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Trip Auszeit im Paradies Auszeit im Paradies 08.02.2015 - 07.04.2015   Nun kann es losgehen! Was wurde in den letzten Monaten diskutiert und... Urs Hättenschwiler (CH) Stephanie B. (CH)
Antigua und Barbuda Britische Jungferninseln Costa Rica Dominikanische Republik ... und 5 mehr

Auszeit im Paradies

Folgen

Nun kann es losgehen! Was wurde in den letzten Monaten diskutiert und spekuliert? Es flogen Fetzen, flossen Tränen, die Börse spielte verrückt und Experten analysierten am Stammtisch das Geschehene. Doch nun scheint alles gesagt. Die Flüge und Mietwagen sind gebucht (an der Stelle ein herzliches Dankeschön an die eifrigen Mitarbeiter von Globetrotter St. Gallen) und unsere Taschen grösstenteils gepackt. Wir sind bereit.

Am frühen Sonntagmorgen, wenn die meisten noch ihren Rausch ausschlafen, startet das Flugzeug mit uns Reiselustigen an Bord. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Madrid geht es nach San José. Erfahrungsberichten zu Folge ist dies jedoch ein trostloser Fleck, weshalb es auch gleich nach Alajuela ins Hotel weitergeht. Von da beginnt dann das Abenteuer.

Und ihr habt die grosse Chance (sowas wie) live mit dabei zu sein. Vorausgesetzt natürlich, der Blogger hat Zeit, Internet und vor allem auch Bock, ein paar Zeilen über das Erlebte mit den Daheimgebliebenen zu teilen. Wenn aber, dann tut er dies natürlich mit viel Charme, Dramaturgie und Wortwitz. Er prangert an, analysiert, debattiert und erheitert die Gemüter in unnachahmlicher Manier.

Merkt euch also diesen Link und schaut hin und wieder vorbei. Vielleicht gibt's ja was Neues zum staunen.

Bis dann also!
Euer Urs

Means of Transport
Boot Bus / Truck Auto Zu Fuss Flugzeug
  • 08Feb 2015

    1 Flug nach San José 08.02.2015 Costa Rica —

    Carmen, Alajuela, Costa Rica

    Beschreibung

    Hier sind wir nun also. Nach 20 Stunden mehr oder weniger angenehmem Reisen haben wir's endlich nach San José geschafft. Beim Landen mussten wir zwar durch dichte und dunkle Wolken fliegen und der Geldautomat am Flughafen wollte uns auch nicht bedienen, dennoch sind wir froh jetzt hier zu sein. Der erste Kontakt mit den Ticos (so nennen sich die Costa Ricaner) war auf jeden Fall überaus freundlich. Am Flughafen traf ich wohl zum ersten Mal auf einen motivierten und freundlichen Zöllner. Die vielen wartenden Taxi- und Shuttlebus-Fahrer achteten gut darauf, dass wir auch den richtigen Bus erwischten und im Hotel wurden wir überaus herzlich empfangen.

    Es ist zwar "erst" 18:00 am Abend, doch wenn man seit 4:00 inkl. 7 Stunden Zeitverschiebung wach ist, legt man sich erst mal ins Bett, um sich kurz auszuruhen. Aus diesem "Kurz" wurden dann doch stolze 12 Stunden, wobei wir dann auch schon beim nächsten Tag wären. Der Plan ist eigentlich mal das Auto zu holen und dann nach Cahuita zu fahren. Mal sehen, ob wir das hinkriegen. Die Strecke scheint lang und das Wetter bedrohlich. Vielleicht melde ich mich ja wieder, wenn wir's geschafft haben.

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  • 09Feb 2015

    2 Ab auf die Strassen Costa Ricas 09.02.2015 Costa Rica —

    Cahuita, Costa Rica

    Beschreibung

    Kaum zu glauben. Zweiter Tag und schon blogge ich zum zweiten Mal. Und dies ganz ohne Internet.

    Aber der Reihe nach. Nach einer Nacht mit viel Schlaf genossen wir heute erstmals typisch costaricanisches Frühstück. Soll heissen es gab Reis mit Bohnen, bevor wir aus dem absolut zufriedenstellenden Hotel auscheckten (einziges Manko war das fehlende Topftelefon, weshalb es heue gänzlich ohne Informationsaustausch verlief). Unser Ziel heute: Cahuita – ein kleines Dorf an der südlichen Karibikküste (ja, bin ich denn jetzt nicht in der Karibik, Patrick?). Um sicher zu gehen, dass wir uns mit dieser Strecke nicht übernehmen, fragte ich an der Rezeption nach der Fahrzeit. Bis zu 5 Stunden, meinte dieser und fügte hinzu, dass dies ganz gut zu machen sei. Eine weitere Person am Flughafen stimmte dem zu, indem er sagte, dass man in 2.5 Stunden nach Cahuita fährt. Schön, wenn sich die Leute so einig sind. Das Navi zeigte dann natürlich auch dementsprechend drei Stunden an.

    Die Fahrt erwies sich dann als viel angenehmer als erwartet. Das Auto ist in sehr gutem Zustand und auch die Fahrbahn war grösstenteils in Ordnung. Grössere Verzögerungen gab es eigentlich nur wegen den vielen LKWs und wegen eines Unfalls (das beteiligte Auto sah ziemlich bedrückt aus). Gelegentlich stösst man auch auf einige Bremshügel, die teilweise absichtlich und teilweise wohl eher von Wartungsmängel bedingt die Fahrt verlangsamen. Ähnlich absichtlich fuhr ich auch ungebremst drüber. Ein Glück, dass unser Auto alles andere als tiefergelegt ist. Es scheint allgemein wie für mich gemacht: Es mag zwar klein und dick anmuten, ist aber unverschämt kraftvoll. Alles in allem hatten wir dann aber auch – wie von allen voraus gesagt – etwas weniger als vier Stunden.

    Unser Reiseführer empfahl hier die Bungalows Aché. Drei kleine Bungalows, halbwegs im Dschungel, aber dennoch nahe am Zentrum, unter deutscher Führung (hab ich das jetzt so geschrieben?). Kaum angekommen hiess uns auch schon ein Faultier herzlich willkommen. Wie es der Zufall so wollte, sahen wir kurz darauf auch im Geäst der anliegenden Bäume zwei echte Exemplare. Doch nicht nur die sorgen für das Wildlife-Feeling hier. Unterstützt werden sie von den zahlreichen Krabben und Brüllaffen, die zwischen den Bungalows umherziehen. Angeblich wäre da auch ein Tukan und ein Leguan – dies halte ich jedoch noch für Gerüchte.

    Gestört vom für mich abnormalen Tagesablauf (Frühstück? Und das noch vor 8 Uhr???) ging es bereits um 16:30 zum Nachtessen. Angesichts des tiefen Sonnenstandes und unseres Hungers erschien es uns nicht seltsam. Einzig, dass wir die einzigen waren, die etwas assen, liess uns stutzen. Aber ein frühes Abendessen hat bekanntlich den Vorteil, dass man früher zu den Cocktails gehen kann. Diese fanden wir dann in einer Reggea-Bar, in der ein Alleinunterhalter mit Gitarre für Stimmung sorgte. Er spielte einfach ein paar Akkorde und sang, was ihm grad so durch den Kopf ging. So auch tiefgründige Texte wie "Guten Abend, alles gut? Jaaaa" oder einfach "I sing a reggea-blues in spanish". Allgemein schien er in seiner eigenen Welt zu sein. Nur dass er jedes Mal motzte, wenn ich die Maracas nicht schüttelte, liess uns wissen, dass er noch hier ist. Nebenbei: ich bin ein begnadeter Maracas-Spieler. Da ist der Musikwelt ein Talent entgangen.

    Mittlerweile ist es doch schon späte 20:00 und es ist schon seit über einer Stunde stockfinster. Ich sitze hier auf der Veranda unseres Bungalows und schreibe den Blog in Notepad, weil ich kein Internet habe. Aber mein grösseres Problem als das nicht vorhandene WLAN ist, wie man gescheit in der Hängematte sitzen und sein Bier trinken kann. Ihr wisst gar nicht, wie schön ihr es an euren Bürotischen habt. Da trinkt es sich das Bier viel leichter.

    Dann werde ich jetzt mal weiter damit rumkämpfen. Euch noch einen schönen Arbeitstag!
    Euer Urs!

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  • 10Feb 2015

    3 Ausgesetzt in der Wildnis 10.02.2015 Costa Rica —

    Cahuita, Costa Rica

    Beschreibung

    Was für eine Nacht. Nachdem gestern das letzte Bier getrunken war (ja, ich fand die perfekte Liegeposition), ging’s ins Bett. Doch an Schlaf war zunächst nicht zu denken, denn eine kleine Fledermaus verirrte sich in unser Bungalow. Wir öffneten natürlich sofort alle Fenster und sprachen dem kleinen Ding gut zu, doch es traute sich nicht so richtig und flog lieber ein paar Mal ziellos in die Wand und gelegentlich in mein Bein, als dass es einfach den Raum verliess. Nach etlichen Versuchen war es dann endlich soweit und der kleine Helfer Batmans verliess den Raum (womöglich weil es in der Ferne das Batsignal sah oder so).

    Doch mittlerweile hinderte uns der urwäldliche Lärmpegel am erholsamen Schlaf. Die Grillen zirpten um ihr Leben und gelegentlich kamen irgendwelche sonstige seltsame Geräusche. Ich glaube, es waren Vögel. Doch am imposantesten waren die die ganze Nacht andauernden Machtrufe der lokalen Brüllaffen. Welch Fehleinschätzung von mir, dass ich erst dachte, die brüllen nur tagsüber. Doch mit der Zeit überwiegt die Müdigkeit das Interesse an den nächtlichen Diskussionen und so fanden selbst wir letztendlich ein bisschen Schlaf.

    Frisch und munter ging’s am nächsten Morgen wieder in aller Früh los. Wir genehmigten uns ein köstliches Frühstück mit vielen frischen Früchten in einer Surfer-Bar, ehe wir einen weiteren Versuch Geld abzuheben starteten. Natürlich verlief auch dieser erfolglos. Und an den Bankschalter durften wir gar nicht erst, da wir ohne Pass erschienen sind.

    Alles nicht weiter tragisch. So ging es halt erst auf eine kleine Wanderung durch den Regenwald. Der Nationalpark hier kostet sowieso keinen Eintritt, sondern lebt nur von Spendengelder. Ich grosszügiger Spender warf natürlich spendabel sämtliches Kleingeld in den Behälter. Die 850 Colones entsprechen jedoch nicht einmal ganz CHF 1.75. Dennoch gibt’s auch für mich eine Quittung, die mich als Spender ausweist. Im Sinne vom Naturschutz natürlich äusserst sinnvoll, dass man dafür Papier verschwendet und jemandem in die Hand drückt, der grad in den Nationalpark gehen will und nicht weiss, was er mit dem Zettel anfangen soll.

    Der Park war dann auch das ganze Spendengeld absolut wert. Die Flora weiss mit prächtigen Blumen und hohen Bäumen zu überzeugen und auch die Fauna ist omnipräsent. Ständig raschelt es im Grünen und man dreht sich auch nach dem fünfzigsten Gecko immer noch um. Diese sind zwar zahlenmässig am stärksten vertreten, jedoch bei Weitem nicht das einzige, das man hier zu Gesicht bekommt. So sahen wir unter anderem auch Spinnen, Leguane, Krebse, Spechte, Eichhörnchen sowie Brüll-, Klammer- und Kapuzineraffen. Meist sind die Tiere jedoch schwer zu entdecken. So starrten wir minutenlang in den Baum, bis wir endlich den Helmbasilisken (sofern mich meine Tierkenntnisse nicht im Stich lassen), der nur wenige Meter von uns sass, entdeckten. Auch den braunen Schmetterling auf braunem Grund sah ich erst nach langen Erklärungen anderer Touristen.

    Die Wanderung ist aber auch einfach von seiner Szenerie her wunderschön. Es ist ein 8.3km langer Weg (kein Rundweg) entlang dem Meer. Man ist jeweils unmittelbar am Strand und dennoch stets im Schatten. Erst wollten wir eigentlich den ganzen Weg gehen und anschliessend mit dem Bus zurückfahren. Doch als wir nach drei Stunden erst 3.5km hinter uns hatten, entschieden wir uns doch für ein kleines Picknick und den Rückzug.
    Zurück im Dorf holten wir noch Stephanies Pass, der uns endlich den Geldbezug auf der Bank ermöglichte und holten ein bisschen Apéro. Und nun häng ich’s also wieder hier auf der Veranda. Mittlerweile liege ich bereits so gut in der Hängematte, dass ich dazu noch Bier trinken und Blog schreiben kann. Ich bin einfach gut. Gleich gibt’s noch ein bisschen Siesta bevor es heute etwas später zum Nachtessen geht. Euch noch eine gute Nacht!

    Euer Urs!

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  • 11Feb 2015

    4 Danke für deine Hilfe, Navi 11.02.2015 Costa Rica —

    Tortuguero, Costa Rica

    Beschreibung

    Nanu? Diese Nacht schreien die Brüllaffen ja gar nicht rum? - Zu früh gefreut. Gerade wähnte ich mich in stiller Nachtruhe, da ging das Gebrüll auch schon los. Doch irgendwie hat diese nächtliche Unruhe auch schon fast was Schönes. In der Hoffnung im Morgengrauen viele Vögel beobachten zu können, ging's heute bereits um 6:00 aus den Federn. Zu sehen gab's dann auch so den einen oder andern Geier, Kolibris und natürlich Affen.

    Da heute auch die Anreise nach Tortuguero auf dem Plan stand, kam es sowieso gerade gelegen, dass wir schon so früh auf den Beinen waren. Muss man doch erst ein paar Stunden nach La Pavona fahren, um von dort dann mit dem Boot nach Tortuguero zu gelangen. Frühstück gab's daher auch erst unterwegs. Dieses mal ein bisschen weniger traditionell, nämlich Taco Bell (auch wenn er um die Zeit noch Morning Bell heisst und nur Frühstück-Burritos anbietet). Nach einiger Zeit wurde die Fahrt dann etwas spannender. Da Navi erkannte zwar die Ortschaft La Pavona, zeigte aber keinen Weg an. Es schien, als sagte es uns "La Pavona? Ja, auch schon gehört, aber frag mich bloss nicht wie man da hinkommt...". So fuhren wir dann eben auf gut Glück. Bis Cariari lotse uns noch unser Navi, danach bogen wir mal nach Gefühl ab und folgten dann mal einem andern Auto, das wir einfach mal als anderen Touristen deklarierten. Auch die Strassenverhältnisse wurden nicht wirklich besser. Den Schlaglöchern auszuweichen glich irgendwie einem Gehirn-Jogging. Sozusagen ein Geschicklichkeits-Training, das nie zu Ende ist, sondern mit jedem Level noch etwas schwieriger wird als es ohnehin schon ist. Kurz vor La Pavona - so bin ich mir sicher - wirft auch der letzte Asiate entnervt seinen Gameboy in die Ecke.

    Wie dem auch sei, wir haben's letztendlich auch durch die Schlaglöcher hindurch nach La Pavona geschafft. Hier stellten wir das Auto auf einem bewachten Parkplatz ab, nahmen all unsere Wertsachen mit und gingen an Bord. Die etwa einstündige Tour führt durch einen wunderschönen Kanal, der von Krokodilen und natürlich wieder scharenweisen Vögeln bewohnt wird. Und auch wenn man nüchtern betrachtet immer wieder ein bisschen dasselbe sieht, so macht man stets wieder ein Foto im Glaube daran, dass dieses noch besser als das letzte ist. Leider war der Beschleunigungs- und Bremsrhythmus nicht wirklich auf meine Fotos abgestimmt, wodurch sie wohl dennoch alle unscharf sind.

    Und nun sitzen wir hier im Restaurante La Princesa, wo wir auch unser Zimmer bezogen. Es ist bei weitem nicht mehr so schön wie das letzte, kostet aber auch dementsprechend weniger. Dummerweise haben wir die Schlasäcke im Auto gelassen. Heute könnten wir diese wohl gut gebrauchen.

    Auf dem Plan steht demnächst ein Nachtessen, bevor es um 19:00 zu einer geführten Nacht-Wanderung geht. Anschliessend ist schlafen angesagt, da wir morgen bereits um 6:00 die nächste geführte Tour machen werden. Dann geht's mit dem Kanu in die Kanäle, in der Hoffnung, morgens mehr Vögel zu entdecken.

    So dann... ich melde mich beim nächsten Hotspot!
    Urs

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  • 12Feb 2015

    5 Regenwald - mehr als nur ein Name 12.02.2015 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Nach dem gestrigen äusserst spannenden Nachtspaziergang ging es gleich ins Bett, um heute früh aus den Federn zu kommen. Den Wecker haben wir auf 5:20 gestellt. Dennoch konnten wir natürlich auch heute nicht ungestört schlafen. Dieses Mal war es ein Hahn, der noch vor 5 Uhr zu krähen begann. Ich werde sicherlich kein Vegetarier, einfach in der Hoffnung, diesen Kerl irgendwann auf dem Teller zu haben.

    Um 6:00 ging dann unsere Kanufahrt in die Kanäle vor Tortuguero los. Bereits im Bett liegend hörten wir, woher der Regenwald seinen Namen hat. Es schüttete aus Eimern. Zwar liess es für den Start der Tour nach, doch meldete sich der Regen immer wieder mal eindrucksvoll zurück. Dies störte uns jedoch nicht sonderlich. Im Gegenteil. Es war die Möglichkeit zu zeigen, dass die funktionalen und äusserst chicen Regenponchos nicht nur da sind, um mit ihnen ausserordentlich gut auszusehen. Während dem Ausflug sahen wir dann unzählige Tiere. Vor allem alle Arten von Vögel waren morgens schon sehr aktiv. Elvis - unser Guide, nicht der King - erzählte uns viele interessante Infos über diese und nannte auch die Namen, die ich natürlich allesamt vergessen habe (einer war sowas wie green backed heron oder sowas). Doch nicht nur Vögel, sondern auch Leguane, Basilisken und Kaimane waren bereits wach.

    Nach etwas mehr als drei nassen Stunden waren wir wieder zurück auf Tortuguero, wo wir unsere Sachen packten und uns auf einen langen Weg machten. Erst ging es wieder mit dem Boot eine Stunde zurück ans Festland und von da an bis nach La Fortuna. Die Schlaglöcher konnte ich dieses mal mit einem "ist-mir-jetzt-egal-Cheat" ganz einfach überfahren. Der tropische Regen jedoch machte die Fahrt nicht sonderlich angenehm. Hinzu kam die eklatante Unfähigkeit der Ticos Baustellen zu organisieren. An der ersten Standen wir 30 Minuten. In dieser Zeit durften nur die Autos aus der Gegenrichtung fahren. Kaum waren wir da vorbei, kam auch schon die nächste Baustelle. An dieser gab's jedoch nur noch so knapp unter 20 Minuten. So langsam bestand die Gefahr, dass die Sonne, die sich den ganzen Tag nicht zeigte, untergeht. Bei Regen auf unbelichteten Strassen durch die costaricanischen Highlands zu fahren ist nicht gerade mein Traum. Wir schafften es jedoch noch rechtzeitig ins Cataratas Eco Lodge in La Fortuna. Hier müsste man eigentlich einen wunderbaren Blick auf den aktiven Vulkan Arenal haben. Dazu sollte es jedoch erst mal aufhören zu regnen. Und darf man Google Wetter Glauben schenken, wird dies in den nächsten vier Tagen nicht der Fall sein.

    Das schlechte Wetter lässt nun offen, wie es weiter geht. Eigentlich waren hier schon so zwei bis drei Übernachtungen geplant. Canopy und Wanderungen standen auf dem Programm. Doch bei dem Wetter wird's wohl nichts mit den Hängebrücken über dem Regenwald. So wird es morgen sicher mal einen Besuch in der Therme geben und danach ziehen wir womöglich ein erstes Mal den Spontanitäts-Joker und ziehen vorzeitig weiter. Auch wenn dies natürlich schade wäre. Wir haben jedoch keine Zeit für solches Wetter. Das haben wir ja spätestens im Juli in der Schweiz wieder.

    Somit euch gute Nacht oder fast schon guten Morgen!
    Urs

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  • 13Feb 2015

    6 Thermalbad für zwei 13.02.2015 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Nach einer regnerischen Nacht standen wir heute mal etwas später auf als sonst. Da das Wetter nicht viel besser aussah als gestern und das Lodge eh keinen Platz für eine weitere Nacht hatte, stand heute auch nicht viel auf dem Programm.

    Um 10:00 ging es ins open-air Thermalbad. Offensichtlich gehen die Touristen hier erst in den Nationalpark und erst gegen Abend baden, so hatten wir das ganze Bad für uns alleine. Das Bad war sehr schön. Es besteht aus acht kleinen Pools, die alle mit einem Wasserlauf verbunden sind. Von ganz oben kommt das Vulkanwasser rein, wodurch – zumindest bis sie es dann regulierten – alle Pools unterschiedlich warm waren. Es fiel uns schwer, den richtigen Pool zu finden, da Stephanie nur in den kochenden Pools nicht fror. Als dann um 14:00 noch ein Paar kam, wurde es uns ein bisschen zu überfüllt und wir fuhren los in Richtung Tilarán.

    Die Fahrt entlang dem Lago Arenal soll laut Reiseführer wunderschön sein. Die Abschnitte durch den Regenwald waren in der Tat auch sehr gemütlich. Allerdings konnten wir die herrliche Aussicht, die uns der Regen verwehrte, nur erahnen. Zudem setzten Stephanie die vielen Kurven etwas zu. Ganz zum Schluss riss dann die Wolkendecke doch noch auf, sodass sich uns der atemberaubende Blick über den See sogar mit Regenbogen offenbarte.

    Am Abend lief dann nicht mehr so viel. Wir bezogen das schöne und preiswerte Bungalow Arelago irgendwo im Nirgendwo und fuhren für einen Snack-Einkauf nach Tilarán. Das Dörfchen sieht eigentlich ganz nett aus. Doch der heftige Wind lud nicht gerade zum Flanieren ein. So ging es dann mit dem Auto noch ins uns empfohlene Restaurant Brisas del Lago und erst nach dem Eindunkeln dann zurück ins Bungalow.

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  • 14Feb 2015

    7 Ab an die Sonne 14.02.2015 Costa Rica —

    Nosara, Costa Rica

    Beschreibung

    Raus aus dem kalten Wind an die heisse Sonne in 3.5 Stunden. So schnell geht das in Costa Rica. Allerdings haben wir nicht einfach nur auf schönes Wetter gewartet. Nein, wir fuhren heute einfach kurzerhand an den Pazifikstrand. Nosara, genauer gesagt. Doch vorher servierte uns Erika noch selbstgebackenen Zopf, viererlei selbstgemachte Marmeladen und frische Früchte. Sie erzählte ein bisschen aus ihrem Leben, woher sie kommen, wann und wieso sie auswanderten und was noch ihre Pläne sind. Zudem zeigte sie stolz ihren sehr grossen Garten mit allerlei Früchten und auch Faultieren. Den Tukan konnten wir leider nur in der Ferne erkennen.

    Die Fahrt nach Nosara war schon ein Erlebnis. Erst ging es durch eine trockene, flache Landschaft, die stark an die Prärie erinnerte. Lange, gerade Strassen, bei denen - so scheint es - nur Kurven eingebaut wurden, wenn man bemerkte, dass man die falsche Richtung eingeschlagen hat. Vermutlich führte die Fahrt auch an einem Waldbrand vorbei. Zumindest war auf einmal ziemlich viel Rauch und auch ein Feuerwehrauto auf der Strasse.

    Um die Halbinsel Nicoya zu erreichen, muss man über den Rio Tempisque. Dazu nimmt man am besten die Brücke der Freundschaft zu Taiwan. Was genau Nicoya mit Taiwan zu tun hat? Keine Ahnung. Doch ich weiss, dass die Aussichtsplattform neben der Brücke einen wunderbaren Blick bietet. Auch einige Leguane, Sittiche und kleinere Vögel sind hier anzutreffen. Die meisten erweisen sich jedoch als sehr kamerascheu.

    On the road again. Nun geht es durch eine klar grünere Gegend. Zwischendurch mussten wir kurz anhalten, um den Leguan, der die Strasse überquerte, nicht zu überfahren. Nur wenige Meter weiter trafen wir auf ein weiteres Exemplar, das nicht so viel Glück hatte. Nach einem kurzen Tankstopp in Nicoya ging es ziemlich flott voran. Wir hatten das Glück, die Spitzenposition hinter einem Feuerwehrauto mit Blaulicht zu fahren. So fuhren wir 15 - 20 Minuten ungehindert, bis dann das Feuerwehrauto irgendwo neben einer Bar Halt machte. Anzeichen von Feuer? Keines!

    Bald hatten wir es nun geschafft. Nur noch 21km. Doch ab jetzt war es nur noch Schotterstrasse. Ah hier, mal ein bisschen Teer! Ah... nö... nur so 10 Meter. Den Schlaglöchern auszuweichen ist unnötig, da die ganze Strasse das Schlagloch ist. Jetzt noch eine Linkskurve und dann rechts, sagt das Navi. Doch rechts ist ein Fluss? Jedoch scheint die Strasse ansonsten wirklich nicht weiterzuführen. Aber dafür hat man doch den Beifahrer. Schuhe aus und testen, wie tief der Fluss ist, Stephanie! Glücklicherweise führte er gerade nicht allzu viel Wasser und geht nicht einmal ganz bis zu den Knien. Mit dem 4x4 also locker machbar. Zudem zeigte uns noch ein weiterer Verkehrsteilnehmer mit niedrigerem Auto, wie das zu meistern ist. Nachdem dieses letzte Hindernis bewältigt war, war es nicht mehr weiter störend, dass die Strasse ansonsten zusehends schlechter wurde.

    Irgendwann hatten wir es dann geschafft. Wir kamen im äusserst abgelegenen La Garta Lodge (also es ist eigentlich eher ein Hotel) in Nosara an. Hier begrüsste uns nebst der Besitzerin mit einem Willkommens-Drink auch ein atemberaubender Ausblick über das Trockenwald-Reservat. Fürs Abendessen gingen wir dann jedoch nochmals zu Fuss zurück ins letzte Dörfchen, obwohl uns die Besitzerin davon abriet, abends zu Fuss dahin zu gehen. Sie befürchtete, wir würden uns beim Rückweg verirren. In der Tat war der Fussmarsch ziemlich lang (ca. 1h), doch ich wäre keine Brieftaube, hätte ich den Weg ins Hotel (also es ist eigentlich ein Lodge) nicht mehr gefunden.

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  • 15Feb 2015

    8 Man gönnt sich ja sonst nichts 15.02.2015 Costa Rica —

    Nosara, Costa Rica

    Beschreibung

    Die letzte Nacht war mal wieder äusserst stürmisch. Zwischenzeitlich kam es uns vor, als ob das Hotel abgerissen würde. Doch zu unserer positiven Überraschung, waren wir noch da. Es ging mal wieder früh aus den Federn, da wir heute eine Wanderung durch das Reservat um 06:30 reserviert hatten. Mit einer deutschen Leiterin, ging es für etwas mehr als zwei Stunden durch den Trockenwald. Sie wusste allerhand über die hiesige Tier- und besonders Pflanzenwelt zu erzählen. Gekonnt lauschte sie den Vögeln und lockte uns in die richtigen Richtungen. Eigentlich ist Paarungszeit, wodurch sich die Männchen zur Schau stellen sollten. Doch gestört durch den starken Wind, war davon leider nicht viel zu sehen. Die meisten Vögel zeigten sich sehr kamerascheu, andere liessen sowieso nur von sich hören, zeigten sich aber nicht. Gabriele, die Leiterin, zeigte sich dadurch fast noch frustrierter als wir. Quasi als Entschuldigung führte sie uns dann noch abseits des Trails, um uns weitere schöne Flecken zu zeigen. Für uns war es auf jeden Fall sehr schön und höchst interessant.

    Anschliessend unternahmen wir - wie es sich für einen Sonntag gehört - nicht mehr allzu viel. Wir genossen noch das Frühstück, das von lokalen Xylophon-Spielern musikalisch untermalt wurde. Zusätzlich stellten vier äusserst amateurhaften Tänzerinnen ihr Können zur Schau. Für meinen Geschmack etwas too much und nicht sonderlich gut. Da das Hotel für diese Nacht kein Zimmer in unserer Kategorie mehr frei hatte, mussten wir nun das Zimmer wechseln. So zum verspäteten Valentinstag gönnten wir uns die Junior-Suite. Diese verfügt über eine herrliche Veranda sowie Klimaanlage und einer Dusche mit Ausblick.

    Den restlichen Tag verbrachten wir mit Faulenzen am Pool mit Cocktails und einem Sprung ins Meer. Um 14:00 scheint da Essenszeit für die Pelikane zu sein. Eine solche Vielzahl an fischenden Exemplaren hätte ich mir nie ausdenken können. Leider gingen wir ohne Kamera baden, somit gibt es davon keine Bilder.

    Und nun sitzen wir bei einem oder zwei Cocktails in der Sunset-Bar. Soeben konnten wir die Sonne wie ein roter Feuerball im Pazifik untergehen sehen. Und nach diesem Tequila Sunrise (welch Ironie) geht es zum Nachtessen. Der Magen knurrt auch schon.

    Mir wünsch ich jetzt än Guete und euch einen schönen Montag! kreisvier wünsche ich viel Spass und gute Unterhaltung bei der Wochensitzung.

    PS: Sollte es mal (so wie gestern und heute) keine Fotos haben, so werden die irgendwann mal folgen. Braucht halt schon Zeit, die Bilder auszuwählen und hochzuladen. Und Zeit hab ich eben keine.

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  • 16Feb 2015

    9 Die Strassen werden schlechter 16.02.2015 Costa Rica —

    Montezuma, Costa Rica

    Beschreibung

    Hab ich mich in La Pavona über die schlechte Strasse beschwert? Heute hätte ich sie mir gerne zurückgewünscht. Es stand eine 4.5 stündige Fahrt über Nicoya nach Montezuma auf dem Programm. Dabei ist insbesondere der Abschnitt zwischen Playa Naranjo und Paquera eine Zumutung. Wir sind hier in Sachen Schotterpiste längst auf dem nächsten Level. Dieses Mal geht es auch noch rauf und runter. Dies jedoch ganz ohne Kurven. Braucht es ja auch nicht. Einfach die Strecke so steil wie möglich rauf und hinten wieder runterziehen. Schweres Anfahren und lange Bremswege auf der löchrigen Kiesstrasse sind ja nicht Abenteuer genug. Es scheint, als ob uns die Strasse nach jedem gemeisterten Hindernis sagt: "So, das habt ihr also auch geschafft. Dann wartet doch mal, was ich sonst noch so drauf habe!"

    Dennoch haben wir es bis nach Paquera und anschliessend auf wieder besseren Strassen bis nach Montezuma geschafft. Nachdem wir im uns empfohlenen Luz de Mono abgewiesen wurden, logieren wir nun im Los Mangos. Hier haben wir zumindest für die erste Nacht mal ein kleines Zimmer, fern von Luxus. Das Zimmer ist direkt an der Strasse und die Fenster haben keine Scheiben. Es könnte also zu einer weiteren unruhigen Nacht kommen. Aber wollen wir mal noch nichts verschreien.

    Das Dorf scheint recht touristisch, aber dennoch gemütlich zu sein. Es hat einen hübschen Strand, ein paar Bars, noch mehr Souvenirshops und viele Surfer und Kiffer. Nach ein, zwei stärkenden Drinks in einer Bar verschafften wir uns zu Fuss einen Überblick. Bei der Gelegenheit machten wir auch – wenn auch einmal mehr mit anfänglichen Zahlungsschwierigkeiten – gleich die Ausflüge für morgen und übermorgen klar. Morgen früh geht’s auf eine zweistündige Canopy-Tour und tags darauf mit einem kleinen Boot auf die Isla Tortuga zum Schnorcheln, Essen und einfach ein bisschen sein.

    Mittlerweile ist es auch schon wieder Nacht und wir befinden uns nach dem Essen und einem Schlummi wieder im Zimmer. Hier lieg ich nun blogge einmal mehr offline, da es nur an der Rezeption Wifi hat. Und dies auch nur solange diese offen ist. Heute schreibe ich auch wieder etwas nüchterner als gestern. Ich stelle fest, es geht um Einiges besser so.

    Nun scheint auch die Techno-Party am Strand auf der gegenüberliegenden Strassenseite zu Ende zu sein. Somit kann ich also auch endlich in Ruhe schlafen gehen. Ich muss morgen schliesslich fit fürs Canopy sein. Dann also gute Nacht!

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  • 17Feb 2015

    10 Mit Vollgas durch das Dach des Waldes 17.02.2015 Costa Rica —

    Montezuma, Costa Rica

    Beschreibung

    Heute konnten wir mal wieder verhältnismässig lange schlafen. Die Nacht war auch viel ruhiger als erst befürchtet und so gingen wir völlig ausgeruht zum Canopy. Das "Schweiz von Zentralamerika" bezieht sich offensichtlich nicht auf die Pünktlichkeit und somit ging es leicht verspätet los. Zu fünft in ein armes kleines Auto gequetscht fuhren wir mal wieder über rumplige Strassen zum Gelände. Hier erhielten wir zunächst die Sicherheitsgurte und den Helm. Nun noch kurze Instruktionen und dann ging es auch schon los. Nach sechs rasanten Slides mit sehr schönen Aussichten gelangten wir an einen Wasserfall, bei dem wir kurz Rast machten, um uns im Wasser etwas abzukühlen. 30 erfrischende Minuten später ging es aber bereits weiter. Erst mussten mühsam einige Stufen bewältigt werden, was mit meinem Ranzen schier unmöglich erschien. Ebendieser Ranzen verhalf mir aber dafür zu einem schnelleren Abseilen.

    Zurück im Hotel ging es direkt zum Pool. Der Badeaufseher - ein Leguan - hielt uns dabei stets kritisch in seinem Blickfeld, während über uns verzweifelt zwei kleine, aus ihrem Nest vertriebenen Vögel versuchten, dieses wieder aus den Krallen vier grösserer Vögel zurückzuerobern.

    Viel mehr geschah heute allerdings nicht. Hier ist alles ein bisschen "hey maaan, easy!". Für meinen Geschmack etwas zu viele Hippies, aber es lässt sich hier entspannen. Wir mussten noch nicht einmal - wie gestern noch angekündigt - das Zimmer wechseln. Dies wurde auf morgen verschoben. Das Abendessen war überteuert und nur mässig gut. Aber immerhin versucht die (ich bin mir sicher französische) Besitzerin einen auf Chicki-Micki (wie schreibt man das eigentlich) zu machen. Das beste am Restaurant sind die kleinen Krebse, die bei Dunkelheit hier reinkrabbeln.

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  • 18Feb 2015

    11 Immer Ärger mit den Schlössern 18.02.2015 Costa Rica —

    Paquera, Costa Rica

    Beschreibung

    Auch heute wieder konnten wir etwa länger schlafen, da der geplante Ausflug erst um 9:00 begann. Weil wir während des Tages wie angekündigt das Zimmer wechseln sollten, packten wir all unsere Sachen und verstauten diese in der Rezeption.

    Mit der üblichen Verspätung bestiegen wir das Boot, das uns zur Isla Tortuga bringe sollte. Der Boden des Bootes hatte einen Riss sowie eine lockere wie auch eine fehlende Schraube. Aber von so Kleinigkeiten lässt man sich doch nicht den Spass verderben. Auf der Fahrt zur Insel begegneten wir einigen Pilotwalen, die besonderen Gefallen an unseren Wellen gefunden haben. Doch so ein Vieh mal anständig zu fotografieren ist gar kein so leichtes Vorhaben. Bei den kleineren Delfinen, die wir später noch antrafen, hab ich es dann gar nicht erst versucht.

    Vor der anvisierten Insel machten wir an zwei Spots einen Schnorchel-Stopp. Das Schnorcheln hier ist allerdings schnell erzählt. Wer mal im Roten Meer war, wird hier sicherlich nicht euphorisch. Auf der Insel selbst erwartete uns das Mittagessen, ein Souvenir-Shop und ein äusserst feinsandiger Badestrand. Hier liess es sich sehr gut verweilen, bis es dann mal zurückging. Bei der Rückfahrt sorgten hohe Wellen und Gegenwind dafür, dass wir tropfnass ankamen.

    Im Hotel wurden wir vom ohnehin etwas inkompetenten Personal nicht sonderlich freundlich empfangen. Sehr skeptisch und fast schon provozierend wurde ich mehrfach gefragt, ob wir hier Gäste sind und welche Zimmer-Nummer wir haben. Diese war mir jedoch selbst nicht bekannt, da wir ja bekanntlich das Zimmer wechseln mussten. Zur grossen Überraschung (Stephanie hat's eigentlich vorausgesagt) erhielten wir dasselbe Zimmer wie schon zuvor. Dasselbe, bei dem das Türschloss nur mit gekonnten Handgriffen geöffnet werden kann. Das Zimmer, in dem der Safe sich nur ungern öffnen lässt. Manchmal dreht sich mit dem Schlüssel hier auch grad das ganze Schloss, ohne dass sich etwas öffnet. Und da haben wir jetzt auch schon das Problem. Wir haben schön alle Karten, das ganze Geld und den Autoschlüssel im Safe verstaut, und jetzt lässt sich dieser Scheiss nicht mehr öffnen. Die Dame an der Rezeption meinte zunächst lediglich "ja was will ich denn jetzt tun? Ich arbeite nur hier...". Später konnte sie sich dann doch mal dazu aufraffen, den Chef anzurufen. Wir sollen bis morgen warten. Dann aber haben wir bereits das nächste Hotel in weiter Ferne gebucht und möchten morgens um 7:00 los, um die Fähre noch zu erwischen. Der Zwasli liess uns dann wenigstens Geld für ein Abendessen geben und behauptet, morgen um 7:00 käme jemand, um den Safe zu öffnen. Man darf skeptisch sein...

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  • 19Feb 2015

    12 Do I smell popcorn? 19.02.2015 Costa Rica —

    Monteverde, Costa Rica

    Beschreibung

    Nach einer absolut unerholsamen Nacht standen wir heute um 6:30 ziemlich verspann auf. Wir wollten schliesslich alles bereits gepackt haben, wenn der Gango unseren Safe öffnet. Natürlich war er nicht wie versprochen um 7 Uhr da. Doch auf mein Nachfragen hin kam er überraschenderweise sofort. Auch er versuchte es zuerst mit dem Schlüssel, musste aber schnell einsehen, dass er das Schloss rausbohren muss. Eine kleine Genugtuung war, dass dabei unsere Nachbarn - sie stanken wie ein Iltis, verpissten das gemeinsame Klo ohne zu putzen und hielten uns mit ihrem Lärm in der Nacht wach - rüber kamen um sich über den Lärm zu beschweren.

    Um 7:45 konnten wir dann endlich losfahren. Wir wollten die 9 Uhr Fähre ab Paquera erwischen und benötigten beim Hinweg eine Stunde. Allerdings mit leichtem Umweg und Langweilern vor dem Auto. Somit ging es auf direktem Weg und mit zugegeben etwas überhöhtem Tempo auf der mehr oder weniger anständigen Strasse in Richtung Hafen, so dass wir für diese Strecke gerade mal 40 Minuten benötigten. Dies reichte also locker, um die Fähre zu erwischen.

    In Puntarenas angekommen fuhren wir also wieder zurück nach Monteverde, das wir ja beim Hinweg aufgrund des Wetters einfach mal missachteten. Die Strasse dahin hat mich positiv überrascht. So war sie zwar auch nicht grad toll, doch hatte ich sie mir nach den bisherigen Erfahrungen schlimmer vorgestellt.

    In Santa Elena angekommen, bezogen wir erstmal das kleine aber nette Häuschen in der Arco Iris Lodge und holten noch ein wenig Schlaf nach. Anschliessend buchten wir noch die heutige Nachtwanderung sowie die morgige geführte Tour durch den Nebelwald. Danach noch etwas essen und ein wenig Souvenir-Shopping, da war es auch schon Zeit für die Tour durch die Dunkelheit.

    Chris, der Guide, war ein sehr amüsanter Kerl. Er erzählte uns einiges über sich und seine Vorfahren. Aber natürlich blieb er stets beim eigentlichen Thema: Die Fauna und Flora des hiesigen Nebelwaldes. Er machte uns auch auf die Geräusche und Gerüche aufmerksam. Ich für meinen Teil hatte stets das Gefühl, Popcorn zu riechen. Aber da war ich wohl der einzige. Bei diesem Nachtrundgang sahen wir ganz andere Tiere als beim letzten Mal. Hauptsächlich trafen wir auf schlafende Vögel, die sich jeweils zu kleinen Häufchen zusammen rollten und somit an Christbaumkugeln, die nach oben hängen, erinnerten. Darunter waren beispielsweise Zugvögel aus Kanada oder Brown Jays, die angeblich besser als Wachhunde sein sollen. Des Weiteren sahen wir jede Menge Glühwürmchen, Stabheuschrecken, eine Viper auf dem Baum (Achtung giftig. Die Viper, nicht der Baum) und auch eine weibliche Tarantel auf der Lauer nach Beute. Doch die Highlights waren ein Coatie (soll angeblich den Rottweiler von Chris getötet haben) und ein Kinkajou. Beides Vertreter der Waschbären-Familie. Letzteres sieht aus wie eine Mischung aus einem Affen und einer Katze, weshalb es lange fälschlicherweise für einen Affen gehalten wurde.

    Da ich diese beiden Tiere nicht fotografieren konnte: Hier je ein Beispielbild:

    Coatie: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/09/A_White-nosed_Coati.jpg
    Kinkajou: http://imgc.allpostersimages.com/images/P-473-488-90/64/6455/ZJYH100Z/posters/gregory-basco-kinkajou-potos-flavus-costa-rica.jpg

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  • 20Feb 2015

    13 Die Dummen sterben nie aus 20.02.2015 Costa Rica —

    Monteverde, Costa Rica

    Beschreibung

    Die letzte Nacht war kühl, um nicht gar kalt zu sagen. Gegen Morgen begann es dann auch noch zu regnen. So kam es, dass ich heute nicht allzu frisch aufstand. Doch mit Ausschlafen war nichts. Schliesslich ging es um 7:30 zur Morgenwanderung durch den Santa Elena Nationalpark. Dieser ist weniger stark frequentiert als der Monteverde Nationalpark. Weniger Touristen bedeutet jedoch nicht intelligentere Touristen, was wir noch feststellen sollten. Als die Wanderung schon im vollen Gang war (zunächst sahen wir nur den Garten an), kamen zwei Ladies gut 20 Minuten zu spät. Die beiden Damen waren wohl näher an der 50 als an der 40, weshalb ich ihren Bildungsstand auch näher an 5 als an 4 schätze. Alleine schon die super Vorbereitung für den Nebelwald: übertrieben geschminkt, Turnschuhe, ein dünnes Pelz-Pullöverchen, eine mit Schmucksteinen verzierte Stoffkappe und ein Louis Vuitton Täschchen eignen sich hervorragend für diese Tour. Daher "baten" (vielmehr zwangen) sie uns zu warten, bis sie Regenponchos und Gummistiefel geholt hatten.

    Auf der Wanderung drehten sie dann richtig auf. Die geführte Tour hätte äusserst interessant werden können, hätte der Guide den Damen nicht ständig die dümmsten Fragen beantworten müssen. Die erste Frage war natürlich mal, wann es denn endlich aufhört zu regnen. Als der Guide uns später aufforderte Fragen zu stellen, bemerkte er nochmals explizit, dass er nicht wisse, wann es aufhört zu regnen. Somit sahen sie sich gezwungen zu fragen, wann denn der Wetterbericht sagt, dass es aufhört zu regnen. Auch ansonsten sehe ich deren Intelligenz und Reisevorbereitung in der Kategorie "Ignorant". Als uns der Local ein Faultier zeigte, stand ihnen das Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. "Was ist ein Faultier?", fragte die eine und die andere fügte hinzu "was für eine Art Vogel ist das?". Nach dem Anblick eines Fotos (zu blöd, um durch das Fernglas das echte Tier zu erkennen) bemerkten sie fachkundig, dass es doch eher wie ein Affe aussehe. Auch ihre nächste Frage, was das für grünes Zeugs am Baumstamm ist, hatte eine verblüffende Antwort zur Folge. Es war doch tatsächlich Moos, stellt euch das mal vor!!!
    Einige Meter später war auf einmal Lady Gaga zu hören. Die eine fragte verdutzt, ob und woher da Musik gespielt wir. Ob wir das denn nicht auch hörten. Mindestens eine Minute verging, bis sie merkte, dass das ihr eigenes Handy war. Da sie angeblich nicht wusste, wie man das ausstellen kann, gingen wir halt bis zum Ende des Songs mit einem Po-Po-Po-Pokerface durch den Wald. Da krieg ich Faultiere - natürlich vorausgesetzt, das sind auch wirklich Vögel. Da dreh ich am Rad.

    In der zweiten Hälfte der Wanderung wurde es dann interessanter. Es war ein leichter, aber äusserst entspannter Aufstieg. Dies raubte den Damen jedoch den kompletten Atem, wodurch sie keine dummen Fragen mehr stellen konnten. Hab ich dumme Fragen gesagt? Mr. Garrison hat uns doch gelehrt: "Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Menschen". Wie auch immer, dadurch hatte der Guide endlich mal die Chance, interessante Dinge zu erzählen. Teilweise konnte er 5 Minuten erzählen, bis endlich die hechelnden Damen, die sich gelegentlich setzen mussten, wieder aufgeschlossen hatten. Dennoch waren wir zuletzt froh, als es vorbei war. Obwohl wir Regenponchos trugen, waren wir mittlerweile völlig durchnässt.

    Nachdem wir über Mittag etwas Schlaf aufholten, besuchten wir den örtlichen Frog Pond. Hier ist eine Vielzahl costaricanischer Frösche und Kröten ausgestellt. Deren Grösse variieren von winzig klein bis zu ordentlich gross. Um deren Augen zu schonen, durfte nicht mit Blitz fotografiert werden, was gute Bilder nahezu unmöglich machte.

    Zum Znacht probierte ich mal was neues: Hühnchenbrust an einer Maracuya-Sauce. Dies wäre ein typisches Dienstags H1 im Al Covo und absolut empfehlenswert.

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  • 21Feb 2015

    14 On the road again 21.02.2015 Costa Rica —

    Jaco, Costa Rica

    Beschreibung

    Heute mussten wir uns nun entscheiden, wie's weitergehen soll. Versuchen wir erneut unser Glück in La Fortuna oder geht es wieder zurück an den Pazifik? Da wir mittlerweile genug vom nasskalten Wetter haben und keine Besserung in Aussicht war, entschieden wir uns für letzteres. Erst noch die Fotos vom Canopy auf das Tablet geladen (werde ich anschliessend noch hochladen. Tag 10), dann ging's zurück auf die Strasse. Dieses Mal war der Weg das Ziel - einfach in Richtung Süden.

    Doch bereits nach wenigen Minuten war mal wieder warten angesagt. Eine weitere super organisierte Baustelle war im Weg. 30 Minuten warten, 200 Meter fahren, wieder 10 Minuten warten, 100 Meter fahren, nochmals 5 Minuten warten. Der Nebeneffekt dieser Wartezeiten war, dass sich ein riesen Konvoi mit Touri-Bussen und - fast noch schlimmer - unsicheren Selbstfahrer-Touristen entstand. Die kurvenreiche und wenig gesicherte Schotterpiste abwärts fuhr es sich daher äusserst mühsam. Erst als wir die Hauptstrasse erreichten, konnten wir endlich überholen.

    Südlich von Puntarenas entschieden wir uns für einen kurzen Stopp bei der Brücke von Tarcoles. Angeblich sollen unter dieser Krokodile wohnen (immer diese Obdachlosen). Und tatsächlich trafen sich da einige Exemplare zum Sonnenbad. Ich zählte 24 Stück und bin mir sicher, nicht alle gesehen zu haben. Nur wenige Meter weiter befindet sich der Eingang zum Nationalpark Carara, bei dem wir uns ebenfalls spontan entschieden, da kurz durch zu spazieren. Aus dem kurz wurden dann immerhin zweieinhalb Stunden. Dieser Park erwies sich (bisher) zu meinem Lieblings-Park. Wir nahmen keinen Führer und erkundeten ihn auf eigene Faust. Grösstenteils waren wir dabei völlig alleine im Grünen, wo sich Regen- und Trockenwald sowie Primär- und Sekundärwald treffen. Höchst selten begegneten wir anderen Besuchern. Mein Highlight war, dass wir hier auch endlich auf ein freies Paar Roter Aras trafen. Erst verrieten sie durch ihr Gekrächze ihre Anwesenheit. Nach langem Suchen entdeckten wir sie auch hoch in den Baumkronen. Ein imposanter Anblick war insbesondere, die beiden im Flug zu beobachten.

    Vom Schweiss völlig durchnässt und vom Hunger geplagt führten wir die Fahrt in den Süden fort. Im Örtchen Jacó suchten wir eine Unterkunft und fanden diese im völlig überteuerten Naranjal. Die Stadt selbst ist ohnehin kein Besuch wert. Sie ist voll von Bade-Touristen und dementsprechend laut, dreckig und kostspielig. Nach dem Nachtessen und ein paar Drinks gings dann zu Bett. Noch kurz einen Film schauen und dann schlafen.

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  • 22Feb 2015

    15 Nichts wie weg aus Jacó 22.02.2015 Costa Rica —

    Uvita, Costa Rica

    Beschreibung

    Spätestens jetzt möchte ich auch Marc auf meinem Blog herzlich willkommen heissen. Ich hoffe, du hattest angenehme Ferien und bist jetzt wieder voller Tatendrang :)

    Die letzte Nacht war zum kotzen. Draussen feierten irgendwelche Spackos auf dem Hotelgelände statt in den Bars Geburtstag. Doch selbst als die Party um 3:00 zu Ende war, war noch lange nicht Ruhe. Sie verzogen sich zwar schön alle auf ihr Zimmer, doch führten sie ihre Unterhaltungen durch Von-Zimmer-Zu-Zimmer-Schreien weiter. Die, die nicht schrien, schauten TV in höchster Lautstärke und selbst die Klimaanlage machte genug Krach, um im hellhörigen Hotel einem den Schlaf zu rauben. Kurz vor 5 war dann endlich wirklich mal Ruhe und so konnte ich doch noch zwei Stunden schlafen.

    Um halb 8 verliessen wir das Zimmer und wollten frühstücken. Immerhin gibt es laut Rezeptionistin ab 7Uhr Frühstück. Das Restaurant war zwar bereits voller hungriger Mäuler, doch der Kellner gab zu verstehen, dass es erst ab 8 zu futtern gibt. Das Essen musste man wie an einem Schalter fassen. Weil der Kellner damit völlig überfordert war, dirigierte er zunächst alle wieder an ihren Tisch zurück und sagte jeweils, welcher Tisch jetzt seinen Frass abholen darf. Auswahl? Keine! Früchte? Auch keine! Säfte? Genau so wenig. Es gab Reis mit Bohnen und es fühlte sich an, als wäre der Reis mit Sandkörnern gestreckt. Aber was erwartet man auch für 120$ die Nacht? Da dreh' ich am Rad. Und wer mich kennt weiss, dass ich nicht so schnell am Rad drehe.

    Jetzt einfach weg von hier. Weiter folgten wir der Strasse gen Süden. Unterhalten wurden wir dabei von einem etwas seltsamen, aber angenehmen Radiosender. Gespielt wurden irgendwelche Klassiker wie Africa von Toto, viele 80er Hits, noch mehr Kuschelsongs und immer wieder übler Trash, der aber für gute Laune sorgte (https://www.youtube.com/watch?v=Zr4upQqWMtA). Auf dem Weg lag der Manuel Antonio Nationalpark, in dem wir über vier Stunden rastlos wanderten. Heute wieder mal mit einem Leiter, der an jeder Ecke Tiere ausfindig machte. Es schien, als müsste er gar nicht hinsehen, um zu wissen, wo die Tiere stecken. Fledermäuse, Vögel, Spinnen, Krabben, Affen, Agutis und Waschbären kreuzten unseren Weg. Doch hier sind nicht nur Tiere zahlreich vertreten, sondern auch die Touristen. Manuel Antonio ist ein riesen Kontrast zum gestrigen Carara.

    Noch weiter im Süden - in Uvita - fanden wir ein Lodge in Strandnähe. Marco, der Besitzer, hiess uns hier äusserst herzlich willkommen. Während das Zimmer zurechtgemacht wurde, erkundeten wir die Ortschaft. Es handelt sich hier um ein kleines, äusserst verschlafenes Dorf. Besonders nach Sonnenuntergang ist hier gar nichts los (auch das ein riesen Kontrast zu gestern). Doch hat es hier einen sehr schönen Badestrand und einen direkt angrenzenden Meeres-Nationalpark. Ich denke, morgen wird es wohl auf Waljagd und anschliessend zum Bad gehen.

    Jetzt liegen wir auch bereits im Bett. TV läuft und über uns hören wir die Ratten im Dach. Gibt es was gemütlicheres? Im Fernsehn läuft auch was vertrautes: Die Simpsons auf spanisch (der Football in die Leisten)

    Euch noch einen schönen Wochenstart :)

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  • 23Feb 2015

    16 x - (1 Sonnenhut + 1 Brille) 23.02.2015 Costa Rica —

    Uvita, Costa Rica

    Beschreibung

    Nix war's mit den Plänen für heute. Zu spät kamen wir für die Whale-Watching-Tour. D.h. eigentlich wären wir rechtzeitig da gewesen, aber weil die die Läden nicht geöffnet hatten, waren wir sicher, dass da noch zu ist. Ist jedoch nicht weiter schlimm. Wir unternahmen einfach was anderes. Es ging mit dem Kajak zum Whale-Tail (Bucht-Formation) um zu schnorcheln.

    Der Guide war witzig und wusste viel zu erzählen. Auch der Schnorchel-Platz war besser als der letzte. Weniger Menschen und mehr Fische machen einfach mehr Spass. Auf dem anschliessenden Spaziergang durch die wunderschöne Palmenwelt des Strandes (konnte nicht aufhören Fotos zu schiessen), zeigte unser Leiter auch, wie man "einfach" eine Kokosnuss öffnet. Da hab ich mich in Montezuma einiges ungeschickter angestellt.

    Nach diesem kurzen Landausflug paddelten wir mit dem Kajak weiter zu einem Mangroven-Wald. Hier machte der ansonsten gute Guide den einzigen Fehler. Er bot uns zwar an, unsere Sonnenbrillen zu verwahren während wir an Land gehen, erklärte jedoch nicht wieso. Daher sahen wir auch keinen Grund dazu. Böser Fehler. Der starke Wellengang der kommenden Flut liess sämtliche Kajaks (ausser das des Guides) kippen. Beim Rausfallen verlor ich dann meine Sonnenbrille. Es war von Anfang an klar, dass im äusserst trüben Wasser des Sandstrandes gar nicht erst danach gesucht werden muss. Zudem hat es bei mir mittlerweile so seine Ordnung, dass Sonnenbrillen nicht lange herhalten. Etwas ärgerlicher ist der Verlust von Stephanies Hut. Nicht nur, weil daran etwa mehr Erinnerungen hingen. Auch, weil ich ihn eigentlich schon fast gehabt hätte, hätte nicht bereits die nächste Welle eingeschlagen. Naja, so mussten wir halt mit etwas weniger Sonnenschutz weiter.

    Dieser war im kommenden Abschnitt auch gar nicht nötig. Im Mangroven-Wald befanden wir uns hauptsächlich im Schatten. Sehen konnten wir eigentlich so das übliche. Reiher, Krebse, Fledermäuse, Geier... dennoch lohnte es sich sehr. Die Umgebung war einfach atemberaubend.

    Tja, das war dann eigentlich auch schon alles von heute. Wir fuhren noch zwei Teilnehmer nach Hause und erfuhren dabei von einem Restaurant mit hauseigenem Wasserfall. Diesen besuchten wir noch kurz. Es war schon irgendwie seltsam. Wir kamen im leeren Restaurant an und da sass einer, der einfach fragte "Wasserfall?". Wir stimmten zu und er zeigte uns den Weg. Nach ein paar Fotos spendeten wir noch etwas Kleingeld und fuhren wieder zurück.

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  • 24Feb 2015

    17 Musste Cartago denn wirklich zerstört werden? 24.02.2015 Costa Rica —

    Tambor, Costa Rica

    Beschreibung

    Was für ein Tag. Wir entschieden uns wieder gegen Norden zu fahren. Vielleicht haben wir ja diese Woche Glück in La Fortuna. Etwas fluchtartig verliessen wir das Lodge, um über den Cerro de La Muerte (Gipfel des Todes) nach Cartago zu gelangen. Die Idee war, an besagtem Ort nochmals etwas Höhenluft zu schnuppern und den Vulkan Irazú zu besichtigen, da wir Sonne und Meer in Kuba bestimmt noch genug haben werden.

    So machten wir also ohne Frühstück an die kurvenreiche und malerische Strecke. Links, rauf, rechts, noch etwas höher rauf, doch wieder runter. Ziemlich mühselig kämpften wir uns bis ganz nach oben auf den Cerro de la Muerte (Gipfel des Todes). Die Panamericana erreicht hier auf über 3300 Meter über Meer seinen höchsten Punkt. Der Pass erhielt den Namen, da sich hier die Leute oft verliefen und verfroren. Heute sind es mehr tödliche Autounfälle als Erfrierungsopfer. Doch wir haben überlebt!
    Normalerweise soll sich die Strasse neblig und nass präsentieren, doch wir hatten heute etwas mehr Wetter-Glück als auch schon. Bei herrlichem Sonnenschein soll man nach einer 45minütigen Wanderung sogar einen Blick auf beide Ozeane (Atlantik und Pazifik) gleichzeitig haben. So verspricht es unser Reiseführer. So eine touristische Attraktion kann man doch gar nicht verfehlen. Oh doch, man kann. Hier oben ist gar nichts beschriftet. Wir kurvten mehrmals an den gleichen Stellen planlos umher und suchten nach der richtigen Stelle. Wahrscheinlich hatten wir sie schliesslich auch gefunden. Doch so richtig sicher waren wir uns da nicht. Und 1.5 Stunden im eisig kalten Wind wandern, nur um zu sehen, dass es falsch war, klingt irgendwie nicht so verlockend. Somit stiegen wir also nach einem kurzen Aufenthalt im Freien wieder ins Auto.

    Wie es um Cartago selber steht, wissen wir nicht. Doch zumindest die Strasse dahin (im Übrigen ist die Panamericana in einem top Zustand) ist bereits zerstört. Noch auf der Umfahrung hatten wir dann jedoch die glorreiche Idee, Cartago gar nicht mehr anzufahren. Stattdessen zog es uns noch weiter nördlich. Durch den stockenden Verkehr von San José steuerten wir direkt in den stehenden Verkehr von Alajuela. Hier gab’s dann um 15:00 für mich endlich mal Frühstück. Tacos und die erste Halbzeit der Champions League.

    Bei der Weiterfahrt hatte dann das Navi erneut eines seiner grossen Auftritte. Auf der Suche nach dem Berna Tica Lodge führte es uns durch die meistbefahrenen Strassen Alajuelas vorbei an unserem ersten Hotel in die völlig falsche Richtung. OK, nach Koordinaten fahren ist also nichts. Somit gaben wir mal den Nachbarort (das Örtchen Cacao kennt das Navi nicht) ein. Und wie könnte es auch anders sein? Wir mussten natürlich erneut durch den Starkverkehr. Doch auch die Umfahrungsstrasse, auf die wir nun gelotst wurden, war nicht wirklich so das Wahre. Letzten Endes schalteten wir das Navi aus und suchten auf eigene Faust. Dies erweist sich doch als ziemlich schwer, wenn man nicht einmal weiss, wo man gerade ist. Wie soll man das denn auch wissen, wenn die Orte hier keine Ortstafeln haben.

    Mehrfach nach dem Weg gefragt und an diesem wieder gezweifelt, schafften wir es dann doch. Und es scheint sich durchaus gelohnt zu haben. Die Zimmer sind hübsch und die Besitzerin (Dora) ist sehr freundlich. Gerade hatten wir das gemeinsame Nachtessen mit ihr und den beiden anderen Gästen. Es wurde viel erzählt und geplant und nun geht’s ab ins Bett. Morgen wollen wir früh los, um doch endlich mal einen Vulkan (Poás) zu sehen.

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  • 25Feb 2015

    18 Vulkanspaziergang 25.02.2015 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Heute wollten wir es endlich tun. Nach über zwei Wochen Costa Rica sollten wir schon auch mal einen Vulkan sehen. Dora hat uns bereits gewarnt, dass der Vulkan Poás im Normalfall in Regenwolken gehüllt ist. Wenn man eine Chance haben möchte, sollte man früh da sein. Auch der Reiseführer empfiehlt auch aufgrund des Touristenansturms ähnliches. So fuhren wir also zeitig los und kamen nach schier endlosem Anstieg um etwa 8:40 oben an. Einige Touristen waren bereits wieder auf dem Weg nach unten, doch wir haben es noch vor den Cars geschafft.

    Zunächst muss man noch gut 500 Meter zu Fuss zurücklegen. Schon hier macht sich die dünne Luft bemerkbar. Beim Krater angekommen offenbarte sich uns ein imposanter Blick über den Krater. Wir hatten heute Glück mit dem Wetter und konnten das Panorama in vollen Zügen geniessen. Doch darf man sich auf dieser Aussichtsplattform höchstens 20 Minute aufhalten. Dies hat nichts damit zu tun, dass auch sicher jeder Touri mal runterschauen darf. Viel mehr mit den giftigen Gasen. Schwefel war deutlich riechbar.

    Die meisten Urlauber machen hier nach einigen Fotos und noch mehr Staunen kehrt und geht wieder zurück in den Bus. Wir befolgten zwar das Knipsen und das Staunen, doch machten wir uns anschliessend auf den Trail zu einer weiteren Lagune. Diese befindet sich in einem nicht mehr aktiven Krater. Doch auch hier liegt noch immer Schwefel in der Luft, weshalb man auch diesen Blick maximal 20 Minuten geniessen kann. Auch bietet die Lagune nur sehr wenigen Mikroorganismen eine Heimat.

    Da wir früh starteten waren wir auch früh fertig. Das liess uns Zeit für ein bisschen Souvenir-Shopping und erneutem Rumirren auf den unkartierten Strassen. Das Mittagessen nahmen wir in einer richtigen Knelle direkt an der Hauptstrasse zu uns. Keine Ahnung wo wir waren, doch hierher scheint sich selten ein Urlauber zu verirren. Doch die Orte verfügen hier ja über keine Ortstafeln. Nach leckerem Essen erklärte der Kellner uns den Nachhauseweg. Zurück angekommen verbrachten wir den Rest des Tages mit Faulenzen. Ich hab jetzt übrigens endlich mal ein Video vom Canopy hochgeladen.

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  • 26Feb 2015

    19 In your face, Petrus 26.02.2015 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Er wollte uns hier nicht haben. Vor zwei Wochen jagte uns Petrus mit all seinen Wasserreserven aus dem beschaulichen Dörfchen am Fusse des Vulkans Arenal. Doch er lässt sich einfach überlisten. Heute fuhren wir zurück nach La Fortuna und dieses Mal ist uns ebendiese Fortuna auch tatsächlich hold. In eitel Sonnenschein präsentiert sich uns stolz der Vulkan. Noch vor zwei Wochen konnten wir im dichten Nebel nur raten, wo er wohl stehe. Doch heute zieht er alle Blicke auf sich. Majestätisch ragt er gen Himmel empor und lässt geduldig unsere Fotosession über sich ergehen.

    Wir suchten als erstes im gleichen Lodge wie letztes Mal ein Zimmer, wurden jedoch abgewiesen. Auch das zweite war voll und so fanden wir letztlich im Faro Arenal Unterschlupf. Die Taschen verstaut wollten wir uns das Dörfchen etwas genauer ansehen und dann das. Der Reiseführer hat es uns prophezeit und auch Lorenz sah es bereits voraus. Nur der Mitarbeiter der Adobe Autovermietung behauptete, dass die Reifen hier nur selten kaputt gehen. So fuhren wir also mit einem Platten zunächst zur Tankstelle, um ihn aufzupumpen. Der defekte Reifen macht einen höllischen Lärm beim Fahren, sodass auch sicher jeder Passant hinsehen und uns auf den Platten hinweisen konnte. Mit wieder etwas Luft im Pneu fanden wir eine Garage. Hier wird ein kaputter Pneu nicht einfach ersetzt, sondern innert weniger Minuten und für lächerliche fünf Franken repariert. Das könnte in der Schweiz mal Schule machen.

    Ohne den Nebel sieht auch das Dörfchen ganz anders aus. Nach einem Bummel durch die Häuser und einem kleinen Snack besuchten wir das Paradise Hot Springs. Da wir heute nicht mehr so früh dran waren, war es leider kein Privat-Bad mehr. Doch störend war eigentlich lediglich ein Paar: Willie Nelson (zumindest sah er so aus) und seine Frau. Er hat sich wohl zum Ziel gesetzt sich im Thermalbad abzuschiessen, während sie durchgehend stöhnte. Sie lag einfach da im Wasser mit geschlossenen Augen und stöhnte laut vor sich hin. Gelegentlich stimmte Willie mit ein. Wenn man nicht hinsah hätte man glauben können, die hätten Sex.

    Nachdem die Sonne unterging schien Petrus uns wieder bemerkt zu haben. In einer Wut goss er alles runter, was er in Griffweite hatte. Doch sein Groll legte sich nach gut 20 Minuten. Gut so, Petrus. So verstehen wir uns.

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  • 27Feb 2015

    20 Sch... Radfahrer 27.02.2015 Costa Rica —

    Costa Rica

    Beschreibung

    Heute mussten wir mal wieder früh aus den Federn. Um 6:45 standen wir auf um nach ausgiebigem Frühstück auf die Hängebrücken-Tour zu gehen. Walter, unser heutiger Guide, holte uns direkt beim Lodge ab. Es stellte sich heraus, dass wir heute eine Privat-Tour haben. Zu allem Glück schien auch die Sonne und als Sahnehäubchen waren wir vor den Touristen beim Park. Selbst die Eingangskontrolle schien noch beim Kaffee zu sein, denn im Häuschen war niemand.

    Die Tour führte über neun „normale“ Brücken und sechs Hängebrücken. Zwischen zwei Hängebrücken liegt stets mindestens eine normale, damit es dem ungeübten Touristen nicht zu schlecht wird. In der Tat ist es etwas gewöhnungsbedürftig, wenn in schwindelerregender Höhe der Boden schwankt. Doch schon bei der zweiten Brücke kommt man damit klar. Man verliert sich ohnehin in der atemberaubenden Aussicht. In den Dächern des Regenwaldes ergibt sich eine ganz neue Perspektive über die Bäume, die man ansonsten nur von unten zu sehen kriegt. Zusätzlich zeigt sich im Hintergrund stets der Vulkan. Abgerundet wurde die spannende Tour von einem witzigen Guide. Walter erzählte und zeigte viel, machte Scherze und fragte uns auch vieles über die Schweiz und Europa. Mit einem privaten Führer macht es einfach mehr Spass.

    Nach drei Stunden Marsch wurden wir mit dem Auto zurück nach La Fortuna gebracht. Alex, der Fahrer, setzte uns direkt beim Bauernmarkt ab, wo wir uns noch eine frische Mango leisteten. Zu Fuss gingen wir zurück ins Lodge wo wir ohne gross Rast zu machen uns ins Auto setzten und zum nahegelegten Wasserfall fuhren. Unzählige Stufen führten uns in gut 15 Minuten runter zum Catarata. Hier fällt das Wasser aus 55 Metern Höhe in die Tiefe, was nicht nur Lärm, sondern auch viel Wind verursacht. Unser Bad hier fiel eher kurz aus, da das Wasser offensichtlich nicht vom Vulkan beheizt wird. Also wieder hoch die Stufen.

    Zu Fuss suchten wir auch eine Unterkunft für morgen. Im Faro Arenal können wir nur noch heute bleiben. Morgen ist bereits voll. Doch nicht nur dieses. Offensichtlich sämtliche Lodges in der Region. Dies, weil morgen so ein dämliches Rad-Rennen rund um den Arenal Stausee stattfindet. Sollen die doofen Velofahrer doch anschliessend wieder nach Hause radeln. Ich werde morgen einen über den Haufen fahren. Wie dem auch sei, ein Rezeptionist meinte, wir sollen morgen nochmals fragen. Eventuell hat er spontan doch was. Ich hoffe doch sehr, da wir ansonsten gar nicht so recht wissen, wohin wir sollen. Nach Norden reicht uns die Zeit in Costa Rica nicht mehr und nach Alajuela wollen wir nicht. Wir werden’s ja morgen sehen.

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  • 28Feb 2015

    21 Wellness, Cocktails und Bundesliga 28.02.2015

     

    Beschreibung

    Wie cool ist das denn? Ich hocke mitten in der Therme, geniesse einen Cocktail und schaue dazu Bundesliga. Aber dazu später. Erst mussten wir heute ja noch eine Bleibe finden. Und Tatsache, der Typ, der uns gestern Hoffnung machte, hatte ein Zimmer. Miguel (der Rezeptionist) redet gerne. Er erklärte uns einiges über costaricanische Verhaltensregeln und deren Geschichte. Er erklärte mir auch, dass ich die letzten drei Wochen unfreundlich war, wenn ich jeweils "tú" sagte. Das sagt man anscheinend nur dem Hund. Und auch dann nicht sonderlich nett.

    Als alles geklärt und vor allem alles erzählt war, besuchten wir das Baldi Thermal-Bad. Unser Reiseführer riet davon ab, da es zu überfüllt und den Preis nicht wert sei. Doch wir machten da ganz andere Erfahrungen. Es mag schon sein, dass es hier viele Leute hat, aber bei ungefähr 30 (!) Pools verteilen die sich auch recht gut. Zudem waren wir erneut bereits am Vormittag da. Die Pools waren mit viel Liebe zum Detail designed und etwa ein Drittel aller Pools hatte auch sogleich eine Bar in der Mitte. So konnte ich im warmen Wasser sitzend einen Cocktail schlürfen und dabei die Highlights der Bundesliga kucken. So lässt sich's leben. Zum krönenden Abschluss gönnten wir uns noch 80 Minuten Massage. Stephanie wurde bei einer Tiefen-Gewebs-Massage ordentlich geknetet während ich von heissen Vulkansteinen entspannt wurde. Der Spass war nicht ganz günstig, doch jeden einzelnen Colón wert. Die Aufmachung des Massage-Raums lädt zum Verweilen ein, die zierlichen Masseurinnen kneten auch nach 80 Minuten noch mit ordentlichem Druck und gelegentlich wird man mit diversen Düften verwöhnt. Das ist eben pura vida!

    Am Abend dinierten wir mal wieder beim Italiener. Aber so richtig zu überzeugen vermögen die Pizzen hier halt nicht.

    Baldi Hot Springs: https://www.baldihotsprings.cr/

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  • 01Mar 2015

    22 Fazit / Ausblick 01.03.2015 Costa Rica —

    Cacique, Río Segundo, Costa Rica

    Beschreibung

    Nun sind wir also wieder hier. Drei Wochen und 2'115 Autokilometer (zzg. Fuss-, Boot- und Taxikilometer) sitzen wir wieder im Zimmer des Holiday Inn Express Hotels in Alajuela. Die Zeit rast unbarmherzig dahin und morgen Vormittag müssen wir von Costa Rica Abschied nehmen. Zeit für ein Fazit:

    Natur
    Ganz klar das Kapital Costa Ricas ist die Vielfalt der Natur. Sowohl Pflanzen als auch Tiere gibt es hier in allen Farben und Formen. Wir durften verschiedenste Vegetationszonen live erleben. Regen-, Nebel- und Trockenwald. Hochebenen und Küstengebiete. Auf jeden Fall empfehle ich Costa Rica jedem Naturliebhaber wärmstens.

    Wetter
    Das Wetter zeigte sich hier nicht immer von der sonnigen Seite. Aber was erwartet man im Regenwald auch anderes? Die Regengüsse fielen teilweise sehr heftig aus und bei der heutigen Fahrt nach Alajuela fuhren wir durch dicksten Nebel, der an die Herbstzeit in der Schweiz erinnert. In den vier Übernachtungen in La Fortuna hatten wir eindeutig mehr Regen als Sonne. Doch es geht auch anders. An der touristischen Pazifikküste brannte die Sonne so stark sie nur konnte.

    Verkehr
    Über die schlechten Strassen habe ich schon oft gemeckert. Auch wenn wir grad in den letzten Tagen gut geteerte Strassen befuhren, bleibt da meine Meinung bestehen. Geschwindigkeitsbegrenzungen haben hier keine weitere Bedeutung. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Leute rasen. Vielmehr fahren auf derselben Strecke gewisse Leute über 80km/h während andere gemütlich mit 30 rumdümpeln. Allgemein scheint man hier weniger auf die Regeln, dafür mehr auf die andern zu achten. Mit Ausnahme von Alajuela. Hier ist es einfach nur chaotisch und jeder ist sich selbst der Nächste.

    Radio
    Wer mich kennt weiss, dass ich beim Radio stets kritisch bin. Dennoch lief stets das Autoradio. Hier haben sie drei verschiedene Arten Radiosender. Die einen (die wenigsten) senden in Etwa dasselbe wie in der Schweiz. Ein bisschen die Charts. Interessanterweise stören mich die meisten Lieder, die mich zuhause nerven, hier gar nicht. Mit wenigen Ausnahmen wie bspw. das dämliche Gejammere "Centuries" von Fall Out Boy oder das nervig religiöse "Take me to church" von welchem Spinner auch immer das ist. Des Weiteren gibt es hier Radiosender mit Latino Musik und die meisten Radiosender spielen den ganzen Tag nur Schnulzen. Doch eines haben alle Sender gemeinsam: die Moderatoren hören sich gerne reden. Selbst wenn der Song schon längst läuft.

    Leute
    Zu den Leuten gibt es nicht viel zu sagen. Sie zeigten sich uns gegenüber stets freundlich, hilfsbereit und fröhlich. So, dass man sich als Tourist einfach wohlfühlen muss.

    Essen
    Das Essen ist sehr einseitig, aber dennoch lecker. Reis mit Bohnen herrscht eindeutig vor. Mal mit Hühnchen, mal ohne. Auch schon zum Frühstück. Da dann einfach noch mit Ei und Toast. Interessanterweise ist es mit aber in den drei Wochen noch gar nicht verleidet.

    Du solltest nach Costa Rica gehen, wenn...
    ... du ein Naturliebhaber bist
    ... du offen für neue Kulturen bist
    ... du Reis und Bohnen magst

    Du solltest nicht nach Costa Rica gehen, wenn...
    ... du einfach Party-Ferien am Strand suchst
    ... du ein engstirniger Bünzli bist, der sowieso alles in der Schweiz besser findet.
    ... du Angst vor Hunden hast (nachträglich hinzugefügt)
    ... du als armer Schweizer es nicht magst, wenn das Reiseland eine stabile Wirtschaft hat und man dir daher die Pizza nicht für 50 Rappen nachwirft (aus gegebenem Anlass nachträglich hinzugefügt)

    Ausblick
    Habe ich in den letzten Wochen erstaunlich oft gebloggt, so wird das wohl in den kommenden vier Wochen anders sein. Keine Ahnung, was uns in Kuba erwartet, jedoch rechne ich nicht mit viel Internet. Schon gar nicht mit WLAN. Unsere Pläne sind etwas lockerer als in Costa Rica. Erst gibt es 5 Tage Havanna. Mir wird es gefallen, mal eine Zeit nicht autofahren zu müssen. Zudem wird wohl etwas mehr Nightlife angesagt sein als hier. Auch die anschliessenden drei Wochen Autoreise wollen wir etwas entspannter angehen. Lieber mal ein bisschen entspannen und das Leben geniessen, als täglich über die Strassen zu fegen.

    In diesem Sinne bis bald. Wenn man auf dem Blog nichts liest heisst das noch nicht, dass ich nicht am Rum trinken bin.

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  • 02Mar 2015

    23 Wo sind wir denn hier gelandet??? 02.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Der heutige Tag stand ganz im Zeichen Reisen. Unser Flug brachte uns in 1h 15min nach Panamá und der „anschliessende“ in 2h 30min nach Havanna. Anschliessend steht in Anführungszeichen, da die fünf Stunden in Panamá doch nicht gerade als Anschluss anzusehen sind. Die beiden Flüge zusammen dauerten weniger lang als die Wartezeit.

    Der erste Flug verlief sehr angenehm. Er dauerte ja auch nicht allzu lange. Stephanie und ich sassen nicht neben-, sondern hintereinander und so hatte ich eine Gesprächspartnerin mit der ich ein wenig mein Spanisch verbessern konnte. Auch sie hatte Spass und machte kurzerhand ein Selfie mit mir. Laut ihrer Meinung haben wir die beiden besten Orte Costa Ricas natürlich genau nicht gesehen. So gäbe es einen Grund wieder zu kommen. Und wenn ich wieder zurückkehre, lädt sie mich zu sich nach Hause ein und sie zeigt uns die Orte, die wir noch nicht besucht haben.

    Der Aufenthalt in Panamá war gefühlt gar nicht so lange. Es hat viele Shops und Restaurants auf dem Flughafen und mit Bier und Kartenspiel verfliegt die Zeit.

    Der Flug nach Havanna fühlte sich länger an. Unbequeme Sitze, schlechtes Essen und unfreundliches Personal sorgten für eine gefühlte Ewigkeit. Mit Rücken- und Kopfschmerzen gelandet, dann der Kulturschock. In Costa Rica empfangen sie einen wärmstens. Man fühlt sofort, hier wird alles für den Touristen gemacht. Nicht so in Kuba. Am Zoll geht erstmal gar nichts. Wir standen mehr als 45 Minuten in der Schlange, ohne dass es wirklich viele Leute gehabt hätte. Unsere Zöllnerin war wenigstens noch einigermassen freundlich, während die am Schalter nebenan nicht ihren besten Tag zu haben schien. Direkt nach der Passkontrolle muss man durch die Sicherheitskontrolle. Meines Erachtens gibt es auch äusserst viel Sinn, die Leute die aus dem Flugzeug kommen nach Waffen zu untersuchen. Vielleicht haben wir uns ja mit den steinharten Broten an Bord eine Steinschleuder gebaut. Doch auch nach dieser Kontrolle ist noch nicht genug mit freundlichem Personal. Bei der Gepäckkontrolle wurden wir höchst unsanft angefaucht, wieso wir keine Zettel zum Gepäck ausgefüllt hätten. Diese Zettel gab uns niemand, es stand niemand und es sagte uns sowieso niemand etwas.

    Die Zettel endlich gefunden und durch den Zoll gelangt, mussten wir anstehen, um an Geld zu gelangen. Der Kerl am Schalter führte die Freundlichkeit wie bereits erfahren fort. Wenigstens einen Taxifahrer fand sich schnell. Es war mittlerweile längst nach Mitternacht und ich war müde. Jetzt scheint wenigstens alles zu klappen.

    Nach über 30 Minuten Fahrt wurde das Taxi für eine Polizeikontrolle gestoppt. Keine Ahnung, was da lief. Es ging auf jeden Fall nicht weiter. Irgendwann kam noch ein weiterer Polizist daher und es wurde viel diskutiert. Nach viel hin und her fuhr er uns dann endlich weiter. Allerdings in Begleitung des Polizeiwagens. An irgendeiner Ecke hielt er an und warf uns raus. Erst waren wir etwas überrascht, doch um die Ecke war tatsächlich eine belebte Strasse und – das Wichtigste – unser Hotel.

    Aber noch ist nichts mit schlafen. Die Rezeptionistin scheint uns die Suite verkaufen zu wollen. Ich habe jedoch kein Bock auf Verhandlungen und schlage vor, das Ganze morgen zu besprechen. Daraufhin meint sie „ok, ich sehe ich habe noch ein Zimmer im 1. Stock“. Das ist nicht gerade die Aussage, die ich erwarte, wenn wir seit Monaten ein Zimmer reserviert habe, aber egal. Einfach schlafen. Igor brachte unser Gepäck aufs Zimmer. Es ist gross und sehr nett eingerichtet. Das grosse Manko jedoch sind die fehlenden Scheiben im Fenster. An einer belebten Strasse sorgt dies für ausserordentlichen Lärm. Es sind nicht mal unbedingt die Leute und die Musik, viel mehr die auch nachts fahrenden Laster und das endlose Gehupe. So verkauft sich die Suite natürlich besser, Frau Rezeptionistin.

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  • 03Mar 2015

    24 Vom Flanieren am Malecón zur Fahrt im Coco Taxi 03.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Heute wollten wir die Stadt näher kennenlernen. Nach den gestrigen Erlebnissen, können ja nur schönere Erfahrungen hinzukommen. Nachdem wir uns in die Suite upgraden liessen, watschelten wir einfach mal drauf los.

    Ohne Ziel kurvten wir durch die Gassen Havannas. Wie es der Zufall so will, stiessen wir auf alles Wichtige der Altstadt. Hier die Lieblingsbar Hemmingways (La Bodeguita del Medio), da die Bar mit dem Lieblingsdaiquiris Hemmingways (La Floridita). Doch nicht nur Bars, auch das Kapitol oder die Plaza Vieja waren auf unserem Weg. Zuletzt flanierten wir dem Malecón entlang. Auch wenn hier doch reger Verkehr herrscht, scheint man hier Ruhe vom hektischen Treiben der Innenstadt zu finden. Einige Kilometer weiter westlich gönnten wir uns etwa zu trinken, ehe wir mit den lustigen Coco Taxis wieder zurück ins Hotel fuhren.

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  • 04Mar 2015

    25 Mit dem Touri-Bus durch Havanna und weiter 04.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Auch Havanna hat seine Touristen-Busse. Hier kosten sie sogar nur gerade 5 CUC (< 5 CHF), doch hat man auch nicht mehrsprachige Infos. Auf dem Oberdeck hört man gar keine Stories, während sie unten live von einer Begleiterin in Spanisch und Englisch vorgelesen werden. Die Lautsprecher sind jedoch so schlecht, dass ich manchmal nicht mal bemerkte, in welcher Sprache sie gerade spricht. Die Linie T1 fährt durch die Altstadt, Vedado und Mirador. Auf der Tour entdeckten wir sogar ein Lokal MIT WIFI!!! Hier muss ich dann mal hin, um meine Texte hochzuladen. Beim Denkmal von José Martí stiegen wir für eine Fotopause aus. Hier sind auch die berühmten Gebäude mit den Konterfeis von Fidel Castro und Che Guevara.

    Ebenso aus dem Bus heraus entdeckten wir die Bas Sloppy Joe’s. Die Homepage von Havanna Club hat mir diese empfohlen, weshalb es natürlich da rein ging. Etwas Kleines essen und natürlich auch trinken. Die Bar ist sehr schön gemacht und ich empfehlen sie jedem Havanna-Reisenden gerne weiter.

    Frisch gestärkt suchten wir die andere Touri-Linie. Die T3 führt in den Osten der Stadt. Etwas überrascht waren wir dann schon, als wir in einen topmodernen Reisecar einstiegen. Dies soll ein Sightseeing-Bus sein? Wie sich herausstellte, zählte das Ticket des T1 hier nicht. Also nochmals zahlen. Im Bus erfuhren wir auch den Grund für diesen modernen Wagen. Es ging gut 30 Minuten raus aus Havanna an die Playas del Este. Hier reiht sich ein schöner Badestrand an den nächsten. Dumm nur, dass wir ohne Badehose eingestiegen sind. Doch für ein paar Drinks in der Strandbar benötigt man keine spezielle Kleidung. Genau so wie hier stelle ich mir Kuba vor. Drinks, Traumstrand und eine Live-Band.

    Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stopp bei der Festung im Osten. Hier bot sich uns ein super Blick über Havanna mi dem Sonnenuntergang hinter der Stadt.

    Zum Abendessen wollten wir in ein im Reiseführer beschriebenes Restaurant. Es soll zwar etwas teuer sein, doch gäbe es hier vegetarisches Essen. Leider ist jedoch entweder die Karte falsch oder es gibt es nicht mehr. Wir zogen die Gassen hoch und runter, ehe wir uns entschieden, im Mama Ines zu essen. Dies scheint nun eines der (noch) wenigen privaten Restaurants zu sein. Man wähnt sich in einem Wohnzimmer und das Personal ist äusserst freundlich und hilfsbereit. Die Karte (wird einfach vom Kellner erzählt) bietet einfach das, was sie gerade an Lager haben. Das vegetarische Menü für Stephanie konnten wir grad direkt mit dem Chef ausmachen. Ich genoss eine vorzüglich zubereitete Ente mit Reis und Gemüse. Zum Dessert gab’s dann Raspeln einer süssen Kokosnuss mit Käse. – Wie? Mit Käse? – Ja, mit Käse. Schmeckt besser als es klingt.

    Den Schlummi wollten wir auf der Terrasse des Ambos Mundos geniessen. Diese weiss mit Aussicht zu überzeugen, doch die Bedienung will hier nicht arbeiten. Viel lieber flirten sie zu zweit mit der neben uns positionierten Dicken mit blauen Haaren. Über Geschmack lässt sich streiten. So gab es dann den letzten Drink unten in der Hotelbar. Hier zahlt man 5 CUC Eintritt. Dafür soll es – so der Reiseführer – aber auch Live-Musik und zwei Drinks gratis geben. Live war hier nur der TV und es war auch nur ein Drink. Dennoch war es irgendwie witzig. Hier dreht sich alles nur um eines und jeder macht es mit jedem: tanzen. Wir übten uns jedoch lieber in der Rolle des Zuschauers.

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  • 05Mar 2015

    26 So kommt man in Havanna Rum 05.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Nachdem wir bereits eine Übersicht über die Stadt erhalten hatten, drehte sich heute Vormittag alles um den Rum. Ein Besuch im Rummuseum stand auf dem Programm. Ein bisschen was über die Herstellung, Verteilung und Geschichte des Rums lernen hat noch niemandem geschadet. Zum Schluss gab’s dann auch noch eine Kostprobe. Leider nur des 7 años, den ich doch bereits kenne. So mussten wir halt nebenan im Dos Hermanos noch einkehren und weitere Cocktails testen.

    Frisch gestärkt suchten wir uns vor dem Capitolio einen schönen Oldtimer, der uns in bisschen durch die Stadt fahren soll. Wir entscheiden uns für einen blauen Chevrolet. Wir setzen uns im Oben-Ohne-Gefährt auf die äusserst weiche Rückbank und werden von zwei Kubanern rumchauffiert. Der eine fährt, der andere erzählt uns ein bisschen was über die Monumente und Gebäude, an denen wir gerade vorbeifahren. Die Anzeige des Ölstandes scheint nicht sehr aussagekräftig zu sein. Während der Fahrt schwankt es wild zwischen voll und leer hin und her. Auch der Gang lässt sich bei jeder Kreuzung etwas schwerer einlegen. Doch angeblich seien es alles noch Originalteile des Autos mit Jahrgang 1951, erzählte uns der Beifahrer stolz. Daraufhin möchte ich wissen, ob er denn alles selbst reparieren kann, wenn etwas den Dienst verweigert. Eine Kleinigkeit, wird mir versichert. Und als hätte ich es heraufbeschworen, streikt der Wagen tatsächlich. Erst kriegt man den Wagen kurzerhand wieder zum Laufen, doch schon bald müssen wir einen längeren Stopp machen. Doch man ist hier vorbereitet. Der Mechaniker-Kittel liegt im Kofferraum bereit. Dieses schnell übergestreift, verschwindet der Beifahrer auch schon unter dem Auto. Wir nutzen die Zeit für ein paar Fotos der Umgebung und ein paar Selfies. Nach gut 20 Minuten geht die Fahrt dann auch endlich weiter und dieses Mal macht das Auto – wenn auch etwas mürrisch – bis zum Ende mit.

    Wir liessen uns vor dem Hotel Habana libre absetzen, da wir hier das WiFi Logo entdeckten. Doch wie naiv sind wir eigentlich zu denken, man kann hier so mir nichts dir nichts ins Internet. Das eine Netzwerk ist sauteuer und mit dem anderen gelangt man nur auf die eine Homepage eines Clubs. Naja, wär ja nett gewesen.

    Abends besuchten wir das Cabaret Parisien. Es soll eine günstigere Alternative zur Tropicana Show sein. Im Nachhinein sehe ich es als billige Alternative. Für 50 CUC pro Person gab’s Nachtessen mit anschliessender Show. Das Essen war eigentlich ganz gut. Die Köche und Kellner haben sich alle Mühe gegeben, um uns einen schönen Abend zu bescheren. Doch die Show war äusserst enttäuschend. Die Tropicana habe ich noch im Gedächtnis für unwesentlich mehr Geld. Da war’s dann Open-Air und die Show überwältigte mich einfach schon mit seiner Grösse. Zusätzlich gab es eine Flasche Rum, etwas zu Essen und eine Zigarre. Doch hier sind wir in einen kleinen, viel zu kalten Saal eingepfercht. Es hat eine kleine Bühne auf der einfach ein bisschen getanzt wird. Es ist im Endeffekt eine einfache Revue-Show. Die Lautsprecher sind dabei viel zu laut eingestellt, sodass man meistens nur Krach statt Melodien und Gesang erkennen kann. Unser Sitzplatz ist zudem direkt unter der, wie schon erwähnt zu kalt eingestellten, Klimaanlage. Wir sitzen mitten im Durchzug, was nach zwei Stunden für ordentliches Halsweh sorgt. Wir setzten uns etwas nach hinten, auch mit dem Gedanken, die Show ganz zu verlassen. Doch wir blieben dann bis zum Schluss.

    Nach Hause ging’s dann zu Fuss entlang dem Malecón. Es war bereits weit nach Mitternacht und der Malecón ist viel belebter als er tagsüber ist. Hier eine Gruppe junger, feiernder Leute. Da wieder ein Pärchen, das alles um sich herum vergisst. Auch wenn die Strasse streckenweise nicht einmal beleuchtet ist, findet man kaum ein freies Plätzchen. Und alle 20 Meter hat es Musik. Die wenigsten spielen diese einfach ab CD ab. Viele klatschen und singen. Beinahe alle werden dabei von mindestens einem, manchmal auch zwei Gitarristen begleitet. Dies scheint hier „The Place to be“ zu sein.

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  • 06Mar 2015

    27 ¡Viva la revolución! 06.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Ich bin ja wahrlich kein Fan von Museen. Doch bei vier Tagen in Havanna muss man wohl fast das Revolutions-Museum besuchen. Hier werden Bilder, Gegenstände und Geschichten teilweise in Englisch, manchmal auch einfach nur in Spanisch ausgestellt. Für mich etwas überraschend, beginnt es auch sogleich mittendrin. Es sind allerhand Karten mit Taktiken der Übernahmen wichtiger Standorte ausgestellt. Kein Wort darüber, wie die Kubaner vor der Revolution lebten. Nichts, wie sich Fidel Castro (der ohnehin sehr selten erwähnt wird) und Che Guevara kennenlernten oder misslungene Versuche. Letzteres sucht man sowieso vergeblich. Das Museum propagiert, dass stets alles geklappt hat. Niederlagen hat es nie gegeben. Insbesondere Che Guevara und Camilo Cienfuegos werden quasi als Halbgötter dargestellt. Ansonsten erhält man Informationen zu allen guten Seiten, die die Revolution mit sich gebracht hat. Und diese hat es auch wahrlich gegeben. Die Vorzeigebranchen sind dabei die Schulbildung und das Gesundheitswesen. Die Analphabethenrate soll die niedrigste des gesamten amerikanischen Kontinentes sein (diese Info habe ich übrigens nicht aus dem Museum). Ein bisschen eine Farce ist dann das Plakat, das die Kubaner zur Abstimmung aufruft. Angeblich soll die Revolution auch die Demokratie gebracht haben. Schattenseiten der Revolution findet man im selben Raum wie die Niederlagen der Schlachten. Spannend ist jedoch, dass die Gebrüder Castro Ruiz wie zuvor erwähnt sehr wenig Präsenz erhalten. Wollen sie sich bewusst hinter die toten Helden des Landes stellen? Werden sie mehr erwähnt, wenn sie irgendwann tot sind?
    Auf dem Platz hinter dem Museum sind noch einige Kriegsmaschinen ausgestellt. Flugzeuge, Panzer, Autos und auch die Yacht Granma, mit der die Rebellen in Kuba gelandet sind.
    Beim Ausgang steht zuletzt die Idioten-Ecke, in der die „Helfer“ der Revolution karikiert sind. Da ist zuerst der dicke Diktator Batista, der die Revolution ermöglicht hat. Der Cowboy Reagan hat sie gestärkt, gefolgt vom greisen Imperator Bush Senior, der sie gefestigt hat. Und zuletzt mein Liebling: George W. Bush. Der als Troll dargestellte ehemalige Präsident trägt einen Nazi-Helm. In der Hand hält er ein Buch mit Informationen wie die USA etwas für ein freies Kuba beitragen kann – verkehrt herum! Laut Museum hat er dafür gesorgt, dass man auf den Sozialismus nicht mehr verzichten kann.

    Nach viel Lesen und Lernen war die Zeit für Mittagessen. Die Homepage von Havanna Club empfahl „El Cocinero“. Leider scheint hier kein Taxifahrer das Lokal zu kennen. Doch einer zeigt sich angeblich hilfsbereit. Er fragt all seine Freunde, doch niemand kennt es. So suchen wir im Reiseführer etwas anderes. Und auf einmal ist da wieder dieser Taxifahrer. Er hat angeblich herausgefunden, um welches Restaurant es sich handelt. Es hat vor kurzem den Namen gewechselt, weshalb er es vorhin nicht erkannte. Seine Fahrt führte jedoch erst an einem Lokal vorbei, das heute Abend eine Super-Show liefern soll. Ob wir nicht mal kurz die Räumlichkeiten betrachten wollen. Wollten wir nicht. So fuhren wir dann eben weiter. Nur wenige Meter weiter (er verlange für die paar Mal in die Pedale treten 5 CUC) waren wir da. Eine kleine Bar, an der die Leute sogar bis draussen Schlange standen. Doch es war ganz bestimmt nicht das, wonach wir suchten. Der Fahrer dachte sich wohl, die wissen nicht wohin, dann kassier ich mal Taxifahrt plus Provision. Nix da! Wir gingen dann ins uns bereits bekannte Sloppy Joe’s um die Ecke.

    Dies hätten wir bleiben lassen sollen. Der Ruf, den wir davon vom ersten Mal hatten, bröckelte gewaltig. Ich wartete über eine geschlagene Stunde für meinen Burger. Das ist wohl Fast-Food auf kubanisch.

    Den Rest des Tages verbrachten wir mit rumgammeln. In einem Café an der Plaza Vieja genossen wir Tukola (schmeckt wie Cola-Frösche) und Wasser. Im Reiseführer stand noch, dass die Kaffeemaschine kaputt ist, wenn der Barkeeper keine Lust Kaffee zu machen hat. Dies war hier wohl der Fall. Aber auch so genossen wir die Getränke und beobachteten ein bisschen das rege Treiben auf dem Platz.

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  • 07Mar 2015

    28 Hallo? Schilder? Hilfe? 07.03.2015 Kuba —

    María la Gorda, Kuba

    Beschreibung

    Um 9:00 mussten wir heute in der REX Autovermietstation beim Hotel Parque Central erscheinen. Im Reiseplan steht zwar eine andere Station, doch rief gestern Frau Belkis an und meinte, es sei für uns besser so. Hier sammelten sich schon früh immer mehr Leute, so dass sich die Wartezeit stets verlängerte. Hauptsächlich Deutsche und Schweizer. Wahrscheinlich weil Frau Belkis deutsch spricht. Mein Verdacht ist daher, dass unser Treffen hier vor allem für sie besser ist als für uns. Nicht zuletzt auch, weil wir zwar hier erschienen, unser Auto aber doch nicht. Es musste samt den Verträgen erst noch herfahren.

    Nach über einer Stunde haben wir es dann geschafft: Ich habe die Schlüssel. Das Auto ist ziemlich modern. Die meisten Anzeigen sind digital und man kann sogar den iPod anschliessen. Auch der fehlende Heckscheibenwischer stört kaum, da wir ja nicht vorhaben während des Regens in Kuba zu sein. Frau Belkis druckte noch einen Plan aus, wie wir am schnellsten aus Havanna raus kommen – GPS gibt’s hier ja nicht – und schon ging es los.

    On the road in Richtung Maria La Gorda, einem Ort, das nur aus einem Hotel besteht. Hierhin fährt man eigentlich nur zum Tauchen. Angeblich soll man es in vier Stunden schaffen. Angeblich… Die Fahrt führte uns zunächst auf die Autobahn. Die Strassen scheinen hier ganz in Ordnung zu sein. Das grössere Hindernis sind die Radfahrer, die Menschen, die hier autostoppen und die Ochsenkarren in der Mitte. Zudem findet man Verkäufer, die mannshohe Knoblauchbunde feilhalten. Auch bereits gebratene Poulets und nicht identifizierbares Zeugs (glaube, es war Cheesecake) kann man direkt auf dem nicht vorhandenen Pannenstreifen erwerben.

    Beim ersten kleinen Boxenstopp spricht uns auch schon jemand an. Joél wird also unser erster Mitfahrer sein. Wohin er genau will, ist mir nicht ganz klar. Nach Hause? Zur Arbeit? Angeblich ist sein Auto kaputt. Er erzählt ein bisschen was über die Gegend, sich und Kuba. Sein Chef besitzt eine Tabakplantage und mache den besten Kaffee. Diesen wolle er uns zeigen und zum Dank fürs Mitnehmen auch Zigarren schenken. Da das Häuschen direkt an der Autobahn steht, gehen wir auch gerne hin. Ausfahrt verpasst, ist aber kein Problem, da man hier in Kuba halt einfach über den Rasen in der Mitte fährt und schon fährt man in die andere Richtung.

    Joél schenkt uns nun auch die versprochenen Zigarren und bestellt unseren Kaffee (erhalten sollten wir ihn nie). Weil wir so nett waren, schenkt uns Joél auch noch eine kleine Führung, die sonst 5 CUC gekostet hätte. Irgendwie klang mir das anfängliche „Danke, dass ihr unseren Mitarbeiter gebracht habt“ vom Tour-Guide ein bisschen einstudiert. Etwas enttäuscht wirkten sie dann auch, als wir ohne etwas zu kaufen, aber mit den geschenkten Zigarren wieder losfuhren.

    Maria La Gorda sei einfach zu finden, hiess es. Einfach bis Pinar del Rio und dann noch weiter. Dem Plan folgten wir blauäugig und fuhren ziemlich in die Scheisse raus. Der erste, den wir nach dem Weg fragten, wirkte etwas betrunken und konnte uns auf der Karte nicht zeigen, wo wir gerade sind. Daher schenkten wir seiner Aussage auch wenig Glauben. Doch auch der zweite (die sprechen hier übrigens unmögliches Spanisch) meinte, wir wären falsch. Auf der Karte sei das nicht einmal eingezeichnet, wo wir waren. So macht es Spass! Kein GPS, unverständliches Spanisch und Wegweiser haben die hier auch nicht. Nach ein paar Ehrenrunden in Pinar del Rio gelangten wir dann endlich auf die richtige Strasse, die uns dann nach über sechs Stunden Fahrtzeit ans Ziel brachte.

    Das Hotel hier liegt direkt am Strand. Es ist sehr einfach, aber ganz hübsch. Im Zimmer wartete ein grosser Frosch auf uns an der Wand. Gewisse Leute aus meiner Reisegruppe fanden das nicht so witzig, da er wohl in der Nacht uns auf den Kopf sitzen könnte. Mit beruhigenden Worten, dass der Frosch Angst vor uns hätte, versuchte ich die Stimmung wieder abzukühlen. So konnten wir dann auch nach dem Znacht, einigen Drinks (kosten hier nur 1.50) und einer Zigarre sorglos schlafen gehen.

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  • 08Mar 2015

    29 Das erste Mal nichts tun 08.03.2015 Kuba —

    María la Gorda, Kuba

    Beschreibung

    Und da haben wir sie. Meine zweite grosse Fehleinschätzung über das nächtliche Verhalten der Tiere (die erste war in Cahuita bzgl. den Brüllaffen). In der ohnehin unruhigen Nacht wurde ich von Stephanies kalten Finger an der Schläfe geweckt. Sie nahm sie jedoch sogleich weg und liess die Hand sanft auf die Matratze plumpsen. Wie kann die hier so kalte Hände haben? Hat sie die grad kalt gewaschen und will mich jetzt ein bisschen ärgern? Ich frage sie also, was das soll, doch erhalte keine Antwort. Sie liegt auch nicht wirklich da, als ob sie das war. Beim zweiten Nachfragen sagt sie, sie habe keine Ahnung, was ich meine. Es war auch nicht ihre Hand. Vielmehr sass tatsächlich der Frosch mir auf den Kopf (da fällt mir der Witz mit dem Arzt und dem Frosch auf dem Kopf ein, aber egal…).

    Ansonsten verlief der Tag heute ziemlich ereignislos. Wir erlaubten uns heute den ersten faulen Tag unserer Ferien überhaupt. Und dies nach der Hälfte! Das haben wir uns auch mal verdient. Einfach ein bisschen, baden, sonnen und uns über die Sandflöhe ärgern.

    Beim Znacht sprang ich wieder mal über meinen Schatten. Kann ja nicht sein, dass ich vier Wochen in Kuba bin und dabei jeglichen Fisch verweigere. Ich lasse mich aber als Laie vom Kellner beraten. Er rät mir zum grillierten Fisch, da der Fisch eigentlich immer grilliert sein sollte. Und frischer kann er kaum sein, da er direkt vor der Tür gefangen wurde. Meine Meinung zu Fisch bleibt jedoch unverändert.

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  • 09Mar 2015

    30 Unter dem Meer… 09.03.2015 Kuba —

    María la Gorda, Kuba

    Beschreibung

    Heute wollten wir durchführen, wozu wir hierher kamen. Maria La Gorda soll das schönste Tauchgebiet Kubas sein und wir haben ja beide die Tauchprüfung. Da mein letzter Tauchgang jedoch eine ganze Weile her ist, müssen wir erst in einem Kontrolltauchgang unser Können auffrischen. Frank führt uns dabei vom Ufer aus an ein nahegelegenes Korallenriff in maximal acht Metern Tiefe. Eine riesige Vielfalt an Fischen und Korallen sucht man hier vergeblich, doch war es schön, wieder mal zu tauchen. Frank hält uns für tauglich und wir schreiben uns für den Nachmittagstauch um 15:00 ein.

    Auf dem Schiff, das uns zum zweiten Tauchspot führt geht es zu als wäre hier Massentourismus. So manch einer ist mit an Bord und die meisten sprechen deutsch. Glücklicherweise hat es auch mehrere Tauchguides und wir tauchen zeitversetzt in kleineren Gruppen ab. Wie schon beim ersten Durchgang werden wir nicht gerade euphorisch ab dem, was sich uns zeigte. Es war sicherlich eine nette Gegend mit einigen Fischen (u.a. Muräne und Rochen), doch es geht auch überzeugender.

    Nach einem anschliessenden Bad im Meer und Sonne tanken, ist es auch schon wieder Abend. So ganz nebenbei erfahren wir, dass seit vorgestern in Kuba auf die Sommerzeit umgestellt wurde, was auch erklärt, wieso Stephanies und mein Handy nicht mehr dieselbe Zeit anzeigen und wieso es auf einmal bis 20:00 hell ist.

    Beim Abendessen zeige ich mich erneut abenteuerlich. Dieses Mal ist eine Art Fischknusperli angesagt. Der Geschmack ist ganz ok. Die Gräte zeugen zwar davon, dass es sich nicht um ein gekauftes Fertigprodukt handelt, fürs Essvergnügen wirken sie jedoch nicht förderlich.

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  • 10Mar 2015

    31 Ein Tag im Leben eines Cowboys 10.03.2015 Kuba —

    Vinales, Kuba

    Beschreibung

    Eigentlich hätten wir noch eine bereits bezahlte Nacht im Hotel in Maria La Gorda. Doch dieser Ort ist zwar ganz nett, aber nicht das angepriesene. Daher fuhren wir bereits heute weiter nach Valle Viñales. Das Tal, in dem der beste Tabak der Welt wächst.

    Mit etwas besserer Reisevorbereitung verfuhren wir uns dieses Mal auch nicht. Die Kubaner scheinen sich nicht an kurvenreiche Strecken gewohnt zu sein. Es ist irgendwie schon fast süss, wie sie mit Schildern (ja, dafür haben sie wieder Schilder) vor „gefährlichen Kurven“ warnen und dann kommen ganz gemütliche links-rechts-Schwünge. Die sollten mal über einen Schweizer Pass oder der italienischen Küste entlang fahren.

    In Viñales erwartete uns der erste Aufenthalt in einer sogenannten Casa Particular. Frank, der Tauchguide von gestern, hat uns an seine Kollegen vermittelt und da gestern bereits ein Zimmer reserviert. Doch beim Casa angelangt heisst es, dass sie doch bereits ausgebucht sind. Dies ist hier jedoch nicht weiter ein Problem. Beinahe jedes Haus ist hier ein Casa Particular und natürlich kennen die Besitzer dieser auch noch weitere Leute. Somit wurden wir kurzerhand weitervermittelt. Im anderen Casa, in dem auch andere Schweizer zu Gast sind, erwartet uns eine dicke, äusserst herzliche Frau. Sie erklärt uns alles, nimmt unsere Nachtessen-Bestellungen entgegen und dreht uns grad noch einen Ausflug zu Pferd in den Nationalpark an. Ganz nach dem Motto „alles Glück auf dieser Erde, liegt im Steak vom Pferde“ (oder so) sagen wir zu.

    Von einem jungen Mann, der lässig an einem Strohhalm kaut, werden wir zu den Pferden gebracht. Hier scheinen alle ihren eigenen Hof zu haben uns die Leute erinnern uns mit ihren Stetsons und Jeans an einen Western-Film. Nach fünf Minuten zu Fuss erreichen wir unsere Pferde. Es sind äusserst gemütliche Wesen, die wohl extra für Touristen sind, die’s nicht so mit temperamentvollen Gäulern haben. Und spätestens jetzt fühle auch ich mich ins Spiel Red Dead Redemption versetzt, als ich so auf meinem Klepper durch die Büsche reite. Die Landschaft hier ist wirklich einzigartig. Im Hintergrund steht eine kleine Hügelkette und überall in der Ebene stehen einzelne „Mogoten“, sowas wie kleine Berge. Man vermutet, dass hier mal alles unterirdisch war, bevor irgendwann die Decke einstürzte. Diese Mogoten waren damals die Stützpfeiler der Höhle.

    Einen ersten Stopp machen wir bei einem Tabak-Familienbetrieb. Hier werden wir in die Künste der Zigarrenrollerei eingeweiht. Angeblich sind sie hier die einzigen, die ihre Tabakblätter in Rum, Wasser und Honig baden, was ihren „Puros“ einen süsslichen Duft verleiht. Nach einer Probezigarre kaufe ich sogar eine Art Ten-Pack und erhalte zum Dank noch zwei weitere.

    Nun geht’s wieder hoch auf den Gaul und weiter zu den Höhlen einer Mogote. Hier erwartet uns ein Guide, der uns durch die stockfinstere und saumässig enge Höhle führt. Ein Glück habe ich einen athletischen Körperbau. Etwas dicker wär ich da kaum durchgekommen. Mit der Taschenlampe zeigt der Führer immer wieder auf irgendwelche Gesteinsformationen und sagt, wonach diese angeblich aussehen. Es erinnert ein bisschen an die Höhlenführung in Southpark, bei der auch der Guide die schrägsten Formationen zeigt (mit dem Unterschied, dass ich in Southpark wenigstens auch das sehe, was es darstellen soll).

    Wieder steigen wir in den Sattel. Gelegentlich haut der Guide meinem Gaul auf den Arsch, wenn es ihm zu langsam voran geht. Darauf setzt das Tier so halb zum Galopp an, wodurch ich mehrfach beinahe runtergefallen wäre. Einen letzten Halt machen wir bei einer Kaffee-Manufaktur. Hier wirkt es allerdings ein bisschen wie eine Werbefahrt. Ein bisschen alibimässig zeigt uns der Besitzer die Pflanzen und will eigentlich einfach etwas verkaufen.

    Zurück im Casa sprangen wir noch kurz in den kalten Pool, bevor es Nachtessen gab. Die Gastgeberin gab sich alle Mühe und zauberte uns ein äusserst leckeres Gericht. Und ganz bestimmt nicht zu wenig.

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  • 11Mar 2015

    32 Reif für die Insel 11.03.2015 Kuba —

    Kuba

    Beschreibung

    Wie gestern erwähnt, hat in Viñales jeder seinen eigenen Hof. Dadurch ergibt sich, dass auch jeder seinen eigenen Hahn hat. Dies mussten wir heute Morgen auf unangenehme Weise feststellen. Ich habe noch nie so viele Hähne auf einmal schreien gehört.

    Nach einer unruhigen Nacht (wie in Kuba bisher jede) standen wir früh auf. Wir wollten auf das 10:00 Schiff nach Cayo Levisa und mussten erst noch Geld holen. Um ganz vorne in der Warteschlange zu stehen, war ich bereits um 7:50 da. Doch es warteten bereits mehr als zehn Leute vor der noch verschlossenen Tür. Hier warteten wir gut 20 Minuten, bis irgendwann ein Angestellter die Tür öffnete. Doch mit Geld abheben war nichts. Er sagte nur, dass sie nochmals eine Stunde brauchen.

    So ging’s halt ohne Geld zurück ins Auto. Irgendwo auf dem Weg wird’s wohl noch eine Bank haben. Diese fand ich dann in La Palma, einem Ort, in den sich Touristen kaum verirren. Die Bank hier kann jedoch keine Kreditkarten verarbeiten (dafür sind Banken ja auch nicht da) und sie verwiesen mich an die CADECA (Casa de cambio, Wechselstube). Vier Leute erklärten mir den Weg, doch ich fand sie erst, als mich jemand hinführte. Mit genug Geld in der Tasche erreichten wir gerade noch rechtzeitig Playa Rubia, wo wir das Auto abstellten und das Boot nach Cayo Levisa bestiegen.

    Die Insel ist ruhig gelegen und hat einen herrlichen Strand. Der Sand ist zwar nicht frei von Pflanzen, doch dafür schneeweiss und himmlisch weich. Der Horizont bildet eine gerade Linie, die das klare Azurblau des Himmels vom kristallklaren Türkis des Meeres trennt. Die stete Brise sorgt dafür, dass es nicht zu heiss wird. Allerdings hätte ich dann doch lieber etwas weniger Brise.

    Auf dem Schiff befanden sich zahlreiche Touristen, von denen die meisten Deutsch sprachen. Wir befürchteten bereits, wir fänden uns an einem überfüllten Strand wieder. Doch dieser ist so weit, dass sich die Leute darauf sehr gut verteilen. Es hat zudem auch nur morgens und abends jeweils ein Schiff, wodurch nicht mehr Badegäste kamen.

    Den Rest des Tages verbrachten wir somit mit nichts tun. Eine kleine Massage durfte dabei auch nicht fehlen. Seit dem blöden Ritt auf dem Klepper schmerzt mein Rücken enorm. Ich setz mich nie wieder auf so einen dämlichen Gaul!

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  • 12Mar 2015

    33 Scheiss Gaul! 12.03.2015 Kuba —

    Kuba

    Beschreibung

    Der heutige Tag war eigentlich eh als „fauler Tag“ geplant. Aber doch nicht so. Meine Verspannungen in Nacken und Rücken sorgten wieder mal für Kopfschmerzen und Übelkeit und somit siechte ich heute einfach ein bisschen vor mich hin. Das kommt bestimmt noch immer von dem scheiss Gaul! Ein Glück war heute nicht fahren angesagt. Viel Schlafen (im Bett wie am Strand) und eine Massage für Stephanie waren heute alles, was anfiel.

    Zudem fiel für acht Stunden auf dem ganzen Hotelgelände das Leitungswasser aus. Mit duschen und Händewaschen nach dem Bad im Meer war also nichts. Viel schlimmer war jedoch, dass auch jede Klospülung auf der Insel ihren Dienst verweigerte. Naja, dann macht man halt ins Meer. Machen die Fische auch so.

    Morgen wollen wir in Richtung Cienfuegos. Es wartet ein langer Weg auf uns. Mal sehen, ob wir diesen durchziehen oder bereits vorher schon eine Unterkunft suchen.

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  • 13Mar 2015

    34 Zu Gast in Barbies Traumhaus 13.03.2015 Kuba —

    Reparto Punta Gorda, Cienfuegos, Kuba

    Beschreibung

    Wir haben’s geschafft. Nach sechs Stunden reisen (inkl. der Bootfahrt zurück auf die Hauptinsel) sind wir in Cienfuegos angekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir zu diesem Zeitpunkt der Reise bereits so weit sein würden.

    Die Fahrt verlief eigentlich ziemlich reibungslos. Nur ein ganz kleiner Verfahrer anfangs in Bahía Honda war zu verzeichnen. Diesen bemerkten wir aber schnell und mit Hilfe der Leute fanden wir den richtigen Weg. Die Fahrt führte erst über die Landstrasse nach eben genanntes Bahía Honda. Von hier ging es über eine kurvenreiche und sehr hügelige Strecke bis nach San Cristobal. Man warnte uns noch, dass diese Strecke gefährlich sei. Und dieses Mal war sie es in der Tat. Zwar sind die Kurven auf diesem Teilstück auch nicht so schwierig, doch machen die schlechten Strassen teilweise das Bremsen davor sehr schwer. Besonders, wenn es abwärts geht. Die Landschaft belohnte unseren Mut dafür mit wunderschönen Aussichten. Hier reiht sich ein grüner, von Palmen bewachsener Hügel an den nächsten.

    Ab San Cristobal geht es dann sehr zügig voran. Erst die Autobahn bis nach Havanna, anschliessend die A1 finden, die fast bis nach Cienfuegos führt. Da brettere ich also gemütlich mit etwas mehr als 100 über die linke Spur, als völlig unverhofft und ohne Ankündigung diese und die mittlere Spur mit Absperrungen geschlossen werden. Der Puls erhöht sich leicht, als ich beinahe zur Vollbremsung ansetzen muss.

    Auf der Einfahrt in die A1 geraten wir dann in eine Polizeikontrolle. Ich werde rausgewinkt und warte im Wagen auf den Polizisten. Zu meiner Überraschung begrüsst mich dieser mit einem freundlichen Händeschütteln, was die Stimmung enorm entspannt. Dies könnte man durchaus auch in der Schweiz einführen. Er will ohnehin nur die Papiere sehen und schon ist wieder gut. Bevor ich wieder einsteige (musste die Papiere vom Rücksitz holen), hält mich ein zweiter Beamter auf. Er will mich davor warnen, dass es gefährlich sei, auf der Autobahn einen der vielen Anhalter mitzunehmen. Ich bedanke mich und verabschiede mich auch von diesem Polizisten mit einem festen Händedruck.

    Auf der Weiterreise kommen wir an einem Minitornado vorbei. Er ist sicherlich nicht gross genug, um ernsthaften Schaden anzurichten, doch wäre ein Vergleich mit einer Schweizer Windhose allein wegen seines imposanten Durchmessers eine Beleidigung.

    In Cienfuegos fahren wir erstmal durch die ganze Stadt hindurch, ehe wir neben einem Haus direkt am Meer anhalten. Wie es der Zufall so will, ist dieses sogleich ein Casa Particular mit freiem Zimmer. Ein grosser Zufall ist es jedoch nicht wirklich, da hier praktisch alle Häuser Casas Particulares sind. Hier wurden wir von einer äusserst herzlichen Dame und einem stillen Herrn in seinem Schaukelstuhl begrüsst. Schnell zwei Nächte gebucht und die Zimmer bezogen. Die Wände sind hier in zartem Lachs (ja, ist eigentlich ein Fisch, keine Farbe, aber Stephanie sagt, es ist lachs) gestrichen. Die Vorhänge sind rosa und das komplette Badzimmer in knalligem Pink. So muss sich Barbie in ihrem Traumhaus fühlen. Leider hatten sie heute Probleme beim Wechsel des Wassers, wodurch wir erst einmal kein Wasser im Zimmer hatten. Damit kennen wir uns jedoch bereits bestens aus.

    Anschliessend flanieren wir ein bisschen durch das Städtchen. In einem Lokal nerven wir uns über die Deutschen, die hier bei zwei CUC pro Cocktail einen Service wie in St. Moritz erwarten. Als die edle Dame erst nur den Salat und erst in einem zweiten Durchlauf das Besteck erhält, fragt sie den Kellner auf Deutsch, ob er denn bescheuert sei. Auch dass Öl und Essig noch nicht auf dem Tisch stehen, lässt sie beinahe an die Decke gehen. Solche Touristen erfreuen immer wieder mein Gemüt.

    Abends besuchten wir gemütlich ein Bar am Meer und tranken ein paar Cocktails.

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  • 14Mar 2015

    35 Von Theatern, Clubhäusern und anderem 14.03.2015

     

    Beschreibung

    Die heutige Nacht könnte man schon fast als angenehm bezeichnen. Zumindest habe ich in Kuba noch nie so gut geschlafen. Bis auf die kurze Störung, als uns ein paar Leute rausgeklopft haben, weil sie mit der Ama de Casa sprechen wollten.

    Der heutige Tag war ziemlich ruhig. Nach langem Schlafen und Frühstück flanierten wir mal wieder ein bisschen durch die Stadt. Zunächst bis ins Zentrum, wo wir auch ein Cubatour Büro fanden. Hier buchten wir den Ausflug nach El Nicho für morgen, was zur Folge hat, dass wir eine weitere Nacht in Cienfuegos bleiben werden. Vor uns waren noch zwei andere Touristen, die einen Ausflug buchen wollten. Weil ihnen der Preis etwas zu hoch war, stützten sie sich sinnvollerweise darauf, dass in ihrem Reiseführer nur die Hälfte steht. Das interessierte die Angestellte natürlich herzlich wenig.

    Anschliessend kehrten wir in einer Gartenbeiz am zentralen José Martí Platz ein. Hier genoss ich den womöglich besten Mojito meines Lebens. Um zu testen, ob das nur ein Zufall war, bestellte ich sofort einen weiteren. Und auch dieser war einfach himmlisch. Frisch gestärkt ging es in den Park und ins angrenzende Thomas Terry Theater, das 1889 erbaut wurde. Heute Abend soll hier eine Ballett Vorstellung sein. Ich bin froh, machten wir einfach nur eine Besichtigung der Räumlichkeiten.

    Der Aufenthalt war kurz und wir gingen sofort in die Fussgängerzone für ein bisschen Sonnenbrillen-Shopping. Ich habe in ganz Kuba noch keine Sonnenbrillenstände gesehen. Hier in der Einkaufsmeile immerhin einige wenige. Eine Auswahl kann man wohl kaum erwarten und so nahm ich halt das Modell, das ich am wenigsten schlimm finde. Für 4 CUC kann man auch nicht wählerisch sein.

    Ihr sieht, viel Spannendes geschah nicht. Wir waren noch in einem Clubhaus. Hier treffen im Viertelstundentakt Touristenbusse ein, worauf die Band jedes Mal wieder zu spielen beginnen muss. Die armen Kerle kommen hier einfach nicht zur Ruhe.

    Nun sitze ich auf der Terrasse unseres Casas, blogge vor mich hin und geniesse den Sonnenuntergang. Gleich gibt es Abendessen und danach gehen wir eventuell in so eine Art Tropicana Show? Keine Ahnung, ob das wirklich sowas ist und ob es überhaupt etwas ist. Es kostet aber nur zwei CUC Eintritt. Da kann man’s mal versuchen. Ach, und so ganz nebenbei. Die andern Gäste haben die Wasserleitungen verstopft. Dies führte zu Überschwemmungen und dazu, dass wir derzeit kein Wasser haben. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

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  • 15Mar 2015

    36 Ausflug nach El Nicho 15.03.2015 Kuba —

    El Nicho, Kuba

    Beschreibung

    Nach einer gewohnt unruhigen Nacht machten wir uns auf den Weg zum Ausflug nach El Nicho. Gestern hatten wir diesen ja gebucht und rechneten daher mit einer Pauschaltouristengruppe. Beim vereinbarten Treffpunkt war aber kein Bus, sondern lediglich ein uralter roter Renault. Ich scherzte noch, dass dies nun unser Auto sei, was sich aber schnell als Wahrheit entpuppte. Osvaldo war unser Taxifahrer. Ein älterer, sehr freundlicher Herr aus der Umgebung. Er chauffierte uns nicht nur an den gewünschten Ort. Vielmehr erklärte er uns einiges über Kuba, hielt an einigen schönen Aussichtspunkten an und führte uns auch ein paar Meter in den Nationalpark.

    Bei der Ankunft an ebendiesem Nationalpark erwies sich unser Timing als hervorragend. Wir waren vor sämtlichen Touristen hier und hatten den Weg für uns alleine. Osvaldo erzählte uns ein bisschen was über die hiesigen Pflanzen und zeigte uns noch einen Tocororo – den Nationalvogel Kubas. Mit der Zeit kamen jedoch die Busse an. Somit machten wir schnell noch die Fotos vom Wasserfall. Osvaldo zeigte uns, wo’s weitergeht und ging zurück ins Taxi ein bisschen schlafen.

    Auf halber Strecke sprach uns ein Mann in einem T-Shirt vom roten Kreuz an, ob wir gerne eine Höhle und die Quelle des Rio Habanero besichtigen möchten. Sie sei nur fünf Minuten von hier. Als wir zustimmten, versicherte er sich, dass auch niemand schaut, ehe er eine Absperrung für uns öffnete. Angeblich sei es nur abgesperrt, weil man da nicht baden könne. Der Weg erwies sich als klar länger als die angesagten fünf Minuten und sein Zustand… ach, was red ich denn hier? Da war kein Weg! Doch die Mühen haben sich sicherlich gelohnt. Fernab aller Menschen betraten wir die Höhle. Bevor wir den Rückweg antraten, stellte unser „Guide“ klar, dass wir niemandem von diesem Ausflug erzählen dürfen. Klar, machen wir nicht. Bloggen ist nicht wirklich erzählen, oder? Also ich schreib’s ja einfach so hier hin. Kann ja nichts dafür, wenn da jemand mitliest?

    Nach einem Sprung ins eiskalte Wasser und ein paar Getränken, fuhr uns Osvaldo zurück nach Cienfuegos. Auf der Fahrt redeten wir so über dies und das und er erzählte mir, wie froh er sei, kein Internet zu haben.

    In der Zwischenzeit trug das Dienstmädchen im Casa Particular unser sämtliches Gepäck in ein anderes Zimmer. Die Toilette im alten war nämlich kaputt/verstopft/oder sonst was und wir hatten kein Wasser mehr.

    Znacht gab’s auf der Dachterrasse eines privaten Restaurants direkt am Malecón. Musikalisch untermalt wurde dabei unser Essen von den wohl hunderten Leuten, die sich am Meer auf Bier und Musik trafen. Ausgemacht wurde diese ohrenbetäubend laute Musik erst, als es zu einem Polizeieinsatz kam. Ich hab den Auslöser nicht gesehen, aber die Beteiligten sprachen ziemlich erhitzt mit den Vertretern des Gesetzes. Es schien jedoch friedlich auszugehen.

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  • 16Mar 2015

    37 Von der modernen Stadt aufs Land 16.03.2015

     

    Beschreibung

    So sehr es uns in Cienfuegos auch gefiel, eine vierte Nacht gibt es hier nicht für uns. Somit hiess es heute Morgen Abschied nehmen. Beim ausserordentlich leckeren Frühstück sprach ich ein bisschen mit der Ama de Casa. Sie erwähnte dabei unter anderem, dass sie Schweizer Touristen sehr mag, da sich diese stets korrekt verhalten. Schön, auch mal sowas zu hören, auch wenn ich selbst anderes zu berichten weiss. Im Schaukelstuhl nebenan sass ihr Mann, der wie immer einfach nur wortlos lauschte. Er sass ohnehin während unseres ganzen Aufenthalts stets nur im Schaukelstuhl und lächelte friedlich und stumm vor sich hin. Einzig abends fragte er uns jeweils, um welche Zeit wir frühstücken mögen.

    Als wir dann losfuhren, wurden wir verabschiedet, als kennten wir uns schon seit Ewigkeiten. Die ganze Belegschaft kam schauen und die Hausherrin konnte nicht aufhören, uns alles Gute und viel Glück zu wünschen. Lange winkte sie noch dem Auto hinterher und war uns sogar noch ein paar Luftküsse zu während ihr Mann still lächelnd nebenan stand.

    Die Strecke nach Trinidad erinnert stark an Western. Man fährt hier durch Cowboy Landschaften, wie man sie aus den Filmen kennt. Etappenweise geht es einfach nur geradeaus und auch wenn ich zwischen 80 und 90 fuhr, erschien es mir, als stünden wir still. Doch auch diese Fahrt hatte ihre Tücken. Mal stand direkt hinter einer Kuppe ein Hund mitten auf der Fahrbahn, ein andermal überquerten Krebse die Strasse. Doch auf die Klötze musste ich nur einmal. Ich fuhr gerade auf einer solchen langen, geraden Strecke. Links wie auch rechts waren Gehege eingezäunt mit Stacheldraht. Doch dies stellt offensichtlich kein Hindernis dar für die gesamte Ziegensippe, die sehr flott aus dem linken Gelände aus- und ins rechte einbrach.

    Nach etwa 90 Minuten erreichten wir Trinidad. Ein absoluter Kontrast zum sauberen und modernen Cienfuegos. Hier sind die Strassen nicht im Raster ausgerichtet und ohnehin teilweise eher Trampelpfade. Die Gastgeberin von heute Morgen hat uns auch schon ein Zimmer reserviert. Dies machte das Ganze jedoch etwas komplizierter, da wir in diesem Gewirr ein Haus finden sollten. So ging also unsere Sightseeing-Tour im Auto durch das Dorf los. Irgendwann versuchte wir es auch zu Fuss – ebenfalls erfolglos. Erst mit der Hilfe der Einwohner fanden wir es. Spätestens hier wären wir aufgeschmissen gewesen, könnte ich nicht stückweise Spanisch stammeln. Das Suchen hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Das Casa ist sehr gross, mit zwei Terrassen, einem schönen Zimmer (auch wenn die Wände schon wieder rosa sind) sund ist trotz sehr zentraler Lage ganz ruhig. Doch in dieser Gasse hätten wir es wohl nie gefunden. Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen. Der Gastgeber kam dann auch mit zum Auto, um uns den Weg zu zeigen (so weit weg war es gar nicht). Er zeigte uns auch, was man hier so machen kann und gab uns noch eine Visitenkarte mit auf den Weg in die Stadt. Damit würden wir sicher zurückfinden. Auf der Rückseite ist ein Foto der Familie. Er sagte, hier kennt jeder jeden und wenn wir den Weg suchen, sollen wir jemandem das Foto zeigen.

    Das Dorf (oder Stadt? Bei uns wär’s sicherlich eine) ist wirklich sehr hübsch. Hier befindet man sich wirklich im tiefen Kuba. Fernab der Hektik der Hauptstadt. Die bunten Häuschen und die erwähnt schlechten Gassen strahlen einen sympathischen Charme aus. Insbesondere die Kirche und der Hauptplatz zeigen sich jedoch in schön herausgeputztem Glanz. Hier kamen wir auch in den Genuss einer 30-Minütigen Fussmassage. Für 8 CUC kann man das gerne auch ein zweites Mal machen.

    Nun sitze ich wieder hier auf der Terrasse und geniesse den Sonnenuntergang sowie ein kühles Bier der Hausherren. Das Leben kann so schön sein. In 15 Minuten gibt’s Znacht. Ich kann das Rind schon riechen. Anschliessend geht’s wohl wieder ins Städtchen. Abends soll man sich vor dem Casa de la Música treffen. Für 2 CUC Eintritt gibt’s da Live-Musik, doch die Leute setzen sich angeblich einfach auf die Treppe davor und haben da ihre eigene Party. Inklusive Live-Musik versteht sich.

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  • 17Mar 2015

    38 Hallo Welt! 17.03.2015 Kuba —

    Trinidad, Kuba

    Beschreibung

    Man glaubt es kaum! Ich habe Internet! Nach etwas mehr als zwei Wochen Kuba hab ich es endlich geschafft, einen Wifi-Hotspot zu finden und auch eine prepagado Internetkarte dabei zu haben. Doch wir mussten es uns verdienen.

    Eigentlich hatten wir heute nicht viel vor. Nur Geld holen, ins Internet gehen, massieren lassen, Cocktails schlürfen. Doch bereits Punkt 1 erwies sich als schwieriger als angenommen. Die erste Bank, bei der wir es versuchten, hatte keine Verbindung zu den Kreditkartenunternehmen, weshalb wir es bei Bank Nummer zwei versuchen mussten. Da man hier auch nur knappe 30 Minuten ansteht vor der Bank, macht uns das ja auch gar nichts aus. Diese halbe Stunde gewartet, wartet man dann auch am Bankschalter nochmals gut 10 Minuten, bis uns der Bankangestellte erklärt, dass auch hier die Verbindung nicht klappt. Somit geht es also zur dritten Bank. In der BFI warten glücklicherweise nicht so viele Menschen und auch der Bargeldbezug ab Kreditkarte funktioniert hier.

    Nun geht es daran, Internet zu suchen. Das erste Gebäude, das wir ansteuern, ist das ETECSA - die Kubanische Internetgesellschaft. Hier hat ich auch bereits eine riesen Schlange gebildet, weshalb wir vor dem Haus da WLAN suchen. Nix! Daher gehen wir ins Internetcafé, wo es jedoch kein WLAN hat. Also wieder zurück zur ETECSA. Dieses Mal mit kleinerer Schlange. Doch am Ende müssen wir feststellen, dass es hier kein WLAN gibt. Wir werden an ein nahegelegenes Hotel verwiesen. Hier hat es doch tatsächlich eine Bar und Wifi. Und ich habe, wie bereits erwähnt, sogar eine Internetkarte. Unglaublich, wir haben's geschafft. Das Internet ist nicht schnell, aber es ist wenigstens vorhanden.

    Wenn die Stunde Internet abgelaufen ist, geht es also wie erwähnt zur Massage und danach weiter Cocktails saufen. Ich melde mich irgendwann wieder, sollte ich mal wieder Internet haben.

    ¡Salud!

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  • 17Mar 2015

    39 Nicht genug Internet 17.03.2015 Kuba —

    Trinidad, Kuba

    Beschreibung

    So schnell kann’s gehen. Mitten im Bilder hochladen ist meine Zeit im Internet abgelaufen. Einfach eine neue Karte kaufen? Denkste! Die sind derzeit in der ganzen Stadt ausverkauft. Better luck next time!

    Anschliessend ging es – wie angekündigt – zur Massage, ehe wir noch ein bisschen durch die gemütlichen Gassen schlenderten. In einem der unzähligen Souvenirshops/Kunstgalerie sah ich das wohl dümmste Bild, das mir je vor die Augen kam. Darauf war zunächst mal Che Guevara zu sehen, der wie gewohnt mit strengem Blick über dem Betrachter hinweg schaut. Und neben ihm steht gross der angebissene Apfel eines bekannten Grossunternehmens. Nun ja, die Personen, die in Apple immer noch den Guerillakämpfer gegen den alles an sich reissenden Monopolisten Microsoft sehen, erkennen wohl auch kaum die Ironie der exzessiven Vermarktung Che Guevaras.

    Abends besuchten wir das Restaurant eines Casa Particulars. Tags zuvor empfahl uns ein amerikanisches Paar dieses. Die beiden waren auch heute anzutreffen. Im Übrigen sind sie illegal hier. Doch nicht Kuba hat etwas gegen ihre Anwesenheit, vielmehr verbietet es ihnen die USA hierher zu reisen. Wie auch immer, ich hatte ein Pouletbrüstchen in einer Art Cornflakes-Mantel. Das war echt lecker. Ich hab zwar den Kellner nach dem Rezept gefragt, bin mir aber nicht sicher, ob ich das dann auch hinkriege. Wir werden’s sehen.

    Zum Schluss besuchten wir erneut die Treppe. Die hohe Anzahl an Polizisten tut hier der Partystimmung keinen Abbruch. Offensichtlich lassen sich Kubaner nicht wie unsere armen Hooligans alleine von der Polizeipräsenz provozieren. Im Gegenteil, es wurde sogar geschwatzt und gelacht mit ihnen. Wir erwischten den einen Beamten sogar beim Cocktail.

    Auf der Terrasse einer Bar genossen wir unseren letzten Drink in Trinidad. Hier spielte eine sehr junge Band. Musikalisch top und in einer sehr angenehmen Lautstärke vermochten sie uns zu einem CD-Kauf zu überzeugen.

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  • 18Mar 2015

    40 Zur falschen Zeit in Remedios 18.03.2015 Kuba —

    Remedios, Kuba

    Beschreibung

    Nun ist unsere Zeit in Trinidad auch schon wieder um. Nach gutem Frühstück (hier sogar mit Honig) verabschiedeten wir uns von der Familie. Während ich das Auto aus der Garage fuhr, machten sich Vater, Sohn und Tochter bereits daran, unser Gepäck zu tragen. So musste ich nicht mal etwas schleppen. Überhaupt waren sie hier auch wieder sehr gastfreundlich. Auch das Zimmer war sehr angenehm. Ich hatte hier die beiden besten Nächte in Kuba (eine war zufriedenstellend, die andere sogar gut).

    Das Ziel unserer heutigen knapp dreistündigen Fahrt ist Remedios – ein kleiner Ort östlich von Santa Clara. Ich hörte bereits viel Gutes über dieses Dorf. Auch die andern Gäste unseres Casa Particulars waren vor kurzem hier und lobten den Ort sehr. Dies war allerdings gelogen, wie sich herausstellen sollte. Aber wir wollen der Geschichte nicht vorgreifen.

    Die Strasse führte erneut durch wunderschöne Gegenden. Die Fahrbahn schien teilweise unendlich lange einfach nur geradeaus zu gehen. Erst nahe am Horizont erkannte man Ansätze einer Kurve. Die Gegend erinnerte phasenweise an die Prärie. Manchmal mit etwas kargem Boden, dann wieder mit wunderschönen Palmenwälder. Auf der Autobahn passieren wir einen Truthahngeier, der sich über einen frisch überfahrenen Hund hermacht. Irgendwann endet unsere Spur und wir werden auf die Gegenfahrbahn umgeleitet, so wie es auch in der Schweiz üblich ist. Doch hier gibt es keine Absperrungen. Es hat einfach drei Spuren und man fährt in beide Richtungen mit 100 km/h. Die mittlere Spur darf nur zum Überholen verwendet werden. Allerdings halt eben auch mit Gegenverkehr.

    Um Mittag erreichen wir den 20‘000 Seelenort Remedios. Wir versuchen unser Glück in einem Casa Particular. Hier haben sie leider keinen Platz, doch rufen die Besitzer kurzerhand ihre Freunde an, die noch ein Zimmer freihaben und uns sogar abholen kommen. Während wir warten, sprechen wir ein bisschen mit den Gastgebern. Sie hatten vor einiger Zeit mal Tessiner zu Gast, was sie uns mit voller Freude erzählen. Diese haben ihnen auch Armbanduhren geschenkt. Es ist irgendwie sehr schön zu sehen, wie sich die beiden immer noch sehr über das Geschenk freuen. Die Tochter holt dann auch sofort die Uhren. Es handelt sich um eine blaue und eine rosarote Swatch. Die seien sogar wasserfest erzählen sie uns stolz. Die Bänder sind mittlerweile leider kaputt, doch die Uhren funktionieren noch. Bei uns lägen sie längst im Müll. Doch hier sorgen sie noch für strahlende Lächeln in den Gesichtern der Besitzer.

    Als die Zimmer bezogen sind, ist es Zeit, sich das Dorf mal anzusehen. Es scheint, als wären wir zur falschen Zeit hier. Im Juni feiern sie 500 jähriges Jubiläum und daher wird hier alles auf Vordermann gebracht. Die Innenstadt ist eine einzige Baustelle. Nebst Arbeitern findet man hier nur Bettler. Interessant wie viele Bettler sich an diesem kleinen Ort aufhalten. So viele haben wir sonst in ganz Kuba nicht gesehen. Dennoch geniessen wir in einer Gartenbeiz ein paar Getränke. Sandwiches bestellen wir zwar, doch erhalten diese nicht. Beim Solo-Spiel beobachtete uns ein kleiner Junge. Nach kurzer Zeit gesellt er sich zu uns an den Tisch und sammelt schnell alle Karten, die verweht werden, wieder ein. Als wir aufgrund des starken Windes das Kartenspiel aufgeben, holt er uns Domino-Steine und erklärt uns das Spiel. Dabei erzählt er aus der Umgebung, wo sein Vater ist, was ein Museum ist und fragt, wie es denn in der Schweiz so ist. Meine Güte, der Junge kaut mir hier ein Ohr ab. Er hört nicht mehr auf zu sprechen. Ich verstehe zwar die Hälfte nicht, doch solange er nichts fragt, ist er mit simplen „aha“s meinerseits zufrieden. Als es mir schliesslich zu viel wird, verlassen wir den Platz,

    In einer Hotelbar möchten wir mal wieder Drinks geniessen. Doch daraus wird nichts. Nach dem ersten grossen Schluck krächzt Stephanie. Sie schnappt nach Luft und ihr Kopf färbt sich rot. Der Drink besteht aus beinahe purem Chlor. Ich probierte sorgfältig auch etwas und verspürte auch sofort ein starkes Kratzen. Offenbar ist auf unerklärlichem Weg Chlor ins Fläschchen mit Zitronensaft gelangt. Vielleicht war es auch was anderes. Es ätzte auf jeden Fall sehr. Die Barkeeperin entschuldigt sich tausendfach während wir mit Wasser versuchen das Kratzen wegzukriegen. Später im Casa kommt sogar ein Pfleger vorbei, den die Barkeeperin in der Zwischenzeit aufgeboten hat. Er untersucht den Rachen und versichert uns, dass es nichts Schlimmes ist. Nach einer kurzen Erholungsphase geht es ihr bereits wieder besser und wir starten eine weitere Erkundungstour.

    Abschliessend will ich jedoch noch festhalten, dass diese Stadt sicherlich sehr hübsch ist, wenn die Baustellen mal abgeschlossen sind. Wahrscheinlich würde sich ein Besuch des Jubiläumsfest sehr lohnen.

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  • 21Mar 2015

    41 Weil wir’s uns verdient haben… 21.03.2015 Kuba —

    Kuba

    Beschreibung

    Mit dem Auto auf eine Insel fahren. Ohne Fähre oder sonstige andere Transportmittel. Einfach mit dem Auto. Jesus könnte dies. Und wir können es auch. Zugegeben, es hat hier eine Strasse durch das Meer. Rapperswil Seedamm? Süss! Dieser Damm hier führt 45km raus ins Meer und wir brettern da jetzt raus. Nach gut sechs Wochen ständiger Wanderungen, Exkursionen und Autofahrten haben wir uns ein paar Tage nichts tun am Strand verdient. Dadurch ergibt sich auch nicht allzu viel zu erzählen, weshalb ich hier die letzten drei Tage zusammenfasse.

    Ich muss gestehen, dass ich mir Cayo Santa Maria leicht weniger touristisch vorgestellt habe. Immerhin hiess es, hier gingen auch Kubaner baden. Doch wir befinden uns weitestgehend unter Kanadier. Aber egal, dies sind auch ganz angenehme Zeitgenossen. Sofern sie nicht gerade trunken von Alkohol die Hose am Pool runterlassen.

    Der Strand hier ist einer der schönsten, den ich je besucht habe. Schöne Strände haben natürlich auch viele Badegäste zur Folge. Doch der Strand ist hier lang genug. Der Sand ist unsagbar fein und schneeweiss. Das Wasser türkisblau und so klar, dass man seine Füsse noch genau sieht, selbst wenn einem das Wasser bis zum Hals steht. Dies ist sowieso erst weit im Meer draussen der Fall. Man kann weit über 50 Meter hinausgehen ohne schwimmen zu müssen. Einfach herrlich. Zudem ist der Strand nicht kontinuierlich abfallend, was bewirkt, dass man weit draussen das Wasser wieder kaum höher als knöcheltief hat. Dies ist insbesondere bei Ebbe herrlich, wenn man sich weit draussen im Meer einfach auf den Rücken legen kann, ohne dass das Gesicht nass wird.

    Im Pool befindet sich eine Bar, die all-inclusive Cocktails ausschenkt. Und sollte die irgendwann geschlossen haben, bedient man sich an der 24h Bar. Essen gab’s einmal karibisch, einmal mexikanisch und einmal Buffet (je in einem anderen Restaurant versteht sich).

    Nach einer Michael Jackson Hommage (jemand von uns wollte da natürlich hin) und einigen Mojitos
    (macht es interessanter) geht es zurück ins Zimmer. Doch vor’s zu Bett geht, verköstige ich mich am 24h Grill mit einem Hot Dog, oder Perro Caliente, wie sie hier heissen.

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  • 22Mar 2015

    42 Die Fahrt zieht sich in die Länge 22.03.2015 Kuba —

    Varadero, Kuba

    Beschreibung

    Die erste Etappe nichts tun ging heute zu Ende. Doch die nächste beginnt bereits morgen in Varadero. Es ist mir bekannt, dass Varadero nicht für das „richtige“ Kuba steht. Doch kann man nicht behaupten, wir hätten dieses auf unserer Reise nicht gesehen. Ausserdem ist es doch ein Teil Kubas und um die letzten Tage ausklingen zu lassen, bietet es sich wunderbar an.

    Doch ehe es soweit ist, wollen wir noch eine letzte Nacht in einem Casa Particular verbringen. Wo wissen wir zwar noch nicht, aber irgendwo zwischen Cayo Santa Maria und Varadero wird’s schon eine geben. Ob wir nach Santa Clara fahren oder über die Landstrassen nach Norden ist bei Reisebeginn noch nicht klar. Erstmal jesusen wir zurück übers Meer und erst kurz vor der entscheidenden Abzweigung entscheiden wir uns für den Norden.

    Unser erster Versuch ist Sagua La Grande. Die Innenstadt sieht zwar ganz nett aus, doch sehen wir auf der Durchfahrt keine Casa Particulares. Gross gesucht haben wir jedoch auch nicht, da im Reiseführer steht, dass es hier keine Unterkünfte hat. Doch diesem Buch kann man auch nicht wirklich trauen.

    So fahren wir halt weiter. Nächstes Ziel ist Cárdenas – ein Vorort Varaderos. Bei der Einfahrt in die Stadt werden wir umgeleitet. Ein Strommast brennt und das Kabel ist abgerissen. Dadurch brennt auch die ganze umliegende Graslandschaft (und diese ist nicht gerade klein).

    Cárdenas gefällt mir jedoch gar nicht. Tausendfach gleichaussehende Gassen, viele Schlaglöcher (selbst für kubanische Verhältnisse) und fürchterlicher Phosphorgestank von der örtlichen Fabrik laden nicht zum Verweilen ein. Auch verfügt es nicht gerade über eine Fülle an Casas Particulares, weshalb wir erneut weiterfahren. Ich spürte beim losfahren bereits, dass ich etwas übermüdet bin. Aber so lächerliche viereinhalb Stunden am Stück fahren kann ich auch noch im Halbschlaf.

    Letztlich sind wir doch bereits in Varadero gelandet, doch nehmen wir heute noch ein Casa Particular im Downtown, bevor es morgen ins Hotel geht. Nach drei missglückten Versuchen finden wir noch ein freies Plätzchen. Mit der anschliessenden Fahrt im Panoramabus verschaffen wir uns einen Überblick. Hier ist das Casa del Ron – ganz wichtig. Aha, das La Fondue existiert noch und auch das Hotel, in dem ich vor fünf Jahren residierte steht noch an alter Stelle. Die Halbinsel ist viel grösser als ich dachte. Ganz am Ende erspähen wir das Princesa del Mar, das wir morgen beziehen. Es ist das einzige Hotel, das die Schweizer Flagge gehisst hat. Da freu ich mich doch schon drauf.

    Soeben hat das kubanische Fernsehen den Feierabend eingeleitet. Ja, hier macht das Fernsehen noch Feierabend. Nach Abschluss der Tagesschau wird die Landeshymne abgespielt. Dazu weht die Flagge im Wind und immer wieder werden ruhmreiche Bilder Fidel Castros gezeigt. Der Text der Hymne erscheint zum Mitsingen auf dem Bildschirm. Passagen wie „fürs Vaterland sterben heisst leben“ sorgen für süsse Träume. Vorbei die Hymne, nun kommt das gute alte Testbild mit dem Pfeifton. Na dann, ab ins Bett!

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  • 23Mar 2015

    43 Weil wir’s uns verdient hätten… 23.03.2015 Kuba —

    Varadero, Kuba

    Beschreibung

    Heute leiten wir die Schlussphase in Kuba ein. Die letzten paar Nächte verbringen wir in einem Hotel in Varadero. Beim Buchen waren nur noch zwei Hotels verfügbar. Beide nicht sonderlich günstig. Das eine hat drei Pools – zwei davon sind Kinderbecken. Das andere, teurere ist ab 18. Ich habe mich wohl noch nie so leicht für ein Hotel entschieden.

    Doch zunächst gehen wir nochmals ins Städtchen. In einer Casa del Ron direkt neben der Fonduebeiz dürfen wir uns durch verschiedene Rums, die es nur in Kuba zu erwerben gibt, probieren. Leider ist der eine, den ich gerne hätte, nicht zur Verköstigung. Doch auf Empfehlung des Ausschenkers kaufe ich nebst einem süssen Rum für Stephanie auch diese Flasche. Nach einem Besuch in einem Restaurant mit schlechtem Service (wir sind offensichtlich nicht mehr im „richtigen“ Kuba) checken wir im Hotel ein.

    Das Hotel erscheint sehr schön. Es hat eine geräumige und äusserst Moderne Empfangshalle, aus der man direkt auf den Pool sieht. Sogar Wifi ist vorhanden und auch noch anständig schnell, sodass ich gleich mal ein paar Fotos und Blogeinträge hochladen kann. Auch das Zimmer ist äusserst hübsch gemacht. Es ist sauber, hat genug Platz, TV und ein all-inclusive Minibar.

    Erst beim Abendessen holt uns die Ernüchterung ein. Aufgrund des hohen Preises (dafür könnte man selbst in der Schweiz mindestens in einem 4*- wenn nicht gar 5*-Hotel mit Dinner übernachten) erwarteten wir ein Abendessen, das uns umhaut. Immerhin muss ich sogar eine lange Hose tragen. Den Platz mussten wir reservieren und da diese 15 Minuten später verfällt, gehen wir auch pünktlich hin. Das Restaurant erscheint wie eine einfache Gartenbeiz. Lange Hosen sind hier eher overdressed. Den Tisch haben wir auf 20 Uhr reserviert und als wir um 20:01 erscheinen, werden wir noch blöd angemacht, dass wir ja überpünktlich seien. Ohnehin scheint der Kellner nicht gerne zu arbeiten. Es hat kaum Gäste, doch wartet man eine Ewigkeit.
    Die Karte ist klein, doch lässt sich darin was für meinen Geschmack finden. Allerdings habe ich mir bei den Preisen etwas mehr erwartet als die mickrige Portion Reis und ein einziges winziges Beinchen eines Baby-Hünchens. Nach über 80 Minuten haben wir noch immer erst die Vor- und Hauptspeise erhalten und warten nun bereits über 15 Minuten vor leeren Tellern (die hier wohl nicht abgeräumt werden) auf das Dessert. Der Service ist hier auch für kubanische Verhältnisse hundsmies. Dafür fünfmal so teuer. Doch die Krönung ist, als die Musiker uns noch um Geld anbetteln. Jetzt reicht es mir und wir verlassen das Restaurant. An der ohnehin besseren Snackbar gibt’s auch Desserts.

    Doch ganz ohne unfreiwillig witzige Einlage einiger Gäste verläuft es hier nicht. Die Dame am Tisch nebenan hätte gerne etwas Senf. Hier ein Auszug der Diskussion:
    Gast: Do you have mustard?
    Kellnerin: Qué?
    G: Mustard!
    K: No hablo inglés.
    G: Ah… ok… Mustard! Muuuuustard

    Ich denke, hätte sie es noch vier weitere Male und etwas langsamer gesagt, hätte die Kellnerin verstanden. Auch beim Hauptgang hatte die Ärmste was zu meckern. Sie bestellte ihr Steak ohne Sauce. Doch war da doch tatsächlich etwas Bratbutter am Fleisch. So geht das natürlich nicht. Sie liess es wieder zurückschicken und erhielt dann ein im Ofen gegartes Stück Fleisch.

    Nach einem abschliessenden Cocktail im Zimmer ist auch schon wieder Feierabend im staatlichen Fernsehen und die Nationalhymne läuft. Somit gehe ich dann wohl auch zu Bett. Rückblickend ging ich wohl mit zu hohen Erwartungen zum Dinner. Morgen versuche ich es mal mit einer anderen Einstellung und in einem anderen der vielen Hotelrestaurants hier. Dann wird es sicherlich auch angenehmer.

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  • 25Mar 2015

    44 Die richtige Restaurant-Wahl macht die Stimmung 25.03.2015

     

    Beschreibung

    Wie erwähnt ging es die letzten beiden Tage mit leicht anderer Einstellung ans „Werke“. Und wir wurden dafür belohnt. Wir konnten nun so richtig entspannen und die Zeit geniessen. Ob am stilvoll gestalteten Pool mit Bar oder am Strand. Letzterer hat zwar nicht mehr ganz so feinen, weissen Sand wie der auf Cayo Santa María und er ist auch etwas steiler, doch dafür hat es hier nicht so viele Leute. Auch das Türkisblau kann es mit dem des anderen Strandes aufnehmen. Nicht zuletzt hat der leicht gröbere Sand den Vorteil, dass man ihn leichter von Füssen und Badehose wegkriegt.

    Auch beim Essen wurden wir nicht mehr enttäuscht. Der sehr gute Service lässt keine Wünsche offen. Beim köstlich zubereiteten Essen wird zudem auch Wert auf nette Präsentation gelegt. Und nicht zuletzt vermag auch der Wein mit Geschmack zu überzeugen. Und so taten wir die letzten Tage nicht viel mehr als essen, baden und Sonne tanken. Muss ja auch mal sein.

    Morgen fahren wir zurück nach Havanna und übermorgen geht es dann ab nach Santo Domingo. Bin mal gespannt, ob uns da der nächste Kulturschock erwartet.

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  • 26Mar 2015

    45 Abschied vom Luxus 26.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Heute wird leider auch bereits wieder unsere letzte Nacht in Kuba sein. Um morgen den 10:40 Flug nach Santo Domingo zu erwischen, bewegten wir uns somit schon mal in Richtung Flughafen. Erst noch am Frühstücksbuffet den Magen bis zum Rand vollschlagen, dann noch ein bisschen im TV mit einem Bericht über Suizidpiloten Mut für den Flug aufbauen und ab nach Havanna.

    Die Fahrt verlief eigentlich ereignislos. Die Strecke führt durch Matanzas hindurch der Küste entlang. Mal über einen Fluss durch Palmenwald, mal durch ein bisschen Industrie. Von Osten her kommend packte uns spontan die Lust noch einmal die Strandbar von Playa Santa Maria zu besuchen. Hier ist noch alles wie bereits vor drei Wochen. Selbst der Magier ist uns bereits bekannt.

    Nun haben wir Havanna so gut wie erreicht. Doch jetzt beginnt das Abenteuer erst. Das Vorhaben einen Flughafen zu finden erscheint auf den ersten Blick zwar nicht allzu schwer. Der Schein trügt jedoch. Immerhin müssen wir dabei durch ganz Havanna fahren. Und Schilder haben die hier bekanntlich keine. Nicht einmal der Weg zum Flughafen ist beschrieben. Doch wir bogen auch bereits vor Havanna falsch ab. Hier wurden wir jedoch noch freundlich darauf aufmerksam gemacht. Auf der zweispurigen Fahrbahn schloss ein Auto neben uns auf und winkte wie wild. Als die Scheiben unten waren rief uns der Beifahrer, dass Havanna in die andere Richtung sei. Er stieg später sogar aus, um uns den richtigen Weg zu erklären.

    Immerhin bis Havanna haben wir’s jetzt geschafft. Jetzt könnte man meinen, sei es ein Leichtes, den Flughafen zu finden. Doch wie bereits erwähnt, hat es keine Wegweiser. Und es ist auch verwirrend, wenn man auf der Karte annimmt, man sei bei einer Autobahneinfahrt bei der man gar nicht ist. So verstrich die Zeit und wir machten noch ein paar Extrakilometer durch die Hauptstadt Kubas. Die Tankregelung des Autovermieters ist übrigens die kundenunfreundliche. Man „darf“ den Tank leer zurückgeben. Alles, was noch drin ist, hat man zu viel bezahlt. Und so schwitzte ich Blut als die Anzeige wie wild blinkte und das akustische Warnsignal uns immer wieder darauf hinwies, dass das Benzin bald zu Ende ist, während wir noch immer planlos durch die Millionenmetropole kurvten. Doch zu guter Letzt haben wir unseren Weg gemacht. Der Flughafen ist lokalisiert. Wir prüften auch, wo wir morgen in aller Früh hinfahren müssen. Zum Abschluss fanden wir sogar noch ein Casa Particular ganz in der Nähe.

    Nun verdaue ich ein letztes Mal auf einer privaten Veranda das leckere Abendessen während ich etwas wehmütig an morgen denke, wenn wir dieses grossartige, wenn auch nicht autofahrerfreundliche Land verlassen werden.

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  • 27Mar 2015

    46 Fazit / Ausblick 27.03.2015 Kuba —

    Alamar, Havana, Kuba

    Beschreibung

    Und schon wieder ist ein Abschnitt unserer Reise zu Ende. Unsere Zeit in Kuba war ebenso schön wie auch facettenreich. Wir lernten viele nette Menschen kennen, sahen traditionelle Städte wie auch schöne Strände und genossen gelegentlich einen Cocktail auf Rum-Basis. Nun möchte ich natürlich auch über dieses Land resümieren und auf die weitere Reise vorausblicken.

    Leute
    In Kuba lernt man wahre Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft kennen. In den Casas Particulares wurden wir jeweils herzlich begrüsst und mit gutem Essen verwöhnt. Abschiede nimmt man hier, als kennte man sich schon seit Kindesbeinen. Aber auch auf der Strasse waren die Passanten jederzeit aufmerksam und machten einen oft schon ohne Fragen auf den richtigen Weg aufmerksam. Kubaner tragen stets ein Lächeln im Gesicht und verbreiten gute Stimmung. Das Temperament der hiesigen Bevölkerung ist sehr entspannt. Auf der Strasse wird nicht gerast und den Tag verbringt man meist auf der Veranda (oder in Städten auf der Strasse vor der Wohnung). Die Gemüter werden lediglich erhitzt, wenn sich eine Diskussion über Baseball ergibt. Ebenso ist fertig Stillgesessen, wenn die Musik angeht. Doch selbst beim feurigen Salsa erscheinen sie stets entspannt. Einzige Ausnahme bildet Havanna. Siehe weiter unten.

    Verkehr
    Verglichen mit Costa Rica hat Kuba traumhafte Strassenverhältnisse. Gelegentliche Schlaglöcher – selbst wenn sie teilweise sehr gross sind – fallen da kaum ins Gewicht. Vielmehr störend ist die beinahe komplette Abwesenheit der Wegweiser. Auch Ortstafeln sucht man oftmals vergebens, so dass man gelegentlich nicht einmal weiss, in welchem Dorf man sich gerade befindet.

    Essen / Trinken
    Die Küche hier ist relativ einseitig. Etwas Fisch (hab ich mehr als genug gegessen. Sogar Languste), etwas Fleisch und Reis mit Bohnen. Als Vegetarier muss man meist mit dem Kellner ein Gericht ausmachen, da auf der Karte nichts dergleichen vorhanden ist. Dennoch speisten wir normalerweise sehr gut. Insbesondere in den Casas Particulares oder privaten Restaurants kocht man hervorragend und geizt auch nicht mit der Menge. Auf der anderen Seite lässt in staatlichen Restaurants oftmals die Bedienung zu wünschen übrig. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass süsse Nachspeisen oft von Käse begleitet werden (beispielsweise in Zucker eingelegte Papaya mit einem Stück Käse).
    Zu trinken gibt es vor allem Rum. Und dies gut und günstig. Doch auch Softdrinks stellen die Kubaner her. Mit Tukola, Refresco de Naranja und Refresco de Limón haben sie mehr oder weniger einen 1:1 Ersatz für Cola, Fanta und Sprite.

    Regionale Unterschiede
    Auch wenn wir beim Gedanken an Kuba ein stereotypes Bild vor dem inneren Auge haben, ist diese Insel sehr facettenreich. Alleine in der nördlichen Hälfte (den Süden haben wir ja nicht gesehen) gibt es grosse regionale Unterschiede. Von der hektischen Grossstadt Havanna gelangt man schnell ins verschlafene Cowboy-Dörfchen Viñales. Das moderne Cienfuegos befindet sich nur eine Autostunde vom traditionellen Trinidad entfernt. Und nicht zuletzt ist da Varadero – ein Dorf das wohl gänzlich von kanadischen Touristen lebt.

    Sprache
    Das Spanisch der Kubaner ist für mich als Anfänger nur schwer verständlich. Viele Silben werden verschluckt und das „S“ gibt es hier wohl gar nicht. Ausserhalb (und teilweise auch innerhalb) der Touristenorte muss man es gar nicht erst mit Englisch versuchen. So ist es wohl für Individualtouristen unabkömmlich, zumindest ein Zimmer auf Spanisch suchen zu können.

    Lieferengpässe
    In den Casas Particulares könnte man es zwar kaum glauben, doch gibt es in Kuba oft Lieferengpässe von Waren – auch Nahrungsmittel. So gibt es dann oftmals nur noch ein oder gar kein Sandwich mehr. Auch die Internetkarten können schon mal in der ganzen Stadt vergriffen sein. Die Läden zeigen auch dasselbe Bild. Teilweise sind es zwar grosse Ladenlokale, doch verfügen sie nur über zwei oder drei Theken, bei denen alles hinter verschlossenem Glas ist. Sonnenbrillen muss man in diesem sonnenverwöhnten Land erst mal suchen.

    Geld
    Für Kuba empfiehlt es sich sehr, Bargeld (keine US Dollars!) mitzunehmen. Ansonsten muss man darauf achten, dass die Kreditkarte nicht von einem us-amerikanischen Institut ausgestellt ist. Geld wechseln oder abheben kann man in den CADECAs oder Banken, vor denen sich stets lange Schlangen bilden. Manchmal kann man auch nichts mit der Kreditkarte abheben, da grad die Verbindung nicht steht.

    Du solltest Kuba bereisen, wenn...
    ... du Rum und Zigarren magst
    ... du Lebensfreude und Gastfreundschaft erleben möchtest
    ... du schöne Strände besuchen willst

    Du solltest nicht alleine durch Kuba reisen, wenn...
    ... du kein Spanisch sprichst

    Du solltest gar nicht nach Kuba reisen, wenn...
    ... du bei Unpünktlichkeit oder tiefer Arbeitsmoral Pickel kriegst
    ... du ein eingefleischter Kapitalist bist
    ... keinen Spass magst

    Ausblick
    Ich muss zugeben, ich bin nicht unglücklich, dass wir während dem Rest der Reise keinen Mietwagen mehr haben. Erst geht es für zwei letzte Tage Individualtourismus nach Santo Domingo, ehe unser Island-Hopping durch die Karibik beginnt. Wie? Eine Kreuzfahrt? Das machen doch nur alte Menschen! – Mag sein, wir werden’s sehen. Wir sehen das Schiff ohnehin mehr als fahrendes Hotel. Es ging uns darum, in kurzer Zeit noch möglichst viele verschiedene Inseln/Länder zu sehen. Dabei achteten wir darauf, ein Schiff zu wählen, das nur nachts fährt. Tagsüber befinden wir uns nicht an Bord und müssen auch kein langweiliges Bingo oder Shuffleboard spielen. Nach diesem Island-Hopping – ich mag gar nicht daran denken – ist unsere Reise zu Ende und ab Santo Domingo fliegen wir via Madrid nach Zürich. Doch erst werde ich euch noch etwas mehr als eine Woche schriftlich unterhalten.

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  • 27Mar 2015

    47 "Heiliger Sonntag" schon am Freitag 27.03.2015 Dominikanische Republik —

    Zona Colonial, Santo Domingo, Dominikanische Republik

    Beschreibung

    Der heutige Tag stand eigentlich ganz im Zeichen des Reisens. Früh morgens gaben wir das Auto zurück und checkten für den Flug nach Santo Domingo ein. Das restliche kubanische Geld zu wechseln fiel etwas schwer, da grad alle vier Money Exchange Schalter Pause machten. Erst als der eine dem andern Schalter sagte, sie solle mal arbeiten, bewegte sie sich mit grossem Widerstand in die Kabine.

    Beim Check-In lernten wir Jürgen kennen. Ein 65-jähriger Deutscher, der alleine unterwegs ist. Nach fünf Wochen hat er jetzt noch eine letzte Woche in der Dominikanischen Republik. Mit ihm teilten wir auch das Taxi vom Flughafen zum Hotel. Den Preis für die Fahrt hat er dabei mit viel Leidenschaft um beinahe die Hälfte runtergehandelt.

    Das Hotel scheint ganz nett zu sein. Es hat eine hübsche Terrasse und die Zimmer sind ok. Leider erinnert es lärmtechnisch ein bisschen ans erste Zimmer hin Havanna. Das angebliche Superior Zimmer befindet sich leicht im Keller. Mit Fenster wie Bullaugen haben wir Blick von unten her auf die Strasse. Und hier wird auch nach Mitternacht noch gehupt wie die Weltmeister. Mal sehen, wie gut wir schlafen werden. Aber ich habe da keine grossen Hoffnungen.

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  • 28Mar 2015

    48 Durch die Strassen von Santo Domingo 28.03.2015 Dominikanische Republik —

    Ensanche Quisqueya, Santo Domingo, Dominikanische Republik

    Beschreibung

    Am Ankunftstag offenbarte uns Santo Domingo nicht gerade seine schönste Seite. Überall Dreck und Berge von Müll. Auch der unruhige Verkehr ist nicht gerade ein Genuss. Doch es muss hier auch schöne Flecken haben. Bereit diese zu finden machten wir uns auf eine Hop-on Hop-off Tour.

    In der Dominikanischen Republik scheint man eine leicht andere Interpretation solcher Touren zu haben. Es findet in einem Minibus mit Guide statt und fährt erst, wenn der Bus voll ist. Da überlegt man sich’s gut, ob man aussteigen will, wenn der nächste Bus ja auch bereits voll sein wird. Unser Bus jedenfalls war fast ausschliesslich mit Venezolaner gefüllt. Da war jedes Mal die Hölle los, wenn der Guide irgendetwas erzählte, das mit Venezuela in Verbindung stand. Allgemein war es nicht gerade angenehm. Der eine vervollständigte jeden Satz des Guides, sofern er die Information bereits kannte. Die Eltern zweier Kinder begannen zwischendurch mal laut Kinderlieder zu singen (natürlich während der Guide den englischen Teil sprach. So à la wen interessiert denn schon die Info in einem Sightseeing-Bus). Eine weitere warf immer wieder dann spanische Fragen ein, wenn er Guide auf Englisch was erklärte. Und sie liess auch selten locker, wenn sie darauf hingewiesen wurde. Sie hatte dann auch immer Fragen, die von guter Vorbereitung zeugen. So wollte sie immer wieder mal wissen, ob wir an diesem oder jenem vorbei kommen. Leider waren diese Orte alle etwa 100km von Santo Domingo entfernt. Erstaunlicherweise sogar der grosse Wasserfall, den die gute Dame wohl mitten in der Stadt erwartete.

    In der zweiten Hälfte der Tour machte der Bus halt an einer Mall. Man erwartet, dass bei eben einer solchen Hop-On Hop-Off Tour der Bus einfach weiterfährt und man den nächsten nehmen kann. Nicht hier. Der Guide fragt, wie lange die Leute hier verweilen möchten. Da schreit der erste schon zwei Stunden. Ich frage mich noch, was wir hier denn so lange wollen, da brüllen die andern auch schon drei Stunden. Das ist nun der Moment, bei dem ich fragen muss, wann der nächste Bus fährt. Dies ist jedoch nicht so einfach. Er muss dazu erst einen anderen Fahrer fragen und wir machen eine Uhrzeit ab. Immerhin eine Stunde müssen wir dennoch bleiben, was für meinen Geschmack mindestens 45 Minuten zu lang war. Immerhin kann ich nach dieser Rundfahrt behaupten, dass es in Santo Domingo sehr wohl den einen oder andern schönen Ort hat. Doch halten mich die unzähligen hohen Müllberge davon ab, es grad eine schöne Stadt zu nennen.

    Immerhin scheint es hier einige Restaurants mit fünfstündigen Happy-Hours zu geben. So lässt es sich dann doch ganz gut leben.

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  • 29Mar 2015

    49 Alle an Bord! 29.03.2015 Dominikanische Republik —

    La Romana, Dominikanische Republik

    Beschreibung

    Nun ist also der Tag gekommen, an dem dritte und letzte Teil unserer Reise beginnt. Nach Frühstück und einem morgendlichen Spaziergang durch Santo Domingo, machten wir uns auf den Weg nach La Romana. Diese Strecke könnte man im Taxi für 250$ oder einem sonstigen Touristentransport für über 100$ pro Person machen. Wir nahmen jedoch das mehrheitlich von Einheimischen genutzten Gua-Gua. Die zweistündige Fahrt kostete uns so keine 4 Franken pro Person. Ich sass zwar schon in bequemeren Bussen, doch liess es sich aushalten. Den Fahrplan sehen sie nicht so eng. Man fährt, wenn der Fahrer das Gefühl hat, dass nicht mehr gross mehr Leute kommen werden. Doch beginnt die Fahrt äusserst langsam. Der Chauffeur lässt die Scheibe runter und schreit abermals lauthals „Express a La Romana“ über den Platz. Und siehe da: es steigen tatsächlich noch einmal ein paar Leute ein.

    In La Romana geht’s per Taxi an den Kai. Das Schiff steht schon da. Es ist riesig. Nun ist die Individualreise eindeutig zu Ende. Es sind schon ein paar Leute hier, doch der grosse Ansturm wird erst noch kommen. Zu meiner Überraschung sind es gar nicht so viele Alte. Erschreckenderweise ist eher das andere Extrem des Alters sehr stark vertreten.

    Das Check-In ist ein bisschen aufwändig und wir dürfen für die zwei Tage Dom. Rep., die wir hatten, nebst den 10$ fürs Touristen-Visa jetzt auch noch 20$ Ausreisegebühr bezahlen. Pro Person versteht sich. Und ich bin mir sicher, für den einen Tag vor dem Rückflug werden diese 30$ erneut fällig sein. Ein Gaunerstaat ist das hier.

    Da unser Zimmer noch nicht bereit ist, gehen wir erst ans Buffet. Hier kriegt man eigentlich den ganzen Tag (sogar bis nach Mitternacht) zu essen. Und es ist sogar noch lecker. Anschliessend beziehen wir dann doch unsere Kabine. Sie ist auf Deck 12 und hat einen Balkon. Das Zimmer ist ganz gemütlich und man hat auch genug Platz. Ich hatte beispielsweise in Lissabon in einem Hotel ein eindeutig kleineres Zimmer.

    Beim Abendessen wird uns nochmals bewusst, dass wir hier nicht mehr alleine unterwegs sind. Wir teilen den Tisch mit drei weiteren Paaren. Zwei Paare aus der Ostschweiz sowie eines aus dem Burgenland. Anfangs ist es noch ziemlich still, bis sich da mal erste Diskussionen ergeben. Doch es scheinen alles angenehme Leute zu sein. Noch während dem Essen werden wir aufgefordert zum Safety-Drill zu gehen. Doch haben wir noch nicht mal das Dessert erhalten und so lassen wir uns nicht hetzen.

    Das Unterhaltungsprogramm nach dem Essen ist gross. Es hat einige Bars, ein Casino, ein Theater und von der Disco her dröhnt der Bass. Letztere haben wir jedoch noch nicht besichtigt. Es ist White-Party und habe tragischerweise keine weissen Kleider dabei. So ein Pech aber auch…

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  • 30Mar 2015

    50 Panoramatour auf Tortola (British Virgin Islands) 30.03.2015 Britische Jungferninseln —

    John's Hole, Road Town, Britische Jungferninseln

    Beschreibung

    Heute war endlich mal wieder ausschlafen angesagt. Das Schiff legt erst gegen Mittag in Roadtown an. Somit genossen wir erst spät das Frühstück am Buffet bevor es zum ersten Ausflug ging. Wir reservierten für heute einen Platz in der „Panoramatour and beach“.

    Roadtown hat (noch) keinen grossen Hafen und somit ankerte unser Kreuzer etwas weiter draussen im Meer. Nur per Shuttle-Boot gelangt man an Land. Da angekommen bestiegen wir das Fahrzeug für die Panoramatour (@Thomas Neff: ja, danach setzten wir uns auch ins Fahrzeug). Raus aus dem kleinen Dörfchen und entlang wunderschöner Strände fuhren wir in Richtung Pusser’s Landing – einem kleinen Hafen. Hier nutzten wir den kurzen Aufenthalt zum Spazieren. Ein paar Fotos später nahm uns der Shuttle weiter. Enge und steile Strassen führten über die Berge der Insel Tortola. Von da oben bot sich ein herrlicher Ausblick über das Eiland. Auch benachbarte Inseln lassen sich von den Bergspitzen gut erspähen und ebenso erhält man einen Blick über die Karibik wie auch über den Atlantik.

    Den nächsten Halt machten wir an einem kleinen Strand. Sand und Gefälle dieses ist für unsere verwöhnten Ansprüche etwas zu grob beziehungsweise zu steil. Doch die allgemeine Szenerie lässt uns gut darüber wegschauen. Die Palmen ragen bilderbuchmässig über den Sand während sich hinter ihnen die grünen Hügel in den Himmel strecken. Hier lässt es sich durchaus verweilen.

    Doch leider ist alles einmal vorbei und so mussten wir dann schweren Herzens zurück zum Schiff. Dies auch noch zu spät fürs Abendessen, weshalb wir uns am Buffet die Mägen vollschlagen mussten.

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  • 31Mar 2015

    51 Ein traumhafter Tag in Antigua 31.03.2015 Antigua und Barbuda —

    St John's, Antigua und Barbuda

    Beschreibung

    Nicht wie gestern erreichten wir heute bereits morgens um acht Uhr die Insel Antigua. Genauer gesagt St. John’s, die Hauptstadt Antigua & Barbudas. Der für heute gebuchte Ausflug war erst auf Nachmittag angesetzt und so konnten wir zunächst zu Fuss das Städtchen erkunden.

    Anfangs begleitet uns ein wechselhaftes Wetter. Doch auch die wenigen Tröpfchen Regen bringen nicht die erhoffte Erfrischung an diesem schwülheissen Tag. Als sich dann auch noch die Sonne durchsetzt, herrscht drückende Hitze. St. John’s ist ein kleines, doch sehr lebhaftes Dorf. Es tummeln sich zahlreiche Menschen auf den engen Gassen und es herrscht reger Verkehr. Wir streifen planlos durch die Strassen. Erst hoch zur Kirche, dann runter zum „Park of Heroes“. Ironischerweise besuchen diesen lediglich Penner, die einen netten Platz zum Schlafen suchen.

    Kurz nach Mittag ist dann endlich Startschuss für unseren Katamaran-Ausflug. Erst fahren wir raus aufs Meer für einen kleinen Schnorchelstopp. Das Meer ist hier ziemlich rau. Grosse Wellen und starke Strömung machen das Schnorcheln zum Kraftakt. Zudem… Ach, ihr wisst ja. Blabla, im Roten Meer, blabla, alles schon gesehen. Wieder an Bord schenken sie endlich den im Preis inbegriffenen Rum aus. So langsam steigt die Stimmung während wir an der Villa Giorgio Armanis vorbei an einen einsamen Strand kommen. Und dieser ist mal wirklich einsam. Es tummeln sich gerade mal drei Leute da rum und auch auf unserem Katamaran befinden sich keine 20 Leute.

    Der Stopp hier ist einfach herrlich. Nach mehrfachen Sprüngen vom Boot ins Meer tanken wir Sonne und Rum. Ein bisschen Reggea vom Schiff und das Rauschen des Meeres sind die einzigen Geräusche, die man vernehmen kann. Zudem steht uns die Bar offen. Keine Menschen, keine Hektik. Einfach nur weisser Sand und blaues Meer. Genau so stelle ich mir das Leben vor.

    Schweren Herzens machen wir uns anschliessend wieder auf zum Kreuzfahrtschiff. Auf dem Rückweg ist dann Party angesagt. Selbst der Steuermann wirft sich auf die Tanzfläche. Der Barkeeper setzt sich schnell eine Rumflasche auf den Kopf und beginnt mit Limbo. Doch auf dem Höhepunkt der Party kommen wir beim Schiff an. Hier bietet sich uns vor dem Abendessen noch etwas Zeit und wir geniessen eine 50% reduzierte, einstündige Bali-Massage. Egal, wie das Essen noch wird: der heutige Tag ist einer der Gründe, weshalb wir diese Reise machen!

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  • 01Apr 2015

    52 Im Nachbarland der Schweiz (Martinique) 01.04.2015 Martinique —

    Fort-de-France Bay, Martinique

    Beschreibung

    Früh morgens schon wurden wir vom Zimmerservice, der uns das Frühstück lieferte geweckt. Das Schiff hat bereits in Martinique angelegt und unser Ausflug beginnt auch schon in einer Stunde. Da diese Insel ein offizieller Teil Frankreichs ist, befinden wir uns somit in der EU. Hier gilt das französische Gesetz und man bezahlt auch mit Euros.

    Unsere Tour heute ist stärker besucht als die gestrige. Mit dem Bus geht es über kurvenreiche Strassen in die Martiniquer Berge. Vereinzelte Tropfen weisen darauf hin, dass wir uns hier eigentlich auch im Regenwald befänden. Doch bringe sie nicht die erhoffte Erfrischung.

    Einen ersten Stopp machen wir in der Brennerei Depaz. Hier werden wir in die Geheimnisse des Rums eingeweiht und erhalten zugleich die Möglichkeit, den hiesigen Rum zu verkosten und auch gleich zu erwerben. Von beidem ergreife ich natürlich die Gelegenheit und so steige ich mit einem Liter Rum (gerade mal 7.60€) wieder in den Bus. Auf der Weiterreise erklärt uns die Führerin, wie der Rum auf Martinique getrunken wird. Natürlich ist es ein Sakrileg, ihn mit Cola zu mischen. Die Einheimischen pflegen zwei andere Gewohnheiten. Einerseits mischen sie ihn mit lokalem Fruchtsaft. Die beliebtere Methode ist jedoch der „Take-off“ (natürlich nicht englisch, aber ich kann kein Frosch). Dabei werden zweifingerbreit Rum mit wenig Zucker und ein bisschen Zitrone gemischt und in einem Zug getrunken. Die Tradition verlangt, dass man dies morgens zwischen 6:00 und 6:30 vor der Arbeit trinkt. Im Feierabend wird natürlich analog zum „Abflug“ auch eine „Landung“ mit Freunden getrunken.

    Als nächstes verlassen wir den Bus in Saint Pierre – der ehemaligen Hauptstadt Martiniques. Doch 1902 wurde sie komplett vom Vulkan Pelée zerstört. Die über 1000° heisse Asche tötete alle Einwohner und zerstörte die Gebäude. Die Steine wurden dabei geschmolzen, sodass heute nur noch ganz wenige Bruchstücke von Fundamenten existieren. Glück im Unglück hatte dabei ein Gefangener, der zum Zeitpunkt des Ausbruchs in einem Verliess unter der Erde verweilte und daher als einziger überlebte.

    Auf der Fahrt zurück nach Fort-de-France wurden wir von der Reiseleiterin richtiggehend mit Informationen erdrückt. Somit weiss ich nun, dass man Frauen mit zwei bzw. vier Zipfeln auf dem Hut anflirten kann (letztere sind jedoch wählerisch), während die mit einem oder drei Zipfel glücklich verliebt bzw. verheiratet sind. Versucht der Tourist in der lokalen Sprache Kreolisch mit den Damen zu kommuniziere, stösst man auf Abweisung. Auch erzählte die Leiterin von einer Tochter des Landes. Hab den Namen vergessen, aber ihr Mann nannte sich Napoleon Bonaparte (auch schon gehört). Sie ist hier ziemlich unbeliebt, da Napoleon auf ihr Verlangen einzig auf Martinique die Sklaverei nicht aufhob. Sie besass hier nämlich eine Plantage. Um den Hass ihr gegenüber zum Ausdruck zu bringen, schlug man ihrer Statue regelmässig den Kopf ab. Für diese Qualitäten sind die Franzosen ja bekannt. Ich glaube, den Kopf ersetzt man schon längst nicht mehr. Zusätzlich wird die Statue – auch heute noch – mit roter Farbe angespritzt. Die Lady scheint ihre Sympathiepunkte in ihrer Heimat verspielt zu haben.

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  • 02Apr 2015

    53 Whale-Watching ohne Wale 02.04.2015 Saint Lucia —

    Castries City, Saint Lucia

    Beschreibung

    Auch diesen Morgen wurden wir vom Zimmerservice mit Frühstück geweckt. Kurz danach ging es ja auch schon los fürs Whale-Watching. In einer leider etwas grösseren Gruppe, warteten wir auf das Boot, das uns ins Meer rausbringen soll. Während des Wartens beginnt auch schon das Drängen. Jeder will etwas vor dem andern stehen, um als erstes ins Boot einsteigen zu können. Anfangs standen wir noch ganz vorne, doch bis zum Schluss befanden wir uns im hinteren Mittelfeld. Als gar dreist erwies sich die Oma hinter mir, die ihren Stock als Drängelutensil einsetzte. Von hinten stellte sie diesen mir vor die Beine und mit genug Einsatz des Ellbogens kommt sie wunderbar vorbei. Im harten Kampf um einen Sitzplatz in der maritimen Reise nach Jerusalem sind alle Mittel recht. Doch im Gegensatz zur bekannteren Spielweise sind heute viel mehr Sitze als Personen vorhanden, was all ihre Tricks überflüssig macht.

    Als alle an Bord sind stechen wir in See. Auf der Jagd (natürlich rein visuell) nach Delfinen und Walen werden wir von einem seltsamen Musikmix begleitet. Etwas Bob Marley, 90er und Gangnam-Style bilden die Playlist. Diese Songwahl passt den Meeressäugern offensichtlich nicht. Sie lassen sich nämlich nicht blicken. Böse Zungen behaupten zwar, wir hätten zwei, drei Exemplare gesehen, doch befanden die sich merkwürdigerweise auf dem Sonnendeck unseres Schiffes. Und so mutierte die Seefahrt halt zu einer Inselbesichtigung von aussen. Viele Villen und Hotels zieren die Hügel Saint Lucias. Unter anderem auch ein Anwesen Nicolas Cages. Hab nicht ganz verstanden, ob ihm eine Villa oder ein Hotel gehört. Auch hat es hier eine Bucht, in der schon zahlreiche Szenen für Hollywood-Filme gedreht wurden. Pirates of the Caribbean, Superman 2 und Dr. Doolittle sind nur einige davon. Von der Fauna präsentieren sich uns wenigstens fliegende Fische. Und dies nicht zu knapp. Die Kerlchen können locker 30-40 Meter weit fliegen.

    Wieder an Land nahmen wir das Taxi zu einem Strand. Wir konnten den Preis zwar etwas runterhandeln, doch sagte der Fahrer viel zu schnell zu. Ich bin mir sicher, Jürgen wäre zum halben Preis gereist.

    Der Chauffeur wusste einiges zu erzählen. Zudem enervierte er sich ein bisschen, dass wir beim Whale-Watching kein Geld zurück erhielten. Er setzte uns an einem sehr schönen Strand ab und machte mit uns die Zeit ab, wann er uns wieder abholt. Auch warnte er uns, dass wir uns hier von niemandem was erzählen lassen sollen. In der Tat versuchten uns zum Schluss andere Taxifahrer zur Rückfahrt zu überreden. Mit Sprüchen „Was? Ihr sucht Anthony? Der fuhr vor fünf Minuten weg. Aber ich habe Mitleid und bringe euch zu einem Sonderpreis zum Schiff zurück“ konnten sie uns jedoch nicht überzeugen.

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  • 03Apr 2015

    54 Unterwasserwelt Guadeloupes 03.04.2015 Guadeloupe —

    Pointe-a-Pitre, Guadeloupe

    Beschreibung

    Nach einem mittlerweile schon routinemässigen Frühstück im Zimmer war heute erneut schnorcheln angesagt. In Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt Guadeloupes, tauschten wir das Kreuzfahrtschiff gegen ein kleines Motorboot. Mit diesem ging es durch einen Salzwasserfluss mit dichtem Mangrovenwald auf die andere Seite der Insel. An dieser Stelle leuchtet uns das kristallklare Wasser entgegen. Hier muss wohl die Farbe Türkis erfunden worden sein. Es scheint als führen wir über einen gigantischen Farbtopf. Und hier haben wir auch das Vergnügen, die Tauchermaske überzuziehen und eine Stunde lang zu schnorcheln. Dieses Mal offenbart uns die Unterwasserwelt viel mehr als die letzten Male. Zahlreiche Fische tummeln sich in den (leider grösstenteils toten) Korallen. Gelegentlich ziehen sogar Stachelrochen vorbei.

    Nach umwerfenden 60 Minuten begeben wir uns wieder an Bord des Schiffes und wir machen uns auf den Weg auf DIE bekannte Insel. Man fragt sich ja immer, was man mitnehmen würde, auf diese kleine „einsame“ Insel. Ich hatte die Kamera und die Badehose dabei. Mehr braucht es auch nicht, denn die Insel ist zugegebenermassen trotz ihrer exponierten Lage nicht so einsam. Wenn man was vergessen hat, nimmt einen sicher eines der vielen Boote mit ans Land.

    Nach ein bisschen Cocktail und Baden schiffen wir wieder zurück zum Hafen. Hier besuchen wir noch das Städtchen. Die Gassen und Plätze scheinen ganz hübsch gemacht zu sein. Leider ist heute Karfreitag, wodurch alles ein bisschen ausgestorben wird. Einzig in einer Bar erleben wir beinahe eine Kneipenschlägerei. Doch das eine Weichei verlässt die Situation dann doch noch rechtzeitig. Als der kurze Platzregen dann auch vorüber ist, begeben wir uns zurück an Bord der MSC Musica.

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  • 04Apr 2015

    55 Von den Niederlanden nach Frankreich 04.04.2015 Sint Maarten (niederländisch) —

    Philipsburg, Sint Maarten (niederländisch)

    Beschreibung

    Diesen Morgen bestellten wir das Essen etwas früher als sonst. Noch bevor das Schiff in Philippsburg, Sint Maarten, anlegte, kamen wir in den Genuss unserer Gipfeli. Gestern erfuhren wir auf eigenes Nachfragen, dass unser Ausflug für heute gestrichen wurde und so wollten wir zeitig die Insel auf eigene Faust erkunden. Am Taxistand schlossen wir uns kurzerhand sechs weiteren an, um preiswerter die Insel zu umrunden.

    Mit einem sehr freundlichen Fahrer, der zugleich viele Informationen über die Insel liefert, fahren wir als in den Norden. Durch das Quartiert mit dem klangvollen Namen „Sucker’s Garden“ verlassen wir nicht nur die Stadt, sondern auch Holland. Wir überqueren dabei die einzige holländisch-französische Grenze. Versucht uns das in Europa mal nachzumachen. Nach kurzer Zeit gelangen wir an den ersten Strand. Dieser ist am Atlantik gelegen und daher sehr windig. Auch das Wasser zeigt sich sehr unruhig und so entschliessen wir uns lediglich für einen Spaziergang statt fürs Bad.

    Weiter geht es im Gegenuhrzeigersinn um die Insel. Gelegentlich hält der Fahrer, um uns ein paar Leguane in den Bäumen, auf der Wiese oder auf den Rohren einer Fabrik zu zeigen. Der nächste Stopp ist die Hauptstadt der französischen Seite – Marigot. Hier schauen wir uns kurz auf dem Markt um, ehe wir ein bisschen an der Promenade entlang flanieren. Die Stadt ist ziemlich modern und hat viel Charme, wenn man mal vom regen Verkehr, der ohnehin auf allen Karibik-Inseln herrscht, absieht.

    Und wieder fahren wir weiter. Die Strasse führt durch eine traumhafte Gegend in der wir auf der einen Seite das Meer und auf der andern eine Lagune sehen. Zurück auf der holländischen Seite machen wir schliesslich das Pflichtprogramm in Sint Maarten. Schon oft habe ich Bilder und Videos von Touristen gesehen, die am Ende der Start/Landebahn eines Flughafens baden. Nun bin ich selber einer dieser. Im Fünfminutentakt landen hier Flugzeuge über unsere Köpfe hinweg. Kaum gelandet, startet auch schon das nächste. Doch so richtig ungemütlich wird es erst, als sich ein Düsenflugzeug auf den Weg in den Himmel macht. Der Pilot spielt nur ein bisschen mit den Muskeln der Düsen, schon fliegt der Sand über den ganzen Strand. Eigentlich wollte ich Fotos schiessen, doch ich muss zurück zum Platz rennen, um meine Sachen festzuhalten.

    Nach ein paar wenig entspannenden Minuten steigen wir wieder ins Taxi und fahren zurück in Richtung Hafen. Nur einen kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt wird noch eingelegt, dann geht’s zurück aufs Schiff. Hier erhalten wir noch die Infos über das komplizierte Check-Out-Verfahren von morgen. Anschliessend legen wir uns aufs Sonnendeck.

    Fotos & Videos

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  • 05Apr 2015

    56 Jürgen wäre stolz auf uns 05.04.2015 Dominikanische Republik —

    Ensanche Quisqueya, Santo Domingo, Dominikanische Republik

    Beschreibung

    Nun ist der Moment also gekommen. Die Kreuzfahrt ist zu Ende und unsere Reise beinahe auch schon. An Bord gab's für uns eigentlich jetzt nur noch das komplizierte Prozedere zum Auschecken. Doch vorher hatte ich etwas an der Rechnung zu bemängeln. Uns wurde einfach pro Tag und Person 8.50€ für Service Charge auf die Rechnung geknallt. Laut einer Mitreisenden steht das zwar irgendwo, aber wenn mich Jürgen eines gelehrt hat, dann dass man einfach mal insistieren muss. Und siehe da, es hat geklappt. So schnell hat man 120.- Euro gespart.

    Das Auschecken verlief dann etwas langsam, aber mit ausgeklügeltem System. So ist das Gepäck derer, die gerade das Schiff verlassen auch sicherlich schon abholbereit. Wir waren so dumm und bezahlten auch noch die 10 Euro Einreisegebühr, die niemanden interessierten. Wären wir einfach so von Bord gegangen, hätte dies niemanden interessiert.

    Als nächstes benötigten wir ein Taxi zurück zur Bushaltestelle. Das erste Taxi verlangt dafür stolze 20$. Wir wissen aber von der Hinfahrt bereits, dass es auch für die Hälfte geht. So passieren wir dieses Taxi einfach. Etwas weiter macht uns bereits einer für 15$ ein Angebot. Als ich ihm erkläre, dass wir gerne eines für 8$ hätten, wird ihm klar, dass wir die Taxipreise kennen und keiner der "normalen" Kreuzfahrttouristen sind. Er verheimlicht uns dann auch gar nicht, dass dies Extrapreise für die Touristen vom Schiff sind und verweist uns an eine Ecke etwas weiter hinten, an der die "normalen" Taxis stehen. So fahren wir also für die Hälfte zur Bushaltestelle. Und wieder wäre Jürgen stolz auf uns.

    Im günstigen Guagua fahren wir dann also nach Santo Domingo. Offensichtlich ist heute Wahlsonntag, denn auf der Strasse stehen tonnenweise Aktivisten, Demonstranten und sonstige Stimmfänger. Auch fährt ein Polizeikonvoi vor uns her. Dies macht die Fahrt nicht zwangsweise gemütlicher, doch ist es nochmals ein Erlebnis so gegen Ende unseres Abenteuers.

    Etwas wehmütig beziehen wir die Zimmer im selben Hotel wie vor einer Woche und essen auch Tapas im selben Restaurant wie damals. Auch eine Live-Flamenco-Show hebt unsere Stimmung nur wenig. Irgendwie wollen wir den Abend nicht zu Ende gehen lassen, auch wenn wir längst müde sind. So spazieren wir einfach noch ein bisschen durch die Gassen Santo Domingos. Dabei entdecken wir auch ein kostenloses OpenAir-Konzert in der Nähe unseres Hotels. Doch irgendwann ist auch dieser Tag zu Ende und wir gehen schweren Herzens ein letztes Mal in ein "fremdes" Bett.

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  • 06Apr 2015

    57 Wir wussten ja, dass dieser Tag kommt... 06.04.2015 Dominikanische Republik —

    Ensanche Quisqueya, Santo Domingo, Dominikanische Republik

    Beschreibung

    Aus, vorbei! Die zwei Monate eilten so schnell an uns vorbei wie sie nur konnten. Jetzt stehen wir bereits hier - die Rucksäcke gepackt, die letzte Nacht überstanden - und tun uns schwer mit dem Gedanken daran, gleich nach Hause zu müssen. Immerhin lässt uns das Hotel eine Stunde länger bleiben, damit es besser auf unseren Flug passt. Aber was wollen wir mit dieser Stunde, wenn 59 Tage schon wie Sekunden vergehen?

    Wir trotten noch ein letztes Mal durch die Altstadt Santo Domingos. Hier scheint alles von unserem Abgang Bescheid zu wissen. Der Himmel weint und die Strassen sind beinahe beängstigend still. Ein vorbeifahrendes Auto bringt es mit der Aufschrift "Schad" auf den Punkt. Wie oft sass ich doch schon im Büro und hatte das Gefühl, die Zeit zwischen Pause und Feierabend ist endlos? Doch es nützt alles nichts.

    Wenigstens kann ich zum Abschied noch ein letztes Mal mein Gelerntes von Jürgen anwenden, auch wenn ich dieses Mal gar nicht über den Preis verhandle. Mir war von Anfang an klar, dass der Taxifahrer am Flughafen 40$ verlangen würde. Und so packte ich ins eine Portemonnaie (habe zwei dabei) 30$ und den Rest an Pesos, der jedoch nicht mal mehr einen ganzen Franken ausmachte. Am Ziel angekommen, spiele ich den überraschten. "Wie? 40$? Auf der Hinfahrt waren's nur 25! Jetzt hab ich gar nicht so viel Geld dabei!". Dem Fahrer ist's relativ Wurst. Er nimmt, was ich angeblich noch habe. Auch die Ausreisegebühr bezahlen wir dieses Mal nicht. Es interessiert ohnehin keinen.

    Da sich nun auch mein Blog dem Ende nähert, muss ich es noch nutzen, wenn ich vor Publikum meckern kann. Frühmorgens müssen wir in Madrid umsteigen. Und dieser Flughafen ist ja mal wirklich schlecht organisiert. Als erstes müssen wir, um aus dem Flugzeug zu kommen, den Pass zeigen. Sonst dürfen wir nicht mal raus. So kramt jeder noch schnell in der Tasche und sucht nach dem guten Stück. Endlich draussen, interessiert es die Angestellten dann doch nicht. 20 Meter später kommt ohnehin der Zoll, an dem man den Ausweis erneut zeigen darf. An einer Wasserstelle füllt Stephanie ihre Flasche, da hier um 7 Uhr offensichtlich noch kein Café offen hat. Doch überraschenderweise müssen wir auf dem Weg von einem Gate zum nächsten durch die Sicherheitskontrolle. Was erwarten die? Ich komme doch direkt aus dem Flugzeug, woher will ich denn jetzt auf einmal eine Waffe haben??? Diese Kontrolleure scheinen wohl Teil eines Arbeitsbeschaffungsprogramm in einem Land mit hoher Arbeitslosenquote zu sein. Doch würden diese besser mal dafür schauen, dass an einem internationalen Flughafen um acht Uhr auch mal ein Restaurant offen hat. Oder dass um diese frühe Zeit die Flüge nicht bereits 45 Minuten verspätet sind. Aber Effizienz ist ja nicht wirklich gefragt. Quantität statt Qualität. Und ein Sandwich und Wasser kann man sich ja zu überteuerten Preisen an Bord der Iberia noch beschaffen. Sowas hätte ich von RyanAir erwartet.

    Naja, schliesslich landeten wir doch gesund, wenn auch etwas müde und mit unsagbar starkem Fernweh wieder in Zürich. Jetzt heisst es Jetlag abbauen und Eindrücke verarbeiten. Gerne wären wir länger geblieben, aber die Schweiz braucht uns. Ein Fazit zur Reise werde ich wohl schreiben, wenn ich den ersten grossen Schmerz überwunden habe.

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