forderungen nicht nachgekommen würde.

    Was davon nun stimmt oder auch nicht weiss ich nicht genau. Was eine Onlinerecherche ergeben hat, ist dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Proteste gegen zu hohe Strompreise gab, bei denen 2012 sogar 6 Menschen ums Leben kamen.
    (http://www.bbc.com/news/world-latin-america-19853009)
    Fakt ist, dass es am 13. Maerz 2014 Proteste in Guatemala City gab, in denen sich mindestens 8000 Menschen aus fats allen Teilen des Landes zusammengefunden haben um gegen die Enteignung von Bauern zu protestieren. Ihnen soll ihr Land weggenommen werden, um Platz fuer den Ausbau des nationalen Stromnetzes zu schaffen.
    (http://amerika21.de/2014/03/98484/protest-gegen-stromnetz)
    Vielleicht hatte sich das Dorf solidarisch gezeigt und ebenfalls versucht auf sich Aufmerksam zu machen.

    Welche Version nun stimmt und wogegen dort protestiert wurde ist schwer zu sagen. Wir haben nicht alles von dem Verstanden, was der Fahrer erzaehlt hat und koennen natuerlich auch nicht sicher sein, wie verlaesslich seine Quellen sind. Eine Recherche ist auch recht schwierig, weil wir keine Ahnung haben, wie das Dorf hiess, dem wir angehalten haben.

    Wir blieben in sicherer Entfernung und aßen erst einmal Mittag in einem kleinen Imbiss am Straßenrand, mitten im Nichts. Zur Unzufriedenheit der 2 Tussies ohne WiFi! Frechheit! Als wir wieder losfuhren musste ihnen dann der Fahrer sein Handy leihen, damit sie ihr Facebook auf dem Laufenden halten können.
    Wir hatten uns nach dem Essen immer weiter ins Dorf hinein getraut, bis wir schließlich ganz drin waren und mit anderen Autos im Stau standen. Wir wussten erst nicht, wie wir uns verhalten sollten, wie lange wir bleiben würden oder ob wir aussteigen können. Wir machten uns Gedanken, weil in uns der Gedanke aufkam, dass ein Bus voller Touris als Geisel jede Menge wert sein kann und sie ihrem Ziel sicherlich näher bringen würde. In anbetracht Infos (wahr oder nicht), die wir ueber der Aktionen der letzten Jahre hatten, schien das auch gar nicht mal so unwahrscheinlich.
    Nach einer Weile wagte ich einen ersten Versuch und öffnete das Fenster, um ein paar Kinder zu fotografieren, die neben uns spielten. Es waren 5-10 Jungen und Mädchen, die uns sehr interessant und amüsant fanden. Mit der Zeit haben wir uns dann auch weiter raus getraut. Die Kinder fanden Gefallen daran sich ablichten zu lassen und sich dann das Resultat auf dem Display anzusehen, was sie durch lautstarkes Lachen und Quieken eindrucksvoll zeigten. Sie posierten auch fleißig und sahen dabei richtig gut aus. Einer war dabei, der sich immer als Pimp hingestellt hat, die Arme verschränkt, in den Hüften oder locker um die Taillien zweier Mädchen gelegt. Nur einem kleinen Mädchen schien die ganze Sache nicht so geheuer zu sein. Sie versteckte sich jedes Mal oder wandte sich ab, wenn ich die Kamera auf sie richtete. Auch andere hatten ihre Kameras gezückt und spielten das gleiche Spiel.
    Wie alle Latinos, die wir bis dahin getroffen hatten konnten auch die Kinder verdammt gut und vor allem laut pfeifen. Sie nutzten dazu alle erdenkichen Arten und Weisen, was ziemlich beeindruckend war. Meine Versuche es nachzumachen und es mir von den Jungs beibringen zu lassen scheiterten klaeglich und sorgten fuer allgemeines Gelaechter.
    Im Dorf bekamen wir auch noch eine Kleinigkeit zu Essen. Als wir so am Straßenstand auf die Pommes mit frittierter gefuellter Kartoffel warteten brach auf einmal eine lautstarke Diskussion aus, mit dem Ergebnis, dass einer der Jungen, vielleicht der kleinste, losrannte. Als er kurz darauf wieder zurück kam, hatte er einen Ball dabei, so groß wie sein Kopf. Die Dorfjugend hatte also ein Fußballspiel angesetzt und ich ließ mir das nicht zweimal sagen. Es spielten ein paar Touris, viele jüngere Jungen und Mädchen und auch zwei junge Frauen in traditionellen Mayatrachten. Wir spielten eine Weile ohne Regeln und Mitzählen, mit Freude und Eifer, einfach zum Spaß und einfach herrlich.
    Als wir dann leider weiter mussten, hatte sich die Kinderschar am Auto stark vermehrt. Es schien sich eingesprochen zu haben, dass wir da waren. Die letzten 15 Minuten verbrachten wir damit die Kinder zu knipsen und uns die Bilder anzusehen. Die Freude der Kinder war unbeschreiblich und mein persönliches Highlight war, dass das Mädchen, das sich am Anfang so versteckt hatte nun auch erkannte, dass nichts dabei ist und ich auch von ihr ein paar schöne Schnappschüsse bekommen habe.
    In diesen Augenblicken wünschten wir uns eine Polaroid dabei zu haben, um die Bilder direkt verteilen zu können. Schade!

    Wir setzten uns zusammen mit der Kolonne von Autos in Bewegung, die wie wir dort gewartet hatten. Wir hatten schon viel Zeit verloren und der Fahrer schien keine Minute mehr verschwenden zu wollen und er war ja auch schneller, als die meisten anderen Fahrzeuge, bei denen es sich größtenteils um LKW gehandelt hat. Er überholte einige von ihnen und natürlich waren auch riskante Manöver dabei, wie es hier üblich ist. Dennoch fuhr er nicht unbedacht. Die Israelischen Nervbolzen aber, die neben dem Fahrer saßen wollten mehr. Sie feuerten den Fahrer an und riefen ständig "Du schaffst das!" “Kein Problem!” Als er aber einmal vor einer Kurve, am Berg zum Überholen ansetzte und jeder sehen konnte, dass es nix wird, riefen sie wieder: "Weiter,weiter!" Er fuhr natürlich nicht weiter, sondern brach ab und Josi hat es dann gereicht. Sie machte den beiden klar, dass sie nicht die Fahrer sind und dass sie ihre dämlichen Klappen zu halten haben. Von da an haben die beiden kein Wort mehr gesagt, sich in ihre Sitze vergraben und geschmollt. Es setzte dann eine wunderbare Ruhe ein. Vielen Dank nochmal, Josefin!
    Wir vertrieben uns die restliche Zeit mit Spielen und kamen nach 12 statt 8 Stunden auf der Insel Flores an.

    Flores ist eine kleine, komplett bebaute Insel im Lago Piten Itza, im Norden Guatemalas und ist ueber die Stadt Santa Elena zu erreichen. Sie wird als Basis genutzt, um die nahegelegenen Mayaruinen von Tikal zu besichtigen. Der Ort an sich ist ganz nett, mit zweistöckigen Häusern, engen Gassen und Promenaden am Wasser entlang, die teilweise überschwemmt waren. Der zentrale Marktplatz liegt auf dem höchsten Punkt der Insel und teilt sich den Hügel mit einem Basketballfeld. Er bot eine gute Aussicht, um den Sonnenuntergang zu genießen. Auf diesem Markt-/Sportplatz fand an einem Abend ein Umzug oder Fest (?) statt, keine Ahnung, wie man es beschreiben kann.
    Eine große Gruppe von Menschen steckte in verschiedenen Kostümen, wie Cowboys und Cowgirls (in den gleichen Sachen), brasilianische Sambataenzer, Playboy-Bunnies, Elfen, Feen, Pumukl (oder das Sams?) oder einfach orientalisch wirkende, bunte Kleider.
    Es sah zuerst nach einer Schulaufführung aus, denn ich sah zunächst nur jüngere Kinder. Als ich dann ältere Kinder entdeckte, dachte ich es könnte eine Art Abschlussfeier sein. Die Kostüme sahen aber eher nach Karneval aus und irgendwer meinte es würde um den Frühling gehen... Wer weiß was stimmt, vielleicht alles, vielleicht aber auch nichts davon. Jedenfalls war es schoen abgefahren und auch unterhaltsam.

    Auch an diesem Platz, an einem anderen Abend war ich gerade auf der Suche nach einem Geldautomaten. Die Bank am Platz war leider schon geschlossen und ich wollte weitersuchen. Auf der Plattform vor dem Eingang saß eine Frau mit ihrer Tochter und sah mich fröhlich an. Ich lächelte zurück und grüßte auch ihren Mann, der mit dem Sohn am Auto stand. Er sah mich an und fragte mich ohne Umschweife, ob ich ihm helfen könnte sein Auto aufzumachen. Ich wusste nicht genau, was er meint, konnte aber noch rechtzeitig abwinken, bevor er mir den Draht in die Hand geben konnte. Er hatte wohl seinen Schlüssel vergessen und versuchte jetzt auf andere Art reinzukommen. Ich wollte davon nichts mehr wissen, winkte ab und machte mich schnell aus dem Staub.

    Das Hostel Los Amigos, in dem wir und die meisten anderen wohnten war sehr schick. Es gab einen schönen Innenhof mit vielen Sitzen und Pflanzen, ein Restaurant, eine Bar und einen Springbrunnen mit winzigen Schildkröten. Wir hatten ein Zimmer im zweiten Haus, 50m entfernt, mit den Doppelzimmern. Wir hatten unsere eigene Dachterrasse im Haus, konnten kostenlos das Wasser auffüllen (im Hauotgebaeude muss man zahlen) und es durfte auch niemand sonst ins Haus, auch nicht die Gäste aus den Dorms. Als Sofia und Michi da waren , haben wir sie aber ganz dreist eingeschmuggelt, um auf dem Dach Karten zu spielen.

    Von hier aus machten wir ein paar Ausflüge, wie zum Beispiel zum ARCAS Wild Animal Rescue and Rehabilitation Center, das am See lag und nur mit einer teuren Bootsfahrt zu erreichen ist. Wir hatten Gutes darüber gelesen und wollten uns gern die verschiedenen Tiere ansehen, die sie dort gerettet hatten. Leider gab es nicht viel zu sehen,außer 5 Käfigen mit Affen, Vögeln, Krokodilen und einem Ozelot. Wir fuhren dann recht enttäuscht zurück und gingen in die "Maya Mall" um uns für den nächsten Tag einzudecken. Denn nun stand der Ausflug an, für den wir und alle anderen überhaupt hier waren: die Besichtigung der Mayaruine von Tikal.

    Wir buchten eine Tour mit Guide und haben zum ertsen Mal Hintergrundinformationen zu den besichtigten Ruinen bekommen.
    Tikal war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode und ist eine der am besten erforschten Maya-Städte. Die ersten Siedlungsspuren reichen ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. Zurück.
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Tikal)

    Wenn man sich ueberlegt, in welcher Zeit diese Bauten errichtet wurden, ist es nur noch viel beeindruckender, welche architektonische Meisterleistung die Mayas dort vollbracht haben. Tikal ist das Mayawort fuer Echo. Warum die Stadt so heisst zeigte uns der Guide, als er sich mittig vor die zentrale Pyramide stellte und laut in die Haende klatschte. Zu unserer Verblueffung wurde ein Ton wiedergegeben, der genau wie der Laut klang, den der Quetzal macht, der Vogel, der im ganzen Mayagebiet zu finden ist und heute sogar die Flagge von Guatemala ziert.
    Was mich besonders beschaeftigte und was nicht in meinen Kopf gehen wollte waren zum einen die Motive dafuer und zum anderen die Frage wie man darauf kommt, dass das ueberhaupt funktionieren kann. Weiterhin muss es ja irgendwo “Probepyramiden” geben, denn man sagt sich ja nicht einfach “Oh ja, eine Pyramide, die einen Vogellautmacht. Gute Idee! Und auch kein Problem, Leute! Ich weiss auch genau, wie das geht.”
    Es ist Fakt, dass die Pyramiden der Maya immer wieder neu erbaut wurden und immer uebereinander und immer groesser. Vielleicht waren die ersten nur zur Probe da. Allerdings wurden die Bauten in gewissen Abstaenden erneuert, die das Ende einer bestimmten Kalenderperiode bezeichnen und die mir nicht mehr einfallen, also hatte das wohl doch eine andere Bedeutung.
    Wir haben ja spekuliert, dass es sich bei diesem Effekt um einen reinen Zufall handelt oder dass der Quetzal den Ton der Pyramide angenommen hat. Wie auch immer, jedenfalls irre!
    Wir konnten einige der Pyramiden besteigen und einen guten Ueberblick ueber die alte Stadt bekommen. Den besten Ausblick allerdings bot der “Tempel IV”, den wir als letzten bestiegen. Von der Spitzte der Pyramide hatten wir einen Blick ueber den Dschungel, der Tikal umschloss und aus dem Gruen der Gipfel lukten einzeln die Spitzen der anderen Tempel hervor. Ein wahnsinniger Blick. Von dort aus soll man auch bis in die Mayastadt Akumal in Mexiko gucken koennen. Somit diente diese Anlage nicht nur als astronomisches Instrument, sondern auch als Sendemast fuer Nachrichten zwischen den Koenigreichen.

    Den Schluss bildete ein Spaziergang um die weniger spannenden Teile der Anlage. Ein Rundweg fuehrte vorbei an einigen kleineren Tempelanlagen und war eher ein entspannter Ausflug.

    Den kroenenden Abschluss unseres Aufenthalts auf Flores bildete eine Partie Bohnanza mit Michi und Sofia, die wir leider nicht richtig zu Ende gespielt haben. Das schreit danach die Partie wieder aufzunehmen, sobald wir wieder in Deutschland sind. :)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 16Mar 2014

    29 Tulum - ¡viva mexico! 16.03.2014 Mexiko —

    Tulum, Mexiko

    Beschreibung

    Von Flores aus ging es direkt zur Grenze nach Belize.
    Wir hatten überlegt, ob wir uns ein paar Tage Zeit nehmen sollten für das Land, aber unser einziger Stopp überzeugte uns davon, dass es dafür noch zu früh war. Wir hielten in der Hauptstadt Belize City, wo einige der Fahrgäste ausstiegen und wir Mittag aßen. Am Straßenstand kostete ein Essen bestehend aus Reis und Gemüse 5 Euro! Es kann sein, dass das ein schlechtes Beispiel ist, weil sich der Stand direkt am Bahnhof befand und leider konkurrenzlos war, aber dennoch hatten wir das gute Gefühl das Richtige getan zu haben indem wir Belize auf dieser Reise einen Korb gaben. Dennoch sah das, was wir zu Gesicht bekamen sehr schön und interessant aus und wir denken, dass dieser Flecken Erde eine zukünftige Reise durchaus wert ist. Die Straßen durch Belize waren sehr lang und weit und verliefen weitestgehend gerade. Dennoch fuhren wir in vielen Kurven um den zahlreichen Schlaglöchern auszuweichen. An Schlaf war daher nicht zu denken.
    Mexiko begrüßte uns mit freundlichen Grenzbeamten und einem sehr leichten Eintritt. Auch unser erster Stopp, Tulum sah recht einladend aus. Der Strandort im Osten der Halbinsel Yucatan, 65km südlich vom amerikanischen Touriparadies Playa del Carmen war unser erster Stopp, weil wir dort Hannes und Niesi in ihren Flitterwochen treffen wollten.
    Wir suchten das vorher auserkorene Hostel „Scheck“ und bezogen es mit unserer Busbekanntschaft. Leider war das Hostel nicht wie erwartet. Die Zimmer waren ok und der Preis stimmte auch, nur war das Personal leider recht unfreundlich. Aber was wollten wir von Israelis erwarten… :)
    Der Ort an sich war ganz nett anzusehen. Es gab eine breite Hauptstraße, von der die weiteren Straßen im 90°-Winkel abgingen.
    Diese Straßen beherbergten viele Bars, Restaurants und andere Geschäfte, zum Beispiel das eines Mannes, der neben seiner Zuckerrohrpresse in einem VW-Käfer mit offenem Dach stand und Saft und Cocktails verkaufte. Zum Strand ist es leider noch ein ganzes Stück, aber die salzige Meeresluft und ab und an eine kühle Brise erinnerten immer wieder daran, dass es in der Nähe einen geben muss.

    Wir checkten am morgen aus und machten uns auf den Weg zum Strand, wo wir die beiden frisch vermählten treffen wollten. Der Sand war schneeweiß und das Meer azurblau, perfekt temperiert, dazu perfekte wellen und als Krönung sah man vom Meer aus die Mayaruinen von Tulum. Diese wieder einmal einmalige Ruinenstadt mit Tempeln, die auf einer Kalksteinklippe über dem Wasser thronen war sehr einladend und wir hatten auch überlegt rein zu gehen. Wir haben uns allerdings dagegen entschieden, was sich als richtige Entscheidung herausstellen sollte, denn es soll unglaublich überfüllt gewesen sein, weil auch entsprechend leicht zu besuchen. Auch Denise und Hannes hatten die alte Stadt gemieden, weil sie schon etliche andere in der letzten Woche bestaunen durften. Sie kamen also gleich zum Strand, wo wir mit frischen Mojitos auf sie warteten. Das ist ja auch viel besser als so eine blöde staubige Stadt. :)
    Wir chillten noch ein bisschen am Strand und machten uns dann mit dem Mietwagen auf nach Playa del Carmen, was uns für die kommenden Tage und den beiden für die nächsten 2 Wochen als Basis dienen sollte.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 17Mar 2014

    30 Playa del Carmen - Touri sein 17.03.2014 Mexiko —

    Playa del Carmen, Mexiko

    Beschreibung

    Nach unserem Begrüßungsdrink mit Niesi und Hannes am Strand von Tulum ging es mit dem Mietauto weiter nach Playa del Carmen. Für uns ein Zwischenhalt und für die beiden der Entspannungsteil ihrer Flitterwochen-Tour über die Halbinsel Yucatan.
    Wir hatten einen touristischen Strandort erwartet und lagen damit völlig richtig.

    Wir hatten unser Hostel bereits im Vorfeld gebucht, trotzdem waren unsere Favoriten leider schon auf längere Zeit ausgebucht. Wir hätten gern im Hostel "Ché" geschlafen, mit einer großen St. Pauli Flagge im Eingangsbereich. Es war aber voll und wir fuhren direkt zu unserer Unterkunft, die sich auch um die Trophäe für den kreativsten Namen bewerben kann: Hostel Playa.

    Das Hostel an sich war gar nicht schlecht und mal was anderes. Der Eingangsbereich war eine große Halle und ringsherum waren die Zimmer verteilt. Es war im Prinzip wie ein überdachter Innenhof. (http://media-cdn.tripadvisorcom/media/photo-s/05/e2/e9/b9/hostel-playa.jpg)
    Es war zunächst etwas ungewohnt, weil so hoch und weit, aber es gab auch viele kleine und große Details, die den Raum recht sympathisch machten. So gab es neben den Esstischen auch einige Chilloutareas mit Couchen und sogar Betten, Hängematten, Fahnen aller Gastländer an den Wänden und Geländern, einige Pflanzen und wenn man sich einige Wendeltreppen hoch geschlängelt hatte, konnte man auch auf dem Balkon oder der Dachterrasse entspannen und schaukeln. Dazu gab es noch das absolute Argument für einen Aufenthalt: Das schnellste WiFi der Reise (Stand: Ende Juni) Das tröstete dann auch über die lauten Menschen hinweg, die all ihre Gesprächsthemen für die Nacht aufzuheben schienen.
    Neben diesen Menschen gab es noch weitere komische Gestalten, die sich dort rumtrieben.
    Es gab einen älteren Herren mit langem, dünnem, weißem Haar, der bereits morgens zu trinken begann. Täglich. Es gab den jungen Mann, der (vermutlich) den ganzen Tag in der Hängematte lag und sich Videos auf seinem Handy angeguckt hat. Dann gab es noch den Mexikaner, Anfang 20, Mitarbeiter, der sich Abends immer belustigt Youtubevideos von (vorwiegend Auto-)unfällen anschaute. Ich dachte ja es waren solche Videos, in denen Mensch, Tier und Maschine knapp davonkommen, aber nein, es waren eben solche in denen nichts und niemand verschont blieb... Dann gab es noch den Typen, der jeden Vormittag den einzigen Computer besetzte und Fotos von einem Speichermedium auf ein anderes kopierte. Ja, das war ich, sorry. Und es gab natürlich auch Israelis, die waren aber hier deutlich weniger anstrengend als andernorts zuvor.
    Das Hostel war eigentlich ganz gut und wir haben ja eh einen Großteil der Zeit draußen und mit den Flitternden verbracht.

    Die Stadt selbst war, wie gesagt, sehr touristisch und daher eben auch etwas sauberer und quirliger als manch anderer Ort in Zentralamerika. Wie sich später herausstellte, war dies ein normaler Zustand für Mexiko, das insgesamt sauberer, moderner und wohlhabender ist als die Länder im Süden. Gegenüber unserem Hostel gab es einen riesigen Walmart. Es war für mich und vielleicht auch für Josi das erste Mal in einem Walmart und ich muss sagen, dass ist gar nicht so interessant, es ist einfach nur ein größerer real,-. Und weil das eigentlich total langweilig ist, höre ich jetzt auf darüber zu schreiben, mitten im

    Kulinarisch hatte die Stadt nicht wirklich viel zu bieten. Es gab einige wenige Restaurants mit relativ großem Veggie-Teil in der Karte und wir probierten natürlich einiges. Es gab einen Laden mit innovativen und richtig leckeren Salaten und es gab sogar auch ein veganes Restaurant, das wir bei Happy Cow gefunden hatten. Auch das hätten wir sehr gern ausprobiert, nur leider haben wir es zuerst nicht gefunden und als wir es endlich entdecken hatte es zu. Wie meistens, denn es hatte die allerdämlichsten Öffnungszeiten: ... .
    Der beste und günstigste Weg wäre wieder gewesen selbst zu kochen. Da dafür aber nicht viel Zeit war, gab es drinnen meist Nudeln.

    Yucatan und vornehmlich Cancun und Playa del Carmen sind beliebte Urlaubsziele für die Amis und so sah es dort auch aus. Es gab einen Strip parallel zum Strand, auf dem sich eigentlich alles abspielte. Diese Straße war gesäumt von Läden, die teure amerikanische und europäische Waren vertrieben. Es gab Gucci, Armani, Victoria‘s Secret, unbezahlbare Uhren, Schmuck und alle anderen Accessoires, die man sich vorstellen kann und auch alle weiteren Geschäfte stellten sich auf die wohlhabende Kundschaft ein. So waren die Drinks nicht nur in den Bars und Restaurants, sondern auch in den kleinen Shops preisintensiver als woanders. Es gab einen Buchladen, der einen frechen Austausch anbot: Leave two, take one! Eine Werbetafel lud zu einem "echten Abenteuer" ein, bei dem man Tier und Natur hautnah erleben kann. Auf den Bildern sah es eher wie ein Freiluftgehege aus und ein "wildes" Tier, dem man näher kommen konnte war ein Reh, das stolz auf der Tafel präsentiert wurde. Na dann, ab ins Abenteuer! Vor einem anderen Laden konnte man sich mit Tieren fotografieren lassen, die wirklich in die Wildnis gehören. Die "Ranger" mit ihren Uniformen hielten an Ihren Leinen Papageien und Affen, aber auch ein kleines Tiger-, Löwen- und Leopardenbaby. Das machte mich jedes Mal so sauer, dass ich einmal so weit war und zu Josi sagte, dass ich die Männer fertig mache und sie sich dann die Tiere schnappt und abhaut. Aber was dann? Wo sollten sie hin? In der Wildnis könnten sie nicht überleben und aus dem nächsten Tierheim würden sie gleich wieder von den Männern abgeholt. Nachdem die sich von der verdienten Tracht Prügel erholt hatten, versteht sich. So mussten wir also weiterziehen und die armen Tiere ihrem Schicksal überlassen.
    Die vielen Geschäfte, Bars und Restaurants bildeten eine bunte Szenerie, in die wir gern eintauchten.
    Am ersten Tag zogen wir Abends gleich mit Niesi und Hannes los, um das Nachtleben auszuprobieren und St. Paddy's Day zu feiern. Wir gingen gut Essen und sahen schon vom Restaurant aus einige Leute, grün angezogen oder behangen und manche auch paarweise an ihren Beinen zusammengeklebt, denn es fand irgendwo eine Dreibeinrallye statt. Es versprach also ein lustiger Abend zu werden.
    Wir erkundeten einige Bars auf dem Strip und stellten fest, dass es in der Stadt einen kleinen Fimmel für Schaukeln zu geben scheint, denn in manchen Bars werden diese als Ersatz für Barhocker genutzt. Eine schöne und bequeme Idee, die ich gern für zu Hause mitnehme. Auf der Straße fragten wir einige Leute, wo sie die grünen Perlen herhaben und wo man am besten feiern könnte. Wir wurden von verschiedenen Menschen in die "green frog" Bar geschickt. Eine spätere Recherche ergab, dass es sich dabei um ein mexikanisches Franchise-Unternehmen handelt, mit Bars und Merchandisegeschaeften in Mexiko, der Karibik, Südamerika und den USA. Es ist also bekannt bei den Amerikanern und daher auch voll mit jungen partywilligen Teens aus den Staaten, die sich mit Drinks aus bunten 1l-Bechern vollpumpten, wild zur Bum-Bum-Musik tanzten und sich später bestimmt noch nackig machten, um Perlenketten zugeworfen zu bekommen. Ja, ganz recht, es war Springbreak und sie flippten aus. Das Perlenritual konnten wir leider nicht beobachten, denn es war ja erst 18:30 Uhr. Allerdings war die Meute bereits total ausgelassen,
    Als wir dann auch starten und uns Drinks bestellen wollten, wunderten wir uns erst einmal, dass uns das gesamte Barpersonal zwar ansah, aber ignorierte. Waren Hannes und ich etwa nicht weiblich genug? Dann fanden wir aber heraus, dass man an der kreisrunden Bar, die mitten im Saal stand, nur von einer Seite aus bestellen kann. Wir gingen also rum und bestellten. Hannes bekam die Drinks und ich bestellte gerade, als ich mal nach dem Preis fragte. Er meinte 25 Dollar und ich fragte ihn, ob er 25 Pesos meint (1,50$) und ich habe mich schon gefreut. Dann bestand er aber darauf, dass es US Dollar sind und ich konnte es nicht glauben. Ich meinte, dass ich nur 2 Bier und eine Sprite wollte, nicht 20 Bier und 10 Sprite. Ok, also kein Missverständnis, tatsächlich 25 Dollar!! Wahnsinn. Ich stornierte also und da Hannes noch nix bezahlt hatte schnappten wir uns schnell, als keiner hinsah die Mädels, die sich leider gerade erst auf den Rettungsring-Schaukeln niedergelassen hatten und verschwanden. Auf diesen Schock haben wir uns was zu trinken in einem kleinen Shop geholt und uns dann an den Strand gesetzt, nachdem wir noch etwas die Gegend erkundet haben. Das war wesentlich angenehmer, spannender und günstiger.
    Wahrend wir herumliefen kamen wir auf einen Platz zwischen der Amüsiermeile und dem Strand. In der Mitte des Platzes Stand ein großer Pfeiler um den fünf Männer in traditionellen Trachten herumtanzten. Wir waren sehr erstaunt, als die Männer plötzlich am 20-30 Meter hohen Masten heraufkletterten. Sie stiegen bis an die Spitze und vier von ihnen banden sich an Seilen fest. Der fünfte stieg ganz oben auf den Mast. Die vier festgebundenen ließen sich schließlich kopfüber herabhängen und begannen sich im Kreis um den Pfeiler zu drehen, wobei sie sich langsam immer weiter am Seil herabließen, bis sie schließlich den Boden erreichten. Während dieser Zeremonie stand der fünfte ständig auf der Spitze und spielte Flöte. Echt beeindruckend. Hinterher haben wir erfahren, dass es sich bei dem Schauspiel um den "Danza de los Voladores" (Tanz der fliegenden Männer) handelt. Bei diesem Ritual handelt es sich laut Wikipedia um "einen zeremoniellen Tanz, der seit etwa 500 Jahren von den indigenen Völkern der Olmeken und Totonaken in mehreren Orten Mexikos und Guatemalas zelebriert wird." Ursprünglich galt die Zeremonie wahrscheinlich als Bitte an die Götter, eine langanhaltende Dürre zu beenden. Wenn die Götter bei so viel Eleganz und akrobatischem Talent nicht schwach geworden
    sind, dann weiß ich auch nicht.
    An weiteren Abenden waren wir dann auch bei der Suche nach einer schönen Bar wesentlich erfolgreicher. Wir fanden eine urige Kneipe mit guter Musik, günstigem, gezapftem(!) Bier und leckeren Cocktails. Wir vertrieben uns die Zeit mit Quatschen und Kartenspielen. Wir hatten sehr viel Spaß und kamen auch gern wieder.

    Die Tage verbrachten wir meist am Strand und vorwiegend am Strand der Carmen selbst. Es war überall sehr voll. Wesentlich angenehmer war es da an den Abschnitten, die zu den Hotels und Resorts gehörten. So auch bei Denise und Hannes, die wir dann immer besuchten. Wir kauften eine große Packung Tostadas (große Chips mit 15cm Durchmesser) und alles für eine köstliche Guacamole als Mittag und hauten uns dann auf die Liegen. Wir spielten Scrabble, lösten "Black Stories" und tranken Cocktails
    Wir kamen uns schon etwas komisch vor, weil wir dort gar nicht wohnten. Besonders wenn sich wieder einmal ein Volleyballspieler für eine sehr kurze Verschnaufpause auf eine der unzähligen freien Sitzgelegenheiten setzte und sofort der Hauseigene Liegenwachmann hinter ihm stand und ihm sagte, dass er sich besser woanders niederlassen soll.

    Einen Tag verbrachten wir am Strand von Akumal, etwa 36km südlich von Playa del Carmen.
    Die Gewässer vor diesem Strand sind die Heimat und der Strand bevorzugter Eiablageplatz von Hunderten Carey-Schildkröten. Es klang also sehr vielversprechend und wir hatten viel gutes darüber gehört. Auch, dass es kostenlos sein soll. Entweder hat sich seit dem letzten Eintrag im Internet sehr viel verändert oder mindestens 12€ ist für die meisten Menschen "kostenlos". Wir kamen auf den Strand zu und am Ende der Straße, vor dem Sand stand ein Schild mit einer Karte des Gewässerabschnitts. Ein kleiner Mann stand daneben und begrüßte uns freundlich. Er erklärte uns, die Karte und dass wir uns ein kurzes Video ansehen müssten, bevor wir ins Wasser gehen. Das Video gab Informationen über die Schildkröten, das Meer und über die korrekte Art zu schnorcheln, wollte man nichts kaputt machen. Die Essenz des Videos und der Belehrungen des "Rangers" waren also, dass man nur 15m ohne weitere Ausrüstung ins Wasser darf. Darüber hinaus braucht man neben Brille, Schnorchel und Flossen auch eine Schwimmweste, damit man nicht aus Versehen in eine vertikale Position gerät und die Korallen zerstört. Natürlich hatte unser kleiner Freund eine Idee, die viiiiieeeeeel besser ist, als umständlich vom Ufer aus reinzuwatscheln, nur um dann wahrscheinlich nichts zu sehen. Er versuchte uns eine Tour zu verkaufen in der das Equipment sogar schon enthalten ist und sie kostet nur 35€! Wow! Einziges Problem: sie geht in 5 Minuten los und es ist die letzte für den Tag. Klar! Wir fragten andere Touris, die meinten es wäre kein Problem und sie hätten Schildkröten vom Ufer aus gesehen. Wir ließen es also bleiben und liehen uns nur Masken, Schnorchel, Flossen und Westen aus. Die Westen fanden wir ein bisschen albern und wenn man, so wie ich beim Schnorcheln gern mal taucht ist die echt bescheuert. Natürlich haben wir das Problem verstanden, dass sich aus den hunderten Touristen täglich für die sensiblen Lebewesen ergibt, mit denen sie schwimmen wollen. Die meisten Touristen verstehen wahrscheinlich auch nicht, wie schlecht es für die Schildkröten ist, wenn sie ständig verfolgt und ihre Korallen zerstört werden. Deshalb passten wir uns an und bezahlten für die Ausrüstung. Dass dies nur dem Zweck des Schutzes der Tiere gilt wäre allerdings wesentlich deutlicher geworden, wenn die Menschen nicht 12 Euro für das Equipment verlangt hätten. "Für den Schutz des Gebietes" meinen sie. Auch das hätte ich eher geglaubt, wenn nicht alle paar Minuten ein Boot direkt durch das Schildkrötengebiet gefahren und Touristen für noch mehr Geld zu geführten Touren weiter hinaus gebracht hätten. Es gab also noch jede Menge weiterer Touren. Der kleine Knabe war ein Lügner und wir waren froh, dass wir nicht drauf angesprungen sind.
    Wir haben dann auch einige Schildkröten und andere interessante Tiere bestaunen können. Es war ein sehr schöner Tag und wir hatten sehr viel Spaß. Leider habe ich nicht das Gefühl, dass es den Tieren, die so viele Menschen dorthin locken und glücklich machen, auch so geht.

    Wir verbrachten 5 sehr schöne Tage mit unseren lieben Freunden in Playa del Carmen und waren etwas traurig, als wir sie wieder verlassen mussten. Aber, da wir den Flug ja schon gebucht hatten, drängte die Zeit etwas und wir mussten uns wieder auf die Socken machen.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 21Mar 2014

    31 Sexuelle Nötigung einer Schildkröte 21.03.2014 Mexiko —

    Isla Mujeres, Mexiko

    Beschreibung

    Um zur Fraueninsel zu kommen muss man durch Cancun - ein Ort an dem ich nie sein wollte. Es ist der Haupttouriort der Halbinsel und heißt in Mayasprache übersetzt "Schlangennest". Nicht so verlockend, Schlangen wollte ich ja meiden. Gelockt haben uns aber: Tauchen in einem Unterwassermuseum, Walhaie, Strand und das beste Hostel Mexikos.

    Unsere geliebten Walhaie haben wir nicht das erste und letzte Mal auf der Reise verpasst. Der Strand war ok. Das Hostel und Tauchen holten aber alles wieder raus!

    Unsere 2 Tauchgänge waren unvergesslich und das aus zweierlei Gründen: unbeschreiblich tolle Unterwasserwelt mit einem Skulpturenmuseum gepaart mit unfassbar inkompetenten und ignoranten Tauchguides. Wo fange ich an? Unser Equipment wurden von den 2 Nasen vorbereitet. Das war zwar bequem, aber lieber wäre es mir gewesen es selbst zu richten. Meine Weste war letztlich so groß, dass ich unter Wasser ne Rolle hätte drin drehen können. Christian hat trotz Hinweis viel zu viele Gewichte bekommen und hatte als noch blutiger Anfänger Probleme anständig rumzuschweben. Ich hatte angemerkt, dass meine lebenswichtige Sauerstoffflasche ziemlich locker sitzt. Die Dudes meinten alles wäre ok. Unter Wasser ist sowohl mir, als auch Christian die Flasche aus der Halterung geflutscht und gen Oberfläche getrieben. Unser doofer Guide ist so nah am Boden getaucht, dass er mit seinen Schläuchen und Bändern ständig Pflanzen berührte und abriss. Der Tiefpunkt war die sexuelle Nötigung einer Schildkröte - er hat sie einfach geküsst und erwartete dafür Lob und Applaus. Nicht mal seine Nummer hat er ihr hinterlassen...Für mich kam noch die nervige Fotojagd von Christian dazu. Als Tauchbuddy sollte man immer wissen, wo der Partner ist und sich nicht weit von der Gruppe entfernen. Da Christian jede noch so winzige Alge fotografieren wollte, durfte ich jedes Mal rumeiern um den Paparazzo zu finden, einzusacken und zur Gruppe zu bringen.

    Die Unterwasserwelt war ein Traum! Das Unterwassermuseum MUSA (http://musaislamujeres.com/) beherbergt gut 500 Skulpturen, geformt nach realen Vorbildern: Menschen, Haus, VW Käfer, Stargate, Granaten, Bänker. Sie stellen ein künstliches Riff dar, Korallen wachsen auf ihnen, Fische schwirren um die Köpfe und Türen der Figuren. Eine sehr surreale Landschaft. Als wäre das nicht faszinierend genug gewesen durften wir noch 4 Schildkröten, Hummer, Nassau Zackenbarsche, Papageienfische, Feuer- und Kugelfische, Lippfische und viele weiter treffen.

    Die Tauchfahrt war von unserem Hostel organisiert - dem ältesten und vielleicht besten von ganz Mexiko: das Poc-na Hostel (http://www.pocna.com/). Wir hatten ein günstiges Doppelzimmer, inkludiertes Frühstück, es gab eine Strandbar, kostenlose Yogastunden, jeden Abend Kino und Livemusik, ein Restaurant, viele Hängematten und Spiele. Die Atmosphäre war lässig, aber wegen des großen Andrangs auch relativ geschäftig. Christian erlebte seine zweite Yogastunde und bekam vom sympathischen Lehrer sogar schon Lob.

    Vom Ort und dem Rest der Insel haben wir wenig bis gar nix gesehen. Es gab bunte Häuser, nette Restaurants, teures Eis und viele Souvenirläden. Wir haben 2 Strände besucht - einen sauberen touristischen und den nach Cancun schauenden, eher von Einheimischen besuchten, verdreckten Strand. Insgesamt hätten wir auf der Fraueninsel mehr Zeit verbringen können, aber einen Strandurlaub hatten wir bereits mit Nisi und Hannes hinter uns. Wir wollten mal wieder etwas Kultur erleben und machten uns daher auf den Weg nach Mérida.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 24Mar 2014

    32 Mérida - Balkon, Vegan, Chichen 24.03.2014 Mexiko —

    Merida, Mexiko

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 27Mar 2014

    33 Palenque - Noch eine Mayaruine und Wasserfälle 27.03.2014 Mexiko —

    Palenque, Mexiko

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 27Mar 2014

    34 San Cristóbal de Las Casas - höchst sympathisch 27.03.2014 Mexiko —

    San Cristóbal de Las Casas, Mexiko

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 31Mar 2014

    35 Oaxaca 31.03.2014 Mexiko —

    Oaxaca, Mexiko

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 04Apr 2014

    36 Cuidad de Mexico 04.04.2014 Mexiko —

    Cuauhtémoc, Mexico City, Mexiko

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 10Apr 2014

    37 kurzes Hallo und langes Schlangestehen 10.04.2014 USA —

    Chicago, USA

    Kommentare

  • 11Apr 2014

    38 Hong Kong... 11.04.2014 Hong Kong —

    Hong Kong, Hong Kong

    Kommentare

  • 12Apr 2014

    39 Nasses Bangkok - Happy Songkran! 12.04.2014 Thailand —

    Si Phraya, Bangkok, Thailand

    Beschreibung

    Nach unserem 30 Stundenflugmarathon, für den wir dank Zeitverschiebung nur 23 Stunden verloren haben, kamen wir um Mitternacht endlich in Bangkok an! Mit dem neuen Spielgeld konnten wir uns sogleich die 15minütige Taxifahrt ins Flughafenhotel leisten. 150 Baht (ca. 3 €) ist wohl der eigentliche Preis. Aus Übermüdung und Unwissenheit haben wir vernachlässigt vorab einen Preis auszuhandeln oder darauf zu bestehen, dass der Herr sein Taximeter anmacht. Letztlich dachte er er könne 400 Baht von uns verlangen, wir haben ihm aber nur 200 gegeben. Das Hotel war nicht weiter erwähnenswert. Das einzig wirklich tolle war, dass es dort so angenehm kühl war! Draußen herrschte eine schwer ertragbare Schwüle und Hitze!

    Einigermaßen ausgeschlafen sind wir gegen Mittag mit Taxi, dem Flughafenzug (holla war der schnell!) und anschließend wieder Taxi in die Innenstadt gefahren. Überrascht hat uns sehr, dass Linksverkehr herrscht und es so unglaublich viele Hochhäuser gibt! Auf dem Weg haben wir schon viele kleine Altare und beeindruckende Tempel gesehen.
    Wir waren so naiv zu glauben, dass wir zu einem der größten Feste Bangkoks noch ein nettes Zimmer in einem coolen Hostel kriegen würden, aber Pustekuchen! In Thailand war nämlich gerade Songkran, das buddhistische Neujahrsfest, das als das größte Wasserfest der Welt gilt. Zu dieser Zeit wird jeder von jedem ständig mit Wasser bespritzt oder begossen um sich von den Sünden des vergangenen Jahres rein zu waschen. Dieser Spaß lockt sowohl viele Touristen als auch Thais in die Hauptstadt. Das erste Hostel war komplett ausgebucht und empfahl uns in die Nähe des Partyviertels zu gehen, da es dort massig Unterkünfte gibt. In Ermangelung einer guten Stadtkarte sind wir etwas in der Gegend rumgeirrt, bis uns ein freundlicher Mann den Weg wies und netten Smalltalk machte. Letztlich brachte uns der Schuft aber zu einem Reisebüro bei dem natürlich erwartet wurde, dass wir gleich was buchen (wofür der achsohilfsbereite Kerl selbstverständlich eine gute Provision bekommen hätte). Der Mann hinterm Schreibtisch war sehr unfreundlich weil er natürlich merkte, dass wir nichts weiter als eine kostenlose und vernünftige Karte der Stadt wollten. Was kann er auch groß erwarten von 2 schwitzenden wandelnden Rucksäcken in zerrissenener Kleidung, die gerade aus dem Flieger gestiegen sind?! Dank der neuen Karte konnten wir den Weg finden, als uns der Schlepper aufgegabelt hat waren wir schon näher dran als vom Reisebüro aus!
    Nachdem wir einige grottige Schuhkartonzimmer abgelehnt haben sind wir im Thai-geführten Pranakorn-Guesthouse gelandet. Unspektakulär, komischer Geruch, nicht existente Rezeption, Gerümpel überall. Das Zimmer und der Preis waren aber ok. Wir waren in einer kleinen, ruhigen aber belebten Seitenstraße mit tollen, vermutlich Gringo-geführten und abendlichen Thaistraßenrestaurants. Zwei Straßen weiter tobte das wilde Partyleben in der berüchtigten Khao San Road, Bangkoks Backpackermekka. Nach unserem ersten Thaicurry in Thailand (meeeeehr bitte!) haben wir einen langen Nachmittagsschlaf genommen und sollten damit eigentlich unseren kleinen Jetlag ausgeglichen haben. Es fiel uns sehr schwer aber wir haben uns nochmal aufgerafft, sind tatsächlich vor die Tür gegangen und haben uns ins Getümmel der Partystraße gewagt. Dort haben minderjährige bis alte Thais wild getanzt und Spaß gehabt, ausländische Reisende sich versucht unterzumischen und alle haben sich mit Wasser bespritzt und begossen. Besonders fies waren diejenigen, die uns mit eisgekühltem Wasser reinwaschen wollten. Das Bier floss in Strömen, aber die Menschenströme hielten sich in einem angenehmen Rahmen. Diese erste Begegnung mit Thais war sehr schön, alle waren gut drauf und wirkten sehr frei und bunt. Da ich noch sehr platt war haben wir uns vorgenommen erst am nächsten Tag Teil der Partygesellschaft zu werden und am selbigen Abend nur noch zu essen.
    Das Thaicurry auf der Straße war überraschenderweise nicht so lecker wie jenes aus der "Snackbar" mit englischem Menü und französischem Kellner und auch nicht günstiger. Ich bestellte eine Sprite und weil es keine Cola mehr gab brachte mir der Kellner einen Eistee; witzig :-) Wir waren sehr stolz, dass wir es geschafft haben vegetarisches Essen zu bestellen und zu bekommen!
    Um die Ecke war noch eine kleine Bar auf der Straße, wo wir 2 in China lebende Engländer kennenlernten. Der eine unterrichtet Vollzeit Englisch und findet Europa langweilig weil dort nirgends so viel los ist wie hier in Asien. Dieser Langweiler! Der andere arbeitet für Kost und Logis in einer Bar und wenn ihm die Reiselust packt verdient er Geld mit Englischunterricht. Er hat während Reisen dann angeblich kein Hostel um Geld zu sparen. Seine Strategie: das wenige Gepäck gegen Gebühr in einem Hostelschließfach verstauen, die Nacht durchfeiern, am Tag für ca. 2 Euro in einem Hostel duschen und dort anschließend für 2 Stunden auf einer Couch im Gemeinschaftsraum schlafen. Offensichtlich gehören auch Drogen zu seinem Plan, denn er hatte ein blutunterlaufendes Auge von einem kleinen Kampf mit einem Dealer Schrägstrich Räuber. Der Brite wollte dessen Angebot, "kostenlose Drogen", annehmen und wurde dann beklaut bzw. bei seiner Flucht vermöbelt. Selbst schuld, er hat alles falsch gemacht: Drogen nehmen, Drogen in Thailand nehmen (Hallo Gefängnis, Hallo Todesstrafe), Drogen von einem wildfremden nehmen, kostenlose Drogen annehmen. Es ist in Thailand wohl auch nicht unwahrscheinlich, dass Polizisten höchstpersönlich hinter dieser Falle stecken und einen dann gleich mit- oder ausnehmen. Die Dummheit und Arroganz waren kaum zu ertragen und so sind wir schlafen gegangen.

    Am Sonntag haben wir einen der weniger frequentierten Floating Markets besucht, den Taling Chan. Bangkok hat zwar mehrere Stadtzüge, aber irgendwie haben die uns alle nix genützt. So mussten wir schon wieder ein Taxi nehmen :-( Der Markt war sehr spannend, aber super klein und gefloatet sind da nur ca. 5 Holzboote von denen aus gekocht wurde. Im Wasser gab es weiterhin Dutzende Katzenfische, für die man Futter kaufen konnte (bunte Elefantenpopel und Weißbrot). Weiterhin gab es: Stände, die Wasserpistolen und Haarschmuck verkauften, mehrere Essensstände, Restaurants die von den Bootsküchen aus mit Eimern versorgt wurden, einen Altar mit Mönch sowie Betende und einen Geldspendebaum, ein Orchester und einen Bootstouranbieter. Nachdem wir ein paar Flühlingslollen gegessen haben (dort das einzig vegetarische) haben wir die Bootstour mitgemacht. Zwei Stunden kosteten läppische 2 Euro. Da Songkran war wurden wir alle mit Plastiktüten und Plasteschalen ausgestattet, denn es hieß vorbeifahrende Boote und am Fluss lebende Bewohner gnadenlos nass zu machen. Diese wasserten ebenso erfolgreich zurück, sodass wir nach 5 Minuten komplett durchnässt waren. Wir schipperten an verschiedenen Attraktionen vorbei, die aber nur auf thailändisch näher erläutert wurden. An einem weiteren Floating Market, bei dem ebenso wenig gefloatet hat, machten wir eine Pause. Dort gab es einen großen Buddha, für den ich 3 Räucherstäbchen angezündet habe. Ein Mädel, das später ein Foto mit mir machen wollte lud mich auch freundlich zum Beten ein. Außerdem spielten einige Männer in Trikots ein seltsames Spiel, das lautstark kommentiert wurde. Wir haben in Mittelamerika nie zu Gesicht bekommen, wie die Mayas das Ballspiel mit dem kreativen Namen "Ball Game" (wie es heute genannt wird) spielten, aber was die Thais dort machten schien uns dem sehr ähnlich zu sein! Auf dem Rückweg machten wir noch an einem Anleger Halt, wo wir mit Weißbrot Katzenfische füttern sollten. Erfreulicherweise werden sie nicht zum Fressen gemästet da sie für guten Geist stehen, den man mit dem Brot nährt. Als wir auf den Bus warteten um nach Hause zu fahren lud uns An, die wir auf dem Boot kennenlernten, ein mit ihr Taxi zu fahren. Och menno, schon wieder Taxi :-(

    Christian war zu diesem Zeitpunkt noch in Songkranfeierlaune, was sich aber in der folgenden Stunde änderte. Das Taxi steckte wegen der Partymassen am Ende der Khao San Road fest, weswegen wir uns zu Fuß durcharbeiten mussten. Der 10 Minuten Weg kostete uns 1 Stunde Zeit und endlos viele Nerven. Das Nasswerden war nun, da wir den ganzen Tag in feuchten Klamotten rumliefen, nur noch nervig. Sich durch die dichte Menschenmenge zu zwängen wurde ein kräftezehrender Kampf. Am Ende war ich so fertig, dass ich nach einer Dusche, einem Thaicurry und einem Mai Tai um 21 Uhr eingeschlafen bin und friedlich bis 4 Uhr morgens durchgeschlafen habe. Wir standen so früh auf, weil wir abends noch beschlossen hatten Bangkok früher als geplant zu verlassen. Es war abzusehen, dass die Feierei noch ca. 2 Tage weiterging, also noch 2 Tage keine Spiegelreflexkamera benutzen, ganztägig nass gespritzt werden, anstrengende Fahrten und volle Straßen haben. Unseren gebuchten Veggiekochkurs und das Sightseeing wollen wir ein anderes Mal nachholen. Nun fuhren wir erstmal mit Bus und Fähre zur viertgrößten und vielleicht ruhigsten besiedelten Insel Thailands: Koh Kood. Dort erwarteten uns entspannte Tage mit Christians Bruder Martin, der dort gerade seinen Dive Master beendet hat.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 14Apr 2014

    40 Wie Josi einen Affen das Fürchten lehrt 14.04.2014 Thailand —

    Ko Kut, Thailand

    Beschreibung

    Videos
    Cooler Dosentrick:http://m.youtube.com/watch?v=FPStoRMeTYI
    Schräge Livemusik:http://m.youtube.com/watch?v=0uTYSOQhzYU

    Nach dem anstrengenden Bangkok freuten wir uns auf relaxte Tage auf der wenig touristischen Insel Koh Kood nahe der Grenze zu Kambodscha. Leider reichten schon die wenigen Insulaner und ein garstiger Affe aus, um uns die Insel etwas madig zu machen...

    Am Bahnhof in Bangkok lernten wir Annika und Mathias aus Köln kennen, die auch nach Koh Kood wollten. Sie fuhren allerdings in einem großen Reisebus los, unser Ticket galt leider für den winzigen Minibus. Ein buddhistischer Mönch ist auch mitgefahren, voll aufregend, dachte ich. Aber letztlich hat er sich auch verhalten, wie alle anderen Fahrgäste: Cola getrunken und mit seinem Smartphone gespielt! Die Hinfahrt war dank unseres verrückten Fahrers sehr ulkig. Er bog auf einmal in eine unbefestigte Nebenstraße ab, setzte sich eine Perücke mit langen braunen Haaren auf und fuhr zur nächsten Häuseransammlung. Dort stieg er für 2 Minuten aus, umarmte 2 völlig verdutzte Kinder herzlich und dann fuhr er wieder los. Die Perücke behielt er bis zum Schluss auf. Ab der Stadt Trat ging es mit der Fähre weiter (die auch schon wieder Princess hieß). Dort trafen wir die Kölner wieder und lernten die in Stockholm lebende Deutsche Nicole kennen.

    Auf der Insel angekommen brachten uns die zum Fährunternehmen gehörenden Taxitrucks grüppchenweise in unsere Hostels, Hotels und Resorts. Wir wurden beim Happy Days Hostel rausgelassen, das zu dem Paradise Divers-Tauchshop gehört. Wir wollten Christians Bruder Martin überraschen, der dort arbeitet um Tauchmaster zu werden. Nachdem wir unser wunderschönes und überraschend günstiges Zimmer bezogen haben, erfuhren wir leider von der leicht zickigen Hostelchefin, dass Martin am vorherigen Tag ausgecheckt hat! Sie wusste angeblich nicht wo er ist, meinte nur dass er sich verändert hätte, seit er eine neue Frau kennengelernt hat. Sie hielt es für das Beste, wenn wir nicht bleiben, da man ihn und seine Freundin dort wohl nicht mehr sehen will. Hui, was war da wohl los?! Da es kein Internet gab und wir nicht einmal wussten wer die ominöse Frau ist, sind wir zum nächsten internetanbietenden Hotel gegangen und haben gegen ein Trinkgeld ein Facebookfoto von Martin mit der vermutlichen Freundin aus Spanien runtergeladen. Der Rest war erstklassige Detektivarbeit: jeden, dem wir begegnet sind haben wir angequatscht und das Bild gezeigt. Per Anhalter sind wir ins Orts"zentrum" (einfach nur die größte Ansammlung von Gebäuden: 2 Tauchshops, 2 Restaurants, 1 Tante-Lingling-Laden, 1 Resort) gefahren. Wir haben erfahren: 1) man kennt die Frau, 2) sie hat einen Affen, 3) sie wohnt weiter weg, 4) sie arbeitet nicht mehr bei Paradise Divers, sondern bei BB Divers. Dort angekommen erkannte der dort arbeitende Damian unsere Not und wusste aufgrund der Ähnlichkeit der Brüder sofort, dass wir zu Martin wollten. Juchu! Unsere einstündige, schweißtreibende Suche zur Mittagshitze hatte ein Ende! Nach ein paar Anrufen und einer Stunde Wartezeit kam Martin mit seiner Freundin Lorena aus Spanien mit 2 Motorollern angefahren. Sie brachten uns zu dem von ihnen organisierten und ihrer Wohnung nahen Bungalow und dann entspannten und redeten wir auf ihrer Veranda. Lorena wohnte mit ihrem von einem bösen Halter freigekauften und verwaisten Affen Chock Dee in einer Bungalowsiedlung im Wald, Martin ist vor einem Tag dort eingezogen. Beide arbeiteten bei den Paradise Divers, aufgrund von Streitigkeiten mit dem Chef haben aber beide zu unterschiedlichen Zeitpunkten dort aufgehört. Teilweise schien es dort ziemlich böses Blut zu geben. Dieser Konflikt war einer von mehreren Handlungssträngen in der Soap Opera, in der wir in der nächsten Woche Komparsen waren. So friedlich diese Insel zu sein scheint, wir haben sie leider auch als Konfliktherd kennengelernt. Die 3 auf der Insel befindlichen Tauchshops konkurrieren nicht nur sondern sabotieren sich teilweise (so sagt man...), Barkeeper werfen Stammgästen aus heiterem Himmel vor nie Getränkerechnungen zu zahlen und in unserem Umfeld gab es auch Probleme wegen Frauengeschichten...

    Zum Glück gab es zum Ausgleich auch schöne Erlebnisse. Lorena lieh uns ihren Motorroller namens Lolita, mit dem wir uns wieder, wie auf Ometepe, wie die coolsten Biker fühlten. Somit konnten wir auch jeden Morgen zu Martin fahren, der uns jedes Mal ein liebevolles Frühstück bereitete. Das dauerte dann meist bis Mittag. Er hat uns seine 2 Lieblingswasserfälle und zwei riesige alte Bäume gezeigt. In das Becken des einen Wasserfalles konnte man im Tarzanstil von Seilen ins erfrischende Nass springen. Die ganz Mutigen, wie die Schneider Brüder, kletterten sogar bis zur Spitze eines schräg wachsenden Baumes und jagten von dort mit einem Seil ins Wasser. Diese Leistung wurde allerdings durch die eines kleinen Jungen geschmälert, der offenbar als Artist in einen Zirkus geboren wurde. Er kletterte affengleich und blitzschnell zum Seil. Christian brauchte beim ersten Anlauf so ca. 10 Minuten. Als ihm das ins Wasser schwingen langweilig wurde hangelte er sich am Seil runter und schwang fröhlich umher.
    Bei den riesigen Bäumen legten einige Menschen für uns seltsam erscheinende Opfergaben, wie Schuhe, Schmuck und prächtige Kleider nieder. Sprite gab es auch, aber ist doch logisch: die Energie der Kohlensäure wird geopfert! Seit San Juan Chamula das normalste der Welt :-) Außerdem waren wir natürlich am Strand! Wir trafen unsere 3 Bekannten von der Fähre am Strand des Neverland Resorts wieder. Neben uns waren dort noch ca. 4 andere Gäste (und 4 doofe Kinder, die die ganze Zeit das Trampolin besetzten), was laut der Kölner im Vergleich der letzten Tage ein großer Ansturm war. Der Strand war traumhaft, so wie man sich einen thailändischen eben vorstellt. Das Wasser war unglaublich klar, aber zu unserer großen Enttäuschung verdammt warm! Wir mussten auf den Grund tauchen um kühle Strömungen zu erwischen. Mit den frisch Verliebten haben wir uns eines abends alle massieren lassen. In einem kleinen, einfachen Häuschen lagen 4 Matratzen aus, auf denen uns 4 klitzekleine Thailänderin verschiedene Massagen gaben. Christian und ich wurden für ca. 6 Euro eine Stunde auf thailändische Art gedrückt und geknetet.

    Ein wenig Hippienachtleben gab es auch auf der Insel. In der Tawan Eco Bar wird mit "warm beer, bad service", vielen Peacezeichen und Bob Marley- sowie Che-Postern geworben. Man macht sich seine Drinks selbst, sitzt gemütlich auf Bodenkissen, lauscht der schrägen Livemusik des thailändischen Besitzers und kann sich mit einem der zahlreichen zur Verfügung stehenden Instrumente gern einbringen. Ein super Barkonzept! In der Sunsetbar bedient einen die unfassbar magere Besitzerin (die nach eigenen Angaben zugenommen hat, seit sie nicht mehr raucht) auf ihrer auf dem Wasser gebauten Bar zu nerviger Elektromusik. Hier hat Martin seinen Schnorcheltest absolviert. Was das ist könnt ihr in unserem Eintrag zu Útila erfahren. Kurz gesagt: ohne, dass Martin nicht einen Liter Alkohol durch einen Schnorchel ext, während er eine Tauchbrille trägt, ist er kein Tauchmaster - auch wenn er seinen offiziellen Theorietest bestanden hat (Gratulation!).

    Nun, da er es geschafft hat, konnten wir tauchen gehen. Der geplante Wracktauchgang wurde wegen zu weniger Teilnehmer leider abgesagt, aber wir machten mit Lorena und Martin unsere bisher allerlängsten Tauchgänge von jeweils mehr als 60 Minuten bei Koh Raet und Ao Tum. Wir haben einige ziemlich coole Tiere gesehen, wie den Blaupunktrochen, Riesendrückerfisch, Foster Barrakuda, Halsbandanemonenfisch, Kupferstreifen Pinzettfisch, Elefant, Hexagon-Wabenbarsch, große Muscheln, zu viele Seeigel, Kuh, Achtbinden-Falterfisch, Husarenfisch, Pferd, lagoon damsel, surf parrotfish, pinstriped wrassel, doubletooth soldierfish...Insgesamt war die maritime Welt dort aber nicht so artenreich, wie in Mexiko und die Sicht nicht so gut. Tatsächlich haben wir 4 uns unter Wasser daher zwei Mal kurz verloren.

    Wir konnten auf Koh Kood glücklicherweise gut essen. Wie in Wassernähe so üblich wurden überall die eben noch beim schnorcheln oder tauchen bewunderten Fische und Schalentiere nun tot zum essen angeboten. Kein Wunder, dass es so wenig Fische beim Riff gab...In einem wunderhübschen Strandrestaurant und einem runtergekommenen Straßenschuppen wurden wir lecker pflanzlich bekocht (trotz der gegensätzlichen Locations zum gleichen Preis). Der Besitzer des Nudelsuppenschuppens hieß Lek und hat an seinem Tresen lauter ulkige Schilder geklebt mit Botschaften, wie "Hello! My name is Lek and I love chocolate", "frittierter Fisch" in 7 Sprachen und "Facebook + Friends = Love".

    Und nun zu dem Affen. Ihren Hintergrund habe ich ja schon erläutert. Sie lebt an einer Schnur festgebunden auf den Bäumen neben Lorenas Haus. Sie isst friedlich ihre Früchte, laust Menschen gern den Kopf und Männern auch das Bart- und Brusthaar und guckt gern einfach zu was wir schwach befellten so tun. Zu Christian war sie von Anfang an lieb, zu mir erst auch. Zärtlich an der Nase hat sie mir sogar geknabbert, was einem Kuss bei uns gleichkommt. Doch auf einmal ist sie ausgetickt und griff mich an. Vielleicht hat es sie gestört, dass man in meinen langen, zum Zopf gebundenen Haaren schlecht wühlen konnte. Sie biss mich jedenfalls, kratzte und zeigte mir ihre hübschen Zähnchen (ihr wisst, Drohgebärde). Martin meinte, weil ich neu in ihrer Gruppe war, meinte sie ihre hierarchische Stellung in selbiger gegenüber der kleinen, wenig dominanten Person behaupten zu müssen. Logisch, dass sie für ihren Machtkampf nicht den 192 Zentimeter großen und neuerdings bärtigen Christian wählte, sondern mich. Es hieß also mir Respekt zu verschaffen. Ich hab dazu eine unfaire aber dem Anlass entsprechende Methode gewählt. Da noch Songkran war habe ich Chock Dee mit der Wasserpistole verfolgt und nass gemacht wenn es ging. Sie hat es gehasst, Jane Godell würde mich vermutlich auch hassen. Aber es hat erstmal geklappt, sie hat mich wieder gelaust und friedlich auf meiner Schulter gesessen. Der Frieden hat aber nicht lange gehalten, irgendwann biss sie mich wieder. Ich ging ihr ab da an aus dem Weg, nur durch die Tür, wenn sie gerade nicht im Rahmen hing und warf ihr wenn überhaupt ganz böse Blicke zu. Obwohl sie so böse war durfte die kleine Ratte mit zu dem Wasserfall. Ich blieb ihr fern und saß allein auf der anderen Seite des Beckens. Die Wasserpistole hat sie zwar gehasst, aber von Martins Schulter ins Wasser zu hüpfen und dann zu tauchen bereitete ihr viel Freude. Aus heiterem Himmel schwamm sie dann zu meinem Stein und stand plötzlich angriffslustig vor mir. Da sie niemand so schnell wegnehmen und ich sie natürlich nicht weghauen konnte musste ich mir also in diesem Moment den nötigen Respekt erlangen, damit mich die garstige Chock Dee nicht wieder beißt. Also habe ich aus ganzer Kraft ungefähr eine Minute lang ständig "mei", thailändisch für Nein, gebrüllt, meine Zähne gefletscht und Schläge angetäuscht. Es hat geholfen, sie blieb verdutzt vor mir stehen, hat dann natürlich aber einen großen Terz gemacht als Martin sie endlich weggenommen hat. Sie, die Schneiders und auch ich selbst waren ziemlich überrascht von meinem starken Gebrüll, ich hatte danach richtig weiche Knie. Ich würde gerne behaupten, dass sie mich danach endlich in Ruhe gelassen hat, aber das stimmt leider nicht. Ich musste sie ein paar Tage später ermahnen, dass sie nix aus einem Rucksack nimmt, das passte ihr natürlich nicht. Doofes Ding.
    Wo wir schon bei an Land lebenden Tieren sind: wir haben drei Schlangen gesehen. Eine große ist auf der Straße schnell in ein Gebüsch gesprungen. Die zweite war sehr dünn, kurz und recht hübsch anzusehen. Ich bin froh, dass wir die dritte erst am vorletzten Tag gesehen haben, sonst hätte ich zu lange Panik geschoben. Es war eine ca. 1,50 Meter lange schwarze Schlange, die mit aufgerichtetem Körper (die Form als wollte man mit seinem Arm einen Schwan formen) auf der Einfahrt zu unserer Bungalowanlage lag. Die Recherche ergab, dass es sich dabei um eine thailändische Irgendwaskobra handeln könnte. :-(

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 22Apr 2014

    41 Nix los in Trat 22.04.2014 Thailand —

    Bang Phra, Thailand

    Beschreibung

    Nach einem langen Abschied von Lorena und Martin am Fährhafen sind wir wieder aufs Festland geschippert. In der küstennahen aber wenig reizvollen Stadt Trat mussten wir eine Nacht bleiben bevor wir den morgendlichen Bus nach Kambodscha nehmen konnten. Unser Zimmer im POP Guesthouse kostete nur 4,50 Euro. Allerdings haben wir das erste Mal in Asien ohne eine erfrischende, total umweltunfreundliche Klimaanlage geschlafen. In Mittelamerika brauchten wir nie eine, aber ein Ventilator half reichlich wenig bei dieser Schwüle. Wir hatten kein Interesse groß die Stadt zu besichtigen, sie war zu laut, voll und warm; aber einige notwendige Gänge führten uns doch hindurch. Wir mussten zum Beispiel Passfotos für das Kambodschavisum machen. Wir haben uns zersaust und schwitzt fotografieren lassen, auf den Fotos sah ich dann aus wie eine Puppe und Christian wie derjenige, der mich ausgestopft hat. Danke Photoshop. Im Supermarkt kauften wir Snacks für die lange Fahrt, auch asiatische wie Seetangchips. Es war aber auch möglich nur Süßigkeiten aus Deutschland zu kaufen!
    Abends haben wir uns auf die Suche gemacht nach einem Veggierestaurant mit chinesischem Fakefleisch (mock meat). Wir haben nur einen Shop gefunden, der Trockensojakram für lächerlich wenig Geld verkauft hat und mit Fahnen geschmückt war, auf denen "happy veggie, happy life" stand.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 23Apr 2014

    42 Siem Reap - Welcome to SCAMbodia 23.04.2014 Kambodscha —

    Kambodscha

    Beschreibung

    Welcome to SCAMbodia

    Vorab zur Info: das englische Wort "scam" heißt auf deutsch so viel wie Betrug, Abzocke.

    Um nach Siem Reap zu gelangen mussten wir die geschäftigste Thailand-Kambodscha-Grenze passieren. Wir haben in diversen Quellen von den vielen Touriabzocken gelesen und dass die Chance ohne verarscht zu werden nach Kambodscha zu kommen dort schwindend gering ist. Unser Hostelchef beteuerte beim Verkauf des Bustickets, dass die Fahrt "scam free" wäre. Der Minibus kam pünktlich, war klimatisiert und es gab freie Plätze für uns - Yeah! 5 Minuten vor der Grenze ging das Abzockspiel dann los, genauso wie überall beschrieben So oft wir davon lasen, genauso häufig wurde davon abgeraten es mitzuspielen. Es funktioniert so:
    1) Eine Rolle Visumaufkleber für Kambodscha besorgen oder jene fälschen.
    2) Ein Restaurant kurz vor der Grenze aufmachen (alternativ ein bestehendes nutzen) und Busfahrer bestechen, dass sie dort ihre Fahrgäste rauslassen. Einen Haufen Kambodschaner anheuern, die die folgenden Schritte durchführen.
    3) Touris an jenem Restaurant unter dem Vorwand absetzen, dass die Autos gewechselt werden müssen.
    4) Touris grüppchen- oder pärchenweise Folgendes einreden: ihr braucht ein Visum für Kambodscha, das dauert aber seeehr lange, weil so viele Menschen am Grenzübergang sind. Das kann heut 1,5 Stunden dauern. Ich kann es euch schneller besorgen.
    5) Bei Erfolg mit den ausgefüllten Papieren und Pässen in der Angry Birds-Tasche auf dem Moped wegfahren und den zahlungswilligen Kunden nach 5 Minuten das überteuerte Visum bringen.
    Das Visum kostet in Wahrheit 25 $, für diesen Expressservice musste man stolze 38 $ hinlegen. Das Blöde war nur, dass schätzungsweise 90 % aller Fahrgäste trotz unseres Hinweises den Unsinn mitgemacht haben. Die Grenzbeamten akzeptieren diese Visa auch noch, im Prinzip wird ihnen dadurch Arbeit abgenommen. Im Endeffekt führte das dazu, dass der Anschlussbus nicht auf uns wartete, sondern mit den Mehrzahlern einfach schon losfuhr. Das Visum bei den offiziellen Beamten zu holen hat letztlich gerade mal 5 Minuten gedauert, die Stempel für die Ausreise aus Thailand und Einreise in Kambodscha musste sich jeder noch holen, egal auf welche Art man sein Visum erhalten hat. Selbst von den offiziellen Grenzbeamten wurde man verarscht, aber das wussten wir auch schon. Auf ein weißes Papier schrieben sie (oder ein Kind) einfach "100 Baht". Das musste dann jeder noch zusätzlich zahlen, stand ja immerhin auf einem Blatt. Auch lächeln und Recht haben halfen nicht, wir mussten ihnen umgerechnet 2,50 Euro Taschengeld geben. Am Busbahnhof ging der Spaß weiter. Es fuhren etliche Busse und Vans nach Siem Reap, aber jeder unter einem anderen Namen. Vor Ort gab es keine Ansprechpartner und genauso wenig Informationen zu Abfahrtszeiten. Wir hatten unsere Fahrt schon komplett bezahlt, deswegen mussten wir auf einen bestimmten Bus warten. Nach einiger Wartezeit meinte ein Mann zu uns, dass unser Bus erst in 1,5 Stunden käme und für die Strecke 4 Stunden bräuchte, was hieße erst um 22 Uhr anzukommen. Er hatte natürlich eine Lösung für uns und wir die Schnauze voll. Für 12 $ pro Person fuhren wir allein mit seinem Minibus mit, da er uns versprach die Fahrt dauere nur 2 Stunden und ginge bis zu unserem Hotel. Keine Ahnung warum wir ihm glaubten, immerhin hatten uns bisher alle Kambodschaner belogen. Nach 3 Stunden kamen wir in Siem Reaps Stadtrand an, keine Spur von Rosys Guesthouse. Ein Tuktuk sollte uns kostenlos hinbringen. Der Fahrer fragte noch ganz dreist, ob wir dem Busfahrer denn kein Trinkgeld geben wollten und fuhr uns dann nur bis ins Stadtzentrum. Unser Hotel wäre zu weit weg, er wüsste nichts von unserer Abmachung mit dem Typi, wenn wir allerdings weitere Fahrten mit ihm vereinbarten dann bringe er uns kostenlos hin. Dem Idioten wollten wir keinen Cent in den Rachen werfen! Mit einem anderen Tuktuk kamen wir dann endlich an!

    Rosys Guesthouse war zwar niedlich und sympathisch, aber wir mussten nach einer Nacht wieder umziehen. Wir hatten die Bedeutung einer Klimaanlage im heißesten Monat des Jahres unterschätzt und lieber einen günstigen Schuhkarton mit Ventilator genommen. Ein Zimmer mit Aircon war dort unverschämt teuer, weswegen wir die darauffolgenden Nächte in Mr. Takeos goldenem Guesthouse verbrachten. Klimaanlage, Frühstück in der Rooftopbar und ein Aquarium mit hungrigen Putzerfischen für kostenlose Fußmassagen gab es dort zu einem anständigen Preis. Mr. Takeo sah aus wie Mitte 20, war aber vermutlich schon über 30 Jahre alt. In seiner Lobby hingen zwei riesige, unfassbar kitschige und protzige Fotos, die ihn in prunkvoller Kleidung nebst ebenso glitzern gekleideter Dame abbildeten. Er ließ ca. 8 Leute in seinem kleinen Guesthouse für sich arbeiten, wovon zumindest die Männer auf dem Boden der Lobby schliefen. Tagsüber vertrieben sie sich die Zeit mit Fernsehschauen, denn zu tun hatten bloß die Mädels im Dachterassenrestaurant. Wie so viele Männer hier im (südost-)asiatischem Raum hatte Mr. Takeo die Nägel seiner kleinen Finger lang wachsen lassen. Ein Anblick bei dem sich uns jedes Mal die Zehnägel umkrempeln.

    Die Innenstadt war nachwievor ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt. Es gab auf dem Weg, wie auch im Zentrum aber leider unzählige, gelangweilte und nervige Tuktukfahrer, die einen überall hinbringen wollten und einfach nicht nachvollziehen konnten, dass wir trotz ihrer günstigen Preise lieber liefen. Auf dem Weg lag unser oft besuchtes Lieblingsrestaurant, das Peace Cafe. Ein günstiges, wunderschönes Hippieveggierestaurant mit geilem Essen und eiskalten Lappen zur Abkühlung als Begrüßung. Ein Traum bei der unausstehlichen Hitze <3 In der kambodschanischen Küche gibt es, ähnlich wie in Thailand, viele Currygerichte (nur grünes haben wir nie bekommen). Amok, das Nationalgericht, haben wir fischfrei auch im Veggierestaurant essen können. Darüber hinaus stehen die Kambodschaner auf gegrillte Heuschrecken.
    Die Stadt an sich fanden wir nicht so berauschend; es gab zu viele Touris, die nur den Rausch suchten und Einheimische, die uns ständig ihre Rauschmittel andrehen wollten (zB Crystal Meth!!!). Neben vielen Nacht- und Tagesmärkten gab es ein paar buddhistische Tempel und die berüchtigte Pubstreet. Sie hatte mal einen kambodschanischen Namen, aber sie wird nur noch nach den dort vorherrschenden Läden benannt: Pubs und Bars. Wir waren einen Abend in einer Kneipe im Berlin-Schick, abgeranzt, vollgekritzelt, geiler Slogan, "supporting irresponsible drinking since 2004". Ansonsten ging uns die Gegend zu sehr auf die Nerven, zu oft musste man betrunkenen Touristen oder aufdringlichen Verkäufern ausweichen.

    Aber wir waren ja auch nicht wegen der vollen Straßen da, sondern wegen Angkor Wat: das omnipräsente Nationalsymbol Kambodschas, zu sehen auf der Flagge, Bierflaschen und Geldscheinen. Angkor Wat ist der Name des größten Sakralgebäudes der Welt und das bekannteste und fotogenste Bauwerk der weltweit größten Tempelanlage, der archäologische Park Angkor. Es galt einige Vorbereitungen zu treffen: Ich kaufte mir so eine bunte Schlabberhose, die man an fast jedem Reisenden weltweit sieht. Die Verkäuferin bewarb sie als "kambodschanische Hose", konnte mir das aber nicht genauer erklären. Ich brauchte jedenfalls angeblich so eine, weil die Kambodschaner sehr konservativ sind und Frauen vor allem in Tempeln lieber möglichst verhüllt sehen. Letztlich lief jeder so rum wie er wollte und ich krempelte mir ganz rebellisch die Hose hoch. Zum Schutz vor der gnadenlosen Sonne holte sich Christian ein traditionelles kambodschanisches Tuch und ich mir ein olles Touricappi mit Kambodschaflagge. Wir kauften uns auch den Shoestring Lonely Planet für Südostasien auf einem Markt. Für den unschlagbaren Preis von 13 Dollar (gegenüber 30 Dollar Normalpreis) bekamen wir eine nagelneue, eingeschweißte, vollständig kopierte Version des Originals, noch mit einigen Notizen des ehrlichen aber vermutlich schusseligen Käufers.
    Da wir zur heißesten Zeit des Jahres auf dem südostasiatischem Festland waren entschieden wir uns zugunsten des Tuktuks gegen die günstigere Variante das Gebiet mit dem Fahrrad zu erkunden. Gute Entscheidung! Um 5 Uhr morgens gab uns Mr. Takeo unser Frühstück to go und an seinen Tuktukfahrer Zopa über. Er konnte kaum englisch, aber es reichte. An einem Ticketschalter wurden Fotos für unser Tagesticket geschossen. Zuerst fuhren wir zu Angkor Wat. Laut Lonely Planet ist der Anblick nur weniger anderer Bauwerke so faszinierend, wie Macchu Picchu und Petra. Wir waren zwar nicht unter- aber auch nicht überwältigt. Wir haben es uns beide größer vorgestellt und gehofft, dass weitaus weniger Touristen so früh aufstehen, um den Sonnenaufgang hinter Angkor zu sehen. Nichtsdestotrotz ist es ein wunderschönes und beeindruckendes Bauwerk! Innen gab es viele Buddhastatuen, die von Einheimischen geschmückt, umsorgt und als ihre Einnahmequelle genutzt werden. Gegen eine kleine Spende, die Christian verweigerte zu zahlen, durfte man unter Anleitung ein Räuchestäbchen zünden. Wir sind ca. 1 Stunde in und um die heiligen Gemäuer rumspaziert bevor es zum nächsten Tempel ging. Wir wären sehr gern noch auf einen der Türme geklettert. Sie öffneten aber erst ca. 40 Minuten nachdem wir weiterwollten. Lange Wartezeiten bedeuteten allerdings immer weiter in die unerträglich heiße Mittagszeit zu kommen, in der man eigentlich nur in einem klimatisierten Raum überleben kann. Anders geht es den Einheimischen, denen es keine Probleme bereitet bei 40 Grad mit langen Sachen herumzulaufen!
    Während einer kurzen Tuktukfahrt sahen wir unsere ersten asiatischen Elefanten auf südostasiatischem Boden (leider nicht wild, sondern als Transportmittel missbraucht) und das mit Elefantenstatuen gesäumte Südeingangstor zu Angkor Thom, die Königshauptstadt des Angkor-Imperiums. Dort besichtigten wir mit schätzungsweise 2 Busladungen chinesischer Touristen den wunderschönen Bayontempel. Der hat 37 Türmchen mit je 4 markanten, meterhohen Steingesichtern. Nach einem kurzen und überflüssigen Halt bei der 350 Meter langen aber langweiligen Elefantenterasse fuhr uns Zopa zum Ta Keo-Tempel. Sein Glanz war leider durch Baugerüste versteckt. Weiter ging es zum nächsten und letzten Highlight: der u.a. durch den schlechten Film Tomb Raider bekannte Tempel Ta Prohm. Was diese Anlage so besonders macht sind die Jahrhunderte alten Bäume, die auf, an und zwischen den steinalten Steinmauern wachsen und sich langsam ihr Gebiet zurückeroberten. Als europäische Entdecker Angkor Wat erstmals fanden sah die Mehrheit der Tempel so aus. Man entschied zum Glück den 1186 gebauten Ta Prohm-Tempel weitgehend der Natur zu überlassen, kürzlich mussten jedoch einige Bäume zum Schutz des Gebäudes gefällt werden. Zuletzt besichtigten wir fast allein das einstige Kloster Banteay Kdei. Es liegt am Wasserreservoir Sra Srang, das aber im April fest vollständig ausgetrocknet war. Wir waren selbst überrascht wie schnell wir die kleine Angkor-Runde absolviert hatten, denn gegen Mittag waren wir wieder im Guesthouse. Die Hitze hat uns getrieben, aber 5 Tempel reichen auch für einen Tag...Wir machten dann wie so oft, eine ausgedehnte Siesta in unserem klimatisierten Zimmer.

    Siem Reap liegt ganz in der Nähe des Tonlé Sap-Sees. Es ist der größte Süßwassersee Südostasiens, zumindest in der Regensaison, wenn er 12.000 Quadratkilometer groß und bis zu 12 Meter tief ist. In der Trockenzeit schrumpft er auf 250 Quadratkilometer Fläche und 1,50 Meter Tiefe. Er soll wunderschön und fischreich sein, davon konnte man nur leider wenig sehen weil das Wasser die Farbe von Ovomaltine hatte. Aber man besucht den See auch nicht wegen seiner verborgenen Schönheit sondern wegen seiner menschlichen Bewohner. Aber eins nach dem anderen. Die Recherche ergab, dass eine eigenständige Tour mit Boot und Taxi zu den Dörfern auf (ja!) und an dem See ungefähr das doppelte gegenüber dem Preis für eine organisierte Tour gekostet hätte. Als laufender, weißer Geldautomat würde man nämlich genötigt werden überteuerte Säcke Reis für die Gemeinde zu kaufen und Schulen großzügig Geld zu spenden. Wir entschieden uns also für die normale Touritour auf dem größten Boot des Sees (damit haben sie wirklich geworben als wäre es der Traum eines jeden Reisenden). Erfreulicherweise waren wir nur mit 2 Bestagern aus Australien und einem Guide im Auto und auf der Nussschale; nur zum Essen ging es auf das für 1,50 Meter Wasserstand zu große Tanaboot. Wir fuhren dem Siem Reap-Fluss folgend aus der Stadt raus, vorbei an Stelzendörfern. Die Bewohner bauen ihre einfachen Hütten auf hohen Stelzen, um in der Regensaison vor dem steigenden Wasser geschützt zu sein. In der Trockenzeit müssen sie oftmals ihre Häuser versetzen. Dann machten wir einen überraschenden Halt bei einem Lotusblumenfeld. Sie wachsen wie Seerosen (weil es vermutlich welche sind?), nach dem Absterben der wunderschönen Blüte werden die Stengel entweder gebündelt verkauft oder aus ihnen werden die bohnenartigen Samen herausgeprügelt. Diese kann man essen. Geschmack: solala. Wir mussten an den niedlichen Kindern vorbei die uns Weißbroten Lotus verkaufen wollten und fuhren dann zum Bootsanleger. Dort waren Scharen von Bustouristen, aber zum Glück hatten wir 4 unser eigenes kleines Boot mit Guide, minderjährigem Kapitän und behinderten Matrosen. Wir knatterten mit ca. 10 Stundenkilometer 20 Minuten an Fischern und Baustellen vorbei bevor wir das schwimmende Dorf Chong Khneas erreichten. Laut unserem Ticket leben dort 1.115 Familien in Hausbooten. Sie leben vom Fischfang und haben sogar schwimmende Supermärkte und Schulen. Um dort mietfrei zu leben muss man entweder 2.000 US-Dollar für ein Boot zahlen oder es selbst bauen. Zum Zeitvertreib schauen sie TV oder schaukeln in Hängematten rum. Wir besuchten noch eine blöde Krokodil- und Fischfarm und eine vietnamesische Schule. Die Klassenzimmer waren zu den Seiten offen, sodass die Schüler ankommende Besucher mit einem synchronen Hello begrüßen konnten. Es gab einige winzige Küche nebst Sport- und Spielbereich, in dem Mädchen akrobatische Springseilübungen machten. Sie haben montags bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr Unterricht (mit langer Mittagspause) und kommen samstags zum spielen in die Schule. Leider lernen sie weder englisch noch kambodschanisch, sodass die Verständigung im Dorf schwierig ist. Zum Mittag waren wir allein auf dem Tanaboot essen und fuhren danach wieder zum Hafen. Dort drängelte der Matrose auf ein Trinkgeld und eine Frau wollte uns unsagbar hässliche Teller verkaufen, auf die sie heimlich gemachte Fotos von uns druckten. Wir hätten unseren Eltern liebend gern dieses individuelle Souvenir mitgebracht, aber nicht für freche 10 Dollar pro Plasteteller.

    An unserem letzten Tag in Siem Reap unternahmen wir einen Fahrradausflug entlang der Stelzendörfer, die wir schon bei unserem Tourausflug vom Bus aus beobachtet hatten. Hier und da machten wir einen Fotostop um euphorische Kinder, Pferdekarren mit meterhohen Heuladungen, privat geführte Schnapsflaschen"tankstellen", rustikale Holzhütten und Neujahrsdekoration abzulichten. Wir cruisten auch durch 2 Tempelanlagen. In der einen wurde offensichtlich Kinderarbeit betrieben; unter Aufsicht eines Mönches schaufelten ca. 6 Kinder Sand in Schubkarren und transportierten diese weg.

    Nach 6 Tagen verließen wir Siem Reap Richtung Hauptstadt mit dem guten Gefühl, eines der 7 neuen Weltwunder erlebt, ein wenig in das Leben der Einheimischen fernab der Touripfade geblickt, etwas entspannt zu haben und auf keine weiteren Abzocken reingefallen zu sein.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 28Apr 2014

    43 Perle Phnom Penh 28.04.2014 Kambodscha —

    Khan Mean Chey, PP, Kambodscha

    Beschreibung

    Laut Lonely Planet ist Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh das Asien, das viele suchen und war einst die Perle Asiens. Wir waren also sehr gespannt!
    Die Busfahrt endete dort, wo das Feilschen mit den vielen Tuktukfahrern begann. Für einen völlig überzogenen Preis wurden wir in eine Gegend mit günstigen Guesthouses gebracht. Nach einem anstrengenden Preisleistungsvergleich entschieden wir uns für das kleine Narins Guesthouse, wo wir ein hübsches hotelartiges Zimmer bezogen. Vom Terrassenrestaurant konnte man das Treiben auf der Straße betrachten oder den ganzen Stolz des Besitzers bestaunen: ein überraschend schönes und großes Aquarium mit u.a. Seesternen, echten Korallen, Garnelen, Schnecken und natürlich Fischen.

    Kambodschaner haben in den 70er Jahren eine unfassbar grausame Zeit durchleben müssen. Mit der Übernahme der Hauptstadt 1975 haben die Roten Khmer eine der größten und brutalsten Umstrukturierung einer Gesellschaft unternommen. Ziel war es, das Land in eine von Kleinbauern dominierte Agrarkooperative zu verwandeln. Dazu wurde innerhalb weniger Tage die gesamte Stadtbevölkerung von 2 Millionen Menschen gezwungen aufs Land zu gehen und 12 bis 15 Stunden täglich auf dem Feld zu arbeiten. Zu essen gab es nicht mehr als wässrigen Reisbrei. Intellektuelle passten nicht in das Bild des Kambodschas, das der Anführer Pol Pot malte. Er hat selbst in Paris studiert, löschte in seinem Heimatland die gebildete Schicht aber aus. Sanfte Hände zu haben oder eine Brille zu tragen oder gar eine fremde Sprache zu sprechen waren hinreichende Gründe getötet zu werden. Einige Schauplätze der schaurigen und grausamen Zeiten kann man in Phnom Penh besichtigen. Wir waren im Tuol Sleng Museum und auf den sogenannten Killing Fields. Tuol Sleng war eine Schule mitten in der Innenstadt, bis Pol Pots Rote Khmer die Klassenzimmer 1975 in Folterkammern und Gefängniszellen umwandelte. Die Schule hieß fortan S21 und diente der unwürdigen Verwahrung von ca. 17.000 Kambodschanern, die in den Augen der Roten Khmer Spitzel, Agenten oder andere Verräter waren. Sie wurden unter Folter verhört und letztlich ermordet. Zu Spitzenzeiten wurde in S21 täglich 100 Menschen getötet. Von allen Inhaftierten wurde bei der Ankunft ein Foto geschossen. In dem Museum waren hunderte davon ausgestellt. Zu meinem Schrecken wurden auch Fotos einzelner totgeprügelter Menschen gezeigt. Außerdem konnte man die erhaltenen Zellen betreten und die Folterwerkzeuge sowie ihren Einsatz auf Bildern sehen. Wie der Name es schon erahnen lässt war der Besuch der Killing Fields noch erschütternder. Diese Gedenkstätte der Massengräber liegt einige Kilometer außerhalb der Stadt. Der Weg dorthin war sehr spannend: hinter Wellblechhäusern breiteten sich grüne Reisterassen und leere Wüsten aus, Leute gingen ihrem täglichen Leben im Pyjama nach, Mopeds transportieren Warenmengen, für die man bei uns einen Transporter bräuchte und widerliche Gerüche bissen sich in unsere Nasen. Choeung Ek war der Ort, an dem die meisten der 17.000 Häftlinge von Tuol Sleng getötet wurden. Da Kugeln zu kostbar waren, töteten die Roten Khmer ihre Landsleute mit Werkzeugen, Knüppeln oder übergossen sie in Massengräbern mit tödlicher Säure. Ein Baum wurde benutzt um mit einer der simpelsten und grausamsten Methoden sogar Babys und Kleinkinder zu töten. Heute ist die Gedenkstätte ein ruhiger Ort den man mit einem Audioguide durchquert. Kuhlen in der Landschaft und vom Regen freigespülte Kleidungsstücke und Knochen zeigen wo sich die Massengräber befinden. Es wurde beschlossen die Gebeine der Totenruhe wegen nicht auszugraben. 8000 Totenschädel wurden allerdings benutzt um die Glassäule in der Gedenkstupa zu füllen. Schätzungen zufolge starben unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer 1,4 bis 2,2 Millionen Menschen; ungefähr die Hälfte durch Exekution, die andere durch Nahrungsmangel oder Krankheiten. Interessant und erschreckend ist, dass das Regime von der UN selbst nach ihrem gewaltsamen Sturz als legitim anerkannt wurde und das Arschloch Pol Pot statt durch ein Gericht bestraft zu werden mit 70 Jahren gestorben ist oder sich umgebracht hat (man weiß es nicht so genau, aber wen kümmerts auch; Hauptsache tot). Andere führende Mitglieder der Roten Khmer haben lange abgestritten etwas von den Greueltaten gewusst zu haben. Seit 2009 läuft der Prozess für 5 Anführer des Regimes. Bisher wurde nur ein Urteil verlesen. Interessant ist auch folgender Aspekt zu dem Rote-Khmer-Tribunal:
    Dieser Prozess wird nur für Angehörige der obersten Führungsriege angestrebt, da zu viele Politiker des heutigen Kambodscha, wie z. B. der derzeitige Ministerpräsident Hun Sen, auf eine rote Vergangenheit blicken. Auch ist die Zeitspanne, die Gegenstand der Verhandlungen ist, auf die Eroberung und den Fall der Hauptstadt begrenzt, da sonst eventuell auch die USA, China, Vietnam und vielleicht sogar die Vereinten Nationen auf der Anklagebank sitzen müssten. (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer)

    Ok, jetzt muss was Gutes, Erfreuliches kommen, nix mit Tod und so. Ich hab's: es gab zu unserer Freude einige vegetarische Restaurants in Phnom Penh! Besonders interessant war ein chinesisches Restaurant in dem ich ein Soyapfeffersteak aß und Christian koreanisches Kimchi (Chinesisch war uns zu exotisch). Bei der Restaurantsuche blieben wir regelmäßig im dichten Verkehr der Hauptstadt stecken. Es gibt leider kaum Ampeln, sodass wir uns zur Überquerung einer vollen Hauptstraße an ein Auto oder Moped geheftet haben, dass ganz dreist fahrende Autos stoppte und einfach rüberfuhr. Als mal kein fahrendes Schutzschild kam standen wir eine ganze Weile wie die letzten Trottel rum, zu feige die nahenden Autos zum Stoppen zu zwingen. Ein hilfsbereiter Mann eilte herbei, nahm mich an die Hand und bereitete uns den Weg, indem er den Autos einfach zuwinkte. Eine weiterer Stolperstein bei der Suche nach einer konkreten Adresse war die Nummerierung der Häuser. Die folgt keiner Logik und wird teilweise einfach vom benachbarten Straßenblock übernommen (nach den Nummern 134, 17, 123 kommt also beim Überqueren der Straße wieder 134, 17, 123).

    Um die Sehenswürdigkeiten Phnom Penhs bei der Hitze zu besichtigen entschieden wir uns wieder für einen Tuktuktag. Unser Fahrer hieß Elvis und war einer derjenigen 5 Fahrer, die ständig vor unserem Guesthouse lungerten und uns bei jedem Gang vom Zimmer ins Restaurant eine Fahrt anboten. Das nervte zwar ziemlich, aber wir wollten seine Bemühungen und seine 4 auswendig gelernten deutschen Sätze belohnen. Der klare Vorteil an einer Fahrt im Tuktuk ist, dass einem keine Fahrten im Tuktuk mehr angeboten wurden. Ich bin ja der Meinung, dass die Tuktukfahrer in der Stadt aus diesem Grund so nervig sind, damit Leute Tuktuk fahren um nicht weiter angequatscht zu werden. Darauf haben sie sich sicher bei einem ihrer monatlichen Tuktukfahrertreffen geeignet. Tuktukfahrer, Tuktukfahrer.
    Nach den Killing Fields brachte uns Elvis jedenfalls zum Unabhängigkeitsdenkmal und zum Royal Palace. In den Palast durfte ich allerdings nicht hinein, denn ein schlichtes Tuch zur Abdeckung meiner sexy Schultern war nicht ausreichend ;-). Von außen war er auch ganz nett anzuschauen. Er ist nahe der Stelle gebaut, wo Tonle Sap und Mekong zusammenfließen - haben wir diesen Fluss also auch mal gesehen! Danach brachte uns Elvis zum Tempel Wat Ounalom. Hier wird das Haar einer Augenbraue Buddhas aufbewahrt. Wir haben das Haar zwar nicht gesehen, weil es unter einer Statue verborgen liegen soll, aber alle sind sich ziemlich sicher, dass es da ist (wie das bei Religionen nunmal so it). In diesen heiligen Wänden wurden wir für 1 Dollar gesegnet. Ob sich mein Leben dadurch von Grundauf ändert?! Vielleicht wachsen meine lichten Augenbrauen ja jetzt dichter :-)

    Nachdem wir einen ähnlichen Tempel mit dem Tuktuk umrundet haben gelangten wir zu unserem letzten Stopp. Eigentlich können uns achsotolle Märkte nicht mehr so einfach locken, aber wiederum war es erst später Nachmittag und der Markt taucht in keinem Reiseführer auf. Wir hofften auf tolle Fotomotive und ein schräges Warenangebot. Der Indoormarkt bestand aus dreierlei Ständen: billiger und gefälschter Elektrokram, Kik-Klamotten und Frisöre. Ich sammelte all meinen Mut, den Frust der letzten Wochen über meine langen, trocknen Haarstrippen und umgerechnet 80 Cent zusammen und ließ mir in dieser düsteren, dreckigen Markthalle mein Haar schneiden. Die Büschelschneidtechnik erinnerte mich daran wie ich Puppen und der mexikanische Frisör Christian die Haare schnitt. Für 1,60 Euro mehr gönnte ich mir den Luxus Locken zu bekommen. Die arme Frau, mein Stroh durchzukämmen war schon eine Qual und nach 1 Minute im Lockenstab blieben meine Haare Spaghetti-förmig. Mit viel Haarfestiger kreeirte sie in mühevoller Arbeit Locken, die der einsetzende Regen gleich wieder zerstörte :(

    Am nächsten Morgen um 5 Uhr holte uns ein Mitglied von Elvis Tuktukfahrerclub ab und brachte uns zum Flughafen. Wir konnten unseren müden Augen nicht trauen, aber unzählige Menschen trafen sich in Parks um gemeinsam Aerobic zu machen oder Power walken zu gehen. Sehr löblich! War Phnom Penh nun "das" Asien oder eine Perle? Vielleicht (es ist laut, voll und stinkig...sucht man sowas?) und eher nein.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 01May 2014

    44 Kuala Lumpur - Multikulti und so 01.05.2014 Malaysia —

    Bandar Sri Behrang, Padang Tengku, Malaysia

    Beschreibung

    Unser grober Reiseplan sah eigentlich keinen Stopp in Malaysia vor. Mehrere Gründe führten uns letztlich doch in die Hauptstadt Kuala Lumpur (oder kurz "KL", wie wir coolen Kids sagen).
    - Alle Flüge von PP nach Bali führen entweder über Singapur oder KL
    - Zwischen unserer Ankunft und dem Anschlussflug hätte eh ein Nachmittag und eine Nacht gelegen. Da bot es sich an einfach den Weiterflug um ein Paar Tage zu verschieben.
    - Malaysia ist visafrei
    - Petronas Towers

    Bei der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt blieb uns schon die Spucke weg. Soo viele Hochhäuser! Vom weiten sieht die Stadt aus wie ein vollgestecktes Nadelkissen. Und mittendrin die hübschen Petronas Türme! Am Busbahnhof angekommen mussten wir uns durch Mengen indischer Männer kämpfen um ins günstige Chinatown zu gelangen. Wir schauten uns völlig verschwitzt 3 Hostel an und entschieden uns für das günstigste (7,50 Euro fürs Doppelzimmer) da es auch noch mit einer Rooftopbar lockte. Nun ja, die Rooftopbar war einfach nur eine Rumpelkammer, die nicht offen zu sein schien. Vielleicht hätten wir für ein paar Cent mehr auch ein nicht nach Zigaretten stinkendes Zimmer, weniger triste Flure, einen Gemeinschaftsraum und ein nicht ganz so keimiges Bad bekommen. Aber im Nachhinein betrachtet war es all das wert, denn sonst hätten wir den Rumänen Vlad wohl nicht kennengelernt. Aber dazu später mehr!

    Unser Hostel war mitten in Chinatown. Nebenan füllten chinesische und malaysische Händler die Straßenmärkte der ... Wir hätten uns an vegetarischen Buffets kugelrund essen, mit lauter dicken Teddys von Mr. Bean eindecken, zum Schnäppchenpreis tätowieren, mit Designerparfüms eindieseln und Katze essen können. Die meisten skurrilen Angebote mussten wir ablehnen, aber wir kosteten chinesisches Fakefleisch (mock meat) sowie lauter süße Frühstückssnacks und ich investierte in mein neues Lieblingsshirt, das die Fratze von Mr. Bean ziert und die Fotobombe schlechthin ist. Chinatown lag auf der Route des KL Hop on Hop off-Bus. Da wir keine rechte Lust hatten so viel Energie in diesen Zwischenstopp zu stecken, ließen wir uns mit dem Bus umherfahren. Es sollte sich als gute Entscheidung herausstellen, denn es ist nicht so einfach bis unmöglich mal eben von einem zum anderen Punkt zu laufen. Die ganze Stadt ist auf verschiedenen Ebenen gebaut, Schnellstraßen, Stadtbahngleise, Parkdecks und Nebenstraßen verlaufen über- und untereinander, Fußgänger habe hier wenig zu melden. Am ersten Nachmittag blieben wir im Bus, da der Verkehr die Hölle war. Für die komplette Tour brauchten wir 3 Stunden, morgens dauert sie nur halb so lang. Wir haben einen guten Eindruck der Stadt bekommen. Sie wirkt sehr künstlich, sauber und brav. Es gibt aber auch große Grünflächen, zum Teil wilden Dschungel mitten im Zentrum, der bei der Bebauung der Stadt übrig geblieben ist. Sie dienen aber ganz klar mehr der Luftreinigung und Kühlung der Umgebung statt als Natur- und Erholungsort der Städter. Im "grünen Gürtel" gibt es künstlich geschaffene Natur in Form von Vogelpark, Orchideengarten und Streichelzoo. Die unzähligen Hochhäuser haben uns schwer beeindruckt! Wir haben ca. 7 Baustellen gesehen, auf denen neue Skyscraper entstehen. Wenn zwischen den Hochhäusern oder auf ihren spiegelnden Fassaden die Petronas Towers zum Vorschein kamen haben sich alle gefreut. Die sind aber auch hübsch und funkeln so schön! Unseren ersten Stopp machten wir am nächsten Tag in Little India. Bunte Bögen zierten die Hauptstraße in der wir indisch frühstückten. Ansonsten war dort nix los, es war zu früh und wie sich herausstellen sollte war die Gegend das touristische und nicht das echte Little India. Die Fahrt führte am königlichen Palast, dem Parlamentsgebäude, der Nationalmoschee, dem alten Bahnhof im englischen Stil, dem Fernsehturm und unzähligen Shoppingcentern vorbei. Wir hielten noch bei den Petronas Türmen und im historischen Stadtteil an, der durch eine große christliche Kirche besticht. Wir waren letztlich nicht auf den Türmen drauf, denn das war zum Einen unverschämt teuer und zum anderen waren die Tickets wohl schon früh am Morgen ausverkauft. Auch die günstigere Alternative den Fernsehturm zu besteigen und von dort sogar die Türme zu sehen war uns zu happig. Auch vom Vorplatz aus hatten wir einen tollen Blick! Am Abend konnten wir ein hübsches, zu Musik synchronisiertes Wasserspiel bei den Türmen genießen und haben festgestellt, dass sich im Inneren des Eingangsgebäudes ein großes Luxusshoppingcenter verbirgt.

    Auf Empfehlung von meiner Bachelorfreundin Luise machten wir einen Ausflug zu den Batu-Höhlen am Rande der Stadt. Gut gekühlte und äußerst effiziente Stadt- und Schnellzüge brachten uns dorthin. Kaugummikauen und Schmusen waren verboten. Zu der Batu-Höhle führte eine lange, steile, von Affen besiedelte Treppe. Seitlich davon stand eine riesige, imposante Statue von ... Die Aussicht auf die Stadt mit ... im Vordergrund war wunderschön und den Aufstieg schon wert. In der hohen Höhle gab es 2 kleine Tempel, lauter Malereien, kitschige und Musik spielende Bilderrahmen zu kaufen, eine Müllhalde voller alter Pappmaché-Figuren und noch mehr Affen. Ich ließ mir noch ein Hennatattoo auf meinen Arm machen und wir aßen einen Thali im indischen Veggierestaurant.

    Wir verbrachten zwar nur 2,5 Tage in KL, aber es ist uns auch gelungen ein wenig hinter die astreine, mit Goldfäden und Seide dekorierte Fassade zu blicken. In Chinatown gab es beispielsweise viele Obdachlose und auch so manche dunkle Ecke. Aus Neugier bogen wir in eine Seitengasse des Marktes ab und begegneten dann widerlichen Gerüchen, Schweineköpfen und Katzen in Käfigen neben Kochstellen... Hier und da haben wir auch kleinere und größere Graffiti gesehen. Besonders erfreulich war, dass wir auch kulturell was erlebt haben. Auf dem Weg zur Bahn liefen wir mitten in Chinatown an einem indischen Tempel entlang und schauten aufgrund der lauten Musik neugierig hinein. Da war was los! An die hundert traditionell und prunkvoll gekleidete Inder waren dort, es gab Livemusik und ein Feuer. Mit meinen kurzen Hosen blieb ich dem Geschehen fern, aber ein zahnloser Mann gab mir ein Tuch zum Umbinden und schon sah ich aus, wie eine von ihnen. Mr. Bean versteckte ich unter meinem Halstuch. Ein Mann erklärte uns was vor sich ging, aber wegen der lauten Musik verstanden wir nicht alles. Es ging um zwei Eheleute, die wohl beide 60 geworden sind und dies zum Anlass nahmen nochmal zu heiraten. Die Frau sah allerdings wesentlich jünger als der Mann...Die Leute versperrten mir frecherweise die Sicht auf das Geschehen um das Paar, sodass ich nur ein schräges Ritual sehen konnte. Dabei wurden beide mit dem Wasser begossen, das sich in geschenkten Topfpflanzen sammelte. Im Feuer wurden wohl noch Opfergaben verbrannt, es wurde viel gebetet und gesegnet. Es war ein Fest fürs Auge!

    Im Hostel lernte ich Vlad aus Rumänien kennen (ich hab's gecheckt, er hat ein Spiegelbild und war mit uns im Hellen draußen). Er kann sich nur reisen nicht leisten und fühlt sich in seiner Heimat nicht wohl, weswegen er für bestimmte Zeiten in verschiedenen Ländern arbeiten möchte. So sieht zumindest sein Plan aus, er hat gerade einen Job bei einer Bank bekommen. In Rumänien hatte er seine eigene Marketingagentur, war aber nicht so richtig glücklich damit. In KL wohnte er zur Zeit noch im Hostel und suchte eine Wohnung. Viele besichtigte Appartements waren schön und erschwinglich, aber es war seltsamerweise untersagt Besucher mitzubringen. Würde ihn zB seine Mutter besuchen, müsste er dafür einen Antrag stellen und eine Gebühr zahlen. Vlad ist ein sehr freundlicher Geselle, der sich in allen Sprachen die ihm begegnen notiert, was "Das Leben ist schön." heißt. Zu unser aller Überraschung war das auf Thai wohl nicht möglich. Vlad kennenzulernen war schon an sich toll, von seiner letzten Bekanntschaft zu erfahren machte die Sache noch interessanter. Im Hostel traf er einen alten Mann, der seit 40 (vierzig!!) Jahren reist! Er war wohl nur wegen Visakram in der Stadt, normalerweise reist er allein durch abgelegene chinesische Bergdörfer. Günstige bis kostenlose Übernachtung findet er oft bei Sikh-Tempeln. Wie er sich von einem Dollar am Tag ernährt zeigte er Vlad und dieser dann wiederum uns, zumindest das Abendbrot. Frühstück aßen sie in einer buddhistischen Gemeinde, wo jeden Morgen ein anderes Mitglied Essen mitbringt. Angestellte, Arme und Alte speisen so zusammen und herbeigelaufene Gäste sind herzlich eingeladen. Zum Abendessen liefen wir mit Vlad ca. 20 Minuten über verschiedene Ebenen der Stadt, bis wir im echten Little India waren. Zu einem indisch buddhistischen Gemeindekulturhaus gehörte ein kleines, offenes Restaurant in dem wir herzlich begrüßt wurden. Weit und breit gab es weder Touristen noch Sehenswürdigkeiten. Gegen einen selbstgewählten Spendenbetrag konnte man sich seine Thaliblechschale mit verschiedenen vegetarischen Speisen füllen. Im Anschluss fand eine kostenlose Veranstaltung im Festsaal statt. Die Woche zuvor wurde Vlad Zeuge eines zweistündigen, faszinierenden indischen Tanzes. Als wir dort waren drehte sich alles um 2 Trommler, die ihre Ausbildung beendet haben und nach diesem Konzert ihre Zertifikate feierlich empfangen sollten. In der Band waren noch 2 Sängerinnen, eine jaulende Gitarre, 2 weitere, andere Trommeln und eine Geige, die allen die Show stahl. Die Musik war für mich einzigartig, da ich so etwas noch nie gehört habe, aber die einzelnen Stücke waren wiederum schwer voneinander zu unterscheiden. Ein Lied dauerte ca. 10 Minuten, eine ziemliche Geduldsprobe. Der eigenwillige Gesang klang für meine westlichen Ohren schief und leidend. Die festlich gekleideten Kinder im Publikum holten sich von Mami oder Omi nach einer Weile Smartphones oder Tablets zum Spielen. In der Pause gab es kostenlose Süßigkeiten und Kaffee. Außerdem bekam jeder Gast ein Hochglanzheft über die beiden Trommler. Ich bekam den Eindruck die 2 wären indische Popstars, so lobend und ausschweifend wurde über sie geschrieben. Auf einzelnen Seiten berichteten ihr Guru, die Eltern, die Oma und Freunde über die 2 Brüder. So interessant es auch war, nach 2 Stunden hatten wir mehr als genug. Wir gingen mit Vlad und einer dummen Schreckschraube noch zu einer richtigen Hostelrooftopbar (allerdings ein Hostel für Guccibackpacker, denn ein Bett im Schlafsaal kostete doppelt so viel wie unser ganzes Doppelzimmer). Schreckschräubchen kommt aus Kenia, hält sich für ein Model und eine Dichterin und lässt sich ihre einjährige Weltreise von "Daddy" sponsern. Da Vlad Geburtstag hatte gab er uns und wir ihm Getränke aus und die Bar schenkte ihm (und 3 anderen die angeblich Geburtstag hatten) ein Stück Kuchen. Es gab noch witzige Karaoke von besoffenen Franzosen und Trinkspiele an Nachbartischen. Vlad hatte sich auch bei dieser Bar um einen Job beworben, aber sie lehnten ihn ab weil er weder lange Haare noch große Brüste hat.

    Nach zu wenig Schlaf kamen wir am nagelneuen LowcostTerminal von KL an. Wir haben mittlerweile gelernt kein frisches Essen mehr für Flüge mitzunehmen. Die neue Lektion ist nicht mehr so streberhaft pünktlich am Flughafen zu sein. 2 Stunden saßen wir nämlich wieder mal nur rum...

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 04May 2014

    45 Kuta - die Aussiehölle 04.05.2014 Indonesien —

    Kuta, Indonesien

    Beschreibung

    Von KL aus flogen wir mit Lion Air nach Bali. Bei einem ähnlichen Flug musste eine Lion Air-Maschine letztes Jahr auf dem Wasser notlanden (http://www.welt.de/vermischtes/article115264763/Ich-sah-Loecher-im-Boden-des-Flugzeugs.html). Da alle Passagiere überlebten waren wir zuversichtlich, denn offensichtlich wissen sie wie man sicher abstürzt. Nach einem zum Glück ereignislosen Flug landeten wir. Die Landung war spektakulär, denn der Flughafen befindet sich direkt am Wasser und das Rollfeld ragt ins Meer hinein.
    Nach dem Visakauf quatschten wir 2 Backpacker an, ob sie sich ein Taxi mit uns teilen wollten. Genauso wie wir hatten die 2 noch keine richtige Idee, wohin sie auf Bali eigentlich wollten. Der Partystrandort Kuta war nur 15 Minuten mit dem Taxi vom Flughafen entfernt und unsere erste Anlaufstelle. Mit der Französin und dem Spanier fanden wir ein nettes Hotel mit Frühstück, Pool und Balkonzimmern zu einem günstigen Preis. Nach einem Sprung in den Pool gingen wir gemeinsam auf die Suche nach einem Restaurant. Das einzige bei Happy Cow aufgeführte Veggierestaurant hat leider zu gemacht. Unweit entfernt aßen wir unser erstes Gado Gado - ein indonesisches Nationalgericht, das vegetarisch (und wenn man nicht vergisst das gekochte Ei abzubestellen sogar vegan) ist. Gado heißt "gemixt" und wenn etwas Gado Gado ist, dann ist es sehr gemixt (nach dem gleichen Prinzip: bagus = gut, bagus bagus = sehr gut). In das sehr gemischte Gericht schaffen es für gewöhnlich Bohnensprossen, Klebereis, grünes Blattgemüse und Erdnusssoße. Mit den beiden kamen wir nur schwerlich ins Gespräch. Er war wegen seines starken Akzents kaum zu verstehen und sie müde.

    Auf dem Rückweg statteten wir dem Strand einen Besuch ab. Der war vielleicht voll! Auf jeden Touristen kam geschätzt ein Local, der einem Surfstunden, Ketten, Massagen, Maniküre, Rastalocken, Strandspielzeuge und zu späterer Stunde garantiert auch diverse Drogen verkaufen wollten. Wie in vielen anderen Orten auch, wurde uns an jeder Straßenecke etwas angeboten. Besonders an den Kuta-Händlern war ihre Lethargie, die sie zum Anpreisen ihrer Angebote an den Tag legten. Wir liefen zB an einem Mann vorbei, der mit dem Rücken zu uns gekehrt seine Einfahrt fegte. Er fragte dann, uns immer noch abgewandt und völlig emotionslos "Yes...?...transport...". Er war keine Ausnahme. Ähnlich wurden magic mushrooms, Tücher und Motorradhelme beworben.

    Es dämmerte uns, dass wir hier nicht richtig sind. Im Hotel recherchierten wir etwas auf dem Balkon und legten fest am nächsten Morgen weiterzufahren. Unsere neuen Bekannten blieben noch, meldeten sich aber nicht mehr (ich gab ihnen meinen FBnamen, weil sie im Sommer nach Berlin ziehen). Abzuhauen war eine gute Idee, denn wie sich später herausstellte ist Kuta der Ballermann der Australier.
    Über das Hostel buchten wir die 1,5 stündige Fahrt im Shuttlebus ins Inselinnere nach Ubud. Leider waren wir die einzigen Fahrgäste. Der Fahrer stellte die üblichen Fragen und gab die üblichen Sprüche ("wi geehtz?" und "Baiern Munchen"). Bei der Fahrt hatten wir das Gefühl nie aus Kuta rausgekommen zu sein, da die Zeilen der Häuser am Straßenrand keinen Abbruch nahmen. Aber dann bog der Fahrer in einen kleinen Pfad zu einem von ihm angepriesenen kleinen Zwischenstopp ab. Viele Touristen würden dort anhalten und man könne tolle Fotos machen und "no problem" gäbe es, wie er immer sagte. Uns war klar, dass es einen Haken gab und wir waren gespannt. Es handelte sich um eine "Eco"kaffee"plantage", bei der man kostenlos Kaffee und Tee kosten könne. Am Auto wurden wir sogleich von einem jungschen Typen abgeholt, der uns durch einen kleinen Garten führte und uns Kaffee- sowie Kakaobohnen und die armen kleinen kaffeebohnenfressenden Katzen zeigte. In einem kleinen Käfig verkümmerten 2 Katzen. In ihrem Magen werden die Bohnen fermentiert und nach dem Ausscheiden sind sie dann eine Spezialität - Kackekaffee. Zu seiner Überraschung schlugen wir das Angebot aus, seinen Leidkaffee oder Tee zu kosten. Er führte uns zum Parkplatz und meinte hier müssten wir jetzt warten. Vielleicht hatte er noch Hoffnung wir würden ihm den überteuerten und neu verpackten Kaffee abkaufen, aber wir fuhren schnurrstracks wieder los. Nun wussten wir zumindest, dass unser "no problem"-Fahrer ein Idiot ist. Kurz vor Ubud erklärte er, die Fahrt (die übrigens 3,80 Euro pro Person kostete) würde nur bis zum Stadtrand gehen, aber no problem, er könne uns zu unserem Hotel fahren. Die örtlichen Taxis wären überteuert, sein Service kostet nur 3,80 Euro! Er schien uns also für sehr dämlich zu halten, wenn er dachte wir zahlen für eine 3 Minutenfahrt nochmal so viel wie für 1,5 Stunden. Natürlich hatte er auch einen Freund, der ein Hotel hat wo er uns hinbringen könne. Wir haben auf seine null problemo-Services verzichtet und uns selbst durchgeschlagen.

    Kommentare

  • 05May 2014

    46 Ubud - schöne Natur, pure Kultur 05.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Beschreibung

    Von der Partystadt Kuta flohen wir in das ruhige Ubud. Ubud ist letztlich nur ein kleines Dorf, an dem über 10 weitere Dörfer kleben. Zusammen bilden sie sozusagen die "Metropol"region Ubud. Einige der benachbarten Orte haben auch ein paar Sehenswürdigkeiten und Tempel, aber der Kern des Geschehens ist Ubud Dorf. Hier gibt es einen mit Affen gefüllten Wald, ein paar Tempel, einen Markt auf dem Mann Holzpenisse für jeden Verwendungszweck erstehen kann, einige Yoga- und Meditationszentren um seine innere Ruhe zu finden und unzählige Restaurants, darunter auch ein paar exzellente Veggies.
    Einst war es eine Stätte der Ruhe und Entspannung, Magnet für ein paar Yogis und Esoteriker. Dann kam Julia Roberts und turtelte im Liebesteil von Eat Pray Love als mit einem brasilianischen Geschäftsmann in Ubud rum. Nun hat der Ort zwei Gesichter. Vormittags strömen hunderte Tagesgäste in die 3 Hauptstraßen auf der Suche nach Schnipseln aus dem Film. Unzählige Restaurants, Guesthouses, Taxifahrer und Verkäufer buhlen um ihre Gunst. Ein Gang entlang der Straßen wird schwer erträglich, ständig muss man Mopeds ausweichen und Angebote überhören. Vielleicht kam es uns durch diese physische Trubelkonzentration auf 3 Straßen nicht so ruhig wie erhofft vor. Am Abend ist die Gegend wie ausgewechselt. Die Tagestouristen feiern Strandpartys und übrig bleiben nur wenige hier gebliebene Yogis, Esoteriker und Backpacker. Gähnende Leere in den Straßen, Langeweile in den Restaurants, Trübsal bei den Taxifahrern. Diese halten dann nur noch Schilder hoch auf denen überraschenderweise "Taxi" oder "Transport" steht. Es gibt aber auch ein paar kreative, die eine kostenlose Umarmung versprachen oder der hübscheste Fahrer zu sein. Christian, müde wegen der ganzen Absagen, die er verteilen musste (weil alles, was nicht gerade wie Schmuck oder Massage Frau schreit, mal wieder ausschließlich dem Mann angeboten wurde), überlegte aus Faulheit ein Schild mit "no" hochzuhalten, war dann aber zu faul es zu basteln.

    Untergekommen sind wir in Karis niedlichem Guesthouse. Der dauergrinsende Kari war eigentlich nie da, er arbeitete zusätzlich in einem anderen Guesthouse und als Musiker. Wir trafen den ganzen Tag nur auf seine liebe Frau, die uns köstliches balinesisches Frühstück bereitete und den lieben langen Tag Körbchen aus Palmenblättern bastelte und mit Opfergaben füllte. Ich versuchte mich auch mal am Basteln, scheiterte aber kläglich. Indonesien ist zwar ein muslimisches Land, aber auf Bali dominiert der Hinduismus, der wiederum animistische Züge hat. Fast jeder Haushalt hat einen kleinen Familientempel zum Beten. Die Eingangsbereiche dieser Grundstücke erweckten in der Tat den Eindruck man betrete einen öffentlichen Hindutempel. Unsere Guesthousemama füllt die Körbchen mit Blüten und verschiedenen Nahrungsmitteln, wie Reis, Eier, Kekse, Früchte oder Fleisch. Einen Teil davon verkauft sie bei Messen und den anderen verteilt sie überall auf dem Grundstück und auf der Straße. Jeden Morgen lag auf unserem Motorroller ein Minikörbchen mit Reis und Fleisch. Übrig gebliebenes Gebäck und Obst hat sie uns geschenkt. Die bunt gefüllten und manchmal auch durch Räucherstäbchen begleitete Körbe kann man überall auf Bali finden, teilweise auch mit ulkigen Opfergaben, wie Zigaretten oder Tütchen mit Soße drin. Am nächsten Tag werden die alten Körbe einfach in den Abwassergraben geworfen und irgendwann verbrannt. Was optisch schön anzusehen ist, ist eigentlich eine Verschwendung von Lebensmitteln. Den Balinesen scheint es also gut zu gehen.

    Eine weitere balinesische Besonderheit sind die traditionellen Tänze. Wir wollten gern zum bekanntesten Kecak-Tanz, der musikalisch nur durch einen Männerchor begleitet und oft mit einen Feuertanz beendet wird. Da Kari aber Flöte bei einer anderen Tanzgruppe spielte und anbot uns mit seinem Moped hinzubringen gingen wir in den Ubudpalast zum Legong. Kari trug ein typisches balinesisches Outfit mit Rock, Hemd und Kopftuch, sehr schniecke! Legong wird von doll geschminkten, jungen Frauen in wunderschönen, traditionellen Kleidern und mit imposantem Kopfschmuck getanzt. Sie machen schnelle, komische Verbiegungen mit Händen und Füßen und verändern ihre ausdrucksstarke Mimik permanent. Zum Ende hin tauchten auch ein junger und ein alter Mann auf, aber die Story dahinter haben wir natürlich nicht verstanden. Am tollsten war die Musik! Christian beschreibt sie so: die Töne schwirrten durch die Nacht, wie der Kolibri vor einer Blume und tropften in unsere Ohren wie süßer Nektar. Aber hört und seht selbst: http://youtu.be/PAxj-gJjtSs

    Für unsere Ausflüge ins malerische Umland liehen wir uns einen Motorroller aus. Wir fuhren an grünen, weiten Reisfeldern vorbei und durch eines auch hindurch, auf der vergeblichen Suche nach den angeblich zweitschönsten Balis. An einem anderen Tag stand die Nummer 1 auf unserem Plan, die Reisfelder von Jatiluwih. Wir hätten sie auch im Rahmen einer organisierten Tour besuchen können, aber die 2stündige Motorrollerfahrt versprach nicht nur Muskelkater im Allerwertesten, sondern auch spannende Einblicke in Land und Leute. Aus 2 wurden 3 Stunden, denn wegen der schlechten Beschilderung verfuhren wir uns ständig. Endlich angekommen mussten wir erstmal ein Eintrittsticket für das Dorf lösen. Eintritt für einen Ort= typisch Bali. Die Jahrhunderte alten Reisterassen waren wegen ihrer schieren Größe sehr beeindruckend. Was einem jedoch eigentlich die Sprache verschlagen soll ist der unfassbar tiefe Grünton der Pflanzen. Dafür waren wir jedoch zur falschen Zeit dort, denn die Gewächse trugen schon gelbe Ähren. Wir knatterten eine ganze Weile in den Feldern umher bevor wir uns zu unserer nächsten Station aufmachten (http://youtu.be/XcvdkEUDz4Q). Eigentlich wollten wir zum Fuße des Berges Batukau um den dortigen Tempel zu besichtigen. Der Weg war alles andere als geeignet für unseren kleinen Scooter und letztlich auch noch der falsche. Wir landeten ganz woanders, konnten dort aber kurz an den Vorbereitungen zu einer Veranstaltung in einem Tempel teilhaben. Die schöne Kolibrimusik wurde angestimmt, aber ich konnte sie nicht genießen. Als einzige weißen Touristen weit und breit wurden wir natürlich über alles mögliche befragt. Die Frau sprach gut englisch und ich hätte mich gern länger mit ihr unterhalten, aber ihre eigentliche Intention wurde deutlich als sie mir anbot mich massieren zu lassen oder in ihrem Restaurant zu speisen. Wir zogen weiter zur Südküste zum Wassertempel Tanah Lot, der auf einem im Meer befindlichen Felsen gebaut wurde. Der war zwar schön und in einer sagenhaften Landschaft eingebunden, der Eindruck litt aber sehr unter den lauten Touristenmassen. Am späten Nachmittag zu kommen ist wohl die schlechteste Zeit überhaupt. Es liefen Fotografen rum, die einen Canon-Sofortdrucker dabeihatten und furchtbar kitschige bis völlig unangepasste Bilder von Touris schossen.

    Das Ziel unseres letzten Tages als Biker war das Tal von Kintamani am See und Berg Batur. Wegen eines Polizisten und unserer Unwissenheit und Feigheit blieben wir jedoch am Rande des Tals stecken. Auf dem Weg nach Kintamani fuhren wir an lauter Läden mit massig unfertigen Holzfiguren vorbei und beschlossen keines der hübschen Souvenire aus Baum zu kaufen. Ein Mann ruft uns irgendwas mit Polizei zu. Pah, als ob wir ihn für einen Polizisten halten und anhalten, für wie doof hält der uns?! 5 Minuten später steht eine Polizeikontrolle auf der Straße. Wir werden natürlich angehalten und können keinen internationalen Führerschein vorweisen. Was folgte war eine der miesesten, je gesehenen Schauspielleistung. Oh je oh je, das ist nicht erlaubt, das kostet Strafe. Mhh, was kann ich für dich machen, mein Freund? Na kommt mal mit hinters Auto. Er zeigte uns irgendwelche auf Papier gedruckten Zahlen die indonesische Erklärungen hatten. Es hätte auch ein Einkaufszettel sein können. Eigentlich hätten wir jedenfalls 500.000 Rupiah zahlen müssen, aber nach 1 Sekunde intensiver Überlegungen schlug er vor 300.000 Rupiah zu bekommen, die er sich schnell in seine Hosentasche steckte. Wir bekamen natürlich keinen Zahlungsbeleg, aber wir durften weiterfahren und er lasse uns auf dem Rückweg durch. In Kintamani mussten wir natürlich wieder Eintritt zahlen, wurden aber sogleich mit einem tollen Ausblick belohnt. Ein Mann auf einem Moped hielt neben uns an. Er zeigte uns zuerst ein Buch, in das auf deutsch irgendein Stefan schrieb was er doch für eine tolles Souvenir von ihm gekauft hat. Dann sollten wir seine angeblich selbstgemalten Bilder ansehen und ihm was abkaufen. Als wir das nicht taten wurde er pissig und fuhr so plötzlich davon wie er auftauchte. Super Geschäftsmann! Auf den Serpentinen hinunter zum See stockte der Verkehr und wurde von einem Polizisten geregelt. Wir hielten es nicht für unwahrscheinlich, dass dem Polizisten die Idee kommen könnte uns nach dem Führerschein zu fragen, wenn wir wegen des Staus 10 Minuten neben ihm stehen mussten. Wir haben die tolle Aussicht auf die grüne Landschaft dann lieber aus sicherer Entfernung vom Balkon eines kleinen Restaurants genossen (http://youtu.be/g2pqKmVzRqQ). Auf dem Rückweg kauften wir uns noch seltsames Obst und wurden vom bestechlichen Polizisten freundlich durchgewunken.

    In Ubuds näherer Umgebung besuchten wir den legendären, heiligen Monkey Forrest und das Vogeldorf Petulu. Der Besuch des mit furchtlosen, neugierigen Affen gefüllten "Waldes" war für mich nach meiner unerfreulichen Begegnung mit Chock Dee aus Thailand eine echte Herausforderung. Ich bin ihnen ferngeblieben und glücklicherweise ohne Angriff oder gar Diebstahl davongekommen! Ein Äffchen schmückte sich mit einem schicken Touristrohhut...Außer Affen gibt es in dem Park noch ein paar kleine und einen großen Tempel. Wir haben jetzt im Nachhinein mitbekommen, dass derartige Parks für die heiligen Affen keine Seltenheit sind, auf Bali und Lombok gibt es jeweils mindestens einen weiteren. Eines Abends fuhren wir zur Dämmerung ins Dorf Petulu um die Ankunft von tausenden weißen Reihern zu beobachten. Wer meint, dass das langweilig klingt hat Recht. Wir lösten wieder ein Eintrittsticket fürs Dorf und wurden dann von Einheimischen eingeladen auf ein Baustellenhaus zu klettern. Dort erzählte uns ein lieber Mann alles mögliche zu den Vögeln und war jedes Mal ganz hibbelig, wenn wieder ein Schwarm ankam. Letztlich kamen die tausenden Reiher nämlich nicht als beeindruckender großer Schwarm an, sondern in kleinen Gruppen von ca. 10 Vögeln. Sie landeten auch nicht auf einem idyllischen, freien Feld mit dem violetten Sonnenuntergang im Hintergrund sondern auf vollgeschissenen Bäumen. Das Dorfleben war letztlich viel spannender als die Vögel. Die Frauen kehrten gerade von der Arbeit auf den angrenzenden Reisfeldern zurück und schütteten den Reis aus. Währenddessen amüsierten sich die Männer beim Hahnenkampf! Ich fragte den freundlichen Vogelmann, ob sie bis zum Tode kämpfen und freute mich über ein Nein als Antwort. Ok, vielleicht vertreiben sich Hähne so etwas Zeit, Menschen boxen ja auch zum Spaß. Aber die Kämpfe die wir dort missbilligend zur Kenntnis nahmen sind wohl Trainings für anstehende Turnierkämpfe :-(

    Ubud ist alles andere als ein Partyort, aber es gibt trotzdemein paar nette Bars. Gefühlt gab es jeden Abend in der Hälfte der Bars Livemusik mit immer den gleichen, wenn auch guten Coverversionen der besten Hits von Oasis, Bob Marley und Nirvana. Eines Abends wurden wir von einer Bar magisch angezogen, die einen 50er Oldtimer vor der Tür stehen hatte, Salsamusik spielte und ein großes Che-Wandbild zierte: ganz richtig, wir befanden uns in einer balinesischen Havanna-Bar! Im Vergleich zu kubanischen Bars war das Essen allerdings zu vielfältig, die Getränke zu teuer und die Klimaanlage fehl am Platze. Die Livemusik war jedoch erstaunlich gut, die KellnerInnen konnten super gut tanzen und ich war völlig aus dem Häuschen als sie für uns Hasta Siempre spielten! (http://youtu.be/9qetr-NVDDs) Ach Kuba...Die Tanzfläche wurde weitgehend von einem betrunkenen, selbst ernannten Salsagott aus New York dominiert. Er tanzte aufdringlich und zu schwungvoll mit hübschen Touristinnen, sabbelte die Band und uns dicht. Er konnte erschreckenderweise deutsch, da seine Tochter in Berlin lebt. Zum Schreien komisch wurde es als dieser selbsternannte Salsagott, König der Welt und Geliebter von gut 500 Frauen auf ein Ghettokind aus San Francisco traf und sich die beiden dissten und beleidigten. Ostküste gegen Westküste, Voll wie ein Rohr gegen Betrunken, schwarz gegen weiß :-)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 09May 2014

    47 Padang Bai - olle Strände, tolles Schnorcheln 09.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Beschreibung

    Was der Lonely Planet über Padang Bai schreibt klang zu verlockend. Letztlich stimmt eigentlich kaum etwas davon, aber wir fanden den Ort trotzdem/gerade deswegen ganz gut. Aber eins nach dem anderen:

    "Es gibt eine echte Backpacker-Atmosphäre in diesem funky Strandort"
    Wir haben kaum andere Backpacker getroffen und wirklich funky ist Padangbai nicht. Es gibt ein paar ruhige Bars, nette Restaurants und Warungs (indonesische Straßenrestaurants) und angeblich feste Partytage. Zu einem dieser Partytage wollte Christian zu einem Konzert. Das war allerdings um 21 Uhr bereits vorbei und wurde von toter Hose abgelöst. Wir hatten den Eindruck, dass die Mehrzahl der Gäste in Padangbai Tauchtouristen, 50+ oder/und nur auf der Durchreise war.

    "Es ist der Hafen für die Fähre nach Lombok und Schnellboote zu den Gilis."
    Das ist zu wahr und höchstwahrscheinlich auch der Grund warum wir wenige Reisende getroffen haben - die meisten gehen nur dorthin um weiterzufahren. Verübeln kann man es ihnen nicht, denn Padangbai macht keinen schönen ersten Eindruck. Am Ende der wenig spektakulären Hauptstraße treffen Hafeneingang, Reisebüros und Parkplatz für Shuttlebusse aufeinander. Herumlungernde Männer quatschen jeden mit einem helleren Hautton sofort nach dem Ausstieg aus dem Bus (auch anderswo nicht unüblich) und auch beim hundersten Passieren der Straße an. Jeder will einem unglaublich günstige Boottickets für die Gilis verkaufen. Man bekommt also sofort und ständig den Eindruck, dass einen die Einheimischen lowerden wollen und es in Padangbai und Umgebung nix zu erleben gibt.

    "Es gibt günstige Übernachtungsangebote und funky Cafes."
    Wir hatten tatsächlich ein tolles Hostel zu einem guten Preis. Das Lemon House lag an einem Berghang, weswegen wir von der Gemeinschaftsterrasse einen wunderbaren Ausblick auf die Bucht und die grüne Umgebung hatten. Es gab ein simples Privatzimmer und ein Dorm sowie 2 vergleichsweise luxuriöse Doppelzimmer mit Balkon. Das Klientel war dadurch bunt gemischt: Backpacker und auch besser betuchte Bestager. Beim Entspannen, Essen oder Filmschauen im gemeinsamen Wohnzimmer kam dadurch glatt eine familiäre Stimmung auf. Auf die Frühstücksteller schrieben die jungen Betreiber süße Botschaften mit Ketchup, wie Keep Smiling und Have a great day! Wir hatten einen riesigen Fernseher und eine ebenso große Filmauswahl zur Verfügung. Da es im Ort kaum etwas zu tun gab befriedigte ich mein TV-Bedürfnis und schaute täglich ungefähr einen Film (u.a. den Liebesteil von Eat Pray Love!). Meine Gesellschaft für die kitschigen Filme war die niedergeschlagene Shawna aus den USA. Sie musste ihren deutschen Freund einige Tage zuvor verabschieden, da dieser andere Reisepläne hatte. Sie lernten sich in Neuseeland kennen und reisten dann 6 Monate zusammen im Auto durch das Land. Die arme Maus erzählte die ganze Zeit von ihm, war traurig auch wegen der ungewissen Zukunft wenn er sein Studium in Deutschland beginnt. Außerdem lernten wir den in London lebenden Griechen Theophanes kennen. Der Flaggenexperte hat bereits 36 Länder bereist und besucht einen Ort nie 2 Mal (bisher einzige Ausnahme: Berlin!). Sein Lebensziel ist immer mindestens so viele Länder bereist zu haben wie er Jahre zählt. Bisher hat er einen Puffer von ca. 8 Ländern. Der schönste Ort war bisher Bagan in Myanmar - wir sind also sehr gespannt!!!
    Funky Cafes, nun ja. Es gab Cafes.

    "Es gibt einige großartige Strände und gute Möglichkeiten zum Schnorcheln und Tauchen."
    Also: wir haben 3 von 4 Stränden besucht - einer war schlimmer als der andere! Der Strand im Ort war mit Booten vollgestellt. Der Strand in der blauen Lagune war ziemlich klein und mit Müll dekoriert. Gegen den etwas abgelegenen schwarzen Strand war die Lagune jedoch das Paradies. Pah, das bisschen Müll dort! Der schwarze Strand war im Prinzip nur zur Hälfte schwarz, der Rest war von Müll bedeckt. Christian und Theo machten einen Weitsprungwettkampf, Shawna und ich schmollten weil wir den Sonnenuntergang nicht sehen konnten.
    In der Lagune sind wir etwas rumgeschnorchelt, das war wirklich klasse! Man musste zwar ab und an etwas Müll ausweichen aber es gab küstennah schon ein tolles buntes Fischtreiben. Von Padangbai aus kann man zu vielen Orten tauchen fahren. Einer war das Wrack des WWII-Cargoschiffes USS Liberty - einer der besten Tauchspots auf Bali. Da es auch eines der wenigen Wracks ist, dass erschnorchelt werden kann, entschlossen wir uns Geld zu sparen und nur mit Maske und Schnorchel zu tauchen. Der benachbarte Korallengarten war ein super Anfang - wir haben Dorie gesehen!!! Das Schiff lag letztlich zu tief zum Schnorcheln, ich hab es kaum geschafft bis zum höchsten Punkt zu kommen. Durch die neugierigen Fischschulen und Blasen der Taucher zu schwimmen hat aber auch Spaß gemacht.

    Nach einigen Tagen war unsere verlängerte Durchreise vorbei und wir fuhren mit der Bummelfähre als 2 von 3 Touristen nach Lombok. Unser Plan war eigentlich vor den Gilis der ollen Hauptstadt einen Besuch abzustatten um unser Visum zu verlängern. Dies kann man bei einem Visa On Arrival einmal machen, undzwar um weitere 30 Tage. Auf dem Schiff trafen wir eine Reisende, die uns darüber aufklärte, dass wir das nach einer Woche in Indonesien noch nicht machen können...Also mussten wir schnell einen neuen Plan schmieden...

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 13May 2014

    48 Gili T - wir sind zu arm für diesen Scheiß 13.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Beschreibung

    Also: wir sind auf der Fähre nach Lombok, erfahren gerade, dass unser Visaplan nicht aufgeht und fahren in den tristen Hafen von Lembar ein. Die nächsten sehenswerten Orte sind alle ca. 2 Stunden Fahrzeit entfernt und kaum bis gar nicht mit günstigen, öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. In Padangbai waren alle der Meinung, man käme von Lembar aus mit einem weiteren Boot zu den beliebten Gili-Inseln im Norden von Lombok. Eine kurze Umschau ließ Zweifel daran aufkommen - es liefen dort nur wenige Fährpassagiere, Ziegen und keine Handvoll Essensverkäufer herum. Weit und breit gab es nur uns 3 Touristen, aber nichtsdestotrotz eine Touriinfo. Etwa 5 gelangweilte Uniformierte im Staatsdienst lungerten dort herum und rauchten zur Beschäftigung eine nach der anderen. Wir verbrachten ca. 2 Stunden in ihrem Büro. Helfen konnten sie uns nicht wirklich, aber wir vertrieben uns mit ihnen gut die Zeit. Christian tauschte mit ihnen Nelkenzigaretten gegen selbstgedrehte. Sie empfahlen uns zwar zu irgendwelchen Gilis im Süden von Lombok zu reisen, stehen letztlich aber total auf Gili Trawangan, wegen der Partys und Pilze...Der Chef bot Christian auch noch Marihuana an, das er wohl auf Tasche hatte. Nochmals: sie arbeiten für einen Staat, in dem die Todesstrafe auf Drogenhandel steht! Er erzählte Christian ganz stolz, dass er 3 Frauen hat. Jede Frau bekommt ein Haus und 2 Kinder. Je 2 Tage der Woche verbringt er mit einer Frau, am letzten Tag hat er frei. Wir haben aufgrund all dieser skurrilen Umstände sein Angebot zu ihm zu kommen freundlich abgelehnt.
    Um zum Fährhafen der Gilis zu gelangen hatten wir 2 Möglichkeiten: entweder mit 2 öffentlichen Bussen, bei denen allerdings abzusehen war, dass sie nicht mehr voll werden und daher nicht fahren oder mit einem Privatshuttle. Wir warteten vergeblich 2 weitere Fähren ab. Die wenigen Touristen an Bord hatten jedoch alle bereits gebuchte Shuttlebusse, zu denen uns der Zutritt untersagt war. Nach 2 Stunden stiegen wir in ein Taxi nur um nach 5 Minuten in das Taxi des angeblichen Bruders umzusteigen. Der Fahrer war ein richtiger Idiot, aber die Landschaft sehr schön. Die letzte Fähre sollten wir ganz knapp noch schaffen, trotzdem wollte er uns noch zu seinem Touribüro nach Senggigi bringen, damit wir irgendeine Tour bei ihm buchen. Wir mussten ihm mehrmals sagen, dass wir mit ihm keine 200 Dollar-Trekkingtour machen wollen und trotzdem hatte er immer wieder "only information" für uns. Wie auch auf Bali gab es grüne Reisfelder und Hindutempel, aber es mischten sich immer mehr Moscheen ins Bild. Wir waren dann noch pünktlich am Hafen, denn unser Boot wurde erst einmal mit Möbeln, Nahrungsmittelkisten und Matratzen vollgestopft.

    Uns standen nun 3 tolle Inseln zur Auswahl:
    Gili Trawangan aka Gili T, die größte und am weitesten vom "Festland" entfernte Insel und für Partys berüchtigt.
    Gili Meno, die kleinste Insel mit der geringsten Infrastruktur. Angeblich konnte man dort wie Robinson Crusoe leben können, aber mittlerweile ist es eher ein teures Honeymoonparadies.
    Gili Air soll ein Zwischending sein mit freundlichen Einheimischen.
    Gemein haben alle Gilis, dass es dort keine Polizei gibt. Jede Insel hat eine Gemeindeorganisation, die sich um Verbrechen und Probleme kümmert.
    Wir entschieden letztlich nach Gili T zu fahren mit der Option noch Gili Air zu besuchen. Auf Gili T gibt es keine Autos oder Mopeds, sondern nur Fahrräder und buntgeschmückte Pferdekutschen. Es gibt auch keine Streuner, stattdessen Ziegen und Katzen. Die Unterkünfte sind günstig, der Strand weiß, das Bier ist in rauen Mengen vorhanden. An jeder Ecke werden einem Pilze und Gras angedreht. Das Boot legte bei einem tollen Strand an, an dem sich ein Restaurant an das nächste reihte. Unsere Suche nach einer hübschen Bleibe endete zunächst bei Luckys Guesthouse und Bookshop. Lucky flüsterte uns einen günstigen Spezialpreis zu, den wir keinem anderen verraten sollten. Der Preis war gut, das Zimmer war ok, der Hof sehr hübsch aber wir haben uns am gleichen Nachmittag noch nach anderen Guesthouses umgeschaut, da mir dieser Lucky einfach nur unheimlich war. Beim Einchecken legte er Christian seine Hand aufs Knie, fasste mich am Arm und erklärte uns, dass er uns so schön findet und er Westler viel lieber hat als die Einheimischen. Er saß dann im Hof und starrte uns an, vielleicht um uns zu beeindrucken sagte er zu irgendwelchen verdutzten Australiern alles was er auf deutsch wusste. Als bei uns was am Fenster geknackt hat und ich mich derbe erschrocken habe war klar, dass wir woanders hin mussten. Unfreiwillig haben wir ein tolles Zimmer in einer ruhigen Lage zu einem Schnäppchenpreis bekommen. Wir wollten inklusive Frühstück nur 10 Euro (150.000 Rupiah) die Nacht zahlen, was beim doofen Lucky nach Verhandlung ging. Wir schauten uns auch einige Hostels an, die irgendwas mit "Backpacker" hießen. Das konnte angesichts ihrer horrenden Preise aber nur ein schlechter Marketingwitz sein, denn dort sollte ein Bett im Schlafsaal mehr kosten als ein hübsches Doppelzimmer mit Frühstück und eigenem Bad. Wir überließen die Kojen den australischen Partyflashpackern und suchten weiter. Die Jungs vom Kiayazo Guesthouse wollten den fairen Preis von 250.000 Rupiah für eines ihrer hübschen Zimmer in grüner, ruhiger Umgebung haben. Wir wollten gehen und woanders weitersuchen, aber sie sagten dann zu uns das Zimmer für 150.000 Rupiah zu geben. Supi!
    Wir blieben letztlich nur auf Gili T da es uns gut gefallen hat. Im Norden und Westen der Insel ist es sehr ruhig, dort gibt es nur wenige Hotels und Restaurants. Im Osten gibt es super schöne Strände mit Blick auf Lomboks Berglandschaft und tollen Schnorchelmöglichkeiten. Von dort mehren sich dann auch die Restaurants und Bars gen Süden. Ein Weg führt einmal komplett um die Insel und ist merkwürdigerweise im Totehosenorden am besten. Im Kern der Insel gibt's viele Siedlungen und noch vereinzelt Hostels und Guesthouses. Da es im Südosten viele Kneipen, Strandbars und 3 Mal die Woche festgelegte Partytage gibt, lockt die Insel ein gewisses Feierklientel an; vornehmlich Australier und Europäer, die ihr WorkandTravel in Downunder mit einem Partyurlaub beenden. Wir waren ein paar Mal im Irish Pub Tir Na Nog (was so viel heißt wie Land der ewigen Jugend) und lernten nette sowie doofe Menschen kennen. Die Getränke kosteten je nach Bar so viel wie in Berlin oder sogar mehr - sprich es war in anbetracht unseres Reisebudgets zu teuer. Trotzdem gingen wir auch zur Strandparty, doch ohne ein bisschen einen im Tee zu haben war die Musik zu scheußlich, die Leute zu nervig. Wir waren zu arm für diesen Scheiß! Für Australier hingegen ist es dort spottbillig...Die Restaurants waren auch teurer als sonstwo, aber auf dem lebhaften Nightmarket konnten wir uns fleischfrei und günstig den Bauch vollschlagen. Dort gab es sogar einen Stand der ca. 30 Desserts anbot!

    Die einheimischen und zugezogenen Insulaner genießen dort ein stressfreies Leben. Es gibt überall genug Leute, sprich der einzelne muss/kann nicht allzu viel arbeiten. In unserer Unterkunft gab es beispielsweise 5 Jungs und ein Mädel, die sich um insgesamt 10 Zimmer kümmern mussten. Nur die Hälfte der Zimmer war jedoch belegt und täglich gab es nur ca. einen Einzug oder Neuzugang. Das heißt 6 Leute hatten täglich 5 mal Frühstück zu machen und bringen sowie 1 Zimmer zu putzen. Klingt nach einem lässigen, eigentlich langweilen Tag, oder? Fragte man die Jungs jedoch morgens oder abends wie der Tag so wird/war, hieß es immer "stressig" oder "anstrengend, muss Zimmer putzen". Vielleicht gehen sie ja noch einer anderen Tätigkeit nach? Ja, jedes mal wenn wir tagsüber vorbeischauten guckten sie gemeinsam YouTubevideos...Von diesem Elan angesteckt haben wir dann auch nicht so viel auf der Insel gemacht. Wir haben am Strand rumgegammelt, eine Schnorcheltour gemacht und mit dem Fahrrad die Insel umrundet. Bei dieser Fahrt trafen wir auch 3 Prachtexemplare der Gattung Faulmensch. Sie hingen am Nachmittag träge und sicherlich bekifft mit 2 Ziegen im Pavillon ihrer Bar ab. Sie boten uns natürlich Pilze, Gras und Bier an. Wir fragten warum die Ziege Billy heißt. Sie sagten "wegen Gili". Die Räder führten uns weiter durch den stillen Norden, am Strand entlang, zu einer tollen Schaukel im Wasser und zu einer Strandbar. Wir tranken Cuba Libre, Ziegen liefen um uns herum, wir lauschten den hohen Wellen, den Trommlern und den Glöckchen vorbeifahrender Kutschen und beobachteten den Sonnenuntergang neben Balis Vulkan Agung. (http://m.youtube.com/watch?v=1RrIiObUpws) Auf dem Weg zum belebten Teil der Insel mussten wir Kühen ausweichen.
    Die Schnorcheltour war sehr günstig und daher beliebt. Circa 30 Leute quetschten sich mit Schnorchel und Maske bewaffnet in eines der traditionellen Boote, das dann 3 verschiedene Plätze ansteuerte. Der erste war zu tief, man konnte im Prinzip nix sehen. Der zweite Spot war ganz toll! Wir mussten aufpassen nicht einen Meter zu weit in die starken Wellen der Surfer zu gelangen aber wir haben viele coole Fische gesehen. Danach machten wir eine viel zu lange Mittagspause, in der unser Guide mindestens 2 Joints geraucht. Vielleicht ist er deswegen etwas übermütig gewesen und vermasselte den dritten Platz für die meisten. Das erste Mal ist er mit ins Wasser gekommen um uns Schildkröten zu zeigen. Da er einfach irgendeine Brille nahm, konnte ein Typ nicht schnorcheln gehen. Die Strömung war unglaublich stark, aber der Guide preschte mit einem Affentempo voran, entdeckte sogar 3 Schildkröten. Leider kam die Mehrheit der Schnorchler nicht in den Genuss sie zu sehen. Zuvor hieß es nämlich, dass das Boot an dem Platz bleibt und wir (trotz extremer Gegenströmung) wieder zurückschwimmen müssen. Da das echt unmöglich war versuchte die Mehrheit an ihrem Platz zu bleiben. Der Guide und auch wir waren dann jedoch schon gut 500 Meter weit weg und somit rief er das Boot zu sich, das dann an allen anderen vorbeifuhr. Das Boot sammelte dann nacheinander alle ein. Viele waren ganz schön angefressen, sie haben nix gesehen weil sie nur versuchten in Bootsnähe zu bleiben und einige verletzten sich an Korallen.

    Doch auch die längsten Faulenzertage gehen einmal zu Ende. So schön und entspannt es dort war, wir waren nicht gekommen um zu bleiben. Christian wollte unbedingt zu den Komodowaranen und ich im gleichnamigen Nationalpark tauchen gehen (weswegen wir auf Gili T und Bali nur schnorcheln waren)!

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 18May 2014

    49 Lombok nach Flores in 32 Stunden 18.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Beschreibung

    Um von Lombok nach Komodo zu kommen muss man an der langen,wohl wenig spannenden Insel Sumbawa vorbei. Dazu gibt es 3 Möglichkeiten:
    A) Man fliegt -> schnell, bequem, langweilig, teuer
    B) Man macht eine 3tägige Bootsfahrt mit Übernachtung auf dem Deck, Stopps zum Schnorcheln und für andere Attraktionen -> nicht schnell, nicht bequem, aufregend (vor allem weil auf dieser Route oftmals Schiffe untergehen), teuer
    C) Man fährt mit Bus, Fähre, Bus, Minibus und wieder Fähre für niemandweißwielange -> Zwischending in Sachen Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Grad der Aufregung, aber vor allem im Vergleich billig.
    Da wir nicht zu der Kategorie Flashpacker oder Australier gehören mussten wir die ungewiss lange Bus- und Fährfahrt auf uns nehmen. Das ist auch die Variante, die am Backpacker-typischsten ist, weil billig und man durchs Land fährt, aber ich hätte um ehrlich zu sein gern das Geld für die Bootsfahrt gehabt...Ich mag einfach keine langen Busfahrten...

    Die Touribüros auf Gili T haben alle Tickets für die Fahrt verkauft, aber jeder hatte eine andere Vorstellung darüber, wie lange sie dauert, wie, wo und wann man umsteigen muss. Klar war nur, dass wir um 7:45 Uhr bei Andy im Büro sein müssten, denn um 8 Uhr fahre die Fähre los. Hier der letztliche Zeitplan des Trips:

    7:45 Uhr - pünktlich wie Deutsche treffen wir unseren Tickettypi Andy in seinem Büro
    8:30 Uhr - Abfahrt Miniboot von Gili T
    8:50 Uhr - Ankunft auf Lombok. Das Ignorieren der und Kämpfen durch die Einheimischen beginnt; sie wollen unser Ticket sehen und uns dann verarschen. Wir sind vorbereitet und bahnen uns unseren Weg zum Bunga Bunga Cafe. Dort warten wir 45 Minuten, bis unser Fahrer meint es geht los.
    9:45 Uhr - wir fahren zu zweit mit einem Fahrer und dem Guide Fauzi nach Mataram zum Busbahnhof. Er überredet uns schon ein Ticket für die Rückfahrt zu kaufen. Keine Ahnung warum wir uns darauf eingelassen haben.
    11:00 Uhr - wir halten mitten im Nirgendwo bei einem Handwerksmarkt und bekommen unser Rückfahrtticket. Wir weigern uns auf den Markt zu gehen und wollen weiter. Aber unser Fahrer ist weg. Nach einer halben Stunde warten am Straßenrand geht's weiter.
    12:00 Uhr - wir erreichen Matarams schäbigen Busbahnhof. Fauzi lässt uns nun allein. Jeder sagt etwas anderes darüber wann unser Reisebus abfährt. Klar ist: wir sind die ersten Fahrgäste, wollen unser Gepäck aber nicht beim Autowäscher lassen. Der Kofferraum ist schon halb voll, auch hier fungieren Reisebusse wohl als Postfahrzeuge. Wir setzen uns, essen, lehnen die vielen Angebote ab T-Shirts zu kaufen. Wir wollen los :( Nach 3 Stunden tauchen die ersten anderen ausländischen Fahrgäste auf: ein einzelner Franzose und eine französische Familie mit 2 Kindern. Wir sind etwas erleichtert.
    15:30 Uhr - endlich verlässt der Bus den Bahnhof! Zuvor bieten uns Verkäufer noch hässliche Babyklamotten, Säcke voller Schlangenfrüchte und Babyananas an. Einige Passagiere greifen zu und somit wurde dann der letzte freie Platz im Bus vollgestellt: der Platz vor der Klotür. Allerdings scheint uns das Klo eh ein Witz zu sein: der Raum zum hineingehen und stehen ist von einer großen Tonne besetzt, die bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist. Mit einer Schöpfschüssel soll so gespült werden. Wir fahren gut 2 Stunden durch Lombok zum Fährhafen.
    17:45 Uhr - Fahrt mit der Fähre nach Sumbawa. Es werden Mülltonnen ins Wasser gekippt. Wir sind machtlos, niemand kann englisch. An Bord verkauft jemand irgendeine Salbe (http://m.youtube.com/watch?v=W7ZPXtkVHMk).
    19:45 Uhr - wir erreichen Sumbawa und fahren mit dem Bus weiter
    21:45 Uhr - Abendbrotspause. Das Buffetessen ist inklusive. Wir bekommen Reis mit trockenem Tempeh und Wasser. Wir sind die einzigen, die ihre Teller abräumen.
    22:15 Uhr - wir fahren weiter. Schräg neben uns sitzt der letzte Assi. Der Halbstarke kann nicht ohne Zigarette, raucht klammheimlich und gar nicht lässig. Der Assistent vom Fahrer kommt nach hinten und ermahnt einen unschuldigen alten Mann fürs Rauchen. Er ist verdächtig, weil er am offenen Fenster sitzt. Der eigentliche Raucher hat schnell den Kopf seiner verschleierten, schlafenden Frau vom Schoß weggestoßen um seine Kippe am Boden auszudrücken. Ich bereue, dass wir das Rückfahrtticket schon haben. Ich finde es schade, dass wir durch Sumbawa nur durchfahren und dass ich es nicht einmal aus dem Fenster beobachten kann weil es dunkel ist. Wir versuchen zu schlafen. Ich schaffe es nicht und höre die ganze Zeit das Hörbuch "Er ist wieder da" (Danke Polly!). Es ist arschkalt, die Indonesier haben sich in weiser Voraussicht Winterjacken mitgebracht. Obwohl es bei ihnen vielleicht Busjacke heißt.
    2:30 Uhr - was zum Geier ist mit denen los!? Mitten in der Nacht wird auf höchster Stufe Karaoke angemacht! Es singt niemand mit, aber wir können die Texte der furchtbaren, käsigen Popvolksmusik und auch die klebrig kitschigen Videos verfolgen. Die Boxen schnarren, sind hörbar überfordert mit diesem Gejaule, aber niemand außer uns scheint sich dran zu stören. Vielleicht soll die Musik ein Weckruf sein. Wir erwarteten in jeder Minute in Bima anzukommen, aber die Folter dauert noch gut eine Stunde. Wahrscheinlich brauchte der Fahrer ein Mittel um nicht einzuschlafen, er war immerhin schon fast 12 Stunden am Steuer...
    3:30 Uhr - wir erreichen mitten in der Nacht den Ort Bima. Für diese Uhrzeit sind viel zu viele Menschen und Pferde schon auf den Beinen. Wir steigen in einen Minibus um. Die indonesischen Väter rauchen eine nach der anderen neben ihren Kleinkindern. Es kommen ein paar weitere Reisebusse an, aber unser Bus füllt sich nicht und wir fahren nicht los. Es vergehen gut 2 Stunden bevor wir aufbrechen.
    5:30 Uhr - wir poltern los. Langsam wird es hell und kann ich auch etwas von Sumbawa erkennen. Aber mein Kopf will nur noch schlafen...
    7:30 Uhr - guten Morgen Sape, Hallo Fähre! Bitte bring uns schnell nach Flores! Eigentlich sollte sie um 8 Uhr losfahren, aber offensichtlich müssen wir warten bis die Verkäufer ihre Waren losgeworden sind. Wir sitzen drinnen, denn es soll eine Klimaanlage geben. Wir putzen uns die Zähne und werden dafür wie Dinos in Tütüs angegafft.
    10 Uhr - das Schiff hupt und es geht endlich los. Da nun die Klimaanlage eingeschaltet ist und die Fenster geschlossen sind rauchen nur noch halb so viele Männer. Im Fernsehen läuft eigentlich nur Werbung und irgendwie nur von Medikamenten. Einige Frauen machen ihr Kopftuch ab und wickeln es neu. Sie zeigen ihre Haare, diese Luder! Wir können bequem sitzen und sogar etwas schlafen.
    17 Uhr - Ankunft in Labuan Bajo!

    Kommentare

  • 19May 2014

    50 Labuan Bajo - Josi ist Affenmama 19.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Beschreibung

    Nach der anstrengenden Anreise gönnten wir uns einen entspannten Tag in Labuan Bajo, der westlichsten Stadt der Insel Flores. Sowohl die Stadt als auch unser Guesthouse waren nicht so der Knüller, die vorgelagerte Inselwelt gleichte dies jedoch super aus.
    Unser Guesthouse hieß bagus bagus, was übersetzt und leider fälschlicherweise sehr gut heißt. "Ok" oder "gut" wären passender gewesen. Für 20 Dollar die Nacht war das schlichte Zimmer mit Bad ohne jegliches Waschbecken und Klobrille überteuert. Die Lage war allerdings toll, etwas fernab der ollen Stadt mit großartigen Blick auf die in der Bucht versinkenden Sonne und direkt neben der legendären Paradise Bar. Der Besitzer Stephan betreibt sein Guesthouse zusammen mit seiner Familie. Auf dem Grundstück leben ein paar Hunde, Katzen und auf den Bäumen Hühner. Wohnort letzterer erklärt sich vielleicht durch die Tatsache, dass ab und an kleine Komodowarane vorbeischauen. Nur 2 Tage vor unserer Ankunft gab es beispielsweise solch einen unerfreulichen aber zum Glück harmlosen Besuch. Am zweiten Tag gab es noch mehr tierische Mitbewohner, zu unserem Missmut allerdings wilde Freunde, die in Käfigen steckten: ein Babyaffe und 2 junge Adler. Wir waren schon ziemlich stinkig, aber Stephan konnte uns glaubhaft versichern, dass er zumindest Gutes im Sinn hat. Die Adler lebten verwaist in einem Nest nahe seines Hauses. Da sie sich nicht selbst versorgen und vor den Katzen schützen können, peppelt er sie nun groß. Das Gefängnis soll ihnen nur Schutz vor Waranen und Katzen. Dem Äffchen hatte er bereits einen Namen gegeben.Jackson kam mittlerweile das dritte Mal zu Stephans Haus. Zweimal hat er ihn bereits zurück in den Wald gebracht, aber da er vermutlich auch ohne Eltern ist kann er sich nicht selbst versorgen. Jackson war ein ganz entzückender Kumpel, ganz anders als die garstige Chock Dee. Eines Abends ist er auf meiner Brust seelenruhig eingeschlafen :-)

    In der Stadt gibts sonst nix besonderes. Sie hat eine Kirche und eine Moschee. Durch die Lage am Nationalpark Komodo ist sie Ausgangsbasis für Tauch- und Wanderausflüge. Im äußersten Westen der touristisch wenig erschlossenen Insel Flores gelegen ist sie Start- oder Endepunkt vieler Individualreisender. Außerdem enden die teuren mehrtägigen Bootsfahrten von Bali oder Lombok aus hier. Wir fanden es letztlich sehr schade aus Zeitgründen nicht weiter ins Inselinnere gereist zu sein, denn wir haben tolle Geschichten gehört! Es gibt ein Reisfeld in Form eines Spinnennetzes, geheimnisvolle Bergdörfer, unberührte Orte. Wir haben unsere Woche in diesem abgelegenen Teil Indonesiens hauptsächlich im, unter und auf dem Wasser verbracht. Ein anderer Reisender legte uns wärmstens ans Herz zum Stein mit Loch ("Batu Bolong") zu tauchen. Vielen Dank Fremder, es war sagenhaft! Es gibt sicher 10 Tauchschulen in dem kleinen Ort, darunter ein schwarzes Schaf. Später mehr dazu! Wir waren mit Dan von Wicked Diving und der dreiköpfigen Bootscrew allein einen Tag tauchen. Für 110 Dollar pro Person bekamen wir 3 unvergessliche Tauchgänge, reichlich Essen und Trinken, Naschereien, Handtücher und und und. Dan war bisher der beste Guide den wir hatten! Er ist lieb, isst keinen Fisch, hat immer die Strömungen überprüft bevor wir getaucht sind, nicht mit seinem Klangstock in Löchern nach Fischen gestochert, hatte ein angenehmes Tempo, hat uns Tipps gegeben wie wir uns effizienter bewegen können und vor jedem Tauchgang hübsche Skizzen des Gebietes auf ein Whiteboard gemalt. Vermutlich hätte aber selbst der schlechteste Guide diesem tollen Erlebnis keinen Abbruch getan, denn Komodos Unterwasserwelt ist atemberaubend! Wir haben unseren ersten Hai gesehen: einen mindestes 1,60 Meter langen Weißspitzenriffhai! Außerdem konnten wir eine Schildkröte beim Korallenessen beobachten, haben zahlreiche der unglaublich niedlichen Kofferfische in unterschiedlichsten Farben und die verschiedenen Formen von Angel fish, clown fish, butterfly fish, bat fish und Feuerfisch bewundert. Alles war größer, bunter, lebhafter und einfach mehr! Die Trevallys, Sweetlips, Moränen und Kugelfische hießen alle "giant" mit Vornamen :-) Von den drei Tauchspots war der empfohlene Batu Bolong mit Abstand der beste. Der Stein ragt 10 Meter übers Wasser und 70 Meter in die Tiefe. Unter Wasser ist kaum noch Stein zu sehen, da überall farbenfrohe Korallen wachsen. Am Stein entlang sowie bei vielen Tauchgebieten im Komodo Nationalpark gibt es ziemlich starke Strömungen, die einen hunderte Meter hinfort oder in die Tiefe reißen können. Wir mussten daher mit Dan einen Testtauch machen, damit er sehen konnte ob wir dafür schon bereit waren. Zum Glück haben wir uns gut angestellt!
    Da Christians Unterwasserkamera immernoch streikte, konnten wir keinerlei Bilder machen. Ich glaube das war insofern gut, als das Christian sich aufs Tauchen konzentrieren und das Unterwasserparadies richtig genießen konnte. Als Ersatz hier ein kleines Video (nicht von uns): youtu.be/dNPbRkmuOCY

    Wir hatten nur noch einen Tag Zeit bis wir unseren Rückweg nach Lombok antreten mussten und wollten diesen nicht in der Stadt verbringen. Wir hörten von der paradiesischen Miniinsel Kanawa auf der es nichts weiter als Strand, einen Hügel und ein einfaches Resort mit Restaurant und Tauchshop gibt. Nach einer Stunde Bootsfahrt erreichten wir das winzige Eiland. Das erste und einzige Mal haben wir auf unserer Reise in einem Zelt geschlafen. Abgesehen davon war der kleine Ausflug wunderschön. Nachdem wir das Zelt bezogen hatten steckten wir unsere Füße in die Flossen, unsere Köpfe ins Wasser und kamen erst am Nachmittag wieder raus. Selbst Schnorcheln ist schon ein Gedicht! Wir haben Tintenfische, eine Schildkröte, Rochen, Drückerfische und zahlreiche andere frohe Fische getroffen. Beim Ausspannen in einem Pavillon auf dem Wasser entdeckten wir Babyschwarzspitzenriffhaie, so niedlich! Wir bestaunten noch den Sonnenuntergang, horchten beim Abendbrot den Reisegeschichten über Flores eines Schweizers und gingen zu Zelte. Es war eine Horrornacht :( Im Zelt war es trotz Strohdach abartig heiß, ich fürchtete mich allerdings vor ungebetenen Besuchern bei offener "Tür". Als es nicht mehr auszuhalten war musste die Tür auf, aber nach ein paar Minuten flog ein riesiges UFI (unidentifiziertes Insekt) ins Zelt. Es half nix, wir mussten in der Sauna schlafen. Wir hätten ein paar mehr Euro für ein Bett mit Moskitonetz am Strand ausgeben sollen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir die kommenden Nächte in einem 12er-Schlafsaal und einem Bus verbringen sollten...

    Der Bericht zu unserem Übernachtungsausflug auf die Insel der Drachen folgt im nächsten Punkt. Nun noch ein kleiner Exkurs zum vielleicht schlimmsten Tauchladen der Welt. Es würde uns nicht wundern, wenn es bald einen Hollywoodfilm über einige der Geschehnisse gibt!
    Auf der Suche nach einem vernünftigen Tauchshop besuchten wir zwei Läden. Wir holten uns ein Angebot bei einem holländischen Laden und wollten weiterschauen. Die gute Frau war so nett uns darauf hinzuweisen, dass alle anderen Shops gut sind, wir doch bitte nur nicht zu den Paradise Divers gehen sollen. Der liebe Backpacker mit den guten Tipps riet uns auch von ihm ab, ja selbst eine wildfremde Frau im Restaurant erzählte uns, dass im Prinzip alle anderen Läden diesen einen schließen wollen. Mhh, waren sie neidisch weil der deutschsprachige Tauchshop günstigere Angebote macht und daher mehr Kunden hat? Nein, es ist wirklich ein mieser Laden, den man tunlichst meiden sollte, wenn man heil zurück an Land möchte. Paradise Divers wird von dem Österreicher Wolfgang betrieben, wirbt mit günstigen Preisen, Kursen auf deutsch und befindet sich in einem ansehnlichen, rustikalem Haus. Das lockt leider viele Deutschsprachige und Sparfüchse an. Auf Tripadvisor kann man die halsbrecherischen Ereignisse und groben Fehler nachlesen (http://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g1777483-d3483340-Reviews-Divers_Paradise_Komodo-Labuan_Bajo_Flores_East_Nusa_Tenggara.html#REVIEWS). Hier eine kleine Auswahl:
    - Zwischen Tauchgang 2 und 3 im April 2014 lief der Kompressor auf Hochtouren. Plötzlich löste sich die Kappe des Motortanks und 3 Crewmitglieder wurden mit Benzin bespritzt. Es entstand ein Feuer, das 4 Menschen verletzte. Eine Schnorchlerin war auf der Toilette als es passierte, wurde so stark verletzt, dass sie 3 Wochen danach nicht ins Wasser durfte. Sie musste ihrem Geld noch hinterher betteln, der Besitzer fragte sie nicht einmal wie es ihr geht.
    - Eine mehrtägige Bootsreise wurde nach der Hälfte abgebrochen weil Wolfgang seine Schulden beim Bootsbesitzer nicht gezahlt hatte. Selbst mit Hilfe der Polizei wart der Herr in den folgenden Tagen nicht mehr aufzufinden um den Tauchern ihr Geld zurückzuzahlen.
    - Der Motor versagte nach dem zweiten Tauchgang einer Gruppe und so driftete das Boot davon. Es dauerte 3 Stunden bis Ersatzteile von der Stadt gebracht und das Boot wieder zum Laufen gebracht werden konnte. Während dieser Zeit mussten sich die Taucher und Schnorchler an einen Felsen klammern! Obwohl alle genug für den Tag hatten wurde der dritte Tauchgang noch durchgeführt, denn sonst hätte man ja Geld zurückzahlen müssen...
    - Ein nicht seetaugliches Boot brachte eine Gruppe Taucher in 3 statt 1,5 Stunden zum ersten Tauchspot. Letztlich hat es der Kapitän bei keinem der drei Tauchspots geschafft aufgrund der Strömungen zu halten, weswegen die Gruppe immer zu angeblich anderen nahen Spots schwimmen musste. Natürlich konnte das Boot sie auch nicht schnell einsammeln, weswegen sie nach einem Tauchgang 20 Minuten der Sonne ungeschützt ausgesetzt waren und im Wasser ihr komplettes Equipment samt Neoprenanzug ablegen mussten, um keinen Hitzschlag zu erleiden.
    - Wie bereits erwähnt ist Komodo ein anspruchsvolles Tauchgebiet. Nicht nur die Taucher sollten bereits etwas Erfahrung haben, vor allem die Guides und Lehrer müssen sich unter Wasser aus- und die Strömungen kennen. Dan durfte beispielsweise 3 Wochen lang nur als Begleitung bei geführten Tauchgängen mit. Bei Paradise Divers kann es vorkommen, dass frisch abgeschlossene Tauchlehrer/Master, die vielleicht sogar nach einem angereist sind, den Tauchgang leiten.

    Kommentare

  • 22May 2014

    51 Komodo - Sleeping with the Dragons 22.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 26May 2014

    52 Flores nach Lombok mit dem Überlandbus 26.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Beschreibung

    5:20 Uhr
    Josi wacht 1,5 Stunden zu früh auf, weil sie früh im Bett war und bestimmt auch, weil jeder im 12er Hostelzimmer die Frechheit besaß gegen ihren Takt zu atmen.

    7:30 Uhr
    Es gibt Frühstück im Hostel: einen Donut für jeden, der ist allerdings ziemlich lecker und Kaffee gibt's auch genug.

    8:00 Uhr
    Wir besteigen die Fähre. Es gibt einen großen Sitzbereich im Inneren mit unbequemen Metallstühlen. Wir finden einen nur halb vollen Raum mit verstellbaren Polsterstühlen, Armlehnen, viel Beinfreiheit und einem Fernseher.

    9:00 Uhr
    Laut Plan sollte die Fähre jetzt ablegen aber nichts tut sich.

    10:00 Uhr
    Die Fähre fährt mit nur einer Stunde Verspätung und 4 Schweinen an Bord los.

    11:00 Uhr
    Josi: "Ein Actionhorrorfilm wird gezeigt. In Mittelamerika zeigten sie in Bussen nur Kinderfilme, hier scheint es keinen zu kümmern, dass mir die gruseligen Gestalten Angst machen und mir bei den Actionszenen schlecht wird." Ich glaube hier gab es einen Übersetzungsfehler und statt "mir" müsste es "den armen kleinen Kindern" heißen.

    12:30 Uhr
    Der nächste Actionfilm beginnt.

    13:00 Uhr
    Es stellt sich heraus, dass es der gleiche Film ist und die DVD oder die Datei offenbar beschädigt ist.

    14:00 Uhr
    Ein Actionfilm beginnt.
    Ich gehe auf Fototour durch das Schiff und wieder sind die Menschen unglaublich freundlich und werden ganz quirlig als sie die Kamera entdecken. Kinder tollen umher, Frauen setzen sich in Pose und Männer schneiden Grimassen. Es ist wahnsinnig schön.

    14:30 Uhr
    Eine Mutter schmiert ihr Baby mit Whitening Lotion ein.

    15:30 Uhr
    Ein Actionfilm beginnt.
    Ein fettes Kind beginnt Müll aus dem Fenster zu werfen. Wir können uns erfolgreich beherrschen und werfen es nicht hinterher.

    17:00 Uhr
    Wir kommen nach 7 Stunden Fährfahrt in Sape an und fahren sofort mit dem Minibus nach Bima weiter.

    18:45 Uhr
    Ankunft in Bima.

    19:10 Uhr
    Abfahrt mit dem Reisebus. Ein Kind kommt rum und bettelt. Es lehnt unsere Gemüsecracker ab. Arsch! Plötzlich hat es ein Ticket und sitzt vor uns im Bus. Es will aber nachwievor Dollars. Kann er vergessen.

    21:00 Uhr
    Mitten auf dem Weg halten wir und draußen entdecken uns Kinder, sie winken und werfen Josi enthusiastisch Kussmünder zu. Ganz entzückt fahren wir weiter.

    00:30 Uhr
    Abendessen. Ich habe vorher noch gedacht, wir kriegen nichts und wir könnten Fauzi, unserem Ticketverkäufer, noch Kohle abziehen, hinterher denke ich immernoch drüber nach: leider Fleisch im Tempeh und aus dem Kohl musste offenbar jeglicher Geschmack herausgekocht werden, bevor er auf den Tisch kommt.

    01:00 Uhr
    Fahrt geht weiter.
    Zurück im Bus ist die Klotür schon wieder offen und ein Gedanke kommt auf: Wir vertrauen den Indonesiern unser Leben an, in einer 24-stündigen Bus- und Bootstour und die meisten scheinen nicht einmal in der Lage zu sein eine Tür zu bedienen. Also Augen zu und durch.

    02:30 Uhr
    Ankunft am Hafen

    04:00 Uhr
    Abfahrt, geschlafen

    05:30 Uhr
    Ankunft auf Lombok, die Mülleimer im Bus sind leer, wo mag das Zeug wohl hin sein...?
    Bus stinkt nach Benzin, weil die 3 Busse die Motoren haben laufen lassen, damit sie kühl bleiben, die Abgase haben sich dann natürlich wegen der fehlenden Belüftung im Innenraum gesammelt. Also Nase zu und durch.

    07:30 Uhr
    Ankunft "in" Mataram. Wir befinden uns angeblich 12 km vor der Stadt und natürlich ist kein Fauzi da, der uns noch Geld schuldet und versprochen hat uns zu erwarten.
    Eigentlich sind wir nur hier um unser Visum zu verlängern und die frühe Ankunftszeit hatte uns von vorn herein optimistisch gestimmt die Stadt noch am selben Tag verlassen zu können.
    Nun hören wir allerdings bei den Taxifahrern und einigen Uniformierten, dass wir einen Feiertag erwischt haben und das Immigration Office zu hat. Wir glauben ihnen natürlich nicht und daher heißt es Ohren zu und selber gucken...

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 27May 2014

    53 Visakram in Mataram 27.05.2014 Indonesien —

    Mataram, Indonesien

    Kommentare

  • 28May 2014

    54 wieder auf Bali 28.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Kommentare

  • 29May 2014

    55 kunungan auf bali! 29.05.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 01Jun 2014

    56 planet sulphur 01.06.2014 Indonesien —

    Bondowoso, Indonesien

    Beschreibung

    Video
    Schwefelarbeiter in Ijen: http://m.youtube.com/watch?v=-EkXLmBMNg4

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 02Jun 2014

    57 bromo for free 02.06.2014 Indonesien —

    Probolinggo, Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 04Jun 2014

    58 yogya 04.06.2014 Indonesien —

    Yogyakarta, Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 07Jun 2014

    59 unfreiwillig in jakarta 07.06.2014 Indonesien —

    South Jakarta, Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 10Jun 2014

    60 pulau weh 10.06.2014 Indonesien —

    Sabang, Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 14Jun 2014

    61 eine Nacht sharia 14.06.2014 Indonesien —

    Banda Aceh, Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 16Jun 2014

    62 Bukit Lawang - Im Wald bei den Waldmenschen 16.06.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 20Jun 2014

    63 Jungle juice und Batakmusik 20.06.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 26Jun 2014

    64 eine nacht auf dem flughafen 26.06.2014 Indonesien —

    Indonesien

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 27Jun 2014

    65 zwischenstop in und auf phuket 27.06.2014 Thailand —

    Si Sunthon, Thailand

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 28Jun 2014

    66 in thailand werden wir immer nass 28.06.2014 Thailand —

    Khao Phang, Thailand

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 02Jul 2014

    67 auskobern in bangkok 02.07.2014 Thailand —

    Si Phraya, Bangkok, Thailand

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 04Jul 2014

    68 Yangon - Welcome in the Golden Land 04.07.2014 Myanmar —

    Dagon, Yangon, Myanmar

    Beschreibung

    Seit wir unsere schöne Reise planen war klar, dass wir nach Myanmar wollten. Durch Cors Kubatour verschob sich der Südostasienteil unserer Reise nach hinten und weil uns Indonesiens angenehmes Klima und tolle Landschaften erstmal lockten als es auf dem Festland unerträglich heiß war, bereisten wir Myanmar ganz zum Schluss. Es hat sich große Vorfreude aufgebaut, genährt durch die begeisterten Erzählungen anderer Backpacker, die schon dort waren. Ein Londoner sagte, er habe schon 35 Länder bereist und nirgends war es so schön wie in Bagan. Ein Italiener fand sein Paradies in Myanmar und auf Pulau Weh. Ein deutsches Rentnerreisepaar schwärmte von den freundlichsten Menschen der Welt. Das Land soll eine bunt gemischte und auch sehr eigene Küche haben, mehr ehemalige Hauptstädte zählen als so manches... und eine interessante Geschichte haben. Aber dazu später mehr.
    Nach langer Recherche und vielen Fragen entschieden wir uns fürs Fliegen. Zwar sind wir extra nach Phuket geflogen, um über den Landweg hineinzukommen, aber alle Befragten waren der Meinung, dass dies unmöglich wäre und wir hatten ja auch noch kein Visum um diese Theorie überhaupt auszutesten. Das mit dem Visum war ja auch so ne Sache...(Link zu Bangkok)

    Aus dem Flugzeug wirkte die Stadt im Vergleich zum leuchtenden Bangkok ziemlich dunkel. Oh je, wir hatten schon gelesen, dass es nach Stadtteilen geregelte 2tägige Stromausfälle gibt. Der Flughafen war überraschend modern. Jeder Immigrationschalter hatte einen mit fetter Samsungwerbung begleiteten H1N1-Detektor.

    Unser Myanmartrip begann wegen der Reiserestriktionen und Flugverbindungen wie der von fast allen Backpackern in der ca. 4-Millioneneinwohnerstadt Yangon. Unser Guesthouse lag in Chinatown der einstigen Hauptstadt. In Myanmar sollen die Unterkünfte im Asienvergleich ziemlich teuer sein, besonders für das was man letztlich bekommt. Mit 23 Dollar pro Nacht mit Aircon, Frühstück, WiFi und sauberen Bädern und Räumen kamen wir jedoch ganz gut weg. Einer der zahlreichen Generatoren garantierte zudem pausenlosen Stromfluss. Die Rezeptionsjungs waren überaus freundlich und schüchtern. Wie auch in anderen Ländern Südostasiens sind in unseren europäischen Augen zu viele Leute für das bisschen Arbeit angestellt. Am Morgen zählten wir 7 Leute, die sich um das Bausatzfrühstück von maximal 4 Gästen kümmerten. Vielleicht wurden so viele Hände eingeplant, weil das Essen für eine Person auf 8 Tellern angerichtet wurde. Auf diesen Tellern gab es jeweils Toast, Marmelade, Margarine, Heißgetränk, wenn man wollte Spiegelei, Bananen und trockenen Kuchen. Da erschien es echt affig, dass wir jeden Morgen darum bitten mussten als 2 Personen auch bitte 2 Essteller zu bekommen...Das Esszimmer war im Erdgeschoss mit offener Seite zur belebten Straße und hatte witzigerweise einen anderen Hauptzweck. Uns wunderten beim Frühstück schon die vielen bunten Plastikhände in den staubigen Regalen aus den 90er Jahren. Nachdem die letzten Krümel und blumigen Wachstischdecken weggeräumt sind, werden den Händen Handys und Smartphones gegeben und fertig ist der Handyshop.

    Während ich noch wegen ähm...Schnupfen die ersten Abende das Bett hütete, erkundete Christian unsere Nachbarschaft. Er kam mit leuchtenden Augen voller Freude zurück und verkündete stolz das Land schon jetzt zu lieben. Ein leckeres, gezapftes "Myanmar"-Bier kostete nur 42 Cent, eine große Flasche Schnaps im Geschäft nur 78 Cent. Er schaute die erste Halbzeit des Deutschlandspiels in einer Bar. Zigaretten gelten als gleichwertiger Ersatz falls Kellner kein Wechselgeld herausgegeben können (Christian hat für fehlende 3 Cent eine angeboten bekommen). Die Bar (die 3 Flatscreens zählte) musste um 23 Uhr schließen und so zog er weiter zu einem schäbigen Straßenimbiss, der mit 2 modernen Flachbildfernsehern ausgestattet war. Dort schaute er die zweite Halbzeit mit Mönchen, Betelnuss-kauenden Einheimischen, Ratten, Kakerlaken und einem Egel. Obwohl er nur ein Sandwich zum Mittag hatte war er schlagartig satt.

    Yangon hat einige coole Sehenswürdigkeiten. Vereinzelt findet man hübsche alte Kolonialbauten, es gibt Parks, an wirklich jeder Ecke gibt es einen Straßenimbiss. Generell sind gut die Hälfte aller von uns abgelaufenen Gehwege mit kleinen Ständen blockiert, deren Erbauer Secondhandhaushaltswaren, gebratene Nudeln, Lottoscheine, Schirme oder anderen Krimskrams verkauften. Am interessantesten waren für uns erstmal die Leute und ihre Kultur. Gut drei Viertel der Männer und Frauen tragen traditionelle gebundene Röcke. Aber wo wären wir, wenn Männer und Frauen das gleiche tragen?! Die Frauen tragen einen klassischen Wickelrock. Der Rock der Männer ist ein Stoffschlauch; Mann steigt hinein, faltet ihn vorn und knotet ihn dann in einem ansehnlichen Päckchen fest. In der Pagode trug Christian auch einen Rock, um seine verführerischen Männerknie zu verbergen, nichts ahnend dass er rumlief wie ein Mädchen. Nachdem ihn einige Frauen ausgelacht haben half ihm eine bei der richtigen Technik. Ein weiterer offensichtlicher Unterschied zwischen Mann und Frau betrifft das Spucken und Rotzen. Frauen tun es gelegentlich und gehen dafür zur Straße. Männer tun es ständig, überall und vor allem spucken sie blutrote Überreste der Betelnuss, die sie kauen. Davon haben viele unappetitlich rot gefärbte Zähne. Ein widerlicher Anblick. Der Geruch der Päckchen löste bei mir zum Ende der Reise Übelkeit aus. Die Betelnusspäckchen gibt es an jeder Straßenecke zu kaufen. Die zerkleinerte Nuss wird mit Kalk (!!!) und je nach Bedarf Aromen in ein Blatt gewickelt. (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Betelnusspalme#Nutzung) Auffällig ist auch, das auf uns etwas schwul wirkende Gehabe besonders junger Männer. Viele Kerle turteln miteinander rum, wie beste Teeniefreundinnen in unserem Breitengrad; Händchen halten, Arm in Arm gehen, Kopf auf die Schulter legen...Ein Mann fasste sogar Christians Hand für ein Foto zu das er ihn zerrte...Aber vielleicht waren sie ja auch alle tatsächlichen homosexuell :-) Zu diesem Eindruck trägt auch der leicht an Emos erinnernde Kleidungsstil heranwachsender Männer bei: auffällige Haarschnitte mit dominantem, den Blick versperrendem Pony, partiell gefärbtes Haar und super enge Röhrenjeans. Auf jeden Fall stylisch und für mich ehrlich gesagt unerwartet.
    Ein Accessoire, das keinem Städtler in Yangon fehlt ist der Regen- bzw. Sonnenschirm, da es entweder wie aus Eimern drüscht oder die Sonne unerträglich brennt. An jeder Ecke werden daher überteuerte Secondhandschirme verkauft. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land haben fast alle Frauen und Kinder eine gelbliche Paste im Gesicht. Sie kommt von der Rinde des Indischen Holzapfelbaumes, gilt als Sonnenschutz und wird in den verschiedensten Arten aufgetragen: als Kreise auf den Wangen, lediglich ein Punkt auf der Nase oder wild im ganzen Gesicht. Erwachsene Männer tragen die Farbe nicht mehr auf, weil das wohl schwul wäre... (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Thanaka)

    In der ganzen Stadt begegnet man Mönchen, die hier weinrote Roben tragen. Ihr schieres Dasein im normalen Stadtgeschehen, fernab von ruhigen Klostern überraschte uns zunächst. Wir sehen sie rauchend mit Kumpels um die Häuser ziehen, Egoshooterspiele im Bus spielen und telefonierend in Tempeln sitzend. Ihr hohes Aufkommen mag darin begründet liegen, dass es in Myanmar einen verpflichtenden Mönchsdienst für Männer gibt. Sie müssen einmal im Alter zwischen 5 und 15 als samanera (Neumönch) und irgendwann ab 20 Jahre als pongyi (vollwertiger Mönch) leben. Obwohl es gesellschaftlich nicht erwartet wird treten auch viele Frauen in den Nonnendienst. Mit rasierten Köpfen und rosa farbenen Roben sind sie dann dasasilas.
    Myanmar gilt als eines der buddhistischsten Länder der Welt und mit der Shwedagon Tempel hat Yangon eine wichtige buddhistische Pilgerstätte. Natürlich beherbergt der Tempel auch ein paar Haare von Buddha und ist in reichlich Gold eingedeckt. Das Kernstück der Anlage ist die riesige zentrale "zedi", Laien vielleicht eher bekannt als glockenförmiges Monument. Drumherum stehen viele weitere dieser "Glocken", echte Glocken, unzählige Buddhafiguren, viele Tempel und Schreine. Für jeden Tag der Woche gibt es einen Buddha, über den von Leuten, die an diesem Wochentag geboren wurden Wasser gekippt wird. Auf dem Tempelberg gab es wenige Ausländer, dafür aber umso mehr einheimische Besucher und Touristen. Wir wurden oft fotografiert und angestarrt :-) Als der Regen einsetzte stülpte ich mir mein in Bangkok erworbenes Regencape über. Dadurch wurde ich zum zweibeinigen Zirkusesel, sah aus wie eine wasserdichte buddhistische Nonne. Zugegeben, ein bodenlanges, pinkfarbenes Plastikzelt kleidet kaum jemanden...Schockierend war, wie viele große Spendenboxen in den Tempeln stehen. Fast die komplette Breite eines Tempels war nicht selten von ca. 1 Meter hohen Boxen eingenommen, die die Besucher eifrig füllten. Um den Gläubigen die Spende zu erleichtern standen neben Tempeln Geldautomaten und Wechselstuben. Und falls man erstmal seinen Kontostand checken muss - es gibt auch gutes Wlan! Es sollte jedoch noch krasser werden...

    Trotz des vorherrschenden Buddhismus gibt es in Yangon überraschenderweise auch Kirchen, hinduistische Pagoden, chinesische Tempel, Moscheen und angeblich auch eine Synagoge! Wir haben sie vergeblich gesucht (da wir beide noch nie in einer waren), haben uns durch volle Marktstraßen gekämpft, konnten aber nur Moscheen finden. Unvorstellbar, dass dort in der Nähe auch noch eine Synagoge sein soll. Christian durfte kurz in die Moschee, aber ich natürlich nicht. Eine andere tolle Sehenswürdigkeit der Stadt ist das nachgebaute, königliche Karaweik-Schiff im künstlichen Parksee. Das Schiff ist außer für reiche Restaurantgäste gesperrt, aber auch vom Ufer beim Sonnenuntergang hübsch anzusehen. Vor Ort waren viele Burmesen, kaum andere Ausländer. Eine Gruppe locals war auf Fotosafari und hat Christian noch ein paar coole Tricks gezeigt. (Ich nenne uns übrigens Ausländer, weil das hier so gehandhabt wird. Auf Tickets stehen statt unserer Namen oftmals nur "tourist", um beim bezahlen nicht etwa zu vergessen, dass wir mehr zahlen müssen. Überall sonst werden wir aber "foreigner" (Ausländer, Fremder) genannt, vielleicht um uns von den zahlreichen inländischen Touristen abzugrenzen.)

    Besonders ich hatte in den ersten Tagen in Yangon noch mit meinem ähm...Schnupfen zu kämpfen, konnte nix essen und war schwach. Daher nahmen wir öfter Taxis, ruhten mich viel aus und unternahmen weniger als sonst. Am Tag vor der Abreise ging es mir wieder gut und ich war überaus froh im chinesischen Veggierestaurant essen gehen zu können. Das Restaurant schien gerade umgezogen zu sein, aber der Besitzer war noch an der alten Adresse zu finden und schenkte uns eine Taxifahrt zum neuen Standort. Die Karte war nach veschonter Tierart unterteilt und daher sehr eigenwillig. Es gab sogar vegetarische Rippchen und falschen Tintenfisch! Ich nahm die "künstliche Ente" und Christian bestellte mutig "mutton" ohne zu wissen was es ist (altes weibliches Schaf). Es war superlecker und reichte auch noch fürs Abendbrot (typisch asiatisch in Tüten verpackt).

    Nach 3 Nächten machten wir uns auf zum abgelegenen Busbahnhof. Wir wollten gen Norden und mussten länger abwägen ob wir den Zug oder den Bus nehmen. Wegen des günstigeren Tickets und dem scheinbar höheren Komfort entschieden wir uns für den Bus. Zug fahren soll ein uriges Erlebnis aber auch sehr kräftezehrend sein (schmerzhaft und lang). Wir heben es uns für eine andere Strecke auf :-)

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 07Jul 2014

    69 Pyay - Ein Buddha mit Brille 07.07.2014 Myanmar —

    Pyay, Myanmar

    Beschreibung

    Pyay (ausgesprochen Pii) ist eine Kleinstadt zwischen Yangon und Bagan. Sie soll nicht sonderlich spektakulär aber voller lieber Menschen sein. Nebenbei ist es ein guter Stopp, um den langen Weg nach Bagan zu stückeln. Es gibt im wesentlichen 2 bezahlbare Hotels (sowas wie Hostels gibt's scheinbar im ganzen Land nicht): ein gutes Hotel und ein sau mieses. Da das gute für unsere erste Nacht ausgebucht war mussten wir Myatts Guesthouse aufsuchen, einer Unterkunft, vor der viele im Internet vehement abraten. Der Besitzer holte uns höchstpersönlich vom Bahnhof ab in einem coolen Gefährt in dem wir liegen und nach hinten den Leuten winken konnten. Christian dachte beim Buchen 5 Dollar für diese halbe Stunde Fahrt wären ein guter Deal, doch der öffentliche Pickup hätte uns nur 50 Cent gekostet. Mich hat der Besitzer etwas angeekelt. Er streifte sich ein schmutziges, ausgeleiertes Achselshirt über die Plautze. Überall hatte er unangebracht lange Dinge, lange Kinnhaare, herauskommenden langen Leberfleck unterm Arm, lange Nägel an den Fingern. :-S Wir waren keine Sekunde in seiner dunklen Spilunke, da bewahrheitete sich schon sein im Internet angekündigter "Geschäftssinn" (andere nannten das Gier), denn sogleich sollten wir unsere Weiterfahrt und Taxiausflüge bei ihm buchen. Wir täuschten vor noch planlos zu sein. Der Weg zu unserem Zimmer verlief so: durch einen schmalen, dunklen Gang an wenig einladenden Zimmern vorbei, Schuhe an der Treppe neben die anderen Latschen stellen (er zeigte stolz darauf und meinte er hätte noch mehr ausländische Gäste), Treppe hoch, durch gruseligen Flur mit gelber flackernder Beleuchtung, durch das Gemeinschaftsbad!, 2 Kleinkind-hohe Stufen in eine Rumpelkammer, durch da und angekommen. Das Zimmer war kein Traum (vielleicht der von Faster Addams), aber für eine Nacht ausreichend. Man darf nur nicht daran denken dafür 20 Dollar zu zahlen. Wir gingen noch über den geschäftigen Nachtmarkt und fanden in der Nähe ein Restaurant mit Terrasse zum Fluss. Das Essen war gut, das Unterhaltungsprogramm sehr eigenwillig. Es gab eine große Bühne, auf der zunächst abwechselnd etwa 7 junge Frauen gut bis schlecht etwa anderthalb Minuten sangen. Zwischendrin ging einer der Kellner nach vorn, legte der Frau eine glitzernde Flitterboa um und versuchte wenig motiviert die lahme Menge zum Klatschen zu animieren. Später traten die Frauen zusammen auf, machten eine Art Catwalk, bekamen wieder Boas umgelegt und andere Sonnenhüte und Plasteblumensträuße. Schlagartig fiel uns auf, dass unter den Gästen sonst nur Männer sitzen. War das etwa eine Brautschau?! Da niemand englisch konnte wissen wir es bis heute nicht...

    Den nächsten Tag verbrachten wir faul. Wesentliche Aufgabe des Vormittages war es das Guesthouse zu verlassen ohne groß Aufsehen und Fragen zur Weiterreise zu erregen. Wir wollten gern noch eine Nacht in Pyay bleiben, aber diesmal im guten Hotel. Am Frühstückstisch an der Straße lernten wir die "other foreigner" kennen, Fenja und Attil aus der Schweiz. Im low cost-Guesthouse reichte eine Frau aus um Frühstück für 4 Leute zu machen...Der Besitzer drängelte weiterhin das Zug- oder Busticket bei ihm zu kaufen, deutete daraufhin "other foreigner take bus!" Wir durften sein Guesthouse letztlich verlassen ohne ein Ticket zu buchen und waren nach 10 Minuten Fußweg im Lächelhotel. Dort wehte ein anderer, viel erfreulicherer Wind. Das Haus hat seine besten Tage lange hinter sich und der Flur erinnerte an Shining. Dafür war das Personal sehr freundlich und das Zimmer schön. Wir hatten sogar einen mini Fernseher und eine Minibar. Das Beste war, dass wir uns die Minibarprodukte leisten konnten und uns dadurch wie Könige fühlten :-)
    Wir besuchten die Shwesandaw Pagode - klingt nicht nur, wie die in Yangon, sieht auch so aus! Wie die Stadt ist diese Pagode aber kleiner und ruhiger als die Yangoner Shwedagon Pagode. Tatsächlich soll das Glöckchen in Pyay einen Meter höher sein. Das lockt aber zum Glück nicht mehr Touristen an, es war angenehm ruhig dort oben. Neben der Pagode ist noch ein beeindruckender, riesiger sitzender Buddha. Wir trafen die Schweizer wieder, entspannten mit ihnen etwas auf dem luftigen Hügel und gingen gemeinsam essen. Unsere Kellnerin trug ein erschreckendes Tshirt, das immer noch Fragen aufwirft. Drauf zu sehen ist ein riesiges Hakenkreuz (zur Erinnerung: bei den Hindus eine andere Bedeutung, aber hier gibt's sehr wenige Hinduisten...), begleitet von einem fröhlichen Text, der die Bedeutung von Hakenkreuz und SS erklärt. Sie hat unsere Abneigung gegen ihren Modestil vielleicht bemerkt, denn sie zog sich um. Ein tätowierter Fahrradmechaniker der Werkstatt nebenan hat klammheimlich Christians Wikingertattoo abgemalt. Er zeigte uns dann noch seinen riesigen, verkrummschelten Tiger auf dem Rücken. Hoffentlich basieren seine Tattoos nicht auf seinen kindlichen Skizzen..
    Nachdem Fenja und Attil nach Bagan losgefahren sind haben wir den Nachmittag im Internetladen verbracht. Sooo viel gab's dann doch nicht in Pyay zu erleben...Wir trafen die Schweizer später wieder. Sie hatten sich etwas Sorgen gemacht, dass ihr Langstreckenbus keine Klimaanlage haben soll (der Aircon-Bus fährt nur alle 2 Tage), haben uns aber nun erzählt, dass das das geringere Problem war. Vielmehr hat sie beunruhigt, dass bei der Fahrt der Boden geöffnet wurde, um den Gang zu wechseln!
    Wir suchten abends vergeblich etwas leckeres zu essen. Die Schweizer empfahlen uns einen leckeren Pfannkuchenimbiss auf dem Nachtmarkt, aber an seiner Stelle stand nur noch ein Stand der die widerlichen Betelnusspäckchen verkauft. Wir wollten auch nicht wieder in das Brautschaurestaurant oder chinesisch essen...Neben unserem Hotel verkaufte ein improvisierter Stand etwas Pfannkuchenartiges für 7 Cent das Stück. Der dünne Teig bekam 3 dekorative Erbsen, wurde in ein riesiges Blatt eingewickelt und sättigt für etwa 2 Minuten. Wir mussten also schnell schlafen gehen. In der Nacht haben wir aus Faulheit das Spiel Deutschland gegen Brasilien im Hotelzimmer geschaut und konnten nach Brasiliens peinlicher Niederlage sehr gut schlafen. Am nächsten Tag ließen wir uns zu einem weiteren Tempel fahren. In unserem knappen Monat in Myanmar werden wir vielleicht mehr Buddhas und Tempel als so mancher in seinem ganzen Leben gesehen haben, da kann uns kein x-beliebiger Tempel mehr locken. Doch in diesem sollte es einen großen, bebrillten Buddha geben! Und tatsächlich, wir waren entweder in der Zeit zurückgereist, das Hipstertum ist hier rüber geschwappt oder die Burmesen sind Beatles-Fans: Buddha trägt eine riesige John Lennon-Gedächtnisbrille :-) Die Fahrt war leider nicht so spannend wie erhofft, es gab kein quirliges Dorfleben. Doch eine Sache war da: Haben wir uns verguckt oder tragen die Burmesen Wehrmachtshelme beim Mopedfahren?! Auf dem Rückweg hielt der Fahrer noch kurz bei einem nahen Tempel, keine Ahnung warum. Vielleicht dachte er, wir wären ähnlich wie die fotografierenden Einheimischen davon angetan, dass ein Mönch 2 Affen an Leinen auf seiner Tempelbaustelle hält. Dem größeren versuchte er zu zeigen wie man mit irgendeinem Werkzeug umgeht. Mönch, ich bin enttäuscht von dir und hoffe das Karma schlägt zurück.

    Noch ein wenig Zeit im Internetladen verbringen und wir machten uns gemeinsam mit einer Familie aus Barcelona auf zum Busbahnhof. Wir aßen frische, ungeröstete Erdnüsse und hofften fest, dass das alte Busgestell während der Nachtfahrt nicht auseinander fällt. Zum Einsteigen wurde nacheinander von den hinteren Reihen angefangen alle Passagiere namentlich aufgerufen; zumindest die Einheimischen. Wir waren nur "tourist". Beim Essstop konnten wir das erste Mal unseren neuen Veggiezaubersatz ausprobieren: "tatanluo" oder so ähnlich soll "frei von Leben nehmen" bedeuten. Angeblich bekommt man dann das Essen, das die Mönche verzehren, aber bei meiner Recherche über Veggieessen in Myanmar habe ich herausgefunden, dass buddhistische Mönche lediglich kein Fleisch von Tieren essen, die extra für sie getötet würden. Dazu fällt mir nix mehr ein, unfassbar.
    Unsere Fahrt endete nicht wie gedacht am frühen Morgen zum romantischen Sonnenaufgang im noch schläfrigen, ruhigen Bagan. (So hätten wir auch ein Hotelzimmer gespart) Stattdessen wurden die Touristen um 2:00 Uhr unsanft durch hereinkommende Taxifahrer geweckt, die einen zum Hotel bringen wollten. Das war eindeutig zu viel für diese Zeit! Wir setzten uns ohne große Widerworte mit den Katalanen in ein Pickup und ließen uns im erstbesten Hotel einchecken. Christian hätte gar kein Zimmer gebraucht für die Nacht,denn er schaute sogleich nach Ankunft mit ein paar Holländern ihren Rauswurf aus der WM 2014.

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 09Jul 2014

    70 Bagan 09.07.2014 Myanmar —

    Nyaung-U, Myanmar

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 14Jul 2014

    71 irgendwo auf dem ayeyawady Fluss 14.07.2014 Myanmar —

    Myaung, Myanmar

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 15Jul 2014

    72 Mandalay 15.07.2014

     

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 18Jul 2014

    73 hispaw 18.07.2014 Myanmar —

    Hsipaw, Myanmar

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 22Jul 2014

    74 inle - Boot mit dem Bein steuern 22.07.2014 Myanmar —

    Nyaungshwe, Myanmar

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 25Jul 2014

    75 yangon 25.07.2014 Myanmar —

    Dagon, Yangon, Myanmar

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 26Jul 2014

    76 Bangkok die Dritte 26.07.2014 Thailand —

    Talat Yot, Bangkok, Thailand

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 27Jul 2014

    77 Insel 27.07.2014 Thailand —

    Ko Pha-ngan, Thailand

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 04Aug 2014

    78 Mit dem Rad durch Bangkok 04.08.2014 Thailand —

    Si Phraya, Bangkok, Thailand

    Fotos & Videos

    Kommentare

  • 07Aug 2014

    79 Chaos in Dehli 07.08.2014 Indien —

    Minto Bridge Colony, New Delhi, Indien

    Kommentare

  • 07Aug 2014

    80 cigköftem in frankfurt 07.08.2014 Deutschland —

    Altstadt, Frankfurt, Deutschland

    Kommentare