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Trip Bonabus Reisli ab Juni 2012 Bonabus Reisli ab Juni 2012 07/01/2012 - 06/30/2013   Hoi Zämä Es freut uns, dass du Interesse an unser Reise hast. Gerne geben... Roger, Martina, Rui und Luo S (CH)
Andorra Austria Bulgaria France Greece ... and 8 more

Bonabus Reisli ab Juni 2012

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Hoi Zämä

Es freut uns, dass du Interesse an unser Reise hast. Gerne geben wir dir so etwas Einblick in eine für uns sehr speziellen Abschnitt unseres Lebens. Eine Longtimeholiday zu machen ist sicher ein Privileg. Es bedarf aber auch des nötigen Durchhaltewillen für die Planung und Mut das Ganze anzugehen.

Ganz nach dem Motto:
Geniesse die schöne Zeit und sammle schöne Erinnerungen, denn diese sind ein wichtiger Schatz im Leben und niemand kann sie dir nehmen.

Wir versuchen möglichst viele Fotos mit GPS-Daten zu versehen. Nutzt doch auch die Möglichkeit die Fotos in der Karte einzublenden und die Karte zu vergrössern. Bei Doppelklick auf eine Stecknadel wird dann das Bild vergrössert dargestellt.
LG l&r&m&r

P.S.
Falls jemand Lust hat auch ein Büssli zu bauen und auf Reise zu gehen. Hier ein paar Fotos des Umbaus. Viel Spass!

https://picasaweb.google.com/lh/sredir?uname=RegorSseips&target=ALBUM&id=5530594934589748129&authkey=Gv1sRgCNmj1PKolIz3sQE&feat=email

P.P.S.
Falls uns jemand etwas mitteilen will: martinaspiess@bluewin.ch oder rogerspiess@bluemail.ch, wird auch auf der Reise abgefragt (wohl aber nicht sehr regelmässig).

Means of Transport
Bus / Truck Foot Train
  • 24Jun 2012

    1 Letzte Vorbereitungen in Bonaduz 06/24/2012 Switzerland —

    Bonaduz, Switzerland

    Description

    Am Wochenende haben wir gearbeitet, Roger und ich. Wohnung ist nun definitiv leer, nur noch das Matratzenlager im Wohnzimmer. Zimmer sind geputzt, Badezimmer entkalkt, Küchenschränke gereinigt. Alles ausser Wenigem ist im Bonabus verstaut. Nichts musste zu Hause gelassen werden! Leider können wir aber noch nicht los. Diese Woche ist noch voll Programm, hoffentlich nicht zu sehr durcheinandergebracht durch die Sommergrippe, die Rui erwischt hat.

    Programm/To Do’s:
    Montagmorgen: Nachkontrolle der MandelOP und Trommelfellperforation von Rui, danach Impfen (Luo, Rui hat ja Fieber) beim Kinderarzt. Roger zweitletzter Arbeitstag.
    Montagnachmittag: Luo letztes Mal Spielgruppe. Letzte Medikamente besorgen.

    Dienstag: Rogers letzter Arbeitstag. Martina ebenfalls Arbeitstag (eigentlich ebenfalls das letzte Mal, bevor dann am Freitag nur noch Abschlusstag ist). Rui und Luo letztes Mal Lella (Tagesmutter).

    Mittwochmorgen: Rui letztes Mal Spielgruppe. Letzte Entsorgungen.
    Mittwochnachmittag: Diplomfeier Martina (Abschluss Masterstudiengang Schulische Heilpädagogik) mit der ganzen Familie.

    Donnerstagmorgen: Rui und Luo Augenarzt, Nachkontrolle der Brillen beider.
    Donnerstagnachmittag: Weiteres Wohnungsputzen.
    Donnerstagabend: Abschluss Silser Lehrer.

    Freitagmorgen: Martina Abschluss mit den Schülern.
    Freitagnachmittag/-abend: Roger Abschluss Pöyry (Büro). Rui, Luo und Martina Essen bei Pia.

    Samstagmorgen: Fertigputzen und Wohnungsübergabe.
    Samstagnachmittag: Abschlussessen bei Familie Joos. Familie die gerade nach Indien unterwegs war, als wir uns für die grosse Reise vorbereiteten und diese dadurch kennenlernten.

    Sonntag: Letzter Termin! Grillen mit dem Abschiedskomitee. Dann Abfahrt nach Österreich… JUHUUUU…

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  • 25Jun 2012

    2 Von Rhäzüns, wo die Möbel lagern in die Welt 06/25/2012 Switzerland —

    Rhäzüns, Switzerland

    Description

    Sind dann erst mal alle Sachen verstaut in unserem super Einstellraum in Rhäzüns, die Wohnung geputzt ist und fertig gearbeitet wurde, dann geht es anfangs Juli los:

    Richtung Österreich auf jeden Fall. Wien wollen wir uns ansehen. Im Osten Österreichs vielleicht verweilen, dann durch Ungarn gondeln.
    Weiter durch Rumänien, wohl das Donaudelta.
    Sichelich durch Bulgarien in den Süden, vielleicht noch Griechenland, wenn noch Zeit ist, bis Nani und Neni im Oktober eine Teilstrecke mit uns durch Anatolien gondeln.
    Danach werden wir sehen, vielleicht überwintern in der Türkei, Griechenland, auf Sizilien, in Spanien oder Marokko. Je nachdem werden wir eine oder die andere Fähre besteigen.
    Wenn der Schnee im Norden geschmolzen sein wird, so frühestens im April, gedenken wir nach Schweden und Finnland zu fahren.
    Aber eigentlich ist noch nichts wirklich klar. Noch nicht in Stein gemeisselt, wie der Michi sagt. Irgendwo im Raum Europa werden wir aber wohl bleiben (und angrenzende Mittelmeerländer).
    Wir haben ja Zeit. Und das einzige Mal im Leben keine Verpflichtungen. Also, wenn es uns irgendwo gefällt, können wir auch länger bleiben, auch mal einige Wochen. Abkürzen, Umwege machen, alles liegt drin!

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  • 30Jun 2012

    3 Jetzt fangts aah...! 06/30/2012 Switzerland —

    Scharans, Switzerland

    Description

    Jupiee, geschafft! Nach einer letzten Putzaktion und Besorgungen in der Apotheke (Danke, Rahel für deine Beratung etc.) konnten wir endlich abfahren. Die Jungs drehten vorher fast durch und so war es allerhöchste Zeit, als Roger um 12.40 Uhr den Motor startete. In Rhäzüns die letzten Dinge in den Einstellraum gebracht, Eliane und Benedikt zum Abschied gewunken und nach Fürstenau gebraust, wo wir erst mal was zu Mittag kochten. Dann weiter nach Scharans zu Familie Joos, wo wir festlich bewirtet wurden. 21.30 Uhr waren die Jungs dann im Bett im Bonabus auf dem Parkplatz des Scalottas (Heim). So hatten wir Zeit uns einige Dinge durch den Kopf gehen zu lassen, beispielsweise: Wo fahren wir morgen hin?

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  • 01Jul 2012

    4 Losgefahren! 07/01/2012 Austria —

    Schwaz, Austria

    Description

    Morgenessen im Bonabus (schon das dritte Mal, weil ja schon am Freitag damit begonnen werden mussten, die Jungs sich zu Hause überhaupt nicht mehr wohl fühlten). Mit Singen dann nach Landquart (Martina seit langer Zeit das erste Mal wieder am Steuer):
    „Bonabus, du bisch jetzt üsers Huus, Bonabüssli, mir hend gern Nüssli. Hüt und Morn.“ (Wird mit der Melodie von Mozarts Bona Nox gesungen, weiter haben wir noch nicht erfolgreich gedichtet, Vorschläge sind willkommen.)
    In Landquart Nonna und Fini aufgeladen. Dann ab nach Oberriet, wo wir mit erweitertem Abschiedskommitee brätelten und feierten: Danke euch allen für diesen schönen Abschlusstag. Und natürlich speziell Tobi für das Lied. Immer wenn es auf unserer Playlist kommt, werden wir an dich denken...;-)
    Am Ende setzten sich Luo und vor allem Rui in den Bonabus und erklärten, sie wollten jetzt abfahren… Dann also los! Nach Stams, Abendessen bei der Sprungschanze und Rui’s Loch im Kopf nochmals behandeln. Der Junge hatte alles wieder aufgekratzt. Wir also mit Rasierer, Steri-Strips und Pflaster alles wieder einigermassen hygienisch verbunden (Samariter Roger weiss Rat).
    Nach ergebnisloser Suche nach einem ruhigen (und nicht zweilichtigen) Parkplatz nach Schwaz, zum uns vom letzten Jahr schon bekannten Stellplatz.

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  • 02Jul 2012

    5 Silberbergwerk 07/02/2012 Austria —

    Schwaz, Austria

    Description

    2. Juni, erster richtiger Ferientag (oder wohl besser Reisetag) Bummeltag, Nichtstun: Stadtrundgang, Einkaufen, Rui’s Brille bei einem Optiker richten lassen, Kirchenbesichtigung, Velo-Kickboardtour, Siesta… Daneben noch einen Feuerwehreinsatz in der Nachbarstrasse "bewundern" und eine erste Spazierfahrt mit Velos (Jungs) und Kickboards (Eltern)
    3. Juni: Silberbergwerkbesuch. In der Fussgägnerzone auf dem Weg zum Bergwerk noch ein Treffen mit einem "echten" Dalmatiner. Bergwerk sehr eindrücklich, vor allem Rui waren die animierten überlebensgrossen Puppen „an der Arbeit“ etwas ungeheuer. Nach dem Mittag (das war um 16.00 Uhr, wir leben etwas verschoben, Ferien halt…) Abfahrt durch das Tirol. Kurz vor dem Land Salzburg in Hochfilzen sieht der Beifahrer Roger ein Schild eines Stellplatzes und will da unbedingt hin zum sich-Umsehen. Wir bleiben gleich. Hier ist erstens noch keiner, zweitens ein riesiger Kiesplatz mit angrenzendem Spielplatz (Rui und Luo haben auf der Fahrt geschlafen, sind nun voller Tatendrang) und: DUSCHE! (10 Euro die Nacht).

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  • 04Jul 2012

    6 Wandertag 07/04/2012 Austria —

    Hochfilzen, Austria

    Description

    4. Juni:
    Wieder Gewitter in der Nacht, das sind wir uns nun aber gewöhnt. Die Jungs starten den Tag nach dem Frühstück auf dem Spielplatz, bis sie streiten und überlaut schreien. Da starten wir unsere Wanderung zum Wiesensee (eigentlich wollten wir in die Höhe Richtung Buchensteinwand, verpassten wohl aber den Wegweiser). Kneippen (oder, im Falle unserer Kinder: Baden bis zum Bauch, da die Wasserhöhe der Anlage grosszügig bemessen war), danach weiter zum Halserbauer zur Jause (Speckplatte). Rui und Luo hatten von der begeisterten Wirtin zwei Plüscheisbären gekriegt, Rui dann anschliessend sein Geschenk von Gotti Lili gekriegt. ER ist seither unser erster Fotograf und stolz auf seine Kamera. Danke Lili!
    Den Heimweg wollten wir über einen Höhenweg antreten, stellten uns dabei nichts Wildes vor. In der Touristenkarte waren die Höhelinien nicht eingezeichnet. Zum Glück sind unsere Jungs trainiert… wir stiegen und stiegen auf einem Trampelpfad, sicher 500 Meter bis wir endlich eine Holz-Ausfallstrasse erreichten, die wir dann bergab nahmen. Mit Singen, Ronja-Räbertochter-Hörspiel Nacherzählen und Geschichten von Andri und Linus schafften wir es, zuletzt bei strömendem Gewitterregen zum Bonabus zurück. Nach Tortellini mit Gemüsesauce konnten sich die Jungs bei einer weiteren Folge von Ronja Räubertochter (diesmal löste Trudi Gerster wieder Martina ab) entspannen und anschliessend einschlafen.
    Das Pflaster über Ruis Loch im Kopf sieht gut aus, wir wollen morgen mal darunter sehen…

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  • 05Jul 2012

    7 Baumkronenweg 07/05/2012 Austria —

    Kopfing im Innkreis, Austria

    Description

    Nach einer Dusche für Rui und Luo (Rui ohne Kopf, natürlich) fuhren wir gegen zehn Uhr ab, raus aus dem Tirol, Salzburger Autobahngnusch hinter uns lassend, durch ein kleines schönes Dorf, bei dem wir picknickten und einiges an frischen Vorräten einkauften. Lisa (unser GPS) führte uns sicher nach Kopfing, auf den ersten Gratis-Stellplatz aus dem WOMO-Führer. DANKE Vreni und Heinz, der Führer ist echt praktisch. So hat man ohne langes Suchen einen wirklich guten Platz. Dank unseren gelben Jumbo-Keilen schliefen wir auch ziemlich gerade (oder eben, schliefen nicht sehr gut, aber das eher wegen Rui’s Ohrenschmerzen, die nur mit einem Dafalgan beizukriegen waren. Warum bloss hat der Junge nun Ohrenweh, wo er operiert ist und seit bald einem Monat nur gerade ein Mal den Kopf unter Wasser hatte?)
    In Kopfing angekommen besuchten wir aber vor dem Zubettgehen ausführlichs den Baumkronenweg mit Riesenspielplatz (die Österreicher sind echt kinderfreundlich).
    Übrigens: Rui’s Kopfwunde sieht suuuuper aus! Noch einige Tage Pflaster und kein Wasser, dann sollte das verheilt sein.
    Und Luo ist nun auch Fotograf (mit Martinas Kamera).

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  • 06Jul 2012

    8 Donau, au, au... 07/06/2012 Austria —

    Grein, Austria

    Description

    Was die Eltern nicht alles falsch machen… Heute zum Beispiel, weil wir ja von Österreich keine gute Karte und keinen richtigen Reiseführer haben: Wir fahren in Kopfing ab und sind froh, dass Rui keine Schmerzen mehr zu haben scheint. Bei der ersten Donaubrücke, die wir sehen, stellen wir den Bus ab und machen uns an diesem wunderschönen Tag auf den Weg mit Velos und Kickboards. Sicher 10 Kilometer flussabwärts kommen die Schlögener Schlingen, wo wir mit der kleinen Fähre queren. Nach einer ausgiebigen Pause kommt endlich das Donauschiff, von dem wir glauben, dass es uns zum Bonabus zurückbringt. Aber oje, es hält nicht überall, sondern erst 10 km oberhalb des Bonabusses. Zum Glück hält nach 15 min Autostopp eine nette Frau (Martina hat gestöppelt, Roger ist mitgefahren) und der Bus ist bald wieder bei uns. Wir fahren zu einem Zeltplatz, das erste Mal auf der Reise. Viel ist zu tun: Wäsche waschen, Homepage aktualisieren…

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  • 07Jul 2012

    9 Ruhe- und Busytag 07/07/2012 Austria —

    Grein, Austria

    Description

    Erstens nutzten wir den Zeltplatztag als Ruhetag, zweitens als Busy-(geschäftiger)Tag: Der Kofferraum musste noch einmal umgeräumt werden, dass nun auch alles praktisch und am richtigen Ort ist, einige wenige Dinge noch umgeschraubt und verbessert… Anschliessend gingen wir auf den Wasserpumpe-Sandspielplatz, den wir gestern entdeckt hatten und meine drei Männer nicht mehr wegzukriegen waren (gestern war es darob dunkel geworden, im Sommer, ihr könnt euch die Uhrzeit denken und ebenso die Laune unserer Jungs heute ab drei Uhr nachmittags). Nach einem gesunden Salat mit Libsen, Tomaten, Gurken und Blattsalat mit gerösteten Kernen, Käse und Nüssen und einer langen Mittagspause (Rui in der Führerkabine, Luo im Kinderzimmer, Roger am Computer, Martina mit Wäsche und Abwasch beschäftigt – jaja, für einmal richtig klassische Rollenaufteilunt. Danach also Städtchenrundgang, aber bald getrennt, weil zuerst Luo und dann Rui richtig ecklige, trotzige und obendrein noch streitsüchtige Kinder waren. Getreu unserem Mamitag-Papitagsystem ging heute Luo mit Martina, Roger und Rui zusammen und hatten es wieder eher friedlich. Und übgrigens ist heute nichts mit Ruhe, eher Rummel, nahes Donaufest mit Bühne und Musik dröhnt zu uns herüber!
    Also, aber besser wurde es am Abend nicht mehr mit den Kids, darum waren die Jungs schon vor acht im „Zimmer“, wie zu Hause in der Schweiz… und haben nun einen gemütlichen Abend zu zweit mit Beschallung wie am Open Air St. Gallen und trotz tropischem Klima in den letzten Tagen mit Platzregen und Hitze ganz ohne Mückenstichbeschwerden, dank Marios Piezo-Zünder- Anti- Beiss-Ding!
    Übrigens denken wir, dass wir die Homepage so all sieben Tage, also jede Woche einmal aktualisieren werden, ist nämlich gar nicht so einfach WLan zu finden, wenn man Menschenrummel und grosse Campingplätze nicht so mag…

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  • 08Jul 2012

    10 Wo sind die Dinos? 07/08/2012 Austria —

    Stollhofen, Austria

    Description

    8./9. Juli: Traismauer
    Nach einem morgendlichen Zeltplatzabbruch (Vorzelt und Campingmöbel wegräumen, Wasservorräte bunkern, WC entleeren) machten wir uns auf den Weg nach Traismauer. In Ybbs machten wir eine kurze Zwischenstation um die Schleuse zu besichtigen, die die Donau da teilte. Nach einer ersten Tankpause (bislang reichte der Schweizer Sprit) fuhren wir gemütlich auf der Autobahn Richtung Dinopark. Leider stellte sich der Dinopark als schon geschlossen heraus und auch von den Dinos fehlte jede Spur. Der Badesee gefiel uns aber super und so blieben wir auf dem Wiesenparkplatz. Die alltägliche Hitze von über dreissig Grad, gefolgt von abendlichen Gewittern setzte unseren Jungs, und wohl auch uns Eltern, ziemlich zu und so endete das Badevergnügen an diesem ersten Tag verfrüht. Gequengel, getrotze, gestreite…
    Roger versuchte des Abends mit Brot heimlich etwas zu fischen, da er nirgends eine Bewilligung erstehen konnte, wurde nicht wirklich was daraus. Wird aber wohl noch kommen, denn wir reisen weiter. Auch wenn Roger am 9. Juli sehr daran gezweifelt hat. Ist aber manchmal auch zum verrücktwerden, wenn z.B. der eine gleich nach dem Aufstehen 10 Minuten durchbrüllt und der Tag beginnt, wie er gestern geendet hat. Wir verschrieben Roger einen Tag alleine, packten unsere Sachen und verbrachten den Tag am See alleine. Rui und Luo spielten, ich schaute oft zu. Während dem Mittagsregen verkrochen wir uns bei einem Hüttli unter Götti Alains Picknickdecke, die uns wärmte und ich las eine Geschichte vor. Roger fuhr mit dem Bonabus in eine Garage und liess eine Bride an der Ersatzheizung auswechseln, weil wir immer wieder Kühlwasser verloren hatten. Dann liess er sich durch das Kaff treiben und vergegenwärtigte sich, dass man einen Traum, den man jahrelang vorbereitet, nicht einfach aufgibt.
    Wieder vereint machten wir einen Grillabend am See, wobei die Jungs noch einmal spielerisch mit Seil und grossen Ästen tätig wurden.

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  • 10Jul 2012

    11 Shit and so on (Porta Potty) 07/10/2012 Austria —

    Muggendorf, Austria

    Description

    10 Juli, Muggendorf
    Richtig friedlich war heute das Frühstück an den Picknicktischen am Badesee. Dann badeten wir noch einmal ausgiebig, brieten Steak auf unserem portablen Benzinkocher direkt am Ufer. Bei schönem Wetter hatte es heute wieder deutlich mehr Volk, wenn auch nicht so viel wie am Sonntag.
    Nachmittags fuhren wir 20 Minuten zum Stift Göttweig, der zwar schön aber nicht überragend war. Rogers Gedanken: „Eigentlich spannend, dass alle auf die gigantischen Glaubensgebäude stolz sind, mit keinem Wort aber die Finanzierung dieser monumentalen Gebäude erwähnen. Leider ist die Kirche bis heute noch nicht im Stande über ihren Schatten zu springen und Ihre Rolle der Ausbeutung der Bauern und Landsleute zur Finanzierung all dieser Monumente zu thematisieren.“
    Anschliessend mussten wir weiterfahren, da entgegen unserer WOMO-Führerquelle alles mit Campingverboten zugepflastert war. So fuhren wir weg von Niederösterreich, rund um Wien, wobei wir die Vignette nochmals ausnutzten. Die Stadt liessen wir entgegen unseren ersten Plänen links liegen, da so ein Städtebesuch gerade mit kleinen Kindern bei über 30 Grad Hitze wohl kein Genuss sein wird.
    Die Myrafälle in Muggendorf waren unser Ziel. Der Parkplatz ist wunderbar. Den Spielplatz mit Teich und Minifähre wollen wir morgen ausprobieren. Roger holte bei einem nahe gelegenen Wohnhaus Frischwasser. Beim Leeren des Porta Pottis in ein öffentliches WC brach leider der Schwimmer desselben ab. Auch mit Martinas dünnen Armen im Porta Potti-Unterteil drinnen liess sich das Malheur aber nicht flicken (Roger versuchte sein Glück dann auch noch, mit drücken und zwengen). Ab jetzt müssen wir jeweils nach zwei Tagen mit einer Taschenlampe den Pegelstand unseres Klos überwachen. Tja, SHIT happens, litterally.
    Die Jungs sind übrigens wieder ausgeglichener. Es scheint was gebracht zu haben, dass wir gestern, vor allem Martina, vernünftig und ernst mit ihnen geredet haben. Und wir können Roger ja ab und zu einen Freitag geben (er sei doch kein Sonderpädagoge, hat er gemeint).

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  • 11Jul 2012

    12 Myra, die Fälle! 07/11/2012 Austria —

    Muggendorf, Austria

    Description

    11. Juli, nochmals Muggendorf
    Nachdem gestern erst um 21.30 Uhr Nachtruhe für die Jungs war, waren sie dennoch heute schon wieder um 6.30 Uhr am Streiten. Nachdem Martina zu Luo nach oben ging, Rui mit Roger unten blieb, Aufteilung gemäss Mami-/Papitag, versteht sich, schliefen dann (fast) alle nochmals zwei Stunden. Nach Frühstück und ausgiebigem Besuch des Abenteuerspielplatzes quasi neben dem Bus und am Anfang der Schlucht gelegen, machten wir uns auf die kleine Wanderung über die Holzstege entlang den Myrafällen. Diese müssen im 18. Jahrhundert noch gewaltig gewesen sein, nachdem sie aber oberhalb für die Stromgewinnung gefasst werden, haut es einen Schweizer nicht gleich aus den Socken. Die massive Verbauung mit Holzbälken für die Zugänglichkeit von Halbschuhtouristen und dass so ein Bächli überhaupt touristisch genutzt werden kann ist viel eindrücklicher als das Bächli ansich…
    Oben verlängerten wir unsere Wanderung um über die Felswand runterschauen zu können. Wie erwarte hatte es bei den kompakten Kalkwänden Bohrhacken und einfache, interessante Routen, weshalb Roger das Klettermaterial mitschleppte. Pünktlich begann es dann aber zu regnen, weswegen aus Kletterplänen nichts wurde und wir an die Felswand gelehnt Picknickten. Der Abstieg durch den nassen Wald über Steine und Wurzeln war nachher ziemlich abenteuerlich. Zurück auf den Stegen kamen schon wieder Touristen in Sandalen entgegen.
    Unten kam dann nochmals der Abenteurspielplatz an die Reihe. Das Flossboot ist einfach genial!
    Nach einer kurzen Ruhepause, in der in Onkel Dois Tagebücher gemalt wurde, nochmals in die Wanderschuhe und Regenjacke, runter nach Pernitz. Hier genossen wir im einzigen Restaurant Koteletten an Eierschwammsauce mit Semmelknödeln.

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  • 12Jul 2012

    13 Jo napot! 07/12/2012 Hungary —

    Fertőhomok, Hungary

    Description

    Ungarn
    Leider hatte Rui wohl zu viel Almdudler und von den endlich kühleren Temperaturen einen zu tiefen Schlaf… So war heute schon zu Beginn eines gewiss: Wir brauchen eine Wäscherei!
    In Wien Neustadt fanden wir die aber leider nicht, weswegen wir kurzerhand beschlossen, schon heute über die Grenze nach Ungarn zu fahren. Der Entscheid stellte sich als gewinnbringend heraus. In Hegykö fanden wir einen Zeltplatz, der mehr als 10 Euro billiger ist als der in Grein. Die Sanitären Anlagen sind sauber, die Waschmaschine funktioniert (einen Tumbler hat es nicht, aber besser keinen als einen kaputten). Und dann das Beste: Das Thermalbad gleich auf dem Gelände des Zeltplatzes. Heute erlaubten wir Rui das erste Mal wieder den Kopf unter Wasser zu tauchen. Er tauchte-schwamm unermüdlich. Wahnsinn!
    Am Abend gab es Spaghetti, zur Freude aller drei Männer (auch wenn Luo wiedermal sicher eine halbe Stunde vor der Gemüsesauce sass, bevor er noch Nachschlag ohne Sauce erhielt, aber das ist ja leider nichts aussergewöhnliches).
    Falls jemand sich für Zahlen und Statistiken unserer Reise interessiert, so haben wir hier eine kleine Zwischenbilanz zusammengestellt. In den letzten 13 Tagen haben wir 4-mal auf einem Stellplatz, 3-mal auf einem Zeltplatz und 6-mal mal wild genächtigt.
    Durchschnittlich hatten wir Ausgaben von ca. Fr. 84.- / Tag, wobei die grössten Ausgaben die Nahrungsmittel (Fr. 25 / Tag) und der Treibstoff (Fr. 18 / Tag) sind. Für die Unterkunft (Zeltplatz/Stellplatz) haben wir in den knapp zwei Wochen lediglich Fr. 130.- bzw. ca. Fr. 10.- / Tag ausgegeben.
    Bislang sind wir ca. 1091 km gefahren und hatten eine reine Fahrzeit von ca. 18 Stunden.

    13. Juli: Hegykö, Regentag und 14. Juli Sopron
    Baden im Thermalbad war heute Start und Abschluss des Tages. Ein riesiges Legohaus entstand auch noch in Gemeinschaftsarbeit, während der Regen auf das Dach vom Bonabus trommelte. Ein kleiner, mehrheitlich trockener Dorfrundgang in Regenjacken, sowie den ganzen Tag immer wieder essen: Zuckermais, Popcorn, Vermicelles… was unser Bus nicht alles hergibt!

    Tags darauf: Dafür stellten wir den Wecker, das erste Mal seit Abreise. So waren wir kurz nach neun Uhr schon mit dem öffentlichen Bus unterwegs zurück in die Grenzstadt Sopron. Heute schwitzte man sogar wieder, zumindest ab und zu. Auf dem Spazierbummel durch die Altstadt kauften wir ungarische Backwaren, später wurde in einem Strassencafé Gulaschsuppe und Auberginenbrötchen gegessen. Beim Rückweg im Bus trackten wir mit unserem GPS die Fahrstrecken und wussten so auch ohne Ansage (sowas gibt es hier nicht, aber eigentlich egal, wir würden es ja eh nicht verstehen;.) wo wir aussteigen mussten (Tobi, erinnerte mich irgendwie an Clearwater Bay und „bassi zam ngoi!“) . Die Jungs waren wie erwartet im Bus eingeschlafen, Luo schlief noch auf dem Zeltplatz. Rui und ich machten uns sofort nochmals auf ins Thermalbad, da sowieso klar war, dass Luo heute nicht mit durfte (nach dem Täubelianfall und öffentlichem Versteckspiel mit mir, hatte er das gestern verspielt – wer sich nicht benehmen kann, kommt nicht mit). Dafür konnten Roger und Luo die mitgebrachten Drachen auf dem Zeltplatz ausprobieren, da das Wetter plötzlich wieder umschlug… Mal sehen, wie wir die kommende Woche verbringen werden, mit den schlechten Wettervoraussagen.
    Übrigens: Spruch des Tages: Martina und Rui betrachten im Bus das GPS. Martina: „Lueg, mir sind jetzt uf dä violättä Stoss.“ Rui schaut zum Fenster hinaus und entgegnet: „Wo, ich gsen kei violätti Stross!“

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  • 15Jul 2012

    14 Fischen 07/15/2012 Hungary —

    Komarom, Hungary

    Description

    Sonntag 15. Juli Poskaporos Major (Komárom)
    Schon wieder „durften“ wir heute die Bettwäsche der Jungs waschen (wieder Rui), diesmal Handwasche, mitsamt Schlafsack. Alles trocknete übrigens überraschenderweise bis am Abend, vor allem dank der Standheizung am Morgen und dem Heizen während der Fahrt (da es ja wirklich kalt war). Nach dem Frühstück und nach einem Entsorgungsmarathon (Abwassertank, Porta Potty, alles auffüllen) fuhren wir los. In Györ, also nach ca. einer Stunde und nach einer langweiligen, flachen Fahrt, hatten wir während einer Regenpause genug. Wir fanden anhand des Womoführers einen zentralen Parkplatz und machten uns auf in die Stadt. Wie ausgestorben auch diese. Langsam fragen wir uns, ob es wohl irgendwann Leute hat/hätte: sind das wirklich nur die tiefen Temperaturen? Ich meinte: „Im Sommer ist hier sicher viel los.“ Aber hallo, Sommer? Das ist doch jetzt! Im Reiseführer wird von einem quirligen Städtchen berichtet. Wir sahen leere Gassen, ein ziemlich leeres Restaurant, das aber gutes Essen hatte. Auf einem zentralen Platz war ein kleiner folkloristischer Anlass. Rui spielte in Rekordzeit mit ungarischen Kindern auf dem Platz ein Hockeyähnliches Spiel mit grossen Kellen. Luo übte sich mir Martina und Roger in Geduldspielen.
    Weiter fuhren wir schon bald in Richtung des von Roger ausgesuchten Zeltplatzes, da die Männer unbedingt mal Angeln wollten. Nach einem Stop bei Penny Market, der auch am Sonntag offen hatte und Martina einen Haufen für die Kühlbox etc. kaufte, kamen wir beim „Kemping“ an: Das ist ja ein Resort (zu ziemlichen Preisen, zumal da Rui hier schon bezahlen muss, Luo haben wir als unter der durchgeschummelt). Die mitteleuropäische Preisklasse will sich hier wohl aber bei schlechtem Wetter niemand leisten. So waren wir dann die einzigen Campinggäste, fischten (erfolglos) und picknickten am privaten See.

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  • 16Jul 2012

    15 Fischen Nr. 2 / Pillisgebrige 07/16/2012 Hungary —

    Dobogókő, Pilisszentkereszt, Hungary

    Description

    16. Juli Fischen Nr. 2
    Morgens übten sich Roger und Rui nochmals im Fischen. Luo mit Velo und Martina mit Laufschuhen starteten um den See. Luo setzte zwar ein paarmal aus, Martina hatte etwas mehr Ausdauer, die Ungaren schauten, als wäre sie von einem anderen Stern (hier auf dem Land scheinen nicht gerade viele Sport zu betreiben).
    Nach dem Mittagspicknick wollten wir die Angeln einziehen und siehe da, was zappelt an der Angel, an die Roger den von Luo gefundenen Wurm gesteckt hatte? Jawohl, unser erster Fisch! Der kleine Pechvogel ähh Pechfisch muss gerade noch beim Einziehen angebissenhaben.
    Stolz packten wir zusammen und badeten als Abschluss als einzige im Thermalpool. Da durften die Jungs mal richtig toben, störte ja niemanden…
    Wie geplant fuhren wir um vier Uhr ab. Etwas mehr als eine halbe Stunde später hatte sich die Landschaft von flach in bewaldete Hügel gewandelt. Der vom Womoführer bezeichnete Parkplatz erschien uns aber leider etwas zu asphaltig. Nach einigen Bedenkminuten und Erkundungen zu Fuss, fuhr ein deutsches Wohnmobil vorbei. Martina wedelte erfolgreich mit dem Womoführer. Zu zweit standen die beiden Busse bald nebeneinander auf einer Rasengitterfläche, die wohl früher auch mal Parkplatz war und so im Womoführer beschrieben ist.
    Die Temperaturen liessen es sogar zu, dass wir alle mit Faserpelz draussen zu Abend assen. Nach Beginn der Nachtruhe durften Roger und ich aber einen feinen Wein und dunkles Bier bei Uschi und Walter in ihrem Luxusmobil trinken. Nach der Nacht in Hochfilzen (A) 13°C war diese Nacht in Dobogókô (H) mit 11°C die tiefste Temperatur die wir bislang hatten. Und das in Ungarn wo wir uns auf heisse Temperaturen einstellten…

    Dienstag 17. Juli, Wandern im Pillisgebrige
    Das Plätzli neben Uschi und Walter gefällt uns so gut, wir beschliessen wirklich noch länger zu bleiben. Die Spiesslis machen eine schöne Wanderung durch die Laubwälder. Zum Picknick gibt es, als Abwechslung zum pampig-nütligen Weissbrot gekochte Kartoffeln zu Wurst, Käse und gekochten Eiern und alle sind glücklich.
    Gleichzeitig wie wir kommen Uschi und Walter von ihrem Ausflug zurück. Es wird Cubb gespielt und der Abend genossen. Diese Nacht wurde es nicht mehr ganz so kalt.

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  • 18Jul 2012

    16 Budapest 07/18/2012 Hungary —

    Ferencváros, Budapest, Hungary

    Description

    Mittwoch, 18. Juli bis 20. Juli: Budapest
    Nach einem Frühstück im Bonabus fuhren wir in die grosse Stadt hinunter. Roger meisterte den Verkehr bravourös, wobei Lisa (unser GPS) nicht ganz unschuldig ist und auch Luo und Rui ihr Möglichstes taten (still sein).
    Schon kurz nach elf Uhr hatten wir den Camping Haller ziemlich im Zentrum gefunden. Wir machten uns auf den Weg zur U-Bahn, Rui und Luo ganz erwartungsvoll gegenüber dieser noch unbekannten Art von Fortbewegungsmittel. In der Innenstadt erwartete uns momentan ungewohnte Hitze und schon bald brauchten wir einfach etwas zu essen. Mit dem Nani-Neni-Bonus in der Tasche fackelten wir nicht lange, auch wenn wir leider kein ungarisches Restaurant fanden und liessen uns auf einem Platz sowas wie eine italienische Halbfertigpizza servieren. Kraft gab es immerhin und so marschierten wir bald über die „verwegene“ Kettenbrücke, nahmen die überteuerte Standseilbahn ins Burgstädtchen hinauf und machten so einige Kilometer. Gar nicht so anders als wenn Roger und ich alleine unterwegs gewesen wären, Wahnsinn, wie sehr sich unsere Jungs schon ans Reisen gewöhnt haben! Sie sind viiiiel ausgewogener, streiten kaum mehr, sind neugierig und es ist spannend, mit ihnen die Welt zu entdecken.
    Leider fanden wir dann keine frische Glace, als wir sie uns dann gönnen wollten. Aber Rui und Luo putzten auch diejenige im Becher weg, die ihnen der Wirt des kleinen Lokals vorsetzte. Anschliessend fuhren wir wieder per Metro, mit Zwischenstation in einem Supermarkt zurück zum Camping Haller, also nach Hause zum Bonabus. Nach einem Salat und Gebäck, das wir in der Metrostation noch jeder selbst ausgewählt hatten, war es unterdessen schon weit nach neun Uhr und die Jungs mehr als bettreif. Roger und ich quatschten noch lange mit Edgar und Marita aus dem Kanton Schwyz, die mit ihrem Mitsubischi-4mal4-Büsschen auf dem Weg nach China und Australien sind.
    Luo konnte in der Nacht sehr schlecht schlafen, wohl weil ihn nach der Stille in den letzten Nächten der Lärm von Autos, Krankenautos und Flugzeugen irritierte. Deshalb schlief er heute bis weit nach halb neun.
    Mit der Metrolinie Nummer 1, einer der ersten Metros in Europa, ging es in den Zoo. Die Jungs übertrafen sich selbst an Aufmerksamkeit und so waren wir nach einem späten Mittagessen (Schnitzelbrot, nicht gerade euphorisierend) noch immer bei den Tieren. Mit dem von Marita und Edgar „geerbten“ Ticket für die Sight Seeing-Tour mit einem Hop on, hop off Bus gondelten wir anschliessend Richtung Innenstadt, was Luo erwartungsgemäss zu einem Mittagsschläfchen nutzte und auch Rui zum ausruhen kam. Schade, dass wir trotz Sprint das letzte Hop on Hop Off Donauboot um fünf Uhr verpassten. Die Jungs liessen sich aber trösten, sie glauben uns, dass wir noch viel Gelegenheit zum Bootfahren haben werden, auf unserer Reise.
    Leider fanden wir bisher keinen Optiker, der versuchen könnte, Luos Brille besser einzustellen. Die roten Druckstellen an der Nase sind abends manchmal fast entzündet. Die Ungarn aber scheinen, wenn sie dann mal eine Brille haben, diese nicht mehr zu stellen oder zu wechseln (es trägt hier auch fast niemand eine Brille, und wann, dann retro-Style (und dies wohl nicht aufgrund einer Modeströmung).
    Zurück zum Camping kamen wir mit dem Tram, jetzt kennen wir dann alle möglichen Wege.
    Superfein war das Essen im Mini-Restaurant des Platzes, das wir uns leisteten: ca. 32 Euro für drei Hauptgänge, zwei Dessert, Mineral und zwei grosse Bier. Die Budapesttage sind bisher etwas teurer als das Budget, wobei das drinliegt, haben wir doch beispielsweise am 17. Juni gerade mal 1000 Forint (4 Euro) für die Parkplatzgebühr ausgegeben.
    Und dann der Freitag in Budapest. Startete mit Waschmaschinenbenutzen. Das ist hier nämlich gratis, nicht wie sonst. Und da es an anderen Orten ja auch schon mal 10 Euro gekostet hatte, muss man zuschlagen, wenn’s mal irgendwo so gut klappt. Natürlich sind die Waschmaschinen immer bis spätabends ausgebucht. Aber Roger ist heute Morgen um acht, als der Wecker geklingelt hatte, gleich losgespurtet. Ja, richtig gelesen, bei uns klingelt um acht der Wecker. Und vorher darf niemand aufstehen (ausser fürs Klo).
    Morgens (spätmorgens), nach unserem Conflakesfrühstück, machten wir uns zu Fuss auf den Weg zur grössten Markthalle hier. Wir kamen durch ganz normale, untouristische Gässchen, assen eine Langos (eine weitere Kindheitserinnerung an den Neusiedlersee, weisst du noch, Tobi?) und liessen uns treiben. Rui sagt in diesen Tagen ja immer: Mir hend kei Stress! Nöd so schnell! (Und heute sagte er übrigens auch: Jetzt sitzed mir mol anä, dä Luo und ich essed äs Brötli und du und dä Oschi nämed Alkohol. – Hey, es war gerade mal elf Uhr morgens…)
    Eine schöne Begegnung hatten wir mit einem älteren Herrn. Nach dem wir die Langos gegessen hatten (auf dem Trottoir) kam er zu mir (Roger) und streckte mir eine 1.5 l Mineralflasche hin. Ich dachte, dass er gerne trinken möchte, die Flasche aber nicht öffnen kann, da er am Stock ging. Nach dem Öffnen der Flasche stellte sich jedoch heraus, dass er uns die Flasche schenken möchte! Was Kinder alles bewirken können! Kaum realisiert, wass da geschehen ist, war der älter Herr davongezottelt.
    Nach der Markthalle verspiesen wir alles ungarisch Eingekaufte mit Brot, das endlich mal nicht nur weiss war, im Camping: Scharfe Paprika gefüllt mit Sauerkraut (auch Rui und Luo probierten tapfer), Essiggurken etc. Dann machten Roger und vor allem Rui ein Mittagsschläfchen (Rui im umgerichteten Fahrerhäuschen, das wunderbarer zweiter Ort für Mittagspäuseli ist). Gegen Abend dann noch ein kurzer Ausflug ins jüdische Viertel. Ein kleiner Teil, nur wirklich wenige Häuserblocks war im zweiten Weltkrieg ein Ghetto für an die 70‘000 Juden. Erklärt das mal Kindern, meine Lieben. Warum Mami töten Menschen andere Menschen? Ach ja, und: Warum hat es in der Synagoge keinen Jesus (Kreuz)?

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  • 21Jul 2012

    17 Bükk-Gebirge 07/21/2012 Hungary —

    Szilvásvárad, Hungary

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    21. Juli: Raus aus der Stadt
    Nach nun schon gewohntem Campingplatz-Abschlussritual (Entsorgen der Abwässer, Wasserbunkern, Bezahlen), machten wir uns auf den Weg raus aus der Stadt. Auch wenn, wie wir noch erfuhren, die vierte Nacht kostenlos gewesen wäre. Wir hatten alle genug, genug Stadt, Zeltplatz und sowieso. Rui freute sich die ganze Busfahrt auf ein schönes „Plätzli“, das nur uns gehört. Nach einer Mittagspause auf einem kleinen Spielplatz (mit nicht ganz so gutem Brot wie gestern, aber immerhin braunem Toastbrot) und Kühlboxauffüllen im Penny Market (Einkaufsladen), dann raus aus der Ebene rein ins Matragebiet. Da aber Samstag ist, konnten und wollten wir nicht auf einem touristischen Platz am Anfang eines Wandergebietes stehenbleiben, umso mehr als es nur Teerplätze waren. Unser Womoführer versprach besseres im Bükkgebiet und da gerade beide Jungs schliefen fuhren wir noch eine Stunde. Roger wollte das Steuerrad heute nicht aus der Hand geben: Endlich mal was anderes als Stadt fahren! Gegen Abend fanden wir den baumbestandenen Wiesenabschnitt in Szilvásvárad gerade so, wie vorgestellt. Nach einem kleinen Spaziergang durch die touristischen Anlagen des Dorfes, einem süssen ungarischen Gebäck als Apéro und einer Runde Gummpirutsche für die Jungs gings zurück nach Hause. Dieser touristisch aufgemöbelter Ort ist gut von ungarischen Touristen besucht. Man kann mit einem Zug ein paar Kilometer ins Gebirge chauffiert werden, Bikes mieten, wandern und beim Eingang ins Gebirge ist es zwischen Jahrmarkt und Zermatt…
    Wir machten die Gnoggis, die wir im Penny Market gefunden hatten und Luo und Rui erinnerten sich sehr gerne an ihre Lella, die sie immer damit verwöhnt hatte.

    Kleine Bemerkung:
    Bei den beiden Ländern die wir bislang auf dieser Reise bereist haben ist uns aufgefallen, dass in Ungarn viele Häuser, Fabriken, Tankstellen etc. mit „Elado“ angeschrieben sind. In Österreich waren dieselben Objekte zwar nicht mit „Elado“ angeschrieben, dafür mit dem gleichbedeutenden Wort „Zu verkaufen“.

    22. Juli: Wanderung im Bükkgebiet
    Genauso wie in der Schweiz und vielen anderen Ländern ist es auch in Ungarn: Ziehst du die Wanderschuhe an und wanderst los, brauchst du keine zehn Minuten und du triffst niemanden mehr (ausser Käfer, Vögeln, Bäumen). Mit Baumwettbewerb (wer drei Bäume kennt, kriegt einen Traubenzucker) und diversen Liedern (sogar die nicht gerade singwütenden Jungs singen immer mehr mit) schwangen wir uns immer höher und erreichten eine windige Aussicht. Mit Regenjacke und Faserpelz assen wir unser Picknick, stiegen noch etwas höher (400 Meter höher als der Bonabus) und dann wieder hinunter. Mit Wanderschuhen und etwas dreckig sahen wir niemand anderes, alle im Sonntagstenue hier. Zu Hause assen wir die Gerstensuppe (eigentlich war es mehr ein Gersteneintopf), die im Bett auf uns wartete. Da nämlich diese Nacht Luo das Bett genässt hatte und wir mit Handwäsche beschäftigt waren, nutzten wir morgens die Zeit um eine Suppe in den Dampfkochtopf zu schnetzeln und bei zwei Ringlis im Bett zu vergraben (in Decken und Schlafsäck). So ist’s am Abend noch heiss und durchgekocht, gerade bereit zum Essen. Da wir alle hungrig waren, ass sogar Luo wieder mal in anständig schnellem Tempo und sogar Nachschlag, ohne sich über Gemüse und so zu beschweren. Deshalb machten wir uns zufrieden und glücklich auf den Weg zu einem Dessert ausserhalb: Rui und Martina Glacé, Luo und Oschi nochmals das Gebäck von gestern. Übrigens haben wir heute 850 Forint ausgegeben (: 250 gibt etwa den Erowert) – bisland der günstigste Tag.

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  • 23Jul 2012

    18 Baradla Cave 07/23/2012 Hungary —

    Aggtelek, Hungary

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    23. Juli: Was für eine Strasse, stöhnte der Bonabus…
    Schon ziemlich früh (also gegen zehn Uhr, jaja, wir sind viiiiel später eingependelt, hier, Wecker um acht, umbauen, Morgenessen, alles wegräumen) fuhr der Bonabus und seine Crew mit Martina am Steuer aus den Bergen heraus. Eine knappe halbe Stunde zwischendurch hoplerte der Bonabus mit ca. 20 bis 40 km/h über eine unglaublich oft geflickte und doch noch ziemlich wünschenswerte Strasse. Juhuuu rief er dann später, als der Asphalt richtig neu-schwarz war und der Kilometerzähler gegen achtzig zeigte. Roger sass übrigens hinten auf der zweiten Rückbank und las die ganze Zeit den Rumänienführer.
    In Aggtelek angekommen befanden wir den ziemlich leeren Teerplatz (ist ja Montag, Wochenende vorbei) unter den Bäumen als gut für eine Nacht. Zuerst erkundeten die Jungs ausgiebig den hiesigen Spielplatz und Roger machte sich auf alles über das Tropfsteinhöhlensystem in Erfahrung zu bringen. Beim Mittagessen aber entschieden wir uns heute eine Wanderung zu machen und dann morgen in die Höhle zu gehen. Die Temperaturen waren um die 30 Grad und wir fühlten uns wohl in der Sonne. Wir liefen durch die Karstlandschaften, über Feldwege zwischen Feldern und durch das Dorf. Rogers GPS zeigte uns, dass aus der kleinen Tour dann doch 10 Kilometer geworden waren. So war es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass Rui und vor allem Luo nach dem frühen Abendessen so sehr durchknallten, dass wir sie schnellstens ins Bett stecken mussten.

    Bemerkung:
    In Ungarn kann in den Dörfern öfters mal Trinkwasser direkt am Strassenrand bezogen werden. Wie ein Hydrant stehen diesen massiven Zapfstellen am Strassenrand. In Aggtelek konnten wir sogar noch zwei Ziehbrunnen entdecken. Sie sahen so aus, als ob sie immer noch in Betrieb sind. Der eine war mitten in der Strasse, so dass wir uns zuerst wunderten was für ein Häuschen da mitten in der Strasse steht. Aber die Kurbel an der Aussenseite verriet dann Roger wieso man das Häuschen nicht einfach um fünf Meter versetzten kann.

    24. Juli: Tropfsteinhöhle
    Nach dem Frühstück ging’s ab die Post mit dem Bonabus zum anderen Höhleneingang, da wir uns schliesslich für die zweistündige Führung entschieden hatten. Und so waren wir zwischen zehn und zwölf unter Tag, bewunderten Stalagmiten und Stalaktiten, die teilweise gar zusammengewachsen waren. Wundersam, die bis zehn Meter hohe und breite Höhle, übrigens mit Betontrottoir. Die Führung war only ungarisch, wir verstanden kein Wort, ja wir merken bei dieser Sprache eigentlich nicht mal, wo ein Wort beginnt und eines aufhört. Ganz eindrucksvoll war ein grosser Saal, in den wir im Dunkeln hineingeführt wurden und während Musik passende Lichteindrücke ausgewählte Stellen beleuchteten. Umso mehr, als alle wussten, was gleich passieren wird, ausser wir Schweizer.
    Nach einem Busride zurück zum Bonabus assen wir erstmal Picknick an einem kleinen See im Nationalpark. Dann zwanzig Minuten Fahrt zum grösseren See bei Szalonna. Auf der Strecke hielten wir an, um Wasser aufzufüllen und schon der vierte Wasserzapfhahn lieferte uns das gewünschte Nass. Am See fanden wir bald ein Plätzli, etwas abseits von den ca. zehn Zelten von campierenden Ungarn. Ganz einsam plantschten wir im schlammigen Wasser zwischen Schilf. Dann füllten wir unsere Solardusche, was dann umso besser reinigte, kochten Abendessen und dann waren zwei schon wieder sehr bettreif. Rui und Luo sind wahnsinnig müde, schlafen fast dreizehn Stunden und doch öfters am rummeckern.

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  • 24Jul 2012

    19 Einsamkeit pur 07/24/2012 Hungary —

    Meszes, Hungary

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    24. Juli:
    ... siehe Baradla Cave...
    Nach einem Busride zurück zum Bonabus assen wir erstmal Picknick an einem kleinen See im Nationalpark. Dann zwanzig Minuten Fahrt zum grösseren See bei Szalonna. Auf der Strecke hielten wir an, um Wasser aufzufüllen und schon der vierte Wasserzapfhahn lieferte uns das gewünschte Nass. Am See fanden wir bald ein Plätzli, etwas abseits von den ca. zehn Zelten von campierenden Ungarn. Ganz einsam plantschten wir im schlammigen Wasser zwischen Schilf. Dann füllten wir unsere Solardusche, was dann umso besser reinigte, kochten Abendessen und dann waren zwei schon wieder sehr bettreif. Rui und Luo sind wahnsinnig müde, schlafen fast dreizehn Stunden und doch öfters am rummeckern.

    25. Juli:
    Morgens nach dem Frühstück joggte Martina erst links dem See entlang, nach Solardusche kam Roger an die Reihe (rechts dem See entlang). Die Jungs sändeleten ausgiebig im Pflutsch-Schlamm und mussten deshalb auch wieder abgeduscht werden. Nach einem Mittagessen mit Brot, das Roger auf seiner Joggingtour erstehen konnte, gings nochmals ans Kanalbauen. Diesmal half Roger noch mit seinem grossen Spaten mit… Den ganzen Tag sahen wir niemanden bei unserem Plätzchen, auch wenn die letzten Häuser vom Dorf nur wenige Meter entfernt liegen. Abends kam ein Gewitter, dass es nur so rumste. So beschäftigten wir uns noch mit Mini Lück und Bauernhofbuch von Götti Alain, bevor die Jungs dann wieder früh ins Bett mussten.

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  • 26Jul 2012

    20 Ankunft in der Zivilisation 07/26/2012 Hungary —

    Tiszafüred, Hungary

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    26. Juli: Ankunft in der Zivilisation
    Nach einer zweistündigen Fahrt, durch Dörfchen, durch die Stadt Miskolc und durch immer flachere Landschaft hielten wir halbverhungert um die Mittagszeit an einem kleinen Imbiss-Restaurant. Wir bestellten Gyros, die Servierdüse konnte sogar etwas Deutsch. Die Gyros bereitete sie selbst zu, sie waren einfach suuper! Fladenbrot, mit Schweinefleisch und Gurken, Tomaten, Zwiebeln und Mayo. Sogar Rui’s Diät entsprechend. Nach zwei Glaces und ein bisschen Käse leidet er wieder sehr an Verstopfung und hartem Stuhlgang und möchte nun wieder von sich aus Diät machen.
    Mit vollem Bauch kauften wir anschliessend in einem Laden namens Coop ein. Das Gemüsesortiment aber entsprach leider nicht dem, was wir uns von einem Coop gewohnt sind. Die Ungarn essen sowieso nur traditionelles Gemüse: Kohl, Tomaten, etwas Gurken, Zwiebeln und Paprika (ungarische Pepperoni). Hier aber war alles etwas karg. Deshalb kauften wir umso mehr Chips und Guetzli (wehe, wenn er losgelassen, der Roger. Und schliesslich galt es, die Vorräte diesbezüglich aufzufüllen.
    Dann gondelten wir kreuz und quer (jaja, weil auch mit GPS kann man (sprich Martina) falsch fahren, gell Richtung ausgelesenem Campingplatz. Bei Dieter wurden wir wie geplant fündig. Ein Deutscher mit Ungarischer Frau. Gerade richtig, um noch mit jemandem hier über Rumänien zu sprechen, bevor wir da in ein paar Tagen einreisen. Dann müssen wir noch Porta Potty (Bonabuswc) – Flüssigkeit kaufen gehen, und hier in dieser grösseren Ortschaft hoffen wir alles zu finden.
    Gegen Abend machten wir noch einen kläglichen Versuch mit Velo und Kickboard zum See vorzustechen, kehrten dann aber um, machten einen kurzen Halt auf einem Spielplatz und machten uns auf, die Waschmaschine in Beschlag zu nehmen (weiterer wichtiger Grund für den Camping, neben Internet, Leuten, mit denen Wir sprechen und die wir verstehen können)

    27. Juli: Pancakes zum Frühstück
    Nach dem Aufstehen, was eigentlich noch ganz friedlich war, beschlossen wir Pancakes zum Frühstück zu machen. Aber leider hatte es zwei, vor allem Rui, die stritten und unverschämt herumbrüllten. Nach einer Isolationszeit (hinten und vorne im Büssli) und Roger und mir, die draussen kochten, verlief das Essen dann aber friedlich. Morgens war nochmals eine Waschmaschine angesagt, etwas putzen und ein kleiner Spaziergang zum Liddle. Wow, dieses Gemüsesortiment. Eigentlich waren wir wegen Putzmittel da, Pril. Das, so wurde uns gesagt, kann man zum Strecken des Porta Potty Mittels verwenden. Wir fanden dann im Penny Market ein Mittel, das dem Gesuchten ziemlich entspricht. Morgen beim Entleeren des WCs werden wir sehen, wie gut das klappt.
    Zum Mittagessen waren wir wieder im Bonabus. Nach einer grossen Mittagspause für alle machten wir eine diesmal erfolgreiche Velo-/Kickboardtour zum See und genossen die Umgebung da sehr. Wirklich wunderschön, ist ja auch UNESCO. Nach Melone und Tucks machten wir uns auf den Rückweg. Nach Dusche und einer seltsamen Entdeckung machten wir uns auf zum Restaurant des Campingplatzes, das nach Reiseführer recht gut sein sollte. Aber zuerst zur Entdeckung: Unter der Schiebetür hat unser Bus heute sicher eineinhalb bis zwei Sändelikübel Wasser verloren. Die Frage ist nun: Was ist das für Wasser, woher kommt es? Es stinkt ziemlich, wie alt. Der Motorraum ist intakt, der Boden, wo der Belag abhebbar trocken, die Wände ebenso. Also wohl aus den Holmen und durch die Entwässerung des Chassis. Aber kann das alles Kondenswasser sein? Das sich irgendwie angestaut hat durch Verstopfungen beim Umbau und Malen und jetzt das erste Mal durchgebrochen ist?
    Dann zum Restaurant. Wir bestellten vier Hauptgänge und waren alles andere als begeistert. Der Fisch stank, die Pommes waren verwässert. Da hilft wohl auch einheimisches Essen bestellen nicht mehr weiter. Tja, in Griechenland, spätestens, wird es dann wohl besser mit auswärts essen.
    Übrigens noch ein gelungener Spruch des Tages. Wir waren beim Melonenessen. Martina schnitt auf und suchte: „Hat es hier einen Abfallkübel?“ Roger sitzt vis à vis und lacht: Es hat mindestens 24, auf einen Blick.

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  • 28Jul 2012

    21 Glück im Unglück und heiss, so heiss 07/28/2012 Hungary —

    Hortobágy, Hungary

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    Wunderschön, so ein Nationalpark. Umso irritierender der alte Doppeldecker-Flieger, der beim Abendessen am 28. über dem Städtchen kreuzt. Moskitovernichtung, weiss die Wirtin. Irritierte Gesichter weit und breit. Kein Grund zur Sorge, meint sie weiter, das sei sehr ungefährlich, sie machen das schon seit Jahren, und allen gehe es noch gut. Die Nahrungskette werde ebenfalls in keiner Weise unterbrochen. Heute seien die Mücken noch sehr aggressiv, morgen dann grösstenteils tot. Aha, sehr plausibel,… wird hier übrigens alle 17 Tage durchgeführt, und, ja, danke Onkel Sowieso, meint die Wirtin zu guter letzt, denn der Zeltplatz kriege immer eine Extraration ab.

    28. Juli: Glück im Unglück und heiss, so heiss
    Beim leeren des Porta Pottys baut nun auch Martina mal einen „Sch…“, dafür gleich einen gröberen. Nachdem ja Roger bei den Mirafällen den Schwimmer ausser Betrieb gesetzt hatte und auch der Flickversuch mit blossen Händen nichts brachte, nun dies: Beim Aufdrehen des Abflussrohres spickt mir der Deckel aus der Hand, macht einen Bogen und ohne Umwege gleich ins Abflussrohr. Da hilft auch das Fluchen nichts mehr. Rui und Luo sind ganz baff, so haben sie ihr Mami wohl noch nie gesehen, bzw. gehört. Das Tagesprogramm wird nun also anders ablaufen. Wohl in irgendeine der grossen Städte Ungarns fahren und versuchen einen Campingshop zu finden, für das Ersatzteil oder dann halt ein neues ChemieWC. SCH----!!! Mit den Jungs ist an ein Reisen ohne so ein Ding einfach nicht zu denken. Mal müssen sie in der Nacht aufs Kloo, mal beim Essen, mal sind die WCs irgendwo so grauslig und unhygienisch und wie können die Kinder ihr Geschäft verrichten ohne den Ring zu berühren…
    Nach dem versprochenen Schwimmen im Pool (Rui darf heute wieder und scheint etwas gelernt zu haben, seine Freudeausbrüche bleiben in der Schallgrenze und am Ende gibt es keinen Aufstand, als wir beschliessen, dass nun genug ist.), ist dann auch Dieter wach, oder wenigstens draussen. Ich frage ihn nach dem nächsten Campingshop. Dieter sagt, ja, in Debrecen gäbe es einen Campingshop, der Samstags auch offen hat. Debrecen ist 70km entfernt, also machbar. Leider müssten wir die Pussta in einem Rush durchqueeren. Aber Dieter meint noch, ich solle warten und verschwindet. Was dann kommt ist zwei Schweizerschokoladen aus unserem für solche Dinge angelegten Vorrat wert: Er kommt wieder MIT dem Deckel! Hat ein Rückhaltegitter in die Kanalisation eingebaut und manches bleibt da hängen. Mit Glück auch unser Deckel!
    So wird der Plan A doch wieder möglich und wird umso mehr genossen: Flohnern am Theisssee, zuschauen beim Sandfussball, Baden, Plantschen und die erste Sandburg dieser Reise bauen. Anschliessend, gegen drei Uhr fahren wir weiter. Roger durchquert im Sonntagsfahrtempo die Pussta. Wir halten in Hortobagy. Der Parkplatzguard da ist extrem unhöflich und gibt uns sofort zu verstehen, dass wir um sieben abends weg sein müssen, Kemping, sagt er. Aber gerade das haben wir nicht im Sinn, haben wir doch nur katastrophales über die Hygienebedingungen da gehört. Nachdem die Jungs ausgeschlafen haben, Roger daneben in Saunaverhältnissen vor sich hin gedämmert hat und Martina alles erkunden durfte, machen wir uns auf einen Spaziergang durchs Dörfchen. Gleich hinter den Touristenattraktionen ist es nämlich immer am spannendsten. Und die Neunbogenbrücke, das berühmteste Bauwerk Ungarns können wir doch besser abends ohne Touris und mit etwas weniger als 35Grad PLUS besichtigen. Gegen sechs gehen wir in die schöne Csarda an der Hauptstrasse. Wunderschöne Rundbögen, alte Bäume, SUPER Essen (ich musste meine Meinung vom Essen Ungarns komplett revidieren), Zigeunermusik und Wein. Letzteres nur, weil man uns in der Csarda versicherte, dass Schlafen auf dem Parkplatz vor dem Restaurant kein Problem sei. Rui und Luo tanzen unermüdlich, Rui sehr musikalisch, Luo in seinem eigenen Style. Nach einem Abendspaziergang zurück in den Bus, es ist schon dunkel. Schlafen kann dann aber ausser Rui sowieso keiner. Luo darf noch Büechli anschauen, um zwölf legen auch wir drei uns aufs Ohr, schlafen aber nicht gerade viel und sicherlich nicht tief. Mindesttemperatur im Bus: 27 Grad, diese Nacht.

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  • 29Jul 2012

    22 Die nehmen es aber genau am Zoll, aber nicht, wie 07/29/2012 Romania —

    Mesteacănu, Romania

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    29. Juli: Die nehmen es aber genau am Zoll, aber nicht, wie man denken würde…
    Um halb acht mögen wir nicht mehr im Bus sein, nehmen unseren Allzweck-Blauen-Plastikorb (Wäschzeine, Transportkorb für dreckiges Geschirr, Rucksackständer während der Fahrt und vieles mehr), packen gutes Körnli-Liddl-Schnittenbrot ein, Margarine, Honig, Konfi von Fritz (oder und Heidi) und Apfelsaft und frühstücken bei der Neunbogenbrücke. Um kurz nach neun sind wir dann beim Ausgangspunkt unseres Ausfluges dieses Morgens: Wir besteigen da um zehn einen Zweispänner und lassen uns durch die Pussta chauffieren. Die Pussta, die grösste zusammenhängende Grassteppe Mitteleuropas entstand übrigens erst in der Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts infolge der Begradigung des Theiss, vorher war es Überschwemmungsgebiet. Die Tour ist ein Glückstreffer: Ochsenkutsche, Zackenschafe, Wasserbüffel, Pferde im Sitz und liegend mit Reiter, Pussta- Fünfer (Koch-Fünfer, für die, die etwas von Malerei verstehen).
    Um zwölf sind wir alle hungrig nochmals in der Csarda, schliesslich gilt es die letzten Forint zu vernichten, was aber nicht gelingt. Das Essen, wir lassen es uns gut gehen, kostet ca. 40 Euro. Dann fahren wir weiter. Roger ist wieder am Steuer, Martina hat Bammel vor der zweitgrössten Stadt Ungarns, die es zu durchqueren gilt, sowie vor dem Grenzübertritt. In einem kleinen Tante-Emma-Lädeli, die hier auch sonntags geöffnet haben, vernichten wir noch das restliche Münz, legen es in Trinkwasservorrat in Form von Mineral an. In Rumänien wird das Wasser nicht mehr trinkbar sein. Dann der Zoll. Die Zöllner wollen hinten in den Bus schauen. Ich öffne, denke, sie wollen den Bus durchsuchen. Doch WEIT gefehlt. Sie nehmen die IDs der Kinder und vergleichen die Gesichter (des schlafenden Luos und verschlafenen Ruis) mit den Bildern!
    Nach der Grenze meint Roger: Hey, die Strassen sind besser, beruhigend für unseren Bus. Aber nach einigen Kilometern wird die Wahrheit sichtbar: Hier sind die Löcher nicht mit Teer, sondern mit Geröll geflickt! Dennoch kommen wir in Spinus an. Der Zeltplatz aber ist Wahnsinn. Nicht wie erwartet. Wir werden auf Holländisch begrüsst (weiter in English), alles sauber, friedlich. Cooler Spielplatz mit altem Traktor. Die Betreiber haben hier ein Projekt, geben missbrauchten Frauen und ihren Kindern Schutz.

    30. Juli: Gnocchi frittati
    Nach dem Frühstück plemperten wir wunderbar in den Tag hinein. Das haben wir schon richtig gut gelernt, das Plemperlen. Wahnsinn, dass es erst wenige Monate (oder gar Wochen) her ist, dass ich mich mit Literaturnachweisen, theoretischen Verknüpfungen und Ähnlichem herumgeschlagen habe. Langsam rückt alles in weite Ferne. Letzthin, als ich hörte, wie Roger jemandem erzählte, dass ich gerade eben ein Studium abgeschlossen habe, musste ich kurz nachdenken, was er genau meinte (Welches Studium?). Nein, Spass beiseite, bin ich froh, dass nun ein anderer Lebensabschnitt begonnen hat. Und das Reisen macht allen immer mehr Spass, die Jungs sind wunderbar. Sie haben den Spielplatz mit einem holländischen Mädchen und einem Romaknaben einer Mutter des Projektes geteilt. Nach einem Rundgang im Dorf assen wir einen reichhaltigen Salat, in den wir die letzte etwas seltsame Wurst aus Ungarn verarbeiteten, die sich zu schmackhaftem Hackfleisch umarbeiten liess. Das Dorf übrigens, liegt zwischen zwei Hauptstrassen, im Zwischenstück von an die 50 Kilometer. Hier ist alles viel ärmer, Kutschen sind an der Tagesordnung. Teer findet sich nur auf der Durchfahrtsstrasse, wenn überhaupt. Mittellinien gibt es auch darauf nicht. Die Leute sind freundlich, grüssen, winken. Eine ältere Frau spricht lange auf Martina ein und scheint weder mit italinischen, französischen oder was auch immer Erklärungen zu begreifen, dass wir eigentlich nichts verstehen. Egal, sie lacht und hat Freude an den Kindern. Die Atmosphäre gefällt uns eigentlich besser als in Ungarn.
    Nach einer grossen Mittagspause, die Jungs wieder hinten und vorne im Bus, ich am Computer, NZZ-Homepage durchstöbern und die gute Internetverbindung nutzen, Roger Griffe in die Bettverlängerung sägen, machten wir uns an ein schon lange mal beschlossenes Projekt: Selbst Gnocchi kochen. Natürlich ohne genaues Rezept. Gekochte Kartoffeln, Mehl, Eier nahmen wir, soviel wir gerade hatten oder uns gut dünkte. Wir kneteten und rollten den Teig, dass es nur so eine Freude war. Roger schnitt, was die Jungs formten und so kamen wir gut voran. Riesige Haufen Gnocchis wollten nun gekocht werden. Dies war aber schwerer als erwartet, und nicht nur, weil uns der Backofen zum warmhalten fehlte. Kurzerhand tauschte unser Küchenchef das heisse Wasser gegen heisses Oliven-Öl und die knusprigen Gnocchi-Kroketten, die dann entstanden waren wirklich lecker. Nur gut, dass wir danach noch das Trampolin benutzen durften, so konnte sich alles etwas setzen.

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  • 31Jul 2012

    23 Gefährlich ist es... 07/31/2012 Romania —

    Gilău, Romania

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    ... auf diesen Strassen die Tempolimiten nicht zu überschreiten (innerorts)
    Wunderschön war die Fahrt durch das Gebiet um Spinus, malerisch mit Kutschen, vielen Leuten auf der Strasse und vielen Schlaglöchern. Dann kamen wir runter auf die ostwärts führende schnelle Verbindungsstrasse und der Kilometerdurchschnitt pro Minute verdreifachte sich.
    Schon beim Aussteigen in einem Dorf, in dem wir einen Bancomaten erspäht hatten bemerkten wir den Verlust der Kindersandalen, die wohl in Spinus geblieben waren. Egal, die wollten wir sowieso bei Gelegenheit durch bessere austauschen, so viel wie die gebraucht werden. Jetzt muss das einfach noch sein, bevor wir in die Karpaten fahren. Keine Probleme bereitete das Geldabheben und auch die restlichen Forint aus Ungarn liessen sich ohne Umstände in Ron/neue rumänische Lei wechseln. Jetzt müssen wir nicht mehr durch-tausend-mal vier-rechnen, sondern nur noch durch vier.
    Bei der rasanten Weiterfahrt mit steilen Auf- und Abstiegen über die wieder auftretenden Hügel hielt sich Martina strickte an die Tempolimiten, auch innerorts. Nur kein Puff mit der Polizei, in Rumänien, wurde uns geraten. Schwierig, fünfzig zu fahren, wenn man dabei vom hinterherfahrenden Fünfachser mehrfach ausgehupt wird und der nach mehrmaligem eng Aufschliessen wirklich überholt, innerorts! Nur, übrigens, um beim nächsten Hügel auf der partiellen Kriechspur weit zurückzubleiben. Beim Überholen amüsierten wir uns dann umsomehr über seinen Wutausbruch.
    Nach einem Mittagessen im Bus am Strassenrand, wobei der einsetzende Regen aufs Dach trommelte, kamen wir durch ein weiteres grösseres Dörfchen und sahen schon von weitem das uns von Ungarn bekannte Schild „Penny Market“. Juhuuu, denn die Tante Emma-Läden am Strassenrand verkauften kaum Gemüse… Roger ging also für über eine halbe Stunde shoppen, Martina döste hinter dem Steuerrad und die Jungs schliefen hinten ungestört weiter. Nur noch eine halbe Stunde Fahrzeit danach bis zum Zeltplatz, auf den wir des Morgens das GPS gestellt haben. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt kamen wir an. Der Zeltplatz kostet 50 Ron pro Nacht, hat Pool und Sanitäre Anlagen, von denen unser Zeltplatz am Gardasee nur träumen kann, Saskia. Der Spielplatz liegt direkt vor der Bonabustüre, das Netz für ein Familien-Netzball ebenfalls.

    1. August: Tagesthema Huskies
    Klar wollten die Jungs um halb neun, als sie die Augen aufschlugen, als erstes wissen, wie es den drei Husky-Hunden geht, die gestern kurz vor Bettzeit noch auf den Zeltplatz kamen. Durch das Getrödel der ganzen Familie und die Initiative der Jungs, die Göttialains Picknickdecke holten, ihre Legokiste und mit Bauen begannen, beschlossen wir einen Bus später zu nehmen. Nach zehn Minuten an dieser haarsträubenden Strasse entlanglaufen kamen wir zur Tankstelle, an der der ÖV-Bus nach Gluj Napoca fahren sollte. Tat er wirklich, und zwar auf die Minute genau! Irgendwo in der Stadt stiegen wir aus und speicherten den Punkt in unser GPS, da die Haltestellen in keiner Weise gekennzeichnet waren. Dann machten wir uns zu Fuss auf den Weg Richtung Innenstadt. Wo wir dann auf einer richtigen Piazza italiana buonissime tagliatelle verspeisten, halber Liter Hauswein (vorzüglich, das würde dir gefallen, Rumänien, Papi, und nicht nur wegen dem Wein) und Fanta, daneben Mineralwasser. Und das alles für 101 Ron. Danach ging’s auf die Suche nach brauchbaren Sandalen. Schon im ersten Geschäft hatten sie welche, für 50 Ron. Nur leider nur ein Paar im 27. Nach einem weiteren kleinen Spaziergang von zehn Minuten bekamen wir in einer weiteren Filiale des selben Geschäftes noch ein zweites. Mit der Post aber war es schwieriger. Die wenigen Karten, die wir bisher geschrieben hatten, konnten wir auf einem Postbüro abgeben. Doch trotz vielen Leuten, die gut Englisch sprechen und ziemlich reibungslos klappender Kommunikation mit Italienisch-Französisch-Gemisch, gelang es uns nicht, herauszufinden wo oder ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, unser Päckchen zu verschicken. Tja, so muss Alain der Pferdenarr noch „etwas“ warten, bis er den Gruss aus der Pussta erhält. Könnte auch noch länger dauern. Morgen geht es nämlich erst mal weg vom Gewimmel, wieder ins Land hinein.
    Die Haltestelle für die Rückfahrt zu finden gestaltet sich übrigens sehr spannend. Da wir denken, dass wir hier in der Nähe des Zentrums irgendwo durchgefahren sind, fragen wir (also Martina), wo der Bus nach Gilau hier hält. Auf Französisch kriegt sie Antwort in inzwischen strömenden Gewitterregen, nach einem kleinen Fussweg kommt sie durchnässt zur Familie zurück. Wir kaufen ein süsses Gebäck um die Zeit zu überbrücken, stehen dort, wo uns zu warten gesagt wurde, nachdem wir uns vergewissert haben (diesmal spricht jemand Englisch). Gleich werden wir von drei Männern angesprochen, was wir hier tun würden. Auf den Bus warten? Dann seien wir aber falsch, diskutieren sie und schicken uns weiter. Vor dem Hotel Napoca sieht es aber auch nicht besser aus, eine Frau hilft uns und fragt einen nahewartenden Taxichauffeur. Doch, jetzt scheinen wir am richtigen Ort zu sein. Rui muss noch einen Bisi, wir stecken ihn dafür in einen nahegelegenen Busch, etwas versteckt, denn hier ist alles sauber. Kurz bevor der Bus kommen sollte muss Luo noch einen Gaggi. Er müsse warten, sagen wir (und nehmen das Risiko in Kauf, die Busfahrt wird 45 Minuten dauern, aber der nächste Bus fährt erst in eineinhalb Stunden, es ist schon sechs Uhr). Es klappt alles, der Bus kommt, Luo macht es super und wir kommen zufrieden beim Zeltplatz an, vorbei am halben Hund, von dem wir aber jetzt schon wissen, dass er im Gebüsch lauert, immer verzweifelter auf etwas zu Essen hofft. Der Arme hinkt stark, wurde wohl angefahren, schleppt sich die Strasse entlang, kann wohl kaum noch jagen.
    Kaum im Zeltplatz wieder bei den Huskies. Die Jungs und ihre Hundefreude an den Hundefreunden. Rui übrigens hat wieder jeden Tag Stuhlgang und akzeptiert es gut, keine Glacé zu essen, Joghurt auszulassen (das übrigens hier vorzüglich ist, das Naturejoghurt), er denkt in diesem Belang voll mit. Übrigens ist er zu einer richtigen Jukebox geworden. Nach dem Essen beispielsweise heute: „Was mached mer mit de Muus, mit de Muus?“ Ich schaute ihn an: „Hä?“ Er: „Was mached mer mit de Muus, mit de Muus?“ Aha, jetzt hab ichs‘ gechekt, Doppelhaas wird Götti ist gerade am Laufen. Im Wechsel machen wir zwei die besagte Geschichte vom Haustiergeschenk und dem Piratenschiff durch, das es stattdessen zum Geburtstag gibt (Marit, musst du mal hören, Linard Bardill, das könnte der Ursprung von Jakobs Piratenschiffwunsch sein). Rui weiss alles. Andere Male bricht ein Lied aus ihm heraus, von der Doppelhaas-CD, oder er rezitiert laut Dialoge aus Ronja, die wir auch viel hören. Letzthin wachen wir auf, weil jemand (also eben Rui) hinter dem Vorhang singt: „Drü Chinesä mit äm Kontrabass…“

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  • 02Aug 2012

    24 Turda-Kluft 08/02/2012 Romania —

    Petreştii de Jos, Romania

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    2. August: Kletterszene Rumänien

    Morgens machten wir uns auf den Weg diese Hauptstrasse zu verlassen. Dafür tankten wir voll, posten noch Mineral und Gemüse. Danach sind wir bereit und ab geht’s, zuerst nehmen wir die gelben Strassen unserer Karte, dann versuchen wir es auch mit weissen. Wir holpern so über gute Kiestrassen. Die Strassen müssen erst gerade gemacht worden sein. Auch die Teerstrassen, die es mancherorts schon hat, sind gut. Komisch aber, wie sie diese bauen. Wo man den Koffer sehen kann, weil noch kein Asphalt darüber liegt, erklärt Roger, dass das so nichts werden kann. Statt gutem Kieskoffer haben sie Sand-Erde-Kiesgemisch genommen. Die ersten Frostschäden sind schon überall zu beobachten. Tiefe Löcher von einigen Zentimetern entstehen, zuerst klein, dann immer grösser.
    Gegen Mittag kommen wir auf Petrestii de Jos, wo die Cheile Turzii nach unten führt. Nach einem Picknick im Bus, wo wir der sengenden Hitze etwas zu entfliehen versuchen, packen wir die Wandersachen. Die Wanderung durch die Schlucht ist grossartig. Der kleine Bach hat sich mehrere hundert Meter in die Kalksteine gegraben. Rui und Luo sind wieder mal richtige Berggämsli, sie haben keine Mühe über die grossen Tritte und groben Platten zu kommen. Sehr motiviert sind sie, als Roger auf der Karte Höhlen entdeckt und die Jungs anleitet, wie man diese erforschen kann. Einen kleineren Gang kriechen sie durch, von Roger zu mir, die ich auf der anderen Seite warte. Eine grössere Höhle wird mit Taschenlampen durchleuchtet. Nur schade, dass viel Abfall drinliegt. (Aber Abfall ist hier in Rumänien leider ein Bestandteil der Natur…) Wieder oberhalb der Schlucht angekommen baden die Kinder im Bach, graben im Sand an dessen Grund und wir lassen die Seele richtig baumeln. Wunderbar. Aber eigentlich hat niemand so richtig Lust in den nun wirklich aufgeheizten Bonabus zurückzukehren. Deshalb überqueren wir einen nahen kleinen Steg und gehen auf einen kleinen Zeltplatz. Hier können nur Zeltler stehen (Steg). Wir trinken unser erstes gutes Bier seit langem, die Jungs sind zufrieden mit einem Süssgetränk. Der sehr gemütlich bekiffte oder sicherlich angetrunkene Betreiber schaut auf unsere Frage, was er noch an Essbarem zu verkaufen hat. Er findet Cevapcici-mässige Würstli, grillt Gemüse und serviert dazu Brot. Wunderbar. So gehen wir nach einer Runde Trampolin, das ebenfalls hier steht, erst weit nach neun zum Bus zurück, der dann schon eine ganze Weile im Schatten der Hügel steht. Die Jungs schlafen schnell, Martina nimmt wieder mal die Ukulele hervor und versucht sich mit einigen Liedern (schliesslich habe ich ja dem Tobi gesagt, dass wir ihm dann was vorspielen werden). Wie es aussieht hat es hier am Wochenende immer viele Leute, deshalb beschliessen wir morgen Abend weiter zu fahren (Freitag).

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  • 03Aug 2012

    25 Auch in Rumänien kann man wild stehen 08/03/2012 Romania —

    Rimetea, Romania

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    3. August: Auch in Rumänien geht es gut ohne Zeltplätze
    Wir wachen nach einer wunderbar ruhigen Nacht auf, als die Sonne schon ziemlich stark auf den Bus scheint und Roger um acht Uhr unbedingt aufstehen möchte. Schliesslich ist Klettern angesagt. Wir müssen nur einige Höhenmeter überwinden, bis wir an die erste Felswand kommen. Roger hängt das Seil hoch, so können wir anderen TopRope nachklettern. Rui und Luo wagen einige Meter, spielen mit ihrem blauen Spielseil, seilen die Dupplotiere ab und geniessen die Natur. Roger und ich klettern je zweimal, weit mehr als bei vorigen ähnlichen Aktionen back home in Switzerland. Nach einem gemütlichen Picknick am nun schon angestammten Platz am Bach und einem neuerlichen Geplantsche der Jungs machen wir uns gegen drei Uhr auf den Weg. Diesmal kehren wir nach einigen Kilometern wieder um, als die Kiestrasse plötzlich in zwei Radspuren verläuft und wir wissen, dass es vorne noch einmal weit nach unten gehen wird. Lieber zurück und den Umweg fahren, denken wir. Martina am Steuer erleidet beinahe einen Kulturschock, als plötzlich die hohen Gänge wieder möglich werden, alles sooo schnell und hastig wird, die Autos wieder überholen und ich also meine liebe Mühe habe, hier mitzuhalten. Froh bin dann aber nicht nur ich, als wir nach einigen Kilometern Lochstrasse in Rimetea auflaufen. Nur leider finden wir den Zeltplatz nicht, oder besser, er ist ebenfalls nicht für Womos ausgelegt. Deshalb müssen wir uns mit dem Dorfplatz begnügen. So essen wir in einem kleinen Restaurant in der Nähe und bleiben anschliessend noch lange auf dem Spielplatz. In diesem Restaurant treffen wir übrigens zum x-ten Mal in den letzten Tagen Uwe, einen Deutschen, viel Rumänien-gereisten mit seiner Familie.
    Unsere Jungs haben mal wieder keinerlei Probleme mit Kindern anderer Sprache zu spielen. Eine der Mütter kann gar Deutsch und es entsteht ein kleines Gespräch. Das Dorf Rimetea ist übrigens von 90% Ungarn bewohnt, wir fühlen uns quasi wie zu Hause wenn die Leute uns mit Jo Napot ansprechen, Köchzönöm kommt auch noch ohne zu denken… Rumänien ist ein Land mit einem riesigen Völkergemisch. Deutsche (Siebenbürgensachsen), Ungarn (Habsburgerreich), Romas, Rumänen…
    In der Nacht wird es dann noch ziemlich laut, da einige Teenies eine richtige Party auf dem Spielplatz feiern. Nicht anders als zu Hause also.

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  • 04Aug 2012

    26 Nocheinmals begeisterte Klettermännlis 08/04/2012 Romania —

    Bencenc, Romania

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    4. August: Nocheinmals begeisterte Klettermännlis
    Morgens Wander-Klettern wir bis zur Felswand über dem Dorf hoch, in dreiviertelstunden wohl 150 Höhenmeter. Die Jungs sind sehr motiviert, installieren oben angekommen gleich ihr Seil. Klettern an unserem Seil mögen sie dann gar nicht mehr so sehr, da sie so fest mit ihrem Seil üben. Nach einem feinen Picknick an der Wand queren wir den Hang, bis wir auf eine Mudroad stossen. Unten fallen die Jungs richtiggehend in ihren Sitz und wir fahren weiter. Heute brauchen wir einfach einen Zeltplatz! Duschen wird richtig nötig, Waschen ist auch wieder mal angesagt, Internet ebenfalls. Also wollen wir bis Aurel Vlaicu, wählen eine Route mit guten, schnellen Strassen. Der Camping stellt sich als richtig gut heraus, gemütlich, klein, freundlich, leider ohne Schatten. Wir haben eine Einladung zum Apéro von Christine und Robert, zwei Balser Weltenbummlern, mit denen wir abends noch lange Gespräche führen. Die Jungs spielen gerne Duplos mit Rutmer und Wonter, zwei lieben holländischen Jungs. Mit Jan und Hermya, den Eltern der beiden trinken wir Kaffee. Tut wieder richtig gut, mal mit anderen zusammenzusitzen.

    5. August: The Corvinus Castle of Hunedoara
    Der frühere Morgen stand im Zeichen des Wäschewaschens, drei Maschinen mit Bettwäsche. Alles wurde vor dem Bonabus auf eigens gespannten Leinen aufgehängt, bevor wir den Bus bestiegen und also ohne Wäsche Richtung Hunedoara fuhren. Im ersten grösseren Ort hielten wir, unsere Trinkwasservorräte mussten aufgefüllt werden. Roger nahm sich wiederwillig dieser Aufgabe an, da er heute Beifahrer war. Die anderen drei blieben im Führerhäuschen und lauschten weiter den Geschichten des Globis bi dä Füürwehr. Dann gings weiter und nach fünfzig Minuten waren wir im Ort Hunedoara, konnten aber die berühmte angesteuerte Burg nur schlecht finden. Qualvoll gestaltete sich das Aussteigen, da ausserhalb des klimatisierten Raumes die Hitze erschlagend war. Wohl etwas über 40 Grad war es heiss. Wir schleppten uns über die Holzbrücke zur Burg, besahen uns das gewaltige Bauwerk aus dem 14 Jahrhundert. Amélie, da sieht die Kyburg wie ein Spielzeug aus, daneben, so klein. Die Männer in der Burg, von denen einige verkleidet waren, haben uns irgendwie stark an deinen GöDo erinnert, das muss irgendwie international sein, das Ritterfieber.
    Um vier Uhr waren wir wieder im Camping, hängten unsere heissgetrocknete Wäsche ab und machten uns schleunigst unter die Pergola um die Matthisburg von Ronja zu bauen, mit Lego. Einer der Erwachsenen war immer am Computer, der andere baute mit: Pferde, Höllenschlund, Burgmauern, Schiesscharten. Alles, was vom heutigen Ausflug und von der Ronja-CD zusammengekommen ist. Daneben sprachen wir heute fleissig Französisch mit Jean-Luc und seiner Frau, die unseren Jungs eine halbe riesige Wassermelone vermachten. Denn wer mit Töff reist, hat sicherlich keinen Kühlschrank dabei. Anschliessend getrauten sich unsere drei Männer noch kurz in den (eher grünen) Swimmingpool, Rui und Luo wahnsinnig gut mit ihren Schwimmnudeln schwimmend. Gemeinsam wurde als Tagesabschluss gekocht, Tomaten und Auberginen geschnippelt, Zwiebeln geschält… Ach ja, wir wissen nun übrigens warum es in den Läden nur wenig und nicht unbedingt schönes Gemüse zu kaufen gibt: Ein rumänischer Lehrer verdient 700 Ron im Monat (durch vier ergibt Schweizerfranken). Gemüse züchtet er selbst im eigenen Garten.
    Heute beim Checken der Mails haben wir das von Sabina gelesen. Es kommen mir beinahe die Tränen dabei, wenn ich sie mir vorstelle, wie sie das Geschriebene alles erlebt. Wir hatten die kleine Frau schon seeeeeeeeeeehr ins Herz geschlossen! Schöner Sommer, Elin!

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  • 06Aug 2012

    27 Zarnesti 08/06/2012 Romania —

    Zărnești, Romania

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    6. August: Rogers Geburtstag, Fahrt von Aurel Vlaicu nach Zarnesti
    Nach Wunsch des Geburtstagskindes gab es heute zum Zmorgen einen haufen Pancakes, die wir auf dem tragbaren Benzinkocher vor dem Bonabus brieten und verspeisten. Dadurch „verspätete“ sich unsere Abfahrt und erst um 11.30 Uhr gondelten wir los. Schon in den ersten Kilometern verwickelten wir uns in einen Stau, der von einem Verkehrsknotenpunkt ausgelöst wurde. Weiter fuhren wir und der Geburtstagsfahrer beschloss, einmal jemanden von all den Leuten mitzunehmen, die am Rand der Hauptverkehrswege stehen. Wir luden zwei junge rumänische Männer auf, mit denen wir uns aber aber überhaupt weder mit Italienisch, noch Französisch, noch Englisch verständigen konnten. Trotzdem waren sie sehr froh mitgenommen zu werden, umso mehr, als wir das übliche Geld nicht haben wollten. Sie waren mit Rucksack und schweren Schuhen auf dem Weg richtung Gebirge. Am späten Mittag hielten wir und assen eine frittierte Grillplatte und Pommes, wohl ein gutes Geburiessen. Dann fuhren wir weiter, weg von der grossen Strasse, nach Zarnesti. Hier hatten wir durch eine im Boardatlas-Stellplatzführer fehlerhaft abgedruckte Koordinate einige Mühe den angegebenen Stellplatz zu finden. Wir landeten in einer komplett verkehrten Ecke der kleinen Stadt. Ich stieg aus und die Frau, die gerade vor ihrem kleinen Geschäft kehrte, rief sofort ihren Mann herbei. Dieser konnte ziemlich gut Französisch, hatte er doch einmal zwei Jahre in Lausanne eine Schule besucht. Er stieg in sein Auto und fuhr uns vor, bis er den richtigen Ort gefunden hatte.
    Constantin, der Besitzer der Pension, vor der er einen Womo-Stellplatz hat, begrüsste uns. Die Jungs waren begeistert, dass noch ein Womo dastand. Die deutsche Familie hatte zwei Kinder, etwas jünger als unsere, gemeinsam sprangen die vier Trampolin. Ute und Jörg machen mit ihren Kindern eine Longtimeholiday-Reise, die zwei bis drei Jahre dauern soll. Von ihnen erhielten wir einige gute Tipps für die Türkei, in der sie sich schon einmal drei Monate aufgehalten haben.

    7. August: Angenehmere Temperaturen als in der Ebene, hier in den Bergen bei Zarnesti
    Nach einem gemütlichen Frühstück bei der grosszügigien Terrasse und einer geraumen Spielzeit der vier Kinder, machten wir Spiesslis uns auf ins Dörfchen. Wir assen einen feinen Spaghetti-Zmittag in einer Bar, man kann schliesslich nicht immer Fleisch essen, auswärts. Später kauften wir ein und wollten alles in die Kühlbox bringen, bevor wir noch im Wald herumsstacksten. Abends machten wir ein Abendessen auf dem Grill und plauderten mit Constantin.

    8. August: Klettern in der Kluft von Zarnesti
    Heute hatten wir den Wecker schon auf halb acht gestellt. Um neun stiegen wir in den grünen VW von Conastantin, der uns zum Klettergebiet bringen wollte. Dort angekommen wanderten wir die Kluft hoch, Constantin erzählte viele Geschichten, wie ein Mann aus Zarnesti die Kletterrouten gebohrt hatte… Nachdem dann Roger eine Route geklettert war und ich TopRope vor einem Überhang mitten in der Wand psychisch blockiert war, kam dann Constantin barfuss wie ein Wiesel hoch – ungesichert. Es war bald klar, dass er dieser Mann aus Zarnesti war und langsam aber sicher erzählte er viel über seiner Klettervergangenheit. In der Zeit unter Caucescu wählte Constantin den Kletterberuf. Er kletterte als Profi, mit aus Autogurten selbstgefertigten Gstältli, meist barfuss (Auch die im Klettergebiet vorhandene, von ihm eingerichtete, Route „Meteor“ 10+ soll er barfuss klettern). Nur an Wettkämpfen später mit Kletterfinken, die ihm eine deutsche Touristin gebracht hatte. Arbeitstage von zehn Stunden (rauf, runter, rauf, runter, mit Stopuhr…) waren an der Tagesordnung. Man versteht, wenn man hört, dass er heute eigentlich nicht mehr klettere, er sei gesättigt. Constantin ist ein richtiger Lebenskünstler, er hat eine wunderschöne Pension gebaut, er bewirtet seine Gäste auf Wunsch mit gutem Essen, er hält alles in Schwung und baut einige Häuser (gemauert) hier in Zarnesti, liefert halbfertige Blockhäuser nach Deutschland, verdient dann wieder einige Monate gutes Geld in Deutschland, wo er beispielsweise in einer VW-Halle alle Lampen auswechselt (kletternd).
    Abends, nach dem Klettern (Martina bezwang den Übergang dann doch noch, wenn auch nicht gerade glücklich), sassen die Erwachsenen noch zusammen und sprachen.

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  • 09Aug 2012

    28 Keine Lust auf Camping 08/09/2012 Romania —

    Cheia, Romania

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    Jetzt liege ich auf dem Kinderbett auf dem Bauch und schreibe ein bisschen Tagebuch. Die Jungs und Roger sind im Aufenthaltsraumbereich, knabbern Pistatien und hören Ronja Räubertochter. Es regnet. Alle Leute hier sind froh, Rumänien leidet ja, das wisst ihr sicher, unter Trockenheit und Hitze, diesen Sommer.

    Morgens sind wir pünktlich um acht aufgestanden und machten uns an die nun schon routinierten Tätigkeiten eines Abreisetages. So waren wir schon kurz nach zehn bereit, von Constantin und seiner Italienisch sprechenden Cousine Abschied zu nehmen. Nach einer Kühlbox-Auffüllpause bei Lidl verliessen wir Zarnesti. In Rosenau dann bogen wir in die erste grössere Tankstelle ein, denn wir mussten endlich eine Strassenvignette kaufen. Diese nämlich braucht man, immer, wenn man in Rumänien herumkurvt. Zum Glück hatten uns Christine und Robert schon darauf hingewiesen, dass ihnen am Zoll eine verkauft worden sei. Wir hatten die Grenze wohl bei einem zu kleinen Zoll überquert, die hatten da ja bekanntlich andere Interessen. Tja, am nächsten Tag hatten wir aber leider an den guten Rat der beiden Schweizer gar nicht mehr gedacht. Erst im Gespräch mit Constantin kam es uns wieder in den Sinn. Jetzt hoffen wir also, dass kein Bussengewitter über Speicher (unserer Adresse während unserem Reisli) niedergehen wird und wir also nicht in allzu viele automatische Videofallen getappt sind, was unser Reisebudget natürlich nicht gerade schätzen würde. Dass wir bei manchen Fahrzeugen keine Vignette sahen ist nicht, weil man keine benötigt, sondern weil die Vignette von kurzer Gültigkeit in digitaler Form ist. Die Fahrzeugnummer wird registriert und so hat’s sich…

    Nach einer Stunde Fahrt durch die Umgebung und Aussenquartiere von Brasov, die Martina schon viel „kühler“ meisterte als andere Städte, kamen wir auf der anderen Seite der Senke wieder an die Karpaten. Überhaupt haben wir uns schon sehr an die Verkehrsverhältnisse gewöhnt und werden auch weniger oft ausgehupt (ausser heute von einem Lastwagen, einem Fünfachser, der wohl etwas schnell von unten in eine Haarnadelkurve hineingefahren war und meinte, er habe das Recht, mich zurückzudrängen.) Nach zwei Stunden Fahrt und einem Picknick an einem Strassenrand kamen wir in Cheia an. Wir schauten auf den Zeltplatz und Roger hatte gar keine Lust, sich dort niederzulassen. Wir fuhren eine Seitenholperkiesstrasse Richtung eines Tales und parkten hinter einem abgestellten Bauwagen bei den letzten Häusern. Eine Frau im Garten vis à vis meinte, das sei schon OK. Nachdem dann der Luo auch erwacht war, spazierten wir ans nahe Bächli, wo wir ein riesiges Staudammprojekt in Angriff nahmen. Erst die ersten Tropfen eines Gewitters jagten uns wieder in den Bonabus.

    Übrigens ist nun das Fass voll, wir haben beschlossen, dass wir spätestens in Istanbul etwas für Luo tun müssen. Seine modische, schöne Brille, die uns wirklich gefällt, tendierte ja schon in der Schweiz dazu, anzulaufen. Der Optiker stellte sie immer wieder um und versuchte die Luftzirkulation zu verbessern. In den letzten Wochen bei einer Lufttemperatur von oftmals über dreissig Grad beschlug sie bei kleinsten Anstrengungen bis in die Hälfte. Wir machten uns Gedanken, was das dadurch eingeschränkte Gesichtsfeld alles für eventuelle negative Auswirkungen haben könnte (déformation professionelle, vielleicht). Nun, heute, Regenabend, beim Spielen eines Memorys, bei dem Luo Feuer und Flamme war, sagt er plötzlich: „Mami, ich gseh ohni Brille angentli besser.“ Und wirklich, sogar hier im Bus ohne körperliche Betätigung hatte die Brille bis zur Hälfte einen Beschlag. So geht das nicht! Spätestens in Istambul werden wir einen Optiker finden, mit dem wir kommunizieren können. Vielleicht kann man die Gläser von Luos bestehender Brille zerschneiden und in eine mit kleineren Gläsern einsetzen? Rui, Roger und ich haben nie solche „Anlaufprobleme“! Das kann nur an Luos Brille liegen!

    Und vorgestern, als wir Ruis Brillenclip der Sonnenbrille aufsetzten wurde auch etwas anderes klar: Entsetzt sah ich beim Ausziehen desselben, dass der unerklärliche Kratzer, den er schon seit Beginn hat, nun plötzlich grösser war (nun sicher 2 auf 3 Millimeter, eine richtige Abplatzung). Die genauere Betrachtung ergab, dass die Niete, die der Bügel des Clips am Glas befestigt, hervorsteht. Jetzt müssen wir hierfür auch unbedingt eine Lösung finden, wohl also ein neuer Clips kaufen oder die Nieten reinhämmern versuchen, um einem weiteren Zerkratzen vorzubeugen. Die Kinder am Meer ohne Sonnenbrille herumlaufen zu lassen wäre nicht ideal, Rui eine ungeschliffene Sonnenbrille zu geben undenkbar bei seiner Korrektur.

    Noch zwei lustige Sprüche von heute:
    Rui, als er in einer unerwartet engen Kurve von der Zentrifugalkraft aus seinen Sitz gedrückt wurde: „Mami, du fahrsch jo mit Gasfläsche um d’Kurve!“ Er meinte wohl Vollgas…
    Später, als in einem Kaff alle auf der Strasse herumliefen und wir so viele Leute sahen wie sonst nie: „Do vorne hät’s sicher än Zoo, dass alli umelaufed!“ Nein, sorry Rui, wir sind hier in der Provinz…
    Und noch was von Luo zum Abschluss. Er macht sich Gedanken über das Schwarze Meer, zu dem wir bald kommen werden, manchmal fragt er auch, wann wir nun endlich die Donau wieder sehen werden. „Hät echt s’schwarzi Meer mol brennt?“ – Nein das Schwarze Meer heisst wegen dem schwarzen Schlick „Schwarzes Meer“.

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  • 10Aug 2012

    29 Lange Fahrt nach Braila 08/10/2012 Romania —

    Romania

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    10. August: Lange Fahrt nach Braila
    Morgens machen wir uns auf durch den Wald. Buchen und Rottannen, je weiter nach oben, desto weniger Buchen. Der Nadelwald erinntert an einen schweizer Wald. Einzig das Gefühl, dass es hier mit Sicherheit Bären und Wölfe hat, ist anders. Im Bündnerland ist das immer mehr eine Vermutung, hier ist es Gewissheit. Wir folgen zuerst einer Kiesstrasse, es geht ziemlich bergauf. Am Ende folgen wir einem kleinen Trampelpfad, der bisweilen richtig steil ist. Lange Zeit hat sogar Rui Freude. Vielleicht kommt sein Gemaule wirklich mit den müden Muskeln, die bei ihm früher auftreten. Nach bald vierhundert Höhenmetern setzten wir uns unter die Bäume und picknicken. Heute, nach den schweren Regenfällen in der Nacht ist es mit nur einem Pullover etwas kühl, sobald man sich nicht mehr bewegt. So machen wir uns bald wieder auf den Rückweg. Im unteren Teil kommen wir an die Sonne, das Bächli lädt hier ebenfalls zum Verweilen ein. Ich lege mich in die Sonne, habe diese Nacht wenig geschlafen. Die Männer absolvieren einen Erosions-Lehrgang, sie leiten das Wasser um und lassen die sandigen Ufer abtragen.
    Zurück zu Hause graben wir den Reis-Bohneneintopf im Dampfkochtopf aus dem Bett aus, der dort auf uns wartet und in der Zwischenzeit gar ist. Nach gestilltem Hunger machen wir uns auf den Weg. Die Jungs wie immer, wenn wir nachmittags fahren, im hinteren Teil des Busses, wo sie alsbald einschlafen. Nach zwei Stunden kommen wir in die Gegend, wo wir eigentlich schlafen wollten. Die Menschen hier sind etwas seltsam, starren. Es regnet wieder. In einem Dorf fährt ein am Strassenrand geparktes Auto (Trabbi) plötzlich ab. Roger ist nicht sicher, ob er anhalten oder überholen soll. Da das Fahrzeug sehr langsam beschleunigt entschied er sich fürs überholen. Beim Überholen sahen wir, dass niemand im Auto sass. Nach dem Überholen konnten wir noch im Rückspiegel beobachten, wie das Auto über die Strasse und eine Böschung runter rollt. Ein gestellter Unfall vor denen man gewarn wird oder einfach ein Zufall? Alles ein Bisschen seltsam. Irgendwie haben wir hier kein gutes Gefühl wild zu stehen. Wir beschliessen wieder an die grosse Strasse runter zu gehen. Da hier die Strassen wirklich besser sind als auf der anderen Seite des Karpathenknies kommen wir unten klar schneller vorwärts. Luo klagt über Bauchschmerzen, mit dem Roger und ich schon seit zwei Tagen ab und zu kämpfen. Nach nochmals einer Stunde müssen wir anhalten. Luo kann nun wirklich nicht mehr. Wir finden nur ein eher komisches Restaurant, das sich etwas als Absteige herausstellt. Wir bestellen mit Verständnisproblemen das Einige, was angeboten wird. Es stellt sich als Suppe mit Pommes heraus. Die Pommes sind wohl in der Mikrowelle gewärmt, die Suppe aus der Büchse. Die Kinder schlagen trotzdem zu. Roger isst auch etwas. Ich und Luo haben die Knoblauch-Fischsuppe erwischt, ich stelle mich auf Diät, habe nicht das Gefühl, dass mein Magen das mögen würde.
    Luo ist bei der Weiterfahrt wieder gut aufgelegt. Die Gegend ist irgendwie unfreundlicher als in den Bergen, wir beschliessen noch eine Stunden durchzufahren und so bis Braila zu kommen. Da liegt der nächste Camping, der allerdings rumänisch ist. Wie wir hörten dürfen wir also nicht zu viel erwarten, die bisherigen waren alle von holländischen Betreibern. Die Strasse ist einfach gerade, Steppe beidseits, soweit das Auge reicht. Am Ende ist es dunkel, Roger übt auf den letzten Kilometern auf der Querstrasse das Schlaglochfahren mit veränderten Bedingungen. Derweil telefoniere ich im Hinterteil des Wagens mit Papi-Sepp, der uns das Problem mit der Visacard lösen kann. Irgendwie hatten wir unser Eurokonto bei der DKB nicht ganz begriffen, jetzt sollten wir wieder Geld abheben können. Dann haben wir den Zeltplatz erreicht. Die zehn Euros für ein stinkendes Sanitärhäuschen sind wohl schon sehr übertrieben. Tja, wir haben ja alles und sind darauf nicht angewiesen.
    War das ein Tag… nicht ganz so euphorische Stimmung durch allgemeine physische Unpässlichkeit, starker Regen, der in einigen Strassen sogar Springbrunnen aus der Kanalisation auslöste, ein unglückliches Auswärtsessen, mindestens neun tote Hunde auf der Strasse (wilde Hunde streunen hier ja genügend herum)…
    Bemerkung: Streunende Hunde waren am Anfang bei Wanderungen und bei Spaziergängen durch Dörfer unangenehm. Langsam haben wir uns aber an die Viecher gewöhnt. Die Hunde kommen zwar näher, sind aber verstört und eingeschüchtert. Viele auch verletzt. Wohl suchen sie seit langem vergeblich ein fürsorgliches Herrchen. Kommen die Hunde einem zu nahe, so muss man nur mit etwas Krach auf sie zugehen. Sie ziehen den Schwanz ein und verschwinden…

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  • 11Aug 2012

    30 Donaudelta 08/11/2012 Romania —

    Murighiol, Romania

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    11. August: Richtung Donaudelta
    Am Morgen dann besprechen wir kurz. Vor uns liegt die übervölkerte Küste des schwarzen Meeres von Rumänien und Bulgarien, gleichzeitig die über vierzig Grad drohenden Temperaturen im Innern Bulgariens. Wir beschliessen deshalb nun noch das Donaudelta ausgiebig anzusehen und danach in die Türkei zu fahren. Das würde uns auch erlauben, durch Kappadokien zu gondeln, bevor wir Nani und Neni anfangs Oktober in Izmir treffen.
    Wir fahren also heute bis zum Delta runter. Zuerst über die Fähre. Im Schrittempo auf das Ding rauf, ich trau mich sogar selbst, werde dann aber gezwungen zu wenden und oben zu warten. Dann lass ich Roger machen. Auf der anderen Seite übernehme ich wieder, es geht durch hügelige Landschaft, meist kann man sogar achtzig fahren. Nach einem Mittagshalt, bei dem wir ein WoRüBli (Wochenrückblick, Resten) im Bus zu uns nehmen und alle hungrig zulangen, bin dann auch ich wieder besser gelaunt und wir fahren runter zum Delta. Der von Christine und Robert empfohlene Zeltplatz gefällt uns, wir treffen hier auch die deutsche Longtimeholidayfamie wieder. Die Kinder haben riesige Freude an dem Wiedersehen und fangen gleich an miteinander zu spielen.

    12. August: Donaudelta
    Das ist ein schönes Dorf hier, wir waren gestern noch ausgiebig spazieren. Wie oft sind nur die Hauptstrassen geteert. Hier sind aber die Kies-Sandstrassen zehn Zentimeter runtergegraben, wie wenn sie bald gemacht werden würden. Die kleine Orthodoxe Kirche erstaunte uns um 18.00 Uhr mit einem satten und überaus lauten Glockengeklang. So eine grosse Glocke in so einem Kaff, fragten wir uns. Bei näherer Begutachtung stellte sich dann aber heraus, dass die Klänge aus einem Lautsprecher tönten. Wir sahen uns in der unmittelbaren Nähe der Kirche dann gar gezwungen, die Ohren zuzuhalten.
    Heute war schon um 5.30 Uhr Tagwache, genau wir zu Hause in Bonaduz also. Luo schlief noch eine Viertelstunde länger, bis dann hatten Rui, Roger und ich schon den vorderen Teil umgebaut und den Tisch gedeckt. Um halb sieben wurden wir dann mit dem PW der Zeltplatzbetreiber abgeholt und begaben uns ans Delta hinunter. Für eine dreistündige Fahrt setzten wir uns auf das hinterste der drei Bänkli eines Motorbootes, zuvorderst fanden Lotte, Willi, Ute und Jörg Platz. Zum Glück hatten wir Decken dabei. Da es heute Nacht wieder geregnet hatte und die Wolken sich den ganzen Tag nicht verziehen sollten war es noch sehr kühl. Wir sahen Pelikane, Kormorane, Frösche, einen Eisvogel und verschiedene Seerosen. Einige pflückte unser Guide sogar, mit dem wir uns übrigens auf Französisch verständigten und den Deutschen alles übersetzten. Dann durften wir auch noch Seerosenfrüchte kosten, welche köstlich schmeckten. Wie wir kritisch bedachten, stellte sich später heraus, dass sämtliches Pflücken von Pflanzen auch in diesem Nationalpark verboten gewesen wäre…
    Um halb elf waren wir schliesslich zurück, richteten uns alsbald einen grossen Salat und machten uns anschliessend eine gemütliche Mittagszeit. Nach einer Ruhezeit spielten die Jungs und ich einmal mehr Memory, wobei sich Rui heute erstaunlich gut konzentrieren konnte und den ersten Platz belegte, dicht gefolgt von Luo und mir. Als die kleinen Deutschen aus ihrem Mittagsschlaf aufwachten trafen wir uns zu einem Pfannkuchenessen. Alle schlugen herzhaft zu, Roger und Ute an den Aussenkochern kamen gar nicht zur Ruhe. Anschliessend war Spielen bei den Kindern angesagt, die Erwachsenen sprachen über Langzeitreisen, Politik, Biogemüse und Vegetarier... Irgendwann war es dann wieder eher spät und die Kinder wurden ins Bett gebracht. Bei einem feinen Linsenboulgourapfeltraubenpepperonieintopf der Roger heute Nachmittag vorbereitet, gekocht und ins Bett gelegt hatte, liessen wir Erwachsenen den Abend im grossen Wohnabteil des deutschen Wohnmobils ausklingen.

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  • 13Aug 2012

    31 Schwarzes Meer - Jupiter 08/13/2012 Romania —

    Jupiter, Romania

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    13. August: Ganztagesfahrt Murighol-Jupiter
    Lisa, unser GPS zeigte morgens 3.12h an. Gut, dachten wir, dann also noch ein Stopp in Rumänien, ganz im Süden am Schwarzen Meer. Zum Baden, Sändelen, Waschen, Internet. Also warum nicht in so ein Touristenort, wo mehrere Zeltplätze zu Auswahl sein werden und wir fragen können, ob alles funktioniert, bevor wir einchecken. Schon kurz nach zehn Uhr fuhren wir los. Schon in Murighol erwischten wir einen falschen Abzweiger, wollten kleine Strassen auf die grosse zurück nehmen und standen bald vor einer riesen Wasserlache mitten in der Schlammstrasse. Naja, die vorher herrschende Trockenheit hatte also auch Vorteile. Ein älterer Mann kam und wollte uns unbedingt den Weg erklären, zeigte anschliessend eine Münze und fragte, ob wir eine für ihn hätten. Ich gab ihm all meine 10er, also im ganzen wohl nicht mehr als 1.60 Lei (ca. 40 Rp.). Der gute Mann kriegte richtig wässrige Augen und strahlte über das ganze Gesicht, musste also recht viel sein für ihn. Nach holprigen Strassen und einigen ergebnislosen Versuchen an einen der Seen des Deltas zu kommen kamen wir nach Constanza. Alle wollten unbedingt eine Pause und als wir einen Riesen-Carrefour mit Brick-Shop sahen beschlossen wir, da noch einige Lei loszuwerden. Im Brickshop hatte es aber leider keine Klebebuchstaben, mal sehen ob wir das Bonabusbeschreibeprojekt irgendwann nach einer Waschstrasse mit Isolierband verwirklichen können. Im Carrefour hatte es noch viele andere, bekannte Geschäfte, ein richtiges Shoppingcenter. Und das Beste daran: Mit Foodcourt. Wirklich, wir, die Spiesslis liefen freudestrahlend zu KFC und assen Fritten mit Poulet. Da weiss man wenigstens, was man bestellt. Alle hauten rein, ausser Luo. Er begann sich wieder über Bauchweh zu beklagen, wurde immer weisser. Auch zwei Ausflüge auf das öffentliche WC brachten nichts. Als er sich dann zu krümmen begann, nahm ich ihn auf den Arm und liess die anderen zwei weitershoppen. Luo wusste nicht, ob er bald erbrechen müsse und wir suchten verzweifelt einen Ausgang. Am Ausgang beugte er sich dann vornüber und bald kam ein Security… es blieb aber alles drin, ich nahm ihn wieder hoch und wir liefen schnellstmöglichst zum Bonabus. Zu Hause sass er dann auf dem Portapotty, mit Becken vor sich und wir warteten, bis die Krämpfe vorüber waren. Arsenicum Globuli halfen mit und schon bald fühlte er sich besser, begann sogar zu spielen. Als Roger und Rui zurückkamen, setzte sich dann der Papi gleich aufs Klo und erzählte, dass er sich plötzlich nicht besser gefühlt hätte, als sein Sohn. Rui war übrigens suuper, hat Roger im Laden enorm unterstützt und mit seinem extremen Orientierungssinn auch beim Suchen von Dingen im Dschungel des Riesenladens geholfen. (Tobi, rings a bell? Gehört wohl einfach zum Reisen… Rumänien wir China…)
    Dann waren alle Wellen abgeebbt und Roger setzte sich wieder ans Steuer. Vorbei an Verkehrsumfällen, vielen Krankenautos in Constanza und runter die Küste kamen wir schliesslich nach Jupiter. Der Zeltplatz scheint ganz schön voll zu sein, ist aber perfekt. Gleich stellten wir das Vorzelt auf, da es nach Gewitter aussah. Tatkräftig halfen die Jungs mit beim Einpacken für den Strand, wo wir ausgiebig picknickten und einen Bach gruben (Erosionslektion zweiter Teil). Soo viele Sonnenschirme hier, mal sehen, wie das am Tag wird.

    14. August: Gegensätze in Rumänien
    Heute war wieder mal ein richtiger gemütlicher Tag: Wäschewaschen, Internet, Strand am Nachmittag. Anschliessend wollten wir auswärts essen gehen. Auf dem Weg zurück zu den Hotels kamen wir an einer Bude vorbei und kauften eine Tüte kleiner ganz frittierter Fische und eine mit in Bierteig frittierten Calamareringen (Tintenfisch), das alsbald verspeist war. Leider hatten wir nicht mehr Lei um uns den Bauch ganz von solchen Dingen vollzuhauen. Ebenfalls wollte kein Restaurant unsere Visacard. Deswegen landeten wir bei einem Topf Pasta im Bonabus, alle bis dahin schon ziemlich müde und fast hässig vor Hunger.
    Aber, was heute unsere Gemüter mehr bewegte, war:
    Luo: Warum gibt es Wellen. Wer hat das Wasser gemacht. Usw.
    Roger und ich: Was ist das für ein Land, hier? Kann das das gleiche Land sein wie das Land der ärmlichen Bevölkerung, die wir bisher erlebt haben? Kiesstrassen, einfachste Häuser, Kutschen aus fehlenden finanziellen Möglichkeiten. Und hier: Touristenmeile, wie wir es eigentlich nicht wirklich für möglich gehalten hätten, die Ungarn in keiner Weise nachstehen, und wohl auch nicht der Küste der Adria (auch wenn weder Roger noch ich solche je wirklich gesehen haben): Gummischlösser, Karrussels, Tütschibahnen für die Kinder, Ein Sonnenschirm reiht sich am anderen, Restaurants, Kutschen zum reinen Zeitvertrieb und als Taxi für „Faule“, ebenfalls ein kleines Zügli wie im Kinderzoo für denselben Zweck. Der Zeltplatz hier kostet hier beinahe 20 Euro, wie eigentlich nie bisher in Rumänien. Aber, wer ist hier auf dem Zeltplatz? Nicht wie bisher Italiener, Franzosen, Deutsche, sondern vorwiegend Rumänen. Niemand kann hier Fremdsprachen, alles ist auf rumänische Touristen ausgelegt. Aber, woher kommen diese? Aus den grossen Städten? Woher haben die so viel Geld, für eine Pedalofahrt vier Franken die Stunde auszugeben? (Eine Mahlzeit für eine Person kostet andernorts gleich viel).

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  • 15Aug 2012

    32 Bulgarien 1 08/15/2012 Bulgaria —

    Balchik, Bulgaria

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    15. August: Fahrt nach Bulgarien
    Morgens war schon um halb elf Abfahrt, ich am Steuer sagte klar, dass zwei Stunden heute reichen würden. Zu oft sind wir in letzter Zeit lange gefahren. Nach dreiviertel Stunde waren wir an der Grenze zu Bulgarien. Nach einer halben Stunde hatte dann Roger eine Vignette für die Strassen hier. Aber er war nicht gerade begeistert, als er zu uns im Auto zurückkehrte (unterdessen hatten die Jungs einen kleinen Kurs über die Schweizer ID und ihre Sicherhietsfunktionen, ich dachte, man solle die Zeit irgendwie sinnvoll nutzen ;-) Roger meinte also, dass die Leute an der Grenze sehr unfreundlich gewesen seien und alle keine Fremdsprachen gesprochen hätten.
    Dieser erste Eindruck bewahrheitete sich, wie sich bald herausstellte, nicht! Die Strassen sind hier generell besser als in Rumänien, die Häuser wenn auch ärmlich, scheinen irgendwie anders. Vielleicht hat das aber auch nur damit zu tun, dass es in der letzten Woche geregnet hatte und alles nun grüner wirkt.
    Wir fuhren mit einem kleinen Zwischenstop nach Balchik. Auch hier auf dem Lande Pferdekarren, öfter als in Rumänien sehen wir auch Esel. In Balchik übernahm Roger das Steuer um den Bonabus rückwärts nach oben in eine Parkluke hineinzupassen. Dann machten wir uns auf dem Weg erstens Geld abzuheben und zweitens zu Essen. Und, ich sage euch, das war eine Schlemmerei! Die Bulgaren mögen das Essen, ganz wie wir. Richtig sympatisch: Fisch, Fleisch und vor allem: Gemüse kommt hier auf den Tisch! Bei einem anschliessenden Spaziergang zu einem Strand (die arme Familie musste wegen mir zu einem weiter weg), sahen wir einen Ungar vor seinem Womo, direkt an der Mole. Dorthin holten wir alsbald den Bonabus. Inzwischen war es Abend geworden, wir Picknickten auf einem Pier und schliefen anschliessend bei Wellenrauschen.

    16. August: Albena mit dem Fahrrad und den Kickboards
    Dieselbe Uferpromenade, die am Bonabus vorbeiführt, scheint weit zu reichen, dachten wir uns. Und so schnallten wir die Kindervelos vom Bonabus (die übrigens allen Unkenrufen zum Trotz noch unbeschadet da sind) und Roger und ich quälten uns auf die Kickboards. Ja, quälten, denn der Beton war manchmal seeeeeeeeeehr holperig und unsere Kickboards haben ja so kleine Räder – die werden wir bei Gelegenheit durch solche mit etwas grösseren eintauschen, der Platz sollte reichen. Nach 6 km Velofahrt kam ein Stück verschüttete Strasse, die wir kletternd auf einem Trampelpfad bezwangen, die Jungs alleine und wir mit Kickboards und Velos beladen. Dann folgten wohl nochmals zwei Kilometer ziemlich zugewachsene Betonstrasse. Kaum einen Menschen sahen wir, der Küstenwind linderte die Hitze. So waren wir dann alle strandhungrig, als das Ferienresort Albena in Sicht kam. Gerade am Anfang des Sandstrandes liessen wir uns nieder, wo noch keine Sonnenschirmreihen stehen. Nach ausgiebigem Baden und Tauchen (Rui ist eine Wasserratte, mal sehen, wie lange es dauert, bis er schwimmt), bauten wir diesmal Kanäle, Löcher und Krokodile mit Muscheln und Sand. Hungrig stürzten wir uns danach ins erste, noch nicht so touristische Restaurant und verschlangen Miesmuscheln und Calamaris. Der Rückweg danach forderte nochmals viel, vor allem Luo war sehr an der Grenze. Nichtsdestotrotz wollte er unbedingt den Garten der ehemaligen Rumänischen Königin Maria ansehen gehen, in dem von aussen sichtbar ein Wasserrad drehte. Dies hatten die Jungs wohl auch verdient und so liessen wir uns dazu bewegen. Diese Gegend hatte übrigens bis vor den Weltkriegen zu Rumänien gehört, die Leute sind noch immer nicht ganz versöhnt mit den Gebietsumteilungen in dessen Folge (ergaben Gespräche mit unserem Womo-Nachbar, dem Ungar, vor allem das grosse Österreichisch-Ungarische Habsburgerreich musste ja bekanntlich viel Federn lassen).

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  • 17Aug 2012

    33 Burlgarien 2 08/17/2012 Bulgaria —

    Pomorie, Bulgaria

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    17. August: Fahrt nach Promorie
    Morgens wurden wir (und wohl vor allem Rui selbst) wieder mal von einem Rohrschaden im Kinderzimmerbereich geweckt. Roger und Rui (da Rui-Papitag) starteten alsbald eine grösser angelegt Putz- und Waschaktion auf dem wilden Camping an der Uferpromenade. Klar, dass da die Leute noch mehr zu gucken hatten als eh schon. Luo liess die ganze Aktion zur Frage hinreissen, ob der angrenzende Graben wohl extra dazu gemacht worden sei, das schmutzige Wasser aus dem Handwaschbecken abzugiessen?
    Ich querte derweil das Dörfchen mit Kickboard und auf Treppen, auf der Suche nach einem Post-Office. Nicht ganz einfach, wenn man die Kyrillische Schrift nicht lesen kann, und wenn man das auch noch könnte, es wäre ja noch immer Bulgarisch. Unser Bulgarienführer seinerseits hat aber bei weitem am wenigsten Sprachhilfe, geschlagen von allen bisherigen. Und einen Womoführer gibt es von Bulgarien auch nicht, Zeltplätze übrigens auch kaum, wir sahen bisher ein bis zwei. Also üben wir uns im selbst-Plätzchen-Finden.
    Meine lange Abwesenheit ermöglichte es Rui, doch noch mitkommen zu können, als wir anschliessend zum Baden aufbrachen. Denn er hatte so fleissig mitgeholfen, dass Roger wie der Blitz mit Putzen fertig war. Rui war total happy und tauchte wie wild, kaum, dass er zum Luftholen aus dem Wasser kam. Das seichte Ufer hier und das klare Meer ermöglichen solche Schwimmübungen perfekt. Luo strampelte derweil wie wild mit der Schwimmnudel durch die Gegend. Die beiden sind ganz wild auf solche aufblasbaren Matratzen, Ringe oder was weiss ich. Aus Sicherheitsgründen haben wir aber bestummen, dass sie ein solches zwar haben können, aber erst, wenn sie einigermassen selbst schwimmen können.
    Schon gegen Mittag waren wir (nach einem kurzen Picknick) auf dem Weg weiter nach Süden. In Nesebar machten wir eine kleine Altstadt-Inselbesichtigung und flüchteten anschliessend aus dem Tourismus. Ausserordentlich gut gelang uns dies wider Erwarten und so gelang uns in Promorie nah einer Irrfahrt durch die Halbinsel das Finden eines Parkplatzes gleich neben den letzten Häusern, am Meer und auf Sand. Von hier waren es keine 15 Minuten Fussweg in den Kernbereich des Dörfchens, wo wir ausgiebig dinierten: Drei Vorspeisen, drei Hauptgänge, zwei Desserts, zwei Kaffe und einen halben Liter Wein für 34 Lev (plus 6 Lev Trinkgeld, weils so umwerfend war), also ca. 24 Franken. Bei der anschliessenden gemütlichen Tour durch das wenig touristische Geschehen im Kern wurde es dunkel. Rui hatte etwas Angst, dass der Bus abgeschleppt sein könnte (solchen Schildern sind wir hier begegnet), Luo gefiel das Nachtwandern durchaus. Jetzt sitzen wir hier vor dem Bus und lassen, vollgesprayt mit Mückenmittel, etwas Luft durch denselben. Roger bereitet alles zum Fischen vor, er möchte morgen um sechs Uhr aufstehen.

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  • 18Aug 2012

    34 Grenzübergang Türkei 08/18/2012 Turkey —

    Turkey

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    18. August: Überfahrt in die Türkei
    Schon als Roger den Bus beim Verlassen von aussen schliesst, fragt Rui: „Wohi isch dä Oschi gangä?“ Und dann freut er sich, um acht auch zum Fischen gehen zu können. Bis dann ist er nochmals schön ruhig. Auch Luo hilft um acht ihr Bett aufzuräumen und alles in Tagesform zu bringen. Frisch angezogen stapfen wir los, und sind alsbald bei einem Roger, der einen bulgarischen Knaben zum Freund gewonnen hat, aber keine Fische gefangen.
    Rui kommt, als ich zum Bus zurück gehe um Frühstück zu richten, auch schon wieder des Weges. Überhaupt hat man das Gefühl, dass er meist für die Zukunft lebt und immer dort sein will, wo er noch nicht ist. Auch wenn es diesbezüglich schon viel besser geworden ist, so raubt es uns Erwachsenen viel mehr Nerven, einen Ruitag zu haben, als einen Luotag.
    Bald nach dem Frühstück sind wir auf dem Weg nach Eldovo. Da aber hat es weder den erhofften Supermarkt noch ein vielversprechend aussehendes Restaurant, in dem wir unsere Lev loswerden könnten. Wir wagen es dennoch und halten vor einem Lokal, in dem alle nur vor Getränken sitzen. Und wirklich, was wir kriegen ist mehr als nur essbar und gleichzeitig also himmelweit besser als was wir in Rumänien bei unserem „Notrast“ gekriegt hatten: Gurken-Tomaten-Pepperonisalat mit einigen Oliven und wieder von dem weichen Joghurt-Käse, wahrscheinlich aus Schafsmilch, draufgeraffelt. Daneben noch einige Pommes, nicht knackig, aber frisch, ebenfalls mit Käse darüber. Gestärkt füllen wir unseren Tank mit bulgarischem Sprit, da der in der Türkei sehr teuer sein wird. Die Jungs sind nach dem Essen wieder in den Rückteil gezügelt und schlafen, als wir dann schliesslich über eine Superstrasse zum Zoll kommen. Nach nur dreiviertel Stunden sind wir durch, es hatte kein Auto vor uns und so übertrafen wir alle Erwartungen. X-Mal habe ich vor einem kleinen Häuschen mit Schlagbaum angehalten, wir haben ID, Fahrzeugsausweis, Versicherungskarte mehrmals gezeigt, einmal gar die Pässe. Rui ist wach und schaut sich alles interessiert an. Luo schläft, sogar, als sie uns den Bus auch hinten öffnen lassen und in unsere UTZ-Boxen hineinsehen wollen. Dann sind wir in der Türkei, wo wir wohl zwei Monate verbringen werden. So viel Gutes haben wir gehört, wir sind gespannt, was sich bewahrheiten wird.
    Ein paar Kilometer nach der Grenze sehen wir die erste Mosche mit Minarett in der Landschaft stehen. Der kleine, fast unscheinbare, ästhetische Turm erinnert uns an die lächerliche Abstimmung über das Verbot von Minatetten. Nachdenklich, dass in einem fortschrittlichen Land wie die Schweiz der Bau eines Minarettes per BUNDESVERFASSUNG verboten werden soll, fahren wir weiter ins Landesinnere. Die Strasse ist top, noch viel besser als in Bulgarien (ist das wohl wirklich so, oder scheint uns das nur, weil wir von Rumänien quasi abgehärtet sind?) Nach noch einer knappen Stunde Autofahrt und ersten türkischen Autobahnabschnitten und Verkehrszeichen (ja, viel verständlicher hier, nicht mehr Kyrillisch!) halten wir dank Lisa ohne Umwege im Camping Grand Omür. Vielleicht nicht gerade die Freundlichkeit in Person hier, die Frau, aber es ist OK.
    Wir kochen uns Bohnen und Reis aus den Vorräten. Später ernähren wir einen Mittfünfziger Australier, der alleine auf Velotour von Istanbul nach Athen ist und heute 160km unter die Räder genommen hatte mit den Leftovers, da wir hier ziemlich in der Pampa stecken und der nächste Laden oder das nächste Restaurant weit entfernt sind (er hat weder Essen noch Kocher bei sich?!?).

    19. August: Edirne am Bayram
    Heute ist Bayram. Erster Tag, an dem die Moslems nach 30 Tage Ramadan wieder essen dürfen und Grund dafür, dass wir unbedingt noch gestern die Grenze überqueren wollten . Wir beschliessen es gemütlich zu nehmen das heisst Stadtbesichtigung mit ÖV. Wir besteigen den Bus der Linie 1A, alles klappt wie am Schnürchen. Die Stadt beeindruckt mit den Minaretten, heute aber warten die Jungs vergeblich auf den Muezzin. Als wir am Strassenrand stehen kommt ein Jugendlicher und will in perfektem Deutsch helfen. Auch alleine gelingt es uns aber eine Geldmaschine zu finden, türkische Liras abzuheben und in ein Teehaus in einem Pärkchen zu sitzen. Die Jungs nehmen den dazugehörigen Spielplatz in Beschlag, machen sich eine türkische Freundin. Dann erwischen wir die falsche Strasse und landen in einer kleinen Gasse. Ein Türke kommt und führt uns heraus, lässt uns kurz vor einem kleinen Laden stehen und bringt zwei Schokobarren für die Jungs, knutscht sie ab und verschwindet auf unser Beteuern, nun zu wissen, wohin wir wollen (na, wohin wollen wir denn?). So ist das, alle sind fröhlich am Bayram. Luo weiss nun, warum er sein neues Hütchen auf hat. Rui mag das Hütchen, aber Luo ist froh, dass es ihm einen gewissen Schutz vor überschwänglichen Erwachsenen hier bietet. Auch wenn Rui versucht seinen Bruder, der solches in keiner Weise schätzt zu helfen, muss auch Luo sich wohl gewöhnen.
    Später essen wir die Spezialität des Städtchens in einem Lokal, an einem Tisch auf der Strasse, wie alle anderen auch: Frittierte Kalbsleber, frisches Brot, frischer Salat, Joghurt und Zwiebel. Danach spielen die Jungs Touristen und knipsen frohgemut, was wiederum Heiterkeit bei den Türken auslöst. Sie sind auch zu knuddelig, mit ihrer Ernsthaftigkeit, ihren Kameras, Brillen, Hütchen…
    Nach einer kurzen Suche und einem aufdringlichen, fast agressiven Bettler, der Roger am Rucksack gezerrt hat (am Bayram sollte man wohl wirklich was geben, ist schliesslich eine der fünf Säulen des Islams, das Almosengeben), finden wir den richtigen Bus zurück zum Zeltplatz.
    Bemerkung: Bislang machten wir nur zweimal mit Bettlern Bekanntschaft. Einmal in Budapest (HU) und einmal in Zernesti (RO). In Budapest war es eine alte gebrechliche Frau, in Zernesti drei kleine Knaben, welche kurz nach dem Betteln von einem Anwohner beschimpft und vertrieben wurden. In der Türkei wurden wir schon mehrfach und hartnäckig von Bettlern angesprochen. Was in Westeuropa unanständig und verachtet ist, ist in der Türkei wohl ein Teil der Kultur, bzw. der Relegion…

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  • 20Aug 2012

    35 Kıyıköy 08/20/2012 Turkey —

    Kıyıköy, Turkey

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    20. August: Fahrt ans Schwarze Meer zurück
    Heute bleibt uns nur noch wenig zum Frühstück. Da gestern so viele Läden aufgrund des Bayrams geschlossen hatten, vertagten wir das Einkaufen. Aber der Zwieback mit Margarine und Honig ist der Renner und am Schluss sind alle satt. So gondeln wir, diesmal mit Roger als Fahrer, auf die Strasse. Alsbald halten wir an einer Shell-Tankstelle. Ich versuche eine Autobahncard zu kriegen, Roger spritzt den grauen Bonabus weiss. Ein zweiter Halt gilt dem Migros MMM, wo wir einen Rieseneinkauf tätigen. Schliesslich wollen wir an die wenig besiedelte Küste, bis wir uns am 27. mit Nurdan in Istanbul verabredet haben. Um drei sind wir endlich in Kiyiköy. Hier reisen wir bis nach Istanbul wieder mit Hilfe des Womoführers. Dies nimmt uns einiges Suchen nach einem Übernachtungsplatz ab. Nach Istanbul wollen wir noch die Schwarzmeerküste hoch, nach Kappadokien. Ob dann über das Mittelmeer oder über Ankara gen Westen nach Izmir, wo wir Nani und Neni treffen werden, ist noch ungewiss. Sicher ist, das wir eine Telefonkarte für den Compi kaufen wollen, damit wir nicht auf die Zeltplätze angwiesen sind (W-Lan). Wenn die Waschmaschinen sowieso eher schlecht als recht funktionieren, das Internet meist gerade eine Störung hat und die Sanitäreinrichtung eher schlecht als recht sind können wir, sofern wir unser Porta Potty ab und zu leeren wollen, auch weitgehend auf diese Einrichtungen verzichten.
    Am Hafen stellen wir unseren Bus ab und gehen zu Fuss zum Ort hoch. In einer kleinen Lokanda serviert man uns trotz fortgeschrittener Nachmittagsstunde Köfte mit Salat und Joghurt, dazu frisches Brot. Danach suchen wir uns beim Abstieg in den Hafen ein geeignetes Plätzchen von oben. Hier hat es soooo viele Leute, die ihren Bayram feiern. Überall hat es Autos, Feuer, Zelte. Unterwegs bringe ich meine angeeigneten Türkischkenntnisse an den Mann, siehe, man versteht mich! Klar müssen wir noch kurz nach vorne ans Meer, das heute recht aufgeraut ist. Rui und Luo spielen und baden, Roger und ich passen auf, immer gewahr, dass eine Welle grösser sein könnte… Dann beginnt es zu dunkeln, wir braten Rindsfleisch (gut, dass die Moslems kein Schwein essen, nach Ungarn und Rumänien ist das so ziemlich verleidet!), viele Leute verlassen den Ort. Jetzt ist es beinahe elf Uhr, einige Feuer brennen noch auf der Wiese, eine Disko plärrt vom Dorf auf dem Hügel herab türkische Musik, die für uns momentan noch immer gleich tönt. Übrigens hört man hier den Lautsprechermuezzin von der kleinen Moschee oben recht gut.

    21. August: Strand und verschleierte Frauen in Kiyiköy
    Im Lonelyplanet-Reiseführer steht nicht viel über dieses Kaff hier. Aber es steht, dass am Dienstag ein toller Markt sei. Da wollten wir also hin. Leider war um elf noch nichts los und deshalb spazierten wir weiter auf die andere Dorfseite und wieder runter ans Meer. An diesem riesigen Strand waren hunderte von sonnenbadenden Menschen. Mir war es aber egal, dass wir die Badesachen nicht dabei hatten. Unter all den verschleierten Frauen wäre ich mir sehr komisch vorgekommen. Viele gingen mit mindestens kurzen Hosen und T-Shirts ins Wasser, einige hatten Ganzkörperverschleierung auch im Wasser. Die Jungs konnten auch in ihren Unterhosen plantschen, dafür sind in den Ersatzsachen im Tagesrucksack immer zwei neue drin. Nach einiger Zeit hatten wir genug Sonne und genug Leute und wir machten uns auf den Rückweg. Beim Bonabus machten wir ausgeibig Mittagspause mit Mittagschläfchen. Anschliessend lag nochmals Strand (kleiner Strand in unserer Nähe) drin, ich badete lieber mit Schwimmerbadehose und Volleyballhose darüber. Irgendwie wäre ich mir im Bikini fehl am Platz vorgekommen.
    Abends stand dann plötzlich Jörg vor uns. Sie waren wirklich noch in Kiyiköy und hatten unser SMS gesehen, standen allerdings auf der anderen Dorfseite (also in der Nähe des grossen Strandes).

    22. August: Verlängerung in Kiyiköy
    Heute war die „längste“ Fahrt bisher – von einer Seite des Dorfes auf die andere rüber. Wir fanden ein Plätzchen vis à vis von Jörg, Ute, Lotte und Willi, umso besser, als gestern ja der letzte Tag vom Bayram war und beinahe alle wieder zurückgekehrt waren. Lange Zeit verbrachten wir wiederum am Strand, langsam sind wir richtig braungebrannt. Gegen Abend ging ich mit Ute nochmals ins Dorf hoch und wir kauften frisches Gemüse für Salat und frischen Börek.
    Abends setzten wir uns noch ans Feuer, tranken Raku und lachten, vor allem als dann noch zwei türkische Zeltnachbarn zu uns stiessen und mit Händen, Füssen und Wörterbüchern weitergesprochen wurde.

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  • 23Aug 2012

    36 Schock Güsel! 08/23/2012 Turkey —

    Turkey

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    23. August: Kiyiköy-Ormanli

    Etwas später als Spiesslidurchschnitt verliessen wir unser Plätzchen und fuhren im Konvoi los. Beide Autos hatten ein Funkgerät, so konnten wir gemeinsam die „Piste“ suchen, auf der wir der Küste nachfahren wollten. Dafür war es einfach super, zu zweit zu sein. Dennoch nahmen wir irgendwann eine falsche Abzweigung, denn nicht nur das Fahren wurde auf den Holperstrassen immer schwieriger. So mussten wir einmal gar mitten auf dem Weg kehren. Was für uns schon schwierig war, war ungleich schwieriger für die deutsche Crew in ihrem 40cm breiteren und wohl ein Meter höheren Womo. Später kamen wir plötzlich ganz ans Meer runter. Leider stellte sich die Stelle nicht nur als Sackgasse, sondern gar als Private Property heraus. So mussten wir nochmals zurück… Auf der Asphaltstrasse angekommen fuhren wir weiter Richtung Istanbul und kamen etwas mehr als eine Stunde an einen schönen, langen und heute nicht allzu bevölkerten Sandstrand. Hier wollten wir bleiben, kochen, essen, Meer geniessen… Letzteres war leider etwas schwieriger als am letzten Ort, hier sind die Wellen ungleich grösser und an ein Schwimmenüben ist nicht zu denken. So müssen damit unsere zwei Fröschli wieder warten. Auch Luo taucht seit vorgestern wie verrückt. Beide kommen kurz zum Atmen nach oben, tauchen wieder ab. Rui schafft oft sogar nicht nur den Armzug, sondern auch den Beingleichschlag.
    Noch einige Luo-Sprüche als Abschluss: „Ich sammle ganz viil Muschle, tue die in än Chübel. Für d’Elin. Denn gib ich de Chübel de Sabina und si chann denn Schüttle, bis es Sand het für d’Elin.“ (Roger hatte Luo nämlich neulich erklärt, dass Muscheln und Steine in der Brandung Sand ergeben, irgendwann. Luo hat also Muscheln und Steine gesammelt, die vom Meer und den Wellen erfassen lassen, setzte sich davor und wartete, bis es Sand wurde…)
    Noch was von Luo: „Gell min Götti Andi weiss alles, aber er weiss nöd, dass ich scho so guet mit Messer und Gable esse.“

    Ormanli wurde uns von Türken als sehr schön empfohlen, was auf türkisch Cok güzel [schok güsel] heisst. Als wir den vielen angeschwemmten Abfall auf dem schönen, feinen Sandstrand sahen, dachten wir dann auch oh Schock, so viel Güsel ...

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  • 24Aug 2012

    37 Waschen und Auspuff schweissen 08/24/2012 Turkey —

    Silivri, Turkey

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    24. August: Ormanli –Selimpasa und die Suche nach einem geflickten Auspuff
    Wiederum war es gegen halb elf, als sich die beiden Wohnmobilgefährte gemeinsam vom Schwarzen Meer ans Marmara Meer machten. Diesmal fuhr ich, auch wenn ich es eigentlich gar nicht mag, von jemandem, der hinter mir fährt gestresst zu werden.
    Der Zeltplatz hält, was er in den Reiseführern versprach: Schöne sanitäre Anlagen, Waschmaschine, teuer, leider aber kein Internet. Eine gekaufte Prepaidcard von Turkcell lässt sich aber nicht so einfach in ein Abo umwandeln wie gedacht, deshalb klappt auch dieser Versuch ans Internet zu kommen nicht.
    Die Suche nach einem Otoservicis, der unseren Auspuff flickt oder, wie es eigentlich Rogers Wunsch wäre, auswechselt, gestaltet sich schwierig. Ein von Jörg ausgelehntes Buch hilft. Dennoch schickt man uns zum TÜV-Abgastestcenter, bevor ich jemanden dazu bringe, unter den Bus zu kriechen und sich die Sache mal anzusehen. Zur Sicherheit, damit der Auspuff nicht runterstürzt und den Busboden perforiert hat ihn Roger nämlich ganz vom Topf weggeschoben und angebunden. Jetzt werden wir verstanden und wir vereinbaren einen Termin für morgen, neun Uhr, um das Rohr wieder anzuschweissen. Danach kehren wir zum Camping zurück, wo wir für alle Fälle das Zelt mit den Schlafsäcken zurückgelassen haben. Rui und Luo wollen natürlich nicht im Bonabus schlafen, auch wenn der hier ist. Ich fliehe nach der halben Nacht aus dem wohl sehr geräumigen Zweierzelt. Aber erstens ist es weit über 25 Grad und zweitens wirft sich Rui neben mir im Schlaf von der einen auf die andere Seite.

    25. August: Selimpasa Luxuszeltplatz zum Hausputz genutzt
    Mehr als zwanzig Euro kostet der Zeltplatz hier. Richtig mitteleuropäische Preise. Deswegen sind die zwei Wohnmobile aber auch so ziemlich die einzigen Gäste. Nach dem Frühstück fährt Roger mit dem Bonabus zum Otoservicis. Die Jungs und ich bleiben zurück, machen gemeinsam den Abwasch. Während die zwei Kleinen mit Willi spielen, hänge ich die Wäsche auf und anschliessend gehen wir in den Pool. Rui übertrifft sich selbst, springt mit Anlauf mit der Schwimmnudel hinein, aber auch Luo schwimmt nun oft mit der Schwimmnudel alleine. Gegen Mittag ist dann Roger wieder da, das Schweissen hat umgerechnet wohl 25 Franken gekostet. Adi-Helpline kabelt, dass wir nun fahren können, bis der Auspuff dröhnt. Wunderbar!

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  • 26Aug 2012

    38 Istanbul 08/26/2012 Turkey —

    Fatih, Istanbul, Turkey

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    26. August: Die leeren Strassen von Istanbul
    Jetzt sitze ich im Bonabus mit Blick aufs Marmarameer, eine Brise kühlt die heissfeuchte Luft ab. Die Jungs schlafen erschöpft, sie haben es wieder mal super gemacht. Was wir heute alles ansehen konnten von Istanbul! Dafür sind wir aber auch ganz früh aufgestanden: um 4.45 klingelte der Wecker. Wir standen auf und bemerkten, dass es noch absolut dunkel war und nicht, wie erwartet, schon tagend. Naja, da wir schon mal wach waren bauten wir um und fuhren mit den Kindern im Bett zum Tor des Zeltplatzes. Ganz so sicher, dass uns wirklich jemand aufmacht, waren wir nämlich nicht. Rui wachte übrigens beim Anlassen des Motors auf und war ganz interessiert dabei und nicht mehr zum Schlafen zu bewegen. Der Wächter kam, nachdem ich ihm durch das Mückennetz ins Gesicht geleuchtet hatte und schloss auf. Ganz dunkle und ziemlich leere Strassen erwarteten uns, nachdem wir die Jungs nun ordnungsgemäss in ihre Sitze verfrachtet hatten. Nach einer halben Stunde waren wir schon, den Strassen nach zu urteilen, mitten im Gewühl. Verkehr hatte es immer noch beinahe keinen, Roger meinte sogar, dass auch ich Istanbul so ohne Nervenzusammenbruch hätte fahren können. Dank unserer Lisa (GPS) gelangten wir direkt ans Ziel. Wir können uns echt nicht vorstellen, solche schwierigen Aufgaben ohne unsere Lieblingslisa zu bewältigen (obwohl, wenn sie uns mal wieder unnötig auf Kiesstrassen oder Umwege schickt, dafür gibt es einen Spruch: Lisa, ich kriag a Krisa (Bündnerdeutsch notwendig).
    Jetzt hat gerade der Muezzin der vielen Moscheen begonnen, also die Lautsprecher. Einige Dezibel, die so in die Umwelt gelassen werden, da sind Kirchenglocken gerade leise dagegen.
    Beim Abstellen des Motors öffnete auch unser Luo die Augen, ausgeschlafen, wenigstens er. Wir frühstückten unser gewohntes Müesli mit Joghurt, das uns schon ein kleines Vermögen gekostet hat. Aber diese Brote muss man frisch essen und die Familie Spiess braucht nach dem Aufstehen umgehend was in den Magen.
    Punkt neun Uhr standen wir anschliessend vor der blauen Moschee. Wahnsinn, dieses Gebäude. Aber von Innen wird sie klar von der nebenan liegenden Hagia Sophia ausgestochen, die beim Äusseren nicht mithalten kann. Wir sahen uns beide an, und weil die Jungs anschliessend noch nicht genug hatten auch gleich noch die Basilika-Zisterne, die ebenfalls in Justinians Zeiten erbaut worden war. Dann waren wir etwas müde, schlenderten Richtung Goldenes Horn (Meerteil) und ergatterten schliesslich Sitzplätze in einem ansonsten leeren Strassenrestaurant. Dort bestellten wir (ungeachtet dessen, dass es noch vor elf Uhr war) zwei Kebabmenus. Die Jungs assen allerdings nicht gut, es war ihnen eindeutig zu fettig (Rui würgte es beinahe, er, der immer alles isst – heutzutage). Als dann gemütlich die Beine ausgeruht wurden und die Jungs ihre Onkeldoitagebücher hervornahmen und mit zeichnen begannen, kam der Wirt und zeichnete für unseren Rui ein komplettes Stilbild. Mit ungewöhnlicher Konzentration machte sich dieser anschliessend daran, das ganze zu kolorieren.
    Nach einer Mittagspause mit obligatorischem Mittagsschlaf (nur diesmal schliefen alle) im nahestehenden Bonabus gönnten wir uns einen frischen Salat aus unserer Kühlbox. Der morgens noch verwaiste Parkplatz war übrigens extrem vollgepackt zu der Zeit. Da heute Sonntag war, hatte der Grosse Basar danach leider schon geschlossen. Auch die meisten umliegenden Geschäfter schlossen schon. Gerade richtig um zu viert durchzuschlendern. Roger kaufte sich eine Herrentasche, alle vier erfreuten sich an hervorragendem Dürüm. Die Jungs schlossen wieder diverse Bekanntschaften, alle wollen sie fotografieren. Rui ist dies egal, Luo versteckt sich gewöhnlich hinter einem von uns drei, langsam gewöhnt er sich aber auch daran. Die zwei sehen aber auch richtig knuddlig aus mit Brille und Hut.
    Nach einer Honigmitnüssen Pause unten am Bosporus (bei einer stark befahrenen Strasse) machten wir uns zu Fuss auf den Heimweg. Durch den Topkapipalast angrenzenden Park, durch kleine Strässchen und wiederum vorbei an der Blauen Moschee. Nach einem Fussbad (wir waren ja den ganzen Tag in Fliplops (Eltern) und Sandalen (Jungs) unterwegs, fanden die zwei kleinen Touristen schnell den Schlaf.

    27. August: Istanbul mit Nurdan
    Nein Andrea, wir haben kein Heimweg, gar nicht. Vielleicht hätten wir’s gerne etwas kühler und dass wir morgen wieder mal eine Dusche brauchen, das ist klar. Aber ansonsten… Es gibt so viel zu erleben!
    Heute hat unser Bus eine Anschrift bekommen. Fahrerseite: „Träume nicht dein Leben …“ Beifahrerseite: „… Lebe deinen Traum“ und Motorhaube „Lust auf LEBEN*“. Sowas und auch ein Brillenkauf für 75 Franken ist in Istanbul mit Kenntnissen von Lokalen möglich! *Slogan eines österreichischen Kurhotels (Hubertus), von welchem Roger gerne die Plüsch-Finken im Bonabus trägt.
    Nachdem wir um halb acht schon alle vor Hitze nicht mehr schlafen konnten, waren wir wohl schon vor neun unterwegs. Wir genossen die touristenlosen Strassen und die aufbauenden Händler auf dem Fussmarsch von unserem Parkplatz zur Galatabridge. Diese muss ja am Tag sehr crowded sein, am Morgen war es aber wunderbar auf dem unteren Stock an den menschenleeren Kaffees und Restaurants vorbeizugehen und den Fischern auf dem oberen Stock neben der Fahrbahn zuzuschauen. Mit schweizerischer Pünktlichkeit waren wir um zwei vor zehn am verabredeten Ort und höchstens fünf Minuten später kam auch Nurdan (Bekannte von Martina aus Kreuzlingentagen), also auch mit schweizerischer Pünktlichkeit. Die Dame hat aber auch viele türkische Eigenschaften, was uns heute extrem zu Nutzten kam. Wir genossen den Tag mit Nurdan sehr, alle. Luo (der in den Anfangsminuten eher zurückhaltend gewesen war) stritt bald mit Rui, wer mit ihr sein kann. Zuerst wanderten wir die steilen Gassen von Beyoglü hinauf. Schon bald blieben wir stehen und mit Nurdans Übersetzungskünsten erstanden wir günstig für uns angefertigte Klebebuchstaben für den Bus. Auch beim Turkcellshop konnte das Problem mit der SIM-Karte mit Nurdans Unterstützung nach mehreren Anläufen behoben werden. Der Optiker im Gewühl war etwas komplizierter und Nurdan hiess uns den Laden wieder zu verlassen. Sie meinte, ihr Optiker könne das besser und schneller und günstiger. Zuerst aber stärkten wir uns in einem Kaffeehaus mit Limonade, Kaffee und Börek. Dann nahmen wir Tram, Metro und noch eine andere Metro und landeten in einem Stadteil nahe des Flughafens. Nach einem Fussmarsch von zehn Minuten kamen wir zum Brillengeschäft. Der Optiker hörte sich unsere Geschichte durch Nurdan an, meinte, er könne Luos Gläser nicht für eine andere Brille verwenden, aber seine Gläser seien eher zu gross für ihn, die Nasenteile drücken ihn und die Brille sei stark gebogen und lasse deshalb keine Luft hinein. Er könne uns auf morgen eine Brille mit neuen Gläsern versehen, die er selber hier schleife und die 150 türkische Lira kosten werde (Nurdans Spezialpreis). Der Herr hatte ganze drei Schachteln Kinderbrillen zur Auswahl, wir fanden natürlich bald eine, die uns alle gut erschien.
    Auf dem Rückweg zur Metro kamen wir an einem Strassenhändler vorbei, der endlich neue Crocs für Luo hatte (5 türkische Lira, ca. 2.5 CHF). Auf dem Rückweg waren wir alle müde, Luo brauchte an einem nicht sehr sauberen Ort unbedingt ein Klo und wir kauften überteuerte Trauben (hätten wohl auch hier Nurdan machen lassen sollen). Die Jungs zeigten Nurdan stolz ihr zu Hause, wir tranken ein feines gekühltes Zimt-Nägeli -Getränk und zwangen zwei nicht gerade begeisterte Kinder zu einem späten Mittagsschlaf. In dieser freien Zeit gelang uns die Busbeschriftung mit den gekauften Buchstaben mit Nurdans Hilfe wunderbar. Später gingen wir um die Ecke essen, wobei das Essen vorzüglich schmeckte, Nurdan aber geschockt war von den Touristenpreisen hierherum. Das während dem Essen tobende Gewitter hatte sich fast verzogen, als wir unsere Führerin zum Tram brachten und in der Dunkelheit noch einige Schritte taten. Wenn die Jungs nachmittags geschlafen haben, liegen auch ausgiebige Abendspaziergänge drin. Magic oder mystisch die Stimmung des Springbrunnens, der ständig die Farbe der Beleuchtung wechselt und zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee liegt, vor allem wenn der Muezzin gerade seinen Aufruf zum Abendgebet durch die Lautsprecher sendet.

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  • 28Aug 2012

    39 Istanbul 2 08/28/2012 Turkey —

    Fatih, Istanbul, Turkey

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    28.August: Istanbul macht’s möglich: Neue Brille für Luo
    Um acht weckte ich alle, auch wenn wir alle noch sehr müde gewesen wären. Aber schliesslich hatten wir gestern Abend noch beschlossen, dass wir heute „zügeln“ und den Platz bei der blauen Moschee verlassen. Nicht, weil er uns nicht gefällt, sondern weil wir nach zwei Tagen dreissig Grad in der Stadt gerne eine Dusche hätten. Und die gibt es am kleinen Stellplatz unten am Marmarameer an der Cennedi Cadesi, wie uns unsere Reisefreunde Freibergs gestern bei einem Kurzbesuch in der Ruhephase im Bonabus berichteten. Und später als halb neun wollten wir nicht aus dem Gewühl. Wir fuhren dann doch zwanzig Minuten, eine Strecke, die wir später zu Fuss in nicht mal zehn Minuten zurücklegten. Aber leider gerieten wir in den gepflasterten Gassen in eine sich als Irrfahrt herausstellende enge Strasse (Lisa, ich kriag a Krisa…). Das Frühstück und die anschliessende Dusche taten dann doppelt so gut. Wir gingen den ganzen Morgen sehr gemütlich an und so kamen wir dann erst gegen Mittag wieder in der Altstadt an, als uns quasi schon wieder der Magen knurre. Wir verwöhnten ihn mit Köfte (Fleischbällchen) und Salat in einer von Nurdan empfohlenen Imbissbude. Anschliessend machten wir uns alleine auf den Weg mit Tram und Metro zum Otogar, wo wir auf dem Umsteigebahnhof Nurdan trafen. Gemeinsam holten wir Luo’s Brille. Sie scheint gut zu sitzen, ist bisher noch nicht angelaufen und er scheint glücklich.
    Im naheliegenden Bazar (Gemüsewochenmarkt) kauften wir Feigen, Zwetschgen, Oliven, Mais und viel von den kleinen Salatgurken, die bei uns so beliebt sind. Die Feigen überlebten die Rückreise zum Bonabus ziemlich unbeschadet, auch deshalb, weil es zwar unterdessen nicht mehr regnete, aber dennoch merklich abgekühlt hatte. Von Roger wusste ich, dass er keine Feigen mag, aber irgendwie konnte ich auch meine Zwerglis nicht von ihrer Köstlichkeit überzeugen. Nach sechs Feigen musste ich mich geschlagen geben und ich verschenkte das restliche halbe Kilo an Womo-Nachbarn. Abends machten wir nicht mehr viel, man spürte deutlich, dass heute der dritte Stadttag gewesen war. Vor allem die Jungs mochten nicht mehr. So kochten wir im Bonabus und waren richtig häuslich, auch wenn leider dieser Stellplatz gerade an einer ziemlich stark befahrenen Strasse liegt.

    29. August: Istanbul vom Boot aus, Good-Bye Schwarzes Meer
    Nach einem Fussmarsch zum Schiffsquai Eminönü bei der Galtabrücke trafen wir nach einigen Schwierigkeiten um zehn Uhr mit Nurdan zusammen und kauften Tickets für die Official Public Bosphorus Tour. Dieser Tag entwickelte sich zum Volltreffer: Eineinhalb Stunden den Bosporus hoch, unter den zwei riesigen Brücken hindurch, vorbei an verschiedenen Palästen, von denen Nurdan zu erzählen wusste und so das Lonelyplanet-Reiseführerwissen vervollständigte. Danach waren wir alle froh uns die Füsse vertreten zu können und so wanderten wir zum Castle (Ruinen). Von hier genossen wir den Rundumblick über Istanbul und auf der anderen Seite das Schwarze Meer, dem wir bei dieser Gelegenheit noch „Tschüss“ sagen konnten. Bei einem mitgebrachten Picknick stärkten wir uns und machten uns dann an den Abstieg. Um drei nahmen wir das Schiff zurück, Rui und Luo schliefen eingewickelt in unsere Jacken jeder wohl beinahe eine Stunde auf unseren Armen, wir Erwachsenen genossen das Zusammensein und das Gespräch mit anderen Touristen.
    Wieder in Eminönü angekommen, mussten wir uns von Nurdan verabschieden. Danke nochmals herzlichst für die Zeit mit dir! Übrigens musste ich abends das Caillou-T-Shirt von dir für Rui auswaschen, da es beim Abendessen Flecken gekriegt hatte und er es unbedingt am nächsten Morgen wieder anziehen wollte ;-)
    Nun waren wir ja alle wieder fit und wollten nochmals versuchen, den gedeckten Teil des grossen Basars (den eigentlichen Grand Basar) zu finden und vielleicht auch noch den Teil, in dem sie lebende Tiere verkaufen. Bisher sind wir zweimal morgens vor zehn Uhr durchgelaufen, einmal abends, immer durch Randbezirke. Heute hatte es dann so viele Leute, dass es für die Jungs ungemütlich wurde, zumal man schon mal die Ellbogen einsetzen musste, um weiterzukommen. Also nahem wir die Jungs auf die Schultern und stapften herum. Oben sahen wir dann das Tor des eigentlichen Grand Basars, hier war es weniger gepackt mit Menschen. Zuerst benutzten wir noch ein Klo bei einer Moschee, dann versuchten wir Amélie zum Geburi anzurufen, mussten unser Geburilied aber für uns behalten. Stattdessen kauften wir ihr eine Kleinigkeit, die dann Nani und Neni Ende Oktober mitnehmen müssen (keine Angst es ist wirklich klein!). Nach dem Basar waren wir alle hungrig, es ging auf sieben Uhr zu. Wir suchten ein Restaurant oder eine Imbissbude, nicht unbedingt wieder Kebab. Da erinnerten wir uns an das Chinesische Restaurant in der Nähe, das wir dann aber doch wieder eine gute halbe Stunde im Gassengewirr suchen mussten. Dies war aber allen egal, voller Vorfreude wie wir waren. Luo freute sich auf chinesische Nudeln, Roger auf Sweer and Sour. Und natürlich liessen auch die Jungs es sich nicht nehmen, einen grossen Teil des Essens mit Stäbli zu essen.

    30. August: Topkapi Palast, grosser Basar zum x-ten Mal
    Nach dem Frühstück machten wir uns sofort auf zum Topkapi-Palast, da wir inzwischen wissen, dass der durchschnittliche Tourist erst um die Mittagszeit auftaucht. So hatten wir auch schon das Harem besichtigt, als das Gewühl wirklich begann. Eindrücklich, wie die Sultane hier in den lichten hohen Räumen hausten, die mit einfachen Glasziegeln in der Decke vollends mit Tageslicht durchflutet sind, verstärkt durch die weissen mit Ornamenten verzierten Keramikplättli an den Wänden. Vor allem ist es frappant, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in Westeuropa (Abendland) im Mittelalter (also gleichzeitig) die Könige und Ritter in dunklen und feuchten Burgen zitterten.
    Nach diesem wundersamen Palast assen wir Kebab, wobei wir den Imbissstand wiederfanden, in dem die Dürüms über Holzkohle an den Wänden des Kamins gebacken werden (und wo die Jungs am ersten Tag ein kleines Probiererli kriegten). Anschliessend wollten die Jungs nochmals versuchen, den Ort im grossen Basar zu finden, an dem die Tiere verkauft wurden. Auf dem Weg kauften wir eine Ukuleleartige Minigitarre, die Luo in einem Schaufenster erspäht hatte und die unser kleines Orchester ergänzen wird. Aber auch die Tiere fanden wir heute: Vögel, Fische, junge Hunde, Blutegel (hier kauften wir nichts).
    Fröhlich und voller Erwartung kamen wir zum Bonabus zurück und duschten und warteten auf die Freibergs. Wir hatten verabredet zum Abschluss nochmals ein Pfannkuchenessen zu veranstalten. Auf dem Nachhauseweg war es uns sogar gelungen richtige, pasteurisierte Milch zu kaufen, die Ute für ihre Meisterwerke verwenden konnten. Alle assen sich toll und voll… und vielen anschliessend in einen tiefen (kurzen) Schlaf. Das war also das letzte Mal, an dem wir Freibergs gesehen haben. Macht’s gut, ihr vier, auf eurer Reise, wohin sie euch auch noch führt… (Sie haben 2-3 Jahre Zeit). Waren schöne Tage mit euch zusammen!

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  • 31Aug 2012

    40 Längste Autofahrt bisher 08/31/2012 Turkey —

    Gölbaşı, Turkey

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    31. August: Längste Autofahrt bisher: Ankara erscheint nicht attraktiv
    Wiederum klingelte der Wecker früh: 5.30 Uhr, gerade, als es anfing zu tagen. Luo schlief, genau wie letztes Mal, einfach weiter, als ich ihn in seinen Sitz verquantete. Rui wachte auf und schaute interesseiert, als Roger durch Istanbul kurvte, über die wohlbekannte Galatabridge, über die grosse Brücke, die Europa mit Asien verbindet, hinein in den anbrechenden Tag. Roger fuhr noch weiter, ca. 1.5 Stunden. Dann war Frühstück angesagt, auf einem Parkplatz einer Autobahnraststätte im Bonabus. Martina übernahm danach für weitere zwei Stunden, wonach wir von der Autobahn runter gingen und im Niemandsland einer Steppenlandschaft ein bescheidenes Mal kochten. Zurück auf die Autobahn fuhr dann Roger. Die letzte Strecke bis Ankara (2.5h) schliefen die Kinder wieder hinten im Bus.
    Wir umkurvten Ankara auf der Ringautobahn und es inspirierte uns so gar nicht, diese Stadt zu betreten. Sie liegt, jetzt Ende August, inmitten verdorrter Graslandschaft und scheint einer Stadt in der Wüste ähnlich. Attatürk mag seine militärischen Gründe gehabt haben, als er vor 85 Jahren Ankara zur neuen Hauptstadt der türkischen Republik machte. Aber die Wolkenkratzer, die lieblosen Wohnquartiere darin, das sieht nicht annähernd so toll aus wie Istanbul.
    In Ankara steuerten wir den „Zeltplatz“ an, der in einem unserer Führer beschrieben steht. Einfach, um heute nichts mehr tun zu müssen ausserausspannen, die Kinder spielen, Martina ihren Durchfall kurieren und mal wieder Tagebuch nachzuschreiben. Die Jungs hatten die lange Autofahrt gut gemeistert, haben sich aufs Spielen gefreut. Nun sind wir hier auf dem „Zeltplatz“: Kiesplatz hinter einem Hotel, Poolbenützung, schöne Toiletten und Duschen. Den Pool hatten die drei Männer gut genutzt, waren gar die Einzigen, bis ein Deutscher Reisecar mit Anhänger um die Ecke kam. Kennt ihr das „Rollende Hotel“? Die schlafen alle in diesem Anhänger, ähnlich einem chinesischen Liegewaggon eines Nachtzugs, haben eine kleine Küche… Echt interessant. Da werden Touren auf der ganzen Welt angeboten, diese hier führte wohl durch Georgien, Armenien und Osttürkei.
    Später kamen dann noch zwei Franzosen (älteres Ehepaar). Die sind noch nicht viel länger unterwegs als wir, also seit anfangs Juni. Was sie aber in der Zeit gemacht haben, übertrifft unsere Vorstellungen: Paris, Russland, Mongolei, China mit Peking, Kasachstan, Georgien, Türkei… 32 Wohnmobile in zwei Gruppen mit je 18 Fahrzeugen, mit Mechanikerlastwagen und Arzt.
    Wer sagt nun noch, wir seien Spinner?

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  • 01Sep 2012

    41 Göreme, beautiful Cappadokia 09/01/2012 Turkey —

    Göreme, Turkey

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    1. September: Göreme in Kappadokien
    Das Frühstück und die Aufräumphase wurden dann doch etwas ausführlicher als ursprünglich geplant. Aber eigentlich ist das ja egal, wir haben ja keinen Stress. So um halb elf waren wir on the road, mussten aber erst noch Diesel nachfüllen und den Reifendruck wieder mal messen. Dann fuhr ich bis dort, wo Lisa einen See anzeigte. Dieser See war, so stellte sich heraus ein Salzsee. Klar hielten wir an und packten unsere Crocs, die dem sicherlich standhalten würden, so dachten wir. Frohgemut vergnügten wir uns mit einem Haufen Türken auf der Salzfläche. In einem Salzlakeloch trampelte Luo an der Seite einer älteren Türkin, die ihm hilfsbereit die Füsse mit ihren Füssen mit Salz vollschaufelte. Als unser Strahlemann darauf brav „Teschekü ederim“ sagte (danke auf Türkisch), wurde er gleich abgeküsst, so begeistert war die Frau. Etwas später zog derselbe Luo noch einmal unsere ganze Aufmerksamkeit auf sich, als er in einem tiefen Schlammloch versank und beim Beinherausziehen ohne Crocs dastand. Da war er aber traurig, schliesslich sind diese Schuhe noch keine Woche in seinem Besitz. Mit vereinten Kräften und überaus dreckigen Unterschenkeln gelang es uns wieder Erwarten, den verlorenen Schuh wieder zu bergen.
    Bevor wir weiterfuhren gönnten wir uns Köfte in Brot (Hackfleischbällchenkebab), schliesslich war es schon weit nach zwölf Uhr. Roger brauste danach gestärkt vorbei an Aksaray, wo wir noch einmal Fahrer wechselten. Eigentlich dachten wir, könnten wir auf dem Weg nach Göreme irgendwo eine Nacht stehen. Aber am Salzsee war es dann doch zu unwirtlich um noch einen halben Tag zu verbringen, bis es Abend geworden wäre.
    In Nevsehir versorgten wir uns mit Vorräten, Putzmitteln und anderen Dingen, die ausgegangen waren und fuhren anschliessend noch die letzten Minuten nach Göreme. Wahnsinn, wie unerwartet plötzlich die Strasse abfällt und das wundersame Kappadokien mit seinen mehrstöckigen Höhlenhäusern in den Blick kommt. In Göreme wollen wir länger bleiben und quasi Ferien von den Ferien machen. Da hier noch Touristensaison ist, kann das aber wohl nur auf einem Camping sein. Wieder einmal etwas häuslich werden, ausspannen, einen Ort gut kennenlernen, das ist das Ziel. Wir fanden einen Camping, der uns schön erschien. Etwas teurer als erwartet, aber nahe vom kleinen Ort.
    Schon lange hatten wir unser Vorzelt nicht mehr aufgestellt… Die Spielkiste und Duplotiere warteten…

    2. September: Kraxeln in den Höhlen
    Unschön wurden wir heute von zwei Streithähnen im Kinderzimmer geweckt, ganz anders als gestern, wo sie nach dem Aufwachen einfach zu spielen begonnen hatten. Dafür wurden wir mit einem Frühstück aus Brot und Dreiminuteneiern entschädigt. Eine Rarität, zumindest bisher auf dieser Bonabusreise…
    Gestärkt wanderten wir los (ja, auch die Wanderschuhe hatten lange im „Schrank“ warten müssen). Nicht weit für heute, aber über die Strasse und in die Höhlentürme, die Taubenhäuser und die antiken Grabhölen auf dieser Seite im Ort selbst. Wir kletterten und entdeckten, picknickten und abenteuerten weiter. Schliesslich hatten wir genug für heute und es ging zurück zum Zeltplatz. Von diesen übrigens, so haben wir gemerkt, gäbe es noch einen. Etwas weiter weg vom Ort, trendiger, wohl günstiger. Aber wir sind schon zufrieden hier, ausser mit der Dusche (entweder ist sie saukalt oder brandheiss, eine Herausforderung als Erwachsener und eine doppelte mit Kindern). Hier ist es sehr ruhig, keine Störungen durch andere Touristen, was auch mal gut ist. Rui und Luo spielten heute wiederum wunderbar mit ihren Duplotieren, bauten ihnen Höhlen, gaben Futter, machten Ställe, oder sie setzten sich mit Mina und Gian ins Führerhäuschen und spielten fahren, GPS, frühes Losfahren etc. Ansonsten waren wir heute ruhig. Im Verlaufe des Tages wurde es von sehr kühl bis sehr heiss, weswegen wir dann doch noch im Swimmingpool herumschwimmnudelten.
    Übrigens würde es uns interessieren, wie anders es damals ausgesehen hatte, als ihr, Tom und Almud, hier wart. Wir erinnern uns an eure Fotos, aber da waren sicher noch nicht sooo viele Hotels? Die Höhlen waren wohl schon dieselben ;-) aber die Anfahrt verlief damals wohl eher Rumänien-like, wenn überhaupt...

    3. September: Jetzt ist es doch wieder über 30 Grad warm!
    Richtig ausspannen ist angesagt. Dazwischen handeln wir Achmed um zehn türkische Lira pro Tag runter, denn wir haben wenig Lust, 20 % mehr als die anderen zu bezahlen. Dass man hier auch um Zeltplätze handeln kann, ist uns schlicht entgangen. Ausserdem machen wir einen Einkaufsbummel ins Dorf, holen Gemüse und Nüsse. Beim „Rückweg“ durchs Dorf nehmen wir eine vermeintliche Abkürzung und so wird es dann fürs Mittagessen wieder eher spät. Danach spielen die Jungs super, plötzlich sind die mitgebrachten Duplotiere intereressant. Wir lesen derweil und sind auf dem Internet. Toll, diese Turkcellkarte. Abends laden wir Pius zu Pasta zu uns ins Vorzelt ein. Er, ein Töffahrer auf der „Durchreise“ ist begeistert, wieder mal einen „Schweizer“-Z’nacht geniessen zu können. Rui und Luo dürfen am Tisch noch malen, wir holen dafür gar den Aussenscheinwerfer und Rui erstaunt mit einem schön gezeichneten und perfekt ausgemalten Bild. Wahnsinn, diese Entwicklungsschritte!

    4. September: Wandervögel in Canyon
    Nach dem Frühstück ging’s ab, mit den Wanderschuhen Richtung „Love Valley“. Schliesslich waren wir wieder gut vier Stunden auf dem Weg. Wir kletterten, spielten, picknickten, fotographierten, hatten wieder mal so richtig Spiess-Outdoorspass – ganz zum Vergnügen anderer Touristen, welche die beiden kleinen Touristen bewunderten und sogar als „Tough Hiker“ betittelt wurden! Na ja war ja auch kein Kleks, vergleichbar mit Ruinalta bei 34°C, ohne Schatten und mit allen möglichen Klettereinlagen. Klar, die anschliessenden zwei Kilometer der Teerstrasse entlang zurück ins Dorf waren noch etwas härter und mühsam. Dafür leisteten wir uns einen westlichen Coffeeshop, die Jungs kriegten einen Frozen Caramell-Dingsda und sie liebten es. Nur, leider hatte es kein Klo, aber die stinkenden öffentlichen WCs (no western-style toilets, if you know what I mean, traveller, and it‘s different to use them with kids) gehen ja auch und ich weiss langsam, wie ich die Jung aufheben und zwischen meine Beine klemmen muss, damit auch alles mehr oder weniger ins Loch geht.
    Auf dem Nachhauseweg sind alle sehr Müde von der Hitze und der Wanderung. Nur einer springt und grinst noch. Nein nicht Luo, sondern Rui der springt den Berg hinauf! Diese Reise scheint ihm extrem gut zu tun – uns allen natürlich ;)
    Übrigens darf heute eine Anektote von Rui nicht vergessen werden: Er springt zu Roger, hält ihn an der Hand, läuft neben ihm (der ja sehr an den Händen schwitzt) her und spricht: „Papi, isch mier glich, wenn du schwitzisch. Will schwitze tönt wie Schwiiz und d’Schwiz han ich gern.“

    5. September: Hilfee, Touristen…
    Um sechs Uhr klingelt mein Wecker, Roger dreht sich und ist nicht interessiert. Ich quäle mich auf, schliesslich haben wir es den Jungs versprochen. Und ja, draussen sehe ich Heissluftballone. Ich taumle zurück in den Bus, suche meine Brille und frage, wer nun mitkommen will. Luo springt auf, Rui ist unerwarteterweise etwas gemütlicher. Wir gehen dann schliesslich doch alle, die Jungs im Piji, mit Mina und Gian im Arm. Wenige Meter vor dem Bonabus sehen wir runter: sicher achtzig Heissluftballone. Wahnsinn, woher kommen all die Touristen? Wir sollten heute noch mehr von ihnen zu sehen kriegen…
    Aber zunächst frühstücken wir gemütlich und laufen gegen halb neun ab. Im Dörfchen will der Taxifahrer zehn Lira (fünf Franken), das ist uns aber zu viel für die gut 1000m, also gehen wir wieder zu Fuss (Rui sagt: Wir haben keinen Kindersitz, ihm ist wohl wohler ohne Auto – diese Korrektheit, schweizerisch!). Auf dem Weg sehen wir noch eine Mannschaft, die versucht, ihren Heissluftballon zu testen, scheint etwas heute nicht funktioniert zu haben. Das ist natürlich interessant und so kommen wir dann doch später als gedacht zum Freilichtmuseum. Dort erschlägt es uns beinahe: Busse voller Touristen werden vom Meer hierhergekarrt. Und wir mittendrin. Vor den Felsenkirchen müssen wir warten, Carladungen von Chinesen, Russen oder Polen versperren gerade den Weg. Drinnen darf man jeweils nur drei Minuten bleiben. Rui und Luo halten abwechslungsweise ein Heft in die Höhe, wir dürfen nur hinter ihnen gehen, sie spielen Reiseführer und erklären uns alles.
    Nach diesem Intermezzo sind wir wieder geheilt, wir überqueren schnell den Parkplatz und werden wieder zu Individualtouristen. Ein Trampelpfad führt an kleinen Höhlen und interessanten Gesteinsformationen vorbei. Wir halten uns heute kilometermässig zurück und beschliessen nicht in das einladende Valley darunter hinabzusteigen. Dafür kommen wir an einer Gruppe Türken in einem Aprikosen- und Rebenbestandenen Obstgarten vorbei. Sie graben einen Brunnen, müssen dafür 15 bis 25 Meter tief. Sie erklären, dass Kappadokien immer trockener wird und sie nun versuchen, die Familienplantagen zu sichern. (Das 15 – 25 m tiefe und ca. 1m x 1m quadratische Loch ist natürlich nicht gespriest. Der da unten grübelnde Arbeiter hat wohl ein schlechtes Los gezogen… Naja, die anderen Höhlen, Häuser und bis zu 11 Stockwerk tiefen unterirdischen Städte haben sie füher wohl auch nicht nach SUVA-Vorschrift gebaut)
    Zurück beim Bonabus machen wir es uns gemütlich und beschliessen dann doch, morgen weiter zu fahren. Der ewige feine Sand (Asche des Fulkanes) um und zunehmend im Bus stresst uns zu sehr und dazu sind die Temperaturen hier am Tag momentan sehr hoch (34 Gad), hohe UV-Strahlen…

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  • 06Sep 2012

    42 Ihlara-Vally 09/06/2012 Turkey —

    Belisirma, Turkey

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    6. September: Wundersames Ihlara-Tal
    Schon um 7.30 Uhr wachten wir alle auf, denn heute schien der Wind auf eine andere Richtung zu gehen und ein Heissluftballon kam direkt über unseren Bus. Schnell waren die Jungs draussen um zu winken. Nach einem Frühstück fuhren wir ab, da wir schon gestern Abend alles aufgeräumt hatten. Erstes Ziel war eine „Gas-Fabrik“, aber wie schon befürchtet stellte sich heraus, dass uns niemand unsere Flasche auffüllen wird und eine Kunststofflasche zum Tauschen schon gar nicht hat. Wir werden uns wohl nach einer kleinen türkischen Gasflasche umsehen, die wir noch zuladen können und die dann nach Gebrauch wieder abgestossen wird.
    Zweites Ziel war Derinkuyu. In der unter diesem Städtchen versteckten unterirdischen Stadt lebten zeitweilen bis zu 10‘000 Menschen versteckt. Ca. zehn Prozent davon kann man heute besichtigen. Eng sind die Schächte, die man hinunter steigt. Rui war es wieder einmal zu dunkel, mit etwas zu eng, wir halfen uns mit singen. Praktisch war es auch, denn von der anderen Seite der Gänge hörte man jeweils unser „Tschipfu, tschipfu, Isebahn“ und liess uns den Vortritt.
    Auf dem Parkplatz bereiteten wir uns einen Salat und assen das feine frische, eben erstandene Brot eines kleinen Supermarktes in der Nähe. Ein weiteres Ding, das wir geschoppt hatten, war übrigens drei Meter Gartenschlauch, da wir zufällig an einem „Sanitärgeschäft“ vorbeikamen und Roger den Abwasserschlauch bei Gelegenheit optimieren möchte. Die Leute da haben vielleicht geguckt… passiert wohl nicht alle Tage dass ein Tourist einen Schlauch kauft ;-)
    Bei einer kleinen Mittagsruhepause beschlossen wir weiterzufahren, da wir nicht grosse Lust hatten in über 30 Grad weiter in diesem Städtchen rumzulaufen, auch wenn wir auf diesem Parkplatz sicherlich hätten nächtigen können. Wir rollten glücklich und zufrieden Richtung Westen, Lisa zeigte unbefestigte Strasse, wir hatten in Wirklichkeit aber super Teerstasse und ich fuhr meist achtzig. So wachten unsere Schlafmützlis dann erst auf, als die Ebene sich plötzlich öffnete und ein kleiner Canyon sichtbar wurde. In der ersten engen Kurve das Dorf hinunter übergab ich das Steuer dem Roger, aus Angst, einer käme entgegen und ich müsste rückwärts hinauf zurücksetzen. Wundersam, dieses Ihlara-Tal. Wir fanden hinter einem Restaurant einen halboffiziellen Parkplatz, der zum Bleiben einlud. Nach einem kleinen Spaziergang gönnten wir uns ein Abendessen im nahen Restaurant, auch, damit man uns gut gesinnt wäre. Die Nacht war kühl, wunderbar und willkommen.

    7. September: Acht Kilometer Wanderung
    Nach dem Frühstück packten wir Nüsse, Knäckebrot und einiges Gemüse, das uns geblieben war und machten uns mit den Wanderschuhen auf den Weg. Ein wunderbarer, schmaler, sandiger, teils alpinmässiger Weg führte uns den Bach hinauf nach Ihlara. Oben an der Schlucht wurden wir mit einem Minimarket belohnt, in dem es Brot gab, leider aber kein Wasser in grösseren Flaschen als 0.5l, weshalb wir unsere Rucksäcke für einmal mit Fanta (4 x 2.5l!) füllten (zur Freude meiner drei Männer). Oben gingen wir quer über die steppenartige Wiese. Schon bald konnte man sich nicht mehr vorstellen, dass hier irgendwo ein Tal verborgen sein könnte. Weiter vorne entdeckten wir einen Parkplatz an der brennenden Sonne. Da musste also der zweite Eingang in die Schlucht sein. Und wirklich, mit fast hunderten Touristen stiegen wir die Stufen wieder zur Talsohle hinab. Sie mit Flipflops, wir staubig, verschwitzt und mit Wanderschuhen. Der Rückweg war ebenso faszinierend wie der Hinweg. Die Jungs waren neben den Höhlenkirchen und Höhlenbehausungen vor allem von drei schwarzen Welpen angetan, die uns mehrmals begegneten und die wir liebevoll „Wuschlis“ nennen. Beeindruckend, wie Rui und Luo sich an das strikte „Tiere nicht berühren“-Gebot halten.
    Zum Abschluss von heute noch einen Running-Gag, den wir uns leisten, wenn Kellner von Restaurants versuchen, uns zum Einkehren zu bewegen und dabei all ihre Englischkenntnisse hervorkramen. Sie „Where are you going?“ Wir: „Home!“

    8. September: Ihlara Tal auf die andere Seite
    Die abendliche Besprechung hatte ergeben, dass wir uns hier so wohl fühlen, die verhältnismässige Kühle des Tals schätzen und noch gar nicht weg wollen. Eineinhalb altbackene Brote blieben uns heute zum Frühstück und wenn wir zum Picknick Kartoffeln, Eier und Pepperoni mitnähmen, könnten wir gar noch eine weitere Nacht bleiben. Mit Pepperoni und den Kartoffeln „bastelten“ wir den Kindern ein köstliches „Eis“ – so macht Picknick richtig Spass! So machten wir uns auf, diesmal mit Badehosen im Gepäck, das Tal auf die andere Seite zu erkunden. Hier mussten wir keinen Eintritt bezahlen. Der Weg führte anfangs vorbei an Maisfeldern, später an Kuhweiden, über Steinblöcke und zu einem Ort, an dem wir im Gras (schon lange kein grünes Gras mehr gesehen) picknickten. Später machten wir uns gemächlich auf den Rückweg, wobei wir an einer menschenleeren Stelle alle die Badehosen überzogen, einmal in den kalten Bach tauchten, uns einseiften und wieder tauchten. Geduscht! Und niemanden dabei brüskiert.
    Gegen Abend kamen wir zum Bonabus zurück. Trotz der in den letzten drei Tagen immer wieder ausbrechenden verbalen Aggressionen der Jungs gegen uns : „Blödi Mami“, schlagen und Aggressionen gegeneinander (wir versuchen und nicht provozieren zu lassen, schliesslich hatten wir das nun wochenlang nicht mehr und es könnte ja sein, dass die Phase bald wieder fertig ist), also trotzdem beschlossen wir, hier noch einmal auswärts essen zu gehen. Nicht im selben Restaurant, sondern etwas flussaufwärts. Aber ebenfalls auf einem kleinen auf Pfählen errichteten Hüttchen, mit Dach und Bretterboden, der mit Teppich und Kissen belegt ist und in dessen Mitte ein kleiner Tisch steht. Wunderbar war es, die Aussicht, das Essen, auch die Kinder mehrheitlich, das Unospiel… Nur die Rechnung war ziemlich hoch. Werden wohl mal eine Zeit lang nicht mehr auswärts Essen. Nicht, dass es unser Budget sprengen würde, aber der Preis ist dennoch unnötig hoch. Morgen aber müssen wir erstmal einen grösseren Laden finden und Vorräte auffüllen.

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  • 09Sep 2012

    43 Hochgebirge in der Türkei 09/09/2012 Turkey —

    Çukurbağ, Turkey

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    9. September: Sonntagsfahrt quer durch das Hinterland
    Einen grösseren Laden haben wir dann doch nicht gefunden. Dennoch konnten wir einiges nötiges erledigen. In Güzelyurt kauften wir eine 2l Gasflasche, denn auch hier wollten sie unsere Gasflasche nicht füllen. In Ciftlik, einer kleineren Stadt vor den Bergen, die es zu überqueren gab, fanden wir einen kleinen Supermarkt, wie wir das nun schon öfter angetroffen hatten, ein Tante-Emma Laden quasi, alles in einem Zimmer, was man vielleicht braucht. Da füllten wir unsere Vorräte und fanden alles ausser Margarine und Müesli. Dann fuhr Roger über den schönen Pass. Ein Brunnen am Strassenrand trug das Datum 2012, wahrscheinlich hat es sich zuvor um eine Kiesstrasse gehandelt. Wahnsinn, und wir brausen da quasi über einen Pass, der noch bis vor kurzem kaum überquerbar gewesen war, als Tourist. Im ersten Dorf auf der anderen Seite fanden sich viele Obstplantagen. Am Strassenrand verkaufte ein Junge die Erträge der diesjährigen Ernte. Wir kauften Äpfel, Zwetschgen und fuhren weiter. Ein Dorf weiter fand gerade ein Wochenmarkt statt. Die Türkei kennt den Sonntag zwar allgemein als Feiertag, aber dennoch, hier ist eher traditionelles Land, in dieser Gegend, und einige scheinen noch immer den Freitag (traditionell moslemisch, bis vor Attatürk) zu pflegen. Wir kauften also noch das fehlende Gemüse, das in jenem Supermarkt nicht zu kaufen war. Und so billig und in so grossen Mengen haben wir wohl nie gekauft (unter einem kg kannst du nichts kaufen). Mitten auf dem Markt musste Luo einen Gaggi und wieder mal waren wir froh, dass wir mit dem Bonabus reisen, der ganz in der Nähe auf uns wartete. Anschliessend brausten wir nochmals über einen Ausläufer des Taurusgebirge und drangen immer weiter ins Herz des Gebirges vor. In Gukurbag liessen wir uns für diese Nacht nieder. Der Standplatz für diese Nacht nennt sich Camping, ist in Wahrheit aber ein Familienhaus mit grösserem Vorgarten. Fürs Klo mussten wir rein ins Haus und wagten uns auch nicht, wie gewohnt vor Abfahrt am nächsten Tag das Porta Potty zu leeren. Hassan, der Besitzer aber hatte uns einige Infos und so wussten wir, in welchem Bereich des 3700 Metern hohen Mount Demirkazik wir morgen unsere Familienwanderung antreten können.
    Übrigens, unser Menschenkenner Rui meinte heute: „Mami, jetzt kenn ich dich guet. In Bonaduz han ich dich nöd so guet kennt.“

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  • 10Sep 2012

    44 Demirkazik 09/10/2012 Turkey —

    Demirkazık, Turkey

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    10. September: Schlucht am Mount Demirkazik
    Unsere heutige 14minütige Fahrt brachte uns bis ins nächste Dorf (Demikazik), wobei wir auf dem Weg noch Brot, Käse und Salami bunkerten. Kurz nach zehn erreichten wir den Parkplatz, auf den bald auch der Nationalparkwächter kam. Wir zahlten eine doppelte Tagesgebühr und erhielten von ihm die Zusicherung, dass wir hier über Nacht stehen dürfen. Nur wenig später waren wir auf dem Weg, immer die Schlucht hinauf, Richtung Mount Demirkazik (Auto ca. bei 1500 Metern abgestellt). Nach einiger Zeit waren die Wände der Schlucht schon richtig nah. Roger Prüfte mit Feldstecher die Bohrhacken und Standplätze und wir beschlossen, morgen früh klettern zu gehen. Es hat guteingerichtete Sportkletterrouten die teilweise sogar für unsere beiden Kinder geeignet sind. Für Ösi und Co. hätte die Schlucht Unmengen von Klettermöglichkeiten – ein wahrer Traum! Nach einigen Höhenmetern machten wir eine Nüssli-Fruchtpause, später ein Mittagspicknick. Und immer noch stieg der Weg an. Irgendwann, so die Karte von Hassan gestern, sollte es möglich sein, oberhalb dieser Schlucht nach rechts auf dem Hang die Bergflanke hinunter zu steigen. Soweit kamen wir allerdings nicht, irgendwann war es uns allen genug (zu Hause mit Googel Earth stellte sich dann heraus, dass es wirklich nicht mehr weit bis oben an die Schlucht gewesen wäre, aber wir nehmen keine Risiken und unsere Kinder sind schon noch etwas gar klein). Wir kehrten um und staunten einmal mehr, wie sicher unsere Jungs auch die schwierigen Berge (Geröllweg, sehr steil) hinunter sind. Auch Rui, oder vor allem er, hat Fortschritte gemacht, es ist viel ungefährlicher als auch schon, ihn auch in schwierigem Gelände frei laufen zu lassen. Luo sowieso, seine Kraft ist wie immer ungebrochen und unerschöpflich. Unten beim Bonabus angekommen spielten die Jungs noch sicher eineinhalb Stunden mit ihrer Spielkiste im vertrockneten Flussbett, ich las ein Buch und Roger boulderte irgendwo in der nahen Schlucht herum. Nach dem Abendessen war es draussen aufgrund der Höhe zu kühl, was uns irgendwie alle freute, wir spielten in Einzueinsbetreuung Minilük und Bauernhofstiftlibuch von Götti Alain und genossen mal wieder das im-Bonabus-Leben.

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  • 11Sep 2012

    45 Mittelmeer 09/11/2012 Turkey —

    Turkey

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    11. September: Von den Bergen ans Meer
    Das erträumte Klettern fand dann doch nicht statt. In der Nacht kam zu Rogers Durchfall, den wir als wieder-einmal-eine-Attacke-Reisedurchfall abgetan hatten, auch noch Fieber hinzu. Am Morgen blieb er im Bett (respektive wechselte von unserem Bett in Kinderzimmer, das sich hervorragend fürs Kranksein eignet und dabei das restliche Busleben nicht stört (respektive der Kranke nicht von zwei herumspringenden Jungs gestört wird). Rui, Luo und ich gingen für zwei Stunden in die Schlucht, bauten aus Steinen eine kleine Hütte, eine zugehörige Römerstrasse mit Alee, Brücke, Tunnel und Kieswerk. Danach spielten die Jungs Bergsteigen, während ich meinerseits einen Schwächeanfall niederrang. Um halb eins waren wir wie versprochen zurück, assen Fladenbrot mit Gurken, Tomaten und übriggebliebenen Linseneintopf, während ein ziemlich übel aussehender Roger an trockenem Brot kaute. Dennoch, er erklärte sich als gesund genug, die Abfahrt ans Mittelmeer als Beifahrer anzutreten. Auch, da hier die Sonne ohne einen Baum oder jeglichen anderen Schatten den Bonabus am Tag auf ungemütliche Temperaturen aufheizte (auch wenn in der Nacht schon beinahe die Heizung angesagt gewesen wäre – um die dreizehn Grad herum).
    Also fuhren wir ca. um 14.00 Uhr los, Lisa zeigte ein Soll von 3.11 Stunden. Doch schon bald nach Gukurbag hörte die wunderbare beinahe Vierspurige Asphaltstrasse auf. Eine gleich breite Kiespiste, die aber noch nicht geteert war, ersetzte die erstere. Naja - wir gondelten mit dreissig bis vierzig Stundenkilometern umher, stellten uns vor, wie es also noch vor ein paar Jahren hier gewesen sein musste und sahen uns die zum Teil viel zu steilen und instabilen Böschungen an der Seite der Baustelle an. Irgendwann war dann die Strasse wieder besser und etwas später erreichten wir gar die Auto